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Gallenröhrling

  • Wiedereinmal habe ich einige Fragen :P

    Dieses mal zum Gallenröhrling.

    Da ich noch nie in den "Genuss" gekommen bin, diesen Pilz zu veeköstigen, kann ich mir den bitteren Geschmack überhaupt nicht vorstellen... Wenn ich mir nicht sicher bin, mach ich den Geschmackstest mit der Zunge und bilde mir ein, etwas bitteres zu schmecken. Ist die Bitterkeit so intensiv, dass ich das sofort merke? Ich denke mir dabei meistens: ja, könnte etwas bitter sein und bin mir dann überhaupt nicht mehr sicher :confused:


    Außerdem stellte sich mir die Frage, ob auch Gallenröhrlinge grüne Röhren haben können? In Büchern oder auf Bildern liest/sieht man oft nur weiße oder rosa/lila Röhren. Somit wenn ich den Pilz halbiere und die Röhren leicht grün bzw. Komplett grün sind dürfte es kein GR sein, oder?


    Außerdem weiß ich, dass GRs eine grobere Netzstruktur am Stiel aufweisen, jedoch ist dies nicht immer eindeutig, richtig? :P


    Fragen über fragen, über einen wohl recht einfach zu erkennenden Pilz :hmmm:


    Danke schon im Voraus

  • Hallo Znatsch!


    Bei jungen Gallenröhrlingen sind die Poren sehr weiß ohne Farbstich, da kann eine Verwechslung anhand dieses Merkmals schon vorkommen. Im fortschreitenden Alter kommt aber ein mehr oder weniger intensiver rosa Farbstich hinzu. Dieser fehlt bei Steinpilzen völlig. Hast du also weiße Röhren mit rosa Anteilen, kannst du einen Steinpilz schon ausschließen.


    Dazu kommt, dass die Netzzeichnung beim Gallenröhrling dunkel auf hellerem Grund ist, während die Steinpilze ein weißes Netz haben. Beim echten Steinpilz sieht man das nur im oberen Teil des Stiels.


    Ich musste den Geschmackstest schon öfters machen... ein Vertun ist da auszuschließen 😂

    Der Gallenröhrling ist wirklich intensiv bitter und von dem Geschmack hat man noch ein paar Minuten nach dem Ausspucken was. Ich beiße dabei ein kleines Stück ab und zerkaue es gründlich.


    Ich beschäftige mich selber noch nicht so lange mit Pilzen und hoffe daher es ist alles korrekt so.


    Auf jeden Fall viel Spaß bei der ersten Gallenröhrling Verkostung 😊


    Cosmo

  • Hi.


    Also für den Geschmackstest kannst du schon ein Stückchen abbeißen und dann eine Weile drauf rum kauen (danach ausspucken). Irgendwann sollte die Bitterkeit durchkommen...es sei denn du kannst sie nicht schmecken oder das Exemplar hat zur Abwechslung keine Bitterkeit, was auch vorkommen soll (ich aber noch nicht erlebt habe. Ich schlabber die aber auch schon länger nicht mehr ab, da eigentlich makroskopisch meist gut kenntlich).


    Grüne Röhren sollte der aber tatsächlich nicht bekommen. Ich nehme an, du meinst so grüngelb wie ältere Steinpilze? Vielleicht wenn mal ein komischer Schimmelbefall vorliegt, aber gesehen habe ich das noch nicht.


    Das grobe, braune Netz ist ein gutes Erkennungsmerkmal, wenn es da ist. Besonders etwas ältere Exemplare haben das meistens (inklusive Rosatönen im Hutfleisch). Bei jüngeren kann es sein, dass das Netz noch nicht wirklich braun ist. Ganz junge Exemplare sind daher am schwierigsten zu erkennen und können vor allem einer Marone schon sehr ähneln. Da hilft dann im Zweifel der Geschmackstest weiter. Irgendwann erkennt man das aber auch so.


    LG.

  • Morgen!


    So sehe ich das auch: "Leckproben" sind ineffizient. Wenn schon dann richtig: Ein Stückchen vom Pilz abmachen, durchkauen (dabei nicht schlucken), ausspucken (und ggfs. Mund spülen). Bei den meisten Gallenröhrlingen ist die Bitterkeit stark ausgeprägt, aber es gibt auch immer wieder mal welche, die nur schwach bitter sind, vereinzelt auch mal nahezu völlig unbittere Fruchtkörper.

    Wichtig ist, daß man solche Kauproben nur da durchführt, wo man a) tödlich giftige Pilze von vornherein schon ausgeschlossen hat und b) es auch bestimmungsrelevant ist. Bei allen rotporigen Röhrlingen kann man es zB bleiben lassen, weil da der Geschmack für die Betsimmung uninteressant ist.


    Gallenröhrlinge haben übrigens eine fein samtige, teils sogar leicht filzige, auf jeden Fall aber matte Huthaut. Insofern wären sie eigentlich nur mit Sommersteinpilzen (Boletus aestivalis) zu verwechseln, weil beim Gemeinen Steinpilz (Boletus edulis) die Huthaut glänzig-glatt ist, sich "speckig" anfühlt. Von eventuellen Bereifungen mal abgesehen. Bei Sommersteinpilzen ist auch das stielnetz oft nicht weiß, sondern kann auch bräunlich sein. Die Konsistenz ist meiner Ansicht nach auch ein gutes Merkmal, braucht aber etwass Erfahrung.
    Es schadet insofern nichts, ruhig immer mal wieder Kauproben zu nehmen, so nach und nach setzt sich dann ein Bild im Kopf zusammen, welche Farbschattierungen, haptscihen eigenschaften usw. zu welchem Pilz eghören, und irgendwann kann man Steinpilze und Gallenröhrlinge aus zwei Metern Entfernung schon sicher unterscheiden.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

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