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Hallimasch + Stachelbart?

  • Liebe Pilzfreunde !


    An einem mächtigen, alten Buchenstumpf habe ich am 09.10.2017 zwei Pilze gefunden die um die Wette eiferten, wehr wohl der "Schönste" sei.....



    Beim Hallimasch vermute ich Armillaria cepistipes (Zwiebelfüßiger Hallimasch)





    Der Stachelbart könnte ein Hericium cirrhatum (Dorniger Stachelbart) sein???




    Ich hoffe, ich bin mit meinen Vermutungen nicht all zu weit von der Wirklichkeit entfernt und bin gespannt auf die Expertengutachten !


    Viele Grüße aus dem Mühlviertel
    Hermann

  • Hallo hermann!
    Weiter als hallimasch kann ich dir leider nicht helfen- aber soweit passt es sicher :-)
    Der dornige stachelbart ist m.m nach keiner/ich kann zumindest keine stacheln sehen. Vergleich mal mit dem nördlichen schwammporling und warten wir ab was noch für ideen kommen.
    Geruchsangaben/schnittbild bzw verfärbungen der pilze nach berührung helfen oft weiter und erleichtern den spezialisten hier das leben.
    Feine fotos wieder, super:agree:
    Schöne grüße von unterhalb der donau
    Joe

  • Hallo Hermann, das ist, wie von dir bestimmt, der Zwiebelfüßige Hallimasch. Die gelbliche Natterung und die keulige Stielbasis sind typisch.

    Liebe Grüße, Lars


    Meine Angaben sind immer ohne Gewähr und können keinesfalls die Bestimmung eines erfahrenen Pilzsachverständigen ersetzen.

    Einmal editiert, zuletzt von lvollen ()

  • Hallo Hermann,


    ja, schöne Hallimaschen. Der "Dornige Stachelbart" ist definitiv keiner. Waren diese Pilze hart oder fühlten sie sich wei an? Schade, dass man keinen guten Blick von oben auf die Hüte hat.

    Viele Grüße


    Veronika Weisheit
    Pilzberaterin Landkreis Rostock




    Hinweis: Hier im Forum wird es von mir keine Verzehrfreigaben geben, weil eine Bestimmung über Bild immer fehlerhaft sein kann.

  • Moin miteinander!


    Erhard Ludwig zB trennt zwischen Armillaria gallica und Armillaria cepistipes. Auch wenn es an anderen Stellen als Synonym bezeichnet wird: Das, was Ludwig als Armillaria cepistipes zeigt, ist ein völlig anderer Pilz als Armillaria gallica und passt auch nicht zu diesem Fund.
    Insofern würde ich für solche Pilze mit gelblichen Schuppen, jung dick - zwiebeliger Stielbasis, dunklem Hut und wattigem (nicht häutigem!) Ring den Namen Armillaria gallica (Gelbschuppiger Hallimasch) verwenden. So auch hier.
    Aber nicht für alle Fruchtkörper: Da scheint auch noch ein Dunkler Hallimasch (Armillaria ostoyae) zwischeneigschlupft zu sein. Was nichts ungewöhnliches wäre, weil ja oft mehrere Arten an einem Stumpf vorkommen. Das wären dann die ohne gelbe Schuppen und mit häutigem Ring.


    Das Substrat sieht mir übrigens doch sehr nach Nadelholz aus, wenn man so die Form der Wurzeln und die Struktur und Farbe der auffasernden Bereiche anguckt.
    Was auch zum Dunklen Hallimasch git passen würde (obwohl ostoyae auch an Laubholz vorkommen kann), und das passt dann auch noch besser zusammen mit dem von Joe schon vermuteten Nordischen Schwammporling (Climacocystis borealis), den ich auch hier für die beste Idee bezüglich des Stachelporlings halte.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo alle zusammen,


    Herzlichen Dank für die zahlreichen und besonders informativen Antworten.
    Bis jetzt war mir echt nicht bekannt, dass es so viele verschiedene Hallimasche gibt und worauf man beim Bestimmen achten muss. Auch interessant, dass zwei verschiedene Arten einer Gattung auf ein und denselben Substrat wachsen können. Wieder viel dazu gelernt!!
    Natürlich kann das auch ein Nadelholzstumpf (Fichte) sein, nur in der näheren Umgebung gibt es da nur Rotbuchenbestand......
    Ich werde die Fundstellen nochmals besuchen, hoffentlich ist trotz strengen Frost der letzten Tage von den Porlingen noch was vorhanden. Den nordischen Schwammporling hatte ich gar nicht in Erwägung gezogen, im Nachhinein gesehen, wohl ein Fehler.


    LG, Hermann

  • Hallo zusammen!


    Nur damit ich das richtig sehe:


    Bei dem vierten Bild sind im Vordergrund die Zwiebeligen und dezent etwas im Hintergrund drei der dunklen Kandidaten?


    Liege ich da richtig? Wenn ja: zusätzliche Frage, da die drei dünkleren etwas älter sind: bei den Zwiebeligen würde man auch an älteren Pilzen noch die gelben flocken erkennen?


    Vielen Dank und Liebe Grüße aus Salzburg!
    Alex der Biologe

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hallo, Alex!


    Ganz genau, das Bild meinte ich. :agree:
    Die Gelbtöne am Stiel und teils auch auf dem Hut sind bei A. gallica recht beständig, vor allem am Stiel sind sie lange sichtbar. A. ostoyae hat meines Wissens gar kein gelbes velum, weder die Hutschuppen noch die Velumreste am Stiel sollten gelb sein.
    Wichtig ist darüber hinaus aber auch die Ringstruktur: Bei A. gallica eben nicht häutig ("Champignonmäßig"), sondern dick und wattig. Die einzige weitere Art mit häutigem Velum (was dann einen häutigen, im Alter herabhängenden Ring bildet) sollte Armillaria mellea (Honiggelber Hallimasch) sein.



    LG; Pablo.

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  • Hallo Pablo!


    Vielen Dank für Deine Erläuterungen! Da soll noch mal wer sagen das ganze wäre keine Wissenschaft!


    Spannend wäre ja auch ein Querschnitt durch den Stammbereich wo die beiden Arten nebeneinander wachsen! Vermischt sich das Myzel der beiden mitunter, ohne dass sie sich gegenseitig stören, oder finden stille Machtkämpfe um die Ressourcen statt?
    Teilweise kann man bei Holzquerschnitten dunkle trennlinien finden, wo man die einzelnen Territorien unterschiedlicher Pilze gut erkennen kann. Weis man wie sich das bei diesen Arten verhält?


    Danke nochmals und lg
    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


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  • Hi.


    Ich weiß nicht, ob man es in einem Schnitt makroskopisch ehen kann, wenn das Holz bereits relativ instabil und zersetzt ist. Aber theoretisch grenzen die meisten Arten ihre Mycelien irgendwie gegenseitig ab. Aber wohl nicht immer: Es scheint auch "Bedarfsgemeinschaften" unterschiedlicher Arten zu geben, die sich gegenseitig begünstigen und ergänzen, weil sie jeweils ganz unterschiedliche Stoffwechselvorgänge haben. Da kann es sein, daß die Stoffwechselprodukte einer Art der anderen Art nützen, sie aber zugleich keine direkten Nahrungskonkurrenten sind. In dem Fall würden die Mycelien vermutlich wild durcheinanderwachsen, ohen sich aneinander zu stören.
    Zwei Hallimasch - Arten am selben Substrat dürften aber ungefähr identische Interessen haben, also auf die selben Nährstoffe im Holz aus sein. Die müsssten sich also abgrenzen bzw. sogar um das Nahrungsangebot im Substrat kämpfen.



    LG, Pablo.

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  • Hallo!


    Habe zu diesem Thema beim Buch Morphologie der Großpilze folgenden Ausschnitt gefunden: finde ich ganz interessant!





    lg
    Alex

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