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Voralpine Wanderung mit Überraschungen

  • Gestern habe ich erstmals in diesem Jahr eine Wanderung in voralpinem Gelände (1800 müM) gemacht, da bei uns im Mittelland seit Wochen Pilzflaute herrscht. Zu meiner Überraschung habe ich recht viele Pilze gesehen, von denen ich ohne grossen Kommentar einige Fotos zeige. Am häufigsten waren die Wieseltäublinge (ua. nussartiger Geschmack, Huthaut dick und recht zäh, Stiel basal gekammert), gefolgt von schönen Eierpilzen.
    Ob es sich bei den Schleierlingen (Geruch unspezifisch, Stielfleisch gelblich-gelbbräunlich) um Cortinarius limonius handelt, bin ich nicht ganz sicher, und ich freue mich auf diesbezügliche Kommentare.
    Bei den Fundorten handelt es sich übrigens um Fichten-Kiefernmischwälder (oft Waldränder) mit vielen Heidelbeer- und Preiselbeersträuchern.

    Herzliche Grüsse, und vielleicht bringt der für die nächste Woche angekündigte Regen ein generelles Pilzaufkommen !?

    Thys

  • Hallo Thys

    Wunderbare Kollektion. In der Höhe verstecken Sie sich. Ich finde alles passend ausser beim letzten Russula, er hat fast nicht grauendes am Stiel..... Mindestens bei den Frassspuren sollte doch etwas grauendes vorhanden sein. BG Andy

  • Lieber Andy,

    in der Tat zeigt der angesprochene Täubling noch keine Grauverfärbungen, einzig an den lädierten Stellen einen diskreten Rosaton, retrospektiv als erste Phase der Verfärbung. Am Abend war der Pilz dann an allen "verletzten" Stellen grau !

    Beste Grüsse

    Thys

  • ch finde alles passend ausser beim letzten Russula, er hat fast nicht grauendes am Stiel..... Mindestens bei den Frassspuren sollte doch etwas grauendes vorhanden sein

    Hallo Andy

    Das paßt schon mit dem Graustieltäubling. Die tun sich manchmal sehr schwer mit dem Grauen. Am besten mal an der Stielbasis kratzen, die graut auch, wenn nichts graut.

  • Hallo Thys


    ich freue mich sehr für dich. Leider kann ich aufgrund einer grossen Beinoperation vor Sechs Wochen immer noch nicht in den alpinen Bereich zu meinen Lieblingsplätze aufsteigen. Deshalb erfreue ich mich an deinen Bildern.


    Immerhin konnte ich heute auf zaghafte 980 müM vorstossen, natürlich ohne Erwartungen auf Pilze, da es ja auch bei uns unten seit Wochen knochentrocken ist.

    Dafür stiess ich im Parkgelände bei Linden auf viele ausgetrocknete Bitterröhrlinge, die finde ich auch nicht alle Tage.


    Und Regen ist für nächste Woche in Aussicht🤗
    Beste Grüsse Corinne









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    Hinweis: Mit meinen Beiträgen und Kommentaren kann ich keine Tipps/Empfehlungen zum Verzehr abgeben. Zur Pilzbestimmung für

    Speisezwecke den Pilzsachverständigen vor Ort konsultieren. Vielen Dank.

  • Hallo Thys


    Wo findest du nur die Pilze... hier im Wallis muss man richtig weit rauf, ab 2400m findet man an feuchten Stellen was. Im Wald muss man gar nicht schauen gehen.

    Gratuliere jedenfalls, freut mich dass wenigstens irgendwer noch etwas findet.


    Viele Grüsse

    Raphael

  • Servus!


    Die Ziegenlippe oben ist Xerocomus ferrugineus (Brauner Filzröhrling). Gehört ja aber auch zu den Ziegenlippen im weiteren Sinne.


    Bei dem Schleierling fehlt mir die Erfahrung, um nach Bild Cortinarius limonius bestätigen zu können. Es wäre schon gut möglich, aber ich kenne die Art im Habitus etwas weniger schlank, und farblich insgesamt noch knalliger, wobei das je nach Feuchtigkeit natürlich variiert. Löwengelber Raukopf (Cortinarius limonius) sollte eine hygrophane Huthaut haben, immerhin das scheint mir bei deinem Fund schon vage erkennbar zu sein.


    Mal eine (für mein verständnis) typische Kollektion von C. limonius aus dem Schwarzwald:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Lieber Pablo,

    vielen Dank für deine Bemerkungen. Der OIivton in der Hutfarbe, das gelbliche Fleisch und die (rosa)bräunlichen Verfärbungen in der Stielbasis lassen mich (als "Makroskopiker"...) an eine Ziegenlippe denken !
    Was den Raukopf betrifft, bin ich natürlich zu wenig bewandert; vielleicht äussert sich noch ein Cortinariusspezialist dazu (wobei abschliessende Beurteilungen nur aufgrund von Fotos ja immer schwierig sind) ?

    Herzliche Grüsse
    Thys

  • Hallo, Thys!


    Gerade die Hutfarbe deines Filzröhrlings ist eher ungewöhnlich für eine "normale" Ziegenlippe, die meistens nicht solche Olivtöne bildet. Ist aber alles einigermaßen variabel. So auch die Tramafarben. Bei Xerocomus subtomentosus s.str. ist das Gelb im Hutfleisch und das blasse rosabraun im Stielfleisch tendenziell aber noch stärker ausgeprägt, zudem blaut die "echte" Ziegenlippe meistens deutlich im Hutfleisch und an den Röhren, der Braune Filzröhrling (Xerocomus ferrugineus) dagegen meistens gar nicht, sondern nur selten mal ganz schwach und undeutlich. Auch das Habitat spielt eine Rolle - allerdings ebenfalls wieder nur als Tendenz. X. ferrugineus ist eher eine Art der Bergnadelwälder auf sauren Böden (Mykorrhiza bevorzugt mit Fichten und anderen Koniphären, seltener Laubbäume), der Braune Filzröhrling mag es auch eher kühl und feucht im jährlichen Klimamittel. X. subtomentosus bildet bevorzugt Mykorrhiza mit Laubbäumen, sehr gerne Rotbuchen (kann aber auch mit diversen weiteren Laub- und Nadelbäumen), und mag es am liebsten warm und weniger feucht.


    Wie gesagt Tendenzen, aber im Gesamterscheinungsbild erkenne ich hier schon viel eher Xerocomus ferrugineus. Da kommt noch ein Detail dazu, nämlich das Basismycel. Also diese feinen, kleinen Mycelfusseln, die an der Stielbasis zwischen dem Detritus / Erde zu erkennen sind. Die scheinen hier auf den Bildern ziemlich gelb zu sein, was auch noch ein ziemlich solider Hinweis auf X. ferrugineus wäre. Ist auch für sich alleine genommen kein sicheres merkmal, aber es kommen eben viele Punkte zusammen.



    LG; PAblo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Lieber Pablo,

    vielen Dank für deine sehr ausführliche und lehrreiche Argumentation. Ich werde in Zukunft der Farbe des Basismyzels vermehrte Beachtung schenken ! Auf den feinen farblichen Unterschied wird (wie ich eben sehe) auch in "Fungi of temperate Europe" hingewiesen !

    Herzliche Grüsse
    Thys

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