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Tremella mesenterica?

  • Hallo zusammen,

    Diesen Pilz habe ich Ende Dezember an liegenden, toten Ästen eines Laubbaumes gefunden. Der Durchmesser beträgt ca. 4-5cm. Der Pilz ist gallertähnlich und verhält sich beim Anstupsen wie Wackelpudding. Die Äste lagen neben einem Radweg. Es gibt im Umfeld einige Sträucher und Bäume, die den Weg säumen, ansonsten Wohn- und Industriegebäude. Handelt es sich um den Goldgelben Zitterling? Vielen Dank, Caro

  • Hallo Caro

    Den würde ich auch so nennen, ein Interessenten Pilz mit dieser Gummibärchen Konsistenz.

    Ein richtiger Farbtupfer.

    BG Andy

  • Mooment!

    Hallo Karo, so schnell geht das nicht. Der Goldgelbe Zitterling, der wächst gerne an Eiche, aber da gerne an dünneren Ästchen. Dieser Bär hier könnte genauso gut der Tremella aurantia sein, der Gelbe Schichtpilz-Zitterling. Der schmarotzt an Schichtpilzen und ist nur mikroskopisch zu entlarven, wenn man den Schichtpilz nicht offensichtlich sieht.


    LG Rigo

  • Hallo Caro,

    da du dich offensichtlich für Heterobasidiomyceten ("Glibberzeugs") interessierst, sei dir das zweibändige Werk von LASSOE/PETERSEN, Fungi of Temperate Europe, empfohlen. Vor ein paar Monaten gabs das noch im Handel zu kaufen, hoffentlich jetzt auch noch. Dieses Werk besticht durch die enorme Artenfülle und sehr nachvollziehbare Gliederung. Es wird dir kaum passieren, dass du etwas findest, das darin nicht beschrieben ist. Es ist halt auf Englisch.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Caro,

    das Fungi of Temperate Europe kann ich auch empfehlen. Super Aufnahmen. Sehr schöne Übersichts-Seiten mit Sporengrößen-Skizzen. Zuverlässige Angaben. Eher was für den fortgeschrittenen Hobbyisten.

    Aber immer nur ein oder mal zwei Fotos pro Art. Dann die Beschreibungen in Fließtextform. Und halt Englisch, da gibt es Ausdrücke, die man nicht einmal im Übersetzungsprogramm findet.

    Besser ist da die App 123Pilze mit sehr vielen Fotos pro Art (auch wenn etliche fast redundante Fotos dabei sind). Der Text ist übersichtlich in Tabellenform. Es gibt einen Klick zur Weiterleitung auf Google-Bilder. Es gibt auch eine Druckversion in 6 Einzelbüchern.

    Die meisten guten Standardwerke sind vergriffen.

    LG, Toni

  • das Fungi of Temperate Europe kann ich auch empfehlen. ...

    Besser ist da die App 123Pilze ...

    Das dürften geschätzt 90 % der Hobbymykologen anders sehen, wenn man die vielen Verrisse der 123-App bedenkt.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo Stephan,

    wie gesagt, die meisten ausführlichen Monographien sind vergriffen. Im Antiquariat kann man z.B. für die "Pilze der Schweiz" tausend € ausgeben, wenn man sie denn überhaupt noch vollständig bekommt. Bei den englischsprachigen Pilzbüchern weiß man aber immer noch nicht den deutschen Namen. Also schaue ich dann bei 123Pilze nach. Zudem hat die 123P-App den Vorteil, immer die aktuellen lateinischen Namen, zusammen mit allen Synonymen aufzuführen, zudem Fotos in allen Altersstufen. Bei den Büchern stehen evtl. nur die vormaligen lateinischen Artnamen; und die ändern sich ja laufend. Bei "Fungi .." gibt es eine Liste mit den Art-Epithetons, das ist genial, da sich diese weniger oft ändern als der jeweilige Gattungsname. Natürlich hat die App manche Schwächen - gelegentlich falsche Angaben, falsche Bilder, schlechte Fotos, fast identische Fotos ..., Aber bei der Kauf-App kann jeder sich mit einem Weiterleitungsklick melden und zur Verbesserung beitragen. Einige Mängel sind für mich nicht verwunderlich und akzeptabel bei der Fülle von Daten und Fotos. Ich betrachte die App als Ergänzung und nicht als Universal-Bestimmungshilfe.


    Deine Kritik in Ehren, aber mache bitte einen besseren Vorschlag.


    Übrigens, für den Anfänger würde ich zu dem Buch von Rita Lüders "Grundkurs Pilzbestimmung" raten. Da sind die häufigsten Pilze abgebildet und zudem wird eine Fülle von Grundlagenwissen gelehrt. Der Profi mag die Nase rümpfen; ich urteile aus der Sicht des Amateurs, und dies war die Anfrage.


    Nichts für ungut, Toni

  • wie gesagt, die meisten ausführlichen Monographien sind vergriffen. Im Antiquariat kann man z.B. für die "Pilze der Schweiz" tausend € ausgeben, wenn man sie denn überhaupt noch vollständig bekommt.

    Sind alle beim Verlag vorrätig und bestellbar, da braucht's kein Antiquariat. Ist aber natürlich schon etwas betagt, aber aktuelle Entwicklungen muss man ohnehin fast immer nochmal individuell nachrecherchieren.


    Was 123pilze angeht sind mir persönlich die Fehler zu zahlreich und ich muss jedes mal hinterfragen ob das was da steht so korrekt ist. Ich nutze die Website gerne um schnell eine Idee abzugleichen, aber letztlich muss man hinterher doch noch mal in lektorierten Werken nachschlagen. Die vielen Bilder sind ohne Zweifel praktisch, aber es nützt mir nichts, wenn ich die Authentizität der Bestimmungen nicht nachvollziehen kann. Liegt halt auch daran, dass oft auf gemeinfreie Bilder zurückgegriffen wird, die aber gerne dann auch mal von anderen Kontinenten stammen, wo mittlerweile regelmäßig festgestellt wird, dass die europäischen Arten doch nicht das gleiche sind wie die dort einheimischen Arten.


    Trotzdem ziehe ich meinen Hut vor diesem Mammutprojekt der 123pilze Website. Wenn man das richtig einzuordnen weiß, kann man das durchaus nutzen, mache ich ja auch. Und dass Fehler nach Hinweise schnell ausgebügelt werden, ist natürlich auch löblich. Habe gerade mal geschaut, mittlerweile ist C. brunneum beispielsweise mit Geruch "unbedeutend bis unangenehm" eingetragen. Vorher stand dort nur die unangenehme Komponente und dann schlägt man sich mit Leuten rum, die das auf 123pilze gelesen haben (ist bei den Suchergebnissen immer weit oben und damit Gesetz!) und ihre Gerandetknolligen Safranschirmlinge futtern wollen, weil die ja nicht stinken.


    LG.

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