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Egerling- aber welcher?

  • Hallo liebe Forum-Mitglieder,

    nach meinem Fund des Spitzgebuckelten Saftlings vor 4 Tagen bei mir im Garten auf dem Rasen, habe ich heute nicht weit ( 4 m ) von der Fundstelle, einen Egerling gefunden. Der Boden besteht hier überwiegend aus Muschelkalk mit einer Schicht tonhaltiger Erde oben drauf.

    Hut weiß-bräunlich mit einem Stich zum rosa, Durchmesser 7cm, Geruch mandelartig, nicht unangenehm

    Lamellen rosa

    Stielbasis weist beim Ankratzten keine gelbe Verfärbung auf. Kratzstelle wird nach einiger Zeit etwas braun.

    Ring am Stiel erkennbar.


    Ich tippe auf Garten-oder Stadtegerling. Liege ich da richtig?

  • Moin!


    Agaricus bitorquis (Stadtchampignon) hätte ich auch fast gesagt, aber: Der riecht nicht bittermandelig (anisartig, marzipanig).

    Mit dem Geruch wird's aber kompliziert: Denn die meisten Arten (die keine mitteleuropäischen Waldbewohner sind) mit ansiartigem Geruch gilben +/- deutlich. Nun könnte man den gelblichen Hut und das "Bräunen" an der Stielbasis schon als Gilben interpretieren, aber dann bliebt ein weiteres Porblem: Die Ringstruktur ist bei den wiesenbewohnenen, gilbenden Arten mit Marzpanstruktur anders.

    Champignons in Südeuropa sind allerdings reichlich kompliiziert, da gibt es meines Wissens auch die eine oder andere Art mit "Mischgeruch" (Hut- und Stielfleisch anisartig, Stielbasis beim Reiben jodartig). Also so wie zB beim Würzelchen egerling (Agaricus bresadolanus).
    Da kenne ich mich aber nicht mehr wirklich aus, wollte man sowas richtig bestimmen, müsste man der neuen MOnografie von Parra folgen, das wäre >diese hier<, und die habe ich (noch) nicht.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Olá Pablo,

    ich werde einfach mal einen Sporenabwurf nehmen und dann schaue ich mal unter dem Mikroskop und mache ein paar schöne Bildchen.

    Vielleicht findet sich ja irgendwann mal ein Experte in Punkto Agaricus. Muss ich vielleicht mal hier bei den portugiesischen Pilzleuten genauer nachfragen.

    Wäre jedenfalls interessant zu wissen. Ich halte dich auf dem Laufenden, wenn Du möchtest. Hier geht es ja auch gerade erst los mit der Pilzzeit. Den ersten Regen hatten wir erst vor zwei Wochen,

    davor 6 Monate totale Trockenheit hier im Süden.

    LG und boa noite (gute Nacht),

    Larissa

  • Hallo, Larissa!


    Den Pilz mal dokumentieren kann auf jeden Fall nicht schaden. Klar auch, daß die "Locals" da immer ein besseres Verständnis ihrer heimischen Pilze haben als jemand aus der Distanz.


    Ich bin auf jeden Fall gespannt auf weitere Funde, und würde mich definitiv freuen zu sehen, was dir noch so Spannendes begegnet.



    LG; Pablo.

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  • Hallo Pablo,

    hier habe ich ein paar Fotos der Sporen des Agaricus.

    Einmal bei 400facher und einmal bei 1000facher mit Ölimmersion .

    Kannst Du was genaueres sagen?

    Zum Wochenende will ich mal einen Ausflug ins Hinterland und in die Serra machen. Auch mal nach den Erbsenstreulingen( Pisolithus Arhizus) schauen.

    Wenn ich was Spannendes finde, dann melde ich mich sehr gerne bei dir.

    Liebe Grüße und schönen Abend,

    Larissa

  • Salut!


    Bei Champignon - Sporen ist die Größe oft entscheidend, in der Form sind sie oft sehr ähnlich.

    Interessant in der Gattung ist auch die Lamellenschneide, ob die steril oder fertil (mit Basidien besetzt) oder gemischt ist. Und wenn steril - wie die Zellen aussehen (also ob zB nur blasige elemente oder richtige Cheilozystiden auftreten). Das ist allerdings dann schon etwas schwieriger zu beobachten und zu interpretieren.



    LG; Pablo.

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  • Olá Pablo,

    das wird ja jetzt doch etwas komplex und kompliziert :-) Ich werde mich Schritt für Schritt mehr in dieses Thema einarbeiten.
    Dann müsste ich jetzt nochmal ein Präperat direkt von den Lamellen nehmen, richtig? Quetschpräperat?

    Möchte dem Champignon ja schon gerne auf die Schliche kommen....

    Wenn Du noch Tipps und Anweisungen hast, ich probiere sie umzusetzen.

    LG Larissa

  • Hi.


    Stimmt, so einfach ist das nicht. Quetschen: Ja, schon. Aber nicht zu sehr, sonst schiebst du die Zellen durcheinander und kannst nicht mehr zuordnen, was nun zB zur Lamellentrama gehört und was schon Terminalzellen der Lamellenschneide sind.

    Das Problem ist: Ich habe mir das meiste mehr oder weniger selbst beigebracht, was die Präparierung betrifft. Ist also alles keineswegs lehrbuchmäßig.
    Lamellenschnitte mache ich gerne so, daß ich eine komplette Lamelle voom Hut nehme, und erstmal flach auf eine schneidfeste Unterlege packe. Dann wird einmal in der MItte durchgeschnitten, und dann hart neben dem Schnitt ein weiterer Schnitt angesetzt, der möglichst fein sein sollte. So in etwa 50µm breit (wo sich dann anbietet, das unter der Stereolupe zu machen). Wenn man den schnitt nun in ein Wassertröpfchen legt, und nur das Deckgläschen drauffallen lässt, schiebt sich das Gewebe schon durch den Druck des Deckgläschens so auseinander, daß idealerweise ein "V" entsteht. Wobei die Spitze die Lamellenschneide ist, und die beiden Schenkel die mit Basidien besetzten Lamellenschneiden. Dazwischen liegen ie Hyphen der Lamellentrama.

    Das könnte ein paar Versuche brauchen, bis es so klappt, wie es soll, aber dann kannst du eben die Lamelelnschneide gut im Veergleich zu den Lamellenflächen sehen.



    LG; Pablo.

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