Hallo, Besucher der Thread wurde 3,2k mal aufgerufen und enthält 6 Antworten
  • Hallo, Pilzfreund/inn/e/n!
    Nach wie vor halte ich mich für einen "blutigen Pilznovizen". Und auch mit Büchern und dem Internet kommt man ja nicht unbeding sicher weiter...


    Heute stand am Wegesrand der Pilz, von dem ich ein paar Fotos mitsende.
    Er ist ca. 13cm hoch und der Schirm hat, im noch "angewachsenen" Zustand, einen Durchmesser von ca. 8cm. Der Schirm ist dunkelbraun und der Stil weiß.
    Im Bereich der Sporen ist der Pilz gelb.
    Der Pilz riecht und schmeckt an der Schnittfläche etwas scharf-aufdringlich.


    Nach Fotos sehe ich eine ziemliche Ähnlichkeit zum Keuligen und Zwieblefüßigem Halimasch, allerdings ist der Stil überhaupt nicht gelblich.


    Vielleicht kann jemand den Pilz identifizieren?


    Schönen Abend!
    Jürgen

  • Hallo, Claudia, hallo, Pablo!
    Vielen Dank für das Teilen eures Wissens!


    Ich habe natürlich auch auf DIESER Seite versucht, den Pilz zu bestimmen.
    Dafür hatte ich folgende Einstellungen der Pilzsuchmaschine vorgenommen:
    Hauptmerkmal: Lamellenpilze
    Fruchtkörper: halbkugelförmig
    Wuchsort: hatte ich frei gelassen, da der Pilz am Übergang von Rindenhäckseln zu einer Wiese stand
    Sporengeber: angewachsen
    Stil: knollig
    Hutfarbe: braun
    Lamellen: ebenfalls freigelassen, da mir weiß oder grau möglich schien
    Stiel: weiß
    Fleisch: weiß
    Farbänderung nach Anschnitt: keine


    Mit DEN Einstellungen wird der Riesenträuschling aber nicht angezeigt. Woran mag das liegen? Fehlt der Pilz vielleicht noch in der Datenbank?


    Morgen werden wir uns den Pilz mal zum Frühstück anbraten. Mal sehen, wie er uns schmeckt!


    Ich finde es schön, hier (und das auch noch schnell) Antworten von menschen zu bekommen, die sich auskennen. Ein herzliches Dankeschön dafür!


    Jürgen

    Wieder ein kleiner Schritt weiter auf dem Weg zum Kenner? Oder doch nicht und eher wieder ein Schritt zurück?

  • Hallo Jürgen,


    ich halte nicht viel von der Suchmaschine, auch wenn ich einige Bilder mit bereit gestellt habe. Das soll nicht heißen, dass die Suchmaschine schlecht ist, das soll nur heißen, ich kann damit keinen Pilz bestimmen.
    Und wenn ich mich erinnere, wie ich in meinen Anfangszeiten Pilze bestimmt habe, dann war das nach der ganz klassischen Methode - ein einfaches Taschenbuch, den Pilz suchen und jedes Merkmal in der Beschreibung mit meinem gefundenen Pilz vergleichen. Wenn ich alle, ich betone alle, Merkmale gefunden habe an meinem Pilz, dann war ich zufrieden und habe ihn gegessen oder nicht. Erst viel später habe ich mich an die Systematik heran gearbeitet. Ich will damit sagen, es geht nicht bei der Pilzbestimmung ohne intensive Literaturarbeit ob im Buch oder im Internet, es geht nicht. Und mit Merkmalen eingeben geht es auch nicht. Sobald ich ein Merkmal eingebe, was die Maschine nicht gespeichert hat, bekomme ich eine falsche Antwort.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Guten Morgen!


    Meine Entwicklung war wohl recht ähnlich zu der von Veronika.
    Und es ist noch nicht lange her, daß ich angefangen habe, mit ausführlicher Bestimmungsliteratur zu arbeiten. Davor habe ich in den (nicht so umfassenden) Pilzbüchern auch immer minutiös die Beschreibungen mit meinen Funden verglichen. Seit ich intensiver mit Pilzen arbeite, benutze ich meistens auch Bestimmungsschlüssel wie Funga Nordica, Gröger oder diverse Gattungsmonografien.
    Im Grunde funktioniert die Pilzsuchmaschine wie ein Schlüssel, nur daß man nciht von einem Schlüsselmerkmal zum nächsten wandert, sondern alles zugleich eingibt. Das hat Vor- und Nachteile, aber das alles auszuführen würde hier den Rahmen sprengen. Ein Punkt betrifft aber sowohl das klassische Schlüsseln mit Literatur als auch die Bedienung einer Suchmaschine (oder App): Man braucht eine gewisse Merkmalskenntnis, um überhaupt zu verstehen, was die Merkmale bedeuten und wie was zu interpretieren ist.
    So ist das hier zB ein recht junger Pilz, die Stielform ist also schwer zu beurteilen. Nur: Knollig ist sie nicht. Knollig wäre zB der Stiel eines Perlpilzes oder eines Parasols; also eine Säule mit einer Knolle unten dran. Hier würde man von "keulig" sprechen, wenn der Pilz weiter wächst, ist der Stiel dann zylindrisch.
    Ein weiterer Nachteil ist vielleicht Folgender: In Europa gibt es um die 10000 Arten an Großpilzen (und dicher nochmal etwa die 10fache Menge an "Kleinpilzen"). Mit solchen makroskopischen Schlüsseln (egal ob elektronisch oder klassisch) kommt man nicht weit: Schon recht früh werden mikroskopische Details wichtig, sofern man nicht bereits über eine recht umfassende Formenkenntnis verfügt (Sporen glatt oder ornamentiert, amyloid oder nicht,, zellulärer Aufbau der Huthaut, Schnallen an den Hyphensepten vorhanden oder nicht, Zystiden vorhanden und wenn ja dann wo und so weiter).
    Und generell müsste man immer erst die absoluten Basismerkmale haben, dazu gehört die Farbe des Sporenpulvers - nicht die der Lamellen (denn das muss nicht immer zusammenpassen). Denn hier hast du zB einen jungen Pilz: Die Lamellen sind weißlich, das Sporenpulver dieser Art ist aber schwarz (mit violettem Hauch).
    Insofern hast du nichts falsch gemacht: Pilzkunde ist einfach sehr komplex, da kommt man nicht immer zu einem glatten Ergebnis.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo,
    heute morgen haben wir den Riesenträuschling angebraten und er hat uns gut geschmeckt!
    Eine Pilzart mehr auf der Liste von "Lecker, schau mal, ob du noch einen davon findest!"
    Allen viel Erfolg beim Finden!
    Jürgen

    Wieder ein kleiner Schritt weiter auf dem Weg zum Kenner? Oder doch nicht und eher wieder ein Schritt zurück?

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