Beiträge von Mike Guwak

    Es handelt sich hier um eine Cladonia, welche ist fraglich da die Bilder zuwenig zeigen.


    Hier sieht man auch, das der Wiki Artikel der Vorgeschlagen wurde, auch ein falsches Bild hat. Das ist auch keine C. coccifera
    Diese sollte eher gelbgrün sein, da C. coccifera Usninsäure enthält, welches den gelblichen Farbton hervorruft.

    Auch zeigen beide Bilder eindeutig Soredien. C. coccifera hat keine Soredien ist aber körnig warzig bis schollig-schuppig.


    Hier gibt es dazu ein Foto von mir: Cladonia coccifera – wiki.lichenologie.de
    Unter Weblink gibt es auch ein PDF von Felix, wo man diese auch noch einmal vergleichen kann

    Datei:Cladonia coccifera 14274.pdf – wiki.lichenologie.de


    oder aus meiner Zeitschrift:


    Datei:Flechtenmikroskopie ausgabe 7 2018.pdf – wiki.lichenologie.de


    Somit kann ich nicht sagen, um welche Rotfrüchtigen (Auch im ersten Bild kleine rote Apothecien zu sehen) Cladonien es sich hier handelt.

    Bin zur Zeit im Urlaub im Altmühltal. Mehr wandern als sammeln ^^


    Ob das eine Lepraria ist, kann ich nicht sagen. Zu weit weg die Aufnahme. Auch braucht man für die Bestimmung ob es die Gattung ist, sehr nahe Aufnahmen und Tüpfelraktion. Für die Bestimmung der Art, muss man zwingend TLC machen. Diese ist bei Lepraria nur anhand der Tüpfelreaktion nicht möglich.

    Einige Flechten habe ich noch, aber ich möchte dein Wissen und deinen großen Erfahrungsschatz nicht gleich zu Anfang zu sehr in Anspruch nehmen.

    Damach dir mal keine Sorgen. Wenn ich Zeit habe, schreibe ich was dazu. Es kann aber auch mal eine Woche dauern. Einfach rein stellen und wir werden sehen was wir dazu raus finden. Es gibt ja neben mir hier noch einige, die Flechten bestimmen können und vielleicht einen andere Blickwinkel haben. Dadurch entsteht eine schöne Diskussion :)

    Um hier den Unterschied zwischen einer Amandinea oder Lecidella zu machen, muss man die Sporen sehen. Da kann man zumindest sagen, in welche Gattung diese gehört.


    Amandinea

    Sporen grau im alter braun, 1-septiert


    Lecidealla
    Sporen hyaling und 0-septiert


    Leider sieht Amandinea punctata der Lecidella elaeochroma sehr ähnlich. Somit kann ich nur sagen das es sich hier um die Gattung Lecidella oder Amandinea handelt.

    C. calcarea sollte einen sehr guten Prothallus haben. Sieht mir hier nicht so aus. Da der Thallusrand hier mehr kraterartig aussieht, gehe ich von Circinaria contorta subsp. contorta aus.
    Anhand des Fotos kann man nicht erkennen, welche Teile weiß bereift sind, wenn sie es sind. Darum sage ich hier eher Circinaria als Gattung ja, aber nicht genau welche.


    Hier haben wir auch ein Beispiel, was das umbenennen angeht. Circinaria heißen diese nur, weil:


    Nur auf Silikat- und Kalkgestein
    weniger als 8 Sporen im Ascus
    molekularphylogenetischer Erkenntnisse
    geringe Länge der Pyknosporen


    Ursprünglich vor dieser Umbenennung hatte diese den Namen Aspicilia calcarea oder Aspicilia contorta. Alle diese enthalten aber die Fettsäure Aspicilin (Kann nur im TLC festgestellt werden).
    Ob das jetzt zum Vorteil ist, das man diese Aufgrund von DNA diese umbenennen muss, da bin ich anderer Meinung. In 2 Wochen bin ich bei Felix, da ich mit ihm ein wenig bestimmen möchte.

    Ich werde mit ihm mal das Thema besprechen, was er von dieser Umbenennung hält und berichten.


    Ich nutze nicht immer aktuelle Namen, nur weil jemand sagt, die DNA gibt es vor. Ich selber kann das nicht überprüfen, ob das so stimmt. Und wer weiß was in 30 Jahren neues wegen DNA heraus gefunden wird.
    Und es wird dadurch für uns so gut wie unmöglich, eigene Forschungen zu betreiben.

    Eine Lecanora ist es. Ob Lecanora chlarotera, kann man leider nicht sagen. L. chlarotera kann man leicht mit L. argentata verwechseln.
    Hier haben wir ein gutes Beispielt, das es ohne Mikroskop leider nicht zu bestimmen ist. Felix hat einige PDFs zur freien Verfügung. Den Link dazu stelle ich mal in den Literatur Thread.


    Der große Unterschied zwischen beiden ist


    Lecanora argentata hat keine Kristalle im Epithecium (Pol -)
    Lecanora argentata 1002.pdf

    Lecanora argentata 11159.pdf

    Lecanora argentata 17982.pdf


    Lecanora chlarotera aufgelagerte Kristalle im Epithecium (Pol +) die in K und N löslich sind.
    Lecanora chlarotera 11505.pdf

    Lecanora chlarotera 12300.pdf


    Wenn man jetzt noch diese beiden hinzu nimmt


    Lecanora subrugosa

    Lecanora subrugosa 16477.pdf


    Lecanora allophana

    Lecanora allophana 601.pdf


    wird mal schnell erkennen, sie sehen sich alle so ähnlich, unterscheiden sich aber Mikroskopisch. EInfach mal die PDFs mit den Merkmalen durchlesen.


    Somit Lecanora ja, aber ich kann nicht sagen welche.

    Das nächste Mal gibt es bessere Bestimmungsbilder und Angaben dazu.

    Du hast doch alles gut gemacht. Von oben und unten. Leider sind Flechten nur im trockenen Zustand zu bestimmen. Darum ist das Bestimmen anhand eines Fotos, frei in der Natur immer kritisch. Ich hatte erst gedacht P. rufescens. Diese ist nur sehr stark bereift, was man nur trocken sehen kann. Und sollte auch nur in Kalkreichen Gegenden vor kommen.

    Ja es ist eine Peltigera. Aber welche genau, müsste man sehen wenn diese trocken ist. So kann ich da nur die Gattung bestätigen.

    Ich habe unter ein eigenen ISBN 2625-5812 eine Zeitschrift am laufen, wo ich immer kleine Beiträge zu Flechten Publiziere. Diese kann sich jeder kostenlos runter laden. 2019 hatte ich bedingt durch Umzug, Renovierung und Berufliche Veränderung, leider keine Zeit.
    Das soll jetzt wieder anders werden. Ich werde hier immer die neusten Ausgabe hinein stellen.


    Jahr 2018

    Jahr 2020

    Wer sich mit dem Thema Flechten befassen möchte, kommt auch nicht um Literatur herum. Ich stelle hier mal einiges zusammen. Es sind auch ältere Literaturen dabei. Wie ich aber immer finde, ist diese sehr gut gerade für Anfänger.


    Index Fungorum

    Index Fungorum - Search Page

    Habt ihr einen Namen in einer Literatur zu eurer Bestimmung gefunden, könnt ihr hier nachsehen, ob dieser Name noch aktuell ist.


    Bildtafeln von Flechten, in Form von PDFs.
    Diese sind von Felix Schumm und stehen zur freien Verfügung. Hier der Link


    Kalkflechten der Schwäbischen Alb - ein mikroskopisch anatomischer Atlas

    Von Felix Schumm

    Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

    Verlag: Books on Demand Gmbh; Auflage: 1 (16. Mai 2011)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3844873651

    ISBN-13: 978-3844873658


    Epiphytische Flechten als Umweltgütezeiger: - eine Bestimmungshilfe

    Von Jan-Peter Frahm, Felix Schumm, Norbert J. Stapper

    Broschiert: 164 Seiten

    Verlag: Books on Demand; Auflage: 1., Auflage (29. Januar 2010)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3839152992

    ISBN-13: 978-3839152997


    Die Flechten Deutschlands: Band 1 und 2
    Von Prof. Dr. Volkmar Wirth, Prof. Dr. Markus Hauk, Dr. Matthias Schultz
    Gebundene Ausgabe: 1244 Seiten

    Verlag: Verlag Eugen Ulmer (1. Juli 2013)

    ISBN-10: 3800159031

    ISBN-13: 978-3800159031


    Flechtenflora von Südwestdeutschland

    Von Karl Bertsch

    Gebundene Ausgabe: 251 Seiten

    Verlag: Ulmer; Auflage: 2., völlig neubearb. u. erw. Aufl. (1964)


    Flechtenflora von Nordwestdeutschland

    Von Christian Friedo Eckhard Erichsen, Willi Christiansen

    Sondereinband: 411 Seiten

    Verlag: G. Fischer (1957)


    Bestimmungsschlüssel europäischer Flechten

    Von Josef Poelt

    Broschiert: 757 Seiten

    Verlag: Cramer (1969)

    Dazu gibt es noch zwei Ergänzung's Bänder

    Die Strauch- und Laubflechten
    Von Josef Anders
    Seiten: 217
    ISBN 9061232694


    The Lichens of Great Britain and Ireland
    Verschiedene Autoren

    ISBN-10: 0954041887

    ISBN-13: 978-0954041885

    Nordic Lichen Flora, Volume 5
    Cladoniaceae
    von Teuvo Ahti, Soili Stenros, Roland Moberg
    ISBN: 9789185221295
    Nordic Lichen Flora, Volume 5: Cladoniaceae | NHBS Akademische und professionelle Bücher

    Flechten nur anhand von Bildern zu bestimmen, kann Fehlbestimmungen enthalten. Das liegt daran, das wichtige Merkmale zum Bestimmen, nur anhand eines einfachen Bildes nicht gesehen werden können.
    Darum sollten so viele Informationen wie möglich dem Fotos beigefügt werden.

    Hier mal wichtige Merkmale, zum Bestimmen von Flechten:
    - Habitusbild im ganzen, mit Größen Angabe
    - So dicht wie möglich Fotografieren. Am besten Makroobjektiv
    - Wenn möglich Flechte von oben und unten Fotografieren (Bei Krustenflechten nicht möglich)
    - Angaben wie auf welchem Substrat die Flechte gewachsen ist wie Silikatgestein, Baumrinde, Erdboden usw.
    - Angaben zur Umgebung wie in Sonne liegend, schattig oder feucht liegend.
    - Trockener Zustand der Flechte wenn möglich (Weil erst im trockenen Zustand die Farbe zu erkennen ist)
    - Tüpfelreaktion mit K (10% Kalilauge),C (Calciumhypochlorit) und wenn vorhanden P (para-Phenylendiamin)
    - Wenn es möglich sein sollte Sporen unter dem Durchlicht Mikroskop zu beobachten, wenn möglich Fotos, Zeichnung oder genaue Beschreibung


    Selbst mit diesem Angaben, kann eine Bestimmung nicht einfach sein, weil man sich einige Teile der Flechte unter einem Durchlichtmikroskop ansehen muss.

    Darum sollte jeder Fotograf auch damit Leben können, sollte nur
    die Gattung zu erkennen sein.

    Wenn jemand Material gesammelt hat, kann er mir diese auch zu schicken, für eine Bestimmung. Dazu gibt es aber auch kleine Regeln:
    - Es muss genug Material vorhanden sein. Fingernagel große Proben ist zu wenig (Wenn nicht mehr vorhanden ist, dann besser als nichts)
    - Die Probe nur in Papiertüten verschicken. Kein Plastik oder dergleichen nutzen
    - Proben vor dem verschicken 5-6 Tage trocknen lassen
    - Alle Angaben auf der Herbar Tüte stehen wie Land, Bundesland,Region,Stadt,Datum und Name des Finder der Flechte,GPS Daten wenn vorhanden
    - Immer nur eine Flechte, in eine Tüte. Tüten wo 4-5 verschiedene Flechten enthalten sind, machen es nur unübersichtlich
    - Die Proben verbleiben nach der Bestimmung in meinem Herbar. Das ist normale Praxis bei den Lichenologen.

    Aus eigener Erfahrung, ist das schon ein eigener Bereich. Ich möchte hier jetzt nur keinen Stress verursachen. Nur ist es für mich einfacher und auch übersichtlicher, wenn es einen Bereich gibt, der sich nur mit diesem Thema befasst. So kann ich da auf Fragen eingehen, die jemand vielleicht auch hat und gezielt dort suchen muss. Da ich die Forensoftware sehr gut kenne, gibt es Möglichkeiten, das auch in einer Suche nachher, genau das richtige gefunden wird. Als ich mal so nach Flechten und Lichens gesucht habe, finde ich auch vieles, was nicht wirklich interessant für mich als Lichenologe ist.


    Darum kann in so einem Bereich schon gezielter das Thema aufgegriffen werden.
    Versuch mach kluch, wie ich immer sage :-D

    Nein keine C. digitata. C. digitata hat rote Apothecien und hier kann man einige mit braunen erkennen. Hinzu kommt das die Thallusschuppen für mich zu klein aussehen. Bei C. digitata sind diese bis 4mm breit, rundlich und nach oben gebogen.


    Was es genau ist, kann ich ohne Tüpfelreaktionen nicht sagen. Es ist aber eine Cladonia :-D

    Sind das dann die gestielten Becherchen? Schick, war mir gar nicht klar, dass das zwei verschiedene sind. Danke sehr!

    Ja die aussehen wie Trompeten. Cladonien kommen fast immer gemischt vor. Man hat meistens mehr als eine Art in einer Probe. Darum sollte man, wenn man ein Herbarbeleg braucht, mindestens Handteller große Proben mit nehmen.

    huehnchen69
    Danke dir. Nein, du hast dort eher wohl C. macilenta oder C. floerkeana (Die Rotfrüchtigen). Da bei dir diese körnig sorediös aussehen, tendiere ich schon eher in Richtung C. floerkeana Ist aber nicht 100%.
    Auch hast du wohl dort noch C. pyxidata/clorophaea Gruppe. Diese sind nur mit Dünnschichtchromatographie zu bestimmen.


    tulpenbaum
    Auch dir Danke.

    Hallo in die Runde,


    in der Forensoftware kann man auch Label setzen. Bedeutet, wenn jemand eine Bestimmung braucht. Hier mal ein Bsp.




    Damit ich hier was Flechten angeht, ein wenig unterstützen kann, ist es möglich einen Bereich Flechten zu erstellen?
    Und solche Label zu setzen?


    Somit kann dort Bestimmungen angefragt werden und ich sehe das schneller und einfacher.

    Thallusschuppen meist dicht stehend, klein, eingeschnitten bis gekerbt oder geschlitzt, leicht abbrechend, Oberseite graugrün, Unterseite weiß, zur Basis des Podetium hin Ober- und Unterseite ockerfarben bis dunkel braun, absterbend. Podetien bis zu 5 cm lang, alt leicht gebogen, dicht schuppig oder blättrig bedeckt, graugrün, zur Basis hin ockerfarben bis dunkel braun, spitz zusammenlaufend. Apothecien rot, unförmig, einzeln, gehäuft oder zusammenwachsend. Chemie: K-, C-, KC-, P-, UV+ weiß.

    Usninsäure, Squamatsäure.


    Norwegen, Langelandstolen, auf Fels zwischen Moosen,

    60°43’44.19“N, 6°07’33.37“E, 244 m. Leg. R. Wagner 13.08.13 det. F. Schumm 23.05.15 [Guwak 359]