Beiträge von Clavaria

    Hallo zusammen


    Gestern in der Mittagspause habe ich einen kleinen Ausflug in einen meiner Lieblingswälder gemacht.

    Montaner Fichtenwald, mit dem grossen Vorteil dass eine offene Wasserleitung (Suone) am Weg entlang verläuft.

    So richtig trocken ist es dort nie.

    Da offenbar sonst nirgends viel los ist, beschäftige ich euch mit ein paar Fotos. Das meiste sind altbekannte Arten.


    Es gab tatsächlich ein paar nette Sachen.


    1) Agaricus augustus - Riesen-Egerling

    Nicht genauer untersucht und er durfte bleiben wo er ist.


    2) Hydnellum peckii - Scharfer Korkstacheling

    Ja, er war wirklich scharf.



    3) Russula vesca - Fleischroter Speise-Täubling

    Einen habe ich zu Hause seziert, der Rest blieb dort.


    4) Suillus (Boletinus) cavipes f. aureus - Gelber Hohlfussröhrling

    In der Gegend hier ein Massenpilz. Mangels Alternativen musste auch hier einer unters Mikroskop.



    5) Phellodon melaleucus - Schwarzweisser Korkstacheling

    Leider recht ausgetrocknet und deshalb so hell. Geruch nach Maggi, Stiel absolut kahl. Kleine Sporen.


    6) Inocybe rimosa agg. - Kegeliger Risspilz

    In der Gruppe ist im Moment so viel Bewegung, dass ich mich traue einen anderen Namen dran zu schreiben.



    Das war's für heute.


    Viele Grüsse

    Raphael

    Ja, das stimmt natürlich. Ich bezog mich auch eher auf Anfänger, die Speisepilze suchen. Wenn man da Baby-Pilze mitnimmt, landet schnell mal ein Knollenblätterpilz-Ei bei den Champignons... Wenn man dann noch auf die glorreiche Idee kommt, nicht alle Exemplare dem PSV zu zeigen sondern nur einige besonders schöne, dann ist das Unglück geschehen.


    Es gibt auch Gattungen, wo junge FK sehr wichtig sind (Tintlinge, Risspilze, Schleierlinge usw.). Das ist aber alles nichts, womit man seine Pilzlaufbahn starten sollte.


    Lg, Raphael

    Hallo Shawn


    Du stellst hier und im Nachbarforum immer wieder dieselben Fragen, so klappt das aber nicht.

    Du willst dich mit Speisepilzen beschäftigen? Dann würde ich die Sache ganz anders angehen.


    Folgendes funktioniert nicht:

    1. Es gibt kein Patentrezept, wo und wann du die von dir auserkorenen Pilzarten findest.

    2. Niemand hier verrät dir, an welchen Koordinaten er Speisepilze gefunden hat, damit du nun dort ernten kannst.

    3. Pilze sind keine Roboter, die überall dort in Massen wachsen wo die richtigen Bäume stehen, der Boden mit Moos bedeckt ist, und wo es geregnet hat.

    4. Pilze sind eigensinnig, eine Art kann im gleichen Wald ein Jahr massenhaft vorkommen, im nächsten Jahr gar nicht. Woran das liegt weiss niemand so genau.

    5. Den Pilzen sind die Grenzen der Bundesländer egal, die Ökologie ist wichtig. Die meisten Speisepilze dürfte es in jedem Bundesland geben.


    Also wie funktioniert es?

    1. Leg das Internet zur Seite. Beschaffe dir 2-3 Pilzbücher für Anfänger, wenn du noch keine hast, mit Fokus auf Gift- und Speisepilze.

    2. Pilze suchen lernt man im Wald, nicht im Internet. Also: Geh in den Wald. Nicht einmal, sondern ganz oft. Nicht an einem Ort, sondern an vielen Orten. Warte damit aber, bis die Hitze/Trockenheit vorbei ist.

    3. Frag nicht rum in welchen Wald du gehen sollst, sondern probiere es einfach aus. Egal wo. Du merkst schnell, wo es etwas gibt und wo nicht.

    4. Beschäftige dich mit den Pilzen, die du dort findest, anstatt dich auf ein paar Arten zu fixieren und krampfhaft nach denen zu suchen.

    5. Ignoriere sehr junge/überalterte/zerfressene Pilze.

    6. Nimm pro Ausflug maximal 3-5 Pilzarten mit, die du noch nicht kennst. Du kannst dich da erst auf Röhrlinge fokussieren, musst du aber nicht.

    7. Diese Pilzarten versuchst du mit deinen Büchern zu bestimmen (NICHT: direkt ins Forum posten, NICHT: als erstes mit Apps rumprobieren. Warum nicht? Weil du sonst viel weniger lernst.)

    8. Bevor du einen Pilz isst, zeigst du ihn einem PSV in deiner Region. Nicht im Forum fragen, ob du etwas essen darfst.

    9. Am Schluss kannst du deine Funde gerne hier zeigen, und wir helfen beim Bestimmen. Du bekommst aber keine Verzehrfreigabe von uns.


    Wenn du dich auf die Weise ein paar Jahre mit Pilzen beschäftigst, wird es dir Spass machen.

    Du musst dich aber damit abfinden, dass der Einstieg ins Pilzesammeln schwierig ist, am Anfang kann es sehr frustrierend sein.

    Du brauchst Geduld und musst selber Erfahrung in den Wäldern deiner Umgebung sammeln.

    Mit deiner Fragerei versuchst du Abkürzungen zu nehmen, die nicht funktionieren.


    Lg, Raphael

    Hallo Andy


    Na wenigstens war was zu finden, du solltest zufrieden sein.

    Ich war gestern sowohl montan als auch alpin unterwegs, bin bis auf 2500m in ein Sumpfgebiet gegangen, und kam mit einer einzigen Risspilz-Kollektion heim.

    Im Moment ist wirklich überall Flaute.


    Zu dem Cortinarius kann ich nichts sagen - von denen habe ich gar keine Ahnung. Der Rest ist m.E. klar.


    Lg, Raphael

    Ich finde deine Übersicht gut und strukturiert, wie geht das eigentlich mit diesem Spoiler Anzeige?

    LG Andy

    Hallo Andy


    Das ist ganz leicht, in der Tool-Leiste für neue Beiträge ist so durchgestrichenes Augen-Symbol.


    Lediglich den Agaricus campestris würde ich rein makroskopisch schon anzweifeln wollen. Das sollte was anderes sein.

    Das will ich nicht völlig ausschliessen, ich habe den aber nicht haargenau untersucht. Die einfachen Merkmale wie Verfärbung, Geruch, Standort etc. passten zu campestris. Was könnte es sonst sein? Die wuchsen zu hunderten an mehreren Standorten in der ganzen Region, sicher 5 Stellen über 15 km verteilt, in Wiesen etwas abseits der Strasse. Eine der seltenen Arten sollte es also auch nicht sein.


    Lg, Raphael

    Hallo,


    Der zweite ist m.E. auch kein Fälbling, insbesondere mit dem runzeligen Hut. H. mesophaeum kenne ich so, wobei die auch nicht völlig typisch sind, die Hutmitte ist zu wenig auffällig dunkler:



    Ich habe auch keinen besseren Vorschlag für Pilz Nr. 2, bei älteren Einzelexemplaren von Dunkelsporern ist das meistens eher ein Lotto.


    Lg, Raphael

    Teil 2


    11) Pholiota lenta - Tonweisser Schüppling

    Ich hielt den erst für einen Fälbling, das ist offenbar bekannt bei dieser Art. Sogar Ludwig erwähnt die Ähnlichkeit.



    12) Gyromitra infula - Bischofsmütze


    13) Entoloma corvinum - Rabenschwarzer Rötling

    Ein wunderschöner Pilz, war mir fast zu schade um ihn mitzunehmen. Aber ohne Mikroskop wäre er nur "ein Rötling" geblieben.


    14) Psathyrella gordonii - Milchblasser Mürbling

    Ein selten gemeldeter Faserling, dessen Bestimmung mich einige Stunden gekostet hat. Nun dient er mir unter anderem als Avatar im Forum.


    15) Macrolepiota mastoidea - Zitzen-Riesenschirmling

    Ich muss zugeben, dass ich zwei davon heimgenommen habe, gründliche seziert habe, aber dann nicht gegessen habe. Eigentlich eine Schande.


    16) Xeromphalina cauticinalis - Bitterer Glöckchennabeling

    Die Art gilt auch als selten, ist aber bei uns recht verbreitet. Finde ich fast jedes Jahr.


    17) Pseudoomphalina compressipes - Ranziger Scheinnabeling

    Der Fund lag bis in den tiefen Winter unter dem Namen "Clitocybe spec." in meiner Ablage.

    Irgendwann habe ich mich wieder damit beschäftigt, und fand endlich heraus dass es eine Pseudoomphalina ist.

    Der Name "compressipes" ist irreführend. Die Stiel ist zwar schon flachgedrückt, aber nicht an jungen Fruchtkörpern wie meinen.


    18 ) Lyophyllum deliberatum - Rautensporiger Rasling

    Wenn man weiss dass es ein Rasling ist, dann ist er an der Sporenform gut zu erkennen.


    19) Phaeolepiota aurea - Glimmerschüppling

    Findet man viele Jahr nicht, aber letzten Herbst wuchsen sie zu hunderten in drei grossen Hexenringen neben der Strasse.

    Einer der schönsten Pilze die ich kenne. Es soll Leute geben die den essen.


    20) Pholiotina aberrans - Häublingsähnlicher Glockenschüppling

    Wie der Name schon sagt, sieht diese Pholiotina aus wie eine Galerina.

    Genau in diese Falle bin ich reingetappt und war völlig ratlos, weil es keinen Häubling gibt der mikroskopisch passt.

    Irgendwann kam ich endlich auf die Idee, die HDS zu untersuchen. Die ist bei Pholiotina hymeniform, dann kam ich dem Kerl endlich auf die Schliche.



    Soviel für heute, jetzt bin ich müde.


    Viele Grüsse


    Raphael

    Hallo zusammen


    Es ist (schon wieder) nix los... Ich tue mal noch ein paar schöne Bilder von letztem Jahr ins Forum.

    Fragen, Korrekturen? Immer her damit.


    1) Peziza nivalis - Kleinsporiger Schnee-Becherling

    Der ist eigentlich von diesem Jahr, gefunden am 22.03.2020 auf 1500m neben dem schmelzenden Schnee, typisch für diese und zwei andere Becherlinge.


    2) Inocybe tricolor - Rhabarberstieliger Risspilz:

    Am Strassenrand, unauffälliges braunes Pilzchen im flachen Gras, aber wunderbar zum Untersuchen. 07.11.2019.



    3) Lepiota pseudolilacea - Falscher Lila-Schirmling

    Im feuchten Kiefernwald, 03.11.2019



    4) Leccinum holopus - Weisser Birkenpilz.

    Im Kiefernwald mit eingestreuten Birken. Ist es wirklich der? Nicht fragen, habe keinen Längsschnitt usw.

    Wuchs direkt neben der Lepiota pseudolilacea.



    5) Amanita citrina var. alba - Weisse Form des Gelben Knollenblätterpilzes

    Auch direkt neben den zwei vorherigen.



    6) Mycena concolor - Torfmoos-Breitblatt-Helmling

    Ist offenbar ein höchst seltener Helmling - oder wird er einfach oft übersehen?

    Er wuchs jedenfalls am Strassenrand kurz oberhalb einer kleinen Stadt, am 30.10.2019


    7) Cystolepiota seminuda - Behangener Mehlschirmling

    Auch am Strassenrand, am steilen Hang auf ziemlich nackter Erde.



    8 ) Conocybe gigasperma - Riesensporiges Samthäubchen

    Die Conocybe mit den grössten Sporen und wohl auch eine ziemlich Rarität. Hier in einer grossen Gruppe, am Strassenrand.



    9) Agaricus campestris - Feld-Egerling.

    Ja, es darf auch mal ein Bild von einem Speisepilz sein. Letzten Herbst kamen die in unglaublichen Massen und in bester Qualität.

    Und das verrückteste: Etwa 100 Meter von einer Hauptstrasse entfernt, wo sie jedermann sieht. Offenbar hatte niemand Hunger.


    10) Tulostoma fimbriatum - Gewimperter Stielbovist

    Mein erster Stielbovist, hatte richtig Freude daran. Das Bestimmen der Dinger ist gar nicht so leicht, es gibt viel mehr davon als man denkt.



    Es folgt noch mehr...

    Hallo Andy,


    Die Spatelinge wären übrigens sogar essbar oder zumindest ungiftig (was natürlich keine Freigabe ist). In neueren Büchern ist das nicht mehr erwähnt, weil sie klein und recht selten sind. Hier im Wallis ist der Spateling regional sehr häufig, da kriegt man gut eine kleine Beilage zusammen.

    Früher, noch ganz grün hinter den Ohren, wohl noch keine 16 Jahre alt und mit Interesse an Speisepilzen habe ich die mal probiert, weil sie im Cetto als essbar drin waren. Gar nicht so schlecht, sie hatten ein nettes Aroma.

    Heute käme ich aber nie mehr auf die Idee sowas meiner Familie vorzusetzen ;)


    Noch zum Ritterling, falls es denn wirklich einer ist: Schwierige Gattung, da sage ich lieber nichts anhand eines Fotos.


    Lg, Raphael

    Hallo Pablo


    Ja, ich denke das Problem von Fehlbestimmungen anhand "lückenhafter" Literatur ist sehr verbreitet.

    Andererseits mache ich den Autoren von PdS wie auch Cetto, Dähncke, Bresadola usw. keinen Vorwurf, dass sie nicht jede Art darstellen konnten oder diverse Fehlbestimmungen publiziert haben (zum "Pareys" enthalte ich mich mal einer Meinung...).

    Für mich sind das ziemliche "Pionierwerke", die geschaffen wurden in einer Zeit ohne Internet, oder als das Internet noch nicht viel hergab in der Mykologie.

    Die Literatur für die Bestimmung war zunächst mal schwierig überhaupt zu finden, dann schwierig zu beschaffen, natürlich teuer, und dann oft ohne Bilder, oder mit wenig hilfreichen Strichzeichnungen.

    Hochpräzise Monographien wie wir das heute mit Fungi Europaei für einige Gattungen haben, mit mehreren Fotos, Mikrobildern und sogar DNA-Untersuchungen für jede einzelne Art, waren kaum verfügbar oder halt eben auch dem damaligen Stand der Wissenschaft entsprechend unvollständig. Und alles stur nach Moser bestimmen war schon damals nicht die beste Empfehlung.


    Bei der Bestimmung schwieriger Gattungen muss man das halt berücksichtigen.

    Wenn ich eine Nolanea, Inocybe, Hebeloma oder einen Tintling bestimme, dann muss wirklich jedes Merkmal exakt passen. Dabei verlasse ich mich nie auf nur ein Buch (egal welches, denn jeder Autor macht Fehler).

    Ich versuche jede Bestimmung mit einer möglichst neuen Monographie oder wissenschaftlichen Publikation zu bestätigen.

    Das gelingt natürlich nicht immer, und auch damit ist man letzten Endes nicht immer absolut sicher, dass die Bestimmung stimmt.

    Oft trifft man auf Widersprüche in der Literatur, die nirgends kommentiert sind und landet damit in einer Sackgasse. Der Fund wird dann halt als "cf. a oder b" angeschrieben.

    Aber gerade das macht die Mykologie so spannend, zumindest für mich. Irgendwie wäre es langweilig, wenn ich ein Buch hätte, mit dem ich jeden Pilz zuverlässig und ohne Zweifel bestimmen kann.


    So, genug geschrieben. Ich muss noch ein Samthäubchen bestimmen, das ich gestern in einem Blumentopf zu Hause fand. Das wird vermutlich genau so ein schwieriger Fall. :)


    Gruss Raphael

    Hallo zusammen


    Am Sonntag fielen mir im Rasen vor unserer Ferienwohnung kleine, bräunliche PIlze auf.

    Von weitem dachte ich an die üblichen Düngerlinge, ging aus Langeweile aber doch schauen.

    Sieh an, ein Rötling. Sah aus wie der häufige Entoloma juncinum. Zu Hause unter dem Mikroskop wollte ich das rasch bestätigen.

    Aber eigentlich waren die Sporen durchwegs zu klein, und bei genauerem Hinsehen war der Stiel auch arg silbrig faserig.

    Somit kam ich rasch auf Entoloma ortonii, den Kleinsporigen Rötling.

    Die Untersuchung der HDS und die Schnallensuche namen noch einige Zeit in Anspruch, aber es passt alles zusammen.


    Warum gilt der als selten? Ich denke unter anderem aus folgenden Gründen:

    - Otto Normalverbraucher geht primär im Wald Pilze suchen, nicht im Rasen, und achtet nicht auf solche Pilzchen

    - Er sieht aus wie ein häufiger Rötling und wird deshalb gerne als dieser betitelt, ohne dass er untersucht wird

    - Er ist in vielen Büchern nicht drin, dann nimmt man halt den ähnlichsten den man im Buch findet




    Viele Grüsse aus dem sonnigen Wallis


    Raphael

    Hallo,


    Hygrocybe punicea bleicht im Alter gerne aus in Richtung orangegelb.

    Es gibt noch H. splendidissima, die oft als Varietät von H. punicea gesehen wird.

    Anhand des Fotos von einem alten Exemplar wird das aber kaum zu unterscheiden sein.


    H. conica müsste zumindest in dem Alter und nach Anfassen schwärzen, und die Hutform passt auch nicht.


    Gruss Raphael

    Hallo Jörg


    Darüber streiten die Experten noch. Candusso und Boertmann sagen nein und legen tristis mit conica zusammen. Jamoni trennt sie und begründet die Trennung m.E. gut.

    Letztenendes sind das alles nur Interpretationen äusserer Merkmale und der Versuch, daraus Rückschlüsse auf den Artrang zu ziehen. Wirklich Klarheit würde nur ein Interfertilitätstest bringen, oder auch genetische Untersuchungen. Beides wurde meines Wissens bisher nicht gemacht. Oder weiss da jemand mehr?


    Gruss Raphael

    Hallo Andy


    Hygrocybe ist mal sicher richtig.

    Ich hätte Hygrocybe punicea (Grösster Saftling) draus gemacht, die sind in dieser Region recht verbreitet.

    Auf der Weide hätte man sich gründlich umschauen müssen, im Gras sind dann meistens noch mehr davon und es gibt prachtvolle Fotos.


    Lg, Raphael

    Hallo zusammen


    Meine zweite Alpin-Exkursion brachte nichts Aussergewöhnliches. Bis auf einen Risspilz ist alles bestimmt:


    a) Entoloma sericeum - Seidier Rötling

    Der ist überall recht häufig, auf in der Höhe.



    2) Hygrocybe tristis - Finsterer Saftling

    (oder conica var. tristis, oder einfach conica, je nachdem wem man glauben will)

    Auch nix seltenes, aber immer wieder schön anzuschauen. Vor allem in einer so schön grossen Gruppe, es hatte noch viel mehr.


    3) Inocybe dulcamara - Bittersüsser Risspilz

    Auch diese Art kommt planar bis alpin überall vor.



    4) Laccaria montana - Berg-Lacktrichterling

    Den gibt es nur in montanen/alpinen Regionen. Vermutlich wird er oft mit L. laccata verwechselt.

    In der Literatur wird er unterschiedlich beschrieben, ich habe mich hier an die Beschreibung von Jamoni (Funghi alpini) gehalten.


    5) Lactarius salicis-herbaceae - Krautweiden-Milchling

    Dieser Milchling ist meistens höchst unmotiviert, wenn es ums Milchen geht. Ich musste ihn mit einer Präpariernadel ärgern, damit man die schöne Violettverfärbung der Milch sieht.


    6) Rickenella mellea - Honigbrauner Heftelnabeling

    Unterscheidet sich von der bekannten Rickenella fibula durch längere Sporen und natürlich den meist alpinen Standort.

    Der Honigbraune Heftelnabeling muss nicht unbedingt honigbraun sein, er ist oft so blass wie im Bild.

    Der Pilz ist angeblich selten, das liegt aber wohl daran dass die Hüte nur 3 mm breit sind und im Moos wachsen.



    7) Russula alpigenes - Gebirgstäubling

    Die Unterschiede zu Russula laccata sind sehr fein, im Wesentliche habe ich mich auf die etwas kleineren Sporen abgestützt.



    Viele Grüsse

    Raphael

    Hallo zusammen


    Schleimpilze sind nicht wirklich mein Ding... aber ich wüsste trotzdem gerne welcher das hier ist.

    Gefunden an einem liegenden, sehr altem Fichtenstamm.


    Im Internet bin ich auf Ceratiomyxa poroides gestossen, die wohl so ähnlich aussehen kann.

    Stimmt das?




    Viele Grüsse

    Raphael

    Hallo Pablo,


    Ja, das ist wirklich spannend, leider im alpinen Bereich sehr schlecht erforscht. Meistens steht in den Büchern einfach "bei Salix und Dryas".


    Interessant ist z.B. Alnicola cholae, die ich gefunden habe. Die ist offenbar streng verbunden mit Polygonum viviparum (Knöllchen-Knöterich), der alpin eigentlich überall häufig ist. Trotzdem scheint der Pilz selten zu sein, oder wird halt nicht beachtet.


    Lg, Raphael


    Ja, mit den neuen Sporenmassen sehe ich das auch so.

    Protostropharia semiglobata.


    Lg, Raphael

    Evtl. könnte es Leratiomyces percevalii sein (Holzmulch-Träuschling).


    Makroskopisch kommt der recht nahe, Sporengrösse passt auch. Standort muss nicht Holzmulch sein wie der Name vermuten lässt, der wächst auch auf Feldern bei pflanzlichem Abfall.


    Oder hat jemand eine andere Idee?


    Lg, Raphael

    Hallo Toni


    Wird schwierig, mit nur einem Exemplar... aber ist einen Versuch wert.
    Wenn das am Stiel ein Ring ist, kann es eigentlich kein Düngerling sein, die haben keinen Ring (ausser Panaeolus semiovatus, aber der hat deutlich grössere Sporen).


    Gab es auf der Wiese auch Mist (nicht unbedingt frisch)? Ist sie beweidet?


    Lg, Raphael

    Hallo zusammen


    Ich dachte ihr habt noch ein kleines Update verdient, was es sonst noch so gab dort oben:


    1) Cortinarius (Telamonia) galerinoides, Häublingsähnlicher Alpen-Wasserkopf:

    Es gibt einige ähnliche kleine Telamonien in der alpinen Stufe, diese hier zeichnet sich nebst der nicht allzu dunklen Farbe durch recht kleine Sporen aus.

    Die Sporen sind fein warzig, das sieht man leider auf den Mikrofotos kaum.

    2) Hebeloma marginatulum, Berandeter Fälbling

    Für diese Gattung bin ich Beker, Eberhardt und Vesterholt extrem dankbar für ihre Monographie (Fungi Europaei 14).

    Man muss sich am Anfang zwar ziemlich reinknien und einige schöne Kollektionen untersuchen, bis man damit zurecht kommt.

    Aber nachher ist der Bestimmungsschlüssel und die Dokumentation in dem Buch einfach unschlagbar.


    3) Inocybe egenula, Dürftiger Risspilz:

    4) Alnicola cholea (ohne deutschen Namen):

    Eine beinahe vergessene Art, die Ludwig unter Naucoria fellea als "vermutlich identisch" erwähnt.

    Moreau et al. haben später jedoch gezeigt, dass es eine eigene Art ist.

    Die Fruchtkörper sind stark vergrössert, der grösste hatte einen Durchmesser von 8mm.

    5) Lycoperdon cf. frigidum, Zwergweiden-Stäubling:

    Restlos sicher bin ich nicht, weil es kaum Literatur dazu gibt. Makroskopisch stimmt aber alles, mikroskopisch eigentlich auch. Insbesondere gibt es kaum Sterigmenreste an den Sporen.


    Zwei weitere Kollektionen (Inocybe und Cortinarius/Dermocybe) konnte ich bisher nicht bestimmen, wird wohl auch noch länger dauern.


    Die Wälder hier sind nach wie vor leergefegt. Am Sonntag war ich im montanen Nadelwald.

    Frust pur: Es gab ein paar einzelne Täublings-Mumien, für die mir der Speicherplatz auf der Kamera zu schade war.

    Ansonsten nur das hier, aber das in Mengen. Meine Familie hatte Freude daran, wir waren sie ziemlich egal... ;)


    Ich konnte es deshalb nicht lassen und war heute wieder sehr erfolgreich alpin unterwegs. Aber dazu ein anderes Mal.


    Viele Grüsse


    Raphael

    Könnte es Amanita lepiotoides sein? Ist der einzige Wulstling mit so auffällig schuppigem Hut den ich kenne. Hatte ich aber noch nie in der Hand.

    Obwohl der eher eine bräunliche Volva und in dem Stadium zumindest Überreste eines Rings haben müsste... so richtig glaube ich auch nicht dran.


    Gruss Raphael

    Tolle Doku Raphael, vielen Dank.

    Discina ancilis habe ich dieses Jahr auch öfters gefunden und mich jeweils gefragt ob es nicht

    um Discina perlata handelt. Weil ich nicht immer das Substrat eindeutig ermitteln konnte.

    Ob man diese zwei überhaupt auch mikroskopisch unterscheiden kann, hast du hier schon Erfahrung gemacht?

    LG Andy

    Hallo Andy


    Discina perlata und ancilis werden inzwischen als Synonyme behandelt, ancilis ist der ältere Name und hat deshalb Vorrang. Die Unterschiede sind wohl minimal und damit in der Bandbreite einer Art. Ob es sequenzanalytische Untersuchungen in der Gattung gibt, weiss ich nicht.


    Viele Grüsse

    Raphael