Beiträge von StephanW

    Auch werden Stiel und Hutrand immer oranger.

    Hallo Franz.

    das hört sich ein bisschen nach Hygrophorus discoxanthus (wie der auf deutsch heißt, weiß ich leider nicht) an. Geruch stark nach Mandarinenschalen.

    Ohne vorhandenes Bild ist es natürlich schwierig, etwas Verlässliches zu sagen.

    FG

    StephanW

    Hallo Benjamin,

    die Phlegmacien, zu denen Cortinarius varius gehört, sind ihrerseits wieder in verschiedene Untersektionen aufgeteilt. Eine davon ist Variicolores, also die Gruppe um Cortinarius variicolor, den Erdigriechenden Schleimkopf. Gemeinsames Merkmal der Arten in dieser Gruppe ist, dass das Fleisch mit KOH so reagiert, dass entweder ein komplett gelber Fleck entsteht oder ein bräunlicher Fleck mit leuchtend gelber Umrandung. Sieht man das, kann man von gefühlt 250 Phlegmacien schon mal etwa 200 ausschließen. Nach diesem Test - wenn er denn positiv war - muss man halt immer noch überblicken, welche gefühlt 50 Arten sich unter den Variicolores tummeln, bevor man eine Artdiagnose stellen kann.

    FG

    StephanW

    Hallo Hubi,

    ohne Mikroskopierarbeit lässt sich eine so seltene Art wie R. postiana kaum bis gar nicht bestimmen. Neben inkrustierten Primordialhyphen muss man auch kopfig-keulige Haarenden finden, sonst überzeugt die Beweisführung nicht.

    Meines Wissens wäre IVc als Sporenpulverfarbe zu blass für R. postiana, das gänge schon Richtung IVe und damit in den Bereich der höchstmöglichen Gelbsättigung.

    Rein optisch halte ich hier den Jodoformtäubling (Russula turci) für möglich, welcher gemeinerweise olivgrünlich gefärbt sein kann.

    FG

    StephanW

    Hallo Diether,

    Nr. 2 ist der gleiche wie Nr. 3, und der Ritterling Nr. 4 hat schon ziemlich viel Olivgelb auf dem Hut, das könnte auch der Graublättrige Ritterling (Tricholoma luridum) sein. Stimmt das wirklich mit dem Blau an der Stielbasis, oder ist das nur ein Artefakt? Die letzten beiden Fotos zu Nr. 4 scheinen mir eine andere Art zu zeicgen, da denke ich an den Gilbenden Erdritterling (Tricholoma scalpturatum).

    Der letzte Pilz sieht mir ein bisschen wie Cortinarius crassus aus, aber das müsste man mikroskopisch überprüfen (Pleurozystiden!).

    FG

    StephanW

    Ich weiß jetzt grade nicht, was diese Bemerkung mit den zwei Fragezeichen soll. Wir waren bei Täublingen und Manschetten. Insofern gebe ich dir mit dem Mist recht.

    FG

    StephanW

    Hallo Ralph,

    auf deinen Fotos entdeckte ich ein paar alte Bekannte, wie schon gesagt war ich auch schon ein paar Mal auf der Ehrwalder Alm.

    Nr. 2 sind alte, überständige Inocybe fibrosa

    Nr. 3 ist Hygrophorus hypothejus var. aureus, also eine gelbe Variation des Frostschnecklings; der Lärchenschneckling wäre zitronengelb statt goldgelb

    Nr. 4 ist kein Schneckling, sondern ein Gelbfuß: Gomphidius maculatus

    Im Anhang sieht man u. a. noch den Rötlichen Gallerttrichter (Tremiscus helvelloides)

    FG

    StephanW

    Mich würde noch interessieren, wie du den Ziegelgelben Schleimkopf direkt bestimmen konntest. Ist es der bräunliche Hut in Verbindung mit den lilablauen Lamellen? Gibt es denn hier Verwechslungsmöglichkeiten, die diese Kombination haben?

    Hallo Benjamin,

    ja, in dieser Farbkombination gibt es so einiges. Bei der Bestimmung des Ziegelgelben Schleimkopfes spielt die Beigeverfärbung des Fleisches nach dem Anschneiden (dauert ca. 30 Minuten) eine Rolle, und dann natürlich das KOH, auf das er als Variicolores-Vertreter chromgelb reagiert.

    Die Ehrwalder Alm kenne ich von eigenen Exkursionen, der Ziegelgelbe Schleimkopf kommt da reichlich vor.

    FG

    StephanW

    Zitat


    Die ganze biologische Vielfalt beruht letzen Endes nur auf Fehlern bei der genetischen Reproduktion.



    Es sind nicht nur Reproduktionsfehler, sondern es soll ausprobiert werden, welche diversen Strategien zum Erreichen von Überlebenszielen gut, besser oder noch besser sind.

    FG

    StephanW

    Hallo Pilsfreund,

    hier ein paar lockere, unverbundene 50-Cents zu deiner interessanten Frage:

    - Täublinge sind evolutorisch gesehen keine Blätterpilze, sie sind lamellige Nicht-Blätterpilze und sind mit einigen basidienbildenden Trüffeln näher verwandt als mit Blätterpilzen; das scheinbar vereinheitlichte Bilden von Lamellen ist nur Konvergenz, aber kein Anzeichen für nähere Verwandtschaft zu echten Blätterpilzen

    - einige Täublinge haben, wie oben erwähnt, durchaus ein Velum; dieses ist z. B. bei Russula insignis, viscida oder ochroleuca als gelber Stielüberzug sichtbar, R. insignis hat sogar gelbe Velumreste auf dem Hut, die mit bloßem Auge sichtbar sind

    - Täublinge haben eventuell andere Strategien, die den gleichen Effekt haben wie ein Partialvelum, die wir noch nicht kennen

    FG

    StephanW

    Hallo Steppa,

    auf deinen Bildern sind Ziegelrote und Grünblättrige Schwefelköpfe zu sehen. Willst du Rauchblättrige zum Essen sammeln und hast keinen Pilzberater zur Hand, wirst du nicht herumkommen, dich durch so manchen scheußlich bitteren Schwefelkopf "durchzubeißen". Es gilt: wenn die Pilzpfanne auch nur ein bisschen bitter schmeckt - nach einer ersten Kostprobe keinesfalls weiteressen, das sind dann die falschen, oder es sind zumindest falsche dabei.

    Aber der Gang zum Pilzberater ist natürlich die in jeder Hinsicht bessere Option.

    FG

    StephanW

    Hallo Stephan!

    Danke für die schnelle Antwort. Kannst Du die Art näher bestimmen? Und woran hast Du das festgemacht?

    Gruß

    Joachim

    Hallo Joachim,

    leider kann man Risspilze nicht per Foto bestimmen. Auch gibt es überhaupt nur noch drei, vier Leute in ganz Europa, die Risspilze (unter Zuhilfenahme von DNS-Untersuchungen) bestimmen können, also so eine Art Wissensmonopol aufgebaut haben. Sie haben mit ihren DNS-Untersuchungen u. a. festgestellt, dass das, was in den gängigen Pilzbüchern über Risspilze steht, größtenteils falsch ist. Was bleibt ist, dass Pilzberater Risspilze als Risspilze erkennen sollten, d. h. den typischen Risspilz-Habitus kennen (schmächtiger Wuchs, einreißender Hutrand, graue Lamellen, leicht verdickter oder knolliger Stiel), im Idealfall auch den typischen, spermatischen Risspilz-Geruch.

    FG

    StephanW

    Hallo zusammen,

    wenn ein Täubling wie ein Stachelbeertäubling aussieht, aber nur wenig scharf ist und nicht nach Stachelbeeren riecht und dann auch noch kein ockergelbes Sporenpulver hat, kann es kein Stachelbeertäubling sein. Es gibt eine ganz ähnlich aussehende, nach Apfel riechende "Säufernase", die kaum scharf ist, nämlich der Wolfstäubling (Russula torulosa; Mykorrhiza mit Kiefer, also vllt. auch mit Arve?, über kalkhaltigem Boden). Außerdem gibt es einen vollkommen milden Doppelgänger der "Säufernasen" mit blassem (= cremefarbenem) Sporenpulver, nämlich den Brätlingstäubling bzw. Schönen Täubling (Russula amoena; Mykorrhiza mit diversen Laub- und Nadelbäumen).

    Hier in diesem Fall ist allerdings schwer einzuschätzen, wie verlässlich die Merkmale erhoben wurden.

    Dieser erwähnte Stachelbeergeruch wird auch als Fruchtkompottgeruch angegeben, es riecht fruchtig, aber nicht süßlich, sondern mit einem spitzen säuerlichen Stich.

    FG

    StephanW

    Hallo Joachim,

    deine Pilze sehen mit ihren dunklen Lamellen (Verwitterung) auch nicht gerade typisch aus. Fotografiert, mit Fotoshop nachbearbeitet und ins Netz gestellt werden vorwiegend besonders schön aussehende Exemplare, da können die in der Realität vorfindbaren meistens nicht mithalten.

    FG

    StephanW

    Hallo Franz,

    das sieht mir wie eine Mischkollektion aus verschiedenen Milchlingsarten (z. B. der rosarote in der Bildmitte) und vielleicht sogar ein paar Trichterlingen (?; z. B. der auf dem pinkfarbenen Zeitungsinserat) aus. Von daher wundert es mich nicht, dass du Bestimmungsprobleme hast.

    FG

    StephanW

    ... und wenn du dich nicht dran störst, dass der Hut hier ausnahmsweise mal weiß statt wie sonst üblich grau ist, Hygrophorus agathosmus (Marzipan-Schneckling, Wohlriechender Schneckling) nennen.

    FG

    StephanW