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Gestielter Zaunblättling

  • Heute habe ich das ruhige Wetter genutzt und einen neugierigen Ausflug durch einen moorigen Wald gestartet. Da das viele Laub nicht mehr die Äste versteckt, treten wundersame Konstruktionen zutage, wie dieser Korkenzieherhasel.


    Nach einer Weile und vielen Trameten und einem Stacheling, machten mich einige Lamellenpilze stutzig, die deutlich gestielt waren. Normalerweise kenne ich die optisch nur konsolenartig an den Stümpfen als Blättlinge. Sollte ich mich irren ? Also zunächst erst mal fototechnisch die Wuchsform dokumentiert.


    Nun einen Pilz am Stiel gekappt und unter das Röckchen geschaut. Und siehe da, der Stiel dürfte eigentlich nicht vorhanden sein. Die Pilzliteratur lügt uns regelmäßig etwas vor und in diesem Fall sogar ziemlich heftig.
    Laut Lamellenanzahl, Lamellenstruktur und Spornfarbe am Lamellenansatz ist es eindeutig ein Zaunblättling...mitten im Wald an einem übermoosten Fichtenstämmchen. Kein Zaun oder Pfosten weit und breit und schon gar keine konsolenartige Wuchsform. Für mich wieder eine neue Erfahrung.


    Die Fruchtkörper hatten einen Durchmesser bis 3 cm.

  • Hallo Rudi,


    beim Betrachten des 1.Fotos schoss mir Herber Zwergknäuling sofort ein, Harry war schneller und er hat Recht.


    Viele Grüße

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Den hatte ich nicht im Blick, weil bei meinen Pilzen die Lamellen deutlich am Stiel weit herablaufen... wie bei der Herbsttrompete.
    Und nicht randig enden, wie bei den Knäuelingen.
    Die Ähnlichkeit ist aber nicht abzustreiten. Den Herben Zwergknäueling habe ich wissentlich noch nicht gesehen.
    OK. Nachdem ich das Teil wieder aus dem Mülleimer gesucht habe :sick:, habe ich das Supermakro von der Kamera eingeschaltet. Nun sind auch die klumpigen Zystiden an den Lamellenschneiden zu sehen.
    Also doch ein Herber Zwergknäueling.


    Mit bloßem Auge sind noch nicht einmal die felderigen Risse auf der Huthaut zu erkennen, dann sieht alles sehr samtig aus.
    Todesmutig habe ich ein Stückchen gekostet. Es schmeckt tatsächlich nach Pfeffer, ohne scharf zu sein.

  • Hallo Rudi, ständig lerne ich dazu. Hatte mich nie mit Pilzen beschäftigt.
    Nun, wo ich ganz scharf auf jeden Pilz bin, was ich wohl gefunden habe, sehe ich, wie schwer es ist, eine richtige Bestimmung vorzunehmen. Ihr habt schon soviel Fachwissen und wisst, auf was man noch schauen kann.
    Die Bilder sind super. Habe dazu eine Frage. Du schreibst, dass Du das
    Supermakro zugeschaltet hast. Das heißt, ist in die Kamera integriert?
    Kein extra Objektiv?
    Wie sich der Ast so verdreht hat, beim Wuchs? Ich habe eine Korkenzieher-Hasel vor der Haustür stehen.

    Viele Grüße Fred

  • Naja, die Art hat sich beim Wuchs nur so verdreht, weil sich Jelängerjelieber - Wald-Geißblatt darum gewickelt hat - bei mir war es eine junge Rotbuche. In meinem "Urwald" hab ich grad vorgestern auch ein paar nette Exemplare davon gefunden:

    Der Korkenzieherhasel ist ja so eine genmanipulierte Züchtung.
    Liebe Grüße aus der Lüneburger Heide von Maike

  • Das Wald-Geißblatt ist bei meinem Bild am gleichen Ast, aber weiter links zu sehen. Die Stelle merke ich mir... vielleicht ergibt das mal einen schönen Wanderstock. Ist zwar ein Naturschutzgebiet, aber dort wütet regelrecht die Holzwirtschaft mit schwerem Gerät. Vom Wald ist stellenweise kaum noch etwas zu erkennen, gleicht eher einer Panzerspielwiese. Meine schönen Steinpilzecken sind wohl Geschichte.
    Im Garten habe/hatte ich auch solch einen veredelten Hasel. Dort sind aber die Originaltriebe durchgeschossen, so dass ich zwei Typen an einem Stamm besitze. Demnach ist Fred seiner ziemlich gut durchgekommen.
    Meine japanische Korkenzieherweide hat der Sturm umgelegt, weil sie kurzstämmig aber sehr ausladend war. Ist auch gut so, denn auf die Exoten stehe ich nicht.


    Ja, Fred, das Supermakro ist ein Unterprogramm zum Makro. Das nutzt die 30-fache Vergrößerung vom maximalen Telezoom. Der Schärfebereich ist dann sehr begrenzt. 2 cm weiter ist schon unscharf und der Herzschlag lässt ein Bild verwackeln. Das erste Bild ist ein normaler Autofokus, wobei ich darauf achten musste, dass der rechte Ast nicht als Ziel fokussiert wird. Dabei werden die Bildränder nämlich auch berücksichtigt.
    Die folgenden zwei Bilder sind mit dem Makro-Modus aufgenommen. Bedeutet: die Schärfe ist im Zentrum und der Hintergrund bzw. die Seiten treten zurück. Dabei gibt es noch eine Extraeinstellung, die alles, was nicht im Zentrum ist, weich zeichnet. Eine sogenannte Freistellung.
    Ist schon ein nettes Spielzeug.
    Beispiel: Der Glanzkäfer ist nur 8 mm groß

  • Hallo Rudi, so stelle ich mir super Bilder vor.Wie heißt Deine Kamera?
    Ich habe ja nun die
    Nikon D 5100, mit einem 18-55 mm 1:3,5-5,6 G Objektiv. Bisher muß ich sagen, dass ich garnicht zufrieden bin. Ich hatte extra im Laden gesagt, dass ich gern Makroaufnahmen machen möchte. Der Verkäufer war hin und weg und sagt, dass ich auf Knien ins Geschäft käme und mich bedanken würde, was die Kamera für Aufnahmen macht. Nun habe ich die Kamera noch nicht ganz im Griff, weil 1000 Einstellungen möglich wären.
    Habe mal eine Nahaufnahme gemacht. 25 cm entfernt, aus der Hand
    fotografiert. Habe kein Tier gefunden. So mußte der "Schmetterling" herhalten.
    Ich setzte sie vielleicht wieder ab. Was aber dann kaufen?
    Gruß Fred

  • Du hast ja erst das Trägermodell, welches für schöne Wald- und Wiesenaufnahmen und Familienpartys perfekt ist. Für Makros noch völlig ungeeignet. Das liegt an der nikontypischen Rauschunterdrückung bis in den ISO 100 Bereich. Das Bringt dann nur noch eine Detailtreue von bestenfalls 67 % zustande. Kleine Häärchen werden als Störpixel einfach ignoriert. Eigentlich Unsinn, denn ein Bildrauschen fängt bei jeder guten Kamera erst ab ISO 800 deutlich an.
    Jetzt benötigst Du ein spezielles Makroobjektiv was für gut 700 € zu haben ist, um das auszugleichen. Für gute Landschaftsaufnahmen dann noch ein Weitwinkelobjektiv für 500 €, damit sich die Schärfe nicht an der Flechte im rechtsobigen Bereich festbeisst. Vielleicht noch ein Supertele-Zoomobjektiv AF-S Nikkor 200-400mm mit zusätzlichen Zoomkonverter für gut 5000 €. Und einen Caddie, der Dir das Zeug hinterherträgt.
    Das sind alles Schnäppchenpreise... teurer geht immer.


    Meine Kamera ist eine Fujifilm Finepix HS20EXR. 30× optischer Zoom mit Brennweite 4,2 mm – 126 mm (Kleinbildäqivalent 24 mm – 720 mm), Blende F/2,8 (Weitwinkel) – 5,6 (Tele). Diesen mächtigen Zoom kannst Du nur mit der oben aufgeführten Konstellation übertreffen (Rohr 12 cm Durchmesser und 50 cm lang) bei 4 kg Gewicht. Weil beim Zoomen die Pixelzahlen arg zurückgehen.
    Detailtreue bei ISO 100 85 %, bei ISO 200 - ISO 400 schon über 90 %.
    Damit sind Makroaufnahmen bis 3 m kein Problem (5 m bei Zoom). Besser geht es nur mit speziellen Makroobjektiven.


    Die Ränder deines Schmetterlings sind wirklich nicht scharf, aber ich finde auch meine Bilder nie perfekt.

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    Einmal editiert, zuletzt von Rumpelrudi ()

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