Beiträge von ibex

    Hallo zusammen


    Ich habe von letzter Woche noch einen Pilz gefunden, den ich nicht genau bestimmen konnte. Gefunden auf ca. 1850m ü. M. in einem Wald mit Fichten, Lärchen und Arven. Leider konnte ich den Pilz erst einen Tag später genauer untersuchen und ich glaube er war schon ziemlich trocken. Milch konnte ich leider keine mehr erkennen, nehme aber an, dass es ein Milchling ist. Leider habe ich auch keinen Geschmackstest gemacht. Über eine Einschätzung eurerseits würde ich mich sehr freuen.


    Hut: Dunkelbraun bis schwarzbraun, ziemlich glatt, 10cm.

    Lamellen: Creme-gelblich, dreieckig angewachsen, untermischt und gedrängt.

    Stiel: Dunkelbraun, ähnlich wie Hut, aber etwas heller, Stielspitze weisslich.

    Fleisch: Weiss, läuft nach einer Weile braun an. Wie Styropor.

    Geruch: Erinnert mich an eine Baustelle, bei der die Wände gerade frisch verputzt wurden.

    Ort: Fichte, Lärche, Arve, ca. 1850m ü. M.

    Vermutung: Pechschwarzer Milchling (lactarius picinus).


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    LG

    Benjamin

    Hallo,


    besten Dank für eure Antworten.

    Die Hutoberfläche sieht gar nicht so rau aus wie bei einem Raukopf (Lupe??) , das könnte dann auch der Zimtfarbene Hautkopf (Cortinarius cinnamomeus) sein.

    Leider habe ich den Pilz nicht mitgenommen und kann ihn daher nicht mehr genauer untersuchen. Der Zimtfarbene Hautkopf wäre natürlich auch gut möglich. Ich habe eigentlich eher zum rubellus tendiert, da ich den Stiel als leicht genattert empfand. Nächstes Mal nehme auf jeden Fall ein Exemplar zur genaueren Untersuchung mit, dann kann ich auch mal den Test mit Spiritus machen.


    LG

    Benjamin

    Hallo evilliger


    Ich kenne die Netzhexe zwar noch nicht so gut, da sie in meiner Gegend fast gar nicht vorkommt, aber ich denke trotzdem, dass es der Netzstielige Hexenröhrling (suillellus luridus) ist. Mal schauen, ob die Profis gleicher Meinung sind.


    LG

    Benjamin

    Hallo liebe Pilzfreunde


    Ich war heute auch kurz im Wald unterwegs und da habe ich bei einer Fichte (ca. 1850m ü. M.), die zwei kleinen Kerlchen unten gesehen. Ich dachte an den Spitzgebuckelten Raukopf (cortinarius rubellus), bin mir aber nicht sicher, was meint ihr? Den Geruch empfand ich eigentlich als ziemlich neutral.


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    Über eure Einschätzung würde ich mich sehr freuen.


    Danke im Voraus und liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo Donna Wetter und Rapunzel

    Vielleicht war ein älteres Exemplar dazwischen. Bei uns wachsen Perlpilze im Buchenwald und auch im Mischwald. Oft massenweise. Ich orientiere mich immer an den Rötungen. Im Buchenwald gibt es auch viele graue Wulstlinge und ab und an Pantherpilze. Was nicht rötet, nehme ich nicht mit.

    Ja, ich denke es war vielleicht, weil es ein etwas älteres Exemplar war. Ich habe die Mahlzeit zwar problemlos vertragen, aber der Geschmack war jetzt nicht so der Hammer, im Vergleich zu den Hexenröhrlingen, Steinpilzen, Parasolen, Eierschwämmchen und Rötelritterlingen, die ich schon gegessen habe. Keine Sorge, ich bin mir zu 100% sicher, dass es ein Perlpilz war. Geriefte Manschette, Rottöne, war alles vorhanden.


    Und was nicht rötet, nehm ich wie Donna Wetter auch nicht mit.

    Wie schon geschrieben, es war zu 100% ein Perlpilz.



    Zudem gibt es auch im Internet Quellen, die je nach Situation einen eher unangenehmen, erdigen Geschmack beschreiben:

    Der Geschmack des Perlpilzes kann eine unangenehm erdige bis bittere Geschmacksnote annehmen, wenn es vor dem Sammeln sehr viel geregnet hat.

    Im Normalfall schmeckt der Perlpilz jedoch sehr mild und eignet sich daher gut als Mischpilz. Der Geruch des Pilzes fällt größtenteils neutral aus.

    Vielleicht hatte ich einfach Pech. In Zukunft werde ich auf jeden Fall wieder einen Versuch wagen.


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo zusammen


    Ich habe kürzlich zum ersten Mal einen Perlpilz gegessen. Ehrlich gesagt hat er meiner Meinung nach ziemlich erdig geschmeckt und ich war jetzt nicht so begeistert. Hattet ihr das auch schon?


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo gelBlau


    Danke für die schöne Geschichte. :thumbup:Das tönt echt cool. Wäre toll, wenn ich hier etwas ähnliches anfangen könnte.


    Hallo Pablo


    Danke für die Ansicht der Stielbasis. In der Tat ist da eine "Randung" erkennbar. Nur was das in dem Fall zu bedeuten hat - Stephan hat ja dazu auch schon etwas geschrieben, wie schwierig bestimmungen bei Schleierlingen ausgehend von nur einem einzelnen Fruchtkörper sind. Es gibt sogar eine ganze Sektion ("Multiformes"), wo bei vielen Arten die Knollenform einigermaßen variabel ausgeprägt sein kann. Bei Arten aus anderen Sektionen gibt es das Phänomen aber auch. In wieder anderen Sektionen ist die Ausprägung der Knollenform sehr stark festgelegt - doch auch da kann es bei einzelnen fruchtkörpern Ausnahmen geben.

    Was aber sicher ist: Du bist beim ersten auf jeden Fall richtig bei den Schleierlingen der Untergattung Phlegmacium (Schleimköpfe & Klumpfüße). :thumbup:

    Danke, für die Erklärung. Schleierlinge sind wirklich faszinierend, aber leider sehr kompliziert. Ich denke, ich muss zuerst mal mein Grundwissen verbessern, bevor ich dort tiefer eintauchen kann. ^^


    Noch so am Rande: Wenn es in der Schweiz mit Terminen schwierig sein sollte, kannst du auch in das (zugegebenermaßen etwas komische) nördliche Nachbarland ausweichen. Das würde sich aber nur für mehrere Tage lohnen. In >Hornberg< im Schwarzwald werden Wochenkurse angeboten, die sich wirklich lohnen.

    Ebenso attraktiv und für dich vermutlich auch nicht weiter entfernt gibt es noch die >Pilzschule Schwäbischer Wald<.

    Da wird aber in diesem Jahr vermutlich auch kaum noch was frei sein, aber für's kommende Jahr könnte das eventuell noch eine Möglichkeit sein, wenn es sich anders nicht einrichten lässt.

    Vielen Dank für den Tipp. Apropos komisches Nachbarland: Mein Dorf liegt in der Schweiz, wir sprechen aber eigentlich einen bairischen Dialekt, es gibt hier etwa 50 Zollfreishops, aber weder einen Flughafen, noch einen Pilzverein, so komisch kann dieses nördliche Nachbarland, zumindest für mich, also nicht sein. :wink: Spätestens für nächstes Jahr werde ich ein paar Kurse buchen, ob die dann in der Schweiz, Österreich oder Deutschland sind, ist mir eigentlich ziemlich egal. Bis dahin nerve ich euch vielleicht noch mit ein paar Fragen. ^^


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo Benjamin,

    Thiemos Tipp mit dem Aussporenlassen kann man nur unterstreichen. Nur so hast du bei vollkommen unbekannten Lamellenpilzen eine Chance auf Selberbestimmung. Denn oft stimmen Lamellenfarbe und Sporenfarbe nicht überein.

    FG

    Stephan

    Hallo Stephan


    Da hast du recht, das werde ich in Zukunft auch mal versuchen. Ich habe noch ein paar Fotos von Pilzen, die ich noch bestimmen muss, aber beim nächsten Mal, wenn ich wieder sammeln gehe, möchte ich auf jeden Fall mal ein paar Pilze aussporen lassen.


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo Andy


    Vielen Dank für deine Antwort. Ich kann mir gut vorstellen, dass ein Pilzverein super zum lernen ist, aber leider gibt es bei mir in der Gegend keinen. Der nächste wäre in Chur und das ist etwa zwei Stunden entfernt. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass hier einige Leute (wie du zum Beispiel) ihr Wissen teilen. Ich konnte hier schon einiges lernen. Ich habe jetzt auch angefangen, alle meine Funde niederzuschreiben. Bei Swissfungi ist leider auch schon alles ausgebucht. Falls du einen Kurs weisst, der noch nicht ausgebucht ist, wäre ich dir dankbar, wenn du mir Bescheid geben könntest. Du hast ja letztes Jahr mal gesagt, dass wir vielleicht mal zusammen auf Pilzjagd gehen könnten, wäre toll, wenn das vielleicht mal klappen würde, natürlich nur, wenn du auch Lust hättest. Ja, einen Pilzverein zu gründen wäre wirklich toll, aber dazu muss ich noch viel lernen. :)


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo Thiemo Steigerwaldpilzchen


    Vielen Dank für deine Einschätzung. Ich habe mir schon gedacht, dass die Champignons ziemlich schwierig zu bestimmen sind. Kannst du mir bitte noch sagen, woran du den Zweifarbigen Lackpilz am einfachsten erkennst? Mit der Geruchsberschreibung habe ich auch immer noch meine Probleme, für mich hat der Lackpilz irgendwie etwas muffig gerochen, vielleicht weil er schon etwas älter ist?


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo zusammen


    Nachfolgend vier weitere Pilze von meiner letzten Pilzwanderung. Über eure Einschätzung würde ich mich sehr freuen.


    Pilz 1:

    Hut: Braun, schuppig.

    Lamellen: Creme-weisslich, ausgebuchtet und mit Zahn herablaufend, untermischt und gedrängt.

    Stiel: Bräunlich, Stielspitze weisslich, etwas hohl.

    Fleisch: Bräunlich-weiss.

    Geruch: Erdig, vielleicht etwas süsslich.

    Ort: Fichte, ca. 1850m ü. M.

    Vermutung: Bärtiger Ritterling (tricholoma vaccinum).


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    Pilz 2:

    Hut: Braun, schuppig.

    Lamellen: Graubraun, gedrängt stehend.

    Stiel: Weisslich-rotbräunlich, hängende Manschette.

    Fleisch: Weisslich, bei Verletzung zuerst orange, dann rot.

    Geruch: Angenehm pilzig.

    Ort: Fichte, ca. 1850m ü. M.

    Vermutung: Kleiner Wald-Champignon (agaricus silvaticus).


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    Pilz 3:

    Hut: Braun

    Lamellen: Violett, entfernt stehend untermischt.

    Stiel: Bräunlich-violett, etwas hohl.

    Fleisch: Bräunlich, im hohlen Teil des Stiels etwas violett.

    Geruch: Muffig. spermatisch.

    Ort: Habe ich leider vergessen zu notieren, im Wald standen aber Lärchen, Fichten und Arven, ca. 1850m ü. M.

    Vermutung: Hier bin ich ziemlich unsicher, vielleicht ein Violetter Risspilz (inocybe violacea).


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    Pilz 4:

    Hut: Orangebraun-rötlich, filzig.

    Lamellen: Orange-bräunlich, herablaufend.

    Stiel: Orange-bräunlich.

    Fleisch: Gelborange.

    Geruch: Obstartig, etwas parfümiert.

    Ort: Fichte, ca. 1850m ü. M.

    Vermutung: Hier bin ich mir eigentlich sehr sicher, dass es ein Filziger Gelbfuss (chroogomphus helveticus) ist.


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    Besten Dank im voraus und liebe Grüsse

    Benjamin

    Wenn du von PIlzkontrolleur schreibst, bist du vermutlich in der Schweiz angesiedelt, oder?


    Ich denke, die meisten, die hier in Deutschland planen, die Pilzsachverständigenprüfung abzulegen, besuchen vorher mindestens einen 1-wöchigen Kurs. Die werden oft unmittelbar vor der Prüfung angeboten, aber die kann man natürlich auch besuchen, wenn man anschließend nicht die Prüfung macht. Oder zu einem anderen Zeitpunkt einen Kurs mit ähnlichem Inhalt besuchen. Gibt es solche Kurse auch in der Schweiz? Ansonsten könntest du natürlich auch aus der Schweiz anreisen und in D einen Kurs besuchen, das kommt häufig vor.

    Hallo Sabine huehnchen69


    Vielen Dank für deine Antwort. Ja, genau, ich bin aus der Schweiz. Es gibt diesen 1-wöchigen Kurs auch in der Schweiz, allerdings, so viel ich weiss, nur einmal im Jahr und er ist immer extrem schnell ausgebucht. Vielleicht kann ich ihn nächstes Jahr machen und dann übernächstes Jahr die Prüfung, mal sehen. Die Idee, einen Kurs in Deutschland oder Österreich zu besuchen ist auch gut, das könnte ich mir vielleicht mal ansehen.

    Vielen Dank auch für den Versuch der Bestimmung des Schleierlings, auch wenn es vielleicht nicht der richtige ist, bin ich dennoch über jeden Input dankbar.


    Servus!


    Der zweite ist allerhöchstwahrscheinlich Cortinarius varius (Semmelgelber / Ziegelgelber Schleimkopf).

    Den ersten würde ich eher nicht für Cortinarius percomis halten, denn der sollte nicht so deutlich entfernt stehende Lamellen haben, eine weniger leuchtendeHutfarbe, einen weitgehend weißen Stiel (hier gelbbraun umfärbend, unter dem Velum) und einen weniger kompakten Habitus.
    Was das ist, wird sich nicht klären lassen. Erstens muss man da auch alpine Arten berücksichtigen, zweitens braucht man unbedingt noch jüngere Fruchtkörper, um die ursprüngliche Lamellenfarbe beurteilen zu können: Ideal dazu sind Fruchtkörper, wo das Velum noch mindestens teilweise geschlossen ist und noch keine ausgereiften Sporen die Lamellenfarbe verfälschen. Zudem frage ich mich Folgendes: Auf zwei Bildern wirkt das so, als wäre die Stielbasis zumindest stellenweise (einseitig?) abgesetzt bzw. gerandet. Im Schnittbild ist davon aber nichts zu sehen?


    LG; Pablo.


    Hallo Pablo Beorn


    Auch dir vielen Dank für deine wertvollen Informationen. Ich denke der Ziegelgelbe Schleimkopf (cortinarius varius) könnte wirklich gut passen. Kann man beim ersten denn wenigstens die Gattung etwas eingrenzen? Z.B. dass er zu den Schleimköpfen gehört? Scheinbar habe ich es auch nicht geschafft, die Lamellen richtig zu beschreiben. Du schreibst ja, dass sie eher entfernt stehen. Ich habe noch etwas Mühe, ob sie eher entfernt oder gedrängt stehend sind. Was wäre denn hier die richtige Beschreibung? Untermischt entfernt stehend? Zu deiner Frage bezüglich der Steilbasis, würde ich sagen, dass sie einseitig etwas gerandet ist:


    Hallo Benjamin,

    ich freue mich sehr, wieder einmal etwas von dir zu lesen. Mit den Phlegmacien hast du dir aber etwas bestimmungstechnisch sehr Schwieriges ausgesucht, also eine echte Herausforderung. Bevor du bei den Phlegmacien im Ansprechen der Arten Sicherheit gewinnst, musst du etwas über die Einteilung der Sektion lernen, also welche Untersektionen unterschieden werden. In den ersten Jahren ist es dann schon ein guter Erfolg, wenn du beim Bestimmen in der richtigen Untersektion landest und z. B. sagen kannst: das ist etwas aus der Gruppe um den Würzigen Schleimkopf, oder dieser Pilz gehört zu der Untersektion der "Gestiefelten". Das mit den Arten dauert dann so knapp 10 Jahre, zumindest dauerte es bei mir so lange, bis ich da Land gesehen habe.

    Wenn du nach dem Bestimmungswerk Funga Nordica gehst, sind die maßgeblichsten Kriterien für die Zugehörigkeit zu einer Untersektion die Knollenform sowie die Reaktion auf 20 %iges KOH am Hutrand, am oberen und unteren Knollenrand und am Fleisch. Also ist es absolut unerlässlich, sich KOH20% oder etwas Vergleichbares zuzulegen, wenn man Phlegmacien bestimmen will.

    Wenn man etwa nach dem Werk Großpilze Baden-Württembergs vorgeht, spielt bei der Einordnung der Untersektionen die Lamellenfarbe der Jungexemplare eine sehr große Rolle. Man kann da z. B. Violett, Blau, Tonblass, Gelb und Grün unterscheiden, wobei die Lamellenfarbe nach dem Längsdurchschneiden des Pilzes gilt. Und es müssen Exemplare sein, die noch keine Sporenreife haben. Hier wird auch der Huthautstruktur eine große bestimmungstechnische Bedeutung zugemessen.

    Ganz egal, ob Funga Nordica, Großpilze BW oder noch ein anderes Werk: Leider muss es schon so etwas in dieser Klasse sein, mit der gewöhnlichen popoulärmykologischen Literatur ("Pilzbilderbücher") kommt man bei Phlegmacien nicht wirklich zu Rande, da die innere Ordnung der Phlegmacien-Sektion nicht transparent wird und die durch den Buchautor ausgewählten einzelnen Arten willkürlich zusammengewürfelt erscheinen. Man wird in solchen Büchern zwar immer irgendeine Art entdecken, die dem gemachten Fund entfernt ähnlich sieht, aber ob das dann wirklich diese Art ist, kann einem niemand sagen, und so stochert man nur im Nebel herum.


    Hallo StephanW


    Vielen Dank für deine Antwort. Im Moment bin ich schon mal froh, dass ich erkannt habe, dass es Schleierlinge sind. ;) Der nächste Schritt wäre dann die Untersektionen, aber ich denke dafür brauche ich noch ziemlich lange. Danke für die Info mit KOH20%, ich werde mal schauen, dass ich das bestellen kann. Sollte man noch andere Mittel zur Verfügung haben, oder reicht KOH20% vorerst mal? Soviel ich weiss, muss man sich für die Ausbildung als Pilzkontrolleur nicht im Detail mit den ganzen Schleierlingen auskennen, aber interessant ist es natürlich trotzdem.


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo liebe Pilzfreunde


    Nach langer Zeit melde ich mich endlich auch wieder einmal. Letzten Samstag konnte ich zum ersten Mal an einer Pilzexkursion teilnehmen und es war wirklich sehr interessant. Die Leiterin hat mich ziemlich gelobt und gemeint, dass ich schon ein gutes Wissen habe und hat mich dazu motiviert, dass ich die Ausbildung zum Pilzkontrolleur ins Auge fassen sollte. Die Plätze um zur Prüfung zugelassen zu werden sind anscheinend ziemlich begrenzt und sie meinte, dass ich sehr gute Chancen hätte, da es bei uns in der Gegend nirgendwo einen Pilzkontrolleur gibt. Tja, ich würde schon sehr gerne Pilzkontrolleur werden, allerdings wird das nicht so einfach werden. :) Es gibt hier leider weit und breit keinen Pilzverein und ich muss versuchen mir möglichst viel selbst beizubringen und daher hoffe ich auch auf eure Hilfe hier im Forum.


    Ich war heute unterwegs und habe ziemlich viel eingesammelt. Zum Start habe ich hier mal zwei Schleierlinge, vielleicht hat ja jemand von euch eine Idee:


    Schleierling 1:

    Hut: Schleimig, gelborange

    Lamellen: Gelbbräunlich, ocker, ausgebuchtet angewachsen, untermischt gedrängt

    Stiel: Gelbbräunlich mit rostroten Schleierresten

    Fleisch: Hellgelb, fest

    Geruch: Unangenehm, seltsam (schwierig zu beschreiben, vielleicht muffig schweissig)

    Ort: Fichte, Arve (ca. 1850m ü M.)

    Vermutung: Schwierig, vielleicht ein Dottergelber Klumpfuss (cortinarius meinhardii) ??? Oder vielleicht einer der Schleimköpfe? Haben Klumpfüsse immer eine breite Stielbasis? Ich frage, weil auf einigen Klumpfussbildern im Internet, die Stielbasis ähnlich, wie bei diesem hier aussieht. Vielleicht hat von euch jemand eine Idee.

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    Schleierling 2:

    Hut: Schleimig, gelborange

    Lamellen: Gräulich mit einem Schimmer von rosa (rosagrau), ausgebuchtet angewachsen, untermischt gedrängt

    Stiel: Weisslich mit rostroten Schleierresten

    Fleisch: Weisslich, fest

    Geruch: Neutral

    Ort: Fichte, Arve (ca. 1850m ü. M.)

    Vermutung: Keine wirkliche Idee, vielleicht ein Barbarischer Klumpfuss (cortinarius barbarorum), laut Pilze 123 wäre dieser aber wärmeliebend. Oder vielleicht einer der Schleimköpfe, da ich auch hier keine breite Stielbasis erkennen kann. Vielleicht hat jemand von euch noch eine Idee.


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    Ich weiss, dass Schleierlinge ziemlich schwierig zu bestimmen sind, aber vielleicht hat jemand von euch eine Idee. Besten Dank schon im Voraus.


    Liebe Grüsse

    Benjamin

    Hallo zusammen


    Eine interessante Diskussion hat sich hier in der Zwischenzeit entwickelt. Danke Marc auch für die weiteren Informationen. Um ehrlich zu sein finde ich die Informationen, welche dem Lachsreizker hier seine Speisewertigkeit absprechen wollen, schon ziemlich dürftig. Ich war mal so frei und habe den Text, welchen Marc als Bild beigefügt, ungefähr (maschinell mit manuellen Korrekturen) übersetzt, für alle, die nicht Französisch sprechen:



    Nachfolgend noch ein paar Gedanken meinerseits zu diesem Text:


    Zitat

    - Das Argument "Ich esse sie seit Jahren" ist aus folgenden Gründen nicht zulässig:


    > niemand weiss, welche Art genau konsumiert wird: Meistens weiss man nicht, wie man zwischen ihnen unterscheiden kann und konsumiert sogar mehrere Arten, ohne es überhaupt zu merken

    > Die Verwechslung zwischen Kiefern (Pinus), Tannen (Abies) und Fichten (Picea), die für die Unterscheidung zwischen den Arten sehr wichtig ist, ist real, was die Diagnose nicht erleichtert.

    Ich verstehe nicht, weshalb das Argument nicht zulässig sein sollte. Die Begründung ist meiner Meinung nach auch etwas abenteuerlich. Ich denke, dass viele Pilzsammler sehr wohl wissen, ob sie nun Edelreizker, Lachsreizker oder Fichtenreizker gesammelt und gegessen haben. Viele Pilzsammler kennen sich normalerweise (hoffentlich) schon etwas mit Pilzen und dadurch meistens auch mit den wichtigsten Baumarten aus und falls nicht, gehen viele zu einem PSV und lassen sich ihre Funde erklären. Und selbst, wenn sie es nicht wissen, dürfte die Chance, dass sie eine Magenverstimmung oder ähnliches bekommen nur verschwindend gering sein, denn in all meinen Pilzbüchern werden alle drei als essbar beschrieben und es gibt in keinem einen Hinweis von irgendwelchen Unverträglichkeiten. Auch bei einer Recherche im Internet habe ich dazu nichts gefunden.


    Zitat

    die keinen Bezug zur Kiefer haben (Lactarius salmonicolor, vor allem unter Tannen, seltener L. deterrimus, unter Fichten), von einigen Menschen schlecht vertragen werden, ohne dass genau bekannt ist, warum.


    Leider gibt es zu dieser Behauptung meiner Meinung nach nirgendwo eine Quelle. Ich habe mal im Internet gesucht und konnte eigentlich nirgendwo etwas von einer Unverträglichkeit, weder vom Lachsreizker noch vom Fichtenreizker lesen. Ganz im Gegenteil werden auf vielen Seiten alle rotmilchenden Reizker als sehr gesund und vitaminreich beschrieben und sogar eine antivirale, antibakterielle und sogar krebshemmende Wirkung wird vermutet.


    Zitat

    Wenn Sie sich danach entscheiden, sie trotz ihres oft adstringierenden, manchmal scharfen und sehr oft geschmacklosen Fleisches zu essen, kann Sie niemand davon abhalten:
    Es gibt überall Gastronomen. Aber kein Mykologe wird Sie dazu ermutigen, und es ist normal, dass wir Ihnen sagen, dass sie streng genommen nicht essbar sind.


    Das tönt meiner Meinung nach schon fast ein bisschen herablassend, sozusagen "wenn die Leute so blöd sind und sie trotz ihres schlechten Geschmacks essen, kann man sie eben auch nicht davon abhalten". Geschmäcker sind eben verschieden, ich persönlich mag Lachsreizker und deshalb interessiert es mich auch wenig, was andere dazu meinen. Und auch mit dem letzten Satz kann ich nicht viel anfangen, vielleicht gilt das in Frankreich, bei uns habe ich aber nirgendwo etwas derartiges gelesen. Der Lachsreizker steht eindeutig in der Schweizer Liste der als Speisepilze zulässigen Pilze (Seite 11): positivliste-der-pilze-in-der-schweiz.pdf


    Zitat

    Persönliche Anekdote: Vor etwa fünfzehn Jahren, während ich in Paris lebte und im Museum arbeitete, wurde ich wegen einer Welle von Vergiftungen nach Vincennes gerufen, die zwar leicht, aber unangenehm waren (Bauchschmerzen, leichter Durchfall usw.). Ein Ladenbesitzer in Vincennes, einer kleinen Stadt in der Nähe von Paris, verkaufte Edelreizker zu 27 Euro pro Kilo (immer noch), und viele Kunden kamen
    zurück, um ihm zu sagen, dass die berühmten Edelreizker nicht so köstlich seien und dass sie unpässlich gewesen seien: Als köstliche Edelreizker verkaufte der Ladenbesitzer tatsächlich volle Kisten mit
    Lachsreizkern ...


    Auch dieser Hinweis ist für mich keinerlei Beweis für eine Unverträglichkeit. Wie hier schon einige im Forum geschrieben haben, ist hier nichts über die genauen Umstände bekannt. Wurden die Pilze richtig gelagert, waren sie frisch, wuchsen sie vielleicht in einem belasteten Gebiet. Alles offene Fragen, die untersucht werden müssten, um eine belastbare Aussage machen zu können. Zucchini zum Beispiel sind normalerweise sehr gesund, können aber im schlimmsten Fall auch tödlich sein, da sie das Gift Cucurbitacin enthalten können. Deshalb sollte man eine Zucchini, die bitter schmeckt auf keinen Fall essen. Hier noch ein Artikel dazu: Mann starb an Zucchini aus Garten – wann ist Gemüse gefährlich? - Gesundheit - Wissen - Aargauer Zeitung


    Natürlich ist es möglich, dass einige Leute Lachsreizker nicht vertragen, so wie bei allen anderen Lebensmitteln auch, aber ich denke, dass dies nur eine geringe Anzahl Personen betrifft, ansonsten würde man meiner Meinung nach viel mehr Informationen darüber finden. Ich kann natürlich nur von meiner eigenen Erfahrung berichten. Ich hatte nach dem Konsum der Lachsreizker nicht die geringsten Beschwerden (keine Bauchschmerzen, keine Verdauungsprobleme, nichts) und muss sogar sagen, dass sie für mich bekömmlicher waren, wie einige andere Pilze.


    LG

    Benjamin

    Hallo miteinander


    Schönes Kerlchen. :) Gibt es denn hier noch weitere Infos dazu, z.B. zum Standort (welche Baumarten)? Auf dem Bild sieht es ja nach einem Laubwald aus, oder? Was haltet ihr von einem Reifpilz?

    Reifpilz, Zigeuner, Runzelschüppling, Hühnerkoppe, Scheidenrunzling

    Auf 123pilze steht zwar beim Vorkommen Nadelwald, allerdings habe ich im Buch "Fungi of Temperate Europe" gelesen, dass er sowohl bei Nadel-, als auch bei Laubbäumen vorkommt. Und zwar besonders bei Kiefern und Buchen. Mit Laubbäumen kenne ich mich leider gar nicht gut aus, habe aber mal die Blätter auf dem Foto mit den Blättern der Buche verglichen und es scheint mir, dass sie passen könnten. Aber vielleicht kann ja von euch jemand sagen, ob das Buchenblätter sind. :)


    LG

    Benjamin

    Mhhh es fällt mir schwer, bei dem Regelmaß der Hutflecken von Altersflecken auszugehen. Velumreste oder Hutschuppen, die dann eingetrocknet und etwas anders als der Rest verwittert sind, halte ich für wahrscheinlicher.

    Ja, sie sind wirklich ziemlich regelmässig angeordnet. Kann natürlich gut sein, dass es Velumreste oder Schuppen sind. Allerdings wirkt es für mich auf dem Foto so, wie wenn da nichts auf der Huthaut ist, es wirkt an den Stellen mit den Flecken sehr glatt, wie ich finde. Vielleicht waren da ja mal Verlumreste oder Schuppen drauf, die dann runtergespült oder sonst wie verloren gegangen sind und die Huthaut hat daher an diesen Stellen eine andere Färbung.


    LG

    Benjamin

    Hallo zusammen


    Der Grubige Milchling ist bei uns in den Bergen ein totaler Massenpilz. Ich habe dieses Jahr wirklich unzählige Exemplare davon gesehen und die Bilder oben haben mich gleich an diesen erinnert. Genauer untersucht habe ich ihn eigentlich nur einmal. Sein Geruch hat mich damals an eine Holzkiste voller Äpfel erinnert, die schon etwas länger gelagert wurden. :) Jedoch war der Geruch eher dezent, dass ich mir auch vorstellen könnte, dass er je nach Exemplar auch nur sehr schwach oder vielleicht mal fast neutral riechen könnte.

    Ein Vorteil, zugleich aber leider auch Nachteil ist, dass es bei uns fast keine Tannen gibt. Vorteil deshalb, da dadurch die Bestimmung natürlich einfacher ist. Nachteil deshalb, weil man ihn so nicht mit dem Grubigen Weisstannenmilchling vergleichen kann.

    Auf der Hutoberfläche sieht man's hier nur schlecht aber dafür am Hutrand: Den zu Schüppchen zusammen neigenden Haarfilz. Das ist typischerweise bei Lactarius scrobiculatus der Fall.

    Vielen Dank Thiemo für diese sehr interessante Information. Da ich gerne noch etwas dazulernen würde, wollte ich nochmal nachfragen, ob du damit diese Fransen am Hutrand meinst? Bei einem meiner Funde sieht man diese auch:




    LG

    Benjamin

    Hallo miteinander


    Also ich denke hier eigentlich auch an einen Schüppling, welcher kann ich aber leider nicht sagen.

    Den habe ich mir auch angesehen, aber hier passt der Wuchsort eigentlich nicht. Laut dem Buch "Fungi of Temperate Europe" soll der an Laubbäumen wachsen:

    Zitat von Fungi of Temperate Europe (Hemipholiota heteroclita)

    Occurs on living or dead deciduous trees, mostly Betula and Alnus.

    Dass er auch an einer Kiefer vorkommt, kann ich zwar nicht ausschliessen, halte ich aber nach Recherche dennoch für unwahrscheinlich.


    Die Velumreste haben eine schräge Farbe...

    Falls du die Flecken auf dem Hut meinst, frage ich mich ja, ob das überhaupt Velumreste sind. Wenn man das Bild vergrössert, sieht es meiner Meinung nach eher nicht danach aus. Sieht eher nach Altersflecken aus. ^^


    LG

    Benjamin

    Hallo Stephan

    Ein bisschen wundert es mich, warum bisher niemand was zu meiner Idee Boletus legaliae gesagt hat. Ist das wirklich so absurd?

    Das wäre dann aber ja ein ziemlich aussergewöhnlicher Fund, oder? Schliesslich soll dieser ja sehr selten und in Deutschland vom Aussterben bedroht sein. Des Weiteren soll er ja wärmeliebend sein und auch ein orangefarbenes bis karminrötliches Stielnetz haben. Auf den Fotos sieht man aber absolut keine Netzzeichnung. Das sind nur meine Gedanken dazu, schliesslich seid ihr hier die Experten.


    LG

    Benjamin