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Ich war Wäldelen

  • Hallo Natur-Liebhaber,

    diese Tage war ich wieder Wäldelen.

    Aber nicht so, wie das der Schwabe versteht, nämlich

    „Ein amouröser Waldspaziergang mit einer zweibeinigen Schönheit“.

    Meine Amoure galt den einbeinigen Schönheiten (auch den beinlosen). Diese sind still und stumm, lassen sich widerstandslos – wie die Natur sie schuf – fotografieren, pflücken und zum besseren Kennenlernen mit nach Hause nehmen.8) Einige Fotos stelle ich wiederum ohne Beachtung des BundesDSG ins Netz.

    Nur mit der richtigen Benennung hapert es manchmal, und somit bitte ich um eure Unterstützung.


    Rätsel-Frage: Was ist mit dem Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ gemeint, Fliegenpilz oder Hagebutte?


    Nichts für ungut!, LG Toni


    1) Blauer Weichporling?


    2) Zaunblättling?


    3) Spitzkegeliger Wulstling?



    4) Pappelschüppling? An einem Apfelbaum-Windbruch gewachsen. Wäre demnach quasi ein „Fremdgänger“



    5) Makroskopisch wird man hier sicherlich nicht zur Artbenennung kommen. Ich wäre schon mit einem Hinweis auf die Gattung zufrieden: Faserling, Düngerling, Kahlkopf?

    Spp. Rostbraun


  • Lieber Toni,


    das sieht ja noch schön ergiebig aus :)


    Den Blauen (1) kenne ich eher unter dem Namen Blauer Saftporling (auch wenn er weich ist).

    Nach 5) kommen noch zwei Fotos, das sind zwei Verschiedene, oder? Sonst wäre eines davon farblich sehr verfälscht.

    Die würde ich beide bei den Schleierlingen einsortierten, den oberen (und möglicherweise auch den unteren) vielleicht bei den Gürtelfüßen. Bei mir sehen die, die stark nach Geranien riechen und in die Geraniengürtelfußecke gehören von den Farben her manchmal so aus wie der obere 5er. Hast du mal dran gerochen? Es gibt auch eher bräunliche, die nach Geranien riechen.

    Aber insgesamt gibt es ja massenweise Schleierlinge, meistens landet man eh nicht bei einer Art.


    Beste Grüße

    Sabine

  • Mal so aus Interesse, wie kann man bei den letzten die Gürtelfüße von ähnlichen Risspilzen (z.B. Inocybe nitidiuscula) abgrenzen?

    Weil der Hut nicht radialfaserig ist und der Stiel gegürtelt ist? Bin auch eher bei 'nem Gürtelfuß, aber ums nachvollziehen zu können.


    Die 3 ist für mich ein Chlorophyllum sp., der aus irgendeinem Grund nicht röten mag.

  • Guten Abend in die Runde!


    Ich finde es selbst oft schwierig, manche Telamonien (Schleierlinge, Untergattung der Gürtelfüße) von ähnlichen Arten aus anderen Gattungen abzugrenzen. Speziell Inocybe, Naucoria und ein paar weitere. Das Sporenpulver kann hilfreich sein, allerdings sieht man den Unterschied (Cortinarius satt rostbraun - Inocybe mehr "erdbraun") nur im Abwurf und da auch nicht immer deutlich. Die Velumstrukturen geben Hinweise, ebenso der Lamellenabstand (bei Inocybe oft gedrängter als bei Cortinarius). Die wirklich stabilen Unterschiede liegen alelrdings im mikroskopischen Bereich.
    In diesem Fall würde ich den Fund aber auch sehr sicher bei Cortinarius (Untergattung Telamonia) einordnen: Die deutlich hygrophanen Hüte - darum der Farbunterschied zwischen Standortbild und Studiobild) gibt es so bei Inocybe auch eher nicht (wohl aber bei Naucoria).

    Nr 1 passt sehr gut zum Blauenden Saftporling (Oligoporus caesius)

    Nr. 2 könnten auch Tannenblättlinge (Gloeophyllum abietinum) sein. mit einer Maßeinheit an den Lamellen könnte man das absichern.

    Nr. 3: Schwierig, angesichts des Zustandes des Fruchtkörpers. Wobei wir am letzten Samstag was Interessantes hatten - ewnn man den hier unten am Stiel ordentlich rubbelt, riecht der dann zufällig nach Kartoffelbovist / Stinkschirmling?

    Nr. 4: Wenn der nicht an Pappel wuchs, wäre hier mit dem Abweichenden Schüppling (Pholiota heteroclita) zu vergleichen.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Merci. Schnüffeln kann ich ja leider nicht dran, aber das mit dem Sporenpulver hatte ich überlesen und die Lamellenfarbe scheint auch anders zu sein.

    Edit: Und Pablo hat auch noch ergänzt. Danke!


    Hallo Schupfnudel,


    was hältst Du von Leucoagaricus? War wieder einer meiner spontanen Gedanken (die erstaunlich oft falsch :confused: sind)


    Grüßle

    RudiS

    Du meinst bei Nummer 3?

    Welchen Leucoagaricus vermutest du denn?

    Am ehesten safranschirmlingsartig ist ja Leucoagaricus nympharum aus der Ecke. Dafür ist mir der Fruchtkörper oben aber zu stämmig und die Hutbeschuppung passt nicht. Ein anderer Leucoagaricus mit so groben Hutschuppen und dem dicken Ring fällt mir gerade nicht ein. Habe aus der Gattung aber noch nicht so viel eigene Funderfahrung muss ich sagen.


    LG.

  • Ahoi!


    Mal die Katze aus dem Sack lassen:

    Am Samstag hatten wir einen sehr wunderlichen Schirmling in der Hand, den wir wegen glattem Stiel auch zunächst für einen Leucoagaricus hielten. Der cristatoide Geruch war auffällig, und eine Einordnung erstmal nicht möglich. Wolfgang Prüfert hat den mitgenommen und letztlich als >Macrolepiota subsquarrosa< bestimmt. Das müsste man in diesem Fall aber auch noch doppelt und dreifach absichern (mit getrocknetem Beleg und Mikroskopie und so), weil erstens: Wäre sonst unser deutschlandweiter Erstnachweis in Gefahr ( :wink: ) zweitens sollte man bei solchen eigentlich mediterranen Arten immer sorgfältig bei der Bestimmung vorgehen, eine Zuordnung nur nach Bildern ist zu dünn.

    Standort wäre hier übrigens auch interessant, immerhin fand sich unser Fund im submediterranen Klimaraum (Wiesdaden, Oberrhein) auf passendem, heliophilem und thermophilem Wiesengelände.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo und Danke für die iNFOS,


    Nachtrag zu 3)

    Geruch: Kann ich mich nicht mehr erinnern. Der Fund war am 26.10.18. Seitdem liegt der Pilz bei mir im Garten, schattig. Ist jetzt nicht mehr so frisch und stinkt auffällig.

    Fundort: Ca. 500 m über NN, Bei Freising im "Weltwald". Der Weltwald ist eine weitläufige (100 ha) Ansammlung von Bäumen, die weltweit in der nördlichen Hemisphäre vorkommen (Amerika, China, Japan, Russland... auch mediterran).

    Standort: In einer weiten sonnigen Rückegasse. Dort gibt es immer tiefe Fahrspuren, in denen sich Waser lange hält. Ungünstig für Standort-Foto, deshalb unterlassen.

    Begleitflora: Hohes Gras, Indisches Springkraut, Brombeere.


    Noch zwei Fotos im Anhang

    3a) Hier ist der Ring gut zu sehen


    3b) Blick auf den Hut


  • Hallo, Toni!


    Schwierig. Ausschließen würde ich das nicht. Allerdings könnten da auch weitere Riesenschirmlings - Arten in Frage kommen. Einzelfruchtkörper sind oft heikel in der Bestimmung. Man hat es ja auch öfter mal mit Exemplaren zu tun, die in einem oder mehreren Merkmalen nicht typisch ausgeprägt sind.

    So ist hier zB die Ringstruktur schwierig zu beurteilen, und der ungenattert erscheinende Stiel könnte auch die Folge einer Wuchsstörung sein.

    Ideal wäre es, wen an der Stelle noch mal frische Fruchtkörper auftauchen würde, am besten mehrere, so daß man auch Merkmalsverläufe besser beurteilen kann. Ich weiß jetzt auch nicht, ob da mikroskopisch etwas rauszuholen wäre, oder es bei diesem einzelnen Exemplar sonst nur über eine Sequenzierung ginge.

    Also auf jeden Fall - wenn möglich - die Stelle im Auge behalten, und abwarten, was in diesem oder im nächsten Jahr da noch so rauskommt.



    LG, Pablo.

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