Hallo, Besucher der Thread wurde 156 aufgerufen und enthält 6 Antworten

letzter Beitrag von Beorn am

PSV Pilze lernen PSV

  • Hallo


    Bin mir nicht sicher , das dies die richtige Forumsecke ist !??

    Kann mir jemand Tipps für die Weiterbildung zum Pilzsachverständigen geben?


    Wohnort : Nordhessen

    Vorkenntnisse: geht so, habe mich seit über 50 Jahren noch nicht pilzvergiftet. :)

    Kosten, Zeitaufwand, rechtliches?


    Danke für jede iNFO


    Ulrich

  • Hallo, Ulrich!


    Du wirst ein wenig fahren müssen.

    Das Nächste für dich wäre >das hier<, aber das Kursangebot ist nicht vergleichbar mit den drei Folgenden.

    Ob die da auch Prüfungen abhalten, bzw. auf PSV - Prüfungen vorbereiten, weiß ich nicht.


    Die drei Anlaufstellen für prüfungsvorbereitende Kurse und auch anerkannte Prüfungen kommen jetzt:
    >bei Andreas Gminder<

    >bei Lothar Krieglsteiner<

    >bei Björn Wergen<



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo,


    Drei mögliche Wege (oder deren Kombination) führen zum benötigten PSV-Wissen:


    - Intensive, jahrelange Beschäftigung mit den Pilzen und verschiednen Bestimmungswerken im Selbststudium.

    - Besuch von einigen Kursen, die das entsrechende Wissen vermitteln. Vorzugsweise gleich bei dem späteren Prüfer. Meines Wissens nach sind das aktuell folgende drei: Dr. Lothar Krieglsteiner, Andreas Gminder und Björn Wergen.

    - Mitgliedschaft in einem Pilzverein, mit entsprechender Vorbereitung auf die Prüfung.


    Letztlich ist wohl eine Kombination am effektivsten. Und davon hängen auch die Kosten ab. Die Prüfung selbst kostet nur 40-60 €, die vorbereitenden Kurse entsprechend mehr. Wer bereits einen guten Wissensstand hat, kann entsprechend Geld einsparen. Man sollte aber auch bedenken, dass ein fertiger PSV weitere Ausgaben aufwenden muss. Zum einen die Mitgliedsgebühr in der DGfM und die Kosten für die mindestens alle drei Jahre zu besuchende Weiterbildung, damit der Sachverständigenstatus erhalten bleibt.


    Einen guten Einblick in die Grundlegenden Anforderungen gewinnt man, wenn man sich mit den veröffentlichten Fragenkatalog der schriftlichen PSV-Prüfung befasst. Fragen der schriftlichen PSV-Prüfung online


    Wenn, die (nicht immer ganz glücklich formulierten) Fragen keine größeren Probleme bereiten, ist die Basis soweit da. Allerdings wird deutlich größeres Augenmerk auf die Praxis gelegt.


    Nach der theoretischen Prüfung, die einen Auszug der o.g. Fragen beinhaltet, findet die praktische Prüfung statt. Hier werden zum einen Pilze vorgelegt die zu erkennen sind. (Artenkenntniss- Prüfung) und zum anderen mit einigen Pilzen (oder Teilen davon) Beratungssituationen nachgestellt. Hierbei geht es hauptsächlich darum ob das vorgelegte Material zum Verzehr freigegeben werden kann oder nicht. Es muss also auch die Frische beurteilt werden. Es ist zudem Durchsetzungsfähigkeit und Überzeugungsfähigkeit gefragt. Auch die Reaktion auf unvorhergesehene Situationen wird geprüft (z.B. ich habe vor 10 Minuten von dem giftigen Pilz gegessen - was ist zu tun).


    Man sollte sich vor der Prüfung einen guten Überblick der verschiedenen Gatungen aneignen und die gängigsten (Speise)Pilze kennen. So ungefähr 200-300 Arten ist ein guter Ausgangspunkt.

    Insbesondere werden Giftpilze und ihre Verwechslungspartner besonders gewichtet geprüft.


    Ich selbst beschäftige mich seit meiner Kindheit mit den Pilzen. Über die Jahre habe ich mir das ganze Wissen im Selbststudium angeeignet und letztes Jahr einen Kurs mit Mikroskopier -Teil besucht, weil ich mir schon lange ein Mikroskop für Pilze anschaffen wollte. Dort waren fast alle Teilnehmer PSV und ich habe gemerkt, dass ich im Vergleich dazu mich mit meinem Wissen nicht zu verstecken brauche. Daher habe ich mich dieses Jahr selbst für die PSV-Prüfung angemeldet und auch problemlos bestanden.


    LG Thiemo


    PS: Falls Interesse besteht, welche Arten mir in der Prüfung vorgelegt wurden liste ich hier (~90% aus Gedächtnissprotokoll) mal auf: Gelber Knollenblätterpilz, Risspilz spec., Grauer Scheidenstreifling spec., Roter Scheidenstreifling spec., Perlpilz, Keulenfuß-Trichterling, Grüner Anis-Trichterling, Feld-Schwindling, Violetter Lackpilz, Violetter Rötelritterling, Rettich-Helmling, Trichterling (scheinbereifter) spec., Garten Safran-Schirmling, Falten-Tintling, Spitzschuppiger Stachelschirmling, Horngrauer Rübling, Beringter Flämmling, Rosablättriger Egerlingsschirmling, Blutblättriger Hautkopf, Ziegelgelber Schleimkopf, Schleierling spec.(Klumpfuß & Gürtelfuß), Fuchsiger Röteltrichterling (Abfrage nach dem Parfümierten Trichterling), Perlhuhn Champignon, Rehbrauner Dachpilz (Albino), Zerdernholz-Täubling, Gallen Täubling, Ockergelber Täubling.

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Hallo


    Vielen Dank an Pablo und Thiemo für die ausführtlichen Informationen!


    Vielleicht noch eine Frage zum " rechtlichen" :

    Ich denke auch eine noch so gute Pilzkenntnis schützt in der Beratung nicht 100% vor Irrtümern ( nobody is perfect1)

    Ausserdem wäre es auch möglich das nach der Beratung noch weitere( ähnliche ??) Pilze von der Fundstelle geholt werden.

    Und wenn dann ein Unglück pasiert??

    Andererseits kann man nach einer Beratung auch schlecht sagen: Alles ohne Gewähr!


    lG

    Ulrich

  • Hey,


    für den 100%igen Schutz ist jeder PSV im Rahmen seiner Tätigkeit durch eine Vereinshaftpflichtversicherung der Deutschen Gesellschaft für Mykologie abgesichtert.


    Aber so weit sollte es gar nicht kommen. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, wird lieber ein Pilz weniger freigegeben als zu viel. Gefährlichen Giftpilze kennt man ohnehin durch die Ausbildung gut genug, um sie sicher zu erkennen.


    Für den Fall, dass nicht alle Pilze vorgelegt oder später vermeintlich ähnliche von der Fundstelle geholt werden, kann man sich durch das Ausfüllen eines Beratungsprotokolls schützen, in dem die gezeigten Arten erfasst werden und der Ratsuchende unterschreibt. (vgl: PSV-Wesen und Organisatorisches)


    LG Thiemo

    Bestimmungsvorschläge anhand von Fotos sind immer unter Vorbehalt und mit Restrisiko!

    Sichere Freigabe zum Verzehr können nur Pilzsachverständige vor Ort geben!

  • Hi


    Hört sich gut an, danke!

    Ich bin aber noch am überlegen ob ich das tatsächlich machen will.


    lG Ulrich


    Nachtrag

    Möglicherweise habe ich ( Ohne PSV) vorgestern jemand vor einer Pilzvergiftung gerettet :

    Der alte Fehler: Pilze sind lecker , kenne mich aber nicht aus und nehme daher nur Champignons!!

    ( auch wennder nen bisschen grün aussieht???):grrr:

  • Ahoi, Ulrich!


    So einige bekömmliche und schmackhafte Täublinge sind ja auch grün.
    Und grüne Knollenblätterpilze (Amanita phalloides) können auch mal komplett weiß sein (Farbspektrum ist halt variabel).

    Die Farbe des Sporenpulvers ist aber immer (immer, ohne Ausnahmen!) ein sicheres Merkmal, um alle Wulstlinge (= Knollenblätterpilze = Amanita) von allen Champignons (= Egerlinge = Agaricus; auch in der Gattung mehrere giftige Arten in Europa) zu unterscheiden. Wobei Sporenpulverfarbe und Lamellenfarbe zwei verschiedene Sachen sind, das sollte man dabei auch im Hinterkopf haben. :wink:



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

    • Gäste Informationen
    Hallo, gefällt Dir das Thema und willst auch Du etwas dazu schreiben, dann melde dich bitte an.
    Hast Du noch kein Benutzerkonto, dann bitte registriere dich, nach der Freischaltung kannst Du das Forum uneingeschränkt nutzen.