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Im Hochbeet gefunden - Wer hilft mir bei der Bestimmung?

  • Liebe Forumsmitglieder,

    eben fand ich im Hochbeet, zwischen den Erdbeerpflanzen diese Pilze. Sie sehen aus wie Champignons, sie fühlen sich so an und riechen auch genauso. Ich kenne mich allerdings mit Pilzen überhaupt nicht aus und möchte deshalb hier im Forum fragen, ob das auch wirklich Champignons sind, und ob man die essen darf. Ich sage herzlichen Dank im Voraus!

  • Hallo Renisa,

    Schöne Funde-ich halte sie jedoch eher für egerling schirmlinge (seidige oder rosablättrige), welche in der Schweiz vom PK zum Verzehr nicht freigegeben werden.

    Essens Freigabe gibt es bei Pilzen üblichweise eh nicht anhand von Fotos...

    Lg jens

  • Hallo Jens,

    ganz herzlichen Dank für die schnelle Antwort. Dann sind das vermutlich also zumindest Verwandte vom Champignon. Selbstverständlich erwarte ich keine Freigabe für die Unbedenklichkeit. Aber vielleicht gibt es ja Erfahrungswerte von anderen, die so etwas schon mal gegessen haben. Ist jetzt nicht so ein origineller Fund, wie vieles andere hier. Ich fände es aber schade, den Pilz einfach wegzuwerfen. Es könnte sein, dass in der Bio-Gartenerde auch Pilzkompost war, ich meine mich an so eine Aufschrift zu erinnern. Vielleicht kommen die Pilze dann daher. Ich habe vor kurzem noch viel größere Exemplare, Durchmesser über 10 cm im Beet gefunden, die waren aber sehr trocken, ganz weich , nach der großen Hitze, und ich hatte sie erst spät entdeckt, weil unter den Erdbeeren versteckt. Die waren dann auch nicht gerade appetitlich.

  • Hallo Renisa,


    willkommen im Forum,


    Da hast Du hübsche, kräftige Pilzchen gefunden. Zur Bestimmung ist es aber entscheidend, den ganzen Pilz zu sehen. Hier hast Du die Basis leider abgesäbelt, und genau da könnten wichtige Merkmale liegen. Vielleicht hast Du die ja noch, und kannst ein Bild nachlegen.


    Championen haben "rosa" Sporenpulver, das die Lamellen rosa, schokoladig, braun einfärbt. Das kann ich hier am Bild gar nicht erkennen.


    Egerlinge sehe ich da deshalb nicht, vielleicht ein Leucoagaricus? Wenn Du magst, kannst Du versuchen einen Sporenabdruck zu bekommen. Damit wäre die Sporenfarbe einzuschätzen.


    Unter den weißen Lamellenpilzen gibt es übrigens auch teuflisch giftige Pilze. Essfreigaben übers Internet sind unseriös. Wirst Du hier auch nicht bekommen.



    Grüßle

    RudiS


    .

  • Lieber RudiS,

    danke für Deine Hinweise. Ich habe gleich nochmal im Beet geschaut und schicke zwei neue Bilder mit.

    Was die Sporen angeht, habe ich keine gefunden, die Pilze, die ich fand sind alle ganz weiß und noch geschlossen...

  • Morgen!


    Ja, die Stielbasis ist hier ein sehr wichtiges Merkmal. Darum bei Bestimmungsfragen diese immer mit aufnehmen und beobachten.

    In dem jungen Stadium meiner Ansicht nach noch wichtiger als die Lamellen:
    Die sind bei ganz jungen Champis auch zunächst weiß. Was bei Champis später rosa wird (nicht bei allen Arten!) sind die Lamellenfarbe. Das hat aber offenbar erstmal nichts mit dem Sporenpulver zu tun: Das ist bei Champignons immer dunkel braun (bei Egerlingsschirmlingen immer weißlich). Lamellenfarben und Sporenpulverfarbe sind bei den meisten Pilzen zwei verschiedene Sachen. Darum sind Abwürfe immer wichtig, wenn man diese Farbe wissen will (und das ist meistens wichtig).


    Also ich gehe hier auch erstmal von Gemeinen Egerlingsschirmlingen (Leucoagaraicus leucothites) aus, denn der Seidige (Leucoagaricus holosericeus) würde ja im Anschnitt (siehe Bilder Startbeitrag stark gelb anlaufen.


    Übers Internet, nur nach Bildansicht ist es nicht möglich, Verzehrempfehlungen auszusprechen. Dazu sind die Pilze an sich viel zu komplex, Fehlerquellen viel zu hoch, und die Frische und Genießbarkeit einzelner Fruchtkörper ohnehin nie zuverlässig beurteilbar. Wenn man Pilze, die man nicht absolut sicher selbst erkennt, essen will, ist der Weg mit den PIlzen zum Fachmann/frau (siehe Signaturlink) die einzig seriöse Option.


    In dem Fall aber ohnehin nicht nötig, denn Egerlingssschirmlinge sind als Speisepilze mindestens kritisch zu beurteilen.
    In dem Fall dienen die einfach de Aufhübschung des Beetes, der Pilz (Mycel aus mikroskopisch feinen Fäden im Substrat) setzt nur organisches Material in der Erde um, verbessert den Flüssigkeitstransport und Ausgleich im Blumenbeet und stört die Pflanzen nicht.



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Vielen Dank für die hilfreichen Antworten! Jetzt werde ich die angeschnittenen Pilze also auf dem Kompost entsorgen. Vielleicht kommen sie dann im nächsten Jahr überall zum Vorschein... aber wenn ich es richtig verstehe, nehmen sie den anderen Pflanzen keine Nährstoffe weg.

  • Hallo Renisa,


    willkommen hier im Forum!

    Eigentlich ist ja schon alles geschrieben worden, ergänzend vielleicht noch:

    Im Zweifelsfall, gerade auch bei den komplexen Pilzen, immer auf's "Einnehmen" verzichten. Risiko und Nutzen stünden in keinem guten Verhältnis. Das mit dem Kompost machst du auch genau richtig, denn dort gehören deine Pilzchen als wertvolles organisches Material hin.

    Sie nehmen deinen Erdbeeren übrigens nicht nur Nichts weg, im besten Fall können Pilze umliegende Pflanzen sogar mit Nährstoffen oder Spurenelementen "versorgen", die sie selbst nur schwerlich oder gar nicht bilden oder aufnehmen können.

    Da ja oben schon oft vom Sporenabwurf gesprochen wurde und/oder falls dich eine weitere Eingrenzung interessieren sollte, lege doch einfach mal einen aufgeschirmten Fruchtkörper (Hut) über Nacht mit der Lamellenseite auf ein Blatt Papier oder Glasscheibe und schaue, was für eine Farbe das Sporenpulver hat.


    LG Thomas

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