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Digitales Mikroskop mit Foto

  • Hallo Foristen,



    ich bin am überlegen mir ein kleines Mikroskop zuzulegen. Auf alle Fälle sollte es digital sein und einfach in der Handhabung - ich möchte die Bilder am Rechner haben und natürlich eine Fotofunktion - aber ich glaube, die ist dann sowieso mit dabei.


    Es gibt dazu wahnsinnig viele Geräte, Marken, Empfehlungen, Testberichte online - Frage ist - so für den Anfang - hat da jemand einen persönlichen Tipp für mich? Weil ich ja auch nicht irgendwas anschauen will, sondern eben Pilze. Und ja ich bin am Apple, es muss also unbedingt eine entsprechende Software haben.


    Das würd ich mir nämlich zu Weihnachten schenken. :wink:


    LG Fred

  • Hallo, Fred!


    ich verstehe nicht so recht, was mit einem "digitalen Mikroskop" gemeint ist.
    Ein Mikroskop ist immer optisch und damit analog. Zumindest eines, mit dem man auch für die Pilzbestimmung arbeiten kann. Wichtig ist da eine echte 1000fache vergrößerung. Es gibt viele Billigmikros, die dann auch eine Digitalkamera dabei haben, die mit vergrößerungen bis zu 1400fach werben. Das ist aber totaler Humbug, da das eine leere Vergrößerung ist. Ab einer gewissen Auflösung wird nur noch ein Bild vergrößert, nicht mehr das Objekt. Was bedeutet, daß da keine weitere Schärfe reinkommt. Das heißt daß du feine Strukturen niemals so darstellen kannst, wie mit einem richtigen Mikroskop. Solche Dinge wie Sporenornamente kannst du damit in der Regel nicht sichtbar machen.
    Eine echte 1000fache Vergrößerung bekommst du nur mit einem Ölimmersionsobjektiv und dem entsprechenden Gerät dazu. Solche Mikroskope bekommst du aber durchaus auch gebraucht mal zum Preis von 250 bis 350 eu. Wobei sich ein paar eu mehr dann schon auch lohnen, weil man sonst gerne mal ein paar Tischfehler und Kratzer auf den Linsen mitkauft.
    Also ideal zum Einstig wäre sowas wie ein gebrauchtes Zeiss, da ist der Einkaufswert auch ungefähr gleich der Wiederverkaufswert.


    Bleibt das Problem mit der Optik: Wenn du nämlich digital am Rechner arbeiten willst, dann muss die Digicam auf das Mikro angepasst und geeicht sein. Und das klappt bei vielen Standardmodellen nicht.
    Soll da alles zusammenpassen, dann wird's auch entsprechend teurer.


    Nur ist dann auch die Frage: Warum?
    Arbeiten musst du eh am Mikroskop. Den Objekttisch bewegen, Blende verstellen, Grob- und Feintrib, Objektive wechseln: Das musst du ja eh alles am Mikro machen. Da kann man auch gleich durchs Okular gucken. Gewöhnt man sich im grunde schnell dran.
    Was die Bilder betrifft: ich knipse mit meiner Olympus einfach durchs Okular. Die Bilder sind nicht überragend, aber ok. Ein wenig Übung erfordert es, aber die Übung mit der Kamera ist noch das Einfachste an der ganzen Mikroskopiererei. :wink:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    na gut, dass ich gefragt habe. Es wird so sein, wie du sagst. Da stehen irgendwelche Vergrößerungszahlen dabei, wobei das natürlich heißen wird, dass das hinaufgerechnet wird.


    Es wäre schon sinnvoll das Bild gleich am Schirm zu haben, und ev. auch die Bilder online austauschen bzw. lokal speichern zu können. Sonst schau ich da einmal durch, und habs eine Woche später vergessen, wie das aussah.


    Ich hab mir das angesehen wie man mit einem normalen Fotoapparat durch ein analoges Mikro fotografiert, also Objektiv abschrauben und mit so einer Röhre. Das wollte ich mir eigentlich ersparen. Aber wenn die digitalen Mikros das nicht bringen, dann überlege ich mir ein analoges. Und mach es so wie du. Mache dann eben nicht überragende Bilder durchs Okular und kombiniere das mit überragendem Wissen. :wink: :D … na, es ist vollkommen richtig, ich wollte das sowieso erst auch mal klein halten, so anfängermäßig. Aber wenn ich dann nix seh, ist natürlich wenig Geld auch hinausgeschmissenes Geld.


    Das Problem ist dann auch, dass ich gar keine dig. Spiegelreflex habe, d. h. ich müsste mir so ein Teil auch kaufen, und das tue ich sicher nicht. Ich komm sonst gut mit höherwertigen Kompaktkameras und Handycams gut zurecht.


    "Zeiss gebraucht" hört sich gut an. Ich hab aber Befürchtungen, dass dann was fehlt oder zerkratzt ist. Aber mal sehen, was die Verkäufer so sagen und wieviel sie verlangen.


    ich lasse es mal auf mich wirken. Danke, LG Fred

  • Hallo, Fred!


    Wobei mein Mikro keinen Phototubus hat. ich fotografiere einfach freihändig durchs Okular. :wink:
    Auch das geht also, und zwar am besten mit ganz einfachen Kompaktkameras.


    Ein paar Bildchen kann ich mal zeigen, von der kürzlich untersuchten Peziza boltonii:



    Oder Entoloma lucidum:




    Oder Botryohypochnus isabellinus:



    Das Mikro hat gebraucht ~300eu gekostet, die Kamera habe ich von meinem Schwager. Die war nicht billig, als sie neu war, inzwischen müsste die so etwa 2,50 eu wert sein. :wink:
    Tut aber ihren Dienst.


    Was du vielleicht mal machen könntest: Wenn du jemanden kennst, der ein Mikroskop hat, oder es bei dir in der Gegend einen Pilzverein gibt, wo auch mikroskopiert wird: Einfach mal hingehen, zugucken, selbst mal was ausprobieren.
    Das kann schon einige Fragen beantworten und dir vielleicht eine Hilfe sein, was für eine Ausrüstung für dich am ehesten in Frage kommt.



    LG, pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Danke Pablo für die recht konkreten Angaben und die tollen Bilder. Das beruhigt mich, dass du auch mit Kompaktkameras fotografierst. Deine Aufnahmen gehen durch und erfüllen den Zweck. Ich weiß nicht, was da jetzt noch schöner und besser sein könnte. Mehr brauche ich auch nicht. Also vergesse ich die Spiegelreflexkamera-Röhren-Geschichte ganz schnell wieder und schlag mich mit meinen Kameras und einem analogen Mikroskop durch.


    Ich bin hier auf der grünen Wiese und habe eigentlich nicht wirklich Zugang zu einen Verein. Keine Ahnung wo hier ein Verein ist und ich bin überhaupt schon so ein Internet- 2.0-Typ. Ich komm super mit virtuellen Kontakten zurecht. Ich muss jetzt nicht Kontakt mit dem nächsten Real-Life-Sachverständigen haben, usw.
    Ich bin schon eine ganz andere Generation.



    Für mich ist das finanziell überhaupt keine Sache so ein gebrauchtes Zeiss zu kaufen und fertig. Bin halt so…


    Noch mal ganz lieben Dank, dass du dir die Mühe gemacht hast, die Bilder online zu stellen. Ist super interessant. Vielleicht kann man sich später auch so mal austauschen - mit Mikroskopiebildern. Ich bin sicher, das interessiert auch andere. Eine gewisse Userin war hier auch mal sehr neugierig… und mich hat das wiederum neugierig macht.


    LG Fred

    langsam fange ich an wie ein Pilz zu denken...

    Einmal editiert, zuletzt von Kowalski ()

  • Hallo, Fred!


    Du hast schon recht: Das ist eine spannende Sache.
    Aber auch unheimlich zeitintensiv. Am Anfang kann es mal zäh sein, manchmal nervig wenn die Präparate nicht gelingen wollen, aber es ist schon eine Bereicherung.


    Du musst das natürlich so machen, wie es für dich am besten ist.
    Aus meiner Erfahrung ist es so: Angefangen hat die Sache mit dem online Kontakt über das Nachbarforum. Dann kamen die ersten treffen zustande, ganz und gar zwanglos, einfach um mal gemeinsam unterwegs zu sein. Und dann hat sich das weiter entwickelt. Durch den direkten Austausch mit Pilzfreunden habe ich unheimlich viel gewonnen. Im Forum auch, aber eben besonders bei persönlichen Treffen. Das hat mich vorangebracht und ich möchte das jetzt nicht mehr missen.
    Manche Dinge kann man doch am besten direkt am Pilz (oder am Mikroskop) austauschen.



    LG; pablo.

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