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Essbarkeit von Winterpilzen im Schnee

  • Erstmal euch allen ein frohes und erfolgreiches neues (Pilz-)Jahr


    Ich habe heute auf einem Baumstumpf eine sehr große Anzahl von Austernseitlingen in unterschiedlicher Größe gefunden.
    Leider waren diese von einer hart gefrorenen Schicht aus Schnee bedeckt (Außentemperatur geschätzt knapp unter 0°C). Sie machten auch den Eindruck als ob sie bereits ganz oder teilweise gefroren gewesen sind.
    Bei "Herbstpilzen" wäre für mich klar, die lasse ich stehen.
    Wie sieht es aber mit Winterpilzen aus?
    Sammelt ihr diese auch wenn sie wie die gezeigten von gefrorenen Schnee bedeckt sind aber noch einwandfrei aussehen?
    Wie bewertet ihr den Zustand in diesem Fall?


    Bild 1a,b,c,d: Austernseitlinge an Buchenstamm:


    Einen kleine Teil der Fruchtkörper habe ich für eine nähere Analyse (bei höhere Temperatur) sowie zum Impfen einiger Buchenstämme mit nach Hause genommen (ich tendiere im Moment dazu, diese nicht zu essen):
    Bild 2 Geerndete Exemplare:

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

    Einmal editiert, zuletzt von ThomasL ()

  • Hallo ThomasL,


    deine Aufnahmen lassen für mich nur einen Schluss zu: Das nächste mal bitte einen Handfeger mitnehmen - um den Schnee wegzufegen.


    Hier mein Feger: Naturborsten - von wem oder was - keine Ahnung.:hmmm:
    Aber über den Winter ist er mein Wegbegleiter.



    1: Handfeger


    LG. Heinz

  • :D


    Hätte aber auch nichts geholfen, der Schnee war so fest gefroren ("harsch", also angetaut und wieder eingefroren) das er sich rein mechanisch nicht vollständig entfernen liess -zumindest nicht ohne die Fruchkörper zu beschädigen.

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    Einmal editiert, zuletzt von ThomasL ()

  • Hi,


    gut, dann hilft wohl nur noch die Drahtbürste und ein Schlackehammer. Die, die man als Schweisser braucht, um die Nähte zu entschlacken und zu säubern. Richtig schweres Räumgerät.


    Upp's, ob die Pilze dies überstehen würden, stelle ich mal in Frage.


    Egal, jeder Pilzgang hat seine Berechtigung.


    Essbarkeit der Winterpilze: Bei Judasohren, Samtfussrüblingen und Austernseitlingen habe ich keine Probleme. Sammle ich auch in gefrorenem Zutand, soweit es denn das Erscheinungsbild zulässt. Gibt natürlich auch darunter Pilze, die nach dem Auftauen zu Hause nicht mehr zu Speisezwecken in Frage kommen. Sind halt Erfahrungswerte.


    Für mich gilt aber Allgemein: Je frischer, knackiger, in Form und Farbe eindeutiger, nicht zu gross, nicht zu klein, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, das sie bei mir auf dem Speiseplan stehen.


    Liebe Grüsse aus Berlin. Heinz

  • Hallo Thomas,


    Jetzt kommt wieder der Spruch "ich nicht, aber ich kenne wen..." von mir, ist aber aus Aufzeichnungen eines sehr erfahrenen Pilzsammlers, den ich blind vertraue :happy:


    Die besagten Winterpilze (wie schon weiter oben von Heinz aufgezählt!) enthalten alle ein Eiweiß, oder eine Eiweißverbindung, die den Gefrierpunkt dieser Arten um einiges unter null Grad Celsius sinken lassen, was dementsprechend bedeutet, dass die bei nicht all zu strengem Frost nicht (kaputt-)gefrieren. Eine genaue Temperatur ist natürlich auch hier nicht genannt!


    Aber: Sollten die Temperaturen doch tiefer liegen, als dieser "pilzeigene Frostschutz" es zu verhindern möge, dann vergehen die Winterpilze nach dem Auftauen innerhalb von Stunden, werden unansehnlich, lapprig und dann natürlich auch unverträglich!



    Leider finde ich den exakten Wortlaut nicht mehr, aber sinngemäß sollte es so sein wie geschrieben. Wenn Du mal mit den Stichpunkten "Winterpilz(e) Frostschutz" googelst, dann kommste ganz schnell auf entsprechende Ergebnisse und Diskussionen im Web dazu.


    Bei den Exemplaren auf deinen Bildern hätte ich jetzt jedenfalls keine Bedenken, aber du weißt ja... (nicht selbst in der Hand und vor der Nase zwecks Geruchssensorik) :smilec:


    Leider habe ich (bedingt durch die Wintersaison hier auf'm Berg) nicht mehr all so viel Zeit wie ich eigentlich bräuchte, um alle Themen zu verfolgen. Aber hin und wieder reicht's dann doch noch für ein paar Minuten hier im Forum :happy:


    VG
    Claudia

    Meistens fange ich dort mit der Suche an wo andere aufgeben :happy:

  • Zitat

    ...wie schon weiter oben von Heinz aufgezählt!


    Ups, entweder ich war gestern abend blind oder Heinz hatte den Beitrag ergänzt nachdem ich ihn gelesen (und geantwortet) hatte.


    Auf alle Fälle Euch beiden vielen, herzlichen Dank für die Rückmeldung.
    Nachdem die Pilze jetzt erwärmt wurden (einer auf Zimmertemperatur, der Rest auf ca. 7°C im Kühlschrank), sind sie immer noch festfleischig (etwas brüchiger als frische), die Lamellen sind biegsam und die Fruchtkörper riechen gut. Lediglich der Huthaut sieht man immer noch an, dass sie schonmal stark unterkühlt (oder sogar gefroren) waren.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas,
    also ich hätte keine Bedenken, diese Pilze im Beutel, wenn ich sie gefunden hätte, zu verspeisen. Ich achte bei den Austernseilingen immer darauf, dass die Lamellen schön weiß sind und noch keine braunen Verfärbungen auf den Schneiden haben, denn dies ist für mich ein Zeichen der Alterung.
    Leider habe ich in diesem "Winter" noch nicht einen einzigen Seitling gefunden. Seid ca. 3 Jahren habe ich große Pappelstubben abgeerntet und in diesem Jahr lässt sich kein Pilz blicken. Mittlerweile sind die Stubben auch frei von Rinde und ich vermut, dass das Nichterscheinen damit im Zusammenhang steht. Der Austernpilz ist ja ein Parasit und kein Folgezersetzer (Saprophyt), also will damit sagen, dass er lebende Bäume befällt.


    Hier ein Bild von den Stubben.


    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

    Einmal editiert, zuletzt von weisheit ()

  • Norbert: :D


    Hallo Veronika, auch Dir vielen Dank!


    Ich habe gestern abend mal die kleinsten, festen Fruchtkörper näher analysiert. Was mir aufgefallen ist, dass zwar nur die Huthaut hygrophan aussieht, dass aber beim Drücken des Fleisches sehr viel Wasser austrat. Ich habe mit Austernseitling noch nicht soviel Erfahrung, aber ich würde mal vermuten, dass dies normal nicht der Fall ist.
    Ich habe dann eine Handvoll Fruchtkörper in die Pfanne gehauen, auch hier trat sehr viel Wasser aus (mehr als ich es von anderen Arten gewöhnt bin), allerdings fehlt mir auch da der Erfahrungswert, den letzten Fund hatte meine Frau zubereitet.


    Ich wollte dann eigentlich einen einzelnen Fruchtkörper ausprobieren (und falls mein Magen damit keine Probleme hat heute den Rest der zubereiteten verspeisen), allerdings schmeckte er auch etwas seltsam (kann aber auch daran liegen, dass ich diesmal ein andere Öl verwendet habe).
    Was sagt ihr zu diesem Wasseraustritt, ist dies in diesem Fall normal oder doch ein Zeichen, dass sie nicht mehr ganz in Ordnung sind?
    Der Rest der Fruchtkörper war auch heute noch fest und sah einwandfrei aus - wenn auch mit weißem Sporenpulver überzogen.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas, auch Dir noch ein gutes Pilzjahr und sonst alles,alles Gute.
    Ich bin eben auch aus dem Wald gekommen und habe einige Baumstämme
    begutachtet, an denen Pilze wuchsen, die auch sehr gefroren waren.
    Bei meinen tippe ich aber auf gelbstielige Muschelseitlige, wo sich die
    Essbarkeit sowieso erübrigt!
    Alle Pilze sehen noch recht frisch aus und ich denke, dass ich auch noch
    Austernseitlinge finde. Nun hatte ich gelesen, dass man eingefrorene
    Austernseitlinge gleich in die Pfanne tun soll und nicht vorher auftaut.
    Da ist doch die Frage, ob die gefrorenen vom Stamm nicht auch so
    angesehen werden können. Wenn sie gut aussehen? Wir hatten schonmal
    eingefrorene sofort in die Pfanne getan und da kam auch viel Wasser, welches sehr spritzte. Geschmeckt haben sie trotzdem.
    Ich zeige mal meinen Fund.


    weil die Lamellen so gelb sind, denke ich nicht an Austernseitling?
    Mal lesen, was die Fachleute sagen.
    Gruß Fred

  • Hallo Thomas, hallo Fred,


    wenn Austernseitlinge in der Pfanne zu vile Wasser abgeben, kann das den Grund haben, dass die Pilze über längere Zeit durch Regen viel Wasser aufgenommen haben und dann plötzlich gefroren sind. Wenn es sich dabei um frische, junge pilze handelt, ist das auch nicht weiter dramatisch. Das Wasser verdunstet bzw. brät sich weg.


    Dein letztes Bild, lieber Fred, zeigt eindeutig einen Gelbstieligen Muschelseitling, der nicht als essbar gilt, aber in vielen Büchern als essbar dargestellt wird. Die Nichtgenießbarkeit ist auch noch nicht allzu lange bekannt. Um welche unverträglichen oder giftige Sroffe es sich hier handelt, kann ich leider nicht sagen.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo liebe Veronika, so sehen wir das auch. Heide hat sie gebraten und da kam viel Wasser.
    Macht nichts, Deckel darauf und dann essen. Ja, ich dachte gleich, dass es Gelbstielige
    Muschelseitlinge sind, die hatte ich an gleicher Stelle voriges Jahr gefunden und da wurden sie so bestimmt. Nur können am selben Stamm auch Austernseitlinge wachsen. Werde das beobachten. Lieben Gruß von Heide, lasst es Dir gut gehen, als fast Rentnerin.
    Gruß Heide und Fred

  • Zitat

    Nun hatte ich gelesen, dass man eingefrorene
    Austernseitlinge gleich in die Pfanne tun soll und nicht vorher auftaut.
    Da ist doch die Frage, ob die gefrorenen vom Stamm nicht auch so
    angesehen werden können.


    Das ist sicher kein Thema. Das Problem hier war auch ein bisschen, dass ich das Wetter vor Ort nicht wirklich bewerten konnte (liegt deutlich höher als bei uns), daher war es für mich auch nicht absehbar wie lange die schon dort standen.


    Ich gehe aber auch davon aus, dass sie essbar sind / waren. Da sie gut gekühlt recht lange haltbar sind, versuche ich später dochmal ein Stück. Wenn ich mich morgen nicht melde bin ich auf dem Klo im Dauereinsatz:D


    Zu den gelbstieligen. Die habe ich dieses Jahr auch schon sehr oft gefunden, wessentlich öfter als Austernseitlinge. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal ist auch die Konsistenz. Wenn Du dort nochmal nachschaust einfach mal einen ernten und "ertasten". Dabei ruhig auchmal die Huthaut abziehen.

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

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