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Russula integra agg.

  • Hallo zusammen,

    gester bin ich bei einigen Fichten im Mischwald auf ein paar weinrote Täublinge gestoßen.


    Zustand: schon ziemlich trocken.

    Geruch: null, kein Zedernholz oder Zigarrenkiste.

    Geschmack: mild kaum scharf werdend, erst recht nicht sehr scharf.

    Huthaut: zu einem Drittel abziehbar. Darunter ein hauch rot bei dem Einen beim Anderen nicht. Am Rand gerieft.

    Lamellen: brüchig und wie ausgebuchtet angewachsen. Crem-gelblich.

    Stiel: runzlig, weiß, voll in fest.

    Sporen Pulver: hell ocker. Der Abwurf bei beiden Pilzen war nicht so üppig.

    Sporen: Rundlich breit elliptisch. Sehr stachelig, Warzen unvollständig netzig bis isoliert. 7,7-9,2 x 7,4-8,3 µm. Sporen in Melzers stammen von beiden Pilzen.

    Pleurozystiden: lang spindelig +- 63x10,30 µm.

    Basidien: tief im Hymenium eingebettet, +- 37-40 x12,6 µm.

    Leider noch keine Chemikalien gekommen!

    Danke für Euer Interesse und Verbesserungsvorschläge!

    VG Rigo

  • Hallo,


    es deutet scheinbar vieles auf den Zedernholz Täubling hin: Hutfarbe, die kontrastierenden ockerlichen Flecken, der runzelige, feste Stiel, die ausgebuchteten Lamellen.


    Aber wenn der Pilz nicht deutlich scharf beim kauen wird, wird daraus trotzdem kein Zedernholz-Täubling. Lange genug gekaut hast du ja bestimmt? Das kann schon mal so 30 Sekunden dauern bis sich da etwas tut.

    Der Geruch ist so eine Sache. Ich weis wie Zedernöl/-holz riecht, aber beim Zedernholz-Täubling rieche ich egal wo ich die Nase hinhalte nichts.


    Was spricht für mich dagegen: Das Sporenornament scheint mir zu hoch (wobei R. badia da sehr variabel l. Literatur sein soll). Ich kann auf dem Bild der HDS keine mehrfach septierten Zystiden sehen. Vielleicht versuchst du noch mal ein Präparat der Huthaut wo man mehr erkennen kann?

    Edit: Hier ist ja sogar ein Bild von den Zystiden Täublinge - Mikromerkmale (Dermatozystiden & Inkrustierte Primordialhyphen) :saint:


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

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  • Hallo Rigo,


    tu das, versuche noch einen Sporenabwurf und probiere wie ich oben beschrieben habe (30 Sekunden durchkauen). Romagnesi schrieb zwar, dass ausgetrocknete, älter Fruchtkörper an Schärfe verlieren, aber so würde ich deine Funde nicht einschätzen. Das R.badia nicht nach 30 Sekunden deutlich scharf wird (das baut sich auf) habe ich noch nie erlebt.


    Auf dem Bild hat's dann doch gut geklappt! Jetzt sehe ich auch die Septen in den Zystiden der HDS.


    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo,

    danke für die Rückmeldung. Ich bin über den "Täublingsschlüssel" Makro noch zum R. Curtipes gestoßen. Der soll aber sehr selten sein, doch an dieser Stelle gabs einige aber sehr trocken!

    LG Rigo

  • Die alles entscheidende Frage ist scharf oder mild. Vorher bleibt nur mutmaßen. Wenn "mild" mutmaße ich etwas in genau dieser Sektion (Integrinae=Dunstkreis um den Braunen Ledertäubling). Einen Ledertäubling müsste man auch an einem dunkleren Sporenabwurf als R.badia erkennen.


    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo,

    diesen Kampf machen wir ja wie es scheint unter uns aus :) .

    1. Frage ist nun definitiv geklärt. Geschmack ist auch beim frischen Jungpilz MILD! Auch nach einer Minute bleibt das "Ge ka ute" Mild!

    Über Nacht in der Werkstatt, werden die Pilze wohl etwas reichlicher absporen. Den Abdruck gibts dann morgen früh. Dann werde ich die Sporen erneut Mikroskopieren um sicherzugehen, dass es die gleiche Art ist.

    Und gucke ma mol!

    Diese Beiden gabs dann auch noch. Bevor ich aber auf dumme Gedanken gekommen wäre, wurden sie zusammen mit 5 Pfifferlingen und einem R. violeipes in Butter gebraten und Verputzt!! ;)

    VG Rigoletto, der sich bald auch wie ein solcher fühlt!!!

  • Hallo Rigo,

    wenn man eine Russula badia wegen fehlender Schärfe hat verwerfen müssen, ist Russula integra oder ein anderer aus der Integroidinae-Sektion die nächste Adresse. Russula integra hat gemäß der Fachliteratur grobstachelig ornamentierte, ca. 9 bis 10 My große Sporen und gelbes (nicht bloß ockerfarbiges) Sporenpulver. Schau mal, ob du das verifizieren kannst. Die Sporen darf man nur messen, wenn der Apikulus bei Scharfstellen der Sporenumrandung sichtbar ist, sonst messen sie kleiner als sie tatsächlich sind. Und Sporenpulver muss man zu einem Häufchen zusammenschieben, sonst wirkt es blasser als es tatsächlich ist.

    Freundliche Grüße

    Stephan Weißer

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo ihr lieben Helferlein :)

    Nun habe ich Euch lange warten lassen und mir raucht nun die Birne! Die 5 Pilz die ich da am Fuße von 5 dicken Fichten im ansonsten Mischwal fand, zeigte ich ja oben schon. Und der Geschmack war wie schon gesagt mild.

    Das SPP. sah so aus...

    doch was die Situation in der HDS angeht sind die Pilze sich zwar sehr ähnlich doch sind sie nicht identisch. Das gleich gilt auch für die Sporen und ich min nicht sicher ob dies noch in der möglichen Bandbreite bei einer Art liegt?

    Die Pilze liegen nun in einer Schachtel und ihre Lamellen sind einheitlich ocker und sind makroskopisch nicht zu trennen.

    Was meint Ihr dazu? Ich suche derweil noch nach einer Annäherung zur Bestimmung der Pilze...

    VG Rigo

  • Hallo Rigo, :)

    ich kenne zwar Russula integra nicht aus eigener Anschauung, aber folgt man dem Schlüssel von Bresinsky kommt man zum Braunen Ledertäubling agg. Unter Fichte würde perfekt passen., denn die restlichen Arten der Integrinae wachsen im Laubwald. Da wird's wieder schwierig, weil diese z.T. in Karbolfuchin anfärbbare, säurefeste Inkrustierungen haben können, die man sichtbar machen muss.
    Ob das alles die gleiche Art ist vermag ich auch nicht 100%ig zu sagen. Fr. Marxmüller zeigt auch sehr variable Sporen.


    Vielleicht schaut Stephan auch noch mal hier rein.


    LG Thiemo

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  • Rigo

    Hat den Titel des Themas von „Russula badia cf“ zu „Russula integra agg.“ geändert.