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Mein erster Täubling.......Im 2020

  • Hallo Zusammen

    Eigentlich ohne gezielt auf der Suche nach Fruchtkörper unterwegs, da lacht mich der erste Täubling an.

    Mild im Geschmack, doch leider völlig verwurmt.

    Ich vermute Richtung Ledertäubling (Russula integra)

    Huthaut bis Mitte abziehbar, brüchige Lamellen

    Geruch neutral

    Stiel beim brechen, leichter Knack wie sein sollte

    Innen wattig.

    Fundort: Mischwald


    Bin noch die chemischen Bestimmung plus Sporenfarbe am ermitteln.


    Ich freu mich 😬

    LG Andy

  • sehr schön andy, gratuliere!

    Mag man ja kaum glauben dass du noch nie täublinge gefunden hast/dann noch gleich mit chemie drüber- respekt!

    Lg joe

    Hallo Joe

    Mein erster Täubling im 2020....... ^^

    Ich muss den Titel wohl ändern.

    Doch, doch Täubling kenne ich schon.

    LG Andy

  • CH-Andy

    Hat den Titel des Themas von „Mein erster Täubling.......“ zu „Mein erster Täubling.......Im 2020“ geändert.
  • Hier noch das Guajak Ergebnis, Eisensulfat zeigt nicht an 🤔

    LG Andy

  • Hallo zusammen,


    der Täubling gehört zu den COMPACTAE (Schwärztäublingen).

    Wenn du dir die Lamellen anschaust siehst du, dass der Pilz viele Lamelletten/Zwischenlamellen hat. Das ist bei Täublingen außerhalb der COMPACTAE nur selten und nicht so regelmäßig (fast so viele Lamelletten wie durchgehende Lamellen). Weiterhin schwärzt der Pilz augenscheinlich wo du ihn am Stiel angefasst fast. Die Zugehörigkeit zu den COMPACTAE erklärt auch die intensive Guajak-Reaktion. Die Lamenllen und das Sporenpulver wären bei R. integra deutlich ockergelb - hier sind sie fast weiß.


    Die Art ist wieder etwas schwerer. Da du kein Röten bemerkt hast und der Pilz mild schmeckt (auch die Lamellen?) könnte ich mir im Nadelwald gewachsen gut R. adusta vorstellen (Geruch nach "altem Weinfass"?). Auch R. albonigra wäre ein guter Kandidat, da der Mentholgeschmack meist kaum ausgeprägt ist


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Thiemo

    Vielen Dank für deinen Input, somit einen Russula kenner hier im Forum. Klasse.....

    Zu deinen Fragen bzw. Erkennung:

    -In der Tat schwärzt der Fruchtkörper, auch bei einem Schnitt.

    -Sporenpulverfarbe weiss, korrekt

    -Ich hab nur die Lamellen versucht und diese als angenehm Mild empfunden.

    -Gefunden in der Nähe einer Buchen, ich war mehrheitlich in einem Buchenwald

    -Geruch etwas obstiges, weiss gar nicht wie Menthol riecht 🤔

    -keine Reaktion auf Eisensulfat.


    Was meinst du zu welcher Art tendierst du?

    LG Andy

  • Hallo Andy,


    Ich beschäftige mich einfach gerne mit Russula & Lactarius :). Innerhalb der COMPACTAE kommst du mit Sporenabwurf und Chemikalien nicht weit.

    Wichtigeste Merkmale bei der Artbestimmung von Schwärztäublingen sind der Geschmack der Lamellen und das Verfärbungsverhalten.

    Es gibt nur sechs bekannte Arten der Schwärztäublinge, da lohnt sich das Ausschlussprinzip.


    Folgenes passt nicht zu deinem Fund:

    - Dickblättrige Schwärztäubling R. nigricans: Dicke, entfernt stehende Lamellen und starkes röten.

    - Dichtblättrige Schwärztäubling R. densifolia: Kleine Art, mit eng stehenden Lamellen und röten vor dem schwärzen.

    - Scharfblättriger Schwärztäubling R. acrifolia: Sehr scharfe Lamellen

    - Lachsblättriger Schwärztäubling R. anthracina: Etwas scharfe Lamellen mit lachsfarbenen Reflex


    Die engeren Kandidaten:

    - Rauchbrauner Schwärztäubling R. adusta: Klebrige Huthaut, oft glänzend, Lamellen mild, kaum rötend, Stielbasis oft faltig-knubbelig, Geruch nach Weinfass/modrig/Stiefeln

    - Menthol-Schwärztäubling R. albonigra: Lamellen mild-etwas bitterlich (oft mentholartig kühlend bei längerem kauen), Geruch unauffällig, kaum rötend, direkt schwärzend


    Ich denke das dein Fund auf R. albonigra hören dürfte, da alles andere ausscheidet.


    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo

    Ja das mit dem Ausschlussverfahren, funktioniert recht gut.

    Ich würde nun auch eher zum albonigra tendieren, weil eine fruchtige Note kann ich erkennen, auch das Vorkommen im Mischwald kann ich so bestätigen.

    Cool bei Vorkommen steht eher selten...

    Freu mich und gerne wieder bei einer nächsten Bestimmungshilfe.

    Besten Dank


    Nur noch am Rande weshalb spricht das Eisensulfat nicht an, hast du da eine Idee?


    LG Andy

  • Hi,


    Immer her mit den Täublings- und Milchlingsbestimmlingen. Allein per Bild geht natürlich nicht immer so viel wie man möchte, da manche Merkmale am besten mit dem Fruchtkörper in der Hand beurteilen werden müssen, aber mal schauen. :wink:


    Eisen(II)sulfat ist so ne Sache. Falls du es als fertige Lösung hast könnte sich das Fe2+ Ion per Redoxreaktion in Fe3+ umgewaldelt haben, welches für den Test unwirksam ist. Ich verwende daher immer einen Kristall FeSO4 Salz - das "verdirbt" nicht.

    Die Reaktion auf Fe2+ ist in vielen Fällen auch irrelevant für die Bestimmung, da sie eh meist nur schwach rosa und uneindeutig ausfällt. Bei manchen Fragestellungen jedoch, ist sie unverzichtbar und fällt auch deutlich aus. Zum Beispiel Grüne Formen des Frauentäublings (= komplett negativ) VS Grüner Speisetäubling (= stark orange) und die Erkenung der Sektion VIRIDANTINAE / Heringstäublinge (=grün).

    LG Thiemo

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  • Spannend vielen Dank für deine ausführliche Erklärungen. Das Phenol wäre noch gut zur Bestimmung, aber ist halt so einen Sache......

    Schönen Abend

    LG Andy

  • Hey,


    Stichwort Phenol: Das Reagenz ist schon sehr speziell und reagiert nur mit wenigen Täublingen auffällig. Das wären zum einen die drei "Ledertäublinge" R. olivacea & vinosobrunnea & alutacea und zum anderen der Brätlingstäubling R. amoena, wodurch man gut ähnliche Arten abgrenzen kann. Da das Zeugs doch ganz schön giftig/krebserregend ist und nicht sooooo viel bringt, sollte man sich die Anschaffung und Anwendung überlegen. Ich teste mit Phenol nicht standartmäßig, nur wenn es mich bei einer Fragestellung weiterbringt.


    LG Thiemo

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  • Hey,


    Stichwort Phenol: Das Reagenz ist schon sehr speziell und reagiert nur mit wenigen Täublingen auffällig. Das wären zum einen die drei "Ledertäublinge" R. olivacea & vinosobrunnea & alutacea und zum anderen der Brätlingstäubling R. amoena, wodurch man gut ähnliche Arten abgrenzen kann. Da das Zeugs doch ganz schön giftig/krebserregend ist und nicht sooooo viel bringt, sollte man sich die Anschaffung und Anwendung überlegen. Ich teste mit Phenol nicht standartmäßig, nur wenn es mich bei einer Fragestellung weiterbringt.


    LG Thiemo

    Hallo Thiemo, das sehe ich auch so..... Wenns nicht unbedingt sein muss öffne ich das nicht.

    Morgen gehe ich nochmals auf die Suche vielleicht findet sich wieder etwas spannendes.

    Ach ja noch betreffend deiner Recherche bzgl Russula Albonigra -

    Bei meinem Exemplar war die. Huthaut bis Mitte sehr gut abziehbar, hingegen habe ich gelesen dies sei bei den Schärzende Täublinge nicht so gut möglich....

    Nur so am Rande.

    LG Andy

  • Hallo Andy,


    prinzipiell hast du Recht mit der Abziehbarkeit der Huthaut. Das hatte ich bei meiner bisherigen Betrachtung nicht gewichtet. Jedoch ändert das an der oberen Ausschlussliste wenig - prinzipiell passt keine Art mit allen Merkmalen zu deinem Fund. Schwierig ist so eine Bestimmung bei nicht ganz frischen Einzelfruchtkörpern allemal, wenn ggf. mache Merkmale nicht mehr richtig beurteilt werden können oder sich verändern. Da nehmen sich Täublinge, Schleierlinge, Risspilze, etc. wenig. Eine ganze Kollektion wäre schön. Angenommen der Pilz würde frisch z.B. doch röten oder scharf schmecken, dann wären wieder andere Optionen denkbar.

    Einer der Schwärztäublinge ist dein Fund sicher. Vielleicht kommt noch etwas frisches an der Stelle nach, ansonsten bleiben die Restzweifel.


    LG Thiemo

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