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Funde von 2021 und ihre Aufarbeitung Teil 2

  • Hallo zusammen, meine Bildersammlung von 2021 hat noch weitere unbekannte Funde parat, die ich nicht sicher zuordnen kann. Nach Teil 1 folgt nun Teil 2


    Vielleicht kann mir der ja noch der Eine oder Andere einen Tip für die Bestimmung geben ;)



    >>>>>>>> Pilz 1 Gattung der Filzröhrling - Xerocomus (trockener filziger Hut) <<<<<<<<<


    - FK mit 10-12 cm Hutdurchmesser, roter trockener filzige Huthaut, gelber Röhrenboden; Rosa bis rötlicher Stiel

    zum Hut hin gelb; Das Schnittbild mit gelblichen Fabrverlauf im Fleisch, besonders in der Stielbasis; Partner: Eiche


    - Einschränkung: Es wurde keine Geschmacksprobe gemacht und keine Druckprobe der Röhren


    Einschätzung:


    Eingentlich kommt nur einer dieser drei folgenden Röhlinge in betracht:

    - a.) Blutroter Röhrling - HORTIBOLETUS RUBELLUS

    - b.) Dunkelroter Filzröhrling - XEROCOMELLUS DRYOPHILUS

    - c.) Pfirsichfarbener Filzröhrling - RHEUBARBARIBOLETUS PERSICOLOR


    Ich denke es ist Pfirsischfarbene R. wegen der schwachen gelblichen Färbung im Stiel und stärken Gelbverfährbung

    in der Stielbasis, sowie des rötlichen punktierten Stiel's







    >>>>>>>>> Pilz 2 Gattung Milchling - <<<<<<<<<<<<<<


    - Fundzeitpunkt:19.9.2021; FK mit 6-8 cm Hutdurchmesser, jung buckelig, älter Trichterartig, dunkel braune Stiel, Hut und dunkelbraune

    Lamellen; Geruch keine Zuornung; weisse milde Milch, Partner Fichte


    - Einschränkung: Keine Tuch-Prüfung der Milch (Gilbung), keine Fleisch Geschmacksprobe, kein Schnittbild


    Einschätzung:


    Ich halte Ihn auch ohne Geruch Zuordnung (Maggi) für einen Kampfer-Milchling - LACTARIUS CAMPHORATUS.

    Eine optimsche Alternative wäre aus meiner Sicht noch der Rotbraune Milchling - LACTARIUS RUFUS, dieser

    hat aber scharfe Milch.




    Im letzten Jahr habe ich sehr viele Täublinge gefunden und recht viele milde verwertet. Doch machmal

    habe ich mir unerwartet die Zunge verbrannt.


    Mir ist natürlich bekannt, dass eine sicher Makroskopische Bestimmung ohne Chemie, Glas und Farbtafel

    in der Regel nicht möglich ist. Ich gebe mich daher mit einer Einschätzung (Sektion) aus Erfahrung zufrieden :)

    Ich hoffe daher auch eine immer besser werdende Ersteinschätzung zu bekommen.


    Ein weiteres Buch oder CD (Russularum Icones) werde ich mir wohl noch gönnen


    >>>>>>>>> Pilz 3: Gattung Täubling - Sektion? <<<<<<<<<<<<<<


    Fundort junger Nadelbaubestand (Fichte), 400 Höhenmeter, Zeitpunkt: 21.8.2021

    Hut 8-12cm, Stiel weiss leicht keulenartig und hohl, Lamellen ockergeld, Huthaut fast bis zur Mitte abziehbar,

    rot Verfärbung unter der abgezogenen Haut, Hutform und Farber auffällig: Aussen Rot Innen Orange,

    Mild, Geruch unauffällig, im ganzen sehr Fragil


    Einschätzung:


    - Vielleicht ein Apfeltäubling: viele Zwischenlamellen, huthaut bis zur hälfte, Lamellen rötlich angehaucht,

    diese Eigenschaften sehe ich so nicht!

    gedrängt stehend, ausgebuchtet angewachsen, Hut im alter Trichterförmig,

    Bindung Nadelbaum, dies stimmt schon eher





    >>>>>>>>> Pilz 4: Gattung Täubling - Sektion? <<<<<<<<<<<<<<


    Beschreibung: Fundzeitpunkt: 21.9.2021; Fundort: Strassenböschung angrenzend an Fichtenbestand; Sehr junger FK, Der Hut hat gerade das Erdreich durchbrochen

    Hut 8cm, Stiel leicht keulenartig, Lamellen ockergeld, Im ganzen sehr fest, Huthaut bis ca. zur hälfe abziehbar; Leicht rötlich

    verfärbende unter der Haut, Mild, Stiel hohl wattig. Geruch unauffällig; Geschmack mild


    Makroskopische Einschätzung:


    Vielleicht geht die Reise richtung Untersektion Russula subsect. Integrinae = Ledertäubling oder vielleicht Wieseltäubling?







    >>>>>>>>> Pilz 5: Gattung Hallimasche <<<<<<<<<<<<<<


    Beschreibung: Fundzeitpunkt: 21.9.2021; Fundort: Laubbaumbestand Ahorn oder Rotbuche; Viele büchelig wachsende FK von 3-10cm an aus meiner Sicht

    intaktem Baum, stark Schuppiger Hut mit weisser Randzone; schuppiger Stiel mit Ringzone; Lamelle recht dicht leicht herablaufend

    angewachen mit vielen Zwischenlamellen, die sind für hallimasch typisch Zahnartig angewachsen.


    Einschränkung: Es wurde keine Geschmacks, Geruchsprobe und kein Schnittbild gemacht



    Makroskopische Einschätzung:


    Aus meiner Sicht ist dies Hallimasch. Ich denbke es ist der fleischfarbener Hallimasch - Armillaria gallica?






    lg, Rainer

  • Hallo Rainer,

    bei Nr. 1 würde ich erst einmal auf den häufigen Hortiboletus rubellus tippen, aber der einzige längs durchgeschnittene ist so verwurmt, dass man kein gutes Bestimmungsmerkmal dadurch bekommt. Also - große Restunsicherheit.

    Bei Nr. 2 kannst du mit deiner Einschätzung L. camphoratus durchaus richtig liegen, aber bei L. camphoratus ist nun mal der Geruch DAS Bestimmungskriterium, zu dem es hier keine Angabe gibt. Immerhin scheint es die notwendigen violetten Töne am Stiel zu geben. Also - große Restunsicherheit.

    Bei den beiden Täublingen kann ich leider nichts dazu sagen. Ohne - ich zitiere dich - Chemie, Glas und Farbtafel kann man nicht einmal eine Einschätzung zur Sektion geben, denn leider ist die Zugehörigkeit zu Sektionen eben durch Chemie, Glas und Farbtafel festgelegt. Und halt leider auch durch den Geschmack, so dass man bei der Bestimmung rothütiger Täublinge nicht darauf verzichten kann. Also - Einschätzung für mich sehr schwierig: paludosa, integra, badia, vielleicht velenovskyi...? Und der zweite: kann durchaus der gleiche sein wie der erste.

    Bei Nr. 5 lässt sich mit Sicherheit sagen, dass es eine der 5 bis 6 Hallimasch-Arten ist. Es ist ein recht stabiler, wattiger Stielring sichtbar, allerdings lässt sich das Ausmaß der gelben Beflockung anhand der Fotos nicht gut einschätzen. Da es sich um Laubwald handelt, fällt A. ostoyae wohl raus, und A. gallica ist recht wahrscheinlich. Also - für mich nur kleine Restunsicherheit.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

  • Hallo StephanW,


    Rörling: Die kleinen Exemplare waren wirklich sehr verwurmt. Zumindest ist die Stielbasis im Schnittbild des grösseren Röhrlings eine leichte Gelbverfährbung zu erkennen.
    Milchling: Für eine Geruchsbeschreibung ist es einfach zu lange her. Die Eine oder Andere Notiz hätte im Nachgang geholfen. Unabhängig vom Geruch komme ich bei milder, weisser Milch mit diesem Aussehen immer zum Kampfermilchling. Die Verwechselungspartner wäre aus meiner Sicht der Maggi-Pilz mit klaren Milch und der Rotbraune Milchling mit scharfer Milch. Täublinge: Nun gut, in den nächsten Monaten werden ich mich dann wohl doch mit Russularum Icones beschäftigen :)


    Danke für die Einschätzung


    lg Rainer

  • Hallo Rainer,

    rotbraune Milchlinge in dieser Größe gibt es leider einige, im moosigen Nadelwald z. B. L. tabidus. Zum Festnageln von L. camphoratus sind die Violetttöne am Stiel, die trocken-matte Huthaut und der auffallend sellerieartige (versus blattwanzenartige) Geruch zielführend. Der Maggi-Reizker (L. helvus) ist um einiges größer und hat keine Violetttöne am Stiel, der Rotbraune (L. rufus) hat eine schmierige bis schleimige Huthaut und sofort sehr scharfe Milch.

    FG

    StephanW

    Für meine hier gemachten Aussagen zu Pilzen übernehme ich keinerlei Haftung, es sind insbesondere keine Essfreigaben.

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