Hallo, Besucher der Thread wurde 806 mal aufgerufen und enthält 12 Antworten

Was könnte das werden?

  • Hallo zusammen,


    auch diesen hier haben wir gesehen.


    Fundort: gleicher Wald wie in dem anderen Thread, Stumpf, vermutlich Buche,

    Konsistenz: fest,

    Geruch: pilzig,


    Faszinierend sind die Wassertropfen. Sieht immer wieder hübsch aus.








    Ich wüßte auch gerne seinen Namen. Danke .




    Grüße von




    der Murmel

  • Hallo Murmel,


    so sehen (beachte die altrosa Farbe) sehr junge


    "Rotrandige Baumschwämme" (Fomitopsis pinicola)


    aus.


    De n penetrant säuerlichen Geruch haben bereits Exemplare in diesem Stadium; der "Bruzeltest" funktioniert aber (Huthaut noch zu weich) noch nicht und Guttationstropfen sind ja auch fast normal.


    Grüße Gerd

  • Hallo, Murmel & Gerd!


    Stimmt schon alles, aber in diesem Fall denke ich, daß das eher ein Getropfter Saftporling (Oligoporus guttulatus / Postia guttulata / etc) ist.

    Der riecht auch mal streng in dem Entwicklungsstadium, das Fleisch der Art rötet, was dann eben auch zu einem solchen Farbspektrum wie hier führt, die Guttationstropfen sehen ganz ähnlich aus wie die vom FomPini (Rotrandschwamm, Fomitopsis pinicola).

    Morphologisch ist das nicht leicht zu erklären, warum der hier eher so aussieht (Gesamteindruck aus vielen eigenen Funden) wie ein Getropfter Saftporling - die Fruchtkörperform spielt eine Rolle, die Anordnung und unregelmäßige Größe der Tropfen und der Verlauf der rosarötlichen Farbschattierungen.
    Vielleicht einfacher nachzuvollziehen: FomPini bevorzugt frischeres Holz, am liebsten noch berindet und wenig bis mäßig zersetzt. Aus einem durchaus stark morschen (ende optimal in diesem Fall) kann FomPini nicht mehr genug Energie zur Fruchtkörperbildung gewinnen. Oligoporus guttulatus dagegen mag genau solches, stärker vermorschtes Holz am liebsten. An einem Stumpf wie diesem hier könnte man sogar schon Ohrförmige Seitlinge vorfinden, aber kaum jemals noch Fruchtkörper von Rotrandigen. :wink:



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Guten Morgen zusammen,


    also das heißt jetzt für mich: Ich werde ihn beobachten, wie er sich entwickelt. Der Stumpf hatte mehrere Fruchtkörper. Bestimmt 6-7. Und vor allen Dingen den Stumpf besser fotografieren.

    Ich danke Euch für Eure Einschätzungen. Ich fand ihn schon auch so anders als den Rotrandigen.Irgendwie.

    Es gibt sooooo viel zu entdecken für mich.



    Murmel

  • Da bin ich auch gespannt, was sich hier entwickeln wird. Danke Murmel für Folgeaufnahme.... 😉

    LG Andy

  • MoinMoin!


    Ach, das hatte ich in der Tat überlesen: Rotbuche wäre wirklich sehr ungewöhnlich für Oligoporus guttulatus. Das Holz oben auf deinen Bildern sieht aber ganz und gar nicht wie Rotbuche aus. Vom Aussehen und verwitterungsverhalten her würde ich das auf jeden Fall für Nadelholz halten. Welches, spielt für den Getropften Saftporling keine Rolle, bei mir in der Gegend sitzt der meistens an Kiefer (weil es mehr Kiefern als Fichten gibt), auch an Douglasie hatte ich schon mal einen Fund.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.


  • Hallo Pablo,


    zu deinem Vorschlag kann ich nix beitragen, da diese Art im Ulmer Raum noch nicht nachgewiesen wurde und ich sie noch nie in der Hand hatte.


    - Dennoch kann ich nach nochmaliger Prüfung der Bilder "Fomitopsis pinicola" (den Rotrandigen) ausschließen, da diese Art eine Braunfäule erzeugt, auf den Bildern aber deutlich eine Weißfäule zu erkennen ist... Ein weiteres Merkmal gegen meinen Vorschlag ist die Färbung der Guttationstropfen, die beim Rotrandigen wasserklar und nicht rötlich gefärbt sind.


    Grüße Gerd

  • Hallo zusammen,


    es gibt neue Bilder vom Baumpilz.


    Erst mal der Stumpf:





    Kann man da jetzt das Substrat besser erkennen? Oder ist es schon zu sehr verrottet?


    Dann der Pilz selber:






    Ich finde, er sieht ganz anderes als das letzte mal. Oder ist das als Normal anzusehen?


    Und in diesem Wald steht er. Ganz ehrlich, ist das nicht ein herrlicher Wald?





    Aber mein persönliches Highlight ist das:




    Und wie man sieht, sind die Sträucher voll von den Heidelbeeren. Jetzt sollte es nicht mehr allzulange dauern, bis die Blaubeeren in den Farmen reif sind. Darauf freue ich mich jetzt schon das ganze Jahr über.


    Und, ich freu mich auf Eure Meinungen.


    Grüße




    Murmel

  • Hallo Murmel

    Auf jedenfall kein Rotrandiger mehr, dass isch ein Saftporling wie von Pablo erkannt.

    Danke das du nochmals den Fundort aufgesucht hast.

    Und ja ein herrliches Waldstücke, bei mir sieht nach dem letzten Hagel alles klein gehackt aus, leider....

    LG Andy

  • Hallo zusammen!


    Ja, die neueren Bilder dürften die Einordnung bei Oligoporus guttulatus nochmal unterstreichen...

    ...junge Fruchtkörper sind allerdings auch nicht immer einfach zu erkennen, aber Gerds Erläuterungen enthalten schon die wesentlichen details. :thumbup:


    Ein paar Bilder von Oligoporus guttulatus kann ich noch anbieten:






    LG, Pablo.

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  • Hallo zusammen,


    heute waren wir wieder bei unserem getropften Saftporling. Und er hat sich entwickelt. Und wie.





    Der Baumstumpf ist so voll davon. Und wenn ich mir so die Nadeln auf dem Boden anschaue, meine Güte, wo hatte ich meine Augen da bloß? Jetzt kann mir einen Nadelbaum doch besser vorstellen.

    Danke Pablo fürs erkennen.




    Grüße




    Murmel

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