Hallo, Besucher der Thread wurde 1,3k mal aufgerufen und enthält 7 Antworten
  • Hallo Toni

    Meine Recherchen haben mich zu folgender Richtung gebracht: Fruchtbecherlinge (Ciboria)

    Asci auch mit 8 Sporen und die Masse passen auch gut. Am ehesten gefallen hat mir Ciboria betulae.

    LG Andy

  • Hallo Andy,

    Danke für dein Interesse. Ciboria sp. kann schon hinkommen. C. betulae soll wohl auf Birkensamen vorkommen. Diese hier wuchsen auf Holz. Ich muss mich wohl damit abfinden, dass der unbestimmbar ist. So ein richtiger Becherling scheint er ja gar nicht zu sein. Fast alle Fotos von Becherlingen zeigen deutliche Becherformen. Zudem sind sie meist braun oder gelb, selten so reinweiß. Bei ASCO-Sonneberg.de fand ich die visuell ähnliche Art Allophylaria cf. Phalaris (bei Pezizellaceae). Aber ich habe nicht alle Arten durchgeblättert. Es ist uferlos, wenn man nicht die grobe Richtung kennt. Vll. meldet sich noch ein Schlauchpilzexperte. Die Pilzchen liegen jetzt im Kühlschrank. Wenn jemand Interesse hat, könnte er sequenzieren.

    LG, Toni

  • Salve!


    Die Ciboria - Arten, die ich kenne, sehen aber makroskopisch schon sehr anders aus - und ich wüsste da auch nichts, was an dickerem, stark zersetzten Totholz wohnt. Vielleicht eher die Richtung Hymenoscyphus s.l.?
    So grob irgendwo in der Ecke richtung Hymenoscyphus vernus? Wobei da eventuell die Sporen bis 11x4 doch etwas groß sein könnten. Ist allerdings die Frage, ob die Sporen tatsächlich in Leitungswasser gemessen sind, weil wenn nicht sollte man die Maße nicht allzu ernst nehmen.
    Darum kleiner Tip für's Mikroskopieren von Ascos (Lebendmaterial): Leitungswasser. Immer. Maße von allen Strukturen (Sporen, Asci, Paraphysen, sonstige Zellen) sind nur bei Messungen in Leitungswasser vergleichbar. Außerdem wichtig: Inhalt von Paraphysen und Sporen: Auch das muss bei Lebendmaterial beides in Leitungswasser beurteilt werden. Verdünntes Kongorot (SDS) kann man nur dann verwenden, wenn sich einzelne Strukturen in Leitungswasser nicht gut darstellen lassen (zB Hakensuche). Baumwollblau braucht man nur bei operculaten Ascos (der hier ist inoperculat) zur besseren Darstellung von Sporenornamenten. Einzig Lugol (zur Not auch Melzer) ist wichtig und wird unbedingt benötigt, um den Ascusporus bzw. Ascussspitze zu beurteilen (amyloid or not). Alles andere muss man aber in Leitungswasser sehen und messen. :wink:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hi Toni,


    wenn du schon auf Ingos Seite bis, dann vergleiche mal mit Hymenoscyphus vernus: ASCO-SONNEBERG - Hymenoscyphus (Cudoniella-Gruppe)


    H. vernus ist eine typische Frühjahrsart an Holz, gern in feuchten Habitaten, die beim Trocknen oder alt gern gelb färbt und an der Stielbasis grau ist, trifft hier ja alles zu. Mikroskopisch passt auch alles was zu sehen ist. Die Merkmale sind ja in Ingos Seite alle dokumentiert.


    Beim Mikroskopieren von solchen kleinen Becherchen sollte man immer drauf schauen nach Möglichkeit vitale Strukturen zu mikroskopieren, also in Wasser. Du hast ja hier offenbar beim ersten Mikrobild Baumwollblau verwendet, das wirkt auf die Zellen tödlich. Damit gehen auch einige Merkmale verloren, wie etwa Inhalte von Sporen und Paraphysen, zudem sind die Maße nicht 1:1 mit denen von vitalen Strukturen vergleichbar.

    Allgemein ist es auch noch wichtig die Reaktion des Ascusporus in IKI (also Lugol oder Barals, nicht Melzers) zu prüfen und ob die Asci an den Basen Haken haben, was am Anfang nicht immer leicht zu beurteilen ist, aber mit Übung wird das schnell besser.


    Viele Grüße,

    Matthias

  • Hallo Andi, Pablo, Matthias,

    Ja, beim ersten Mikrofoto Baumwollblau mit Milchsäure. Das ergibt schön klare Strukturen, aber die Zellen schrumpfen. Das war mir schon klar.

    Die beiden anderen mit Eosin. Beim ersten Eosin- Foto wurden die Maße genommen. Beim zweiten ist das Eosin kaum bis zu den Sporen vorgedrungen; aber die 3 klar kenntlichen Sporen sind eher größer als die gemessenen vom andern Foto.

    Ich werde nochmal nachprüfen mit Wasser und Lugol.

    SDS ist meines Wissens ein starkes Detergens, gerne verwendet für einen Zellaufschluss. Wird das tatsächlich zusammen mit Kongorot eingesetzt?

    LG , Toni

  • Nachtrag:

    Hallo Pablo + Matthias, danke für die Bestimmung als Hymenoscyphus cf. vernus. Ich testete nochmal mit Leitungswasser und Lugol. Da passt alles, soweit ich das beurteilen kann.

    LG, Toni


    Sporen: glatt, keine Ornamente, keine Septen, kein Inhalt (Fetttröpfchen etc.), besser 9 - 12 x 3 - 5 µm


    Paraphysen: mit Struktur


    Haken: keine

    Lugol: keine oder kaum Färbung


    Ectal Excipulum: vorhanden

  • Hallo, Toni!


    Doch, das sieht sehr nach H. vernus aus. Auch der Inhalt der Paraphysen und der Sporen passt jetzt.
    Ein Ectal - Excipulum ist immer vorhanden. bei jedem Becherchen. :wink:
    Ectal - Excipulum meint die Außenwand des Apotheciums (Becher), wichtig ist nur oft, wie die aufgebaut ist.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.