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Röhrling im Park- Steinpilz? Blau im Anschnitt? Neue Bilder

  • Was kann das für ein Pilz sein? Fundort unter Esche. Festes Fleisch wie Steinpilz. Könnte ein Netz am Stiel sein. Geschmack nicht bitter. Nicht verblauend. Im Anschnitt rosa, wird nach einiger Zeit wieder weiß. Von der Farbe passt am besten Kiefernsteinpilz.

  • Hoi Gogo, egal was es für Pilze (Röhrlinge) sind, ich rate dir vom Verzehr ab, wenn du keine Lebensmittelvergiftung riskieren willst. Sie sehen schon ziemlich alt aus (riechen sie denn noch frisch?)


    Grüsse Martin

  • Hallo Gogo,

    das sind keine Steinpilze, sondern irgendwelche Filzröhrlinge, mutmaßlich aus der Ziegenlippenverwandtschaft (Gattung Xerocomus), die sich aber so nicht auf die Art bestimmen lassen - einfach zu wenig Dateninput.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Gogo

    Hat den Titel des Themas von „Röhrling im Park- Steinpilz? Rosa im Anschnitt?“ zu „Röhrling im Park- Steinpilz? Blau im Anschnitt? Neue Bilder“ geändert.
  • Hallo,

    war heute wieder im Park und habe nochmal ein paar Pilze geholt.

    Im Umkreis stehen außer der Esche, Sommerlinde, Ahorn und Stieleiche.

    Nach anfänglich rosa Färbung werden sie blau im Anschnitt. Die Röhren verfärben nicht auf Druck.

    Der Stiel hat definitiv keine Netz, eher vielleicht noch Punkte, könnte aber auch von Würmern sein. Außerdem ist er bei allen drei Pilzen aufgesprungen, vielleicht vom Regen?

    Riechen tun sie sehr aromatisch pilzig.

    Samtige Oberfläche, sehr fest.

    Falls Ihr noch ein Merkmal braucht, nur her damit! Ich würde wirklich gerne wissen, was das ist.

  • Also ich bin da für Butyriboletus subappendiculatus

    Flascher Anhängselröhring

    LG Andy

  • Hi.


    Ich wäre bei Hortiboletus engelii oder H. bubalinus. Schnittbilder bitte immer mit natürlichem Licht machen.

    Hortiboletus bubalinus hat eigentlich meistens einen ausblassenden Hutrand und keine karottenroten Punkte in der Stielbasis, aber das Röten würde besser passen.


    Keine einfache Kollektion, mal schauen was Pablo meint.


    LG.

  • Guten Morgen zusammen,


    ich geh mit Schupfnudel mit.


    An dem einen Stiel meine ich dieses Rot zu sehen. Der auf dem letzten Bild auf 3.00 zu sehen ist. In der Stielbasis. Aber bei den anderen?


    Filzröhrlinge, kein einfaches Gebiet. Pablo weiß da sicherlich mehr drüber.




    Grüße




    Murmel

  • Hi,

    Am Stiel ist weder rot noch gelb zu sehen. Deshalb würde ich alle Vorschläge ausscheiden bis auf Hortiboletus engelii. Wobei hier die Röhren am Stiel nicht so gut passen und der Pilz sieht mir eher weich aus.

    Am besten passt tatsächlich Lanmaoa.

    Übrigens wir haben basischen Boden und es sind keine Nadelbäume in der Nähe.

    Ich bin gespannt, was ihr meint!

  • Hallo zusammen,

    zumindest eines der Exemplare hat karottenrote Punkte in der Stielbasis, vgl. das erste Schnittbild-Foto. Daher ist mein Favorit Hortiboletus engelii (Eichen-Filzröhrling). Eichen gibt es ja anscheinend am Fundort.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • MoinMoin!


    Das ist schon einer der "Gartenröhrlinge" (Hortiboletus, gehört aber zu den Filzröhrlingen im weiteren Sinne).

    Die Farben der Stieloberfläche sind bei fast allen Filzröhrlingen ziemlich variabel, ebenso wie die Farben des Hutfilzes, da können fast alle Arten sowohl mit als auch ohne Rottöne daher kommen.

    Der Eichenfilzröhrling (Hortiboletus engelii) benötigt nicht zwingend Eichen als Mykorrhizapartner. Da gehen auch andere Laubbäume wie Rotbuche, Hainbuche, Linde, Esskastanie - ev. auch der eine oder andere Nadelbaum. Auch der Bubalinusröhrling (Hortiboletus bubalinus) mag Eichen sehr gerne als Mykorrhizapartner (ist in dem Punkt aber ebenfalls nicht festgelegt).

    Das Problem hier bei diesem Fund ist Folgendes: Hortiboletus engelii und Hortiboletus bubalinus sind oft schwer morphologisch zu unterscheiden.

    Seit einigen Jahren keimt bei mir auch der verdacht, daß es da eine weitere Art geben könnte, die so ein bissel dazwischen steht, aber noch nicht beschrieben ist.
    Der hier vorgestellte Fund entspricht ja ziemlich genau diesem Pilz:




    ...und das ist für mich momentan "Hortiboletus spec.", weil einerseits bei meiner Kollektion die karottenroten Minipünktchen in der untersten Stielbasis bei allen untersuchten Fruchtkörpern fehlten, das Hutfleisch im unteren Teil deutlich blaut und darüber aber rosa durchfärbt ist (bubalinus - Merkmale), dagegen aber die Sporen (gemessen aus Abwurf des ausgereiftesten fruchtkörpers) weit entfernt sind von dem, was H. bubalinus eigentlich so als Quotient (Länge:Breite) zu bieten haben sollte bei vergleichbar reifen Fruchtkörpern. Dagegen das im unteren Stieldrittel vor allem bei reiferen Fruchtkörpern bräunlich durchfaserte Fleisch (kann blass gelbbraun, aber auch rötlich oder ockerlich sein) gibt schon wieder einen leichten Ausschlag richtung bubalinus, die Hutfarben wiederum richtung engelii...

    Das alles ist hier ziemlich ähnlich.
    Bei den morphologischen Merkmalen gibt es die Schwierigkeit, daß sich die Variationsbreite nahezu jedes merkmals der beiden Arten in einem gewissen Bereich überschneiden. Oft hat man vom Gesamterscheinungsbild her (Summe aller merkmale) eine gute Bestimmungsmöglichkeit, aber eben nicht immer. Auch die Sporen, insbesondere den Quotienten darf man für die Bestimmung nicht überbewerten, denn wie bei nahezu allen Röhrlingen sind die abgeworfenen Sporen von nicht voll ausgereiften Fruchtkörpern im Schnitt kürzer. Das gleiche Problem tritt ja auch zB bei der Untescheidung von Suillellus luridus und Suillellus mendax auf.


    Grundsätzlich kann man bei solchen Funden auch "Hortiboletus engelii s.l." oder "Xerocomus communis s.l." dran schreiben, und dabei Hortiboletus bubalinus und eventuell weitere, nicht beschriebene Arten mit einschließen.


    Idealausprägungen von Hortiboletus bubalinus wäre sowas hier:







    Hortiboletus engelii dagegen idealerweise so:







    Und der Vollständigkeit halber, die dritte heimische Art aus der Gattung, das wäre der Blutrote Röhrling (Hortiboletus rubellus), der typischerweise vor allem bei jungen fruchtkörpern durch ein völlig anderes Farbspektrum und oft schlankere, schmalere Fruchtkörper mit noch leuchtender gelben Röhren sowie gar nicht oder nur schwach längsbefaserter und mehr beflockter Stieloberfläche auffällt:







    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Griaß eich,



    In Heft 27 der ÖMG publiziert,


    81-303Klofac, W., Krisai-Greilhuber, I.Revised key for the determination of fresh collections of European species of Boletales with tubulate hymenophore

    Überarbeiteter Schlüssel zur Bestimmung von Frischfunden europäischer Arten der Boletales mit röhrigem Hymenophor abstract pay-pdf (published online 8. February 2020)



    lgpeter

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