Hallo, Besucher der Thread wurde 223 mal aufgerufen und enthält 2 Antworten
  • Servus miteinander


    Durch eine Baustelle sind seit Wochen unangenehme Umleitungen angesagt. Eigentlich ist man von hier aus in wenigen Minuten auf der A3 - Fluch und Segen gleichermaßen. Jetzt ist das nicht möglich und man muss entweder zig Kilometer der öffentlichen Umleitung folgen, oder als Ortskundiger einen der zwei engen Schleichwege nutzen. Ich hatte mich von Anfang an für Schleichweg a) entschieden. Nicht gerade schön zu fahren bei Gegenverkehr...

    Aber Schleichweg b) ist zwar kürzer, dafür aber noch verwinkelter. Also auch nicht besser.

    Oder... eigentlich doch... irgendwie. :D


    Da hab ich beim Vorbeifahren einer steil abfallenden Wiese etwas gesehen, das mir gleich interessant vorkam. Hat also doch Vorteile, wenn man nur in gemäßigtem Tempo voran kommt.


    Hier standen etwa 15 Exemplare mehr oder weniger gleichen Alters rum.

    Champignons, das war schnell klar. Jedoch kamen diese mir etwas seltsam vor. Unter anderem auch, weil ich bisher noch keine braunschuppigen auf Wiesen hatte.




    Das Gilben an der Stielbasis beim entnommenen Fruchtkörper schürte natürlich gleich einen dringenden Verdacht.

    Messer hatte ich natürlich keines eingeschoben, knappste darum ein Stück mit den Fingern ab. Noch kräftiger gelb...


    Die Gruppe der Karbolegerlinge kannte ich bis dato nur aus der Theorie, hatte noch keinen selbst in der Hand, geschweige denn gefunden.

    Karbolegerlinge gilben stark an der Stielbasis und auch gern anderswo an verletzten Stellen. Außerdem sollen sie unangenehm nach Karbol riechen.


    Okay - Gilbung an der Stielbasis, sonst nirgends. Geruch: auch nach dem Ankratzen eher angenehm, als unangenehm. Karbolgeruch fehlt komplett.


    Der Längsschnitt daheim brachte langsam Licht ins Dunkle. Gilbung nur an der Stielbasis, ansonsten schwache Rötung. An der frischen Schnittstelle ist nun auch schwacher Karbolgeruch wahrnehmbar.


    Dieses Bild ist leider etwas farbverfälscht, bringe es nicht besser hin.



    Nach etwa 15 Minuten war das Gilben weg und das Fleisch etwas deutlicher rötlich-bräunlich verfärbt.



    In Verbindung mit den braunen Hutschüppchen ohne jeglichem Grauton, dem verhältnismäßig schwachen Gilben, dafür leichtem Röten und dem eher schwach ausgeprägtem Karbolgeruch kam ich mit der mir zur Verfügung stehenden Literatur zum Rebhuhnegerling (Agaricus phaeolepidotus).

    Wenn ihr anderer Meinung seid, beziehungsweise wenn es noch weitere gibt, die hier in Frage kommen könnten, dann lasst es mich bitte wissen.


    LG Matthias

  • Schöner Fund und gut dokumentiert, bis jetzt habe ich nur das Perlhuhn gefunden.

    Man könnte diesen auch rasch mit anderen essbaren Agaricus verwechseln.

    BG Andy

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