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Schwefelkopf und Ko.

  • Hallo,

    auf meinen Wanderungen gestern und heute bin doch auf einiges interessantes gestoßen. Ziegelrote Schwefelköpfe gab es an gleich drei Wurzeln.

    Dann entdeckte ich in der Nische in der einer der Pilze wuchs gleich noch winzige Becherlinge, Millimetersache!

    Ich denke an Mollisia cinerea?

    Als letzten für heute, den wohl kleinsten Lamellenpilz den ich je sah. Der Große maß 3 mm.

    Soll wohl Flammulina felutipes werden oder Hypholoma capnoides?

    Wünsche Euch ein schönes Wochenende...LG Rigo

  • Hallo Rigo

    Beim letzten bin ich auch mehr bei Flammulina Velutipes. Bei den Becherlingen kenne ich mich zuwenig aus.

    Schöne Doku, vielen Dank

    LG Andy

  • Hi Rigo!


    Schöne Tour, danke Dir!


    für einen Schwefelkopf finde ich persönlich die Lamellen zu weit auseinander. Allerdings bin ich mir bei den Samtfüßen auch nicht so sicher. Die hüte finden ich zu wenig glänzend, sind ja eher samtig. und auf den Stielen sehe ich eher flocken als Samt. Aber was es sein kann - keine Ahnung!


    Da müssen andere ran!


    LG

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • für einen Schwefelkopf finde ich persönlich die Lamellen zu weit auseinander. Allerdings bin ich mir bei den Samtfüßen auch nicht so sicher. Die hüte finden ich zu wenig glänzend, sind ja eher samtig. und auf den Stielen sehe ich eher flocken als Samt. Aber was es sein kann - keine Ahnung!

    Hallo Alex

    Im ersten Moment kann ich deine Zweifel verstehen.

    Aber beachte die Beschreibung: Als letzten für heute, den wohl kleinsten Lamellenpilz den ich je sah. Der Große maß 3 mm.

    Dann paßt das schon.

  • Hallo, und danke für Euer Interesse und Bestimmungshilfe!

    Hallo auch Alex, der erste und der zweite Schwefler waren Einzelkämpfer und Größer als die Anderen. Ich würde davon ausgehen, dass dies Beiden sehr groß geworden wären und daher das jungfräuliche Lamellenbild!

    LG Rigo

  • Hi Rigo!


    Sorry, da war ich nicht sehr präzise. Die ersten beiden Bilder sind für mich klar schwefelköpfe. Ziegelrote anhand der Farben auch wahrscheinlich.


    gemeint hab ich beim Beitrag die beiden zuletzt gezeigten Bilder. Die sind ja auch noch sehr jung, was die Bestimmung nicht leichter macht!


    Liebe Grüße

    Alex

    Wie bei den Pilzen generell, so sind auch meine Angaben grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen!


    Ich bin kein Pilzexperte, nur ein mykologisch interessierter Laie!


    Offizielle Freigaben kann es nur beim Pilzsachverständigen vor Ort geben!

  • Hallo und Alle Hopp!

    Ich habe mir die keinen Winzling am Ende des obigen Beitrages dann doch vorgenommen und hineingeschaut. Bis ich so weit war, waren diese natürlich eingetrocknet und ich musste sie im Wasserbad erst auffrischen. Herausgekommen ist meines Erachtens Flammulina velutipes s.l. Dass diese Pilze sich in so kleinem Stadium schon ausbreiten hätte ich nicht gedacht. Vielleicht weiß ja einer was zu berichten, würde mich sehr freuen.

    LG Rigo

  • Hallo, Rigo!


    Nicht das beste Bild:


    Aber stimmt, so sehen ganz junge Fruchtkörper von Flammulina velutipes s.l. aus. Und sie sind durchaus winzig. :thumbup:

    Die Behaarung ist aber signifikant, und ja auch auf deinen Bildern gut zu sehen. Eben nicht nur am Stiel, sondern auch am Hut. Pileo- und Kaulozystiden sehen sich halt ähnlich, wobei die Pileozystiden eben nach und nach undeutlich werden und verschwinden, die Kaulozystiden sind aber dauerhafter und beständiger, die bilden eben diese samtige, dichte Behaarung der Stiele.


    Die Mollisia ist makroskopisch nicht bestimmbar - vielleicht noch nicht mal mikroskopisch.

    Da muss man sich richtig reinarbeiten, ist eeine schwierige Gattung, die nach wie vor viele ungeklärte Fragen enthält. In Deutschland gibt es wohl so ungefähr eine Hand voll Mollisia - Spezis, die schon makroskopisch recht gute Voreinschätzungen treffen können - wenn es eine einigermaßen gängige, bekannte Art ist und wenn möglichst umfasssende Begleitumstände bekannt sind (also Fundort, Fundzeit, Substrat, Substratverhältnisse, Substratposition, Umgebungsökologie).

    >Ingos Mollisia - Sammlung<



    LG, Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Hallo Pablo,


    ist dir eigentlich aufgefallen, daß du uns mit deinem Pilzfoto auch gleich noch ein Porträt einer, nicht sehr häufig zu beobachtenden, weissen Nacktschnecke geliefert hast?

    Es handelt sich hier wohl um ein Jungtier der Schwarzen Wegschnecke (Arion ater), die manchmal eine solch helle (elfenbeinton) bis weiße Färbung, vor allem auch des Fußsaumes (Abschluss des runden Körpers zur platten Fußsohle - ist eigentlich schwarz) haben können. Bei sehr, sehr wenigen Exemplaren bleibt, vor allem in Nordeuropa, diese Färbung jedoch auch im Erwachsenenalter erhalten. Es handelt sich dabei aber nicht um Albinismus, die schwarzen Fühler zeigen, dass es sich hier "nur" um eine Farbvarietät handelt.

    Schönes Foto!


    LG Thomas

  • Hallo, Thomas!


    Nein, das war mir bis eben ganz und gar nicht bewusst. Mit Schnecken kenne ich mich gar nicht aus, umso mehr ein Dankeschön für deinen Beitrag! :thumbup:
    Da habe ich doch gleich die Originalbilder der Aufnahmen nochmala durchgeguckt, zwei Bilder von dem Stumpf (müsste Odenwald gewesen sein) mit der Schnecke drauf gefunden und neu bearbeitet, so daß man vielleicht noch etwas mehr davon sehen kann:



    Ich hatte gar nicht drüber nachgedacht, weil die Schnecke so klein war (Jungtier eben), und es ja noch eine ganze Reihe weitere kleine, hauslose Schneckenarten und -gattungen gibt.
    Aber so von der Struktur her sollte es ja klar eine Wegschnecke sein. Ich hatte keine Ahnung, daß die jung eben auch so aussehen können, und die Schwarze Wegschnecke habe ich bisher noch nie gesehen, glaube ich. Nicht bewusst jedenfalls. Werde aber mal drauf achten.



    LG; Pablo.

    Das Internet ist "Hilfe zur Selbsthilfe" und kann nur Vorschläge zu Bestimmung von Pilzen bieten. Eine Verzehrfreigabe ist online nicht möglich, die gibt's beim >Pilzsachverständigen<.

  • Moin Pablo,


    deine Bilder werden ja immer toller!

    Auf dem zusätzlichen sieht man jetzt ganz deutlich, daß zum einen der Schnecke ein sogenannter Rückenkiel fehlt und vor allem: In dieser Deutlichkeit eigentlich schon lehrbuchreif die Schleimdrüsenöffnung oberhalb der Schwanzspitze - HAMMER! Beides übrigens auch untrügliche Bestimmungsmerkmale der Wegschnecken.

    Für eventuell Interessierte (und Pablo) dazu noch eine ganz kurze Erläuterung zu den Wegschnecken.

    Man unterscheidet zwei Gattungen, Geomalacus und Arion. Arion wird aufgeteilt in mehrere Untergattungen. Eine ist die der sogenannten Grossen Arten:

    1. Rote Wegschnecke (Arion rufus)

    2. Schwarze Wegschnecke (Arion ater)

    3. Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris)

    Rein äußerlich sind diese drei Arten nur sehr schwer, für den Laien eher gar nicht, zu unterscheiden! Ein Grund übrigens dafür, daß mittlerweile die völlig harmlosen einheimischen Arten teils sogar sehr stark bedroht sind (z.B. in Österreich und Bayern), da sie allerorts versehentlich dem allgemeinen Vernichtungsfeldzug gegen die aggressive eingeschleppte Spanische Wegschnecke zum Opfer fallen!

    Alle drei Arten können nämlich rote, schwarze (mit Ausnahme der Spanischen) und braune Formen ausbilden, die Schwarze und die Rote Wegschnecke ganz selten halt auch mal weiß daherkommen.

    Ohne ihnen auf dem Seziertisch das Leben auszuhauchen, lassen sich die Wegschnecken am besten noch als Jungtiere unterscheiden, da diese noch arttypisch gefärbt sind.

    Von vielen Menschen, vor allem Kleingärtnern, gehasst, was auch letztendlich einmal ihr Untergang sein wird, sind das unfassbar interessante Tiere! Die beiden einheimischen Arten, sowohl die Rote als auch die Schwarze Wegschnecke, sind übrigens für keinen Gartenbesitzer gefährlich, fressen sie doch nahezu ausschließlich abgestorbenes Pflanzenmaterial!


    LG Thomas

  • Hi!


    ^^


    Noch mal kurz nachgefragt: Also die Schnecke, die auf meinem Bild an den Samtfüßchen nagt, könnte demnach auch eine Rote Wegschnecke sein, aber eher keine Spanische?



    LG, Pablo.

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  • Hallo Pablo,


    nein, die Spanische kann nicht in weiß.

    Aus Erfahrung sage ich, deine sollte eine Schwarze sein, rein theoretisch wäre aber tatsächlich auch eine Rote möglich. Auch wenn die Einheimischen für den Kleingärtner in der Regel keine Konkurrenz darstellen, sind sie es für uns Pilzler jedoch schon. Denn, Pilze sind ja keine Pflanzen...:wink:

    Aber Pilze sind auch kein Fleisch, denn daran würde man nun wiederum die Spanische erkennen. Ausschließlich die fressen nämlich z.B. auch Aas oder kleinere Artgenossen, also Kanibalismus...

    Ist doch ganz einfach oder?:dumb::laugh1:


    LG Thomas

  • Hallo Leute,

    Die Rote-, Schwarze-, Spanische Wegschnecke ist Makroskopisch nicht sicher zu bestimmen. Es bleibt immer eine Unsicherheit. Selbst das Mikroskopieren der Genitalien usw. ist unbefriedigend sicher. Bleiben nur genetische Untersuchungen.

    LG Rigo

  • Hallo,


    da muss ich leider widersprechen!

    Selbst makroskopisch sind sie mit einiger Erfahrung schon relativ sicher anhand z.B. bestimmter Farbschattierungen an bestimmten Körperteilen zu bestimmen! Jungtiere sowieso, da sie ganz arttypisch gefärbt und/oder gemasert sind.

    Sehr gut und sicher sind sie auch in ihrer allgemeinen Biologie, ihrem Fress- und sehr gut ihrem Paarungsverhalten zu unterscheiden. Keine Zweifel dann jedoch hinterlassen die morphologischen Untersuchungen, vor allem des Genitalapparates!:



    LG Thomas

  • Hallo Thomas,

    hier gibt es ja nichts zu diskutiert, weil relativ sicher ist halt doch unsicher. Bild 1., Arion vulgaris kann gelblich aussehen in der Jugend. Dumm nur, die Andern auch! Gut es fehlt ein dunkleres Längsband, also doch ater oder arion? Nun ich habe die Kleine tief im Wald gefunden also eher ater und rufus, weil vulgaris ja eher in Kulturlandschaft wildert. Für mich ist das genau genug, doch eine Bestimmung ist das nicht!

    LG Rigo

  • Hallo Rigo,


    du hast Recht, wie diskutieren nicht, aber wir fachsimpeln!:wink:

    Also, nach etwa 10.000! Exemplaren dieser 3 Arten, die ich im Laufe der Jahre exzessiv mindestens "auf den Rücken gelegt" habe, erlaube ich mir mal eine Korrektur deiner obigen Angaben.

    A. vulgaris kann definitiv nicht in weiß oder hellgelb, auch nicht als Jungtier! Woher hast du das?

    Daher, aus Erfahrung, würde ich die von deinem ersten Foto mehr oder weniger sicher als Schwarze Wegschnecke A.ater bezeichnen. (Was meintest du mit "...also doch ater oder arion?..." ??? Es geht hier doch nur um Arion!?)

    Foto 2 hingegen zeigt auf Grund des unverwechselbaren Paarungsbildes eindeutig A.vulgaris.

    Es gibt auch kein "Längsband" (in der Untergattung der "Kleinen Arten" spricht man von Seitenlinien), du meintest bestimmt den Fußsaum. Bei allen hellen Exemplaren, also A.rufus und A.ater, ist übrigens dieser auch immer elfenbein- bis cremefarben, niemals dunkel! Bei Albinoformen ja sowieso nicht.

    Dieser Fußsaum allerdings sieht bei "normal gefärbten" A.rufus und A.vulgaris nahezu identisch aus.

    Daher ist die Schönheit von Foto 3 etwas schwerlicher zu benamsen. Wie mit den Pilzen, ist es auch bei den Schnecken. Wie Pablo immer so schön sagt: Es macht sich einfacher mit Pilz/Schnecke in der Hand. Ein Bild von unten bzw. besser der Fußsohle würde hier für Klarheit sorgen.

    Ohne dieses ist es aus der Ferne schwieriger, der Färbung der Fühler wegen wäre ich hier jedoch eher bei A.rufus als bei A.vulgaris.


    LG Thomas

  • Hallo Thomas,

    (Was meintest du mit "...also doch ater oder arion?..." ??? Es geht hier doch nur um Arion!?)

    sorry, meine Natürlich Arion rufus. Aber ich wollte hier ja eigentlich nur mitteilen, dass diese Wegschnecken und es gibt ja nicht nur die genannten drei Arten, welche sich auch noch untereinander Hybridisieren, einfach nicht SICHER optisch zu bestimmen sind. Du mit deiner jahrelangen Erfahrung kommst natürlich viel näher heran als Andere. Aber es bleibt eine Annäherung keine Bestimmung.

    LG Rigo

  • Hallo Rigo

    Mega deine Fotos.....

    So Nahaufnahmen finde ich immer wieder sehr spannend. Mitreden bei diesem Exkursion kann ich leider nicht...

    LG Andy

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