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Vielfalt nun auch im Norden

  • fen Liebe Pilzfreunde,


    die Pilzvielfalt hat nun auch bei uns sich eingestellt, jedoch regional sehr unterschiedlich. Die meisten Pize wachsen nach wie vor vor meiner Haustür unter Roteichen stehen in diesem Jahr Perpilze wie lange nicht.


    Hier einpaar interessante Pilze der letzten 3 Tage.


    Die ersten 3 Bilder zeigen Hainbuchenröhrlinge (Leccinum pseudoscabrum).



    Diese Röhrlinge lufen beim Anschneiden oder bei Verletzungen stark schwarz /violett an. Die Hüte sind sehr verschrumpelt und dunkel gelb bzw. dunkel braun.
    Blutroter Röhrling (Xerocomus rubellus)

    Weniger angenehm ist der Stinktäubling (Russuls foetens).

    Den Maggipilz/Bruchreitzker (Lactarius helvus) mag ich besonders, getrocknet und gemahlen ist der ein feines Würzmittel[i].


    Ich verabschiede mich mit einem schönen Ostseebild und wünsche ein pilzreiches Wochenende.

    Hier ist was falsch gelaufen. Das Bild zeigt eine Missbildung eines mir unbekannten Bltterpilzes.

    Bilder

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

    Einmal editiert, zuletzt von weisheit ()

  • Sehr schöne Bilder Veronika! Auf die Hainbuchenraufüße warte ich auch schon seit Wochen, bisher hat sich an meinen Stellen aber noch keiner gezeigt (oder jemand anderes war schneller).


    Ups, jetzt ist das Bild mit der Missbildung verschwunden

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Hallo Thomas,


    ja, das ist der Gespensterwald, richtig erkannt.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Zitat

    ja, das ist der Gespensterwald, richtig erkannt.


    Hallo Veronika,
    gefällt mir von allen Fotos am besten, aber warum ist er bei dem schrägen Wasser nicht überflutet ? :rolleyes:
    Die Mißbildung könnte eine sog. Rüblingsgalle sein, irgendwo im Forum war gerade ein Beitrag dazu.
    Grüße Grübling.

  • Hallo Grübling,


    das ist eine Steilküste und sieht auf dem Foto nur so eben zum Wasser hin aus. Rüblingsgalle kommt mir auch bekannt vor und der nicht bissgebildete Pilz könnte tatsächlich ein Rübling sein. Ich danke dir.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Die Orte, die im Leben tiefe Spuren hinterlassen haben, erkennt man doch immer wieder...! :)
    Mich überkam doch sofort ein Gefühl der Sehnsucht..
    Übrigens oben ein wunderbarer Pilzwald und unten ein Eldorado für Hobby-Paläontologen! Einfach nur schön!!!


    LG Thomas

  • Hallo Veronika,

    Zitat

    ...das ist eine Steilküste und sieht auf dem Foto nur so eben zum Wasser hin ausdas ist eine Steilküste und sieht auf dem Foto nur so eben zum Wasser hin aus...


    da bin ich ja beruhigt, hatte aber trotzdem das Gefühl, dass die Ostsee ausliefe. Habe sie deshalb begradigt und auch etwas besseres Wetter gezaubert.
    Grüße Grübling.

    Bilder

    • WP_20160715_14_20_35_Pro2.JPG
  • Hallo, Veronika!


    Das ist so ein schönes und mystisches gebiet, irgendwann will ich da auch mal hin.
    Den Wald und die Küste kenne ich zwar bisher nur von Bildern, hätte sie bei dir aber sofort wiedererkannt. :happy:


    Eine Frage am Rande: Wie ist das nun mit der Giftigkeit von Lactarius helvus (Maggipilz, Bruchreizker)? In den meisten meiner Quellen taucht der als (schwach) giftig auf. Sicher kein Problem bei geringen mengen als Würzpilz, aber dennoch: Stimmt das überhaupt? Kennt jemand dazu toxikologisch fundierte Aufsätze?



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

    Einmal editiert, zuletzt von Beorn ()

  • Hallo Pablo,


    ich kenne diese Aussage vom Maggipilz (schwach giftig) auch nur aus alten und neuen Pilzbüchern. Eine wissenschaftlich fundierte Aussage oder ein entsprechender Aufsatz ist mir nicht bekannt.
    Den Pilz habe ich frisch auch schon gegessen im Mischpilzgericht und habe kein Unwohlsein oder dergleichen bemerkt. Getrocknet und pulverisiert, gefällt er mir aber am besten.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Hallo, veronika!


    Mir nämlich auch nicht. Eventuell ist das auch einer dieser Fälle, wo ein Pilz mehrfach reaktionen erzeugt hat, diese aber individuell bedingt waren. Also wo einfach die Chemie zwischen Pilz und manchem verzehrenden Pilzfreund nicht stimmte.
    Was ja des Öfteren vorkommt, siehe auch Netzhexen oder Hallimasch - Arten.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Schöne Bilder und vielen Dank fürs zeigen.


    Ich würde es allerdings begrüßen wenn als giftig eingestufte Pilze hier nicht als essbar dargestellt werden, bis es fundierte Aussagen darüber gibt. Zumindest sollte ein deutlicher Hinweis angefügt werden.


    Nichts für ungut
    Frank

  • Hallo Frank,


    ich verstehe deine Bemerkung, möchte aber dazu sagen, dass wir, Pablo und ich, den Pilz weder als giftigen noch als essbaren Pilz dargestellt haben.


    Damit für alle Mitlesenden keine Missverständnisse aufkommen, hier nocheinmal eine eindeutige Erklärung, welche auch in den allermeisten Pilzbüchern nachzulesen ist.


    Der Bruchreitzker/ oder Maggipilz (Lactarius helvus) gilt als schwach giftig und in großen Mengen genossen verursacht er Übelkeit, Durchfall und Erbrechen. Verzehr einzelner Exemplare im Mischpilzgericht sind ungefährlich und getrocknet, auch pulverisiert ist es ein sehr guter Würzpilz.


    Nachzulesen bei:
    1. Der große Pilzführer von Ewald Gerhrdt
    2. Hanbuch für Pilzfreunde Bd. 5, von Michale, Hennig, Kreises
    3. fast in jedem Pilzbuch

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Danke Veronika.


    Möchte nur vermeiden das mal jemand ankommt und sagt, da stand das er vom PSV gegessen wird, deshalb hab ich ihn auch gegessen.


    Antonius behüt´ und herzliche Grüße
    Frank

  • Hallo, Frank!


    Da hast du natürlich recht, das sollte man vielleicht etwas deutlicher machen.


    Bei Veronika weiß ich, daß sie das Risiko eben schon kennt, da ging es nun um einen ganz persönlichen Austausch, weil ich selbst eben zu dem Pilz auch nur vage Informationen habe.
    Ich glaube, da haben wir beide (veronika und ich) nicht genau drüber nachgedacht, daß das auch mißverstanden werden kann.


    Aber nun steht's ja dabei, als Warnung an alle Leser:
    Mit dem Pilz sollte man schon aufpassen, der ist nmicht unbedenklich.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo,


    die Giftigkeit des Maggiepilzes kenne ich nur aus einem Erlebnis meines Bruders. In einem Kinderferienlager hatten sich die Betreuer auf Anraten eines "Pilzkenners" eine schöne große Pfanne Pilze gebraten unter denen auch sehr viele Maggiepilze waren. Auf den Hinweis meines Bruders das dieser giftig wäre erwiederte der "Pilzkenner, daß er diese schon immer sammeln und verspeisen würde. Das Ergebnis war ein großer Andrang auf den Toiletten in den nächsten 24 Stunden:D. Wirkungsvoll scheinen sie also zu sein.


    VG Jörg

    Weil Pilze keine Bücher lesen sehen sie selten so aus wie sie sollten

    Einmal editiert, zuletzt von Heuler22 ()

  • Zitat von Beorn pid='31829' dateline='1468677406'


    Eine Frage am Rande: Wie ist das nun mit der Giftigkeit von Lactarius helvus (Maggipilz, Bruchreizker)? In den meisten meiner Quellen taucht der als (schwach) giftig auf. Sicher kein Problem bei geringen mengen als Würzpilz, aber dennoch: Stimmt das überhaupt? Kennt jemand dazu toxikologisch fundierte Aufsätze?


    Hallo Pablo,


    zu dieser Art schreibt [1] im Kapitel "Gastrointestinales Pilzsyndrom" sinngemäß:


    Der einzige echte Giftpilz in dieser Gattung (Lactarius) ist wohl der nach Liebstöckel riechende (und deshalb in kleinen Mengen noch als Würzpilz geeignete) Bruchreizker Lactarius helvus.


    Im Oktober 1949 kam es in einem Leipziger Krankenhaus zu einer Massenvergiftung von insgesamt 418 Personen. [K5]


    Symtome in der Reihenfolge ihrer Häufigkeit waren Brechreiz, Erbrechen, Leibschmerzen, Speichelfluss, Schwäche, Schwindelgefühl, Durchfall und Frösteln.


    Die Latenzzeit ist typisch sehr kurz: Bereits nach 30 min waren bei 3/4 der Personen die Beschwerden eingetreten.
    ------------------------


    Die DGfM [2] führt "Lactarius helvus" als Giftpilz im Kapitel "gastrointestinales Syndrom".


    ---> Immer wieder lesenswert [3]
    -------------------------


    In [4] wird Lactarius helvus namentlich nicht genannt.



    Grüße
    Gerd



    Literatur:


    [1] Bresinsky, Besl (1985): Giftpilze. Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte und Biologen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft.

    [2] DGfM: Pilzvergiftungen
    ---> http://www.dgfm-ev.de/zusammen…g-der-vergiftungssyndrome


    [3] DGfM-Vergiftungsberichte.
    ---> http://www.dgfm-ev.de/category…ungen/vergiftungsberichte


    [4] R. Flammer, E. Horak (2003): Giftpilze - Pilzgifte; Schwabe


    [K5] Klemm, G. (1961): Beobachtungen über den Verlauf einer Massenvergiftung mit dem Bruchreizker - Lactarius helvusFries; Mkol. Mitt. bl. 5, 1-4

  • Hallo, Gerd!


    Das ist doch mal Einiges an handfesten und belastbaren Quellen. :agree:
    Quelle [2] hatte ich schon eingesehen, Quelle [1] habe ich ja, das kann ich nachlesen. [4] kann ich ebenfalls einsehen, was sehr gut ist auch wegen der Aktualität.
    Ein Problem habe ich mit dem Link zu Quelle [3]: Da finde ich keinen Hinweis zu Lactarius helvus (oder übersehe ich etwas?). Sortiert nach Karteikarten zum Durchklicken ür die Jahre 2007 bis 2010 sind da sehr interessante Artikel, aber ich sehe keinen zum Maggipilz.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo, Gerd!


    OK, dann ist das auch geklärt. :agree:
    Interessante Berichte sind da in jedem fall dabei.


    ich denke schon, daß lactarius helvus wohl mit Vorsicht zu behandeln ist, aber eben so hatte ich Veronika auch verstanden: Daß sie eben geringere mengen des Pilzes als Würzpilz nutzt. Und sich dabei über die mögliche Giftigkeit im Klaren ist.


    Ähnliche Gedanken hatte ich auch schon bei verschiedenen Duftstachelingen, die ja auch getrocknet ganz lecker würzig riechen. Da sind allerdings ja alle Arten recht selten bis extrem selten, wenn ich mal welche in der Hand hatte, dann doch eher mit anderem interesse als dem verzehr. Und viel verwenden wird man von solchen Pilzen ohnehin nicht können. Oder hat schon mal jemand versucht, einen Maggi - Würfel zu lutschen? :wink:



    LG; Pablo.

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