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Striegeliger- oder Samtiger Schichtpilz

  • Hallo zusammen,

    gestern bei einer Schneewanderung ist mir ein Stöckchen aufgefallen, welches wie es scheint, durch die Schneelast vom Baum gefallen war.

    Auf dem Hölzchen waren kleine (1-4,5 cm im Ø) Schichtpilze, eng auf dem Holz anliegend aber nur mittig angewachsen. Striegelig waren sie Oberseiten, die auf dem Holz aufliegen, nicht.

    Eher samtig, auch unter der Lupe. So kommen mir die Pilze eher wie Samtige-Schichtpilze vor. Doch die Sporen passen eher zum Striegeligen-Schichtpilz, weil sie mit

    6,1-6,7 µm x 3,2-3,5 µm etwas zu breit für den Samtigen sind. Eine Verfärbung nach reiben ist nicht eingetreten, sie waren aber gefroren. Im Pilz habe ich schmale,

    abgerundete und auch angespitzte Hyphen gefunden aber keine Basidien.

    Was meint Ihr zu dem Pilzlein?


    LG Rigo

  • N'Abend!


    Die Oberseiten der Fruchtkörper auf dem ersten Bild sind schon behaart, allerdings undeutlich. Reicht aber für den Striegeligen.

    Den Samtigen würde ich vom Gesamterscheinungsbild ausschließen, der hat ja auch eine andere Wuchsform (mehr zusammengezogene Fruchtkörper an den Anwuchsstellen am Substrat = +/- fächerförmige Fruchtkörper), andere Substratvorlieben (dickeres Holz, Fruchtkörperbildung an liegendem Substrat nicht an hängendem wie hier - siehe Schneeunterlage = Ast mit den Fruchtkörpern dran erst runtergefallen nachdem es geschneit hat), kräftiger gefärbte Hutoberseiten und beim Ankratzen sollte das Hymenium gelblich verfärben.

    Die Sporen kannst du vergessen: Die sind hier ja acuh für den Striegeligen deutlich zu kurz. Das könnten theoretisch ja auch Fremdsporen sein, allerdings lässt sich aus den Sporenmaßen in der Gattung ohnehin nicht wirklich was ableiten, weil die bei jeder Art recht variabel sind und sich die Variationsbreiten der einzelnen Arten zu großen teilen überschneiden. Mikroskopisch wichtig in der Gattung wäre vor allem das Vorhandensein oder die Abwesenheit von Acanthohyphidien (hier werden sie fehlen).


    Verwechslungspartner hier wäre übrigens eher Stereum ochraceoflavum (Ästchen-Schichtpilz), der aber normalerweise noch ein blasseres Hymenium haben sollte, meistens noch etwas kleinere Fruchtkörper bildet und im Gegensatz zu Stereum hirsutum nirgendwo im Schnittbild eine dunkle Kontextzone aufweist.
    Dazu müsstest du aber den Schnitt noch direkter fotoografieren bzw. beobachten, auf dem Bild ist das Merkmal nicht erkennbar.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo!


    Zunächst zur Erklärung, das letzte Bild zeigt unten ein umgedrehtes Stück Pilz. Ältere Pilze habe ich am Stöckchen nicht gefunden! Die Pilze zeigen also, bei den vor Ort Aufnahmen, die glatte Unterseite nicht die Hutoberseite. Eine Verfärbung ist NICHT eingetreten. Und Pablo sieht das am 1. Bild schon richtig, ein gewisser Flaum ist schon da, aber eben sehr schwach. Die anderen Bilder zeigen ja wie schon gesagt bis auf das letzte Bild nur die Unterseite.

    Auch was die Acanthohyphidien angeht, ist wie Pablo schon prophezeite, ist da nichts zu finden, wenn ich das Gefundene richtig interbretiere!


    LG Rigo und vielen Dank für eure Hilfe!


    PS: Das Exikkat weiche ich ein und schaue noch nach dunklem Kontextzone.

    Hyphen und rechts Huthaare!

  • Hallo Rigo

    Danke für die aufklärenden Infos.

    Ich hab mir die Bilder nochmal angeschaut. Eigentlich hätte ich das erkennen müssen, dass die vor Ort Fotos ausschließlich Unterseiten zeigen, hab ich aber nicht. Denn brauch ich mich auch nicht wundern, dass ich bestimmte Oberflächen Merkmale nicht finde :)

    Viele Grüße

    Reike

  • Moin, Rigo!


    Da gibt es nichts zu entschuldigen: Man guckt, wann man Zeit hat. Es steht hier niemand in einer Bringschuld.
    Insofern doppelt danke für die weiteren Ansichten!

    Acanthohyphidien können schwer zu finden sein, aber hier hast du schon die richtigen elemente ins Visier genommen, und an den Hyphidien ist nichts von irgnedwelchen Auswüchsen zu sehen. Allerdings sind in den entsprechenden Arten diese Auswüchse nicht konstant ausgeprägt, manchmal muss man ein bisschen suchen.

    Hier mal ein Beispiel von Stereum insignitum:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,

    danke für das Anschauungsmaterial, nun weiß ich wonach ich suchen muss!

    Ich habe nun ein eingeweichtes Exikkat quer geschnitten und unterm Mikroskop und Auflicht die braune

    Trennschicht zwischen Haarflaum und Trama gefunden. Bei einem normal großen Pilz ist das viel einfacher

    zu sehen!

    Hier einer der Obigen..

    Da einer von Heute!

    LG Rigo

    Einmal editiert, zuletzt von Rigo () aus folgendem Grund: aus einem "e" ein "a" gemacht

  • Hallo, Rigo!


    Top, da ist eine dunkle Kontextschicht. :thumbup:
    Und siehe da: Jetzt sind auch striegelige Haare zu erkennen, wenn auch eben nur an dem einen Fruchtkörper. Das kann halt auch mal vergänglich, inkonstant oder undeutlich ausgeprägt sein.

    Kann man also als Stereum hirsutum abhaken.



    Lg; Pablo.

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