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Shiitake-Pilze zu Hause züchten

  • Hallo liebe Pilzexperten,


    wir wollen eine Shiitake-Pilzzucht in den eigenen 4 Wänden versuchen. Dazu haben wir uns einen Pilzzuchtkasten aus einem Gartencenter besorgt. (Dieser ist von minichamp.nl)
    Nur ist die beigelegte "Anleitung" für uns blutige Anfänger nicht geeignet.
    Die Anweisungen sind sehr wage gehalten und die exakten Abläufe sind nicht erkennbar.


    Da steht zum Beispiel, man soll die Pilzbrut aus dem Beutel nehmen und mehrere Wochen bei Tageslicht lagern. In diesem ersten Schritt steht nix von wässern oder besprühen, um das Substrat feucht zu halten.
    Wenn etwa 50 % der zunächst weißen Pilzbrut braun geworden ist, soll man das Ganze 24 h in einem Eimer wässern. Dann täglich feucht halten.
    - Soll das Substrat wirklich wochenlang OHNE WASSER rumliegen??


    Dann liegt da noch ein Pappdeckel bei, mit geschlossenen Belüftungsöffnungen und einer Lichtöffnung.
    - Aber wann genau soll man den Deckel aufsetzen? Sofort oder nach dem ersten Wässern?


    Auf dem Deckel sind 3 Piktogramme: "Pilzbrut wässern", "Laschen eindrücken NACH 7 TAGEN" und "Belüftungsöffnungen öffnen NACH 7 TAGEN"
    - Ab wann laufen diese 7 Tage? Soll das braune Substrat erst 7 Tage in Dunkelheit stehen?


    Und nach der Pilzernte soll das ganze mindestens 15 Tage in den Keller.
    - Mit oder ohne Deckel?


    Und dann gibt es noch das Internet. Dort wird das Substrat sofort gewässert.
    Den Hersteller haben wir per Mail kontaktiert, Aber der blieb genau so wage wie die Anleitung und schrieb außerdem, man solle die Brut 12 h wässern. (Laut Anleitung 24 h.)


    Jetzt sind wir vollkommen verwirrt.


    Vielleicht wäre es hilfreich zu wissen, wann der Pilz in welchem Stadium welche Bedingungen braucht. (Temperatur, Feuchtigkeit)


    Hat jemand eine exakte Anleitung oder hilfreiche Tipps, wie man aus der Brut (steht jetzt 2 Tage ohne Wasser und ohne Deckel, noch ohne erkennbare Schäden) doch noch Pilze ziehen kann?


    Vielen Dank für Eure Hilfe,


    Knolli

  • Moin Knolli,
    ich habe zum Geburtstag Austernpilze geschenkt bekommen
    zum selber züchten.
    Das Ding sah aus wie ein Ziegelstein nur in weiß.
    Das mußte 24 Std. gewässert werden und dann in dem dazu
    gehörigen Karton mit zwei laschen ins helle gestellt werden
    und täglich 2 mal besprüht werden.
    Bei mir hat das gut funktioniert ich weiß aber nicht
    wie das bei dir aus sieht.
    Stell doch mal ein Foto ein.

    Have a nice Day :shy:

  • Danke für die Antwort,


    wir haben das Substrat jetzt in nem Eimer mit kaltem Wasser ertränkt. Werden morgen Abend mal nachsehen.


    So sieht der Pilz jetzt aus:


    Viele Grüße,


    Knolli

  • Hallo Knolli
    Die Beschreibung ist wirklich irre und so eigentlich auch nicht richtig.
    Ich versuche mal kurz zu dokumentieren wie eigentlich Shiitake auf Substrat gezüchtet werden.
    Das Substrat setzt sich in der Regel aus Buchenspänen fein/grob und Kleie zusammen,je Kg Trockenmasse kommt 1,5l Wasser dazu so liegt die Feuchtigkeit bei65% was bis zum ersten Fruchten vollkommen ausreichend ist.
    Das ganze wird in sogenannte Microfiltertüten sterilisiert, sicher war dein Block in solch einer Tüte?
    Nach dem das sterilisierte Substrat abgekühlt ist wird esmit Brut beimft und der Beutel verschweißt.
    Nun kommt die einwachszeit, das ist die Zeit die das Mycel braucht um das Substrat vollkommen zu besiedeln ca 14 Tage bei 20-24°C.
    Danach kommt die Reifezeit , der Block verfärbt sich beim Shi braun (das was in deiner Anleitung steht). Diese Zeit ist beim Shi ca. 9 bis 12 Wochen und wohlgemerkt der Beutel bleibt dabei zu!
    Dein Block sieht übrigens so aus als wäre gerade mal die Einwachszeit abgeschlossen.
    Ich warte immer so lange bis sich die ersten Pilze zeigen dann öffne ich erst den Beutel bzw beim Shi muss man ihn Vorsichtig ganz entfernen da meist am ganzen Block Pilze wachsen.
    Erst nach der ersten Ernte kommt man zum wässern, davor läßt man aber den Block austrockenen ca 14 Tage.
    Nach den 14 Tagen nimmt man einen Schachlikspieß und macht rings herum Löcher in den Bock erst dann wird 6-12Stunden der Block gewässert um ihn nochmal zum Fruchten zu bringen.
    Nach der 2 Ernte ist der Block ausgelaugt und kann entsogt werden.


    Da du jetzt auf Grund der schlechten Beschreibung schon den Fehler gemacht hast den Block auszupacken und zu wässer wird er wohl anfangen zu Schimmeln, vermute ich jedenfalls?
    Versuchen kannst du jetzt nur noch den block wieder in einen Klarsicht Müllbeutel zu stellen der nur locker verschlossen wird so das der Block doch noch etwas reift und alleine anfängt zu fruchten.


    Gruß Matthias

  • Vielen Dank! :-) Wir haben den Substratblock in eine Mülltüte gelegt und geschlossen. Den Pappdeckel haben wir auch wieder aufgesetzt. War das richtig?


    Keine Ahnung, welcher Pilz welche Farbe hat. Wir haben jetzt viel braun und weiß (Shiitake) und ganz wenig grau (Schimmel?) sowie etwas schwarz. Es hat sich nicht großartig gegen das letzte Foto geändert.
    Hoffentlich wird's was.


    Wir haben jetzt noch Champignons von MyChampi bestellt. Dazu haben wir auch Youtube-Videos gefunden.


    Greizer, hast du noch andere Pilzsorten ausprobiert?


    Wir werden Euch auf dem Laufenden halten.


    Viele Grüße,


    Knolli

  • Kein Problem, habe ich gerne gemacht.
    Die braune Verfärbung kenne ich eigentlich nur vom Shii, um ehrlich zu sein habe mich mal mit dem echten Knoblauchschwindling probiert auch da hat sich das Substrat Stellenweise so braun verfärbt aber der ist ja auch kein Zuchtpilz an sich auch wenn es schon Leute gibt die den Erfolgreich zum fruchten brachten. Meiner wollte nicht fruchten aber das Substrat roch sehr stark nach Knobi!
    Ja und Schimmel wird grün oder gar schwarz.


    Also Champis habe ich noch nicht probiert weil ich möchte mein Substrat schon selber machen und für die braucht man Kompostierten Pferdemist.
    Alle anderen gängige Arten habe ich schon probiert mit mehr oder weniger Erfolg.

  • Hallo Knolli & Greizer


    ich hab mich hier mal ein bisschen eingelesen, weil ich mich auch das Thema interessiere.


    Wie ging es denn jetzt weiter? Waren die Shiitake genießbar? Und ist es normal, dass der Block, auf dem die wachsen so gruselig aussieht? :shy:



    ich hab selber hab heute etwas probiert, was mir schon seit einiger Zeit vorschwebt. Ich hab aus der Natur Samtfußrüblinge (ganz kleine) "transplantiert" bei mir zu Hause auf den Nussbaum. Als ich damit fertig war, fiel mir ein, dass Walnussbäume ja bekannt sind für Allelopathie, also dass in ihrer Nähe Pflanzen schwer keimen, und auch Pilze haben es wahrscheinlich schwer. :confused:


    Auf die verrückte Idee war ich überhaupt gekommen, weil bei dem Baum Samtis von selber, aber verkümmert rauskamen. Vielleicht pflanze ich das Transplantat noch um.


    Aber Shiitake wäre auch absolut interessant. Die müsste ich aber ohnehin kaufen und mich durch so lückenhafte Anleitungen quälen. Mich wundert, dass da nichts von von abgekochten Wasser stand. Das muss ja normalerweise alles steril sein.


    LG Fred

    langsam fange ich an wie ein Pilz zu denken...

    Einmal editiert, zuletzt von Kowalski ()

  • Hallo Fred
    Das Popcorning beim Shiitakesubstrat ist vollkommen normal.


    Zu deinen ganzen ausführungen vom Samtfuß bis zum Shiitake möchte ich dich Bitten etwas konkreter zu werden.


    Möchtest du dir einen kleinen Pilzgarten zulegen, also mehrere Arten auf Holzstämme kultivieren.
    Oder Pilze auch auf Substrat züchten- oder möchtest du alles von der Brut hestellung- klonen usw. dir an eignen?

    Den letzten Punkt brauch ich nicht zu erklären das kannst du dir hier anschauen


    https://www.youtube.com/user/Pilzonkel67


    Gruß Matthias

  • Hallo Kowalski,


    das Abkochen ist notwendig, bevor die Pilzbrut in das Substrat eingebracht wird. Wir hatten Substrat gekauft, wo der Pilz bereits gewachsen ist.


    Die Pilze schmeckten sehr gut, die Ausbeute ist jedoch marginal. Bei der ersten Ernte hatten wir zwei große Pilze. Dann 3, dann 4, dann steht ... - wie es weitergeht (Weihnachtsmann) wisst ihr ja.


    Im Ernst, beim letzten Mal waren es 3 große und ein kleiner Pilz. Keine Ahnung, wie viele Ernten aus dem Substrat noch rauskommen. Ich glaube nicht, dass die 9 Pilze das Substrat bereits ausgelaugt haben. Wir werden es einfach weiter probieren, bis keine Pilze mehr kommen oder der Substratblock verschimmelt ist.


    Viele weihnachtliche Grüße und nen guten Rutsch,


    Knolli

    Einmal editiert, zuletzt von Knolli ()


  • Hallo Matthias, danke für deine rasche Antwort.


    Ich hab mich unklar ausgedrückt. Shiitake dachte ich, so nach Anleitung wie in den diversen Blogs, im Innenraum. Vielleicht mit einem fix-fertigen Set. Ich weiß nicht, ich denke, dieser Pilz wächst ja bei uns draußen nicht, oder? Hab noch nie was dazu gelesen. Und hab auch kein Myzel, usw. Also hier müsste ich sowieso was kaufen und dann die Anleitungen befolgen. Oder aus einem frischen Shiitake versuchen ein Mycel herzustellen. Das hab ich mal in einem Blog verfolgt, und die Ausfallsquote ist da recht hoch. Ich muss mir deinen Link noch ansehen. Danke dafür!


    Das mit dem Samtfußrüblingen hab ich einfach jetzt mal so ganz wild ausprobiert. Mir hat das mal ein Mykologe erklärt, dass das rein theoretisch geht, ein Mycel zu verpflanzen. Also hab ich einige Stückchen mit Holz/Rinde, wo kleine Samtis drauf waren, in die Rinde bei meinem Baum "eingepflanzt". Keine Ahnung ob das funktioniert. Man wird sehen. Walnuss ist jedenfalls sicher nicht optimal. Da wo ich die Pilzchen herhab, war das eine relativ junge Lagerstätte von Pappelholz und Erlen. Und wenn die dort so leicht anfliegen, warum sollte es dann nicht funktionieren, mit etwas Nachhilfe? Ansonsten probier ich es bei anderen Bäumen. Ich weiß ungefähr, wie der Pilz tickt, also er braucht ein bisschen Sonne bzw. Licht und steht gern frei.


    @ Knolli: danke für deine Erfahrungen. Etwas mager die Ausbeute... Naja der Spaß zählt. :agree: Aber das ist die Quintessenz aus allen diesen Züchter-Blogs, die in Innenräumen z. B. mit solchen Sets züchten, dass es sehr mühsam ist. Ich glaub das ist nichts für mich.


    LG Fred

    langsam fange ich an wie ein Pilz zu denken...

  • Hi Fred
    Shiitake wachsen hier in Europa nicht wild, ich habe jedenfalls noch nie was davon gelesen aber man kann sie auf Eichen Knüppeln oder sogar auf Birke anbauen im freien versteht sich.


    Bei Halle gibt es so z.B. eine Behindertenwerkstatt die u.a. Shiitake zum verkauf anbaut, bei Interesse mal googeln.


    Indoor geht auch, meine letzten 3 Blöcke (Marke eigenbau) habe ich im Juni im Kinderzimmer fruchten lassen (siehe Foto von der Ernte weiter oben).
    Also es wäre kein problem mal solch einen fertigen Block zu kaufen und fruchten zu lassen.
    Natürlich kann man auch nur Körnerbrut kaufen und etwas Experimentieren, dies musst du selbst entscheiden.
    Gruß Matthias

  • Hallo Matthias,


    ich hab jetzt "Knüppeln" in dem Zusammenhang googeln müssen, weil ich das so noch nie gehört hab. Und ich hab dazu bei der schnellen Suche auch nur einen Forenbeitrag gefunden, wo von "Knüppelzucht" und "Dübeln" die Rede ist. Dort müsste ich mich registrieren um die Bilder zu sehen, und es ist von 2014, weiß ich nicht, ob ich überhaupt noch Antworten bekommen würde.


    Ich hab das jetzt erst mal so gemacht, dass ich mit einem scharfen Messer die Rinde angeschnitten hab, also richtig ein bisschen ins Holz rein und dann die kleinen Pilzchen reingepflanzt, wieder zugeklappt, Borke wieder drauf und abwarten. Keine Ahnung, ich hab dazu noch nie eine Anleitung gelesen.


    Von älteren Fruchtkörpern habe ich die Sporen untergebracht.


    In den Foren habe ich bisher nur die Zucht in Gläsern und Wannen und mit "Füttern" (Sägespäne, Kaffeesud) und so weiter gesehen.


    Die Seite von dem Projekt in Halle hab ich gefunden, da sind aber keine Details. Die ernten aber viel: 4000 Kilo!


    Ich hab direkt im Garten einige Stümpfe, da möchte ich mal experimentieren. Auch weniger aggressive Baum-Arten, wie Apfel oder Pfirsich. Da fliegen Baumschämme und andere kleine Arten von selber an an.


    lg Fred

    langsam fange ich an wie ein Pilz zu denken...

  • Knüppelholz = etwa nur 10-12cm dicke und 1-1,5m lange Äste, für Shiitake am besten Eiche da diese einen hohen Kernholzanteil hat.
    Dübelbrut müsste in großen Mengen verarbeitet werden, lieber Substrat oder Körnerbrut verwenden die ist außerdem viel frischer einen Impfdübel sieht man oft nicht an ob er schon Jahre alt sind, Substrat und Körnerbrut würde schimmeln.


    Alte Stümpfe beimpfen bringt Null Erfolg, die sind von Natur aus schon mit diversen Pilzen kontaminiert.
    Hier Hilft nur fisches Holz besorgen, 1-2 Monate ablagern und dann beimpfen.
    Hier noch einen Link welche Holzsorte für welchen Pilz und wie viel Brut ect. man benötigt.


    http://www.shiitake.de/an_duebel/holzarten/index.html


    Apfelholz habe ich auch schon mit Austernbrut beimpft hat bei mir nichts gebracht.


    Hier mal ein paar Austern auf Buchenholz.

  • Hallo Matthias,


    danke für die weiterführenden Erklärungen. So sieht also Knüppelholz und das Knüppeln von in dem Fall Austern aus! Mir ist das viel symphatischer als das Züchten auf Holzspänen in irgendwelchen Wannen.


    Ich hab mich gestern nacht doch noch in das Züchterforum eingeloggt und auch noch Tipps zum "Dübeln" bekommen. Und auch, dass man mit geringen Aussichten Sporen von Samtis auf Holz probieren kann. Also es ist nicht total abwegig, dass es einen Erfolg hat, was ich tue.


    Jetzt muss nur noch mal schauen im Web, wo ich mir so ein Shiitake-Substrat kaufen kann, oder ev. auch Flammulina und interessanter Hinweis, das bei Dübel-Material das Alter nicht so gut sichtbar ist. Holz hab ich genug. Auch verschiedene Sorten.


    Da ich Outdoor, oder auf der Terrasse überlege, stellt sich noch ein bisschen die Frage nach der Jahreszeit. Bei Shiitake wahrscheinlich eher so die gemäßigte Zeit (Frühling/Herbst) Aber dazu werde ich noch wo Infos finden.


    Probieren muss ich das mal. Das lässt mir keine Ruhe. :)


    LG Fred

    langsam fange ich an wie ein Pilz zu denken...

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