Beiträge von StephanW

    Hallo Andy,

    sehr schöne Tour, aber dein Semmelporling hat ja Stoppeln auf der Unterseite, und Nr. 2 hat ein recht deutliches Netz am Stiel...

    Und Nr. 6 hat auch nicht wirklich dicke Blätter, daher glaube ich, dass es ein anderer Schwärztäubling ist.

    Nr. 10 müsste eine Echinoderma-Art sein, aber nicht Echinoderma aspera. Auf jeden Fall spannend und mikroskopierbedürftig.

    Beim Milchling würde ich L. badiosanguineus vermuten. L. rufus hat meines Wissens nicht eine so dermaßen speckig glänzende Huthaut. Hast du eine Geschmacksprobe gemacht?

    FG

    StephanW

    Das mit dem Blauen beim Goldröhrling steht in den meisten Pilzbüchern nicht, aber z. B. in Großpilze Baden-Württembergs, Band 2, S. 304, oder in GMINDER, Handbuch für Pilzsammler, S. 81, wobei letzterer daraus gleich eine andere Art basteln will. Selber gesehen habe ich das auch schon.

    Die Sporen des Sandröhrlings werden in GPBW, Band 2, auf S. 312 als "breitelliptisch bis spindelig, 8 - 10 x 3 - 4 my" beschrieben. Fraglich ist, ob die im Pareys abgebildete eine Spore von der Form wirklich so typisch ist, oder ob es Abweichung gibt.

    Freundliche Grüße

    StephanW

    Hallo Sabine,

    auf Basis der neuen Bilder wäre ich auf jeden Fall in der Gattung Suillus.

    So, jetzt: welche Suillus-Arten können blauen? Sandröhrling, Goldröhrling, Grauer Lärchenröhrling. Und welche davon haben eine trockene Hutoberfläche? Viel Alternative zum Sandröhrling bleibt da meiner Meinung nach nicht.

    FG

    StephanW

    Hallo Luzia,

    zum Fund des Wohlriechenden Korkstachelings wollte ich dir auch noch gratulieren. Diesen Pilz kann man übrigens trocknen, der markante Duft bleibt und wird mit dem Trocknen sogar noch intensiver. Daraus könnte man, wenn man den Duft mag so wie ich, ein Duftsäckchen herstellen oder den Pilz ganz einfach, wie er ist, ins Badezimmer legen und dann Besucher raten lassen, wonach es duftet.

    Freundliche Grüße

    StephanW

    Hallo Sabine,

    leider bist du ja schon wieder daheim, so dass die Ratschläge wegen interessanter Pilzgebiete ins Leere laufen. Ich denke, im Chiemgau ist jeder Wald, in den man läuft, einigermaßen interessant. Der Boden dürfte auf den Hügeln und Vorbergen generell kalkhaltig sein (Eiszeit-Moränen, abgebröckelter Berg-Kalkstein). Noch Interessanter fände ich persönlich die Moor- und Sumpfgebiete (die heißen dort "Moos" oder "Filz"), von denen es im Landkreis Traunstein etliche gibt. Aus einem Parallelforum kenne ich jemanden aus Waging am See, der in den entsprechenden Habitaten immer sehr interessante Funde macht.

    FG

    Oehrling

    Hallo Joe,

    ich denke auch, dass es der Zitronen-Schafsporling ist. Um ihn bestimmungstechnisch vom Semmelporling abzugrenzen, müsste man mal kurz den Geschmack testen: Zitronen-Schafsporling mild, Semmelporling bitterlich.

    FG

    StephanW

    Hallo Sabine,

    ich fürchte, so wird das nichts mit der Benennung. Hast du noch bessere Fotos von dem Pilz? Diese Fotos sind von zu weit weg aufgenommen und zeigen nicht genug wichtige Details des Pilzes (Hutoberfläche, Stielrinde, Porenform), außerdem sind sie unscharf. In deiner Beschreibung gibst du auch nur ziemlich nichtssagende Merkmale an, bzw. solche, die der Pilz NICHT hat. Man kann hier nur raten, so wie die anderen das auch schon getan haben. Ich für meinen Teil würde den Sandröhrling raten, könnte dir aber auf Nachfrage nicht sagen, auf was sich das gründet.

    Edit: welche Röhrlinge standen denn da gestern noch so herum, vielleicht können wir uns der Sache auf diese Weise nähern?

    Freundliche Grüße

    StephanW

    Hallo Jörg,


    ob der Pilz an der Basis wirklich geblaut hat, weißt allein du, jedenfalls hatte er meiner Meinung nach nur wegen der trockenen Witterung keinen schleimigen Hut. Dass der Hut "eigentlich" schleimig war, glaube ich an der extrem glänzenden Huthaut zu erkennen.


    FG

    StephanW

    Hallo Jörg,


    die Nummer 2 ist aus meiner Sicht klar Spathularia flavida, also im Beitrag korrekt benannt. Diesen Pilz habe ich schon sowohl im Nadelwald (Nordschwarzwald, stark fichtendominiert) als auch im Laubwald (Nordbaden, südlich von Würzburg, Eichen-Hainbuchen-Wald, kalkhaltiger Lehmboden; Friedhofsanlage in Stuttgart, unter Buche, Lehmboden) gefunden. Ihm scheint es also egal zu sein, ob Nadel- oder Laubwald, die Literaturaussage zum Biotopanspruch würde ich mal mit anderen Büchern abgleichen, ob die dazu dasselbe oder was anderes meinen.


    Pilz Nr. 4 hätte ich jetzt so vom Foto her als Wurzelmöhrling bzw. Doppelring-Trichterling (Catathelesma imperiale; ohne Gewähr für die Schreibweise) bezeichnet, mit dem könntest du deinen Fund ja mal vergleichen. Einen Gelbfuß (welcher Art auch immer) sehe ich da nicht, denn wo soll der gelbe Fuß sein? Der Wurzelmöhrling wäre aus meiner Sicht ein wirklich hammermäßiger Fund, genau so wie der Suillus unter Douglasie.


    FG

    Oehrling

    Hallo Andy,


    Tricholoma sejunctum kann in der Tat so aussehen, es ist aber laut FNE4 ein strikter Laubwaldbewohner, und nach Laubwaldumgebung sieht das, was man auf den Fotos sieht, nicht aus. Der entsprechende Vertreter im Nadelwald wäre dann schon T. avernense. T. viridifucatum, das habe ich auch noch nachgelesen, hätte einen gelb überlaufenen Stiel sowie einen unterseits gelblichen Hutrand und wäre ebenfalls ein Laubwaldpilz.


    Hallo Jörg,


    wie ich schon schrieb, an der Abbildung des Pilzes im LAESSOE/PETERSEN, Band 2, auf S. 1358. Ich habe eine Zeitlang Bücher wälzen müssen, bis ich eins fand, in dem mehr Spatelinge als nur Spathularia flavida abgebildet sind. Die Abbildung passt wie A... auf Eimer zu den hier geposteten Pilzen. Mehr kann man ohne Mikroskopie nicht machen.


    Freundliche Grüße

    StephanW

    Hallo Andy,


    der zweite Pilz wird in dem aktuellen Buch von LAESSOE/PETERSEN, Fungi of temperate Europe, Band 2, als Spathularia rufa bezeichnet (vgl. S. 1358).

    Den ersten kenne ich unter der Bezeichnung Tricholoma avernense, zumindest wird er in HEILMANN-CLAUSEN/CHRISTENSEN, Fungi of Northern Europe Vol. 4 so bezeichnet (vgl. S. 92 f.). Tricholoma coryphaeum Fries soll dagegen ein Pilz mit skandinavischer Verbreitung sein, wird von den Autoren aber als zweifelhafte Art angesehen und daher in FNE4 nicht beschrieben, sondern bei der Nachbarart Tricholoma viridifucatum nur in der Diskussion erwähnt (vgl. S. 93).


    Edit: während ich das Posting erstellt habe, hast du etwas von Bittermandelgeruch geschrieben. Dann muss ich stante pede meinen Namensvorschlag für Pilz Nr. 1 zurückziehen. T. avernense riecht definitiv nicht nach Bittermandeln, sondern mehlartig (für Tricholoma coryphaeum oder viridifucatum oder wie der nun genau heißt gilt übrigens das Gleiche). Nun komme ich aber doch ins Grübeln, ob das dann überhaupt ein Ritterling ist, denn ich habe noch nie von Ritterlingen gehört, die nach Bittermandel riechen.


    FG

    StephanW

    Hallo Reike,

    um bei zu bestimmenden Ramarien überhaupt einen Fuß in die Tür zu kriegen, braucht man im allgemeinen die Größe und das Ornament der Sporen. Zwar gibt es schon ein paar Arten, die von der Färbung oder dem Habitus so auffällig sind, dass man sie makroskopisch erkennen kann, die hier gehört mit ihrer unauffällig ockerbräunlichen Färbung leider nicht dazu. Bei Ramarien ist es auch so, dass sich mit zunehmender Reifung die Färbung des Fruchtkörpers aufgrund Sporenbildung immer mehr einem diffusen ockerbräunlichen Ton annähert und der Fruchtkörper dann seine artspezifische Färbung, die das makroskopische Erkennen erst möglich macht, verliert. Bei dem hier gezeigten Fruchtkörper, der ja schon ziemlich ausgereift ist, kann man daher nicht sagen, ob er mal gelber oder orangener im Farbton oder immer schon so blassockerlich war.

    Hilfreich ist dagegen dein Hinweis, dass der Fruchtkörper auf Totholz gewachsen war, so lässt sich der "Verdächtigenkreis" zumindest etwas einengen. Die meisten Ramaria-Arten wachsen nämlich nicht auf Totholz, sondern auf dem Boden. Beachte also bei der Bildersuche unbedingt den Hinweis auf die Wuchsweise.

    FG

    StephanW

    (Ergänzungen zum vorangegangenen Beitrag)


    Außerdem gibt es, ebenfalls angeboten von den Pilzschulen, Mikroskopier-Grundkurse. Hier wird allerdings mehr das pilzmikroskopische Grundlagenwissen vermittelt (wie köhlert man, wie färbt man, welche Funktionen haben die ganzen Reguliereinrichtungen am Mikroskop, aber auch: woran erkennt man Zystiden, wo überall kann man Zystiden finden, was sind Schnallen, wie macht man Sporenornamente sichtbar, wie misst man Sporen usw.) als das gattungsspezifische Vorgehen beim Mikroskopieren.


    Da das Wissen über die gattungsspezifischen Bestimmungsmethoden dermaßen umfangreich ist, sprengt es den Rahmen dessen, was in ein einzelnes Buch passt. Ein solches Buch müsste an die 5000 Seiten haben und 20 Kilogramm wiegen, wäre also vollkommen unpraktikabel. Auch überfordert es den menschlichen Geist bei weitem. Auch deshalb konzentrieren sich die weit fortgeschrittenen Pilzforscher immer auf einige wenige Gattungen und werden so zu Gattungsspezialisten. Dies kann extreme Züge annehmen. Es gibt Leute, die sich nur in einer einzigen Gattung auskennen, da aber so, dass sie absolute Experten sind. Außerhalb ihrer Gattung wissen sie nur so viel wie normale Hobbymykologen, wenn überhaupt. Aber innerhalb ihrer Gattung können sie buchstäblich jede Frage beantworten.


    Hallo Sabine,


    aus zwei Gründen würde es sich für mich nicht lohnen, ein solches Buch zu schreiben.

    1) ein solches Buch gibt es doch schon: "Grundkurs Pilzbestimmung" von R. LÜDER; Die Leute, die sich über die kleine Schrift und die winzigen Pilzbilder beschweren, haben die Intention dieses Werkes nicht wirklich verstanden, nämlich hauptsächlich Bestimmungsmethoden und nur ganz nebenbei Pilze zu beschreiben

    2) ich bin Oberbeamter mit sicherem Einkommen und zeitlich ziemlich eingespannt; so langt es momentan halt nur für Forumsbeiträge; vielleicht mal nach erfolgter Pensionierung


    Auch ich habe im Übrigen mein Wissen durch Notizenmachen erworben und an allen möglichen Stellen zusammengesucht. Am nützlichsten empfand ich dabei immer die Seminare und den Kontakt zu den echten Experten.


    Freundliche Grüße

    StephanW

    Hallo Sabine,


    in der Tat gibt es in jeder Gattung ein spezifisches Vorgehen bei der Bestimmung. Nicht immer spielt dabei die Mikroskopie die erste Geige. Oft ist es vielmehr so, dass man sich auf makroskopischer Grundlage eine Vormeinung bildet, die man dann per mikroskopischer Untersuchung später bestätigt oder verwirft. Das Dilemma besteht darin, dass man im Prinzip die Gattung des Pilzes schon makroskopisch erkannt haben muss, um zu wissen, wonach man später mikroskopisch suchen muss, da in jeder Gattung ein ganz spezifisches Vorgehen erforderlich ist, welches die jeweiligen Gattungsspezialisten zweckorientiert festgelegt haben (z. B. bei den Täublingen ROMAGNESI, bei den Amaniten TULLOSS, bei den Filzröhrlingen SIMONINI/LADURNER, bei den Samthäubchen ENDERLE). Bevor es sich also lohnt, mikroskopisch tätig zu werden, muss man bereits sehr gute makroskopische Vorkenntnisse haben, die es einem möglich machen, einem Pilz die Gattungszugehörigkeit direkt anzusehen, was Voraussetzung dafür ist, das laut Referenzliteratur dazu passende mikroskopische Bestimmungsprogramm ablaufen lassen zu können. Man kann also grundsätzlich nicht "ins Blaue hinein" mikroskopieren, sondern ist an die gattungsspezifischen mikroskopischen Bestimmungsprogramme gebunden, will man regelmäßig Bestimmungserfolg haben.


    Beispiele gefällig?


    Bei den Täublingen ist zunächst eine makroskopische bzw. makrochemische Ersteinordnung vorzunehmen, anhand der Sporenpulverfarbe und des Geschmacks des Pilzes. Ziemlich irrelevant ist dagegen die Form der Stielbasis sowie die Amyloidität der Sporen, weil nun mal alle Täublingsarten amyloide Sporen haben. Mikroskopisch folgt dann die Untersuchung der Huthautelemente und der Sporenornamentation. Irrelevant sind dagegen, von einigen ganz wenigen Spezialfällen abgesehen, die Lamellenelemente. Daher sieht man quasi nie einen Täublingsspezialisten eine Lamelle mikroskopieren.

    Bei den Amaniten sind dagegen die Sporenpulverfarbe und der Geschmack des Pilzes so gut wie irrelevant bzw. zeitigen sogar Vergiftungsgefahr, auch hier sind absolute Spezialfälle wie Amanita solitaria mit nichtweißen Sporen ausgeklammert. Dagegen erfolgt die makroskopische Ersteinordnung über die Form der Stielbasis sowie der daran befindlichen Velumreste sowie über vorhandene/nicht vorhandene Amyloidität der Sporen. Mikroskopisch ist die Huthaut der Amanita irrelevant, weshalb man quasi nie einen Amanita-Bestimmer ein Stück Huthaut mikroskopieren sieht. Stattdessen muss man, so TULLOSS, mikroskopisch auf die Länge der Basidien und die Dicke des Hymenium-Unterbaus achten, mit anderen Worten eine Lamelle mikroskopieren.

    Bei den Filzröhrlingen sind Sporenpulverfarbe und Geschmack des Pilzes ebenfalls irrelevant, da es zwischen den einzelnen Arten keine markanten Unterschiede gibt. Stattdessen haben SIMONINI/LADURNER herausgefunden, dass die makroskopische Ersteinordnung über einen Längsschnitt durch den ganzen Fruchtkörper vom Hutscheitel bis in die äußerste Stielbasis erfolgen muss, wobei auf die Verteilung der Farben im gesamten Fleisch sowie auf das artspezifische Blauverhalten bei Luftexposition des Fleisches zu achten ist. Sie haben z. B. herausgefunden, dass manche Arten in charakteristischer Weise nur im Hut, nur in der Stielspitze, nur in der unteren Stielhälfte, nur über der Röhrenschicht usw. blauen. Mikroskopiert werden später die äußersten Huthautelemente und die Sporen (Längen-/Breiten-Verhältnis, Form) .

    Und um noch etwas zu den Samthäubchen zu sagen: dass vor ihm auf dem Objektträger ein Samthäubchen liegt, erkennt der Mikroskopiker anhand der markanten kopfigen Cheilozystiden innerhalb weniger Sekunden. Nun fangen die Probleme aber erst an, denn es gibt an die 50 Samthäubchen, und bei allen sehen die Cheilozystiden so aus. Was also tun? Jetzt muss man als nächstes die Stielrinde danach checken, wie die Kaulozystiden geformt sind - und zwar kommt es auf das zahlenmäßige Verhältnis kopfiger zu kopflosen Kaulozystiden an - kein Witz! Danach muss man ein Lamellenpräparat mit Salmiakgeist ansetzen und nach einer Stunde überprüfen, ob sich an der Lamelle nadelförmige Kristalle gebildet haben oder nicht - auch kein Witz! Bitte frage mich nicht, wie die Samthäubchen-Spezialisten darauf gekommen sind, dass man zur Bestimmung von Samthäubchenarten so etwas tun muss.


    Wie erfährt man davon, was genau mikroskopiert gehört?


    Dafür gibt es die spezielle Fachliteratur. Die allgemeinen Bücher über das Mikroskopieren geben das nicht her, vielleicht mit einer Ausnahme: das Werk "Pilz-Mikroskopie" der Autoren ERB/MATHEIS, im Kosmos-Verlag erschienen. Dieses Werk hat insofern eine Alleinstellung, als dass gleichermaßen auf Allgemeinwissen der Mikroskopie und auf pilzmikroskopische Besonderheiten eingegangen wird. Auch mit Hilfe der gängigen Pilz-Kompendien wirst du auf diese Levels nicht vordringen, am ehesten noch durch das für meine Begriffe sehr gute Werk von LASSOE, Fungi of Temperate Europe, welches (noch!) regulär erwerbbar ist. Noch mehr empfehlen würde ich das fünfbändige Werk "Die Großpilze Baden-Württembergs", erschienen im Ulmer-Verlag. Hangelst du dich durch die dort aufgestellten Gattungsschlüssel hindurch, bekommst du schnell ein Gefühl dafür, was dich mikroskopisch in den jeweiligen Gattungen erwartet und worauf es da letztlich ankommt.

    Du hast aber sicher von den Gattungsmonografien gehört (oder hast sogar welche im Schrank?). Diese sind von den Gattungsspezialisten verfasst, und ebenda findet man die Hinweise zum zweckgerechten Vorgehen bei der Bestimmung innerhalb dieser Gattung. Es wird, wenn das Werk gut ist, die makroskopische Ersteinordnung und die Arbeitsweise am Mikroskop genau beschrieben. Das bedeutet, dass man, wenn man zweckgerecht mikroskopieren will, solche Fachliteratur neben sich liegen haben muss. Sie ist fast noch wichtiger als das optische bzw. elektronische Equipment, denn sie gibt die sachbezogene Richtung der Bestimmungsarbeit vor.

    Für einige der bekanntesten Gattungen gibt es auch spezielle Bestimmungsseminare der Pilzschulen ("Sprödblättler-Kurse", "Risspilz-Kurse", "Cortinarien-Kurse"..., etwa bei L. KRIEGLSTEINER oder GMINDER). Auch da lernt man viel über das gattungsspezifische Vorgehen bei der Bestimmung.


    Ich mache jetzt mal Schluss, denn für einen Forumsbeitrag war das schon sehr lang. Wir können das hier aber aus meiner Sicht gerne fortführen, wenn du konkretere bzw. speziellere Fragen zum Vorgehen bei Pilzbestimmung in bestimmten Gattungen hast.


    Freundliche Grüße

    StephanW

    Hallo Reike,

    vielleicht ein missgebildeter Roter Lacktrichterling (Laccaria laccata s.l.)? Vielleicht standen da noch welche herum, die eher wie auf den Bildern im Pilzbuch aussahen?

    FG

    StephanW

    Hallo Pilzbrutzler,

    vergleiche mal mit Cortinarius camphoratus (Bocks-Dickfuß). Normalerweise ist der kräftiger lila, er könnte aber durch Sonneneinstrahlung oder Trockenheit ausgeblasst sein. C. camphoratus dürfte der Schleierling mit dem wohl schlechtesten Geruch sein.

    FG

    StephanW

    Hallo Boris,

    dem Nr. 1 könnte, wenn man ihn der vorhandenen Eiche zuordnen wollte, den Arbeitstitel R. parazurea verpassen, müsste ihn aber zur exakten Artbestimmung eingehend untersuchen, da es mehrere Täublingsarten dieses Aussehens gibt. Z. B. R. aeruginea (mit Birke als Baumpartner) kann auch so aussehen.

    Bei Nr. 2 sehe ich R. nitida oder R. velenovskyi (jeweils mit Birke als Baumpartner) als möglich an, aber da gilt sinngemäß das Gleiche wie bei Nr. 1.

    FG

    StephanW

    Hallo zusammen,

    ich wäre hier auch bei Hygrocybe intermedia. Sowohl Hut als auch Stiel trocken und faserschuppig, das kann eigentlich nichts anderes sein. H. punicea und H. splendidissima haben auch, wenn die Fruchtkörper trocken sind, eine glatte Huthaut.

    FG

    StephanW