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Weicher Resupinatporling - Großporige Datronie - Datronia mollis?

  • Hallo zusammen,

    für diese Art bräuchte ich noch eine Bestätigung. Vor einigen Tagen habe ich an einem Ast von einem alten toten Apfelbaum diesen resupinaten Porling gefunden. Er lies sich gut ablösen vom Substrat.

    Ich habe ihn leider nicht aufgeschnitten. Mit der Lupe sollte man eine schwarze Linie erkennen können? Den anderen Fruchtkörper wollte ich jetzt nicht auch noch abnehmen.

    Danke für eure Hilfe!


    Liebe Grüße Annerose



    längsgeschlitze Poren und rundliche bis unregelmäßige Poren


    schöner abgesetzter Rand


    Eine große Pore ist größer als 1 mm


    Sporen:

    zylindrisch bis elliptisch, hyalin, glatt, mit Appendix

    100x Öl Wasser


    100x Öl Wasser


    100x Öl Melzer

    inamyloid


    Hyphen:

    Septen mit Schnallen

    Kongorot NH3 40x Wasser


    Kongorot NH3 100xÖl Wasser


    Kongorot Nh3 100x Öl Wasser


    Basidien:

    4 Sterigmien und Basalschnalle

    spindelförmige Zystidiolen dazwischen

  • Hallo Annarose

    Super Dokumentation und Aufbereitung.

    Leider fehlt mir dazu die notwendigen Monographie, aber im Nachbarsforum hat sich auch schon jemand an die Bestimmung gewagt.

    Datronia mollis mit Fragen - Pilzbestimmung u. Bestimmungshilfe - Pilzforum.eu

    Bg Andy

  • Servus!


    Ich denke, das ist eine Antrodia aus der Gruppe um serpens (formerly known as "albida") / macra / heteromorpha.

    Dazu passen die Sporren, die etwas unförmigen Skeletthyphen mit variabler Wanddicke und auch die komisch diffusen Elemente des Hymeniums (Basidien, Basidiolen, Zystidiolen & Hyphidien in diversen, teils eigentümlich knorzeligen Erscheinungen). Makroskopisch passt Antrodia serpens auch ganz gut.

    Antrodia macra müsste noch deutlich größere Sporen haben; Antrodia heteromorpha gehört an Nadelholz (Fichte) in eher montanen oder borealen, naturbelassenen Fichten(ur)wäldern.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,

    vielen Dank! Von einem guten Pilzfreund aus unserem Pilzverein hatte ich die Westfälische Pilzbriefe Resupinate Porlinge, Poria s. lato als Literatur bekommen. Wenn man dort im Schlüssel schaut steht Rückseite mit kurzem braunen Filz bedeckt, darunter im Schnitt eine dünne schwarze Linie, Trama bräunlich. Wenn ich das gemacht hätte wäre ich im Schlüssel weiter gekommen zu Antrodia albida. Die Variation serpens ohne Hutkanten wird auch kurz angesprochen hinten in der Literatur. Den schönen resupinaten Porling behalte ich im Auge und mache Bilder in Abständen um zu sehen ob er sich verändert.


    Da ich alles trockne für Exikkate zum archiviere konnte ich den Schnitt noch machen und siehe da 👀 keine schwarze Linie, das Trama ist auch schön hell


    Liebe Grüße Annerose

  • Hallo, Annerose!


    Die Pilzbriefe von Hermann Jahn sind wirklich bemerkenswert.
    Vor allem, wenn man bedenkt, wie viele Jahre seitdem ins Land gegangen sind, und wie viel seit dem geforscht wurde: Viele Arten sind zumindest auf Aggregatsebene durchaus nach den Konzepten von Jahn bestimmbar.

    Bei der Taxonomie muss man freilich jeweils den aktuellen Stand nachrecherchieren. Was die "Weiße Braunfäuletramete" betrifft: Antrodia albida ist (wenn ich das gerade richtig erinnere) eine nordamerikanische Art und kommt in Europa nicht vor. Bzw. hat man mittlerweile erkannt, daß amerikanische und europäische Sippen nicht das Gleiche sind, auch wenn sie sich morphologisch kaum unterscheiden. Das epithet "albida" gehört zu einem außereuropäischen typus, daher musste man den nächstpassenden Namen als Typus für die europäischen Sippen nutzen, und das war eben Antrodia serpens. Ob die Fruchtkörper Hütchen bilden oder rein resupinat angelegt werden, ist variabel. Das hängt in erster Linie davon ab, in welcher Position am Substrat die Fruchtkörper gebildet werden - jedenfalls bei dieser Art.

    Aber auch das war offensichtlich Hermann Jahn schon bekannt, da er "serpens" als resupinate Erscheinungsform nur als Varietät zu albida (damals gab es noch keine genetischen Studien, also hießen die amerikanischen ebenso wie die europäischen Sippen allesamt albida) anerkannt hat, nicht aber als eigene Art.
    Den Namen bzw. das Epithet konnte man also gut für die europäischen Sippen verwenden, weil es einen europäischen typus dazu gab.



    LG; Pablo.

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