Beiträge von Sepp

    Hallo Bernhard !


    Wie ich sehe bist Du in Griechenland zuhause, der Fund wurde wohl auch dort gemacht, oder ?

    Dem Aussehen nach und nicht zuletzt aufgrund des büscheligen Wachstums solltest Du diesen Fund mal mit dem Südlichen Ackerling (Cyclocybe cylindracea = Agrocybe cylindracea) vergleichen.


    Grüße aus der Steiermark

    Sepp

    Hallo Lisa,


    zunächst einmal herzlich willkommen im Forum !


    Was Deinen Fund anbelangt, kann ich mich da nur Veronika anschließen. Trotz (von einem Exemplar abgesehen) fehlender Stielbasen bin ich mir aufgrund des Aussehens und meiner Funderfahrung sicher, dass es sich hier keinesfalls um einen der Riesenschirmlinge (Macrolepiota), sondern um einen der Safranschirmlinge (Chlorophyllum) handelt.


    Und zwar um eine der giftverdächtigen oder giftigen Arten in Richtung Chlorophyllum brunneum/venenatum/rachodes etc.


    Besonders auf dem 2. Bild sieht man ja beim längsseitig angeschnittenen Stielbereich des mittleren Fruchtkörpers die safranfarbige Verfärbung und bei dem einen kompletten Exemplar kann man erkennen, dass die Stielbasis zumindest auffallend keulig verdickt ist. Ob sie eventl. gerandet knollig ist, was auch ein wichtiges Bestimmungsmerkmal wäre, ist für mich leider nicht erkennbar.


    Der einzig sicher essbare Safranschirmling ist der Olivbraune Safranschirmling (Chlorophyllum olivieri - ehemals Macrolepiota rachodes), dieser weist aber an der Hutoberfläche keinen auffälligen Kontrast wie der hier gezeigte Fund auf, sondern hat eine dunklere, olivbraune Hutfarbe und braune Schuppen, hat also eine kontrastarme Hutoberseite und erscheint hauptsächlich in der Nadelstreu von Fichtenwäldern.


    LG Sepp

    Hallo,


    ich denke, dass Pablo mit seiner Einschätzung, wonach es sich bei diesem Fund um einen Wiesenegerling im weiteren Sinn handeln dürfte, richtig liegt. Mir fallen da hinsichtlich des Aussehens und der angegebenen Merkmale erstaunliche Parallelen zu einer besonderen und wahrscheinlich seltenen Art auf, nämlich Agaricusmoellerianus.


    Dort, wo er vorkommt, kann er aber auch in größeren Trupps auftreten und der hat einen schülferig-schuppigen Hut, ist +/- gilbend, riecht anisartig und der Ring ist unterseits ohne Zahnradkranz und vergänglich. Das deckt sich meines Erachtens gut mit den angegebenen Merkmalen dieses Fundes. Weiters sollte der Stiel oberhalb des Ringes flockig sein, was ich auf dem letzten Bild schwach zu erkennen meine, während der Stiel bei A.campestris oberhalb des Ringes glatt ist.


    Mein Hinweis ist natürlich nur eine Annahme basierend auf Makromerkmalen, aber vergleicht den angefragten Fund doch auch einmal mit dem Inhalt folgender Links:


    Agaricus moellerianus vom Lengsee (Kärnten) - Funga Austria


    11059.html


    LG Sepp

    Hallo Tony !


    Die von Dir angegebene Verfärbung des Sporenpulvers erscheint mir auch irgendwie merkwürdig. Ich selbst habe noch nie Sporenpulver dieser Pilzart über mehrere Tage beobachtet, kann das also nicht nachvollziehen.


    Pablo gibt z.B. beim Artportrait des Schuppigen Sägeblättlings im Nachbarforum als Sporenpulverfarbe cremefarben an, was ich auch durchaus für zutreffend halte. Es sind ja auch die Lamellen bei älteren Exemplaren meines Wissens eigentlich nicht rein weiß, sondern eher cremeweißlich bis cremegelblich, was ja nicht zuletzt vom Sporenpulver herrührt.


    Vom makroskopischen Eindruck her fällt mir zu Deinem Fund jedenfalls keine andere Sägeblättlings-Art ein, weil die anderen Sägeblättlinge meines Erachtens alle etwas anders aussehen.


    VG Sepp

    Hallo Toni !


    Bei Deinem gut dokumentierten Fund handelt es sich um den Schuppigen Sägeblättling (Neolentinus lepideus).


    Siehe auch hier


    LG Sepp

    Hallo Joe u. Thomas !


    Was den Helmling anbelangt, bin ich der Meinung, dass es sich nicht um den Gelbstieligen Nitrathelmling handelt, da dieser meines Erachtens makroskopisch doch etwas anders aussieht. Obwohl die Hutunterseite (Lamellen) nicht zu sehen ist, würde ich den aufgrund des sonstigen makroskopischen Eindrucks viel eher als grünschneidigen Helmling (Mycena viridimarginata) ansprechen, vor allem die olivgrüne bzw. grünbräunliche Hutfarbe halte ich für sehr charakteristisch (siehe auch nachfolgenden Link):


    A key to Norwegian Mycenas


    LG Sepp

    Hallo,


    ich stimme Jörg zu, auch meines Erachtens handelt es sich auf den Bildern 27-29 nicht um Suillellus mendax. Der sieht anders aus, ich beobachte ihn schon jahrelang neben Suillellus luridus in meinem Sammelgebiet und die von Jörg für S. mendax angeführte Makrobeschreibung trifft voll zu. Nur der Angabe, dass er hauptsächlich auf saurem Boden vorkommen soll, kann ich nicht beipflichten, bei mir kommt er ebenso wie S. luridus und einer Reihe anderer "Kalkboleten" auf kalkhaltigem Boden vor.


    Schon vor etlichen Jahren hat mich dieser Röhrling beschäftigt, ich konnte ihn zunächst nicht bestimmen und bereits 2008 wurde auch Christoph H. (der Tricholomopsis aus dem Pilzforum.eu) bei einer gemeinsamen Exkursion in meinem Sammelgebiet auf diesen "sonderbaren Hexenröhrling" aufmerksam, ehe er ein paar Jahre später von Simonini & Vizzini als Boletus mendax, jetzt eben Suillellus mendax, beschrieben wurde. Einen interessanten Kurzbericht zu dieser Art gab es dann auch noch von meinem Pilzfreund Gernot Friebes im Tintling Nr. 85 (Heft 6/2013) S. 36-37


    Im Laufe der Jahre konnte ich in meinem Sammelgebiet auch noch folgendes beobachten: Während S. luridus z.B.auch an grasigen Waldrändern oder außerhalb des Waldes im Gras unter Linden, in grasigen Parks usw. erscheint, ist S. mendax nur innerhalb des Waldes bei Rotbuchen bzw. in deren Laubstreu anzutreffen.


    LG Sepp

    Hallo,


    mich erinnert der Pilz mit dem schuppigen Stiel ebenfalls an eine bestimmte Art und zwar an den Raustiel-Weichritterling (Melanoleuca verrucipes). Der ist ungiftig und harmlos und baut lediglich im Hochbeet etwas vom Substrat ab. Ich glaube aber nicht, dass er das Wachstum bzw. die Nährstoffversorgung Deiner Erdbeeren negativ beeinflußt und die Beeren kannst Du beruhigt verzehren.


    LG Sepp

    Hallo Stephan !


    Ich bin zwar nicht Pablo, erlaube mir aber Dir zu antworten. Rotrandige Baumschwämme müssen nicht immer nur einen rötlichen Rand haben, es kann z.B. auch fast der ganze konsolenförmige Fruchtkörper rötlich oder rotbräunlich erscheinen wie bei einigen Deiner Funde, das liegt in der Variationsbreite dieser Art.


    Jede Pilzart hat ihre Variationsbreite, das macht es vielleicht nicht einfacher, aber dafür oft spannender, wenn alle Exemplare diverser Pilzarten immer exakt gleich aussehen würden, dann wäre es ja langweilig.


    Der etwas unterschiedliche Farbton der Schnittfläche dürfte vom Alter bzw. Zustand des jeweiligen Fruchtkörpers abhängen.

    Ich hoffe, dass ich Dir damit auch ein wenig helfen konnte. Pablo wird sich schon auch noch melden, wenn ihm noch was dazu einfällt, was ich vergessen habe oder mir auch nicht bekannt ist.


    LG Sepp

    Zitat von Habicht pid='45030' dateline='1524763956'

    [quote pid='45023' dateline='1524749652']...bei dieser Steirisch-kärntnerischen Exkursion war ich dabei, leider aber nicht der Finder. Sepp hat damals die Fundbestimmung geleitet und uns diesen Pilz als Tricholoma matsutake vorgestellt. Die vor Ort Bestimmung wurde im nachhinein mikroskopisch bestätigt.


    Ich hoffe, Sepp liest dieses Thema und schreibt was 'aus erster Hand' dazu.


    LG
    Peter


    [/quote]


    Lieber Peter u. Saskia !


    Ich erinnere mich auch daran, dass die zur Diskussion stehende Art vor einiger Zeit in Kärnten gefunden wurde und habe den Fund damals auch zu Gesicht bekommen. Allerdings kann ich mich nicht daran erinnern, diesen Pilz auch bei einer diesbezüglichen Fundbesprechung angesprochen zu haben.
    Ich denke, Peter verwechselt da etwas, denn ich habe noch nie bei einer steirisch/kärntnerischen Gemeinschaftsexkursion eine Fundbesprechung gehalten, sondern nur bei einer rein kärntnerischen Veranstaltung des Naturwissenschaftlichen Vereins ohne steirische Beteiligung (von meiner Wenigkeit abgesehen) und da war T. matsutake meiner Erinnerung nach nicht dabei.


    Konkretere Details zum T. matsutake Fund habe ich leider auch nicht mehr im Gedächtnis.


    LG Sepp

    Hallo Sabine !


    Einerseits gilt in Österreich das Österreichische Forstgesetz. Hinsichtlich des Pilze Sammelns ist einer der wesentlichsten Punkte jener, dass maximal 2 kg Pilze pro Person und Tag gesammelt werden dürfen.


    Andererseits gibt es in manchen Bundesländern auch noch zusätzliche bundesländerspezifische Pilzschutzverordnungen (Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Tirol). Da sind je nach Bundesland verschiedene Pilzarten entweder ganzjährig oder während eines bestimmten Zeitraumes im Jahr geschützt, dürfen also nicht oder nur zeitlich begrenzt gesammelt werden. Das nur an bestimmten Wochentagen gesammelt werden darf, galt meines Wissens nur in Tirol und ist mittlerweile hinfällig.


    Weiters kann ein Waldbesitzer in Österreich auch noch nach dem Allgemein Bürgerlichen Recht (ABR), welches im Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB) niedergeschrieben ist, das Sammeln von Pilzen bzw. Früchten in seinem Wald verbieten. Dies ist auf Anschlagtafeln ersichtlich, die in der Regel dort angebracht sind, wo der Wald üblicherweise betreten wird (Waldrand, beginnender Waldweg, Wegkreuzung). Da steht dann z.B. drauf " Das Sammeln von Pilzen ist nach Paragraph (§) .... ABGB verboten ". Ein derart gekennzeichneter Wald darf aber für sonstige Erholungszwecke (Wandern, Joggen) trotzdem betreten werden, die Schönheiten und Früchte des Waldes darf man jedoch nur mit den Augen betrachten und bewundern, aber eben nichts sammeln.


    Auch in Jungkulturen, deren Baumbestand eine Höhe von 3 m augenscheinlich noch nicht erreicht hat, dürfen keine Pilze gesammelt werden.


    Und schließlich ist auch in Gebieten, die als Naturschutzgebiete ausgewiesen sind, das Sammeln verboten, aber das wird ja in Deutschland wahrscheinlich auch nicht anders sein.


    Hier noch ein paar Links, die vielleicht hilfreich sind:


    http://www.salzburg24.at/2015/07/XBeilage.pdf


    https://www.ris.bka.gv.at/Gelt…g&Gesetzesnummer=10000841


    https://www.bmnt.gv.at/forst/w…alten_wald/pilzewald.html


    https://www.ris.bka.gv.at/Gelt…K&Gesetzesnummer=20000262


    Mit lieben Grüßen aus Österreich
    Sepp

    Hallo Alex,


    schön was du im Winter laufend so findest und auch zeigst, danke dafür.


    Mit dem Fenchelporling liegst Du meines Erachtens absolut richtig, was Peter auf dem 2. Bild als Stiele vermutet, halte ich für am Baumstumpf anliegende Fruchtkörper bzw. Fruchtkörperteile dieser Porlingsart.


    LG Sepp

    Hallo Alex & Co.


    Judasohren habe ich auch schon einmal an einem abgestorbenen Nussbaumast nahe meiner Wohnung und an einer Akazie gefunden.


    Den abgebrochenen Nussbaumast hatte ich dann neben einem Brennholzstapel deponiert und mir einige Tage lang den Spaß geleistet, die Fruchkörper beim Eintrocknen bzw. Zusammenschrumpeln und Wiederaufquellen zu beobachten.


    Tagsüber schrumpften sie bei Trockenheit und längerer Sonneneinstrahlung wie üblich völlig zusammen, danach den Ast ordentlich mit Wasser besprüht, erstrahlten sie am nächsten Tag wieder in voller "Blüte".


    LG Sepp

    Hallo Forengemeinde !


    Foto hab ich leider grad kein passendes zur Hand, wünsche aber trotzdem auch allen ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und erfolgreiches 2018 mit vielen schönen Pilzfunden !


    LG Sepp

    Hallo Alex !


    Ich würde da auch eher an Lacktrichterlinge denken. Trompetenpfifferlinge kannst Du jedenfalls ausschließen. Diese haben nämlich herablaufende Leisten, bei Deinem gezeigten Fund sind aber eindeutig ausgebuchtet angewachsene Lamellen zu erkennen.


    Liebe Grüße
    Sepp

    Zitat von Beorn pid='43594' dateline='1510948780'

    Hallo, Sepp!


    Ich bin mal gespannt, was Gernot zur Art raus finden wird.


    LG, Pablo.


    Hallo Pablo !


    Dank Gernot liegt nun das mikroskopische Bestimmungsergebnis meines etwas ungewöhnlichen Novemberfundes im Wasserleitungsschacht vor:


    Es handelt sich definitiv um den Geschmückten Glockenschüppling (Pholiotina velata - Syn. Pholiotina (Conocybe) appendiculata).


    LG Sepp

    Hallo Berni !


    Die im Winterhalbjahr fruktifizierenden Austernseitlinge brauchen meines Erachtens gar nicht unbedingt einen Frost, da reichen anscheinend auch schon niedrige Plusgrade nahe der Frostgrenze bzw. im einstelligen Bereich.


    Die anderen, frostempfindlichen Pilze haben vielleicht schon kurz vor dem ersten Frost das Licht der Welt erblickt oder der erste Frost in deinem Sammelgebiet ist nicht sehr streng ausgefallen. Die Waldbäume bieten im Gegensatz zu Freiflächen auch ein wenig Schutz, zumindest so lange es keinen strengen Frost gibt. In Laub- bzw. Mischwäldern verhindert bei den ersten, leichteren Frösten zudem auch die Laubschicht am Boden das direkte bzw. unverminderte Eindringen der Kälte ins Erdreich.


    Habe außerdem eben in deinem Profil gesehen, dass du in der Pfalz beheimatet bist. Die Region ist mir bekannt, weil ich dort Verwandte im Raum Zweibrücken habe. Auch Pirmasens ist mir ein Begriff, ich bin auch schon einmal durch die Weinstraße gefahren.


    Da guckste mal, wie klein die Welt is :wink:


    LG Sepp

    Hallo Berni !


    Noch schöne Funde zu dieser Zeit.


    Deine Röhrlinge würde ich auch als Herbst-Rotfüße/Bereifte Rotfüße (Xerocomellus pruinatus) ansprechen.


    Mit Austernseitlingsrezepten kann ich leider kaum dienen, ich kenne sie nur paniert und wie Schnitzel in heißem Öl gebacken.


    Gruß Sepp

    Hallo Sebastian und andere,


    was den Champignon anbelangt, bin ich da bei Pablo, Agaricus essettei dürfte gut hinkommen, also eine gilbende Art.


    Mancher meint da auf den Bildern ein Röten zu erkennen. Das täuscht, die dunklen Stellen sind bräunliche Flecken (auf Sebastians Fotos kommen sie halt eher rotbräunlich rüber), die relativ typisch für manche gilbende Art sind.


    Umso öfter man ein solchen Champi an den selben Stellen berührt bzw. herumdrückt und umso länger er danach vielleicht noch irgendwo herumliegt, desto mehr verfärben sich die zunächst gelblichen Stellen in bräunliche Flecken.


    Es handelt sich hierbei jedoch um kein herkömmliches Röten einer rötenden Champignon-Art. Das wollte ich zum (hoffentlich) besseren Verständnis noch anmerken.


    LG Sepp

    Hallo Hermann !


    Herzlich willkommen im Forum, schön dass du dich auch für Pilze interessierst und hier gelandet bist.


    Bei der MYAG Linz bist du auch an der richtigen Adresse, der Leiter und einige Mitglieder sind mir bestens bekannt, da sie auch Mitglieder der Arge. Österr. Pilzberater sind, der ich auch selbst angehöre.


    Viel Spaß und Wissenszuwachs wünsche ich dir,


    mit lieben Grüßen aus der Steiermark
    Sepp

    Hallo JoBi !


    Ich kenne den Semmelgelben Schleimkopf (Cortinarius varius) aus jahrelanger eigener Erfahrung, gelegentlich ist der auch schon in einem Mischpilzgericht in meiner Pfanne gelandet.


    So wie das aussieht, ist das für mich kein Semmelgelber Schleimkopf.


    LG Sepp