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Ich habe Bitte zur Pilzbestimmung

  • Hallo Pilzfreunde

    Ich habe noch einen Pilz aufgenommen, der noch recht frisch war. Er riecht stark aber nach was? (fruchtig, säuerlich)

    Steht im Laubwald. Eiche, Buche, Esche? Hut ist flach nach oben gerundet. dunkelbraun. Lamellen stehen dicht, angewachsen.

    Ich habe die Pilzbücher durch. Konnte keinen zuordnen.

    Ich bitte darum, mir nur mal die Gattung zu nennen. Würde gern weitersuchen und Bestimmung abgeben.

    Danke Euch

    Gruß Fred



  • Hallo Fred

    Aus meiner Sicht sieht es nach einem Milchling aus.

    Aber ich sehe leider keine austretende Milch.

    Schönen Abend LG Andy

  • Hallo, Fred!


    Oder vielleicht auch einfach Nebelkappen (Clitocybe nebularis), die ein wenig dunkel ausgefallen sind in der Färbung (ist aber noch im möglcihen Variationsspektrum der Art).



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Guten Morgen Andy und Pablo

    Ich war auch erst ganz stark beim Milchling, weil einige in der Farbe und Hutkopf mich gebunden hatten. Eben die Milch fehlte, Da dachte ich, daß

    sie alt sind und vielleicht schon trocken, kann nicht sein.

    Jetzt, wo Du Pablo Nebelkappe sagst, konnte ich mich an den Kopf greifen und natürlich sagen. Die Farbe hat mich nicht darauf kommen lassen.

    Der Geruch "parfürmiert" kommt natürlich auch hin. Ich wusste, den habe ich schon oft gerochen, nur welcher? Also, danke.

    Da heute die Sendung abgeht, werde ich Dich mit dem Pilz näher bringen. Hi,hi!!! Ich muß aufpassen, daß ich nicht pilzverrückt werde. Ich liege schon wach und denke nach. Oje.

    Schönen Tag , liebe Grüße Fred

  • Hallo!

    Glaube schon ,daß es eine Grau oder Nebelkappe ist.

    Habe ich auch schon als Mischpilz gegessen.Ist lange her.

    Habe einen Tip bekommen,daß er nicht mehr zu den esbaren Pilzen

    gehört.Kann mich auch täuschen.Allein geht überhaupt nicht.

    mfG. Harald

  • Hallo, Fred!


    Ui, aber bitte keine ungetrockneten Lamellenpilze verschicken, gell?
    Weil die werden beim Transport im Päckchen flüssig und beeinträchtigen dann möglicherweise auch den Lackporling - ganz zu schweigen vom erwartungsgemäß unbeschreiblichen Geruch beim Auspacken. :wink:



    LG; Pablo.

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  • Oje, Pablo, wir haben alles sorgfältig eingepackt.Ganz oben in Zeitung extra die Nebelkappe. Denken, dass Du morgen schon auspacken

    kannst. Das wusste ich nicht. Er sah so komplett aus. Werde den zweiten jetzt bei mir einpacken und testen, wie er sich verhält.

    Hoffentlich geht es nochmal gut. Lass Dich überraschen.

    Das gibt wieder eine schlaflose Nacht.

    Gruß Fred

  • Hallo, Fred.


    Passiert, macht nichts. Hoffentlich.
    Das Paket war vorübergehend auch da, aber ich halt nicht. Das muss ich dann morgen nachmittag an der DHL - Station abholen und hoffen, daß es im Kiosk noch einigermaßen passabel riecht. :wink:

    Aber klar: Woher sollst du es auch wissen. Das hätte ich vorab vielleicht schreiben sollen. Frischpilze verschicken geht zwar schon, ist aber nicht ganz einfach. Man muss die dann recht speziell verpacken.

    Ich untersuche ja eigentlich nur Porlinge, Rindenpilze und Thelephoraceae intensiv (man muss sich dann auch spezialisieren, sonst ist das so, als würde man einen Ornithologen zu einer Expertise hinsichtlich einer Meeresschnecke bitten), und da ist es immer am besten, die einfach zu trocknen. Bei anderen Pilzgruppen ist es schwieriger, weil je nach dem auch mikroskopische Merkmale beim Trocknen vergänglich sind (bei Porlingen, Rindenpilzen und Thelephoraceae normalerweise nicht).

    Anyway, wir werden es morgen abend wissen, wie's ausgegangen ist.



    LG; Pablo.

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  • Mensch Pablo, da bin ich auch gespannt. Vorstellen kann ich es mir nicht. Riechen wird es auch sicher nicht, weil es nicht soviel Fugen im Paket

    gibt. Ich hatte den zweiten Pilz gleich eingewickelt und und in einen Karton getan. Bis heute ist absolut nichts passiert. Er hat noch seinen

    Geruch und gewässert hat er auch nicht. Andere Mönchsköpfe haben wir gefroren mit nach Hause genommen und hingelegt. Liegen nun

    bereits unverändert 8 Tage. Aber, Du bist der Fachmann und wirst wissen, von was Du redest.

    Auf alle Fälle ist alles so mit Zeitung verpackt, dass Feuchtigkeit aufgesaugt wird . Was feucht werden könnte, ist immun gegen Wasser. Hi,hi.

    Also, vielleicht wird alles gut.

    Gruß Fred

  • Hallo, Fred!


    Alles gut gegangen und gut angekommen!

    Bei der Größe und dem Gewicht habe ich erstmal einen kleinen Schrecken bekommen (Huch? So viele Nebelkappen?) - aber das hat sich dann schnell aufgeklärt.

    Unglaublich, diese Farbenpracht! Da können ja die meisten Pilze nicht mehr mithalten. Spannend auch die Erklärung zu den Wüstenrosen. Die Wunder der Natur sind so unglaublich vielfältig, ob belebt oder unbelebt.

    Vielen lieben Dank an dich und Heide, ihr seid wirklich spitze.

    Ob's aber ein Mikroskop braucht - ich denke, das muss nicht immer sein. Es bedeutet eben auch einen großen Aufwand an Zeit und Übung, bis man damit arbeiten kann und die erwünschten Ergebnisse erzielt. In manchen Fällen springt dir jemand zur Seite, und ansonsten gibt es so viele Pilze, die man auch makroskopisch gut beobachten und einschätzen kann.
    So zum Beispiel Nebelkappen: Die hat sich nicht verflüssigt, meine Befürchtung war unbegründet. Umso besser: So "gut abgehangen" wie sie jetzt ist, entwickelt sie einen starken (aber nicht durch das Paket dringenden) und ziemlcih eindeutigen Nebelkappen - Geruch. Zie mlich dunkel ist sie, das stimmt, aber makroskopisch schon mal eine ganz eindeutige Nebelkappe. Ich schaue nachher dennoch mal kurz rein, auch wenn Nebelkappen zu den mikroskopisch ganz und gar unauffälligen Pilzten zählen: Keine Zystiden, keine bemerkenswerten Strukturen, nur Hyphen, Basidien ohne besondere Merkmale und elliptische, glatte, inamyloide Sporen - eben wie Dutzende andere Pilze auch.

    Aber auch das Fehlen auffälliger Merkmale kann ja ein Merkmal sein.


    Zum Porling: Der ist ja riesig!
    Toller Fruchtkörper.

    Ich habe eine Stelle eben schon mal angekokelt, und ja: Es schmurgelt. Die Bläschen sind halt sehr fein, es ist nicht unbedingt leicht zu sehen, was da passiert.
    Also auf jeden Fall aber schon mal eine der harzhaltigen Arten.

    Geschnitten habe ich noch nicht, aber der Fruchtkörper kommt mir verhältnismäßig leicht vor, also ähnlich wie bei meinen Exsikaten von Ganoderma resinaceum.

    Das schaue ich mir aber noch genau an, makroskopisch sieht er schon etwas anders aus, als die Harzigen lackporlinge, die ich bisher in der Hand hatte.

    Zur Not geht der auch noch unters Mikro: Ganoderma resinaceum hat eine Hutkruste aus aufgerichteten, parallelen Zellen (Palisadoderm), Ganoderma pfeifferi hat eine Hutkruste aus liegenden Hyphen (Kutis).
    Eine der beiden Arten ist es aber auf jeden Fall, nur will ich mir den morgen nachmittah noch bei Tageslicht genauer angucken. Da bin ich etwas früher daheim. Die Kontextfarben und Röhren will ich lieber bei Tageslicht angucken, als bei Kunstlicht.



    Liebe Grüße,
    Pablo.

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  • Schönen guten Abend!


    Also, nach noch eingehender Untersuchung:
    Dein Fund ist der Harzige Lackporling (= Ganoderma resinaceum).

    Leider nicht ganz der Knüller bzw. Rarität wie Ganoderma pfeifferi, aber wer weiß, was sir in deinen Wäldern noch so alles begegnet.
    Es ist schon so, daß die Röhren stellenweise etwas geschichtet wirken. Aber sie sind es nicht, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie es bei einem mehrjährigen fruchtkörper aussehen würde. Es ist wohl eher so, daß das durch unteschiedliche Wuchsgeschwindigkeiten passiert ist. Denn diese angedeuteten Schichten sind nicht durchgehend, sondern nur partiell ausgeprägt, es gibt absolut keine Hyphenschicht zwischen den Röhren - und sei sie noch so dünn.
    Also: Fruchtkörper ist einjährig. Was erstmal noch nicht viel heißt: Im ersten Lebensjahr eines mehrjährigen Porlings sind auch da die Fruchtkörper einjährig. :wink:
    Was aber für die Bestimmung wichtiger ist: Die helle Farbe vom Kontext (also das Hutfleisch, die faserige Masse zwischen Hutkruste und Röhren) ist viel zu hell für Ganoderma pfeifferi. Und der Fruchtkörper ist - obwohl so riesig - deutlich zu leicht, die Fruchtkörper von Ganoderma pfeifferi müssten auch im getrockneten Zustand ein höheres spezifisches Gewiccht haben.

    Reingelinst habe ich trotzdem noch: Der Aufbau der Hutkruste bestätigt dann nochmal die Bestimmung als Ganoderma resinaceum. Zudem sind die Sporen eher schlank, die von Ganoderma pfeifferi sollten breiter elliptisch sein und Breiten von mehr als 9µm erreichen.


    Hier noch die Doku dazu:





    LG, Pablo.

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  • 123pilze.de/000Forum/index.php?attachment/55372/Hallo Pablo

    Ich kann nur nochmal danke sagen. Wenn ich nochmal zusammenfasse. Ich hatte einen Porling gefunden, der schon älter aussah. Die Farbe hat sich verändert, vielleicht noch ein paar Merkmale. Nun werden Tipps abgegeben, welcher Porling es sein könnte. Ich sag mal, der ganz normale Pilzsammler, auch schon Pilzkenner, müsste sich damit zufrieden geben, daß es sich eben um einen Porling handelt. Meiner war nun der Lackporling und gern

    hätte man den kupferroten Lackporling herausgefunden.

    Nun können nur Leute wie Du, Untersuchungen anstellen, um eben die genaue Gattung herauszuarbeiten.

    Das geschieht schon fast wissenschaftlich. Wie könnten wir sagen, der Pilz ist zu leicht, um der andere Pilz zu sein.Woher kann man das alles wissen.

    So kann ich nur urteilen, Du bist einfach ein Könner und Wisser. Hoffe Du hattest Spaß.

    Nochmal Gruß von meiner Heide

    Gute Nacht Fred







    123pilze.de/000Forum/index.php?attachment/55371/

  • Guten Morgen!


    Ach, das geht glaube ich allen Leuten so, wenn man sich hobbymäßig in ein Thema vertieft. So wie halt diverse Baumpilze in meinem Fall.

    So ganz automatisch entwickelt man nach und nach einen Blick für bestimmte Details.


    Während man andere Sachen irgednwie übersieht: Zum Beispiel, daß ich die Bilder ja im falschen Thema abgestellt habe.
    Die gehören ja eigentlich >hier hinein<, weil da ja die ursprüngliche Frage von dir war mit den Bildern vom Fundort.


    Ich werde das dort mal eben noch ergänzen, daß die Mitleser, die sich das Thema markiert hatten, auch die Auflösung mitbekommen. :)



    LG; Pablo.

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