Beiträge von Mike Guwak

    Wie hier schon angemerkt wurde, sind Cladonien nicht ohne Chemie zu bestimmen. Auch möchte ich anmerken, das Cladonien immer nur im trockenen Zustand zu bestimmen sind (Wie bei allen Flechten). Das liegt daran das die Algenschicht im feuchtem Zustand zu stark durchscheint.


    In Europa gibt es ca. 100 Arten. Davon müsste ich ca. 80 in meinem Herbar haben.

    Bilder 3a bis 3c ist keine C. fimbriata. Diese ist mehlig sorediös. Bedeutet, kleinste Berührung und die Soredien haften an den Finger. Auf dem Foto sehe ich das jetzt nicht so.
    Auch die Grundschuppen sind auf dem Foto nicht grün, sondern eher bräunlich.


    Mal P auf eine Unterseite der Grundschuppen. Welche Farbe?

    Ich gehe hier erst mal auf die C. portentosa ein. Diese sollte im UV weiß aufleuchten. UV bei einigen Cladonien wichtiges Bestimmungsmerkmal.

    C. portentosa enthält Usninsäure. Leider nur per TLC festzustellen. Es könnte auch eine C. mitis sein.

    Die Unterscheidung hier wäre die Rangiformsäure, welche nur in der C. mitis enthalten ist. Rangiformsäure ist eine Fettsäure und leider auch nur per TLC festzustellen.


    Ich würde da beiden Namen auf die Tüte schreiben. C. mitis und C. portentosa.

    In den Bilder 2,3,4 sieht man eine Xanthoria parietina. Hier siehst du eine schatten variante. Parietin wird nur ind er Sonne gebildet. Liegt die Flechte mehr im Schatten, passiert genau das wie auf deinen Bildern.


    Was die Lecanora angeht, sehe ich hier nur eine Lecanora. Lecanoren muss man immer das Apothecium schneiden und unter dem Mikroskop anfärben. Auch die Sporen und der Ascus spielt hier eine Rollen.

    Anhand eines Bildes, keine sehr gute Bestimmung möglich.


    Deine Physcia, könnte eine Physcia adscendens sein.
    In dem Buch findest du auch Bilder von mir. Da hatte ich mit Felix das Buch angefangen. Aus Zeitmangel, hat er es mit Andre Aptroot zuende gebracht.


    F. Schumm & A. Aptroot

    Virtuelles Herbarium der Flechtgattungen: Hyperphyscia, Phaeophyscia, Physcia und Physconia

    1. Auflage 2019

    ISBN: 978-3749423408


    BoD-Leseprobe: Virtuelles Herbarium der Flechtgattungen

    Auf den ersten Seiten kannst du sehen worauf es bei Hyperphyscia, Phaeophyscia, Physcia und Physconia ankommt. Vor allem die Beschaffenheit der Ober- und Unterrinde (Paraplektenchym, Prosoplektenchym) sind hier entscheident bei der Bestimmung. Darum muss hier ein Längsschnitt gemacht werden, um das zu erkennen.

    Zu der Lepraria muss ich einiges Anmerkungen machen.
    Leider geben die Fotos nicht wirklich zur Bestimmung was her. Nicht böse gemeint.


    Lepraria kann man nur durch TLC bestimmen. Ist leider so. Darum bin ich zu 100% nicht der Meinung was du da gefunden hast.


    Die besten Bestimmungsschlüssel sind hier immer noch:


    Elix, J.A. (2009): Lepraria in: Flora of Australia Vol 57, Lichenes 5, 61-73


    Saag, L., Saag, A. & Randlane, T. (2009): World survey of the genus

    Lepraria (Stereocaulaceae, lichenized Ascomycota). - Lichenologist

    41(1): 25-60.

    Rotfrüchtige gibt es schon einige und auch hier braucht man die Chemie.
    In der neuen Literatur wird immer wieder geschrieben, C. macilenta und C. floerkeana sind nur durch TLC zu 100% zu bestimmen.

    Weil diese beiden sind nun mal Morphologisch nicht zu unterscheiden. Erst durch die Chemie.


    C.macilenta (K+) mit Thamnolsäure

    C. floerkeana (K-) ohne Thamnolsäure


    Ich sehe es wie die alten meister. Mit K kann man diese unterscheiden. Alle meine Proben habe ich mit TLC untersucht

    und K war hier immer K+ und somit C. macilenta.


    C. floerkeana

    fetch.php?media=flechtenmikroskopie_ausgabe_2_2018.pdf


    C. macilenta

    fetch.php?media=flechtenmikroskopie_ausgabe_3_2018.pdf

    Gude wie wir in Hessen sagen.


    Bernd hatte mich per Mail angeschrieben. Muss gestehen, ja schon seeehr lange nicht mehr hier gewesen.


    OK, zu deiner C. caespicta. Diese ist nicht sorediös. Auch hat C. caespicta geknäulte braune Apothecien.
    Auf dem ersten Foto erkennt man aber Soredien und nicht wenige.
    Mach noch Bitte folgendes. Nimm mal eine Grundschuppe und die Unterseite mit K und danach mit C (Kannst du DanKlorix nehmen. Aber nur die blaue Flasche).
    Danach an einer neuen Grundschuppe erst K drauf und danach direkt C. Bitte auch mal messen, wie lang und breit die Grundschuppen sind. So ca. reicht.


    Was die andere Flechte angeht, so erkenne ich an den Fotos jetzt nciht hat diese Schuppen und sehr kleine Schüppchen an den Apothecien? Auch meine ich eine mehlig soridiöse Apothecie zu sehen.
    Kann sich auch um eine Mischproe handeln. Cladonien kommen meistens auch in Mischproben vor.


    Zu C. chlorophaea oder C. pyxidata habe ich mal in einem anderen Forum was geschrieben. Eine Art, die nur mit TLC zu bestimmen ist.

    Cladonia pyxidata/clorophaea Gruppe - Flechten (Lichenes) - Das neue Naturforum

    Die ersten beiden Bilder sind Xanthoria parietina.


    Die anderen beiden Bilder denke ich eher an Physcia oder Phaeophyscia. Da müsste man erst die Sporen sehen. Sind diese braun, ist es keine Lecanora.


    Lecanora einzellig und hyalin

    Physcia oder Phaeophyscia sind braun und sehe eher wie eine Sanduhr von innen aus.

    Zitat

    Hallo Mike,

    Vll. möchte ich auch mal hier eine Flechte zur Bestimmung einstellen. Könntest du einen Querverweis zur Tüpfelreaktion geben?

    Merci, Toni

    Was meinst du genau?

    Parmelia
    Flavoparmelia
    Flavopunctelia


    Ohne genaue Fotos von ober und Unterseite und den Tüpfelreaktionen, keine Möglichkeit zu sagen worum es sich handelt.
    Früher gehörte alles zu der Gattung Parmelia. Diese wurde aber zerpflügt.

    C. subulata hat spärliche Schuppen an den Podetien Enden. Sollte mit P+ rot werden und UV-
    Diese hat zu viele Schuppen vor allem zu große.


    C. foliacea sehe ich hier nicht. Diese enthält Usninsäure und reagiert dadurch KC+ gelb und P+rot. UV-
    Das wichtige aber ist die Färbung durch die Usninsäure. Diese bewirkt, das sie einen gelblichen Stich haben sollte. Ist hier aber sehr grün.


    Für mich sieht das hier nach einer C. coniocraea aus. Aber das ist nicht 100%, da Cladonien auch mal durcheinander wachsen und man danach diese im ganzen betrachten muss.

    Bild 1 die linke Flechte, Bild 3 und 4 sind Protoparmeliopsis muralis.

    Auch zu finden unter Lecanora muralis. Der Name hat sich in den letzten jahren so häufig dazu geändert, kann ich schon gar nicht mehr zählen.


    Bei den restlichen müsste man Sporen sehen, welche Farbe und ob hyalin oder braun sind.

    So möchte ich dazu lieber nichts sagen.

    Das erste ist eine Peltigera, nur kann man nicht sagen welche. Dazu müsste man die Unterseite genauer sehen und die Oberseite.


    Das zweite ist eine Cladonia spec. Ich glaube rote Früchte erkennen zu können. Leider auch hier ohne Chemie und genauere Fotos, kann ich nicht sagen welche.

    An frischen Proben ist eine Bestimmung nicht möglich und sinnig. Für C. gracilis hat diese mir zu viele Schuppen. Normalerweise sind diese nur am Grund und fast kaum sichtbar.

    Hier sollte auf jeden Fall die Probe trocken sein, und mit der Tüpfelreaktion bestimmt werden.


    In der Form und weitere Information, möchte ich keine Bestimmung vornehmen. Grün sehen alle aus, da die Algenschicht im feuchten Zustand durchscheint.
    Wenn diese trocken ist, sieht man für eine Bestimmung die richtige Farbe.

    Hier handelt es sich um eine Physcia. Welche genau, kann man leider nicht erkennen. Auch spielt hier die Chemie eine Rolle.
    Ich kann das Buch von Felix empfehlen, an welchem ich mit gearbeitet habe. Einige Fotos sind auch von mir.

    Behandelt unter anderem Physcien.


    Virtuelles Herbarium der Flechtengattungen

    Hyperphyscia, Phaeophyscia, Physcia und Physconia

    ISBN 978-3-7494-2340-8


    Physcia tenella (Scop.) DC.

    Lappen grau, mit Cilien, sehr ähnlich wie Physcia adscendens jedoch

    mit sich etwas verbreiternden mehr oder weniger flachen, endständigen

    Lippensoralen statt den helmförmigen Soralen. Apothecien bis 2.5 mm

    breit, häufiger als bei Physcia adscendens. Sporen (14)17-21 x 7-10

    μm. Chemie: Rinde K+ gelb, Atranorin. Corticol seltener saxicol.

    Europa, Amerika, Asien.


    Physcia adscendens (Fr.) H.Olivier

    Thallus weiß-grau, oft zusammenwachsend und ausgedehnte Rasen

    bildend. Lappen mit langen, marginalen, weißen Cilien, Lappenenden

    aufsteigend und an den Spitzen helmförmig aufgewölbt und hohl. Auf

    der Unterseite der „Helmchen“ Soredien bildend. „Helmchen“ oft

    angefressen. Oberseite K+ gelb, Mark K-. Oberrinde paraplektenchymatisch,

    die „Zellenwände“ mit Atranorin inkrustiert, das in polarisiertem

    Liecht aufleuchtet. Unterrinde hell mit spärlichen dunklen

    Rhizinen, prosoplektenchymatisch, aus oberflächenparallelen langen

    Hyphen. Apothecien häufig, gestielt, bis 2 mm breit. Sporen braun,

    1-septiert, 8/Ascus, vom Physcia-Typ, 16-23 x 7-10 μm. Pycnidien

    eingesenkt, Pycnoconidien 4-6 x 1 μm. Corticol, besonders auf Obstbäumen

    einer der häufigsten Flechten.

    Hallo in die Runde,


    mir ist aufgefallen, das es hier einige Verzögerungen gibt, wenn man auf die internen Links im Forum klickt.
    Mein Provider kann ich ausschließen, da ich eine 1GB Glasfaserleitung habe in meinem Home Office.


    Zum Vergleich kann mal unser Mikroskopie Forum genutzt werden, wenn ihr da mal rum klickt:


    Das deutschsprachige Mikroskopie-Forum


    Hier bin ich der Admin dieses Forums. Dieses ist jetzt etwas mehr als 7 Jahre alt und läuft auf der aktuellen WoltLab Version.

    Es handelt sich hier um eine Cladonia, welche ist fraglich da die Bilder zuwenig zeigen.


    Hier sieht man auch, das der Wiki Artikel der Vorgeschlagen wurde, auch ein falsches Bild hat. Das ist auch keine C. coccifera
    Diese sollte eher gelbgrün sein, da C. coccifera Usninsäure enthält, welches den gelblichen Farbton hervorruft.

    Auch zeigen beide Bilder eindeutig Soredien. C. coccifera hat keine Soredien ist aber körnig warzig bis schollig-schuppig.


    Hier gibt es dazu ein Foto von mir: Cladonia coccifera – wiki.lichenologie.de
    Unter Weblink gibt es auch ein PDF von Felix, wo man diese auch noch einmal vergleichen kann

    Datei:Cladonia coccifera 14274.pdf – wiki.lichenologie.de


    oder aus meiner Zeitschrift:


    Datei:Flechtenmikroskopie ausgabe 7 2018.pdf – wiki.lichenologie.de


    Somit kann ich nicht sagen, um welche Rotfrüchtigen (Auch im ersten Bild kleine rote Apothecien zu sehen) Cladonien es sich hier handelt.