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Riesentrichterling?

  • Hallo schon wieder!
    Diese Frage hätte ich eigentlich schon vor rund 6 Wochen stellen wollen, als der Waldboden bei uns mit diesen weißen Riesen explodierte. Und jetzt hätte mich mal interessiert, mit was genau ich es zu tun habe. Riesentrichterling? Sonst ein großer weißer Trichterling? Gemilcht hat da eigentlich nichts, so dass der Erdschieber ausscheidet. Können mir die Experten helfen? Die Pilze wuchsen im Mischwald, vorwiegend Fichten, aber auch Buchen. Es gab sehr viele von diesen weißen Giganten, Schirmdurchmesser bis 25 oder gar 30cm, würde ich sagen.
    Schöne Grüße
    Joachim




  • Hallo Joachim,
    ich bin jetzt zwar nicht Roswitha, versuche dir aber trotzdem auf deine Frage zu antworten.
    Ich denke, dass auf jeden Fall der Stiel bei deinem Pilz gegen den Riesentrichterling spricht. Der wirkt überhaupt nicht faserig, wie man es z.B. auf den Bildern des Trichterlings auf folgendem Link erkennen kann:
    https://www.123pilze.de/DreamH…ad/Riesentrichterling.htm
    Ich denke also auch, dass es der Schmalblättrige Weißtäubling ist.
    Viele Grüße
    Matthias

  • Hallo Joachim,
    ich weiß, dass sich diese oft recht großen, weißen Pilzarten sehr ähnlich sehen.


    Eine mögliche Art, den Wolligen Milchling Lactarius vellereus, können wir durch deine Beobachtung, dass keine Milch austritt schon fast sicher ausschließen.
    Manchmal ist allerdings bei älteren Fruchtkörpern das Milchen nicht mehr so stark vorhanden. Es empfiehlt sich daher eher junge Fruchtkörper, die bei dieser Art meist ebenfalls daneben wachsen, zu prüfen.


    Meine Einschätzung als Weißtäubling basiert hier hauptsächlich auf dem kräftigen, gedrungenen Fruchtkörper, den du zeigst. Und natürlich dem Stiel, was dir Matthias inzwischen ergänzend geschrieben hat.


    Trichterlinge sind eher dünnfleischig. (Was natürlich durch ein Schnittbild gut belegt werden könnte.)


    Die Form des Trichterlings ginge eher in Richtung eines ausgewachsenen Mönchskopfes Infundibulicybe geotropa, halt ohne Buckel in der Mitte.


    Auch das Verhältnis Huthöhe zu Stiellänge - in diesem Fall eben hoher Hut- passt besser zum genannten Täubling. Diebezüglich schaut er einem "Erdschieber", Wolligen Milchling eben täuschend ähnlich.


    Auf deinem Bild kann man weiters erkennen, dass die Lamellen an manchen Stellen ausgebrochen sind, was ebenfalls für einen Sprödblättler (Täubling oder Milchling) spricht.


    Falls es bei dir inzwischen nicht zu trocken ist, kannst du vielleicht aktuell frische Fruchtkörper finden und dokumentieren.


    Du könntest dann, neben einem Schnittbild, auch auf den Geruch achten, was für mich bei der Pilzbestimmung sehr oft hilfreich ist.


    Dabei möchte ich aber offen lassen, dass ich mich täuschen kann, und wir aufgrund neuer Informationen zu einer anderen Art kommen.


    Liebe Grüße
    Roswitha

  • Liebe Roswitha, lieber Matthias,
    vielen Dank für Eure ausführliche Bestimmungshilfe. Der faserige Stiel war ein sehr guter Hinweis. Das war hier tatsächlich nicht der Fall. Das ganze Gebilde war zwar sehr groß, aber dabei sehr brüchig. Ich hab mir die Alternativen auf der Pilzsuchmaschine auch noch mal besehen. Inzwischen würde ich dann auch sagen, dass es ein Weißtäubling war. Irre... Täublinge hatte ich allesamt kleiner auf dem Schirm. Mir war nicht klar, dass auch solche Monstrositäten zu den Täublingen gehören.


    So, ab in die Küche jetzt. Habe gestern sackweise Trompetenpfifferlinge gefunden. Lecker, lecker... ach ja, und Herbstlorcheln. Letztere habe ich aber natürlich stehenlassen. Es waren aber die ersten, die ich in meinem Leben gesehen habe.

  • Ich tendiere hier stark zum Wolligen Milchling, der sehr groß werden kann. Die von mir gefundenen Exemplare sahen genau so aus, allerdings haben sie auch sehr wenig gemilcht, dies aber dennoch eindeutig.
    Der Stiel müsste ähnlich hart wie bei einem Steinpilz gewesen sein?!

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