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Laccaria proxima oder laccata

  • Liebe Pilzfreunde


    Ich frage mich seit 2 Jahren ob unsere Sandkasten-Lacktrichterlinge, die jeden Herbst zuverlässig gedeihen, die braunroten oder die rötlichen von der Art her sind.


    Ich denke eher die braune Version, wollte aber noch eure Erfahrung hinzuziehen.


    Warum sie auf Rasen wachsen habe ich 2 Theorien: Das Myzel entsprang vom Sandkastenholz oder unsere Gartentanne ist dafür verantwortlich.


    1. exemplar von diesem jahr (gestern gesehen):


    2. exemplare vom Oktober 2020:


    Grüsse Martin

  • Hallo, Martin!


    Alle Arten der Gattung Laccaria sind Mykorrhizapilze. Also kann das gut sein, daß die zur Tanne gehören bzw. mit dieser eine Partnerschaft bilden.

    Zur Art: Laccaria proxima ist das eher nicht, die bildet noch kräftigere Fruchtkörper mit grob braun befaserten Stielen und meistens schuppigen Hüten aus.
    Laccaria laccata ist äußerst unwahrscheinlich, denn das ist eine extrem seltene Art - die allerdings nur mikroskopisch (elliptische vs. runde Sporen) von der extrem häufigen und quasi omnipräsenten Laccaria pallidifolia (= Laccaria affinis = Laccaria tetraspora = Rötlicher Lacktrichterling = Blassblättriger Lacktrichterling).

    Bei deinem Fund wäre mit den blass violetten Lamellen und dem kröftigen Stielbasisfilz (ist der bei jungen, frischen fruchtkörpern violett?) übrigens als erstes an Laccaria bicolor (Zweifarbiger Lacktrichterling) denken.



    Lg; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • danke für euer Feedback.


    den violetten farbton ist mir gar nicht aufgefallen, obwohl ich alle diese Pilze live in der Hand hatte.


    Zusätzlich war mir der leichte Anisgruch aufgefallen, und zwar bei allen Exemplaren. Geschmack pilzig mild wie bei allen Laccaria... Darf der eigentlich roh verzehrt werden? Die Literatur bevorzugt die 'Lagerung' in Essig.


    Ich werde nun weitere Beobachtungen einplanen, um die Stielbasis zu untersuchen. Weitere Fruchtkörper werden wohl in den nächsten Tagen und Wochen gedeihen.


    Grüsse Martin

  • Servus!


    Zumindest der Lila Lacktrichterling ist ein Arsensammler. Wie das bei den anderen Arten aussieht, kann ich nicht sagen.

    Aber in großen mengen werden die eh nicht verzehrt - in geringen Mengen sollten Lacktrichterlinge zumindest nach ausreichender Garzeit wenig bedenklich sein.

    Auch bei allen als "roh essbar" eingeordneten Pilzen sollte man sich klar machen, daß man sie nur in geringen Mengen roh verzehren sollte.

    So gut wie alle Pilze enthalten "blutzersetzende" Stoffe und zudem einen Haufen wirklich schwer verdaulicher Eiweißverbindungen. Beides wird durch Erhitzen zumindest reduziert, so daß bei gut gegarten Mahlzeiten seltener Probleme auftreten als beim Rohverzehr.


    Der anisartige Geruch hier wird wohl nicht artspezifisch sein. Normalerweise riechen die zweifarbigen lacktrichterlinge (wie die anderen Arten der Gattung auch) "unspezifisch - variabel".



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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