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Ochsenröhrling u. Herbst-Schönfußröhrling

  • Hallo Pilzfreunde,


    dem Forum kann man nur gratulieren. Es sehr mit Beiträgen belebt, interessant und wird allmählich für mich zur täglichen Lektüre.
    Heute darf ich nochmal auf einen kürzlich erschienen Beitrag zurück kommen, nämlich Hexenröhrling.
    Vor kurzem fand ich einen Ochsenröhrling. Nachdem ich die Beiträge gelesen habe und mich nochmals über die richtige Bestimmung versichern wollte, kamen mir doch einige Zweifel.
    Deshalb die Bitte nochmals mit zu bestimmen. Auch über eine weitere Art den Herbst-Schönfußröhrling.


    Bild 1 - 3 Ochsenröhrling, Fundort: Waldrand überwiegen Fichten.


    Bild 4 - 9 Herbst - Schönfußröhrling, Fundort: Ackerrain, in ca. 5 m Entfernung eine Kiefer u. Hecken.

  • Hallo, fitis!


    Der Filzröhrling (Pilz 2) ist Xerocomellus chrysenteron (Gemeiner Rotfuß).
    Obewohl das Schnittbild unvollständig ist, ist das rote Fleisch im Stiel ja gut zu erkennen.


    Den Ochsenröhrling glaube ich nicht. Da würde mich mal interessieren, wie du zu der Bestimmung gekommen bist.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Uwe, hallo Paplo,


    natürlich sollte es heißen: Herbstrotfußröhrling. Entschuldigung.
    Warum Herbstrotfuß, weil er nach meiner Meinung einen dickeren Stil hat als der gemeine Rotfuß.
    Auf den Ochsenröhrling kam ich durch Bilder in "Pilze 123". Futter und Stiel gelb. Beide leicht rötlich angehaucht. Auf Druck und Schnitt sofort blauend. Hexenröhrlinge sind ja fast immer mit rotem Futter. Außerdem ist der Stiel glatt. Eine Netzzeichnung konnte ich nicht erkennen. Er passte auch nicht zu meinen bisherigen Funden vom Flockenstieligen Hexenr.
    Ich lasse mich aber auch gerne von Euch überzeugen, dass ich und warum ich falsch bestimmt habe.
    Gruß
    fitis

  • Hallo, Fitis.


    Die Stielform ist für die Unterscheidung von Filzröhrlingen irrelevant.
    Das ist bei allen Arten sehr variabel (von ein paar recht speziellen wie X. ripariellus zB mal abgesehen).
    Um X. chrysenteron (Gemeiner RFR), X. porosporus (Düsterer RFR), X. pruinatus (Bereifter RFR) und X. cisalpinus (Starkblauender RFR) nach äußeren Merkmalen unterscheiden zu können, braucht es einiges an Erfahrung.
    Meist geht es aber auch nur dann mit komplettem Schnittbild. Zu beurteilen sind hier die Fleischfarben in Hut, Stiel und Stielbasis sowie das Verfärbungsmuster. Ebenfalls von Bedeutung ist die Beschaffenheit (nicht Farbe) der HUtoberfläche. Auch das ist aber nicht immer zuverlässig.
    Zumal ja mit X. communis / engelii (Eichenfilzröhrling, kann auch bei anderen Bäumen wachsen), X. armeniacus (Aprikosenfarbener Röhrling), X. bubalinus (Blassbrauner Filzröhrling) usw noch eine ganze Reihe weiterer Arten in der Gattung vertreten ist.


    Hier ist es die Kombination aus fehlender Blaufärbung, feldrig (nicht rissig) aufspringender Huthaut und vor allem: rotem Stielfleisch, das ganz eindeutig zu X. chrysenteron führt.


    Der andere Röhrling ist sehr wohl und sehr eindeutig ein Flocki (Boletus erythropus). Du hast ja selbst erkannt, daß es kein Netz am Stiel gibt. Damit kann man den Ochsenröhrling (Boletus torosus) schon auschließen.
    Die Poren sind bei so jungen Pilzen oft noch nicht gefärbt. Solange sich der Hut noch kaum geöffnet hat, ist das auch bei allen Rotporern +/- gelb.
    Ein leichter Anflug von rot ist hier aber schon klar zu erkennen.
    Also hast du einen Rotporer, ohne Stielnetz, in allen Teilen stark blauend (auch Hutoberfläche).
    Viel bleibt da in Mitteleuropa nicht übrig.
    Der Hut ist hier aber weder glänzig-glatt noch weist er irgendwelche Rot- oder Rosatöne auf. Auch im Schnitt zeigt sich nichts Rotes (Fleisch in Stielbasis beachten).
    Damit kann man weitere ungenetzte, am Hut blauende Rotporer wie Boletus queletii (Glattstieliger HR) und die extrem seltenen Boletus dupainii (Blutroter HR) oder Boletus lupinus (Wolfsröhrling) ausschließen.
    Bleibt also bei Boletus erythropus. :wink:



    LG, pablo.

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  • Hallo, Harry!


    Stimmt, den muss man natürlich auf dem Schirm haben.
    Ist aber - wenn so jung Rottöne an den Poren zu erkennen sind - auszuschließen. Auf dem zweiten Bild glaube ich zu erkennen, daß die Poren orangerot einzufärben beginnen.



    LG, Pablo.

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  • Hallo Paplo,
    auf den Boletus pulverulentus bin ich auch Aufgrund deiner hervorragenden Bestimmungshilfe in der Gattungskunde gestoßen. Hatte ich schon wieder vergessen. Aber irgendwie schien der Boletus torosus mir ähnlicher. Dass der Flocki gelbes Futter haben kann, habe ich noch in keiner mir vorliegenden Bestimmungshilfen erkennen können.
    Für deine ausführliche Antwort herzlichen Dank. Ich habe sie mir extra als weitere Bestimmungshilfe ausgedruckt.
    Gruß
    fitis 11

  • Hallo.


    Dann kannst du ja >das hier< auch mit ausdrucken. :wink:
    Oder mal abspeichern, der Schlüssel und ein paar Details werden im Winter noch mal überarbeitet. Die Melzer - reaktion zB will ich aus dem Schlüssel raus haben.


    Das mit der Porenfarbe ist so eine Sache.
    Es sollte schon erwähnt werden, daß die Farben in unterschiedlichen Entwicklungszuständen abweichen können. Ganz jung und ganz alt ist es eben oft anders. Auch Witterungseinflüsse können eine Rolle spielen (bei Trockenheit und heißer Witterung entwickeln zB etliche Gelbporer rote Poren).
    Bei meinem Schlüssel weise ich darauf hin, aber es ist troztdem oft schwer zu beurteilen.
    Übrigens zählt auch Boletus torosus streng genommen zu den Rotporern.
    Auch wenn sich die Rottöne da erst spät entwickeln und dann auch oft nicht konstant / vollständig.
    Es ist dabei extrem wichtig, eben nicht nur Bilder anzugucken, sondern die Bechreibungen zu lesen.



    LG, Pablo.

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  • Hallo Fitis
    Viel wurde um den ersten Pilz geredet. Hast du auch einen Stiel von außen fotografiert?
    So wie die Blaufärbung in Schwarz übergeht, sollte der Schwarzblauende Röhrling (Boletus pulverulentus) am wahrscheinlichsten sein. Die Porenfarbe paßt auch hervorragend dazu!
    Auch die Stellen, wo man den Pilz anfasst, sollten schwärzen!

  • Hallo Uwe,


    für den Schwarzblauenden Röhrling wäre mir neben der beginnenden Orangefärbung der Röhren (im zweiten Bild, rechte Hälfte), die Pablo schon erwähnt hat, die Hutoberfläche zu samtig-filzig. Ich kenne den Schwarzblauenden Röhrling eher mit einer glatt-glänzenden Hutoberfläche.


    Beste Grüße,
    Sabine

  • Guten Morgen Uwe,


    auf den 2. Bild ist der Stiel von außen zu sehen. Er ist mir beim Herausdrehen abgebrochen. Er wird schwarzblauend. Wegen des fehlenden Netzes habe ich in Pilze 123 folgendes gelesen:
    Gelblich mit feinem Netz, oft nur mit Lupe gut sichtbar, rötlich fleckig, Basis dunkler rot bis purpurbraun gefärbt.
    Eine Lupe hatte natürlich nicht dabei. Dagegen spräche wieder die Farbe der Basis. Allerdings, wie Sabine schrieb, ist der Hut auch nicht glänzend, so wie er in einigen Bestimmungsbüchern beschrieben ist.
    Sollte ich den "Schwammer" heuer oder nächstes Jahr wieder finden, werde ich ihn nach Paplos Bestimmungshilfe versuchen genauer zu beschreiben und zu bestimmen.
    Gruß
    fitis

  • Zitat von huehnchen69 pid='17665' dateline='1414910613'

    Hallo Uwe,


    für den Schwarzblauenden Röhrling wäre mir neben der beginnenden Orangefärbung der Röhren (im zweiten Bild, rechte Hälfte), die Pablo schon erwähnt hat, die Hutoberfläche zu samtig-filzig. Ich kenne den Schwarzblauenden Röhrling eher mit einer glatt-glänzenden Hutoberfläche.


    Beste Grüße,
    Sabine


    Hallo Sabine
    Der Pilz hat jung eine filzige Hutoberfläche, auch die leichte Orangefärbung paßt jung. Erst im Alter kann die Huthaut glatt werden. Der gezeigte Pilz ist aber jung.

  • Hallo, Leute!


    Auch verschiedene Hexenröhrlinge können so stark blauen.
    Hier ist eben wichtig, ob die Poren bereits einen Anflug von Rot zeigen, oder ob das auf den Bildern ein Artefakt ist.


    Und natürlich haben sowohl B. pulverulentus als auch B. erythropus einen samtigen Hut. Nach dem Habitus kann man hier auch nur bedingt gehen, da junge Pilze oft gedrungener sind als ausgewachsene.


    Zitat


    [font="Verdana, Arial, sans-serif"]Gelblich mit feinem Netz, oft nur mit Lupe gut sichtbar, rötlich fleckig, Basis dunkler rot bis purpurbraun gefärbt.[/font]



    Die Beschreibung zu welcher Art wird hier nun zitiert?



    LG, Pablo.

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