Beiträge von StephanW

    Hallo Benjamin,

    bei Pilz Nr. 2 habe ich als Alternative Suillus placidus schon angegeben. Einer der beiden ist es, da bin ich mir sicher.

    Lactarius bresadolanius wird in Deutschland Scharfer Gebirgsmilchling oder auch Scharfer Zonenmilchling genannt, ob in der Schweiz ein anderer Name üblich ist, weiß ich nicht. Bei der Geschmacksprobe soll man das Material nicht schlucken, sondern möglichst restlos ausspucken und ggf. den Mund ausspülen, wenn man Wasser dabei hat.

    FG

    StephanW

    Hallo ibex,

    das ist ja sehr anerkennenswert, dass du deine Pilze jetzt auch bestimmungstechnisch analysierst. Bei Pilz Nr. 1 sollte dir aufgefallen sein, dass die austretende Milch innerhalb einiger Sekunden ihre Farbe geändert hat - von weiß zu gelb. Dann könnte man den als L. scrobiculatus durchwinken. Außer es gab am Fundort auch Weißtannen, dann würde es etwas komplizierter.

    Pilz Nr. 2 ist mMn kein eindeutiger Suillus plorans. Ein alter, angetrockneter Elfenbeinröhrling (Suillus placidus) kann in der Tat auch solche Farben haben, der ist nur frisch so schön weiß wie auf den Pilzbuchfotos. Lässt sich so aus der Ferne nicht eindeutig klären.

    Bei Nr. 3 hast du eine absolut angesagte Bestimmungsmethode angewendet und den Pilz erhitzt. Dadurch hat sich das Fleisch violett verfärbt, was für Chroogompus typisch ist. Jetzt: welche Chroogomphus-Art? C. rutilus wächst mit Kiefer, C. helveticus mit Fichte. C. helveticus hat eine filzige Hutoberfläche und bekommt bein Befassen rosarote Flecken. C. rutilus hat eine glatte, kupferrote Hutoberfläche und fleckt nicht rosarot. Bei anderen Merkmalen kommen andere Chroogomphus-Arten in Frage, da müsste dann mikroskopiert werden.

    Zur exakten Bestimmung von Nr. 4 als L. bresadolanius geht es leider nicht ohne Geschmacksprobe. Da aber auch hier der Stiel weiß und nicht orange ist, wird er es schon sein.

    FG

    StephanW

    Hallo Vini,

    und was du jetzt auch noch weißt - so nebenher: Pilze, die wie Ziegenlippen aussehen, aber beim Anfassen und Abschneiden ruckzuck blau werden, sind keine Ziegenlippen. Diese werden nur schwach und zeitverzögert blau. Ich wünsche dir, dass du bald die richtigen findest.

    FG

    Oehrling

    Hallo Satyrion,

    einen Steinpilz erkennt man daran, dass er beim Durchschneiden von oben bis unten weißes Fleisch hat, das nirgends blau wird. Auch die Röhren werden nicht blau. Das könntest du mal testen. Dass die Huthaut filzig bis schuppig ist, könnte daran liegen, dass es nicht der "normale" Steinpilz (Boletus edulis) ist, sondern der Sommersteinpilz (Boletus aestivalis), eine nah verwandte Art.

    FG

    StephanW

    Hallo Mhaas,

    das sind meiner Meinung nach tatsächlich irgendwelche Champignons. Doch Obacht, es gibt auch ungenießbare und sogar magen-darm-giftige Champignonarten. Sind sie denn auf Kompost gewachsen?

    FG

    StephanW

    Hallo Benjamin,

    falls du vorhast, neue Pilze zu probieren, lasse sie dann aber bitte vom Pilzberater/Pilzkontrolleur anschauen. Alles andere wäre zu gefährlich. Das Absegenenlassen deiner Funde im 123-Forum funktioniert leider nicht.

    FG

    StephanW

    Hallo Ellen,

    das Wachstum vom Wurzelnden Schleimrübling wird nicht als büschelig bezeichnet. Büschelig wachsen solche Pilze, die typisch in größeren Mengen aus einem gemeinsamen Strunk herauswachsen, oder die typisch in größeren Mengen an der Stielbasis zusammengewachsen sind. Dass dein Fund aus ein paar ausnahmsweise zusammengewachsenen Fruchtkörpern bestand, war eine Laune der Natur. Und genau bei so etwas versagen Pilzbestimmungs-Apps.

    FG

    StephanW

    Hallo Ellen,

    möglicherweise hast du bei Wuchsweise "auf Erde" eingegeben. Dein angefragter Pilz wächst aber auf Holz, und halt auch auf solchem, das in der Erde steckt. Solche Feinheiten bilden die gängigen Pilzbestimmungs-Apps nicht ab.

    Meine Meinung zu dem Pilz wäre ebenfalls Wurzelnder Schleimrübling (Xerula radicata).

    FG

    StephanW

    Hallo Rigo,

    von jedem ein Exsikkat anfertigen wäre mir persönlich zu viel Arbeit. Man sollte halt einen Täubling, den man ernsthaft bestimmen will, allerfrühestens am nächsten Tag entsorgen, zur Not in eine Schale legen, wenn er madig ist. Täublinge schnell wegzuschmeißen ist ein bekannter Anfängerfehler.

    FG

    Oehrling

    Hallo Rigo,

    wenn man eine Russula badia wegen fehlender Schärfe hat verwerfen müssen, ist Russula integra oder ein anderer aus der Integroidinae-Sektion die nächste Adresse. Russula integra hat gemäß der Fachliteratur grobstachelig ornamentierte, ca. 9 bis 10 My große Sporen und gelbes (nicht bloß ockerfarbiges) Sporenpulver. Schau mal, ob du das verifizieren kannst. Die Sporen darf man nur messen, wenn der Apikulus bei Scharfstellen der Sporenumrandung sichtbar ist, sonst messen sie kleiner als sie tatsächlich sind. Und Sporenpulver muss man zu einem Häufchen zusammenschieben, sonst wirkt es blasser als es tatsächlich ist.

    Freundliche Grüße

    Stephan Weißer

    Hallo Schupfnudel,

    weitere Namen für grünhütige Heringstäublinge neben cicatricata sind elaodes, schaefferi und clavipes. Ohne Mikroskopie kommt man ab da nicht weiter voran und kann sich auf die Schulter klopfen, dass man bei der Bestimmung so weit gekommen ist.

    FG

    StephanW

    Hallo,

    bei der Bestimmung von Täublingen wird die Hutfarbe vielfach überschätzt. Generell gibt es viele Täublinge mit fast weißer Hutoberfläche. Deshalb muss man ja die Täublinge meistens mikroskopieren und sich die Mühe mit dem Sporenpulverabwurf machen, denn der hat immer die gleiche Farbe, egal wie stark ausgeblasst die Huthaut ist.

    Oft ist es freilich so, dass wenn man den Täubling über Nacht kühl und dunkel liegen lässt, am nächsten Morgen einiges an Hutfarbe dazukommen wird (Täublingsbestimmungstrick, der oft funktioniert!)

    FG

    StephanW

    Hallo Rigo,

    rein nach Lage der vorliegenden Fakten halte ich hier den Fleischroten Speisetäubling (Russula vesca) für möglich. Gibt es einen Sporenpulverabwurf? Ohne den wird es bei Täublingen bekanntlich schwierig, vor allem, wenn man beweisen will, dass es so was seltenes wie R. galochroa ist.

    Übrigens sind deine Sporen doch amyloid, man erkennt auf dem Mikrofoto deutlich, dass sie ornamentiert sind, und du hast das Ornament ja selber beschrieben.

    FG

    StephanW

    Hallo ibex,

    Täubling Nr. 1 könnte außerdem noch R. firmula, laricina, nauseosa, consobrina... sein. So nicht lösbar. Gibt einfach zu viele, die so aussehen.

    Bei Nr. 2 und 3 möchte ich dir zustimmen: beides sind sehr gute Ideen.

    Nr. 4 gehört in die Gattung Chroogomphus, aber da wollen sie mittlerweile wohl die Arten splitten. Der hier sieht so ein bisschen wie Chroogomphus helveticus aus, kann aber auch eine andere Art sein.

    FG

    StephanW

    Hallo ibex,

    zum Goldröhrling ist zu sagen, dass es keine giftigen Verwechslungspartner gibt (sofern man Röhren von Lamellen zu unterscheiden in der Lage ist - nicht lachen, als Pilzberater erlebt man einiges und zieht z. B. ein paar Cortinarien zwischen den Goldröhrlingen heraus!), dieser Pilz ist also von da her absolut anfängergeeignet. Ich sammle ihn dennoch nicht, da er, wenn er jung ist, man den Hutschleim praktisch gar nicht herunterbekommt, und sobald man die schleimige Huthaut abziehen kann, der ganze Pilz nicht mehr wirklich fest und knackig ist - also ein Dilemma. Außerdem sollte man ihn nie zusammen mit anderen Pilzen in einen Korb tun, da klebt und pappt alles zusammen. Und den Pilz schon am Fundort vorzuputzen, kostet immens Zeit und Mühe. Und so richtig gut schmeckt er auch nicht, da er weitgehend aromalos ist.

    FG

    StephanW

    Hallo schwammlklauber,

    wie groß (Hutdurchmesser) war denn das Exemplar auf dem allerletzten Bild? Wenn du jetzt so was wie 20 bis 25 cm sagst (also etwa wie eine kleine Pizza), gibt es mMn keinen vernünftigen Zweifel mehr an der Schleiereule. Bei 10 bis 15 cm (also etwa handtellergroß) schon.

    Toll, dass du diese Fotos noch nachgeliefert hast.

    FG

    StephanW

    Hallo Der Biologe,

    dein Korkstacheling ist makroskopisch unverkennbar. Es ist derjenige, der in den Stachelings-Schlüsselwerken von MAAS-GEESTERANUS (1974) Hydnellum aurantiacum, von OTTO (1997) und HROUDA (2014) dagegen Hydnellum floriforme genannt wird. Letzteres wäre der aktuelle Name für diesen Pilz. Hast du ihn in Deutschland gefunden? Dann wäre es eine extreme Rarität. In Österreich bzw. in der Schweiz soll er nicht ganz so selten sein, aber immer noch ohne Frage ein genialer Fund.

    FG

    StephanW