Hallo, Besucher der Thread wurde 831 mal aufgerufen und enthält 10 Antworten
  • Liebe Täublingskenner

    Täublinge sind ja bekanntlich keine einfache Gattung für einfach so makroskopisch auf Anhieb zur jeweiligen Art zu bestimmen. Ausser paar Ausnahmen, wie zum Beispiel Grüngefelderten-, Speise-, oder Frauen-, Stink-, Wieseltäubling und sicherlich noch weitere.

    Ich habe mich schon oft gefragt, gibt es ein Merkmal an welchem ich die scharf schmeckenden erkennen kann? Weil ich mag einfach auch nicht immer zu testen, ausserdem kann der sehr scharfe Geschmack sehr lange unangenehm anhalten.

    Nun habe ich in einem Buch folgendes gelesen,

    Ich zitiere daraus ".......da unter den Täublingen, die regelmässig Zwischenlamellen bilden, keine Speisepilze sind..... "

    Das finde ich sehr interessant und vorallem sehr hilfreich, kann man dem zustimmen?

    BG Andy

  • Hallo Andy

    Die "Täublingsregel" ist mir persönlich egal. Ich nehme nur Täublinge, die ich bis zur Art bestimmen kann. Weil milde Täublinge zwar essbar sind, aber nicht zwangsläufig gut schmecken müssen. Das mit den Lamellen ist dann auch für mich uninteressant.

    Grüße von der Insel Rügen

  • Hallo Andy,

    Ich halte das wie Uwe. Auch weiß ich nicht, warum das Bilden von Zwischenlamellen für eine Bestimmung interessant sein soll, daraus kann man über den Speisewert doch nichts ableiten.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Andy,

    alle Täublinge die Lameletten haben, gehören zu der Sektion der Schwärz und Weißtäublinge.

    Alle anderen Täublinge haben durchgehende Lamellen, darunter sind mild und scharf schmeckende.

    Das mit dem Testen kenne ich, wenn du dann mal wieder ein Bläschen auf der Zunge hast, dann war der Täubling richtig scharf;)



    Liebe Grüße Annerose

  • Hallo Annerose,


    um den Bezug zu Andys Frage herzustellen:

    wenn also die lamelettentragenden Täublinge alle zu 1-2 Sektionen gehören, dann wäre es noch interessant, ob die Täublinge dieser Sektion(en) allesamt ohne Speisewert, ungeniesbar oder giftig sind - oder ob sich darunter Speisepilze befinden.


    LG, Martin

  • Hallo,


    also eine Grundregel um die (ausreichend erhitzt) essbaren von den Magen-Darm giftigen Täublingen zu unterscheiden gibt es fernab des Geschmacks (=Täublingsregel) nicht.

    Die Regel mit den durchgehenden Zwischenlamellen kann ich mir nicht erklären. Es ist schon so wie oben erwähnt, dass fast alle Täublinge mit regelmäßigen Zwischenlamellen zu den COMPACTAE (Schwärz- und Weißtäublinge) gehören. Die Weißtäublinge gelten als wenig schmackhaft. Bei den Schwärztäublingen muss man wieder differenzieren. Es gibt durchaus unangenehm scharfe Arten, wie den Scharfblättrigen Schwärztäubling Russula acrifolia aber die meisten sind mild bis schärflich. Am kulinarischen Wert scheiden sich die Geister.

    Man sieht also, dass eigentlich die Täublinge mit regelmäßigen Zwischenlamellen eher die ungiftigen sind. Ich denke die Regel meinte eher es sind keine "guten Speisepilze", was die geläufige Literaturmeinung zu den COMPACTAE ist.

    Übrigens: Nur auf die Zwischenlamellen sollte man sich nicht verlassen bei der Einordnung zu den COMPACTAE. Die Stachebeertäublinge (scharf, giftig!) können überraschend viele Zwischenlamellen ausbilden, sehen den Schwärz- und Weißtäublingen aber überhaupt nicht ähnlich.

    Hier zwei stark Magen-Darm giftige Arten:

    Russula queletii s.l. (cf. fuscorubroides) - regelmäßige Zwischenlamellen fernab der COMPACTAE!




    Keine Zwischenlamelle: Wechselfarbiger Spei-Täubling Russula fragilis - Den isst bestimmt niemand





    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Thiemo

    Vielen Dank für deine detaillierte Auskunft. Das ist jeweils der Grund weshalb ich vielleicht auf den ersten Blick mal etwas lese und anschliessend hinterfrage. Cool wäre es ja wenn man ein Repertoire an Täubling direkt ansprechen kann, hierzu braucht es selbstverständlich viel Erfahrung. Die Lameletten-Regelung ist somit kein Garant von einer Geschmacksprobe zu verzichten, wäre ja zu schön gewesen. Wobei man ja schon mittlerweile bei roten Hutfarbe sehr vorsichtig ist, nach meinem Empfinden sind dort > 80% schärflich bis ganz scharf. Der Geruch kann dabei auch noch behilflich sein, Gerüche nach Heringe oder Fruchtnoten geben einem auch noch den Hinweis auf die mögliche Geschmacksrichtung.


    Ich sammle gerne Täublinge für Speisezwecke, frisch zubereitet sind das sehr leckere Pilze. Und es hat ja teilweise mehr als genug im Wald.....


    BG Andy

  • Hallo Andy,

    Cool wäre es ja wenn man ein Repertoire an Täubling direkt ansprechen kann, hierzu braucht es selbstverständlich viel Erfahrung.

    Mit der Zeit bekommt man einen Blick für die Arten, aber das ist ja bei allen Pilzen so. Das hat dann den Vorteil, dass man nicht mehr in jede Art reinbeißen muss. Du hast ja in deinem Startbeitrag schon ein ganz nettes Sammelsurium aufgezählt, wo man eigentlich nicht probieren muss. Man kann es natürlich immer als Absicherung.


    Wobei man ja schon mittlerweile bei roten Hutfarbe sehr vorsichtig ist, nach meinem Empfinden sind dort > 80% schärflich bis ganz scharf

    Bei leuchtend roten Hutfarben ist das schon immer ein Warnzeichen, vor allem wenn die Lamellen weiß sind! Aber auch das ist keine allgemeine Regel. Apfel- und Ziegelroter Täubling oder auch Morgenrottäubing stehen schön in Warnfarbe im Wald und schmecken mild.

    Eine kleine Geschichte dazu hab ich, vielleicht sollte ich sie auch gar nicht erzählen. :cheeky:
    Jetzt beschäftige ich mich doch so gerne mit Täublingen, falle aber immer wieder auf den Heimtückischen (ja dieser Name trifft es!) bzw. Zedernholz-Täubling Russula badia herein. Bereits in meiner PSV Prüfung hab ich mich (in meinen Augen) blamiert, indem ich einen jungen Frkp. mit noch weißlichen Lamellen bis zur Geschmacksprobe zunächst für einen Speise-Täubling gehalten hatte. War ja nicht so schlimm, denn ich habe ihn ohne Geschmackstest auch nicht freigegeben. Vor zwei Jahren der gleiche Fall auf einer Pilzwanderung. Der noch sehr junge Täubling wird mir gezeigt, ich beiße frohlockend ein großes Stück ab um zu zeigen, dass der vermeintliche junge Speise-Täubling mild ist - Nach 15 Sekunden war ich entschieden anderer Meinung. Was will ich also sagen? Auch wenn man sich etwas mehr mit den Täublingen befasst, wird man doch immer wieder genarrt. Um den Geschmackstest kommt man nicht immer rum. Und zweitens: Sammle nie zu junge Pilze, die alle eigentlich typischen Merkmale noch nicht erkennen lassen (ein alter R.badia sieht ja ganz anders aus). UND ein (persönliches) drittens: Gehe fortan mit Guajak in den Wald, damit kriegst du jeden R.badia vor dem Geschmackstest und ist er noch so jung. :wink:


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Eine Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben! -> Pilzsachverständige finden

  • Hallo Miesmuschel,

    zum Essen sammle ich die schönen Täublinge nicht. Es sind wunderschöne Pilze, man kann tolle Fotos knipsen und allein ein Pilz kann dich Stunden beschäftigen. Die Bestimmung ist oft sehr schwer für mich als Anfänger in dieser Gattung und auch wenn du mikroskopische Fotos hast brauchst du einen sehr guten Fachmann der dir dann weiter Hilft die ganzen Merkmale richtig zusammen zu führen.

    Da fühle ich mich hier sehr gut aufgehoben :)


    Liebe Grüße Annerose

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.