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letzter Beitrag von Uwe58 am

Schirmlinge ... die Bestimmung kann einen verrückt machen

  • Hallo Alex,


    auf den ersten 3 Fotos sind Riesenschirmlinge (Macrolepiota spec.) zu sehen und wenn beim Einzelexemplar auf den letzten 3 Fotos der Stiel durchgehend glatt, also nicht genattert war, dann könnte es der Olivbraune Safranschirmling (Chlorophyllum olivieri) sein, oder wenn sich im unteren, fehlenden Stielteil eine Natterung befand, dann käme eventuell der Düstere Riesenschirmling (Macrolepiota fuliginosa) in Frage.

    Bei Bestimmungsanfragen bitte immer Exemplare mit komplettem Stiel zeigen, Pilzstiele weisen oft von deren Spitze bis zur Basis wichtige, bestimmungsrelevante Merkmale auf.


    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Erstmal danke ich Euch. Ich habe keinen von denen verwertet, denn je mehr ich lese, desto giftiger kommt mir das alles vor und desto weniger scheint man zu wissen. Weiß nicht, ob ihr das kennt ;-(.

    @ Sepp: die Stiele sind mir bei der Suche vorm Haus mit Hund leider teils abhanden gekommen. Sie waren in keinem Fall vollständig glatt / weiß, aber so stark genattert, wie bei einem Vorzeige-Parasol waren sie alle nicht. Einzig der mit der dunklen Kappe hatte braune Verfärbungen beim Abschneiden und eine leichte Braunverfärbung beim Fleischabbruch (Safranschirmling?). Aus anderer Quelle wurde verwiesen, dass es sich um Chlorophyllum rachodes (Olivbrauner Safranschirmling) und Macrolepiota mastoidea (Zitzen-Riesenschirmling) handeln müsste und nur der Große / Dicke ein Parasol sein könnte. Die Ringe waren teils nach Lösen des Vernum (heißt das so?) beweglich. Gerochen habe alle nach fast gar nichts. Fundort war eine mit Buchen und Eicheln bewachsene Wiese.

    Lange Rede ... vielen Dank :)

  • Erstmal danke ich Euch. Ich habe keinen von denen verwertet, denn je mehr ich lese, desto giftiger kommt mir das alles vor und desto weniger scheint man zu wissen. Weiß nicht, ob ihr das kennt ;-(.

    @ Sepp: die Stiele sind mir bei der Suche vorm Haus mit Hund leider teils abhanden gekommen. Sie waren in keinem Fall vollständig glatt / weiß, aber so stark genattert, wie bei einem Vorzeige-Parasol waren sie alle nicht. Einzig der mit der dunklen Kappe hatte braune Verfärbungen beim Abschneiden und eine leichte Braunverfärbung beim Fleischabbruch (Safranschirmling?). Aus anderer Quelle wurde verwiesen, dass es sich um Chlorophyllum rachodes (Olivbrauner Safranschirmling) und Macrolepiota mastoidea (Zitzen-Riesenschirmling) handeln müsste und nur der Große / Dicke ein Parasol sein könnte. Die Ringe waren teils nach Lösen des Vernum (heißt das so?) beweglich. Gerochen habe alle nach fast gar nichts. Fundort war eine mit Buchen und Eicheln bewachsene Wiese.

    Lange Rede ... vielen Dank :)

    Hallo Alex,


    erst mal braucht dir nicht gleich alles giftig vorkommen, aller Anfang ist schwer.


    Das was du von anderer Seite recherchiert hast, also ein "Parasol" (Macrolepiota procera) und Zitzenschirmlinge (Macrolepiota mastoidea) dürfte zumindest anhand dessen, was man auf dem 2. Foto sehen kann, schon stimmen. Aber die sind eben alle der Gattung Macrolepiota (=Riesenschirmlinge) zugehörig und in dieser Gattung existiert in Europa keine giftige Art.


    Der vermutliche Olivbraune Safranschirmling auf den letzten 3 Fotos heißt aber nicht Chlorophyllum rachodes, sondern wie schon in meiner ersten Antwort erwähnt Chlorophyllum olivieri. Der Name C. rachodes bezieht sich meines Wissens auf den Keulenfüssigen Garten-Safranschirmling. Dieser hat einen helleren Hut mit dunklen Schuppen, zwischen Hut- und Schuppenfarbe besteht also ein Kontrast, während C.olivieri eine fast gleichmäßig braune Hut- und Schuppenfarbe hat, also ziemlich kontrastlos erscheint.


    Und schließlich heißt es nicht "Vernum" sondern Velum. Darunter versteht man die Teilhülle und/oder Gesamthülle, die einen jungen Pilzfruchtkörper teilweise oder/und gänzlich umhüllt. Man unterscheidet zwischen einer Teilhülle (=Velum partiale) und einer Gesamthülle (Velum universale).

    Manche Pilze weisen sowohl ein Velum partiale als auch ein Velum universale auf.


    Beispiel grüner Knollenblätterpilz: die Teilhülle (Velum partiale) reicht vom Hut bis zur Manschette/Ring am Stiel, beim Jungexemplar ist der Hutrand mit dem Stiel verbunden/verwachsen, um die Lamellen/Sporenlager zu schützen. Wenn der Pilz aufschirmt reißt diese Verbindung, die Lamellen werden frei sichtbar und die Manschette bleibt als sichtbares Zeichen des Teilvelums am Stiel zurück.


    Zusätzlich umhüllt das Universalvelum (Velum universale) in Form einer eiförmigen Hülle den gesamten jungen Fruchtkörper vom Hut bis zur Stielbasis. Wenn sich der Pilzfruchtkörper im Zuge seiner weiteren Entwicklung streckt, bricht diese eiförmige Hülle auf und es verbleibt ein Teil der Gesamthülle scheidenartig-lappig wie ein aufgebrochenes Ei an der Stielbasis und der andere Teil als Schuppen am Hut.


    VG Sepp

    Eine Verzehrsfreigabe gibt es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort

  • Erstmal danke ich Euch. Ich habe keinen von denen verwertet, denn je mehr ich lese, desto giftiger kommt mir das alles vor und desto weniger scheint man zu wissen.

    Hallo

    Sepp hat dir ja schon eine genaue Antwort geschrieben. Man kann aber auch noch einfacher!

    Ein schuppiger Schirmlingshut = Ein Punkt

    Typische Lamellen, schön hell (weiß), keine Verfärbung, angenehmer Geruch = Ein Punkt

    Keine gerandete Knolle = ein Punkt

    Ein leicht bis Stark genatterter Stiel = Zwei Punkte

    Ein nicht angewachsener Ring = Zwei Punkte

    Kommst du auf sieben Punkte, dann hast du einen leckeren Schirmling

    Hast du weniger als sieben Punkte, dann wird es interessant und evtl. sogar sehr gefährlich

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