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Verblassender Birken-Täubling - Russula exalbicans

  • Hallo, :)


    es wird mal wieder Zeit für ein kleines Täublings-Porträt. Und das funktioniert auch mal ohne Mikroskop!

    Hier finden wir rothütige Täublinge, die jedoch teils stark ausgeblasst, manchmal auch nahezu weißlich bis gelbweißlich sind.




    Habituell sind die meisten Fruchtkörper mittlerer Größe, und dabei weder auffällig fest noch extrem zerbrechlich. Eine Ausnahme bildet der Stiel, der kaum ein Entnahme ohne dabei zu brechen zulässt.

    Die Stielrinde einiger Exemplare zeigt eine Tendenz zur Grauverfärbung.




    Am Fundort kommen als Mykorhizzapartner ausschließlich Birken in Frage.

    Der Geruch ist unauffällig. Die Geschmacksprobe ist scharf, jedoch erträglich, so dass es nicht zum ausspucken reizt. Noch viel überraschender ist die schnell nachlassende Schärfe beim weiteren Kauen.
    Mit den hervorgehobenen Merkmalen wäre auch schon eine starke Vermutung da, um was es sich handeln könnte: Den Verblassenden Birken-Täubling Russula exalbicans.

    Kontrolle ist besser: Guajak-Tinktur, reagiert sehr zögerlich, nahezu negativ.
    Sporenabwurf zeigt einen Tag später, dass es sich um einen Ockersporer IIIb handelt. Damit wären schon mal alle Spei-Täublinge (mit weißem Sporenpulver) draußen. Gerade der Birken Spei-Täubling wäre ein ähnlicher, ausblassender Kandidat, welcher normalerweise aber sehr scharf schmeckt.




    Rote, scharfe Ockersporer gibt es unter Birken oder Nadelbäumen. Die unter letzteren vorkommenden "Säufernasen" Sardoniae kann man also ausschließen. -> Exalbicantinae
    Die restlichen Arten dieser Gruppe (Zierlicher Birken-Täubling Russula gracillima, neuerdings auch der Schwachfleckende Täubling Russula persicina) zeigen ein helleres Sporenpulver, sind also Cremesporer und scheiden ebenso aus.

    Somit bleibt nur der Verblassende Birken-Täubling Russula exalbicans übrig.

    Mikroskopisch fallen übrigens die länglichen Sporen auf.

    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hi Thiemo, schönes Portrait auch für mich als Täublingslaie gut nachvollziehbar.


    Hätte ich die Tage mal gebraucht, denn den hatte ich die Tage mal als Verdacht, mich aber gewundert, dass bei meinem Fund keine Birke da war. Das Sporenpulver war dann auch zu hell wie du auch schreibst, also war's auch was anderes (R. persicina s.l.).


    Sammelst du die Sporenpulverabwürfe als Referenz?


    Lg.

  • Hey,


    Sammelst du die Sporenpulverabwürfe als Referenz?

    Ja, dann kann man sich die Sporen jederzeit wieder anschauen. Die Farben verblassen nach mehrern Monaten leider auch bei lichtgeschützer Lagerung etwas. Als verlässliche Referenz kann man die somit nur eine Saison nutzen.

    Bei Verdacht auf Russula persicina wäre die Frage ob da etwas gegilbt hat? Bei Nadelbäumen und Laubbäumen in der Nähe wird's schwierig, müsste man auch an R. sanguinaria abklären. Letzterer schmeckt tendenziell bitter und mäßig scharf zugleich.

    LG Thiemo

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  • Ja, dann kann man sich die Sporen jederzeit wieder anschauen. Die Farben verblassen nach mehrern Monaten leider auch bei lichtgeschützer Lagerung etwas. Als verlässliche Referenz kann man die somit nur eine Saison nutzen.

    Ah, das ist natürlich schade, das wäre super praktisch gewesen. :(


    Bei der Artengruppe um R. persicina herrscht wohl etwas Chaos habe ich mir von einem der führenden Täublingskenner sagen lassen. Die Gruppe ist in Bearbeitung und momentan ist wohl noch unklar, wer da was korrekt beschrieben hat, aber da muss man das entsprechende Paper abwarten, an dem eben gearbeitet wird. Momentan ist da noch nichts spruchreif, deshalb wurde ich auch gebeten da noch keine Infos weiter zu verbreiten. Wenn aber selbst mein Russula-Joker die Art momentan nicht bestimmen kann, brauche ich da nicht groß dran rumwurschteln. :P Aber wer was aus der R. persicina Gruppe findet, kann ja mal im Hinterkopf behalten, dass es da Klärungspotential gibt und dementsprechend Belege anfertigen zum späteren Abgleich, wenn das Paper erscheint.


    Russula sanguinaria kann ich aber immerhin an Hand des Habitates bei meinem Fund ausschließen. Das war ein ehemaliger Tagebau mit Pappel, Eiche, Linde und Hainbuche ohne jegliche Nadelbäume und dort ist's auch nicht gerade sauer.


    LG,

    Schupfi

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