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Samtfußkremplingssalat

  • Hallo zusammen,


    Habe also den berühmten Wurstsalat gemacht, Pilze in feinen Stücken 15 min gekocht ( habe sogar auch große, alte genommen), dann mit etwas Öl, Kräuteressig, Cornichons, Zwiebel, feingeschmittener Paprika und gekochtem Ei einen Salat gemacht. Und schmeckt! Pilze nur sehr wenig bitter aber dafür sehr zart. Könnte mir das auch mit Rucola oder Löwenzahn mit Apfel und ner süßen Senfsoße lecker vorstellen. Oder vielleicht frittiert man den Samtfuß nach dem Kochen nochmal kurz?


    Habe diesen Beitrag auch bei Facebook gepostet. Da haben sich einige erheblich ereifert (ich möchte den Begriff Shitstorm nicht unnötig strapazieren) daß der Samtfußkrempling ja ein naher Verwandter des Kahlen Kremplings ist und er also auch vielleicht das Paxillus Syndrom auslösen kann etc. Naja, wer mir eine Literaturangabe beibringen kann daß der Samtfuß giftig ist und nach 15 min kochen immer noch giftig ist der ist mir sehr willkommen.



  • Zitat von TangoA pid='12176' dateline='1406581846'

    Habe diesen Beitrag auch bei Facebook gepostet. Da haben sich einige erheblich ereifert (ich möchte den Begriff Shitstorm nicht unnötig strapazieren) daß der Samtfußkrempling ja ein naher Verwandter des Kahlen Kremplings ist und er also auch vielleicht das Paxillus Syndrom auslösen kann etc.


    Hallo Klaus,


    So ein Schwachsinn. Der Samtfußkrempling gehört ja nicht einmal der selben Familie (Tapinellaceae) wie der Kahle Krempling (Paxillaceae) an. Der ist bei Unkundigen halt giftig weil er Krempling heißt. Das gleiche Problem kenne ich von den Lorcheln. Da sollen Herbstlorcheln (Gattung Helvella) auch giftig sein weil sie den gleichen Namen (Lorchel) wie die Frühjahrslorchel (Gattung Gyromitra) haben.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

    Einmal editiert, zuletzt von Heuler22 ()

  • Hallo Thomas,


    ich habe so einen Pilzsalat letztes Jahr selbst mal probiert und bin anschliessend zum Schluß gekommen, den Samtfußkrempling zwar weiterhin zu sammeln, aber nur noch, um damit Wollstoffe zu färben.
    Trotz langem Kochen war er immer noch muffig und wenig schmackhaft.


    Gruß Michael

  • Hallo Sammler,


    [size=1][font="Arial"]Also ich erweitere mein Sammelspektrum auch jedes Jahr um ca. 2-3 Arten, um diese abzuschmecken und evtl. auf meinen persönlichen Speiseplan zu setzen. Diesen Samtfuß habe ich -wie schon andere vor mir- ebenfalls letztes Jahr als Pilzsalat zubereitet und verköstigt. Waren durchwegs jüngere Exemplare gewesen. Man kann ihn Essen, aber der 'meine' wird's sicherlich nicht werden, mal vorsichtig formuliert.[/font][/size]

    :noway:

    [size=1][font="Arial"]Aber die kulinar[r]ischen Geschmäcker sind verschieden, und das soll auch so sein[/font][/size]



    [size=1][font="Arial"]VG[/font][/size]


    [size=1][font="Arial"]Claudia[/font][/size]

    Meistens fange ich dort mit der Suche an wo andere aufgeben :happy:

  • Alsoooo als Wurschtsalat ist er einfach nur fad. Schmeckt eigentlich nach gar nix ausser nach den Zwiefeln. Als Salat hab ich ihn noch nicht probiert kann mir aber nicht vorstellen das er dann mehr hermacht. Aber schon um die Neugier zu befriedigen sollts jeder mal schmecken.

  • Hallo Ihr Lieben,
    ich will mich jetzt nicht blamieren, aber ich dachte auch immer, dass man ihn nicht essen kann und hab die vielen wunderbaren Exemplare einfach stehen lassen :-(
    Es besteht wirklich keine Gefahr? Denn da würde ich mich doch auch mal ran wagen ;-)
    Liebe Grüße, Diana

  • Hallo Diana,


    Tja, was heißt Gefahr bei Pilzgenuss jetzt genau? Du kannst dich mit Speisepilzen ebenso vergiften, als mit ungenießbaren, oder für den Verzehr wertlos deklarierten Pilzen. Im Laufe meiner 'Pilz-Sammel-Karriere' wurden mehrere Arten zwischenzeitlich als giftig oder giftverdächtig eingestuft.


    Einige Beispiele wären Karbolegerling, Kahler Krempling, 'Grünling' (=Tricholoma equestre) dann wäre noch der Gemeine Erdritterling seit kürzerer Zeit in dieser Liste aufzuführen. Den hat Wolfgang hier nochmal genau beschrieben, und die Auswirkungen erklärt.



    Das sind natürlich jetzt auch nur ein paar Fälle, die mir auf die Schnelle so eingefallen sind, gibt mit Sicherheit noch viele mehr. Aktuelle Pilzliteratur schadet in den seltensten Fällen, auch das Internet würde ich regelmäßig zur Recherche und Frageabklärung heranziehen, aber die verschiedenen Quellen mir genau auf Seriosität prüfen.



    Der Samtfußkrempling wird in meiner -doch noch eher dünnen- Pilzliteratur von 'essbar, aber minderwertig' bis hin zu 'ungenießbar' im Geschmack beschrieben.



    Also ich werde den nur noch als Fotomodell verwenden :happy: Aber jeder nach seinem Gusto, und eingeschätzte (nicht überschätzte!) kulinarische Neugierde gehört für mich dann auch schon mal mit dazu, sonst wird's ja langweilig finde ich.



    VG
    Claudia

    Meistens fange ich dort mit der Suche an wo andere aufgeben :happy:

  • Wie Claudia schon gesagt hat, selbst beliebte und häufig verzehrte "Speisepilze" haben sich teilweise als "giftig" herausgestellt. Bis hin zu potentiell tödlichen Auswirkungen wie z.B. beim wiederholten Verzehr des früher beliebten "Kahlen Krempling" (Antigen-Antikörper Reaktion).
    Wenn dies schon für häufig verzehrte "Speisepilze" zutrifft, ist natürlich das Risiko, dass eine eher selten verzehrte Art bisher noch unbekannte Giftstoffe enthält oder bedenklich Reaktionen hervorrufen kann nochmals deutlich höher. Je häufiger ein Pilz verzehrt wird desto größer ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass mögliche schädigende Auswirkungen irgendwann auch beobachtet und dem Verzehr des Pilzes zugeordnet werden. Umgekehrt bleiben diese bei selten verzehrten Arten eher unbeobachtet.
    Da der Samtfusskrempling (Info von mir noch nicht überprüft!) wohl auch im Krieg durchaus häufiger konsumiert wurde, würde ich einen einmaligen Konsum zu Probezwecken als ein geringes Risiko ansehen. Vor einem regelmäßigen Konsum von solch selten verzehrten Arten würde ich aber absehen - beides muss aber jeder für sich selbst entscheiden / bewerten!
    Generell (wie bei allen neuen Pilzen) würde ich immer erst eine sehr kleine Portion (ein Bissen) zu mir nehmen, um das Risiko durch persönliche Unverträglichkeit zu reduzieren.


    Anmerkung:
    - "häufig" bezieht sich hier auf den regelmäßigen Konsum durch einen größeren Personenkreis.
    - Ich bin weder Mediziner noch Experte für Gifte, daher ist dies nur eine persönliche Meinung basierend auf (hoffentlich ;-)) gesundem Menschenverstand

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Letztes Woche habe ich jetzt auch mal den Samtfußsalat ausprobiert. 15min gekocht (was eine braune Brühe) und dann geschnitten für mehr als 2h in Öl/Essig/Zwiebeln und Chilipfeffer eingelegt.


    Bewertung:
    - Konsistenz: Unangenehm weich / schlabbrig
    - Geschmack: Schlecht zu beschreiben, unangenehm leicht süßlich, faulig


    Einschätzung:
    In Notfall sicher auf diese Art genießbar, an den Geschmack kann man sich vermutlich sogar gewöhnen.


    Mal abgesehen davon, dass ich aus den bereit angeführten eher wenig verzehrte Pilze sowieso nicht regelmäßig konsumieren würde, hat er mich auch geschmacklich nicht wirklich überzeugt.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

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