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Ein Safranschirmling?

  • Hallo liebe Pilzgemeinde,


    ich bin mir zu 90% sicher möchte mich aber vor dem Verzehr noch absichern!


    Merkmale für einen Safranschirmling:


    1) Das Habitat sind Nadelholzhäufchen von der Forstwirtschaft wo Fichtenzweige und leichtes Nadelgehölz an einem Waldrand weggeschmissen wurden. Fundstelle ist aber noch unter Fichten am Waldrand, also keine Wiese, kein Kompost oder Gartenähnliches, sondern auf 800Meter höhe in den bayrischen Voralpen.


    2) Die Farbe der Schüppchen am Hut entspricht dem Hut-Untergrund und hat keinen Kontrast und keine sternförmige Anordnung wie beim Giftigen Riesenschirmpilz oder Garten-Schirmpilz!


    3) Die Färbung ist bei Verletzung oder Anschnitt sofort Safran, nach einigen Minuten zurückgehend in ein deutliches Weinbraun oder Braun!


    4) Der Stiel ist sehr längsfaserig und sehr zäh, teilweise bekommt man die Fasern gar nicht gebrochen, sowie beim Gras!


    Merkmale die mich verunsichern:


    1) Ich finde den Geruch, vor allem an der Stielbasis, eher säuerlich und unangenehm, meine Frau findet den Geruch angenehm


    2) Auch der Gift Riesenschirmling oder Gartenschirmling können im Wald vorkommen, selten aber möglich!



    Ich hoffe auf jemanden der viel Erfahrung mit Riesenschirmlingen hat und mir helfen kann, habe die Pilze noch bei mir falls ich noch etwas nachprüfen soll!


    LG

    Robert

  • Hallo, Robert!

    ich bin mir zu 90% sicher möchte mich aber vor dem Verzehr noch absichern!

    Dann bist du hier aber falsch, denn das geht faktisch nur wenn du die Fruchtkörper einem PSV in die Hand drücken kannst. :wink:

    Insofern: Zur Genießbareit deines Fundes kann ich nichts sagen. Kann bekömmlich sein, kann aber auch giftig sein.

    Warum?

    >Hier nachzulesen<


    Mit Safranschirmling liegst du jedenfalls richtig, und vom Aussehen her würde ich tatsächlich am ehesten den Olivbraunen (Chlorophyllum olivieri) vermuten.

    Geruch: Für die Bestimmung von Safranschirmlingen völlig irrelevant: Alle Arten (auch die potentiell giftigen) riechen absolut identisch. Man liest gerne mal was Anderes ("Gift-Safranschirmling erkennbar an der Ausdünstung des leibhaftigen Pferdefußes" und ähnliche Märchen), aber der Geruch ist bei allen Safranschirmlingen erstens abhängig vom Alter und zweitens abhängig von der Witterung und drittens abhängig vom Standort. Und sonst nix, hat also auch nix mit der Art zu tun.

    Soviel zu deinem "Verunsicherungsmerkmal 1".

    Zum "Verunsicherungsmerkmal 2": Ja, aber entscheidend ist nicht der Standort an sich (Wald, Wiese, Gartenzaun oder hinterm Gartenzwerg beim Komposthaufen *), sondern der Stickstoffgehalt im Boden. Wenn es sich bei der Fundstelle tatsächlich nur um Polster aus Nadelstreu und kleinen ästchen und so handelt, also kein Grünschnitt, kein Hundeklo, keine brennesseln, Springkrautwüsten, Robinien oder Brombeergestrüppe vor Ort, dann doch eher nährstoffarm.

    Wichtig sind, wie du schon eingangs festgestellt hast, die Farbverläufe und der Farbkontrast zwischen Schuppen und Hutoberfläche.

    Außerdem der Habitus und die Form der Knolle sowie die Struktur des Ringes.


    Wenn diese Ausführungen irgendwie helfen, um noch ein paar % mehr eigene Sicherheit zur Bestimmung raus zu holen, dann ist das völlig in Ordnung, aber ich muss es nicht wissen. :wink:


    *) Sorry, hatte gerade meine sarkastischen 5 Minuten



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Danke Pablo,


    du hast mir sehr weitergeholfen um mich zu bestärken, natürlich erwarte ich hier keine Essensfreigabe, hätte ich nicht erwähnen sollen das ich sie verzehren möchte.

    Zu dem Nitratgehalt im Boden hast du mir sehr weitergeholfen, da tatsächlich dies nochmal ein paar Prozenzpunkte rausgeholt hat. Das mit dem Ring kann man tatsächlich auch noch genauer Untersuchen :-)


    Vielen lieben Dank!

  • Ich sehe übrigens auch C. olivieri hier, zumindest bei den ausgewachsenen. Bei den ausgewachsenen ist der geringe Kontrast der Hutschuppen zum Hutuntergrund hier schon enorm. Das sollten die anderen so extrem nicht können, selbst wenn sie nachdunkeln im Alter.


    Junge Exemplare sind aber durchaus kniffelig bis unbestimmbar manchmal.


    LG:

  • Vielen Dank Schupfnudel


    Da hast du völlig recht, das werd ich mir merken, bei Riesen Schirmlingen immer nur bestimmen wenn auch ausgewachsene Exemplare vorhanden sind.

    Ich lang ja auch keine jungen Perlpilze an, da der Fliegenpilz ganz jung genau so aussieht !


    LG

    Robert

  • Hallo

    Was ist denn das? Das stimmt hinten und vorne nicht!

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