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Hexeneier - irgendwie passts ja....

  • Ui, heute hatten wir einen wunderschönen Ausflug mit dem Oimstecka! Danke für deine Geduld lieber Oimstecker :D- wir Mädels waren wie ein Sack voll Flöhe, die wild apportierend unbekannte Schwammerl zur Bestimmung angeschleppt und damit deinen Pilzwanderungs-und Tagesplan etwas gesprengt haben - wahrscheinlich werden wir beim nächsten Mal an die Schleppleine gelegt, damit wir nicht ständig stiften gehen..... jedenfalls ist meine Freude groß, toller Ausflug und mein Erstfund, den ich euch unbedingt zeigen will: Hexeneier!
    VG Sane

  • ...weil ich ja irgendwie alles mal probiere, hab ich mir seinerzeit sogar 4 Hexeneier gegönnt.
    Den weißen Fruchtkörper mit nem Löffel rausgeholt und dann ab in die Pfanne.
    So wild ist es gar nicht - ein wenig scharf wie Rettich. Aber ich kann dennoch gerne drauf verzichten...


    VG Boris

  • Probieren tu ich sie auf jeden Fall, jedoch überlege ich gerade wegen der Beschreibung, die ich eben hier gefunden habe:
    Zitat:
    "Besondere Eigenschaften:Die gallertartige Masse des Hexenei´s hat eine unglaubliche Eigenschaft! Reibt man es (frisch) auf Hände und Gesicht, so wird die Haut unverzüglich cremig, geradezu seifig-weich. Die Gallerte ist extrem feuchtigkeitsbindend; diese Wirkung hält auch nach Stunden noch an."
    ob ich das nicht auch ausprobiere....aber als Erstversuch lieber mal nicht aufs Gesicht...


    Hat das irgendeiner hier schon mal ausprobiert?!?

  • Hallo Sane,


    ich bin gerade dabei, einen etwas umfangreicheren Beitrag über Hexeneier zu verfassen. Ein Punkt dabei wird auch die Nutzung der Gleba, der Gallertschicht, sein. Die von dir erwähnten Nutzung als "Feuchtigkeitscreme" kann ich nur komplett bestätigen und anraten. Auch fürs Gesicht bzw. gerade dafür! Wenn man einmal vergisst, wozu diese Gallerte eigentlich gehört und man auf den typischen Parfümgeruch verzichten kann, gibt es wohl kaum eine wirksamere Hautpflege. Lang anhaltend und nach Kontakt mit Wasser immer noch spürbar! Für längere Nutzung solltest du jedoch zwingend die Gleba mit einem Löffel abschaben, seperat in ein verschließbares Gefäß abfüllen und im Kühlschrank parken!
    Unter dieser Gleba ist nochmals eine weiße Schale, die man mit dem Messer ganz leicht abpellen kann. Das dadurch gewonnene Ei in Scheiben schneiden, leicht gesalzen scharf in Butter anbraten und probieren. Meine Meinung: Kann man, muss man aber nicht!:)


    LG Thomas

  • ich hab das jetzt für einen Scherz gehalten, aber Hexeneier kann man tatsächlich essen. Igitt. Ja, steht auf Wiki, die Gallerthülle entfernen. Also scheinbar kann man das gesamte Innere essen. Wähh


    Ins Geschicht schmieren ….:good:
    … Jedem das seine. Ne … keine Erfahrungswerte. Leider :cheeky: lgk

  • :smile1:
    ich werde es irgendwann mal ausprobieren, schon allein der Neugier halber.
    Wenn`s nicht schmeckt, kann es ja entsorgt werden.
    :lovesick:
    Allerdings, Mutter bracht in meiner Jugendzeit öfters mal Bries auf den Tisch,
    das ist sehr gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn es alleine auf dem Teller lag.


    Gruß Ralph

  • Hallo Kowalski,


    man kann das "innere Ei" sogar roh essen, es schmeckt rettichartig! Gebraten ist es natürlich auch eine Frage des Geschmacks, für die Fans des rettichähnlichen Aromas gelten sie jedoch als Delikatesse!
    Als Hautpflegemittel allerdings ist die Gleba unumstritten unschlagbar!
    Vor allem komplett geruchlos!!!
    Man sollte einfach, wie bei unendlich vielen anderen Lebensmitteln oder auch Produkten des täglichen Bedarfs, einfach mal Vorurteile abstellen oder verdrängen wo sie eigentlich herkommen!!!:)


    LG Thomas

  • Ich hab die Eier bis morgen mal im Kühlschrank gelagert, in der Hoffnung es schlüpft nichts vorzeitig aus - das wärs noch! Und werde morgen mal einen Versuch an Händen und Armen wagen. Warum auch nicht? Lieber die Pilz-Gallertmasse für ewige Jugend und Glückseligkeit oder (zumindest gut befeuchtete Haut) als z. B. Plazenta-Creme....
    Danke Thomas für den Tipp zur Lagerung, mach ich dann morgen, und ich bin schon gespannt auf deinen Beitrag über Hexeneier!

  • Kalbsbries ist eigentlich nicht so schlimm. Es wabbelt so vor sich hin… so extra bestellen würde ich es jetzt aber auch nicht


    Hi Beachwolle,


    Gerade weil ich weiß, was in Cremen drin ist, verwende ich keine … außer eine Fettcreme für die Hände, da nehm ich eine einfache Bio-Fettcreme, pflanzlich.


    Aber was soll denn diese Gleba können? Ist da nicht eine gewisse Mystifizierung im Spiel? Und wenn, könnte man dann auch die von Bovisten verwenden?

  • Hallo Kowalski,


    in der Gleba befinden sich Substanzen, die zu den feuchtigkeitsbindendsten gehören, die überhaupt bekannt sind!
    Leider steckt die Forschung darüber, wie in vielen ähnlichen Bereichen, noch in den Kinderschuhen. Alle bekannten Wirkungen und Erkenntnisse basieren auf sehr langen Erfahrungswerten, haben jedoch ausdrücklich NICHTS mit Mystifizierung zu tun! Wer sich auch nur ein einziges mal etwas von dieser Gleba auf die Haut massiert hat, weiß was ich meine.


    Boviste besitzen übrigens keine Gleba!
    Sogenannte Hexeneier, mit parallelem Aufbau, bilden allerdings auch noch andere Bauchpilze als nur die Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus),über die wir hier ja reden.
    Über eventuelle ähnliche Wirkungen kann ich da allerdings nichts sagen.
    LG Thomas

  • Hallo Sane,
    na da hast du ja ein so gewaltiges Thema angesprochen...!:)
    Dieser Bereich, quasi über den Tellerrand hinaus, ist so dermaßen umfangreich und vielschichtig, daß es hier alle Rahmen sprengen würde!
    Die Nutzung von Pilzen als Nahrung macht nur einen kleinen Teil der Einsatzmöglichkeiten aus.
    Pilze können so viele unglaubliche Dinge!
    Schau doch zum Einstieg in diese Thematik beispielsweise mal in den Block "Heil- und Vitalpilze"!
    Höchst interessant, aber auch nur ein weiterer "Verwendungsbereich" dieser faszinierenden Wesen.


    LG Thomas

  • Sane, ich hoffe auf explizite Beschreibungen deines Selbstversuches im Bereich der Kosmetik :D


    Eichenwirrling wurde übrigens als Kamm verwendet. Fertig ist das Survival-Kosmetik-Kit. Ja manche verwenden Perlpilz als Bio-Erfrischungstücher für die Finger.


    Beachwolle: Kartoffelbovist hat Gleba.


    Und ist meiner Erinnerung nach gar nicht so viel anders als ein Hexenei. Nur farblich eben verschieden.

  • Hallo Kowalski,


    du hast Recht! Daß auch die Fruchtmasse der Boviste als Gleba bezeichnet wird, wusste ich bisher nicht. Hatte mich mit denen auch noch nicht so intensiv befasst. Zudem ähnelt diese ja auch nicht einmal annähernd der der besagten Hexeneier, die komplett geleeartig ist.
    Aber in der Literatur wird auch von unterschiedlichen Formen der Gleba berichtet.
    Wieder etwas dazu gelernt.


    LG Thomas

  • Hallo,


    Thomas: Sehr interessante Beiträge! Vielen Dank


    Zitat

    [font="Verdana, Arial, sans-serif"]Sogenannte Hexeneier, mit parallelem Aufbau, bilden allerdings auch noch andere Bauchpilze als nur die Gemeine Stinkmorchel (Phallus impudicus),über die wir hier ja reden.[/font]


    Hier z.B. eines von Tintenfischpilzen ([size=2][font="sans-serif"]Clathrus archeri[/font][/size]):


    Viele Grüße
    Thomas

    Bestimmungsvorschläge sind immer unter Vorbehalt. Auf keinen Fall sind eine Freigabe zum Verzehr.

  • Sane: was mir noch zu jenseits des Kochtopfs eingefallen ist: Färben mit Pilzen!
    ich kenne eine Kunstmalerin, die ihre Farben aus Bovist-Sporen und Tintlings-Tine macht, das ist recht interessant in ihrem Atelier.
    Und wenn du das in google eingibst, findest du eine große Anzahl von Seiten, die sich damit beschäftigen Textilien usw. zu färben.

  • So, Versuch durchgeführt!
    1. Teil: Essen. Ich habe die Hexeneier nach Auspopeln des Inneren mit Butter in der Pfanne angebraten, da ich kein Radi-Freund bin, war ich schon höchstkritisch eingestellt was den Geschmack betrifft und wurde echt überrracht. Interessanter Geschmack, den ich nicht eindeutig einordnen kann, aber Rettich kam mir nicht wirklich in den Sinn. Ich denke, wenn man nur wenige Hexeneier hat und diese anbrät, könnten die ein interessantes und auch schön anzusehendes Topping für Bratkartoffeln/Kartoffelpüree sein. Da war nach kurzer Anbratzeit nichts schlapprig, eher knusprig.
    2. Teil: Verwendung des Gallerts als Hautpflege. Ich habe mir das Gallert bewusst nur am linken Arm aufgetragen (und natürlich an den Händen beim Rauspopeln des Kerns), einziehen lassen und dann abgewischt/abgewaschen. Es war wahrscheinlich zu viel des Guten. Als es auf der Haut getrocknet ist, wars leicht klebrig, aber nicht irgendwie unangenehm. Riechen tuts auch nicht. Den Rest habe ich mal in den Kühlschrank gestellt und werde die nächsten Tage jeden Tag was auftragen. Momentan erkenne ich nicht wirklich einen nennenswerten Unterschied von Mit-Gallert-eingecremten-Arm und uneingecremten Arm.

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