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Satansröhrling

  • [size=4][font="arial, helvetica, freesans, sans-serif"][size=5]"EWFussballprofi[/size][size=4]am 14.09.2013 um 17:03:38 Uhr[/size][size=4]6[/size]
    [size=4]7[/size]
    [/font][/size]

    [size=4][font="arial, helvetica, freesans, sans-serif"][size=5]Satanspilz? Giftig? Da geht vor dem Giftig noch ein Wort ab! Nämlich "Roh"! Kein Röhrling ist gut gekocht mehr giftig! Tödlich iss er aber aa roh nicht! Den Satansröhrling muß man halt mal mindestens ne halbe Stunde durchbrutzeln, daß er eßbar wird."[/size]



    [size=5]Hallo, [/size]
    [size=5]habe gerade obigen, älteren Artikel über den Satanspilz im Internet gefunden. [/size]
    [size=5]Mich würde jetzt dazu gerne, da mich diese Aussage doch sehr verwundert hat, die Meinung der Experten hier interessieren![/size]
    [size=5]Danke![/size]
    [size=5]Thomas[/size]
    [/font][/size]

  • Hallo Thomas,


    nun, tödlich giftig ist er nicht, soll aber schwere Magen-Darm-Beschwerden verursachen, auch nach ausreichendem Garen.


    Sicher kommt es hier auch auf individuelle Verträglichkeiten und die Menge der verzehrten Pilze an. Bei anderen Pilzen wie z.B. Netzhexen oder Hallimasch gibt es ähnliche Indikationen, die Einen vertragen sie, die Anderen nicht.


    Aber man muss absolut nicht alles ausprobiert haben. Zumal bei uns keine Hungersnot herrscht..... meine Meinung!


    LG


    PilzHex`

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    Lieber in die Pilze als ins Fitness-Studio!

    Einmal editiert, zuletzt von PilzHex` ()

  • Hallo Thomas,


    ich kenne kein Pilzbuch, welches den Satanspilz nicht als giftig deklariert! Wenn er einigermaßen genießbar wäre, hätte ich das schon irgendwo gelesen. Viele Leute behaupten ja auch, sie würden den Fliegenpilz essen und vertragen. Wer mit Pilzen und gesicherten Pilzkenntnissen gerade vom Satans- und Fliegenpilz so umgeht, ist einfach nur leichtsinnig, wenn nicht sogar dämlich.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo Veronika,


    sicher wurden in osteuropäischen Ländern Pilze speziell zubereitet und gegessen, die eigentlich nicht genießbar oder gar giftig sind. Auch WIKI bietet hier viele Informationen besonders zum Fliegenpilz. Echt sehr interessant, aber nicht zur Nachahmung empfohlen...


    Wir Mitteleuropäer haben dank überzüchtetem Supermarktgemüse ohne Bitter- und sonstiger Reizstoffe einen viel empfindlicheren Verdauungstrakt als andere Völker. Wer isst schon noch Löwenzahn, Brennessel, Gundermann, alle Arten von Kohl in Massen und trinkt Kaffee aus Wegwarte und Gerste...


    Auch die Gene der einzelnen Völkergruppen spielen wohl eine Rolle.


    So mag es ja sein, dass manche ältere Einwanderer solche Pilze sogar vertragen. Fragt sich nur, für wie lange...


    LG


    PilzHex`

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  • Zitat

    Wer isst schon noch Löwenzahn, Brennessel, Gundermann...


    Ich:D, und vor allem mein Lieblingshalswehmittel "griechender Günsel". Kaffee bevorzuge ich aber aus Kaffeebohnen:P


    Was man auch immer bedenken sollte, ist mögliche Schwankungen des Giftgehalts in Abhängigkeit von Standort und anderen Faktoren (Stressoren wie Insektenbefahl, Alter der Pflanze bzw. der Fruchtkörper, etc...).

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo.


    Da gibt es noch ein paar andere Besonderheiten. Zum Beispiel daß die Inhaltsstoffe / Giftstoffe ein und der selben Art regional ganz unterschiedlich pro Fruchtkörper konzentriert sein können.
    beim Fliegenpilz ist es zB auch richtig, daß die Giftstoffe vor allem in der Huthaut angereichert werden. Ist bei Perlpilzen auch so (auch wenn es da andere, definitiv hitzelabile Giftstoffe sind), warum es auch da nicht verkehrt ist, die Huthaut abzuziehen.


    Dennoch erschließt sich mir der Sinn nicht, warum man bekannt giftige Pilze essen muss. Mal abgesehen von regionalen Gepflogenheiten und Rezepten (Silieren von scharfen Milchlingen kann wohl eine sehr feine Sache sein) sind manche Pilze einfach giftig und bleiben es auch, egal was man damit für Umstände betreibt.
    Möglicherweise wird die Giftwirkung reduziert, aber das ist in den meisten Fällen ein eher unsicherer Prozess (Fliegenpilz, Frühjahrslorchel und auch Satansröhrling), so daß da auch nach langer Zubereitung immer noch Vergiftungen auftreten.


    Russisches Roulette mit Pilzen: Wer so einen Unsinn braucht, soll es tun, aber bitte alle anderen dabei in Ruhe lassen.


    Zur Kriegspilzgeschichte:
    Klar, in Zeiten der Not frisst man die Wurst auch ohne Brot, bzw. greift auf Pilze zurück, die man sonst nicht essen würde.
    Aber doch nicht Satansröhrlinge. Wenn die so schmecken wie sie riechen: Oh graus!
    und warum ausgerechnet so eine seltene Art? Die bieten sich doch eher tausend andere Arten eher. Leute, wenn ihr was eher Unangenehmes essen wollt was sonst niemand isst, dann nehmt Samtfußkremplinge. Die sind definitiv ungiftig, immens häufig, schmecken nur halt nicht.
    Oder Schmetterlingstrameten. Oder alle Arten Sägeblättlinge und Stielporlinge. Oder Graue Wulstlinge. :wink:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

    Einmal editiert, zuletzt von Beorn ()

  • Zitat von PilzHex` pid='30697' dateline='1464199240'

    ... Wer isst schon noch Löwenzahn, Brennessel, Gundermann, alle Arten von Kohl in Massen und trinkt Kaffee aus Wegwarte und Gerste...


    ICH!
    speziell Gundermann, z.B. im Salat ist wunderbar! Löwenzahn, jung geerntet ist wunderbar! Wem die Blätter zu bitter sind folgender Rat: Mit Wurzelstück geerntet und dann die Wurzel in kochendes Wasser stellen, dadurch verlieren die Blätter einen Teil der Bitterkeit.
    "Muggefugg", - da ist mir Bohnenkaffee schon lieber. Aber Kaffee aus Gerste (Malz) und Wegwarte(-wurzel) (Zichorie, Chicoree) ist durchaus nicht zu verachten.
    übrigens: Gundermann, Fliegenpilz und noch vieles andere (Eichenrinde, Tiergalle, Bilsenkraut,...) mehr waren vor dem Deutschen Biergesetz (statt Hopfen) ausserhalb Bayerns in den sogenannten Grut- (Kräuter) Bieren zur Haltbarkeit und für die Bittere durchaus im Einsatz. In Bayern galt ab 1516 das "Bayrische Reinheitsgebot", da durch diese "Zusätze" gesundheitliche Folgen nicht immer ausblieben; deshalb lieber: HÄNDE WEG !!
    Gruß
    fidde
    p.s.: Brennesselspinat; wunderbar!

    "Pilze sind ein Gemüse, das an feuchten Plätzen wächst und deshalb wie ein Regenschirm geformt ist."

    Einmal editiert, zuletzt von waldschrad ()

  • ... wusste ich doch, daß viele Pilzler auch die leckeren Kräuter am Wegesrand kennen und nicht stehen lassen!


    Auch bei uns steht Brennessel, Giersch, Bärlauch, Gundermann & Co. regelmäßig auf dem Speiseplan. Maultaschen oder Kräuterbutter mit eben diesen Zutaten - würzig und köstlich, unsere Gäste waren sehr erstaunt. Der Salat mit Spitzwegerich und Gänseblumen wurde aber argwöhnisch beäugt.


    Naturfreunde sind aber immer noch die Ausnahme. Die Meisten in meinem privaten und beruflichen Umfeld fürchten sich vor dem Wald und würden nie alleine reingehen. Löwenzahn nicht von der Butterblume unterscheiden können. Und das Fertigfutter in der Microwelle geht sowieso schneller...


    Außer Fliegenpilzen würden sie vermutlich auch keinen Pilz im Wald erkennen...

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    Lieber in die Pilze als ins Fitness-Studio!

  • Schön, hier eine kleine Diskussion angeregt zu haben... Vielen Dank für alle Reaktionen! Allerdings wird mir klar, daß ich eigentlich eine komplett falsche Überschrift für meinen Artikel gewählt habe wenn ich jetzt sehe, in welche Richtung sich Eure Beiträge entwickeln! Und auch mir selbst ist klar geworden, daß mein eigentliches Problem ein ganz anderes ist und dieser gefundene Artikel über Satanspilze einer bekannten Pilzseite eigentlich nur ein "Auslöser" war. Ich habe selbst einmal Biologie studiert und weiß, daß wir es hier eigentlich mit einer sehr rationalen und sachlichen, z.B.auf mathematischen und chemischen, damit auch medizinischen, Gesetzmäßigkeiten aufgebauten Wissenschaft zu tun haben. Selbst wenn man individuelle körperliche Verträglichkeiten, regionale Traditionen und Abweichungen (werde es niemals vergessen, wie mir ein Ranger in einem kanadischen Nationalpark einen Steinpilz aus der Hand schlug und mich fragte, ob ich lebensmüde sei) oder andere vertretbare Ausnahmen von der Regel akzeptieren kann, müsste es doch eigentlich eine einheitliche und klare Linie geben! Oder sehe ich das falsch? Mir kommt es jedoch, je tiefer ich mich im Internet in die Materie einlese, vor, als wenn nicht wissenschaftliche Erkenntnisse zu z.T. völlig entgegengesetzten Aussagen führen! Eher bekommt man den Eindruck, als wird irgendeinem "Banner" , ähnlich religiösen oder politischen Erscheinungen, hinterher gelaufen!? Es kann doch wohl nicht sein, daß ein und der selbe Pilz auf der einen Seite als giftig publiziert wird, auf der anderen in Literatur des selben Jahrgangs als edler Speisepilz dargestellt wird!!! Oder ein praktisches Beispiel: Auf diesen Forumsseiten, wie auf einigen anderen auch, wird z.B. beim Hallimasch darauf gedrungen, ihn 20 Minuten lang vor der weiteren Zubereitung abzukochen, zu "entgiften". Ich sage, wie andere Foren auch, völliger Unsinn! Meine Familie, verstreut in viele Regionen dieser Welt, isst diesen Pilz schon immer kurz und knackig angebraten ohne ihn auch nur eine Sekunde abgekocht zu haben. Noch nie ist jemals irgendeinem "Ahnen" oder den ungezählten Gästen auch nur das geringste Bauchweh widerfahren.
    Was ist denn nun aber richtig???? Ist das Sammeln bzw. Essen von Pilzen letztendlich doch nur eine Glaubens- oder Erfahrungsfrage?
    Danke für Eure Aufmerksamkeit!

  • Beachwolle schrieb "Ist das Sammeln bzw. Essen von Pilzen letztendlich doch nur eine Glaubens- oder Erfahrungsfrage?"



    Glauben weniger - Erfahrung und neue wissenschaftliche Erkenntnisse sind auf jeden Fall wichtig.


    So wird hier dank der vielen Informationen und dem regen Austausch z.B. zu Hallimasch, Grünlingen, Nebelkappen, kahlen Kremplingen, Perl- und Butterpilzen usw. mancher Pilzanfänger vor Gefahren und unangenehmen Erfahrungen gewarnt.


    Oft ist man früher (wie ich) mit der Mutter in die Pilze, einen uralten Pilzführer im Gepäck. Das Pilzwissen stammte somit noch von der Oma (Ende 80!). Ich habe im Forum und bei geführten Pilzwanderungen sehr viel dazugelernt!


    Allerdings muss ich sagen, dass mangels Kenntnissen früher nur Maronen, Steinpilze, Pfifferlinge und Champignons sowie Parasol gesammelt wurden.

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    Lieber in die Pilze als ins Fitness-Studio!

    Einmal editiert, zuletzt von PilzHex` ()

  • Zum späten Abend noch einen Satz von mir dazu, liebe Pilzgemeinde.


    Alles,was hier geschrieben wurde, ist mir auch bekannt und es soll von mir aus jeder essen, was er möchte und wenn es Fliegenpilze sind. In Gegenden Russlnds, wo der Fliegenpilz auch verwertet bzw. gegessen oder der Sud getrunken wird, wird aber den Kindern genauso wie bei uns beigebracht, dass es sich um einen Giftpilz handelt!!!
    Ich für meine Person habe viel zu viel Respekt, nicht Angst, vor den Pilzen und lege auf Erkenntnisse unserer Altvorderen großen Wert und die Pilze, die unsere Vorfahren schon als giftig erkannten, sind auch heute noch giftig und es kommen durch neuere Methoden der Untersuchung noch weitere dazu.


    Dieses Bedürfnis, alles, was im Wald steht, auch essen zu wollen, ist nicht gesund und vor allem nicht notwendig.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

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