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Halsband-Schwindling?

  • Habe heute nach mehreren Regentagen im Garten unter einer Rotbuche (?) gruppenweise weiße Winzlinge gefunden. Untergrund: feuchtes Laub vom letzten Jahr, dazwischen Walderdbeeren, Reste von Löwenzahn, Klee etc.

    Hut rund, flach, weiß mit dunklem Punkt in der eingebuchteten Mitte, Durchmesser ca. 0.5 bis 1 cm. Stiel ganz dünn, fast wie Draht, direkt unter dem Hut weißlich, dann dunkelbraun metallisch glänzend. Lamellen außen weiß, nach innen beige.

    Geruch angenehm nach Pilz.

    Sind das Halsband-Schwindlinge?

    Danke schon mal

  • Hallo, Tine!


    Versuche mal herauszufinden, ob die Fruchtkörperchen an kleinen Holzstückchen, Wurzeln oder Rindenstückchen sitzen, oder eher auf Laubblättern.
    Ich würde mal vermuten, es sind kHolzstückchen und dann wäre deine Einordnung stimmig. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Habe heute nach mehreren Regentagen im Garten unter einer Rotbuche (?) gruppenweise weiße Winzlinge gefunden. Untergrund: feuchtes Laub vom letzten Jahr, dazwischen Walderdbeeren, Reste von Löwenzahn, Klee etc.

    Hut rund, flach, weiß mit dunklem Punkt in der eingebuchteten Mitte, Durchmesser ca. 0.5 bis 1 cm. Stiel ganz dünn, fast wie Draht, direkt unter dem Hut weißlich, dann dunkelbraun metallisch glänzend. Lamellen außen weiß, nach innen beige.

    Geruch angenehm nach Pilz.

    Sind das Halsband-Schwindlinge?

    Danke schon mal

    Hallo Tine,


    zuerst einmal stelle ich fest, dass du gut recherchierst hast!


    (1) Denn: Die gezeigte Art gehört zu „Marasmius Sektion Marasmius“ und dort in die Gruppe mit Kollar (*); „Fallschirm-artig“ gefurchtem , hellem Hut; Papille (Vertiefung in Hutmitte); dunklem +-zähem Stiel.


    (*) das ist ein um den Stiel ausgebildeter Ring (Kragen), an dem die Lamellen (>10) angewachsen sind.


    (2) In die engere Wahl kommen auf Artrang m.E. nur:

    (a) „Marasmius rotula“ (Halsband-Schwindling)

    .. Hutdurchmesser 4–20 mm

    • Substrat: am Boden liegenden Ästchen, Holzstückchen, Borke von Laubholz (selten Nadelholz)

    (b) „Marasmius bulliardii“ (Laubblätter-Käsepilzchen, Laubblätter-Rädchen-Schwindling)

    • Hutdurchmesser 1-10 mm
    • Substrat: auf abgefallen Laubholz-Blättern (bes. Fagus, Quercus)

    (c) „Marasmius wettsteinii“ (Nadelstreu-Käsepilzchen, Nadeln-Rädchen-Schwindling)

    ..Hutdurchmesser 1,5 -7mm

    • Substrat : Auf abgefallenen Nadeln (bevorzugt Fichte, selten Tanne o. Kiefer)


    (3) In der Populärliteratur werden beide „Käsepilz“-Arten meist nicht erwähnt oder zusammen geworfen als „Marasmius bulliardii“ (Käsepilchen) vorgestellt


    -- Ich trenne beide Arten und bin dabei in guter Gesellschaft, z.B. F. Gröger (2006), E. Horak, (2005), E. Ludwig (2001), Antonin & Noordeloos (1993), Funga Nordica (2008)


    -----------------------------------------


    Die endgültige hoffentlich begründete Bestimmung überlasse ich dir, favorisiere allerdings auf Grund des büscheligen Wachstums wie verm. Pablo auch Marasmius rotula.


    Grüße Gerd


    PS.: Auf Angabe der Lamellenanzahl habe ich verzichtet, hier laut Literatur Überschneidungen vorkommen.

  • Hallo Pablo und Gerd,

    danke für eure detaillierten Art-Infos.


    Das Nadelstreu-Käsepilzchen schließe ich aus, weil es in unmittelbarer Nähe keinen Nadelbaum gibt.


    Worauf die genau wachsen, konnte ich beim Rausziehen von ein paar Exemplaren nicht feststellen: Sie lassen sich ganz leicht rausziehen und, wie auf den Bildern zu sehen, liegen auf dem Boden sowohl Laubblätter (vorwiegend Buche) als auch kleine Ästchen. Außerdem ist der ganze Boden durchzogen von dicken und dünnen Baumwurzeln (Bild von heute: das waagrechte Teil rechts neben den Pilzen).

    Das eine Büschel ist schon am Eintrocknen, die anderen sehen noch relativ frisch aus (heute kein Regen).

    Die größten Hüte haben einen Durchmesser von 1,2 cm.

    Fundstelle ist beim Veldensteiner Forst, südliches Oberfranken.

  • Hallo zusammen,

    nach nochmaligem "Rumgoogeln" tendiere ich ziemlich eindeutig zu Marasmius rotula wegen:

    - angewachsener Lamellen

    - Hutdurchmesser teilweise > 1 cm

    - Verwurzelung nicht an Blättern, sondern scheinbar in der Erde, zwischen Laubästchen, -wurzeln und -blättern.


    Bin gespannt, wie ihr das seht.


    LG, Tine

  • Gerade noch mal nachgeschaut: Ein Büschel wächst tatsächlich direkt auf einer Wurzel.



    Kann man damit eindeutig davon ausgehen (unter Beachtung von allem, was bisher geschrieben wurde, klar), das es sich um Marasmius rotula handelt?


    Sorry, dass ich nicht gleich genau geguckt habe.


    LG, Tine

  • Hallo, Tine!


    Ja, genau. Mit dem vorhandenen Kollar und dem Wachstum auf holzigem Substrat (Wurzeln, Ästchen, Rinde etc.; aber eben nicht Laub oder Nadeln) muss das schon der Halsband - Schwindling sein, wie auch Gerd es oben beschrieben hat. :thumbup:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.


  • Hallo Tine,


    deinen Fund kannst du als bestimmt (---> "Halsband-Schwindling" , Marasmius rotula) abhaken.


    Und die Begründung hast du mit "Wachstum auf Holz, und Hutgröße teilweise >bis 1,0 cm" ja mitgeliefert.


    Danke, dass du diese Merkmale nachgeliefert hast.


    Grüße Gerd

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