Beiträge von pilzscout

    Hallo Veronika,

    der Buckel ist ja gerade das Problem. Diese Pilze hier haben nicht den typischen Habitus eines Mönchskopfs, aber einen kleinen Buckel.

    Nun steht bei 1700 Pilze:

    Riesentrichterling "nicht oder nur höchstens schwach gebuckelt" und bei

    Mönchskopf "Buckel oft auch nur leicht ausgebildet, mit dem Finger fühlen"

    Also, wie soll man unterscheiden zwischen schwach, leicht und deutlich gebuckelt.

    Ist das vielleicht doch kein verwertbares Merkmal?

    Beim Weißen Krempentrichterling steht nichts von einem Buckel. Kann ich nun alle ohne jeglichen Buckel als Leucopaxillus ansprechen?

    Mit dem Mikroskopieren habe ich es nicht so.

    VG, Toni

    Hallo zusammen,

    wahrscheinlich kennt jeder Pilzsammler diese großen weißen Pilze, aber ich eben nicht. Ich schwanke zwischen Riesentrichterling und Mönchskopf. Beide sollen ja einen kleinen, mittigen Buckel haben, so wie auch diese hier. In dem Auen-Waldstück waren sie ziemlich häufig. Im stark schattigen Bereich hatten viele einen weißlichen, flaumigen Hutbelag, evtl. schon Schimmelpilz. Die Fotos in den Büchern vom Mönchskopf zeigen meist einen stämmigen Stiel und einen glatten, schön runden, leicht eingerollten Hutrand. Das haben die hier eher nicht, aber vielleicht schon zu alt. Zunächst dachte ich auch an ganz alte Nebelkappen, aber davon kam ich wieder ab. Wie lassen sich denn Mönchskopf und Riesentrichterlng unterscheiden, wenn beide einen kleinen mittigen Buckel als Typmerkmal aufweisen sollen?

    LG, Toni


    Hallo Pablo,

    danke für die Info. Den Fuchsigen Röteltrichterling hatte ich auch schon auf meinen Notizen. Bin dann aber wieder davon abgekommen, da bei meinem Fund: Spp. weiß, lappige Erscheinung und auf Holz gewachsen. Jetzt sah ich mir das Sporenabwurfpräparat nochmal an. Es ist interessant: Bei schwarzem Hintergrund erscheint es rein weiß und bei weißem Hintergrund sieht es etwas cremefarben aus. Ich hatte bei den Röteltrichterlingen etwas mehr rötlich erwartet. Aber in der Lit. steht ja beim Fuchsigen "creme". Anders herum war es bei 3). Hier hätte mich eigentlich das "Wachstum auf Holz" schon zu den Schüpplingen leiten sollen. Wie wäre es mit Fettiger Schüppling?

    LG, Tony

    Hallo Großpilzexperten,

    hier wieder ein neues Rätsel - zumindest für mich, sicherlich nicht für euch. Danke für eine Info, LG Tony


    1) Spp. weiß; nicht sichtbar auf Holz und nicht büschelig gewachsen; kein Anflug eines Rings; kein flockiger Stiel; keine sehr eng stehenden Lamellen; keine Knolle.

    Daher möchte ich alle Formen von Hallimasch sowie Spitzschuppiger Schirmling ausklammern.

    Evtl. Bärtiger Ritterling



    2) Spp. weiß; auf Holz gewachsen; kein geschlossener Trichter.

    Evtl. Muschelseitling



    3) Spp. rostbraun; Hutoberfläche stark schmierig, Stiel trocken; auf Holz gewachsen.

    Evtl. Schleimkopf/-fuß


    4) Spp. weiß; auf grasigem Waldweg gewachsen; keine gegabelte oder querverbundene Lamellen sichtbar.

    Evtl. Kaffeebrauner Gabeltrichterling


    Hallo und Danke für die iNFOS,


    Nachtrag zu 3)

    Geruch: Kann ich mich nicht mehr erinnern. Der Fund war am 26.10.18. Seitdem liegt der Pilz bei mir im Garten, schattig. Ist jetzt nicht mehr so frisch und stinkt auffällig.

    Fundort: Ca. 500 m über NN, Bei Freising im "Weltwald". Der Weltwald ist eine weitläufige (100 ha) Ansammlung von Bäumen, die weltweit in der nördlichen Hemisphäre vorkommen (Amerika, China, Japan, Russland... auch mediterran).

    Standort: In einer weiten sonnigen Rückegasse. Dort gibt es immer tiefe Fahrspuren, in denen sich Waser lange hält. Ungünstig für Standort-Foto, deshalb unterlassen.

    Begleitflora: Hohes Gras, Indisches Springkraut, Brombeere.


    Noch zwei Fotos im Anhang

    3a) Hier ist der Ring gut zu sehen


    3b) Blick auf den Hut


    Hallo Natur-Liebhaber,

    diese Tage war ich wieder Wäldelen.

    Aber nicht so, wie das der Schwabe versteht, nämlich

    „Ein amouröser Waldspaziergang mit einer zweibeinigen Schönheit“.

    Meine Amoure galt den einbeinigen Schönheiten (auch den beinlosen). Diese sind still und stumm, lassen sich widerstandslos – wie die Natur sie schuf – fotografieren, pflücken und zum besseren Kennenlernen mit nach Hause nehmen.8) Einige Fotos stelle ich wiederum ohne Beachtung des BundesDSG ins Netz.

    Nur mit der richtigen Benennung hapert es manchmal, und somit bitte ich um eure Unterstützung.


    Rätsel-Frage: Was ist mit dem Kinderlied „Ein Männlein steht im Walde“ gemeint, Fliegenpilz oder Hagebutte?


    Nichts für ungut!, LG Toni


    1) Blauer Weichporling?


    2) Zaunblättling?


    3) Spitzkegeliger Wulstling?



    4) Pappelschüppling? An einem Apfelbaum-Windbruch gewachsen. Wäre demnach quasi ein „Fremdgänger“



    5) Makroskopisch wird man hier sicherlich nicht zur Artbenennung kommen. Ich wäre schon mit einem Hinweis auf die Gattung zufrieden: Faserling, Düngerling, Kahlkopf?

    Spp. Rostbraun


    Hallo ud Sorry,

    habe in der Eile bei 1) die verkehrten Bilder eingestellt. Hier die Richtigen.

    Aber zunächst Tausend Dank für euer Interesse.

    Bleibt es bei Zweifarbiger Knorpelporling - GLOEOPORUS DICHROUS??

    Seid herzlich gegrüßt, Toni

    1)


    Hallo Großpilzfreunde,

    hier wieder ein Bestimmungsversuch von mir mit großem Unsicherheitsfaktor.

    Ich bitte um Berichtigung,

    Danke Toni


    1) Striegelige Tramete


    2) Zinnobertramete


    3) Rillstieliger Seitling



    4) Saitenstieliger Knoblauchschwindling (Geruch stark nach Zwiebeln)


    5) ???


    Hallo Pilzfreunde,

    diese Tage war ich mit kleinen Kindern im Wald Pilze suchen. Wie waren die doch begeistert. Als ich erklärte, dass man den Stiel bricht und wenn dieser wie ein Apfel knackt und eine klare Bruchstelle zeigt, kreierte die 7jährige Clara den Begriff Apfelpilze. Die Bezeichnungen Täublinge und Milchlinge waren ihr zu kompliziert. Die Kinder haben den neuen Begriff gleich verinnerlicht. Ich hatte nichts dagegen. Zu Hause machten wir Sporenabwurfpräparate. Die wollen sie mit in die Schule nehmen und stolz dem Lehrer zeigen.


    Doch nun zu meinem Anliegen. Ich habe mich wieder im Bestimmen versucht und bitte um Berichtigung.

    Danke, Toni

    1) Wachskruste?


    2) Orangeroter Kammpilz?


    3) Netziger Wachsporling?



    4) Fenchelporling?


    5) ???


    Hallo zusammen,

    lieber Pablo, wenn du vom Aussporen über einer Glasplatte schreibst, meist du sicherlich einen Objektträger, den man dann nach Benetzung mit Melzers-Reagenz oder Lugolscher-Lösung mikroskopiert. Das würde für mich die Anschaffung eines guten Mikroskops bedeuten, das dann vielleicht die meiste Zeit ungenutzt herumsteht und Platz wegnimmt. Manche Pilze sporen sehr kräftig und andere kaum oder gar nicht. Ich könnte eine Glasplatte aus einem alten Bilderrahmen nehmen und darauf aussporen lassen. Wenn nun ein Pilz sehr ausgiebig aussport, würde man dann auch mit einer 60x-Lupe sehen, ob die Sporenmasse blau oder braun wird bzw. ungefärbt bleibt? Sorry, ich verfahre hier nach dem Motto „Besser erfragen als erfahren“.


    Hier noch einige Bestimmungsversuche von mir bei Baumpilzen:

    Danke für eine Info, Toni

    1) Orangenseitling


    2) Eispilz


    3) Riesenporling (wohl alt und auch nicht riesig)


    4) Aniszähling


    5) Zwergknäueling



    6) Stummelfüßchen


    7) Porling (was Eigenes oder nur alt?)


    Hallo Pilzfreunde,

    darf ich um eine Bestimmungshilfe bitte. Vermutlich sind diese Pilze aufgrund der anhaltenden Trockenheit nicht gerade typisch, aber ich vertraue auf eure Erfahrung:

    Im Laubwald in Gruppen auf Erde gewachsen; Hut bis 1o cm, elfenbeinfarben, trocken, rissig, nicht schüsselig wie bei Erdschieber; Fleisch reinweiß; Geruch undefinierbar evtl. mehlig; Geschmack etwas nussig; Stiel nicht so tonnenförmig wie bei Täubligen aber klarer Bruch, kein Ring oder Schleier, teils aufgeschuppt, Basis spitz und wegen Hanglage gekrümmt; Lamellen weiß, breit, mehr elastisch als bei den meisten Täublingen, keine Milch, leicht herablaufend; Spp. weiß.

    Sicherlich könnt ihr mich da aufklären. Danke im Voraus, Toni


    Hallo S-Pilzchen, Hallo Pablo

    ich danke euch für die Mühe. Natürlich war ich etwas nachlässig mit meinen Fotos + Beschreibungen. Andererseits wollte ich meine Anfrage auch nicht überladen. Noch jeweils ein Schnittbild etc., das wäre zu voluminös geworden. Ich meine, zukünftig sollte ich besser nur einen oder vielleicht höchstens zwei Pilze anfragen und dafür sehr gründlich dokumentieren. Ich werde mich bessern, versprochen, und danke auch für die Nachsicht!:love:

    LG, Toni

    Hallo Pilzfreunde,

    ich habe nun gelernt, dass man bei den ziemlich kleinen Pilzen als Laie schon zufrieden sein darf, wenn man sie der richtigen Gattung zuordnen kann. Sicherlich kann man mir aber jemand diese großen Pilze bis zurm Artniveau bestimmen.

    1) Vielleicht ein Agaricus moelleri (kein Geruch, keine Rötung, keine Schuppen)

    2) Vielleicht ein Sandröhrling (auffallend große Röhrenporen, matte Huthaut, Siel rillig)

    3) Teils komische Noppen auf der Huthaut, teils nicht, Auf Grasfläche am Wegrand teils im Pulk gewachsen. Evtl. 2 verschiedene Arten.

    Besten Dank im Voraus für eure Meinung. LG, Toni

    1)


    2)


    3)


    Hallo Pilzfreunde,

    wie jedes Jahr gibt es wieder lokal solche wässrigen, graubraunen Weißsporer zuhauf (Fotos 1+2). Diese habe ich immer als Waldfreund-Rübling oder als Horngrauer Rübling abgetan. Aber ob ich da richtig lag, weiß ich nicht. Auf dem zweiten Foto könnten die mit dem leicht konischen Stiel etwas anderes sein. Zum anderen habe ich diese Schwarzsporer gefunden (Fotos 3+4). Die kann ich überhaupt nicht einordnen.


    Sicherlich könnt ihr mich da aufklären. Danke im Voraus, Toni







    P.S. Zu dem gelöschten Eintrag: Mein Rechner spinnt. Aber auch das Programm. ich hatte nur auf Vorschau getippt und schwupps war es online.

    Hallo,

    im moosigen Rasen meines Gartens sind Pilzchen mit Hutdurchmesser von 1-2 cm gewachsen. Ich würde diese laienhaft als Psathyrella einstufen. Ich weiß, dass man ohne Mikroskop in dieser und ähnlicher Gattung nicht so recht zum Ziel kommt. Nach Durchsicht aller Fotos dieser Gattung bei 123Pilze denke ich ganz vorsichtig an Psathyrella cf. prona. Was meinen die Experten?

    Danke im Voraus, Toni



    Hallo Pablo,

    zunächst möchte ich meine Wertschätzung und meinen Dank aussprechen für deine prompten, sehr sachkundigen und ausführlichen Antworten.


    Doch nun zu den untypischen Buckeltrameten (2. Foto im Originalbeitrag). Ich hatte damals erwähnt, dass ich deren Wachstum an dem Stubben weiter beobachten würde. Nun, nach fast drei Monaten habe ich die Stelle wieder aufgesucht und siehe da, es hat sich einiges getan. Die Buckeltrameten sind weiter gewachsen und haben zudem Gesellschaft bekommen. Es waren ja damals drei ziemlich gleiche Exemplare und nur eines davon hatte ich abgenommen (auf dem ersten Foto hier mit rotem Pfeil markierte Stelle). Die beiden anderen ließ ich stehen. Auch jetzt habe ich diese für weitere Beobachtung nicht entfernt, weshalb das Foto von der Porenschicht nicht ganz gelungen ist.


    Für mich sehen sie jetzt noch seltsamer aus. Teilweise bilden sie oben porige Stellen. Sie erscheinen auch nicht tellerartig, wie Buckeltrameten üblicherweise abgebildet sind. Auch Algenbewuchs ist nicht zu erkennen. Ist das auf die Konkurrenzsituation zurückzuführen? Ich meine, dass es ein Buchen-Stubben ist, da er sich am Rand eines fast reinen Rotbuchen-Bestands befindet und wohl gefällt wurde, weil er eine anschließende Agrarfläche beschattete.


    LG, Toni





    Hallo zusammen,


    vermutlich habe ich diesmal - im Gegensatz zu meiner Vermutung im Beitrag „Maulwurfhügel“ - doch ein Vorkommen mit Gesäter Tintling fotografiert.


    Interessant fand ich, dass man diese Art nur mikroskopisch vom Zwergmürbling unterscheiden kann. Da frag man sich schon, weshalb diese beiden in unterschiedliche Gattungen gestellt werden. War das die Folge einer Genomanalyse?


    Aber noch interessanter fand ich hier die unterschiedlichen Hut-Größenangaben in den Büchern für Gesäter Tintling:

    A) Hut: 4-9 (12) cm Ø X(

    B) Bis 2 cm breiter Hut

    C) H. Ø 1-2 cm

    D) Hut: 0,5-1 (1,4) Ø


    A) 1700 Pilze

    B) Rita Lüder „Grundkurs Pilzbestimmung“

    C) Ewald Gerhardt „Pilze“

    D) Pilze 123


    VG, Toni






    Hallo,

    ich habe jetzt eine Vermutung, wie es zu dem gelb-orangen Sporenabwurfpräparat kam. Bei meinem neuen Präparat (Coriolopsis sp.; siehe Beitrag „nix“) kam es wieder zur gleichen Färbung, obwohl „weiß“ in den Büchern angegeben ist. Da muss wohl bei mir ein Fehler vorliegen.


    Ich hatte gelesen, dass man den Pilz mit einem Glas abdecken soll, damit es die Sporen nicht fortweht. Für weiße Sporen braucht man schwarzes Papier. Da ich aber kein schwarzes Papier zur Hand hatte, nahm ich ein Tablett mit schwarzen Streifen und stülpte ein Glas über den Pilz. Nun passierte folgendes: Bei der derzeitigen Hitzeperiode kam es zu einem Temperaturunterschied zwischen der Luft unter der Glasglocke und der Tablett-Oberfläche. Auf dem Tablett bildete sich unter dem Pilz Kondenswasser. In dieser wässrigen Phase entwickelten sich gelbe Bakterien, welche die Sporen besiedelten. Vielleicht hatten diese Bakterien bereits das Hymenium bewachsen. Es gibt sehr viele Bakterienarten, die in Kolonie gelb sind. Ich werde das mal vergleichend testen, wenn ich wieder weißsporende Pilze finde (Glasglocke mit Tablett bzw. Papier).

    Servus, Toni

    Weniger von nix (nichts, für Sprach-Puristen) ist garnix.


    Hallo zusammen,

    bei diesem Ausnahmesommer darf man schon froh sein, wenn man hier mal einen Porling findet.


    Könnte das eine kleine Braune Borstentramete sein? Einige Merkmale würden passen: Oben und unten braun. Oben filzig. Geruch pilzig. Fest angewachsen; ich musste das Stück abhebeln. Porenschicht auf Druck dunkelbraun. Mit KOH (Kaliumhydroxid-Lösung, Kalilauge) sofort schwarz und dann später wieder hell. Leichte Mischformen bei den Poren.

    VG, Toni




    Allo Sepp,

    danke für die Info. Aber wie ist das mit dem Sporenpulver. Laut Literarur soll es weiß sein. Ich bemerkte aber nach einem Tag einen Hauch von gelb bis ocker. Jetzt nach 4 Tagen ist das gelb deutlicher geworden. Werden weiße Sporen im Alter gelblich?.

    VG, Tony


    „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum“ (Faust 1)


    Hallo zusammen,

    jetzt ist mir beim Radeln durch den Wald trotz der Schwammerlflaute eine Pilzgruppe ins Auge gestochen. Leider schon etwas alt und vom Schneckenfraß gezeichnet. Eine Vermutung über die Art wage ich nicht abzugeben. Ich hoffe auf eure Experteneinschätzung und sage Danke im Voraus.

    Gewachsen an einem morschen Stubben; vermutlich Nadelholz

    Hut maximal 9 cm im Durchmesser, leicht schuppig, trocken

    Stiel schuppig, zylinderförmig nach unten breiter

    Fleisch fest kompakt, rein weiß

    Lamellen beim jüngeren weiß, beim älteren gelblich, herablaufend

    Lamellenschneiden auffällig ausgefranst

    Geruch unangenehm süßlich, Geschmack neutral

    Sporenpulver aufgrund des Alters nicht genau feststellbar, aber ein Hauch davon ist gelb bis ocker

    LG, Toni





    Hallo zusammen,

    meine Anmerkung zur Genomanalyse betraf ausschließlich die blanke Identifizierung. Niemand will der Mikroskopie, Biochemie usw. die Bedeutung absprechen. Sequenzen allein, ohne Bezug zu den Merkmalen wäre nur ein Black Box. Aber es dürfte schon klar sein, dass jedes Merkmal, das wir als stabil und artspezifisch betrachten, seine Entsprechung im Genom haben muss. Die 10 Jahre sind wohl zu kurz gegriffen, es arbeiten zu wenige Wissenschaftler daran, aber es wird kommen, da bin ich mir sicher.


    Ich hatte vor ca. 15! Jahren einen Einblick in die Laboratorien eines großen Pharmaherstellers. Dort wurden in Reinräumen Seren abgefüllt. Es wurde kontinuierlich die Raumluft auf Kontaminationen untersucht. Natürlich wurden hin und wieder Bakterien nachgewiesen. Diese mussten zur GMP-Dokumentation identifiziert werden. Aber die Pharmaleute dachten gar nicht daran zu mikroskopieren, Morphologie auf Agarplatten, physiologische und biochemische Reaktionen, IR-Spektren usw.; nein, es wurde ausschließlich die 16S-Sequenz bestimmt. Das ging schnell, einfach und ausreichend genau. Wäre ein Typhuserreger-Ähnlicher genannt worden, hätte man immer noch die Biochemie anschließen können. Heute wird man wohl auch noch andere Genom-Loci sequenzieren. Warum soll das bei den Großpilzen anders werden?!

    VG, Toni

    Hallo Andreas,

    bis in 10 Jahren wird es vermutlich zum heutigen Preis von einem guten Mikroskop ein Sequenziergerät und entsprechende Testkits für den Privatgebrauch geben. Dann werden wir Pilzler statt mikroskopieren eine Probe in das Gerät geben, und der Sequenzvergleich mit BLAST etc. wird uns die Art nennen. Man kann sich ja schon heute für 10 € und weniger pro Analyse in Sequenzierlabors bedienen lassen. Ob das dann noch soviel Spass macht, sei dahingestellt.

    LG, Toni