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Nichts für schwache Nerven!

  • Hallo,


    Natur ist nicht immer schön!
    Ich hatte doch länger überlegt, folgende Bilder einzustellen und wer etwas zarter besaitet ist, sollte sich das vielleicht auch ersparen, aber es war nun einmal Bestandteil meiner heutigen Pilzwanderung. Auch wenn es mit Pilzen rein gar nichts zu tun hatte.
    Jeder Pilzler wird in Wald und Flur schon einmal einem Tierkadaver begegnet sein, ich jedoch bin heute wohl eher auf dem "Friedhof der Kuscheltiere" gelandet! Und Ähnliches hatte ich vorher auch noch nie so gesehen.
    Kurze Erklärung: Die in der Mitte auf dem ersten Bild zu sehende ca.50x50 Meter kleine "Insel" befindet sich mitten auf einem Feld. Sie wird von mir alle 4-6 Wochen auf dem Weg zu meinen Judasohren-Jagdgründen überquert. Ende Januar lag dort noch nichts herum! Auf jedem Foto befindet sich ein anderer Kadaver, nichts doppelt oder so, eher einige Dinge nicht abgelichtet!
    Ich erspare mir hier ganz bewusst eine Bewertung der ganzen Geschichte, stelle jedoch einmal provokativ folgende Fragen: Welche natürlichen Feinde hätten mehrere ausgewachsene Wildschweine....?! (Bären und Obelixe gibt es in der Region nicht...) :wink:
    Da sich das gesamte Schlachtfeld im Umkreis von 25 Metern um einen Hochstand befindet, muss es in der Natur so aussehen oder sind Jäger blind???!!!
    Haben Jäger eigentlich auch Pflichten???!!!
    Nach meinem ersten Entsetzen hatte ich heute jedenfalls ob dieser "Natur schützenden und hegenden Grünröcke" einen richtigen Hals...!
    Aber seht selbst:

  • Hi thomas.
    Auweh, schaut mich gar nicht gut an.
    Bestenfalls handelt es sich noch um einen total verunglückten luderplatz (hier wird "normal" versucht mit kleinen mengen vergrabener reste füchse anzulocken/würde die nähe zum hochstand erklären).
    Größere mengen schlachtabfälle wurden hier offenbar ausgebracht/dass darf so nicht vorkommen-ich kann deinen ärger verstehen.
    Pflichten haben die jäger übrigens genug/bin auch einer von denen.
    Lg joe

  • Hallo.


    Uh, igitt...
    Also ich kenne keinen Jäger, der so was machen würde.
    So ein Gemetzel wurde wohl eher nicht von einem professionellen Jäger angerichtet, das sieht mehr so aus, als wären da illegal Schlachtabfälle entsort worden. Und auch wenn da sicherlich andere Tiere schon an den Resten genagt haben: Das ist auch nicht das Werk von Raubtieren. Selbst wenn da ein Bär oder ein Wolfsrudel zugange gewesen wäre, sähe das anders aus. Zumal die jeweils nur einzelne Tiere attackieren und töten würden. Niemals würden die Häute danach so aussehen. Das Schwarzwild ist ja hier einigermaßen sauber geschält worden, das muss ein Mensch gewesen sein. Aber warum dann die Häute so liegen lassen?


    Wenn ich mal eins und eins zusammen zähle, könnte das sogar ein Fall von Wilderei sein. Mal so rum ausgedrückt: Ein einzelnes totes Tier im Wald juckt mich generell wenig, wenn's kein Großwild in einem Gebiet ist, wo ich den Jäger zufällig kenne.
    Bei so einer Ansammlung von Stücken würde ich selbst wohl mal bei der Polizei durchklingeln, wenn ich der Finder wäre.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Joe, hallo Pablo,


    auf Grund eurer Anmerkungen bin ich aktiv geworden und habe mich da mal mit den Bildern und einer kurzen wertfreien Beschreibung an den Vorsitzenden des zuständigen Kreis Jagd Verbandes gewand. Schnell erhielt ich auch eine Antwortmail, aus der ich einen kurzen Auszug zeigen möchte:


    "...ich bedanke mich für die fürchterlichen Fotos und ihre eigene Darstellung der Situation.
    Ich persönlich werde die Angelegenheit natürlich sehr ernst nehmen und jegliche
    Untersuchnungen bzw. Aufklärungen vornehmen.
    Bevor aber nichts über den realen Hergang mit präzisen haltbaren Schuldzuweisungen
    exestiert, kann ich keine eindeutige Vorverurteilung vornehmen.
    Das trifft aber auch für Sie zu, ich denke dabei an die vorschnelle Verbreitung der Darstellung im Internet.
    Stellen Sie sich vor, es war wirklich kein Jäger, sondern eine Person die einem Weidmann etwas unterschieben
    möchte oder wirklich ein Wilderer - jetzt heißt es erstmal überall "Jäger" .
    Sollte es aber eine Person mit Jagdschein sein (ich nenne solch einen Bürger bewußt nicht als Jäger oder Weidmann),
    wird die Angelegnehit aufs härteste Verfolgt.
    Lt. den gesendeten Fotos wird hier gegen Tierhygiene, gegen Tierseuchen- u. Tierschutzgesetze, gegen unweidmännisches Verhalten
    u.v.m. verstoßen.
    An einer Vorortbegehung wäre ich sehr interessiert. Ich könnte bereits morgen vormittag anwesend sein....'


    Ok, zwar mit einigen Vorwürfen versehen, aber doch sehr engagiert. War jedenfalls sofort mein erster Eindruck.
    Heute vormittag war dann auch die Begehung, sogar zusammen mit den zuständigen "Jagdausübungsberechtigten"!
    Und? Alle Kadaver waren von diesen JÄGERN!!!!!!!!!
    Wegen des Frosts konnte das alles nämlich nicht vergraben werden.... Aha!
    Nette Leute. Haben mich zum Kaffee eingeladen. Ach ja, vielen Dank auch für meine Aufmerksamkeit!
    Nun müssen sie alles wegräumen und "...hast du schon gehört, da bei dem und dem..." und "...wir haben auch schon Naturschützer kennengelernt, die konnten nicht einmal Natur buchstabieren..." und "...kommendes Wochenende sehen wir uns ja beim jährlichen Jägerball und wir stellen auch noch einen groooßen geschossenen Keiler aus, wahrscheinlich Silber..." (was auch immer das bedeuten soll), "...oh toll...", und, und, und, ...
    Und? Das war es....!
    Man, wie hart..!!! :dumb:


    LG Thomas

  • Hallo, Thomas!


    Da schau her. :confused:
    Sehr interessante Geschichte, und einen großen Dank an dich.
    keine Sorge, du hast alles richtig gemacht. Woher soll man auch wissen, wie man mit so einem Fund umzugehen hat? Dann hilft's doch, sich drüber zu unterhalten und ein paar Meinungen austauschen zu können.
    OK, es hätten Wilderer sein können. Der einzig denkbare Fall, wo die Bilder eventuell ein Problem gewesen wären, wenn die sie gesehen hätten und dann angerückt wären, um Spuren zu verwischen.


    Aber da hatte ich initial auch nicht nachgedacht: Wilderer, die ihre Fleischabfälle in unmittelbarer Nachbarschaft eines Hochsitzes liegen lassen? Reichlich unwahrscheinlich, oder?


    Wie die Geschichte ausgegangen ist, finde ich trotzdem sehr aufschlussreich. Vor allem dank deiner Schilderung sieht man ein paar Dinge doch mal mit anderen Augen. Um es mal völlig wertungsfrei auszudrücken.
    Bin mal gespannt, wenn ich im heimischen Wald dem Kollegen von der Jagdfraktion begegne (mit dem ich mich wie erwähnt ganz gut vestehe). Die Anekdote tische ich dem natürlich auf, mal gucken wie der das findet.


    Was ich von ihm übrigens noch nie gefunden habe, waren irgendwelche Kadaverreste in Wald und Feld. Nicht ein Fitzelchen. Egal bei welcher Großwetterlage. Bin mal gespannt, was er so mit den Knochen und fellen macht.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo,


    sehr interessanter Bericht.


    Was ich öfter finde (in der Nähe einer Jagdhütte) sind Innereien (in einer kleine Grube) und Schädel. Allerdings ist das im Unterholz und nicht vergleichbar mit obigen Fund, daher aus meiner Sicht heraus in Ordnung.


    Viele Grüße
    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Sowas taucht immer wieder in den großen Pilzgruppen auf facebook auf. Dort werden solche Beiträge in Windeseile gelöscht.


    Meist geht der Löschung eine wilde, emotionale Diskussion voran. Waren es Wilderer oder doch einfach Jäger. Und auch der Jäger, den du da angesprochen hast, ist ja auch nahe dran, dir zu erklären, besser nicht drüber zu posten. Man dürfe das nicht über das Internet verbreiten. Aha, aber immer erschrecken sich Leute zu Tode. Und das Webzeitalter & Social-Media machen eben auch vor so etwas nicht halt. Damit wird ein Waidmann leben müssen. Diese Form der Enstsorgung ist übrigens naturgemäß häufig im Gebirge. Ich hab auch schon Fotos gesehen, wo die Überreste mit Draht verbunden werden, damit Aasfresser oder Hunde diese nicht im ganzen Wald verteilen.


    Danke für den Beitrag - und auch danke, dass es hier mal nicht gelöscht wurde, sondern dass ein follow-up kam.


    LGK

  • Hi.


    Interessant ist ja auch, daß das öfter vorkommt.
    Dramatisieren muss man das nicht: Im normalen Lauf der Natur sterben Tiere, die Kadaver bleiben irgendwo liegen und werden nach und nach zersetzt. Passiert. Kein schöner Anblick, aber erstmal ist das ganz natürlich. Normalerweise sollte dann auch eine natürliche Todesursache vorhanden sein (von Altersschwäche bis zu einem Angriff durch raubtiere), in diesem Fall hat halt ein Mensch die Aufgabe der leider in den meisten Gegenden viel zu seltenen Großraubtieren übernommen.


    Kein schöner Anblick, aber ich sag's mal so rum: Menschliche Leichen im Wald sind unangenehmer. Und erst da hätte man auch ein rechtliches Problem, wenn Bilder eingestellt werden: Der Schutz von Persönlichkeitsrechten gilt auch nach dem Tod im Sinne der Angehörigen zum Beispiel.


    Das ist hier nicht gegeben, und es läuft eine total sachliche und produktive Diskussion. Ergo: Kein Grund irgendwas zu löschen. :agree:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • das finden von solchen überresten ist für mich auch immer wieder eine "schwierig"/spannende sache. sobald ich den charakteristischen geruch in der nase habe ist bei mir mal alles auch "flucht" eingestellt, sicher noch ein überbleibsel "von damals".
    am schlimmsten hat`s mich vor einigen jahren in einem dickicht erwischt.
    totengeruch in der nase, wird immer stärker aber ich seh nichts. absolute stille ringsum. dann ein leichtes klopfen auf der schulter, ich dreh den kopf und merk einen totengräber (die großen rot/schwarzen käfer) auf mir herumkriechen. kopf nach oben und da hängt ein toter kauz in einer astgabel. war nicht sonderlich lustig...
    wenn ein tier im wald verendet ist es halt mal so, absichtlich schlachtabfälle so zu "entsorgen" muss heute nicht mehr sein. entweder ich vergrabe sie ordentlich, oder, wie in den meisten fällen, werden sie in einem container (die stehen bei uns in fast jeder gemeinde) entsprechend entsorgt.
    danke jedenfalls für`s einstellen und dranbleiben sowie die sachliche diskussion.
    lg joe

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