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Ist das eine Ziegenlippe? Anfängerfrage mit vielen Bildern

  • Hallo zusammen,


    erst mal ein großen Hallo in die Runde - bin neu hier und bin auch noch recht unerfahren.

    Daher Sammle ich auch nur Röhrenpilze und zudem nur die, die ich bisher kenne.


    Nun habe ich in einem kleinen Mischwald (jedoch innerhalb einer größeren Nadelbaum Gruppe) nebst diversen (zu alten) Maronenröhrligen auch den Pilz auf den Bildern gefunden.

    Ich hab ihm mir dann mal, getrennt von anderen Pilzen, eingepackt um ihn daheim zu bestimmen.

    Bei der Bestimmung bin ich dann hier gelandet und finde die Datenbank wirklich großartig :-)


    Ich würde auf eine Ziegenlippe tippen: Ziegenlippe, Schafheiterl, Gänsemaul, Mooshäuptchen, Hellstieliger Filz-Röhrling (XEROCOMUS SUBTOMENTOSUS)


    Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher - auch wenn ich mit teilweise 16cm Außendurchmesser wohl ein etwas größeres Exemplar habe - das es eine Ziegenlippe ist

    Nichts desto trotz, lieber nochmal weiter Meinungen anhören bzw lesen :-)


    Viele Dank schon mal!

    Grüße aus'm Südschwarzwald

    Julian

  • Herzlich willkommen

    Auf jedenfall schon mal gut Dokumentiert.

    Die etwas rötliche Stielfarbe könnte auch Richtung Xerocomus ferrugineus gehen, wobei ich hier keine Netzzeichnung sehe.

    Beim Schnittbild sieht man leider kaum eine Verfärbung da er schon arg vermadet ist.

    LG Andy

  • Herzlich willkommen

    Für mich eine Ziegenlippe

    Vermadetes Fruchtfleisch isst man besser nicht mehr, sonst isst man die an den Fraßgängen einsetzende Eiweißzersetzung plus eventuell eingetragene weitere Organismen und deren Kram mit. Kann gut gehen, kann auch auf Klo enden.

    Beste Grüße

    Reike

  • Hallo, Julian!

    Das ist eine wirklich sehr gute Dokumentation deines Fundes. :thumbup:
    Da ist mal wirklcih alles dabei, was man braucht, vor allem auch gute ansichten der ungeputzten (!) Stielbasis und vollständige (!) Schnittbilder.

    Mit solchen Dokumentationen macht es richtig Spaß, Pilze zu bestimmen. :happy:
    Da kommt in diesem Fall auch was ziemlich klares raus:
    Du hast den Filzröhrling (leuchtend gelbe Poren, ledrige bis filzige Hutoberfläche, grobe Poren und nicht einzeln trennbare Röhren) schon mal richtig erkannt. Da bist du also in der Gattung Xerocomus s.str. (Ziegenlippenverwandschaft). Stieloberfläche (Struktur und Farben) sind dann erstmal egal, das variiert bei allen Arten in der Gruppe. Entscheidend ist das durchgehend weiße Fleisch, fehlende verfärbungen und die Hutoberfläche mit komisch olivbraunen Farbtönen (kann X. subtomentosus auch, ist aber ein guter Zusatzhinweis).
    Bei deinen Bildern erkennt man sogar das leuchtend gelbe Basismycel (die winzigen, feinen Mycelfädchen an der Stielbasis), das bei X. subtomentosus nie so leuchtend gefärbt wäre.
    Ergo - wie Schupfnudel schon geschirbene hat: Klarer und eindeutiger Fall von Xerocomus ferrugineus (Brauner Filzröhrling).



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Ich hatte den "Braunen Filzröhrling" anfangs auch in der engeren Auswahl, bin aber aufgrund des für mich fehlenden Netzes auf dem Stiel wieder von ihm abgewichen.

    Ja das fehlende Netz ist auch für mich ein "Problem". Vielleicht kann hier ja nochmal jemand helfen, den Wert dieses Merkmals zur Artbestimmung einzuordnen?

  • Vielleicht kann hier ja nochmal jemand helfen, den Wert dieses Merkmals zur Artbestimmung einzuordnen?

    Das hat Pablo ja schon getan:

    Stieloberfläche (Struktur und Farben) sind dann erstmal egal, das variiert bei allen Arten in der Gruppe. Entscheidend ist das durchgehend weiße Fleisch, fehlende verfärbungen und die Hutoberfläche mit komisch olivbraunen Farbtönen (kann X. subtomentosus auch, ist aber ein guter Zusatzhinweis).

  • Vielleicht kann hier ja nochmal jemand helfen, den Wert dieses Merkmals zur Artbestimmung einzuordnen?

    Das hat Pablo ja schon getan:

    Stieloberfläche (Struktur und Farben) sind dann erstmal egal, das variiert bei allen Arten in der Gruppe. Entscheidend ist das durchgehend weiße Fleisch, fehlende verfärbungen und die Hutoberfläche mit komisch olivbraunen Farbtönen (kann X. subtomentosus auch, ist aber ein guter Zusatzhinweis).

    Ich hab Pablo's Hinweis diesbezüglich glaube ich falsch gelesen gehabt, nämlich so, das die Oberflächen sich zwischen den Arten unterscheidenden, was ja zwar auch wahr ist, aber nicht der Punkt, den Pablo hier machen wollte

  • Also ich muss mich ReikeT anschließen - habs auch etwas anders interpretiert.




    Beorn schreibt:

    "Du hast den Filzröhrling (leuchtend gelbe Poren, ledrige bis filzige Hutoberfläche, grobe Poren und nicht einzeln trennbare Röhren) schon mal richtig erkannt."


    --> Genau deswegen bin ich beim Filzröhrling und bei der Ziegenlippe gelandet.


    Auch die Hutfarbe und die Farbe des Fleisches finde ich auf den Bilder in der 123pilzsuche.de Datenbank sehr ähnlich.


    Die Spitze des Filzröhrlings-Stiels finde ich eher gerade und mit einer dickeren Basis

    Bei der Ziegenlippe sieht der Stiel in der Datenbank immer spitz zulaufend aus - wie bei meinem Fund.

    Und zuletzt halt das für mich fehlende Netz.


    "Da bist du also in der Gattung Xerocomus s.str. (Ziegenlippenverwandschaft). Stieloberfläche (Struktur und Farben) sind dann erstmal egal, das variiert bei allen Arten in der Gruppe"


    Gut, wenn es da innerhalb einer Gattung natürlich zu schwankunden kommen kann wirds für einen Anfänger natürich schwierig.


    Naja, ich hab auf jedenfall viel gelernt und werde in Zunkunf mit sicherheit noch auf kleine Details achten :-)

  • Ja, ich lerne auch mit jeder Fund Besprechung dazu. Mit der Gruppe lagst Du ja schon mal goldrichtig. Der Brauner Filzröhrling wird regional auch Braune Ziegenlippe genannt. Alles weitere ergibt sich dadurch, möglichst viele Pilze bewusst in der Hand gehabt zu haben und möglichst viele Fundbesprechungen mitzudenken

  • Ahoi!


    Ja, das mit der Netzgeschichte war unklar formuliert von mir:
    In der Tat ist das so, daß das sowohl bei X. ferrugineus als auch bei X. subtomentosus jeweils fehlen oder vorhanden sein kann.
    Die Ausprägung der netzartigen Rippen am Stiel ist als Unterscheidungsmerkmal der beiden Arten unbrauchbar.

    Ebenso wie die Form der Stielbasis übrigens, die ist bei den beiden auch gleich bzw. die Variationsbreiten bei beiden Arten weitgehend identisch.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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