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Hilfe bei der Bestimmung!

  • Hallo,


    Ich bräuchte Hilfe bei der Bestimmung von Pilzen. Eine Freundin (zum 1. Mal Pilze gesucht) hat mir ein Bild von ihrem Fund geschickt. Auf die Frage was das für Pilze auf dem einen Bild wären Antwortete sie mit Pfifferlinge. Ich habe ihr abgeraten sie zu essen, da es 100% keine Pfifferlinge waren und ich nicht wusste was es sein könnte. Habt ihr eine Vermutung, zumindest in welche Richtung es gehen könnte?


  • dazu hab ich sie schon gebracht, dass sie sie entsorgt ;-)

    Zum Glück! Ich bin selbst noch Anfänger in der Pilzwelt und das was ich sammle kenne ich genau. Das da auf den Bildern sind mit 100% -iger Sicherheit keine Pfifferlinge. Die Bilder sind ziemlich schlecht und bin mir nicht ganz sicher was es ist, aber vielleicht sind es sogar tödlich giftige Rauköpfe. Siehe: Spitzgebuckelter Raukopf, Spitzbuckeliger Raukopf, Prächtiger Schleierling, Spitzgebuckelter Orangeschleierling, Spitzkegeliger Raukopf (CORTINARIUS RUBELLUS SYN. CORTINARIUS SPECIOSISSIMUS, CORTINARIUS ORELLANOIDES)

    oder

    Orangefüchsige Raukopf, Orangefuchsiger Schleierling (CORTINARIUS ORELLANUS SYN. DERMOCYBE ORELLANA, CORTINARIUS RUTILANS)

    Vielleicht meldet sich ja noch einer der Experten und kann eine besser Einschätzung geben.


    Übrigens wurde erst kürzlich hier im Forum von einer Vergiftung berichtet, wo Pfifferlinge mit dem Spitzgebuckelten Raukopf verwechselt wurden: Vergiftungsfall Spitzgebuckelter Raukopf


    LG

    Benjamin

  • Hoi Jens


    Kein Problem, ihr seid die Experten und liegt mit dem Blutblättrigen Hautkopf vermutlich auch richtig. Als ich die Bilder sah, dachte ich auch an Rau- oder Hautköpfe und mit beiden sollte man nicht spassen. Ich wollte mit meinem Post auch zum Ausdruck bringen, wie gefährlich solche Experimente sein können.


    LG

    Benjamin

  • Und Du Da_Schwammalmo fragst Dich neulich doch noch, nicht ganz zu unrecht, wie man die spitzgebuckelten mit Pfifferlingen verwechseln kann. :) Glaube das passiert nur an den Tagen nicht, an denen es keine Pilze zu finden gibt.


    Ich glaube, das menschliche Gehirn sucht permanent nach Vereinfachungen. Und wer zum ersten Mal in die Pilze geht, was anfürsich ne tolle Sache ist, kennt oft nur Champignon und Pfifferling aus dem Supermarkt. Manche kennen noch Marone. Das ganze basiert auf ein sehr grobes Formverständnis und das kennen der Namen.


    Folglich versucht das Gehirn später im Wald erstmal alles mit dem Konzept "Champignon oder Pfifferling oder Marone" zu erklären.


    Die extreme Schönheit der Mykologie, welche sich durch unbändige Form-, Farb- und Funktionsvielfalt ausdrückt, und die eine unschätzbar wichtige Brückenrolle in Reich-übergreifenden, biologischen Systemen ausübt, und dabei im Spannungsfeld von speisewertig genüsslicher Nützlichkeit und qualvollem Todbringen oszilliert, bleibt jedem verborgen, der sich ihr nicht ausführlicher widmet.

  • Hallo


    Na, zumindest sind es "nur" Hautköpfe. Die sind schon mal nicht so gefährlich, wie Rauköpfe.

    *Sarkasmus-Modus aus*


    Wenn man keine Ahnung von Pilzen hat, dann sollte man wirklich ausschließlich mit jemandem zum Sammeln gehen, der sich darin auskennt. Wenn das nicht geht, dann sollte zumindest der anschließende Gang zum PSV obligatorisch sein. Die eigene Gesundheit wirds danken.


    Ich habe mir ja schon eine gewisse Anzahl an Arten angeeignet. Wenn ich dann mit einem vollen Sammelkorb andere Leute antreffe, dann höre ich meist "kenn ich nicht, esse ich auch nicht".

    Und genau DAS ist der Ansatz, den sich jeder verinnerlichen sollte; das praktizieren ja auch quasi alle, die hier im Forum vertreten sind. Ansonsten kann ich nur zu Supermarktpilzen raten. Wobei, wenn ich mir da manchmal die Qualität anschaue, ... <X


    LG Matthias

  • Wenn ich dann mit einem vollen Sammelkorb andere Leute antreffe, dann höre ich meist "kenn ich nicht, esse ich auch nicht".

    Und genau DAS ist der Ansatz, den sich jeder verinnerlichen sollte;...

    Hallo Matthias,


    Ich glaube zum einem (großen?) Teil liegt das Problem auch daran, dass die Leute denken sie kennen etwas gut, obwohl sie es nicht tun. In dem Thread vom Vergiftungsfall mit dem spitzgebuckelten Raukopf gibt es da einige Beispiele. Ich habe bei vielen Menschen das Gefühl, dass ihnen das "Auge" fehlt, sie sehen und vergleichen nicht richtig und sodass sie keine Unterschiede wahrnehmen. Diese Gefühl hab ich schon sehr lange und nicht nur bei Pilzen. Ich bin ausgebildete Malerin und in der Kunst sieht man dieses Phänomen sehr häufig.


    Liebe Grüße

    Flo

  • He Flo

    Dem stimme ich auch zu. Für meine Cousine ist bspw jedes kleine Auto ein Golf, und jedes große Auto ein BMW :omg:

    Das menschliche Hirn ist schlicht auf Vereinfachung getrimmt. Das ist ein ganz simpler Grundsatz in der Kognition. Und im Übrigen auch überlebenswichtig.

    Nur in einer Zeit, in der die Leute total disconnected sind von der Natur, und durch die Supermärkte gewohnt sind, dass jedes verfügbare Nahrungsmittel grundsätzlich essbar ist, entstehen Probleme, wenn man mit genau diesem Selbstverständnis durch die Natur geht und sich Kräuter, Pilze und so weiter zum Verzehr aneignet.

    Bleibt tapfer ;)

    ReikeT

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