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Schildrötling (Entoloma clypeatum)?

  • Fundort: Deutschland, NRW, Münsterland, Rheine, Garten

    Fundzeit: 24.5.2021

    Fotos: Markus Koschinsky


    Liebes Forum,


    diese Pilze fand ich in meinem Garten an einer schattigen Stelle, halb grasig, halb Waldboden, unter der Haselnuss, zwischen Waldmeister, Giersch, Veilchen, Buschwindröschen... ansonsten noch ein Flieder, und in ca. 6 m Entfernung ein alter (aber kleiner) Zwetschgenbaum.


    Durchmesser: ca. 4 - 8 cm

    Stiel: ca. 1 cm Durchmesser, leicht hohl, faserig.

    Fleisch: weich, weiß

    Geruch: nicht sehr auffällig, wenn ich und meine Frau da "mehlig" erkennen wollten, könnten wir das evtl. bestätigen, aber nicht gurkig. (Aber mit Gerüchen haben wir's eh nicht so...)

    Sporenpulverfarbe: rosa (fleischfarben, rötlich-braun)

    Svampe.databasen.org schlägt mir den Schildrötling (Entoloma clypeatum) vor. Diese Rötlinge sind für mich alle Neuland, aber ich finde, das passt ganz gut. Habe gesehen, dass der hier in den letzten Wochen häufiger besprochen wurde, und wenn der "ein gutes Jahr" hat, könnte er es ja auch bei mir sein (seltene Pilze finde ich nur selten... hehe...).


    Mit der Zwetschge nebenan könnte es ja passen, und die Fraßgänge sind eher ocker als rötlich.


    Was meint Ihr? Lohnt es sich, die Sporen unter's Mikroskop zu legen?


    Viele Grüße,


    Codo


  • Hallo Codo

    Schöne Dokumentation, auch wenn das Exemplar schon etwas mitgenommen aussieht 😉

    Das Sporenpulverfarbe paßt recht gut zu E. clypeatum /Schildrötling.

    Der Schlehenrötling / E. sepium hat mehr rosa SPP

    Aber ich selber kann diese nicht makroskopisch auseinanderhalten. Ich tendiere zu deiner Wahl.

    LG Andy

  • Hallo Andy,

    Das Sporenpulverfarbe paßt recht gut zu E. clypeatum /Schildrötling.

    Der Schlehenrötling / E. sepium hat mehr rosa SPP

    Interessant, das höre ich zum ersten mal. Eigene Erfahrung?


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Da sich das Fleisch beim Schlehenrötling nach Verletzungen rötlich verfärbt, ist das ein logischer und nachvollziehbarer Schluss, beim Schildrötling werden Verletzungen eher etwas gelblich.


    Herzliche Grüße aus Regen

    Frank

  • Hi,


    Hab ich das richtig verstanden? Ihr meint weil die Madengänge beim Schlehenrötling röten hat das Sporenpulver eine rötlichere Farbe? Ok, da sehe ich jetzt keine Kausalität.

    Schön wär's, dann könnte man sich in unklaren Fällen die Chemie sparen :wink:

    LG Thiemo

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  • Hallo Thiemo

    Ich meinte eher auf Grund des SPP Farbe gem. B&K geben Sie hier hinsichtlich einige Angaben an. Wie bei dem Russula, ich Zweifel nun die Angaben nicht an kann es aber auch nicht bewerten. Weil Codo so ein schönes Bild des SPP publiziert hat, habe ich es mit der Vorgabe verglichen. Aber selbstverständlich ist es nur eine Einschätzung und keine bestätigte Aussage.

    Dafür müsste man wohl das Original vorliegend haben.

    LG Andy

  • Hallo,


    Danke für die Klärung der Quelle, Andy.


    B & K hab ich nicht, aber das ist sehr interessant. Oft hängt die Farbe des Sporenpulvers vom Wassergehalt und der Frische ab. Lässt man den Abwurf einen Tag liegen, kann sich da noch einiges verändern. Besonders konstant scheint das Merkmal allerdings nicht zu sein, da ich bei all den Threads, auch im Nachbarforum und meinen Büchern nichts dazu finde. Aber: Interesse geweckt - sollte ich Beide Arten mal nebeneinander finden mache ich auch jeden Fall den Versuch. :thumbup:

    LG Thiemo

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  • Salve zusammen!


    Die Sporenpulverfarbe ist bei allen Rötlingen gleich, also schwankend je nach Reifegrad des Fruchtkörpers, Durchfeuchtung, Dichte und Dicke des Abwurfes.

    Das mit den Verfärbenden Madengängen ist leider nicht immer eindeutig. Bei Entoloma sepium kann das auch mal etwas blasser ausfallen, bei Entoloma clypeatum bei alten fruchtkörpern auch mal ins Bräunliche gehen.
    Die Chemie bleibt also wichtig (Guajak und / oder Anilin). Wobei ich schon finde, daß in vielen Fällen (nicht immer!) die beiden schon "auf Sicht" trennbar sind.


    Was ich hier ja toll finde: Die wirklich hellen, ja nahezu fast weißen fruchtkörper. Sehen die ganz jungen auch so weiß aus? Oder gar rein weiß?

    Das wäre dann unbedingt mit Entomola niphoides (Schneeweißer Frühlingsrötling, sensu E. Ludwig in PK II) zu vergleichen.

    Entoloma s(a)epium kann allerdings auch solche hellen Formen bilden.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo

    Dann stimmen somit die Angaben des unterschiedlichen SPP für die Gattung Entoloma im B&K nicht willst du damit sagen?

    Lg Andy

  • Hallo, Andy!


    Die Angaben dürften auf den Erfahrungen der Autoren beruhen - und dann eben den Unterschieden unterworfen sein, die ich oben beschrieben habe.

    Die Beschreibung will ich also in dem Fall gar nicht in Frage stellen, nur würde ich mal behaupten, daß sich daraus kein Bestimmungsmerkmal ableiten lässt.

    Mal abgesehen von meinen eigenen (rudimentären) Einblicken in die Gattung findet sich dazu auch nichts bei anderen Autoren wie zB Machiel Noordeloos (Rötlingschef & Monografieautor in Europa) oder Erhard Ludwig.



    LG; Pablo.

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