Pilzfragen und Glossar alles rund um die Pilze!

 

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Bauchschmerzen von Waldpilzen?

Bist du sicher, dass du alle Pilze richtig erkannt hattest, bevor du sie gegessen hast? Möglicherweise waren die Pilze zu wenig lange gekocht. Oder du hast kein gutes Gefühl, ob alle essbar waren - eingebildete Pilzvergiftung. Die Pilze waren alt - der Eiweißzersetzungsprozess trat ein - Lebensmittelvergiftung! Oder du bist allergisch gegen eine dieser Pilzarten! Du hast etwas anderes noch gegessen, welche diese Ursachen auslöste. Oder du hast eine sogenannte Bauchgrippe. Entsteht gerne, wenn durch die Pilzwanderung eine Überbelastung zwecks Wanderung/Berg-auf/ab für nicht gewöhnte Menschen absolviert wird. Oder du hast zu viele Pilze gegessen und sie liegen dir zu sehr im Magen!

Bei bzw. für was werden Pilze in der Medizin benutzt?

Penizillin - Antibiotika gegen Bakterieninfektionen oder Antipilzmittel (Fußpilz, Genitalpilze...). Die Antipilzwirkstoffe von Fichtenzapfenrüblingen werden in der Pharmaindustrie zum Heilen von Pilzinfektionen bei Tieren verwendet. In der Asiatischen Medizin sind Pilze zudem gegen viele andere Krankheiten im Gebrauch; z.B. gegen Krebs, Diabetes usw..

Benötige ich immer ein Mikroskop um Pilze sicher bestimmen zu können?

Nein! Viele Pilze lassen sich auch durch makroskopische Merkmale gut unterscheiden. Ein Mikroskop ist für einige Gattungen sinnvoll, da es dort sehr ähnlich aussehende Pilze gibt. Z.B. Rötlinge, Risspilze, Korallen usw… Wer Pilzarten gut erlernen will, sollte zuvor die normalen Merkmale (Gattungsmerkmale und Artmerkmale) erlernen bevor er überhaupt auf das große Gebiet der Mikroskopie übergeht.

Bilden Pilze Vitamin D?

Champignons und auch alle anderen Pilze haben sicherlich sehr viele Mineralstoffe und Vitamine, doch leider kein oder kaum Vitamin D. Diese können sie nicht bilden, da sie kein Sonnenlicht aufnehmen und umwandeln. Dafür gibt es andere Lebensmittel.

Bin ich als Pilzsammler besonders gefährdet durch Zecken und deren Krankheitsübertragung?

Ja! Pilzsammler sind immer der Zeckengefahr ausgesetzt. Zecken können vom Gras oder auch von Bäumen aus einen Angriff starten. Bester Schutz - hautverdeckende Kleidung, Gummistiefel, Zeckenschutzmittel. Nach dem Waldgang sollte geduscht/gebadet und die Kleidung getauscht und eine Ganzkörperkontrolle auf Zecken durchgeführt werden. Weitere wichtige Vorkehrung ist eine Zeckenschutzimpfung gegen FSME. Diese schützt vor der gefährlichen Hirnhautentzündung. Gegen Lyme Borreliose hingegen konnte bisher nicht geimpft werden. Neuer Stand: In Amerika ist eine Teilimpfung mit schweren Nebenwirkungen (gegen 4 Bakterienstämme der Lyme Borreliose) bereits möglich - in Europa wird es in Kürze (5 bis 10 Jahre) bestimmt möglich sein. Lyme Borreliose ist keine Virusinfektion, sondern eine Bakterienübertragung, die mit Antibiotika gut behandelt werden kann. Vorausgesetzt, die Erkrankung wird frühzeitig erkannt. Optischer Hinweis: Ein sich ausbreitender roter Ring an der Bissstelle. Am besten so schnell wie möglich dann zum Arzt, er leitet Tests und die Behandlung ein. Schlimme Lyme-Borreliose-Erkrankungen haben ähnliche Symptome wie Syphilis - chronische Gelenkschmerzen usw... diese können als Folgeschäden bleiben! Generell gilt dennoch, Lyme Borreliose ist heilbar. Seit neuestem gibt es einen Borreliose-Schnelltest, der direkt an der entfernten Zecke angewendet werden kann. Bei positivem Ergebnis kann schnell und sicher gehandelt werden. Infos siehe im Internet und unter der Deutschen Borreliose Gesellschaft, Augsburg e.V.

Champignons giftig bei langer Lagerung?

Wenn der Geruch noch in Ordnung und die Lamellen rosa sind, besteht kein Problem. Sind die Lamellen schon braun oder riecht er unangenehm, weg damit. Auch wenn weißer, brauner oder grüner Schimmel an den Pilzen ist, weg damit. Verdorbene Pilze können eine schwere Lebensmittelvergiftung auslösen. Verschimmelte Pilze können Genschäden verursachen, welches Krebs auslösen kann! Am schlimmsten ist es, wenn Pilze mit dem Bakterium Clostridium Botulinum verseucht sind. Dieses entwickelt ein hochtoxisches Nervengift, dass innerhalb weniger Tage zum Tode führen kann. Es wird aber bei einer Erhitzung von 100° C. zerstört.

Darf ich den Pilz einfach essen, wenn er in der App, Buch bzw. Suchmaschine als essbar gilt?

Wir geben keine Garantie auf eventuelle Unverträglichkeiten. Laut bisherigen Erkenntnissen wurde er bereits ohne Folgen schon einmal verzehrt. Wie gut er schmeckt ist immer eine rein persönliche Angelegenheit. Einige mögen sogar Kriegspilze! Bei einigen Arten sind im Text eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen aufgeführt.

Darf ich die Fremdbilder im Buch oder von der App für geschäftliche Zwecke verwenden?

Ja! Alle Bilder die unter den Copyrightschutz CC-BY-SA-3.0 stehen sind mit Namensangabe und Copyrighthinweis frei verwendbar. Wir haben absichtlich keine Bilder mit dem Schutz CC-BY-NC-SA-3.0 verwendet, obwohl unser Buch keinen gewerblichen Charakter hat und dies möglich gewesen wäre. Für Bilder ohne dieser Angabe sind alle Rechte beim namentlich erwähnten Bildautor oder bei www.123pilze.de . Eine Verwendung hierzu ist nur mit schriftlicher Urheberrechtsgenehmigung möglich.

Darf ich im Landschaftsschutzgebiet Pilze sammeln?

Ja! Im Gegensatz zum Naturschutzgebiet ist es im Landschaftsschutzgebiet erlaubt, Pilze zu suchen.

Darf ich im Naturschutzgebiet Pilze sammeln?

Nein! Im Naturschutzgebiet ist das Entnehmen jeglicher Arten von Pflanzen, Tieren und Pilzen untersagt und kann mit hohem Bußgeld geahndet werden.

Darf ich in jedem Wald Pilze suchen?

Grundsätzlich darf kein Waldbesitzer es dir verbieten, im Wald Pilze zu suchen (Deutschland). Es ist bis auf gewisse Einschränkungen überall in Deutschland als auch in der Schweiz und Österreich erlaubt. Grundrecht Wald, Wiesen und Natur! Folgende Waldgebiete sind verboten: Betreten während der Dunkelheit (Wildschutz), umzäunte Gebiete (Junganpflanzungen), Naturschutzgebiet, Naturparks, geschützte Moorgebiete (im Landschaftsschutzgebiet ist Sammeln erlaubt), während Baumfällarbeiten durch Forstbetrieb auf Anordnung wegen der Gefahrenvermeidung! Während Treibjagden mit Genehmigung Landratsamt (Unfallgefahr)! Besondere Einschränkung der Pilzsuche gibt es in Österreich bei Privatwäldern, dort kann per Beschilderung das Pilze suchen beschränkt werden.

Darf ich Pilze vom Nachbarn oder Freunden essen?

Iss niemals Pilze, die nicht zu 100 % richtig erkannt wurden. Iss keine Pilze, die nicht aus einer sicheren Quelle stammen oder durch einen Pilzsachverständigen geprüft wurden. Sei kein Versuchskaninchen!

Darf ich Pilze von gespritzten Wiesen oder frisch gedüngten Wiesen essen?

Im Zweifelsfall lieber nicht essen. Kann zu erheblichen Gesundheitsstörungen führen!

Darf ich selbst gesammelte Wild-Pilze aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz verkaufen?

Nein! Generell ist der Verkauf von gesammelten Wildpilzen in den meisten europäischen Ländern verboten. Bei reichlichem Vorkommen einer nicht geschützten Art, kann vom entsprechenden Amt (in Deutschland z.B. untere Naturschutzbehörde) eine Sondergenehmigung beantragt werden.

Darf ich zu einem Pilzgericht Alkohol trinken?

Ja! Im Prinzip macht das Trinken von Alkohol zu den Pilzmahlzeiten nichts aus. Früher dachte man darüber anders, weil einige Vergiftungen auftraten, nach oder vor dem Genuss von Alkohol wie Bier, Wein usw. Es gibt Pilzarten, die in Verbindung mit Alkohol giftig wirken. Deshalb empfehle wir diese Pilze nicht zu sammeln. Es sind alle Tintlinge außer dem Schopftintling, alle Hexenröhrlinge außer dem Flockenstieligen und einige andere Arten - die nur von Kennern erkannt werden, wie Keulenfußtrichterling usw… Alle gängigen Röhrlingsarten wie Steinpilze, Rotkappen, Sand oder Kuhröhrlinge sowie Maronen, alle Leistlinge wie Pfifferlinge, Totentrompeten oder Lacktrichterlinge, Gelbfüße, Egerlinge sind in keiner Weise in Verbindung mit Alkohol giftig oder lösen Unwohlsein aus.

Darf ich zu jeder Zeit Pilze suchen?

Nein! In Deutschland ist das Suchen von Pilzen in der Nacht verboten. Ansonsten gibt es keine Beschränkung. Andere Länder dagegen haben andere Richtlinien. Oft darf nur an bestimmten Kalendertagen nach Pilzen gesucht werden... usw. In Deutschland und Österreich sind Ländergesetze und in der Schweiz die kantonalen Vorschriften zu beachten.

Darf man Pilze in die Biotonne werfen?

Kein Problem! Sogar wenn es Giftpilze wären, würde die chemische Zusammensetzung bei Zerfall sich so verändern, dass dies keinerlei Probleme für den Humus darstellt! Dennoch empfehlen wir Pilzreste immer in einen Wald zu entsorgen, da die vorhandenen Sporen wieder Pilze entstehen lassen.

Darf man zu Netzstieligen Hexenröhrlingen Alkohol trinken?

Nein! Es wurde kein Coprin nachgewiesen, was nicht heißt, dass er in Verbindung mit Alkohol verträglich ist! Die Inhaltsstoffe sind hierbei noch zu wenig erforscht! Bei etwa 5 % der Personen, die den Netzstieligen Hexenröhrling verzehren, treten Unverträglichkeiten auf. Von denen wiederum haben 90 % vor, nach, oder während der Pilzmahlzeit Alkohol zu sich genommen. Es wurde festgestellt, dass es fast ausschließlich Personen traf, die Alkohol nur selten konsumieren. Die Menge spielte hierbei keine Rolle. Auch schon eine Likörpraline führte zu Vergiftungen. In Niederbayern galt früher ein Sprichwort, dass man zu Schwammerl niemals Alkohol trinken darf, weil einem dann schlecht wird. Gesammelt wurden aber nur Steinpilze, Rotkappen und Hexenröhrlinge. Da gab´s wohl auch schon Unverträglichkeitsreaktionen, wenn Netzstielige mitgegessen wurden. Flockenstielige dagegen sind bedenkenlos, solange sie ausreichend gekocht wurden! Deshalb gehört kein Netzstieliger Hexenröhrling in den Kochtopf. Natürlich auch keine Faltentintlinge usw., die Coprin enthalten.

Der Schmarotzerröhrling wächst auf einem giftigen Kartoffelbovist, warum ist dann der Röhrling nicht auch giftig?

Der Schmarotzerröhrling hat eine ganz andere molekulare Zusammensetzung, in denen keine Giftmoleküle auftauchen. Er entnimmt dem Kartoffelbovist eigentlich nur seine Nährstoffe (Eiweiß, Mineralien, Vitamine...) und baut sie molekular um.

Dürfen alle essbaren Pilze roh gegessen werden?

Nein! Alle Pilze sind roh in der Regel giftig. Nur wenige Arten sind für Rohverzehr geeignet, z.B.: Steinpilz, Zucht-Champignon, Grüngefelderter Täubling, Eispilz, Brätling, Mohrenkopf, Trompetenpfifferling. Wegen der Verschmutzung mit Kleinstlebewesen, Fuchsbandwurm- Eier und Bakterien raten wir vor jedem Rohverzehr dennoch generell ab. Auch nicht alle Zuchtpilze sind roh essbar, der Austernseitlinge z.B. enthält das sogenannte PLEUROTOLYSIN, das Ähnlichkeit mit Inhaltsstoffen von Bienengift aufweist und zur schleichenden Zerstörung der roten Blutkörperchen durch sogenannte Hämolysine führen kann. Dieses Gift wird aber durch Hitze zerstört. Deshalb empfehlen wir keine Pilze roh zu essen.

Dürfen Täublinge oder Milchlinge roh probiert werden?

Ja! Gutes Bestimmungsmerkmal - scharfe, bittere Arten sind zu meiden, milde sind in der Regel essbar bzw. ungiftig. Täublinge müssen aber als Täublinge erkannt werden! Nach dem Probieren bitte die Probe nie schlucken. Es gibt einige Arten, die bei zu vielen Kostproben Übelkeit auslösen. Gekocht sind sie aber gute Speisepilze.

Dürfen Weiße, Kegelhütige oder Grüne Knollenblätterpilze sowie Gifthäublinge roh probiert werden?

Nein! Schon ein kleines Stück der extrem hoch giftigen Amatoxine, welches in den Pilzen enthalten ist, kann tödliche oder zumindest organschädigende Wirkung haben. Deshalb gehören auch solche Pilze nie in einen Pilzkorb mit essbaren Pilzen.

Enthalten Pilze Zitronensäure?

Zitronensäure kann nur durch Photosynthese oder als Stoffwechselprodukt in vielen Organismen gebildet werden. Pilze können das nicht und enthalten deshalb 0 % Zitronensäure. In der Symbiose mit anderen Pflanzen werden nur Zucker und Mineralien ausgetauscht. Auch als Folgezersetzer können Pilze keine Zitronensäure aufnehmen und brauchen diese auch nicht (z.B. als Schutzfunktion). Vielleicht sind Pilze auch deshalb so gern von Insekten befallen.

Es gibt Frost und ich möchte Pilze noch sammeln. Ist so etwas noch unbedenklich möglich?

Ja! Pilze die nach einem Frost mit dem Myzel noch verbunden waren, sind unbedenklich verzehrbar, wenn sie nach dem Auftauvorgang in der Wohnung noch angenehm riechen und keinen Fäulnisprozess zeigen. Auch ein Einfrieren danach gilt als unbedenklich. Winterpilze wie Samtfußrüblinge sollen aber nicht länger wie 3 Monate eingefroren werden, da sie sich auch bei Frost zersetzen. Auch von Schopftintlingen soll die Einfrierzeit kurz sein.

Es regnet schon seit vielen Tagen, warum wachsen die Pilze nicht?

Pilze sind merkwürdige Kreaturen. Manchmal kann alles passen, Feuchtigkeit, Wärme, Mondphasen und trotzdem wachsen sie nicht oder nur zögerlich. Das ist ganz normal. Das Pilzmyzel wartet auf die beste Gelegenheit, um die Fruchtkörper zu bilden. Es ist doch logisch, wenn es regnet, kann sich der Sporenstaub schlechter verbreiten, als wenn es schön trocken und etwas windig ist. Wir fanden die meisten Pilze immer dann, wenn die Regenperiode schon ein oder zwei Wochen vorbei war.

Fressen auch größere Tiere wie Rehe oder Wildschweine Pilze?

Ja sicher! Wildschweine lieben die Hirschtrüffel und Rehe vergreifen sich gerne mal an Steinpilzen und vielen anderen Arten!

Für was sind Pilze gut?

Essbare Pilze haben sehr viele Vitamine und Mineralstoffe und sind dadurch sehr gesund, etwa vergleichbar mit Gemüse. In der Chinesischen Medizin wirken Pilze auch gegen viele Krankheiten wie Krebs, Diabetes usw.! Giftige Pilze hingegen können von harmlosen Magen-Darm-Beschwerden zu tödlichem Nieren- oder Leberversagen führen. Psycho-Pilze können rauschähnliche Symptome verursachen, jedoch auch zu lebenslangen Psychosen (mit Einlieferung in die Psychiatrische Klinik) führen! Weiter gibt es Schimmelpilzarten, Hautpilze (z.B. Fuß- oder Nagelpilze) … die schwere Beschwerden verursachen und auch innere Organe befallen können.

Genügt ein Gewitterregen für reichliches Pilzwachstum?

Nein! Es dauert einige Tage, bis sich die Fruchtkörper bilden. Bis zu einer Woche sind möglich, und wenn anschließend eine Trockenperiode einsetzt oder noch schlimmer ein austrocknender Wind die Feuchtigkeit vom Boden entnimmt, dann können die Fruchtkörper auch ganz ausbleiben. Das bezieht sich aber nur auf den Wachstumsstart. Das heißt, fangen sie an zu wachsen, so können durchaus Fruchtkörper innerhalb einer Stunde um 5 cm wachsen.

Gibt es eine unechte Pilzvergiftung?

Vergiftungsarten: Die eingebildete Vergiftung: Die Person denkt, es sind Giftpilze im Gericht gewesen und schon ist einem schlecht! Oder es genügt hierzu schon ein spaßiges Wort und die Person wird sich nicht mehr wohl fühlen. Die Symptome können wie bei einer echten Pilzvergiftung sein: Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Störungen, Fieber, Kreislaufprobleme... alles ist möglich. Pilzunverträglichkeit: Viele Personen essen von einer Pilzmahlzeit, doch nur eine Person verträgt diese Pilze nicht, Folge: Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen... oft war die Ursache eine zu üppige Mahlzeit oder der Magen ist diese neue Nahrungsart (noch) nicht gewohnt. Verdorbene Pilze: Alte, oft in Plastiktüten gesammelte oder zu lange gelagerte Pilze führen zu einer Zersetzung der Pilze, wodurch eine heftige Lebensmittelvergiftung entstehen kann. Aufgewärmte Pilze: Zu lange Lagerung, oft noch in Metallgefäßen bewirkt eine Oxidation mit dem Aufbewahrungsbehälter, dadurch entstehen giftige Substanzen, die zu Magen-Darm-Störungen führen. Allergien: Es gibt Personen, die vertragen bestimmte Pilzarten nicht; dies führt zu Hautausschläge, Asthma, Kreislaufprobleme und schlimmstenfalls zum anaphylaktischen Schock, einem lebensbedrohlichen Zustand; dieser ist aber extrem selten.

Gibt es faule und fleißige Pilze?

Ja, in der Tat! Forscher der Universität Zürich haben folgendes entdeckt: Pflanzen und Mykorrhiza-Pilze leben in Symbiose. Die Wurzelpilze liefern der Pflanze Phosphat, diese werden bezahlt mit Kohlenhydraten. Nun gibt es geizige und großzügige Symbiosepilze. Sie haben entdeckt, dass Pflanzen auf ungleiche Dienstleistungen marktwirtschaftlich unterschiedlich reagieren. Geizige Pilze erhalten weniger Kohlenhydrate als grosszügige. Dadurch werden die geizigen Pilze fleißiger und geben mehr Phosphat ab.

Gibt es fleischfressende Pilze?

Ja! Als fleischfressende Pilze (carnivore Pilze) bezeichnet man Pilzen, die entweder durch Klebefallen oder Schlingfallen tierische Beute fangen und anschließend verdauen. Es gibt über 120 fleischfressende Arten. Eine Untergruppe dieser Pilze sind die NEMATOPHAGEN. Diese fressen ausschließlich Fadenwürmer (NEMATODEN).

Gibt es im Winter auch Pilze?

In unserer Region Deutschland/Österreich/Schweiz ist es sehr schwierig, Winterpilze zu finden. Zum einen kann der Schnee das Auffinden unmöglich machen, es sei denn, man weiß immer den entsprechenden Wachstumsplatz vom Vorjahr, und zum anderen gibt es nur zwei wirklich gute Winterpilze, die einen Frost vertragen. Dies sind der Samtfußrübling und der Austernseitling.

Gibt es wirklich keine giftigen Röhrenpilze?

Ja und Nein! Es gibt keine tödlich giftigen Röhrenpilze aber einige giftige Arten. Der Giftigste davon - er verursacht langanhaltend Magen- und Darmstörungen - ist der Satansröhrling (rote Röhren, heller Hut). Gefolgt von verdächtigen roten Röhrenpilzen wie Purpurröhrling und dem mit Alkohol giftigen Netzstieligen Hexenröhrling. Der Schönfußröhrling (gelbe Röhren, rote dicke Stielbasis) ist meist bitter, kann aber auch in einer milden Form auftreten und verursacht eintägige Magen- und Darmstörungen mit Unwohlsein.

Gibt es wirklich nur eine Handvoll tödlich giftiger Pilze?

Nein! Weiße, Kegelhütige und Grüne Knollenblätterpilze sind dafür bekannt, dass sie tödlich wirken. Es gibt aber auch noch viele Rauköpfe, Risspilze, Trichterlinge und andere Gattungen, die tödliche Gifte enthalten. Grob geschätzt mehr als 150 Arten! Also ein nicht bekannter Pilz muss immer als tödlich giftig eingestuft werden. Nur so können Todesfälle oder Erkrankungen vermieden werden.

Gibt es wirklich so viele essbare Pilzarten wie in den Pilzportraitseiten angegeben?

Ja! Das heißt aber nicht, dass alle als Speisepilze dienen. Viele Arten könnten gegessen werden, schmecken aber nicht. Wir haben hier nur eine Angabe gewählt, die aus derzeitigem kulinarischem und wissenschaftlichem Stand der Zeit besteht. Dieses kann sich durchaus immer wieder ändern.

Gibt es Zuchtkulturen für Steinpilze?

Ja, sie wurden schon erfolgreich gezüchtet. Aber nur in sehr geringen Mengen. Eine Wirtschaftlichkeit war aufgrund der extremen Schwierigkeiten und nur geringer Ernte uninteressant. Pilze wie Steinpilze oder Pfifferlinge, die eine Symbiose mit einem entsprechenden Baum eingehen und auch entsprechende günstige Bodenverhältnisse benötigen, um Fruchtkörper zu tragen, sind schwer zu züchten. Nicht immer will der Baum eine Symbiose eingehen!

Haben die Mondphasen mit dem Pilzwachstum etwas zu tun?

Nein! Nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es keinen Zusammenhang zwischen Pilzwachstum und Mondphasen! Doch laut einer Auswertung von 30 Jahren Pilzkontrolle und den hierbei vorgelegten Pilzen ergab eine neue Berechnung Folgendes: Zunehmender Mond bedeutet erhöhtes Pilzwachstum, das Maximum ist bei Vollmond erreicht und sinkt bei abnehmendem Mond. Schön und gut, das denken wir genauso. Doch wurde bei dieser Berechnung der Faktor Mensch nicht berücksichtigt! Schon der allgemeine Glaube sorgt dafür, dass bei abnehmendem Mond weniger Leute zum Pilzesuchen gehen als beim zunehmenden. Deshalb kann diese Auswertung nicht als korrekt angesehen werden. Die Witterungsverhältnisse - wie Feuchtigkeit, Wärme, Jahreszeit sind wesentlich entscheidender für das Pilzwachstum und trotzdem ist unsere persönliche Meinung und Feststellung, dass es durch die Mondphasen gewisse Beeinflussungen gibt. Aber das soll jeder für sich entscheiden - wissenschaftlich gesehen gibt es keinen Zusammenhang!

Ich habe durch Pilzgenuss Bauchschmerzen, obwohl sichergestellt war, dass alle essbar sind. Gibt es Pilze die für sehr junge Menschen unverträglich sind?

Es gibt Personen, die vertragen grundsätzlich keine Pilze und bekommen entweder Bauchschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden. Das muss aber nicht heißen: «Du darfst nie mehr Pilze essen». Sondern es bedeutet, du solltest so wenig wie möglich davon essen. Mit zunehmendem Lebensalter verbessert sich meist die Pilzverträglichkeit. Der Magen reagiert oft in jungen Jahren noch empfindlich und in 10 Jahren bekommst du, wie man so gern sagt, einen Saumagen. Das heißt, er hat sich an so viel gewöhnt, dass auch Pilze in normalen Mengen ihm nichts mehr ausmachen. Versuche auch mal Pilzpulver. Dieses hat nämlich den Vorteil, dass es nicht mehr zerlegt werden muss, sondern sofort geschmacklich im Gericht verteilt wird. Damit kannst du auch testen, ob es nur an der Unverträglichkeit des Chitinpanzers der Pilze liegt oder ob du allergisch gegen das Pilzeiweiß bist. Letzteres ist sehr selten. Mein Tipp! Wenn du Pilzgeschmack liebst, lasse dich nicht von deinen Ängsten steuern, du könntest sonst wieder Bauchweh bekommen, sondern verzehre einfach weniger Pilze.

In der Schweiz gibt es Pilzkontrollstellen. Gibt es sie auch in Deutschland?

Leider gibt es bei uns keine fest eingerichteten Pilzkontrollstellen wie in der Schweiz. Dort werden Pilzsachverständige bezahlt, um eine ständige Pilzberatung zu gewährleisten. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Städte, die Pilzberatungen fördern, sodass meist nur Pilzvereine ehrenamtlich diese Beratung durchführen.

Ist das Aufwärmen von Pilzen erlaubt?

Pilzgerichte können bis zu 24 Stunden im Kühlschrank in Plastik oder Porzellangeschirr aufbewahrt und dann wieder aufgewärmt werden. Nur Metallaufbewahrungsbehälter wie Kupferpfanne, Alugeschirr usw. sind tabu! Sie verursachen durch Oxydation mit den Pilzinhaltsstoffen Giftstoffe, die krank machen können. Wir kennen Personen, die Pilze nach sechs Tagen noch aufgewärmt hatten, ohne Probleme zu haben. Davon raten wir aber generell ab, weil sicherlich Eiweißzerfallsprodukte entstanden sind. Wenn, dann schon die zubereiteten Pilze einfrieren und bei Bedarf wiederverwenden.

Ist das Berühren von Giftpilzen gefährlich?

Nein, ausser bei der Wolfsflechte (Lichte), die einen Hautausschlag bzw. allergische Reaktionen bei Berührung verursachen kann. Bei sonstigen Giftpilzen sind die darin haftenden Sporen ungefährlich, da sie nicht durch die Magensäure aufgelöst werden können. Der Pilz-Saft beim Zerdrücken von Pilzen ist dagegen giftig. Hände waschen, wenn der Pilz zerdrückt wurde.

Ist das Gegengift für tödlich giftige Knollenblätterpilze wirklich das Gehirn von Wildhasen oder Rehe?

Quatsch! Diese Story stammt aus folgenden Beobachtungen: Manche Tiere wie Rehe oder Hasen können ohne Schaden tödlich giftige Pilze verzehren. Sie entwickeln beim Verzehr Enzyme, die dieses Gift in unschädliche Substanzen umwandelt. Der Mensch hat diese Veranlagung nicht. Auch wurde bisher kein Erfolg erzielt, dieses Enzym oder diesen Wirkstoff aus diesen Tieren zu gewinnen. In dieser Hinsicht steckt unsere Wissenschaft noch in den Kinderschuhen. Mal sehen ob sich irgendwann etwas finden lässt, aber zurzeit gibt es keine Gegenmittel; nur leberschützende Medikamente oder Lebertransplantation!

Ist der Gallenröhrling (Bitterling) giftig?

Ja! Nach neuesten Erkenntnissen sind auch Giftstoffe in den Gallenröhrlingen gefunden worden. Nicht nur die Bitterstoffe machen ihn also ungenießbar. Er ist auch giftig und in größeren Mengen genossen führt er bei empfindlichen Personen zu Erkrankungen! Es gibt zwar Personen, die verspeisen diese Pilze und finden sie wohlschmeckend. Etwa 1 % der Bevölkerung fehlt der Geschmackssinn für Bitterkeit, weshalb sie diesen Pilz essen, ohne seine Bitterkeit zu spüren. Hinweis! Nur die Giftstoffe werden durch langes Kochen gemindert, nicht jedoch seine Bitterkeit! Verwechslungen mit dem Steinpilz kommen sehr häufig vor. Wer sich nicht sicher ist, sollte einfach ein kleines Stück des Pilzes im Wald probieren. Ist dieses Stück bitter, einfach wieder ausspucken, es passiert nichts!

Ist der Hallimasch geschmacklich besser als Stockschwämmchen und Rauchblättrige Schwefelköpfe?

Reine Geschmackssache - wir finden, dass Stockschwämmchen und Rauchblättrige Schwefelköpfe «Klasse 1» Pilze sind; Hallimasch dagegen nur «Klasse 2». Dies kann aber durchaus an dem 20 Minuten langen Abkochen liegen, hierbei gehen viele Geschmackspunkte verloren.

Ist der Kahle Krempling wirklich tödlich giftig?

Schwierige Frage, da es bisher nur einen nachgewiesenen Todesfall so um 1943/44 gegeben hat. Aber vorher oder seither sind keine weiteren Fälle bekannt! Im Extremfall zum Überleben würden wir jedem empfehlen, diesen Pilz gekocht - nie roh, da roh giftig - zu verwenden! Ansonsten Finger weg, es gibt genügend andere Pilze. Deswegen bitte keine Selbstversuche machen, um einen tödlichen Beweis mit dem eigenen Vergiftungs-Tod zu erbringen. Das gilt übrigens auch für alle, die Selbstversuche machen - diese enden oft anders als erwartet. Hierzu gibt es einen guten Spruch: Es gibt junge, mutige Pilzprofis aber nicht alte, mutige Pilzprofis!

Ist der Kampfermilchling wie der Maggipilz in größeren Mengen giftig?

Nein! Unsere Freunde und wir essen den Kampfermilchling als Mischpilz auch in größeren Mengen. Ein Unwohlsein ist uns vollkommen unbekannt! Der Maggipilz hingegen verursacht in größeren Mengen genossen Übelkeit. Als Würzpulver soll er gute Dienste leisten. Wir verwenden ihn nicht, weil wir auf Giftpilze generell verzichten!

Ist die Bestimmung der Pilze über einen Pilzschlüssel noch sinnvoll?

Nicht ganz! Wer sicher in eine Richtung einen Pilz oder seine Gattung bestimmen will kann von über 3600 Pilzarten über die App oder Pilz-Suchmaschine ( www.123pilze.de ), diese sicherer ermitteln. Der herkömmliche Pilzschlüssel (max. 300 Arten-Bestimmung) aus Büchern wird durch moderne Computer-Technik ersetzt. Bestimmungs-Schlüssel in der Pilz-Mikroskopie hingegen ist weiterhin sinnvoll und bisher nicht (noch nicht) ersetzbar.

Ist die Breitblättrige Glucke essbar?

Ja! Durch eine besondere Zubereitung ist auch dieser Pilz gut. Versuche diesen Pilz mit Ei, Hackfleisch, Gewürzen, Semmelbrösel, etwa so wie eine Frikadelle (Fleischpflanzerl) zu braten; er wird dann kulinarisch brauchbar! Weiter Möglichkeit wäre Ihn in Butter zu rösten bis er knusprig ist, auch gut!

Ist die Radioaktivität in den Pilzen wirklich so gefährlich?

Die natürliche Radioaktivitätsbelastung beträgt etwa 2,5 mSv (mSv = Millisievert) im Jahr. Im Schwarzwald bis zu 5 mSv. In einigen Gegenden auf diesem Planeten sogar bis 200 mSv im Jahr. Arbeitsrechtlich darf die Dosisleistung 20 mSv pro Jahr = 10 μSv/h (bei 2000 Arbeitsstunden), nicht überschreiten. Aus Essen und Trinkwasser nehmen wir etwa die natürlichen Radionnuklide K40 (im Kalium) u. C14 (Kohlenstoff) von 0,3-0,60 mSv auf. Zusätzliche Belastung: Röntgen der Lunge max. 0,2 mSv. Zusätzliche Belastung: Fall-out 60er Jahre max. 0,25 mSv. Zusätzliche Belastung: Kernanlagen max. 0,5 mSv. Zusätzliche Belastung: Fernsehen, Geräte... max. 0,02 mSv. Zusätzliche Belastung: Flug Europa Amerika ca. 0,05 mSv. Beispiel eines Messergebnisses aus dem Bayerischen Wald (Gebiet Freyung Grafenau) bei Pilzen vom Bayerischen Landesamt für Umwelt gemessen. K40 zwischen 70 und 165 Bq (kg) (Bq = Becquerel) natürliche Radioaktivität des Kaliums sowie unnatürliches Cäsium (Cs 137) zwischen 3 und 320 Bq (kg) stochastisch gesehen hat eine Aufnahme von 80 000 Bq (Cs 137) in etwa eine Strahlenbelastung von 1 mSv zur Folge. Vergleich: Statt einem Flug nach Amerika hin und zurück = 0,1 mSv = etwa 8 000 Bq Cs 137 per Nahrung aufgenommen, könnten die höchst belasteten Pilze des östlichen Bayerwaldes von 320 Bq (kg) (Cs 137) in einer Menge von 25 kg verzehrt werden. Bei Rotfußröhrlingen wurde eine Belastung von 2,34 Bq (Cs 137) gemessen, hier dürften theoretisch 3 419 kg verzehrt werden, wenn auf einen Amerikaflug verzichtet wird. Der Schwellenwert, wann eine Reaktion, z.B. erhöhtes Krebsrisiko eintritt, ist leider nicht berechenbar. Deshalb sollten die Belastungen so niedrig wie möglich gehalten werden. Dies gilt natürlich auch für Schwermetallbelastungen und andere Umweltgifte.

Ist ein Silberlöffel oder eine Zwiebel ein sicheres Erkennungszeichen für Giftpilze im Pilzgericht?

Nein! Es ist Quatsch! Ein Grüner Knollenblätterpilz wird nie einen Silberlöffel oder eine Zwiebel verfärben, aber mit Sicherheit dein Gesicht und zwar in GELB. Absolutes Leberversagen und absolut tödlich!

Ist ein wiederholtes Einfrieren von Pilzen möglich?

Nein! Aufgetaut und anschließend gekochte Pilze dürfen zwar noch einmal innerhalb 24 Stunden aufgewärmt werden, aber bitte nicht mehr neu einfrieren. Irgendwann ist jede Behandlung eine Behandlung zu viel.

Ist es gefährlich, wegen der Fuchsbandwurmgefahr in den Wald zu gehen?

Nein! Es ist erwiesen, dass es keine höhere Erkrankungsrate von Waldarbeitern, Förstern oder Pilzsammlern gibt. Dagegen besitzen 70 % aller erkrankten Haustiere wie Hunde, Katzen usw. den Fuchsbandwurm. Sie werden wohl hauptsächlich die Überträger des Fuchsbandwurms sein! Seit 1981 erkrankten 560 Menschen in Europa. In der Regel ist diese Erkrankung tödlich - einzige mögliche lebensverlängernde Behandlung wäre Operation oder Antiwurmmedikamente. Nur ein Arzt kann in dieser Hinsicht die Behandlungsmöglichkeit festlegen.

Ist Pilze suchen in der Nacht erlaubt?

Nein! Zum Schutz der Tiere und deren nächtlicher Ruhe, ist das Betreten des Waldes nach Dunkelheit verboten.

Ist Pilzpulver besser als getrocknete Pilze?

Ja. Wir finden Pilzpulver die idealste Art der Pilzkonservierung und Verwertung. Je mehr Arten im Pilzpulver enthalten sind, desto besser ist die Würze für Soßen aller Art.

Ist wegen der radioaktiven Verstrahlung das Sammeln von Pilzen in Polen gefährlich?

Polen - kein Problem - keine besonders hohe Strahlung! Nur keine Pilze kaufen außer von Einheimischen! Gerne werden von russisch-verstrahlten Gebieten Pilze importiert. Am besten selbst in Polen Pilze suchen. Tipp: Einheimische mitnehmen!

Kann auch ich Pilzsachverständiger werden?

Ja klar! Jeder ab 18 Jahren kann Pilzsachverständiger werden. Wichtigste Voraussetzung: Kenntnisse aller Gattungen und Unterarten, aller Giftpilze und deren vollständige Erkennungsmerkmale, Kenntnisse der Gesetze und Verordnungen sowie über die Zubereitung und Zucht von Pilzen als auch über mögliche Krankheiten. Besuch des Fortgeschrittenenseminars II mit anschließender theoretischer, mündlicher und praktischer Prüfung.

Kann der Butterröhrling Allergien auslösen?

Ja - laut allgemeiner Literatur mag das so sein, aber wir essen Butterröhrlinge schon seit Jahrzehnten und stellten nie allergische Reaktionen fest. Leider kann jeder Pilz Allergien auslösen. Sollte dies bei dir der Fall sein, musst du wohl oder übel auf Pilzgerichte verzichten. Oft ist es aber nur Einbildung oder Angst, die solche Allergien auslösen.

Kann der Maggipilz als Würzpilz in geringen Mengen Verwendung finden?

Laut allgemeiner Literatur: JA; wir sagen NEIN! Der Bruchreizker (Maggipilz) schmeckt nach dem Trocknen nur muffig-erdig, deshalb keinesfalls verwenden. Wir vermeiden grundsätzlich jeden Pilz, der in größeren Mengen giftig wirkt. Vielleicht ist das der Grund, warum wir noch nie ein Problem wie Bauchweh, Unwohlsein oder Ähnliches hatten. Es gibt genug Speisepilze, weshalb sollten wir giftige essen?

Kann die Suchmaschine/App die wissenschaftliche Fachliteratur ersetzen?

Nein! Auf keinen Fall! Viele Arten können nur mit speziellen Fachbüchern und deren Schlüsseln genauer bestimmt werden. Bei speziellen Pilzarten dient die Suchfunktion nur als Annäherung zu diversen Pilzarten. Viele können ohne mikroskopische Untersuchung nicht bestimmt werden. In vielen Vereinen wie DGfM, BMG, VSVP Schweiz … usw… werden hierzu Tagungen/Schulungen/Infoabende angeboten. Wir empfehlen deren Nutzung!

Kann ein Waldbesitzer das Betreten seines Waldes verbieten, damit man keine Pilze suchen kann?

Ja und Nein! Jeglicher Wald - außer Naturschutzgebiet oder mit Zaun eingegrenzter Wald - darf bis zur Dämmerung frei betreten werden (gilt nur für Deutschland, andere Länder haben andere Gesetzgebungen). Pilze dürfen in selbstverwertbarer Menge mitgenommen werden. Das Betretungsrecht kann durch Arbeiten im Wald (Holzfällarbeiten, Bepflanzung…) durch den Waldbesitzer zeitlich eingegrenzt werden. Die Bewirtschaftung hat Vorrang. Auch wegen der Unfallgefahr bei Baumfällarbeiten sollte dieser Bewirtschaftungsbereich weiträumig gemieden werden. Ansonsten gilt immer freies Betretungsrecht durch Gesetz geregelt!

Kann es sein, dass ein Teil des Pilzes giftig und ein anderer Teil essbar ist, wie zum Beispiel der Fliegenpilz, wenn die Haut abgezogen wird?

Eigentlich Nein! Ist ein Pilz essbar, ist er in allen Teilen essbar. Ist ein Pilz giftig, ist die Konzentration des Giftes in den einzelnen Teilen oft unterschiedlich! Beim Fliegenpilz spielen gleich zwei Faktoren eine Rolle. Zum einen wurden Fliegenpilze gefunden, die fast keine Giftstoffe enthielten, ein anderes Mal wieder war die Giftkonzentration (Ibotensäure) extrem hoch. Auch findet eine besonders starke Anreicherung mit Giftstoffen in der Huthaut statt! Oder betrachten wir die Stinkmorchel: Als Hexenei ist sie ein guter Speisepilz und später ist sie ungenießbar. Warum wohl? Ganz einfach, wer will schon einen solchen Stinkkolben essen? Giftig wäre der Pilz erst, wenn er sich aufgrund seines Alters zersetzen würde!

Kann ich durch die App (Suchmaschine) alle Pilze 100%-ig bestimmen?

Nein! Viele Pilze können nur sicher in einer mikroskopischen Untersuchung bestimmt werden. Nichts desto trotz soll ja die Suchmaschine nicht das Mikroskop ersetzen, sondern nur als Hilfsmittel in eine etwaige Richtung geben. Sie ersetzt aber durchaus die alten Pilzschlüsseln von Büchern.

Kann ich EHEC bekommen bei Waldpilze.

Ein EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) Fall ist durch Pilzgenuss von Waldpilzen noch nie bekannt geworden. Du kannst bedenkenlos Pilze sammeln und verzehren. Waldpilze sollen wegen anderen Gefahren wie Fuchsbandwürmer, Tollwut und diversen Verunreinigungen immer gut geputzt und nur gegart (mind. 5 Min. Braten/Kochen) verzehrt werden. Auf Wiesen gesammelte Pilze, die mit Fäkalien gedüngt wurden, ist ein Gesundheitsrisiko sicherlich nicht ausgeschlossen, jedoch bisher nicht bekannt. Auch verunreinigtes Wasser bei Zuchtpilzarten kann im Extremfall zu EHEC führen, es wird aber besonders darauf geachtet, dass dies nicht passiert.

Kann ich Hallimasch auch ohne Abkochen verwenden?

Auf den Versuch kommt es an. Wenn du sie allein verspeist, kannst du es ruhig mal ausprobieren. Die schlimmsten Folgen wären Durchfall oder etwas Übelkeit und Bauchweh. Die meisten Personen haben absolut keine Probleme, auch ohne vorheriges Abkochen Hallimasch zu essen. Andere dagegen leider schon.

Kann ich Nebelkappen ohne Gefahr der Unverträglichkeit essen?

Nein! Es wurden mutagene (zellverändernde) Stoffe gefunden (Lyophyllin und Connatin). Von einem Genuss raten wir ab. Sie ist sowieso keine besonders guten Speisepilze. Wir verglichen sie mit Zuchtchampignons aus der Dose.

Kann ich sicher sein, dass meine gefundenen Pilze essbar sind, wenn ich sie in einer Pilzberatungsstelle oder von einem Pilzsachverständigen resp. Pilzkontrolleur überprüfen lasse?

Ja! Pilzsachverständige (D, A) und Pilzkontrolleure (CH) müssen durch eine sehr schwierige theoretische und praktische Prüfung ihren Kenntnisstand beweisen. Bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) müssen sie außerdem Fortbildungsseminare und in der Schweiz Wiederholungskurse besuchen. Ein Pilzsachverständiger wird nur zweifelsfrei bestimmbare Pilze zum Genuss freigeben.

Kann man einen Hautpilz bekommen, wenn giftige Pilze angefasst wurden?

Auf keinen Fall. Berührung ist absolut ungefährlich! Sogar die Sporen sind unverdaulich und daher ungiftig. Hautpilz ist eine ganz andere Pilzart wie Großpilze!

Kann man Pilze in Essig und Öl einlegen?

Ja, diese Methode ist eine sehr gute Konservierungsmöglichkeit. In einem Topf mit 0,5 Liter Weinessig, 0,5 Liter Weißwein, 2 Knoblauchzehen (fein zerhackt), 1 Esslöffel Salz, 1 Esslöffel Koriander, etwas Muskatnuss (gerieben), ein wenig Pfeffer, ca. 15 Min. kochen lassen. Gleichzeitig dazu in einem Tee-Ei: 5 Nelken, 5 Wacholderbeeren (zerdrückt), etwas Rosmarin, sowie 3 Lorbeerblätter mitkochen lassen. Anschließend die Pilze entnehmen, abtropfen lassen und in ein Glas füllen. Mit kalt gepresstem Olivenöl auffüllen, bis die Pilze überdeckt sind - fertig! Haltbarkeit: Einige Monate.

Kann man zu viele Pilze auf einmal essen?

Ja und Nein! Chitin lässt die Pilze schwer verdaulich werden, d.h. sie können nicht vollständig von den Magen- und Darmsäften aufgelöst werden. Dadurch gehen sie genauso wieder raus aus dem Darm, wie sie gegessen wurden. Dennoch! Ein hoher Ballaststoffanteil reinigt den Darm, und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind doch gesund. Wer Magendrücken auf Pilze bekommt, sollte nicht allein den Pilzen, sondern der kompletten, oft zu üppigen Mahlzeit die Schuld geben.

Können andere Hexeneier wie z.B. das der Hundsrute, Gitterpilz oder Tintenfischpilz auch zu Speisezwecken verwendet werden?

Bisher Nein! Diese Hexeneier gelten zwar nicht als giftig, aber alle als ungenießbar. Bitte keine Selbstversuche! Es gibt immer noch unbekannte Giftstoffe! Bestimmt haben schon einige neugierige Biologen Tests nach Giftstoffen durchgeführt und den Pilz selbst probiert. Wäre einer wirklich essbar und gut, würde dies bekannt sein.

Können angeschimmelte Pilze gegessen werden, wenn der Schimmel großflächig weggeschnitten wird?

Nein! Einige Schimmelarten geben Giftstoffe ab, die den ganzen Pilz verseuchen. Verschimmelte Pilze immer stehen lassen oder wegwerfen! Ein noch nicht sichtbarer Schimmel bildet aufgrund der noch geringen Ausbreitung keine Gefahr!

Können auch essbare Pilzarten giftig werden?

Ja! Bei jedem Pilz, der falsch gelagert wurde, zersetzt sich das Eiweiß. Es wirkt dadurch toxisch (giftig). Die Plastiktüte ist der Tod eines jeden Pilzes - der Pilz muss atmen können. Deshalb Körbe oder ähnliches beim Sammeln verwenden. Nach dem Sammeln die Pilze immer gleich putzen und in den Kühlschrank stellen. Wurmlöcher sollen möglichst entfernt werden. In ihnen befinden sich Bakterien, die vom Wurm übertragen wurden. Diese beschleunigen den Fäulnisprozess. Pfifferlinge sollten nicht länger als 4 bis 5 Tage, alle anderen Pilze höchstens 24 Stunden im Kühlschrank gelagert werden.

Können Fliegenpilze gegessen werden?

Fliegenpilze werden mit besonderer Zubereitung in osteuropäischen Ländern gegessen. Es wird angenommen, dass die enthaltenen Nervengifte im Fliegenpilz regional sehr schwanken. Eine tödliche Wirkung ist zwar äußerst selten, da aufgrund Erbrechens der Pilz schnell den Körper wieder verlässt. Es ist aber immer möglich, dass der Genuss zum Tode führt, vor allem wenn der Organismus aufgrund einer anderen Erkrankung geschwächt ist. Das Abziehen der Huthaut bringt nichts!

Können Hexeneier der Stinkmorchel als Hautpflegemittel verwendet werden?

Ja! Die gallertartige Masse des Hexenei´s hat eine unglaubliche Eigenschaft! Reibt man es (frisch) auf Hände und Gesicht, so wird die Haut unverzüglich cremig, geradezu seifig-weich. Die Gallerte ist extrem feuchtigkeitsbindend; diese Wirkung hält auch nach Stunden noch an.

Können Pilze einen Pilzbefall bekommen?

Es gibt über 1 Million Schimmelpilzarten. Einige davon sind essbar, wie die im Schimmelkäse oder der Hefe. Leider sind die meisten anderen GIFTIG, vor allem Gen-giftig. Das heißt, du bekommst Krebs, weil sie deine Zellen verändern. Lebensmittel so wie natürlich alle Pilze, die Pilzbefall haben, sollten nicht mehr gegessen werden!

Können Pilze in Stofftaschen gesammelt werden?

Im Prinzip ja, da Stofftaschen atmungsaktiv sind. Dennoch empfehlen wir offene und weitmaschige Pilzkörbe. Die Pilze werden geschont und luftig transportiert. Außerdem entweichen die Sporen sofort wieder durch die Öffnungen. Auch Plastikeimer sind völlig ungeeignet. Dort kann es zu einem Hitzestau kommen und die Pilze verderben. Außerdem wird hier jeglicher Sporenabwurf nach außen verhindert.

Können Pilze Krebs oder andere Krankheiten bekämpfen?

Ja! Es gibt viele Heilpilze, die Krankheiten bekämpfen oder lindern. Aids, Diabetes, Hämorrhoiden, Verstopfung, Tumore sind nur wenige davon. Sie gelten in unseren Regionen als Vitalpilze zur homöopathischen oder naturkundlich begleitenden Behandlung von Erkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems.

Können Pilze nach dem Einfrieren bitterlich werden?

Es ist durchaus möglich, dass leichte Bitterkeit durch Einfrieren entstehen kann. Dies tritt zwar meist bei Pfifferlingen auf, kann aber auch bei Maronenröhrlingen oder anderen Mischpilzen auftreten. Es ist zwar harmlos, dennoch geschmacksstörend. Einzige Abhilfe: beim nächsten Mal die Pilze blanchieren, das heißt etwas anbraten (kochen). Noch besser wäre eine komplette Zubereitung, z.B. mit etwas Sahne und dann einfrieren. Wir garantiere dir, du hast keine Bitterkeit mehr, zumindest in den ersten 3 Monaten! Und habe keine Angst, schlecht geworden sind sie sicherlich nicht. Wenn Pilze schlecht werden, riechen sie unangenehm muffig, stinkend und der Geschmack ist fade - nicht bitter!

Können Pilze vom Straßenrand gegessen werden?

Nein! Pilze werden teilweise zur Entseuchung von Böden durch Schwermetalle benutzt, d.h. sie nehmen Schwermetalle (Kadmium, Quecksilber...) und andere giftige Stoffe leicht auf. Pilze deshalb nur im Wald, auf ungespritzten Wiesen oder eigenen Kulturen verwerten. Eine wenig befahrene Landstraße soll aber kein Hindernis sein! Autobahnen dagegen sind problematischer. Wenn nur ganz selten Pilze gegessen werden, ist auch dabei kein gesundheitliches Risiko zu befürchten.

Können Schnecken nach Verzehr von tödlich giftigen Knollenblätterpilzen giftig werden?

Eine sehr interessante Frage! Normalerweise haben Schnecken und Insekten Enzyme, die das Gift von Pilzen für sie unschädlich macht. Wenn aber ein hochgiftiger Knollenblätterpilz (grün/weiß) von so einer Schnecke verzehrt wurde und sich diese Substanz noch im Verdauungstrakt befindet, ist es durchaus möglich, dass dies auch für Menschen noch gefährlich werden kann. Schon wenige Milligramm vom AMATOXINE PHALLOTOXINE (Alpha-AMANITIN) wirken organschädigend! Wir sind uns aber sehr sicher, wenn die Schnecke 2 Stunden Zeit zur Verdauung hat, dass sich dann keine gefährlichen Gifte mehr in ihr befinden. Entweder wurden diese ausgeschieden oder neutralisiert. Beruhigender Hinweis! Bisher sind keine Vergiftungsfälle durch den Verzehr von Schnecken bekannt!

Lassen sich Steinpilze und Maronenröhrlinge züchten?

Steinpilze und Maronen lassen sich in der Tat nicht züchten, es sei denn man - impft - die Wurzeln potenzieller Mykorrhiza-Partner und legt anschließend einen Steinpilzwald an. Diese Methode soll an einigen Orten bereits angewandt werden, um Trüffel zu gewinnen und Steinpilze zu züchten. Der wirtschaftliche Erfolg lässt aber meist zu wünschen übrig.

Meine Kühltruhe/Eisschrank ist 24 Stunden ohne Strom gewesen. Schadet es meinen Pilzen?

Relativ neue Kühltruhen/Schränke sind so gut isoliert, dass sie ungeöffnet eine Innentemperatur nach 24 Stunden noch von - 5 Grad oder niedriger aufweisen. Das ist noch ausreichend um die Lebensmittel nicht verderben zu lassen. Ältere Modelle oder ein längerer Zeitraum lassen die darin enthaltenen Lebensmittel auftauen. Fleisch kann, wenn es gleich gebraten wird, noch Verwendung finden, Pilze dagegen nicht! Ein Auftauen führt dazu, dass sich das Pilzeiweiß zersetzt und toxisch (giftig) wirkt. Die beste Überprüfung, nachdem der Strom wieder da ist: Kühltruhe öffnen und die eingefrorenen Pilze überprüfen. Sind die Päckchen weich - weg damit! Falsche Sparsamkeit ist bei drohender Vergiftungsgefahr nicht angesagt!

Mir geht es nach einer Pilzmahlzeit nicht gut, was soll ich tun?

Siehe unter Pilzgifte! Dort sind alle sofortigen Maßnahmen aufgelistet! Oft ist Panik fehl am Platz. Die meisten Pilzvergiftungen wurden durch verdorbene Pilze verursacht. Die Auswirkungen können gleich einer Lebensmittelvergiftung sein. Auch eine Allergie auf Pilze nach dem Pilzgenuss ist möglich. Aber immer gilt: Ab zum Arzt! Ein Pilzsachverständiger kann hierbei eine kleine Beruhigung bringen, wenn ihm Putzreste vorgelegt werden und sie/er eine tödlich endende Knollenblätterpilzvergiftung oder ähnliches ausschließt. Oder wenn er/sie Giftpilze mit unangenehmer Wirkung findet, dessen Gifte aber nur langanhaltende Magen und Darmstörungen verursachen, aber nicht lebensbedrohlich sind. Übrigens! Sehr schlimm ist es immer, wenn Vergiftungserscheinungen erst sehr spät auftreten > 6 Stunden nach der Pilzmahlzeit. Hier liegt meist eine sehr schwere Vergiftung vor. Ein Arztbesuch ist unumgänglich und es muss vom Schlimmsten ausgegangen werden, z.B. eine Vergiftung durch einen Knollenblätterpilz!

Muss ich von Schnecken angefressene Teile des Pilzes entfernen (ausschneiden)?

Nein! Schneckenfrass ist absolut unbedenklich. Alle Bereiche die von Schnecken überquert wurden oder Teile die von Schnecken angefressen wurden sind fast steril. Schneckenschleim enthält Antioxidantien und wird in asiatischen Ländern sogar für die Gesichtspflege verwendet. Dort lässt man zur Pflege oder Heilbehandlung Schnecken über das Gesicht oder anderen Körperteilen kriechen.

Müssen eingefrorene Pilze vor der Verwendung aufgetaut werden?

Auf gar keinen Fall. Ein Auftauen würde dazu führen, dass sich das Pilzeiweiß zersetzt und toxisch (giftig) wirkt. Eingefrorene Pilze deshalb direkt in die Pfanne und sofort kochen!

Nach welchem System wächst das Myzel?

Nach dem Nährstoffprinzip. Das heißt, das Myzel breitet sich in den Richtungen aus, wo es die besten Bedingungen hat, Mineralien oder Kohlenstoffe zu finden. Dadurch entstehen auch bei folgezersetzenden Pilzarten (Saprophyten) die sogenannten kreisförmigen Hexenringe. Bei Symbiose Pilzarten (Mykorrhizapilze) ist es ähnlich. Diese suchen aber nach Mineralien. Das Myzel breitet sich in den Richtungen aus, wo es die leichtesten lösbaren Mineralien findet.

Pilze am Abend: Schuld für Alpträume?

Pilze sind schwer verdaulich und können schon mal Magendrücken verursachen. Durch dieses Unwohlsein entsteht Angst. Diese Angst verursacht wiederum Alpträume. Deshalb sollten spät abends, vor dem Schlafengehen, nicht oder nur wenige Pilze gegessen werden. Jedoch sind Pilze immens gesund. Ein hoher Ballaststoffanteil reinigt den Darm und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind sehr gesundheitsfördernd. Übrigens! Pilze haben auch andere, teilweise unbekannte Substanzen in sich, die Tumoren und Infekten vorbeugen! Wer Magendrücken auf Pilze bekommt, sollte nicht allein den Pilzen, sondern der kompletten, zu üppigen Mahlzeit die Schuld geben.

Pilze für was? Oder was verursachen Pilze?

Essbare Pilze haben sehr viele Vitamine und Mineralstoffe und sind dadurch sehr gesund - etwa vergleichbar mit Gemüse. In der Chinesischen Medizin wirken Pilze auch gegen viele Krankheiten wie Krebs, Diabetes usw... Giftige Pilze hingegen können von harmlosen Magen- Darm-Beschwerden zu tödlichem Nieren- oder Leberversagen führen. Psycho-Pilze können rauschähnliche Symptome verursachen, jedoch auch zu lebenslangen Psychosen (Psychiatrische Klinik)! Hautpilze können schwere Beschwerden verursachen und auch innere Organe befallen.

Schadet das Ausdrehen/Herausdrehen eines Fruchtkörpers dem Myzel oder ist Abschneiden die bessere Methode?

Nein! Es ist vergleichbar mit einem Apfelbaum. Wenn der Apfel samt Stängel vom Baum gepflückt wird, macht es dem Baum gar nichts aus. Wird aber der ganze Ast abgebrochen, braucht er länger, bis er sich regeneriert hat. Möglicherweise kann sogar der Baum absterben und so ist es auch mit dem Myzel. Abschneiden ist vergleichbar mit Apfel ohne Stängel vom Baum zu pflücken - auch eine gute Methode! Nur bei Pfifferlingen empfehlen wir das herausdrehen, weil wir festgestellt haben, dass nach dem Abschneiden der Stielrest verfault und es länger dauert bis neue nachwachsen.

Sind alle Pilze radioaktiv verstrahlt und daher nicht genießbar?

Nein! Es gibt Pilze, wie etwa die Maronenröhrlinge, die sehr hohe Cäsiumwerte aufweisen. Dieser Wert ist von Region zu Region verschieden. Wenn nicht mehr als 20 kg im Jahr gegessen werden, besteht wenig Gefahr!

Sind alle Röhrlinge essbar?

Nein! Nachweißlich giftig sind die rotporigen Arten: Satansröhrling, Wolfsröhrling, einige Purpurröhrlingsarten und der Netzstielige Hexenröhrling. Durchaus kann auch ein Verzehr geringer Mengen dieser Arten zu keiner Vergiftung führen. Bis auf dem Wolfsröhrling haben alle diese Arten eine Netzzeichnung am Stiel. Bei den weiß- und gelbporigen Arten gibt es nur den Schönfußröhrling mit Netzzeichnung als giftige Art und den Erlengrübling als verdächtige Art. Ungeniessbar bitter sind Schönfußröhrling, Gallenröhrling und Wurzelnder Bitteröhrling. Durch diese Infos gibt es einen kleinen Tipp für Sammler von Röhrlingen: Weiß- und Gelbporige Arten sind (fast) immer essbar, wenn sie mild schmecken (Geschmacksprobe). Rotporige Arten sind nur essbar, wenn sie keine weißen, grauen und rosafarbenen Hutfarben aufweisen und keine Netzzeichnung am Stiel zu sehen ist.

Sind Blautäublinge essbar?

Ja - er kann gegessen werden! Aber nur wer Täublinge als Täublinge erkennt, kann alle mild schmeckenden Arten essen. Wichtig! Täublinge haben sehr brüchiges Fleisch und brüchige Lamellen, außer dem Frauentäubling (Blautäubling) mit weichen Lamellen. Weiter haben Täublinge niemals einen Ring und niemals eine Knolle!

Sind Blutreizker gute Speisepilze?

Ja! Besonders geeignet als Bratpilze. In Soße gilt er mehr als Mischpilz. Zu beachten ist der darin enthaltene Farbstoff. Denn bei den rotmilchenden Reizker-Arten färbt sich der Urin nach dem Genuss rot.

Sind Champignons essbar, die Schimmelansätze zeigen?

Nein! Schimmel an Pilzen z.B. Champignons bedeutet immer: Die ganzen verschimmelten Pilze müssen entsorgt werden. Es entstehen hochgiftige (vor allem) stark krebserregende Gifte! Auch die nicht betroffenen Pilze haben sicherlich schon ein Schimmelpilz-Myzel im Inneren. Deshalb würden wir empfehlen auch alle beiliegenden Pilze, die noch keine Schimmelhaare (Fruchtkörper des Schimmelpilzes) haben, ebenfalls zu entsorgen!

Sind die in einem Pilz enthaltenen Würmer giftig?

Nein! Es gibt keinen giftigen Wurm/Larve in einem Pilz. Aber die Bakterien, die dieser Wurm mitschleift, sorgen für einen schnelleren Eiweißzerfall im Pilz. Deshalb sollten Wurmlöcher möglichst ausgeschnitten werden. Werden einzelne übersehen, wird man noch lange nicht krank; aber nicht vergessen: Ausreichend kochen!

Sind die Magic-Mushrooms-Pilze (Drogenpilze) in Deutschland und anderen Ländern wie Österreich und Schweiz erlaubt?

Nein! Magic Mushrooms sind Drogenpilze und fallen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern unter das Betäubungsmittelgesetz. Das ist auch gut so, denn die Gefährlichkeit wird immer unterschätzt. Die Gefahr, eine Phobie zu bekommen und lebenslang einen psychischen Schaden zu haben, ist häufiger als du glaubst.

Sind die Pilzsucher (Schwammerlsucher) daran schuld, dass es immer weniger Pilze gibt?

Nein! Hauptursache ist die Umweltverschmutzung, saurer Regen und die Waldbewirtschaftung. Durch eine Schweizer Langzeitstudie wurde bewiesen, dass Pilzsucher zwar den Bestand um etwa 20 % reduzieren. Nach einem Jahr Nichtbegehung wurde jedoch festgestellt, dass der Ertrag und die Artenvielfalt wiederhergestellt waren!

Sind Egerlinge (Champignons) krebserregend?

Ja und Nein! Es wurde festgestellt, dass in allen Champignonarten (Anisegerlinge, Wiesenchampignon... auch Zuchtchampignon) eine chemische Verbindung vorhanden ist (auf Kohlenwasserstoffbasis - ähnlich dem Raketentreibstoff - Benzol), der krebserregend sein soll. Eine Bestätigung der Gesundheitsgefahr liegt nicht vor, weil bestimmte Giftstoffe in geringen Mengen unschädlich bleiben oder durch Kochen zerstört werden. Deshalb wird nicht vom Verzehr abgeraten. Die gesundheitlichen Vorteile durch Vitamine und dem Mineralgehalt (z. B. auch beim Zuchtchampignon) sind höher, als die sehr geringe Menge des enthaltenen Giftstoffes. Wenn das so schlimm wäre, dürften keine Pommes oder Grillsteaks mehr verkauft werden. Hier sind die Mengen von krebserregenden Stoffen um ein tausendfaches höher! Aber es darf nicht vergessen werden, dass wildwachsende Champignons (Egerlinge) sehr hoch mit Cäsium und Schwermetallen belastet sind - gleich dem Maronenröhrling und dem Semmelstoppelpilz. Pilze sollten aufgrund solcher Belastungen höchstens 1 x wöchentlich (300 - 400 g) verzehrt werden und im Jahr nicht mehr als 20 kg.

Sind Flechten giftig?

In der Regel nein! Obwohl es eine sehr giftige Flechte gibt: Die Wolfsflechte! Sie ist sehr giftig, Zu mindestens bei gewissen Tieren wie Hunde oder Wölfe. Auch Berührungen können schon allergische Reaktionen auslösen. Die Gelb-Färbung der Flechte ist auf den Gehalt von Vulpinsäure zurückzuführen. Je älter die Flechte ist desto höher ist seine Giftkonzentration. Dieses starke Gift wirkt auf das zentrale Nervensystem. Das Gift wurde früher dem Köder zum Töten von Füchsen oder Wölfen zugegeben, deshalb der Name Wolfsflechte.

Sind Parasiten Pilze nützlich?

Parasitäre Pilze sind eine Art Gesundheitspolizei der Natur, um schwache Organismen zu zerstören. Sie vernichten lebendes, geschwächtes Leben und erschaffen somit Platz für neues gesundes Wachstum. Ein gutes Beispiel ist der Hallimasch, dieser Pilz befällt nur geschwächte oder tote Bäume und sorgt somit Platz für gesunde Bäume. Schuld an parasitärem Befall ist oft eine Monokultur der Waldbepflanzung oder mangelnde Waldpflege. In einem gepflegten, gesunden Waldbestand findet man nur selten parasitäre Pilzarten, weil gesunde Pflanzen sich durch das eigene Immunsystem davor wehren können. So hart es klingt - so ist das Leben! Der Schwache stirbt und schafft Platz für neues gesundes Leben. Dieses gilt für Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen.

Sind Pilze an Kapern zulässig?

Sicherlich war die Konservierung fehlerhaft und/oder die Schimmelpilze konnten nicht vollständig abgetötet werden. Da Schimmelpilze giftig, vor allem gen-giftig (krebsauslösend), wirken können, sollte die Ware entsorgt werden.

Sind Pilze für Kleinkinder (Babys) geeignet?

Nein! Sehr schwer verdaulich und für Kindermägen sehr ungesund!

Sind Pilze für Veganer und Vegetarier geeignet?

Wir kennen einige Veganer, die essen Pilze regelmäßig. Da Veganer keine tierischen Produkte verzehren, erfolgt gern eine Zubereitung folgendermaßen: Pilze mit Öl in die Pfanne, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Petersilie und Zwiebeln braten. Mit Wasser etwas ablöschen, eventuell mit Reisstärke oder Maisstärke verdicken lassen und mit Reis essen. Habe es selbst probiert und denke - gar nicht schlecht! Pilze sind keine Tiere! Pilze sind Fruchtkörper und wollen mitgenommen werden! Sie sind vergleichbar mit Baumfrüchten. Deshalb sind Pilze auch für Veganer oder Vegetarier top geeignet!

Sind Pilze gesund?

Ja und Nein! Pilze besitzen viele Vitamine, wenig Fett und sind vergleichbar mit Gemüse. Einige Pilze gelten in der Chinesischen Medizin als Heilpilze und werden für verschiedenste Krankheiten eingesetzt. In der EU/Schweiz/Europa wird dies (noch) nicht anerkannt. Sie gelten in unseren Regionen als Vitalpilze zur homöopathischen oder naturkundlich begleitenden Behandlung von Erkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems. Aber Pilze sind auch radioaktiv und schwermetallbelastet, weshalb die jährliche Verzehrmenge nicht über 20 kg sein sollte.

Sind Pilze Pflanzen?

Nein! Nur Pflanzen können durch Photosynthese Licht und CO2 in Zucker und Sauerstoff umwandeln. Das können Pilze nicht.

Sind Pilze schwer verdaulich?

Ja und Nein! Chitin lässt die Pilze schwer verdaulich sein, d.h. sie können nicht vollständig von den Magen- und Darmsäften aufgelöst werden. Dadurch gehen sie genauso wieder raus aus dem Darm, wie sie gegessen wurden. Ein hoher Ballaststoffanteil reinigt den Darm und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind gesund. Wer Magendrücken auf Pilze bekommt, sollte nicht allein den Pilzen, sondern der zu üppigen Mahlzeit die Schuld geben. Übrigens: Pilze haben auch andere, teilweise unbekannte Substanzen enthalten, die Tumoren und Infekten vorbeugen!

Sollte man lieber einzelne gleiche Arten für ein Pilzgericht verwenden oder ist ein Gemisch aus verschiedenen Pilzen besser?

Wieder mal reine Geschmackssache! Wir lieber den Geschmack einzelner Pilzarten herausfinden will soll das tun. Wir finden je mehr verschiedene Pilzarten in einem Pilzgericht sind, desto besser wird es. Jede Pilzart bringt einen einzigartigen Geruch und Geschmack mit und wertet dadurch andere Pilzarten auf. 

Stehen Pilze unter Artenschutz (Naturschutz)?

Ja, dafür gibt es Verordnungen in Deutschland. Einige Pilze stehen unter Artenschutz und dürfen nicht gesammelt werden - Kaiserling, Trüffel, Schafporling usw..., trotzdem ist bei bestimmten geschützten Pilzarten wie Steinpilz, Pfifferling, Brätling das Sammeln für den Eigenbedarf in normalen Verzehrmengen erlaubt. Für den Verkauf ist eine Sondergenehmigung notwendig, die in den Landratsämtern - untere Naturschutzbehörde - beantragt werden kann. In anderen Ländern Europas gelten andere Bestimmungen. In der Schweiz und Österreich gibt es entsprechende Artenschutzgesetze je nach Kanton oder Bundesland. In Holland ist Pilze suchen und ernten verboten.

Stimmt es, dass der Fliegenpilz essbar ist?

Ja! Es wurden Fliegenpilze gefunden, die nur wenig Ibotensäure (eine nicht proteinogene Aminosäure) enthielten. Diese ist Hauptsächlich für die Vergiftung verantwortlich. In osteuropäischen Ländern wird er sogar mit besonderer Zubereitung gegessen. Mehr jedoch wegen der berauschenden Wirkung. Da er aber in unserer Gegend viel Ibotensäure und weitere Giftstoffe enthält, wird vom Genuss abgeraten.

Stimmt es, dass der Grünling (Echter Ritterling) tödlich giftig sein soll, obwohl er in vielen Pilzbüchern als essbar gilt?

Ja! Nach einer französischen Studie wurde festgestellt, dass der Verzehr des Grünlings zu einer sogenannten Rhabdomyolyse (Muskelzersetzung) geführt haben soll. Einige Todesfälle wurden bereits nachgewiesen!

Stimmt es, dass der Hallimasch für Schweine tödlich wirkt?

Ja! Durch ein fehlendes Enzym beim Schwein wirkt der Hallimasch tödlich!

Stimmt es, dass der Weiße Rasling zu Genveränderungen führen kann, obwohl er in vielen Pilzbüchern als essbar gilt?

Ja! Es wurde durch chemische Untersuchung der Stoff Lyophyllin festgestellt. Dieser soll DNA schädigende Wirkung haben, d.h. er könnte unter Umständen Krebs auslösen.

Stimmt es, dass die Hirschlausfliege weniger gefährlich ist als die Zecke?

Ja, Hirschlausfliegen können zwar harmlose grippeähnliche Erkrankungen auslösen. Diese sind aber für einen gesunden Menschen absolut harmlos und wirken wie eine kleine Erkältung.

Die Hirschlausfliege ist einfach nur lästig. Sie fliegt Menschen an, wirft seine Flügel ab und krallt sich in die Haare bzw. beißt sich in die menschliche Haut. Sie verwechselt uns mit Rehen, Elchen bzw. Hirschen, da sie dort ihre Eier ablegen will.

Stimmt es, dass Pilze an Bäumen immer essbar sind?

Auf keinen Fall! Es gibt mindestens zwei tödliche Giftpilzarten, die an Bäumen (Holz) wachsen; Gifthäubling und Zimtfarbener Weichporling. Stammen tut diese Aussage von Aufzeichnungen der Hildegard von Bingen (1098-1179). Sie sagte, dass alle Pilze, die an oder auf Bäume wachsen essbar und alle auf Erde giftig sind. Sie mag zwar eine gute Pflanzenkennerin gewesen sein, aber ihre Anschauung nach Pilzen war sehr suspekt.

Wie wirkt sich Regen und Temperatur auf das Pilzwachstum aus?

Regen über mehrere Tage von über 10 l/m² ist optimal für ein gutes Pilzwachstum. Es entsteht auch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit; ein sogenanntes Dampfen der Wälder. Wassermengen über 80 l (innerhalb einer Woche) verursachen eine Wachstumsbremse. Temperaturen zwischen 10 und 25 ° C sind optimal, unter 5 ° C oder über 25 ° C = rückläufiges Pilzwachstum. Ausgenommen hierzu sind Spätherbstpilze. Diese benötigen tiefere Temperaturen aber ebenfalls viel Wasser.

Je mehr Wind, desto schneller trockenen die oberen Pilzmyzelschichten aus und das Pilzwachstum wird gehemmt.

Stimmt es, dass Pilze genauso hinten wieder rauskommen wie sie gegessen wurden? Das heißt sehr unverdaulich sind?

Ja, relativ - Pilze haben viele schwer verdauliche Substanzen. Macht aber gar nicht so viel aus, Hauptsache die Vitamine, das Eiweiß und die Mineralien bleiben im Körper und der Rest wirkt als Ballaststoff und reinigt den Darm. Übrigens! Pilze haben auch andere, teilweise unbekannte Substanzen, die Tumoren und Infekten vorbeugen! Leider sind Pilze auch radioaktiv und schwermetallbelastet, so dass vom Verzehr über 20 kg/Jahr abgeraten wird.

Stimmt es, dass wenn Pilze einmal gesehen wurden, sie nicht mehr weiterwachsen!

Teils, teils, das hat eigentlich nichts mit Sehen zu tun, sondern mehr mit den Wachstumsschüben. Beispiel: Pfifferlingen erreichen in der Regel nach 5 Tagen eine Größe von 2 bis 8 cm Hutdurchmesser. Gelegentlich wachsen sie weiter und erreichen oft enorme Größen (>15 cm). Die Ursachen wie Feuchtigkeit, Temperatur, Jahreszeit und Willigkeit sowie Nährstoffreichtum des Myzels sind hierbei entscheidend. Fehlt irgendein Bestandteil, so stoppt der Pfifferling sein Wachstum und erreicht vielleicht nur Größen von 0,5 cm Durchmesser. Dies erweckt den Eindruck: „Der Pilz den ich sah, wächst nicht mehr weiter“. In Wirklichkeit steht der Pilz schon viele Tage im Wald, weil ihm ein Wachstumsfaktor fehlte.

Wachsen Pilze auch auf der Heide (Wiese)?

Pilze wachsen überall! Aber Pilze benötigen sehr viel Feuchtigkeit. Deswegen sind auf sandigem Boden nur sehr wenig Pilzarten zu erwarten. Auf Wiesen und Weiden sind außer Champignons und einige anderen Pilzarten auch Saftlinge zu finden, die laut Bundesartenschutz geschützt sind. In Wäldern, Parks, Waldrändern und allen baum- oder strauchbepflanzten Orten findet man die sogenannten Mykorrhizapilze (Symbiosepilze) oder Folgezersetzerpilze des Laubes. Bei entsprechender Feuchtigkeit und Wärme sind überall sehr viele Pilze zu finden.

Wann ist die Hauptsaison für den Rauchblättrigen Schwefelkopf?

Wir finden ihn von Oktober bis Dezember, seltener auch im Frühjahr! Er liebt niedrige Temperaturen aber keinen Dauerfrost.

Wann sind Trompetenpfifferlinge nicht mehr genießbar?

Alte Trompetenpfifferlinge die nicht mehr genießbar sind, werden schwarz und fangen an übel zu riechen. Hellere ausgebleichte oder sehr große Pilze sind durchaus noch genießbar und schmecken gut.

Warum besteht in höheren Lagen keine oder nur geringe FSME-Gefahr (Frühsommermeningitis)?

Weil in höheren Lagen, d.h. höher als 700 m über dem Meeresspiegel, der Virus nur wenig Überlebenschance hat. Das liegt an den niedrigen Temperaturen und den langen Wintern. Dadurch sind die Viren nicht überlebungsfähig. Früher galt eine Höhe von höher als 500 m, aber aufgrund der milden Winter der letzten Jahre, vielleicht auch als Ursache der globalen Erwärmung der Erde, musste diese Höhe nach oben verlagert werden.

Warum blaut mein Pilz nicht?

Flockenstielige Hexenröhrlinge, Rotkappen, Maronenröhrlinge, Rotfuß usw. blauen meist. Doch es kommt selten vor, dass Pilze mal nicht blauen. Dennoch sind sie immer noch dieselbe Art geblieben und natürlich unbedenklich essbar. Die Ursache: Ab und zu bilden Pilze Varietäten, die ihr bestimmtes Aussehen verändern oder denen ein Teil der Inhaltsstoffe fehlt. Das Blauen/Grünen/Schwärzen usw. wird durch Inhaltsstoffe (meist Säuren) verursacht, die in Verbindung mit Sauerstoff die Farbe des Pilzfleisches verändern. Bei deinem Pilz fehlte diese Säure! Sie ist im Übrigen für Menschen absolut harmlos. Viel häufiger kommt dieses Fehlen der Färbung bei Maronen- oder Rotfußröhrlingen vor. Natürlich sehr selten bei Flockenstieligen Hexenröhrlingen. Sogar Rotkappen gab es (noch extrem seltener), die sich nicht blau/schwarz verfärbten.

Warum essen Tiere giftige Pilze?

Das liegt an den Enzymen, die giftige Substanzen im Körper in ungiftige Moleküle umwandeln.

Warum finde ich meinen Pilz in der App, Suchmaschine oder Buch nicht?

Pilze haben oft unterschiedliches Aussehen. Das liegt an den Umwelteinflüssen oder auch am Standort. Beispiele: Wachsen Pilze in sehr lichtreichen Bereichen, können die Farben durchaus variieren. Wachsen Pilze nach langer Trockenheit können sie durchaus in Wuchsform oder Grösse sehr abweichen. Natürlich kann es auch sein, dass sich der Pilz noch nicht in unserer Datenbank befindet. Hier empfehlen wir Anfragen im www.123pilzforum.de oder per Mail an info@123pilze.de .

Warum finde ich nach einer Abholzung keine Pilze mehr?

Die meisten Pilze - vor allem Röhrlinge - sind Symbiosepilze. Wird der Symbiont Baum abgeholzt, stirbt das Myzel und es wachsen keine Fruchtkörper mehr. Passt die Witterung, kann es trotzdem zu einer einmaligen, sogar sehr starken Pilz-Flut kommen. Das Myzel versucht, bis es stirbt, noch einmal so viel Fruchtkörper (Pilze) mit Sporenpulver (Samen des Pilzes) zu bilden, wie es Feuchtigkeit und Nährstoffe zulassen!

Warum gab mir bei der Pilzberatung der Pilzberater (Pilzsachverständige) keinen einzigen Pilz frei?

Sicherlich befanden sich im Pilzkorb tödlich giftige Knollenblätterpilze. Schon ein kleines abgebrochenes Stück, könne beim eventuellen Verzehr einen Leberschaden verursachen. Deshalb Pilze zur Bestimmung immer trennen. Nämlich nach vermutlich essbaren Pilzen einerseits und unbekannten Pilzen andererseits! Letzteres getrennt in Alufolie oder Plastikgefäß aufbewahren!

Warum gaben mir bei der Pilzberatung der Pilzberater (Pilzsachverständige) meine Stockschwämmchen nicht frei, obwohl sie mir seit Jahren bekannt sind?

Die Verwechslungsmöglichkeit Stockschwämmchen (sehr guter Speisepilz) zum Gifthäubling (tödlich giftig) ist so groß, dass eine einwandfreie Bestimmung nur mit vollständigem Stiel möglich ist. Gifthäublinge haben einen längsfaserig flockig überhauchten Stiel, Stockschwämmchen haben einen mit hellen Schüppchen bedeckten Stiel. Der Mehlgeruch beim Gifthäubling ist oft sehr schwer zu definieren, deshalb werden Stockschwämmchen ohne vollständigen Stiel generell nie freigegeben!

Warum geben andere Autoren die Pilzarten oft als ungenießbar an obwohl hier die Art als essbar gilt?

Viele Autoren arbeiten nach dem Prinzip, was ich nicht kenne ist grundsätzlich nicht essbar. Wir agieren nach dem Prinzip: Er wurde bisher ohne Vergiftungssymptome schon verzehrt bzw. er enthält keine bisher nachgewiesenen Giftstoffe. Bei einigen Arten sind im Text eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen aufgeführt.

Warum gehört der Maggipilz zu den Milchlingen obwohl er keine wirklich sichtbare Milch hat?

Aufgrund seiner molekularen Struktur ist er wie die Milchlinge aufgebaut. Brüchiges Fleisch, brüchige Lamellen und wässrige kristallklare Flüssigkeit bei Verletzung absondernd.

Warum gelten auch sehr seltene Pilzarten oft als essbar, sie sollten doch geschützt sein und nicht verzehrt werden?

Wir geben nur die wahre Essbarkeit an. Das heißt, wir orientieren uns hierbei nur auf die Wissenschaft und nicht auf Vereine, Organisationen oder länderspezifische oder örtliche Richtlinien. Dennoch haben wir aufgrund von Sicherheitsbedenken einzelne Gattungen vollständig von der Essbarkeit ausgeschlossen, wie z.B. Risspilze oder kleine Schirmlinge. In diesen Gattungen gäbe es essbare Pilze. Eine richtige Bestimmung wäre hier oft nur per Mikroskop möglich und so zu risikoreich sie als essbar zu bezeichnen.

Warum gibt es giftige und ungiftige Pilzarten?

Gift bei Pilzen ist (meist) nicht wie bei Tieren um diverse Feinde abzuwehren, sondern mehr ein zufälliges Zellprodukt der im Aufbau des Pilzes entstanden ist und für manche Lebewesen „GEFÄHRLICH“ oder auch „NICHT GEFÄHRLICH“ sein kann. Deshalb geht bei vielen – für den Menschen – tödlichen Pilzen, keine Gefahr für Tiere aus. Das heißt, Rehe fressen durchaus Grüne Knollenblätterpilze ohne gesundheitliche Schäden. Für uns wären schon 10 g tödlich. Für Tiere giftige Pilze gibt es ebenfalls. Der Hallimasch gilt gut gekocht als sehr guter Speisepilz. Schweine dagegen würden in wenigen Stunden sterben, da diese Pilze die gleiche Wirkung zeigen, wie für uns Knollenblätterpilze. Das alles liegt meist an gewissen Enzymen, die dieses Gift im Magen auf harmlose Substanzen umwandeln. Fehlt dieses, treten Vergiftungen auf. Schnecken und Fliegen haben zwar keine entsprechenden Enzyme, dort wird das Gift nicht aufgenommen, da die entsprechenden Organe fehlen. Kurz um, sie können keinen Leberschaden erleiden, da sie ja keine besitzen. Wiederum gibt es auch Gift-Substanzen die Pilze bilden um sich vor Fliegen, Schnecken oder Schimmelpilzen zu wehren. Ein häufiges Gift hierzu ist Cyanwasserstoff (Blausäure). Es wirkt gegen Insekten tödlich, für uns würde es auch tödlich wirken. Da aber Pilze meist gekocht werden, verdunstet dieses Gift uns lassen diverse Pilze wieder essbar machen.

Warum gibt kein Pilzberater mir meinen Pilz für Speisezwecke frei, wenn ich ihm ein Bild gesendet habe?

Seriöse Pilzberater dürfen keine Speisepilzfreigabe per Bild erteilen, da folgende Angaben durch das Bild nicht sicher übertragen werden können: Geruch, Geschmack, Konsistenz (Festigkeit), natürliche Farbwiedergabe, Oberflächenbeschaffenheit, innere Konstruktion, Schleim- und Schmierigkeit (kann mit nassen Finger auf Hut oder Stiel getestet werden, z.B. Klebrigkeit), chemische und mikroskopische Untersuchungsmöglichkeiten.

Warum haben meine Rotfußröhrlinge rote Punkte im Fleisch?

Das sind ganz klar Madenkanäle bzw. Drahtwürmer-Gänge. Man sollte diese rot verfärbenden Bereiche ausschneiden, denn dort beginnt bereits die Fäulnis (Eiweißzersetzung). Die Maden selbst wären nicht giftig oder schädlich, nur die Bakterien, die diese Biester mitschleppen, verursachen die Zersetzung des Pilzes.

Warum ist bei manchen Bildern die Qualität grenzwertig?

Leider gibt es bei den > 10 000 Großpilzarten nicht immer Bilder zu jedem Pilz. Das hat folgende Ursachen: 1. Der Pilz wurde noch nie fotografiert, sondern nur mikroskopisch bestimmt und durch handschriftlichen Aufzeichnungen durch frühere Mykologen festgehalten. 2. Bilder wurden durch analoge Fotoapparate fotografiert und noch nicht digitalisiert und veröffentlicht. 3. Die gemachten Pilzbilder werden nur zu hohen Verkaufspreisen angeboten. 3. Bilder werden durch den Ersteller nicht für uns freigegeben bzw. schließen jegliche kommerzielle Verwendung aus. Auch wenn wir es ehrenamtlich verwenden, kann durch Verkaufseinnahmen (Bücher, App) diese nicht rechtssicher verwendet werden. Vergleich Wikipedia: Zwar ehrenamtlich aber durch Spendeneinnahmen die für den Serverbetrieb notwendig sind, wird auch hier ein gewisser kommerzieller Hintergrund (möglichweise) gesehen. Wir versuchen aber weiterhin bessere Bilder zu bekommen und Pilzarten zu erweitern. Gerne kannst du uns jederzeit Bilder zusenden info@123pilze.de. Aber bitte immer mit dazugehörigem Copyrightrechten, sonst können wir sie nicht verwenden!

Warum ist das Hexenei der Stinkmorchel essbar und die Stinkmorchel selbst nicht?

Die innere Hülle des Hexen-Eies ist sogar roh essbar und schmeckt nussartig! Zuerst aber die schleimige Außenhülle mit Haut entfernen! Dieses Innere in der Pfanne gebraten ist sehr gut! Die Stinkmorchel selbst ist nicht giftig, aber aufgrund des stinkenden, aufdringlichen Aasgeruches gilt sie als ungenießbar!

Warum ist der „Falsche Pfifferling“ nicht essbar, obwohl er in manchen Pilzbüchern als essbar bezeichnet wurde?

Geringe Mengen sind unschädlich. Größere Mengen des falschen Pfifferlings verursachen bei manchen Personen Magen- und Darmstörungen. Aus diesem Grunde sollte auf diesen Pilz verzichtet werden! Geschmacklich ist er es auch nicht wert = sehr minderwertig, Konsistenz weich und fade schmeckend.

Warum ist der Geruch von Pilzen so ein wichtiges Bestimmungsmerkmal?

Viele Arten sehen sich ähnlich. So könnte der Karbolegerling (giftig) mit dem Wiesenchampignon (essbar) oder mit dem Anischampignon (essbar) verwechselt werden. Doch er riecht tintenartig - dadurch auch sein Name - Karbolegerling. Das genügt zwar noch nicht. Achtet man jedoch auf die Kanariengelbfärbung der Stielbasis, könnte er höchstens mit dem Anischampignon verwechselt werden, da dieser auch eine Gelbfärbung aufweist. Doch dieser riecht nach Anis - also ist Geruch in diesem Fall das wichtigste Unterscheidungsmerkmal.

Warum sagt man bei einem Pilz - Pilzart - und nicht - Pilzsorte?

Pilze können nicht gekreuzt werden wie Hunde (Rassen) oder Gemüse z.B. Brokkoli (Sorten). Sie bleiben immer eine eigene Art. Varietäten (neue Arten mit anderem Erscheinungsbild) sind nur eine Mutation einer Art. Mikroskopisch können sie meist gut zugeordnet werden. Sie haben immer die mikroskopischen Merkmale einer Art aber nie von zwei Arten, sonst wären es ja Sorten!

Warum sagt man: In die Pilze gehen?

Früher schickte der Bauer die Angestellten in die Pilze. Da diese Angestellten entweder alte Leute oder Frauen waren, hatten sie nicht das Recht, ein Pferd oder Pferdewagen benutzen zu dürfen. Die Pilze waren diesen Aufwand nicht wert. So sagte der Bauer: „Heute geht ihr in die Pilze“! Der Ausdruck - gehen - hat nichts mit dem folgenden Pilz- oder Beerensammeln zu tun, sondern nur mit der Beförderungsbeschränkung!

Warum schimmelt Obstkuchen schneller als Plätzchen?

Weil Schimmel ein Pilz ist und deswegen sehr viel Feuchtigkeit benötigt. Plätzchen werden länger gebacken und haben relativ wenig Eigenfeuchtigkeit. Obst dagegen auf dem Kuchen ist feucht und darauf befanden sich noch hitzeresistente Restsporen (Pilzsamen) oder diese Schimmelpilzsporen kamen über die Luft auf das Obst.

Warum schmecken Pilze mit Salz pikant?

Pilze haben sehr wenige Salze, weil sie diese gerne an die Symbiosepartner abgeben. Im Prinzip sind die meisten Pilze absolut salzarm. Wenn du dann etwas Salz hinzugibst, entwickeln sie so richtig ihr Aroma. Wir können uns kein Pilzgericht ohne Salz vorstellen. Einzig wären Brätlinge noch akzeptabel, aber auch diese sind mit etwas Salz darüber gestreut eine wahre Herrlichkeit. Kurz gesagt, du liegst mit Salzen von Pilzen immer richtig!

Warum schmeckt die Pilzmischung bitter?

Zuerst mal die Frage, welche Pilze waren es? Waren Pfifferlinge mit dabei, dann ist die Lösung einfach. Diese werden nach einiger Zeit bitter. Ansonsten könnte sich in den Mischpilzen ein schwarzes Schaf (ein ungenießbarer Pilz) befunden haben. Auf alle Fälle würden wir den eingefrorenen Rest wegwerfen, wenn dies noch möglich ist. Keinesfalls essen! Gesundheitsbeeinträchtigungen können die Folge sein.

Warum schmeckt mein Pilzgericht so terpentinartig?

Na ja - da hast du wohl einen Terpentinschneckling (Orangeschneckling) mit in das Pilzgericht gebracht. Er ist nicht giftig und du kannst dieses Pilzgericht essen, wenn es dir schmeckt!! Solltest du Champignons gesammelt haben, entsorge das Pilzgericht. Sicherlich sind Karbolegerlinge enthalten die GIFTIG sind!!

Warum sind in der Pilzgattung - Korallen - fast keine Speisepilze?

Dafür gibt es 3 Gründe: 1. Sie sind schon so selten geworden, dass sie lieber im Wald stehen bleiben sollten. 2. Die Verwechslungsgefahr mit giftigen Korallen ist sehr groß, vor allem bei älteren Exemplaren. 3. Die essbaren Korallen sind oft minderwertige Speisepilze, deshalb lohnt sich eine Verwertung nicht!

Warum sind Pilze bei Trockenheit mehr mit Maden befallen als bei feuchtem Wetter?

Ganz einfach, bei feuchtem Wetter ist das Pilzwachstum schneller! Die Pilze, die gefunden werden sind frischer. Auch die Fliegen können bei Regen und Feuchtigkeit schlechter ihre Eier in die Fruchtkörper ablegen. Alles ist klebriger und nasser, oft bleiben dadurch die Pilze von den Maden verschont. Dafür sind die Schnecken aktiver. Sie können sich am besten bei Feuchtigkeit bewegen.

Warum sind Sporen des Pilzes oft auf dem Hut?

Pilze bilden ein eigenes Klima (Pilzklima) unterhalb des Sporenträgers. Durch Anfeuchtung der Luft erzeugen sie Temperaturunterschiede, sodass ein eigener kleiner Wind entsteht, der die Sporen nach dem Abwerfen seitlich und später nach oben treiben lassen. Durch Gegenwinde bleiben dann Sporen auf der Hutoberfläche liegen.

Warum sollten Pilze nicht umgestoßen oder zertreten werden?

Pilze sind Folgezersetzer und wandeln hartes pflanzliches Material in Dünger um. Tote Äste würden ansonsten Jahrzehnte brauchen bis sie verrottet wären. Dieser Dünger kann von anderen Pflanzen leichter aufgenommen werden. Oder sie zerstören kranke Bäume/Pflanzen und sorgen so für ein Gleichgewicht in der Natur. Andere Bäume haben dadurch mehr Platz und können besser gedeihen (Parasitäre Pilze). Oder sie bilden eine Symbiose mit Bäumen und Pflanzen. Im gegenseitigen Nahrungsaustausch gedeihen diese Pflanzen/Bäume besser und sind gegen Krankheiten auch besser geschützt (Symbiosepilze wie z.B. Knollenblätterpilz, Steinpilz und viele mehr). Deshalb sollten keine Pilze zertreten werden - sie sind ein Bestandteil des Waldes und sorgen für dessen Gesundheit. Bedenke auch, wir brauchen den Wald und die Pflanzen. Oder woher sollen wir Sauerstoff bekommen, um atmen zu können? Der Wald hat zudem einen sehr starken Filtereffekt gegen Schadstoffe, die wir durch unsere Kfz, Heizungen oder Industrien in die Luft pusten und uns dadurch gesundheitlich gefährden.

Warum steht in jedem Pilzbuch eine andere Essensfreigabe?

Pilzgeschmäcker sind verschieden. Wenn einem Autor ein Pilz nicht schmeckte oder er gar nicht weiß, ob er essbar ist, gibt er ihn als ungenießbar an. Kein Pilzbuch gleicht dem anderen und kein Pilzbuch ist perfekt. Wichtig ist nur, giftig bleibt meist auch giftig! Es sei denn, es ist ein uraltes Pilzbuch.

Warum sterben Schnecken oder Würmer nicht an den tödlichen giftigen Pilzen?

Die meisten tödlich wirkenden Pilze verursachen Organschäden. Leberzerfall, Nierenversagen, Zersetzung der roten Blutkörperchen usw.! Schnecken und Würmer haben weder rote Blutkörperchen noch eine Leber. Durch die Aufnahme des Giftes schützen sie sich höchstens vor anderen Feinden!

Warum stinken Pilze?

1. Die Pilzart ist massgeblich: Stinkmorcheln, Gitterpilze, Rutenpilze usw… nützen den stinkenden Geruch um Fliegen anzulocken. Die Sporen bleiben auf dessen Beinen haften und werden dadurch an andere Orte transportiert und verteilt. 2. Der Pilz verdirbt = Eiweißzersetzung = GIFTIG! Deshalb verzehre niemals stinkende oder unangenehm riechende Pilze. Die meisten Pilzvergiftungen stammen durch Verwendung von verdorbenen Pilzen. Pilze sollen so schnell wie möglich verarbeitet werden. Ungeputzt sind 2/3 der gesammelten Pilze einen Tag später mit Maden besetzt und viele sind dann bereits verdorben.

Warum verwende ich nie oder fast nie die lateinische (wissenschaftliche) Bezeichnung des Pilzes vorrangig?

Aus persönlichen Erfahrung stellte ich immer wieder fest, dass die meisten Pilzinteressierten nur eines wollen. Ist dieser Pilz essbar oder gibt es gefährliche Doppelgänger? Und nicht, ist dies ein Boletus edulis (Steinpilz) oder vielleicht ein Boletus calopus (Schönfußröhrling)? Wie auch immer, die meisten Menschen besitzen keine Lateinkenntnisse. Deshalb will ich mit meiner Homepage/App/Buch genau diesen Personenkreis ansprechen, so wie ich es auch bei meinen Pilzberatungen mache! Ihr Pilzberater und Autor Wolfgang Bachmeier.

Warum wachsen am Waldrand oder auf Waldwegen manchmal mehr Pilze als im Wald selbst?

1. Waldränder oder Waldwege sind oft mit Gras bedeckt. Dieses speichert die Feuchtigkeit besser. Der Boden kann nicht so schnell austrocknen. Bei leichtem Regen ist es direkt unterm Baum lange Zeit trocken, weil das Blattwerk das Wasser nach außen lenkt. Deshalb kann sich das Myzel besser an Außenbereichen von Bäumen bilden. Symbiosepilze versorgen zudem den Symbiose-Baum mit Wasser und natürlich Mineralien. 2. Waldwege wurden meist mit kalkreichem Material aufgeschüttet, dadurch wurden zu saure Bodenverhältnisse verbessert und für kalkliebende Pilzarten ein neuer Lebensraum geschaffen.

Warum wachsen in Neuanpflanzungen oft mehr Pilze als in alten Wäldern?

Neuanpflanzungen sind dichter und können dadurch nicht so schnell austrocknen. Frühe Pilzarten, wie Sommersteinpilze oder Pfifferlinge, können wegen der fehlenden Feuchtigkeit im Sommer am besten in dichten, und feuchteren Neuanpflanzungen gedeihen. Bei genügend Regen wird sich auch in alten Wäldern eine Pilz-Flut einstellen. Meist im Spätherbst sind diese Wälder sehr gute Sammelgebiete, weil die Bodenfeuchtigkeit dann ausreicht!

Warum wachsen Pfifferlinge gern auf Hanglagen?

Wir denken, Pfifferlinge lieben es nicht zu nass. In Hanglagen läuft das Wasser ab, trotzdem bleibt eine gewisse Restfeuchtigkeit. Hänge trocknen durch normale Sonneneinstrahlung nicht so schnell aus, weil sie oft im Schatten liegen; sie sind auch windgeschützter.

Warum wachsen zwei gleiche Pilze übereinander?

1. Möglichkeit: Das Verhalten, warum ein Pilz auf einem Pilz wächst, ist folgendermaßen. Pilze enthalten in ihren Zellbausteinen Chitin (wie die Hülle eines Käfers). Fast jeder Pilz wächst in einem Schub, d.h. solange Wasser und Kohlenhydrate durch das Pilzmyzel an die Fruchtkörper gesendet werden, kann der Pilz wachsen. Fehlt ein Faktor, z.B. Wärme oder Wasser, stoppt das Myzel diese Übertragung. Das hat zur Folge, dass das Chitin verhärtet. Jetzt ist ein Wachstum nur bedingt möglich. In der Mitte der Pilze hat diese Verhärtung noch nicht stattgefunden und das Myzel versucht nun, flüssige Materie in den Pilz zu leiten und er sucht neue Wege - meist nach oben. Und so bildet sich ein ebenso gleicher Pilz wie der erste, meist auf dem Kopf. 2. Möglichkeit: Allgemeine Missbildung durch DNS-Veränderung, eine Art Varietät des normalen Pilzes. 3. Möglichkeit: Umwelteinflüsse oder diverse Hindernisse. 4. Möglichkeit: Der Fruchtkörper entwickelt sich aus einer unterirdischen Anlage, die gelegentlich dicht beieinander liegen können. Im Normalfall wird nur aus einem dieser beieinander liegenden Primordien ein Fruchtkörper ausdifferenziert. Das heißt durch Zufall wollen zwei Pilze gleichzeitig wachsen. 5. Möglichkeit: Bei Rüblingen gibt es eine sogenannte Rüblingsgalle (Tremelloide Missbildung = Bildungsabweichungen = Monstrositäten = tremelloide Formen) auf Pilzen, meist auf Rüblingen wie dem Waldfreundrübling bilden sich gallenartige Auswüchse auf Hut und Stiel.

Warum wächst ein relativ harter Birkenporling so schnell?

Jahreszeit, Wärme, Feuchtigkeit sind die Hauptfaktoren für ein optimales Pilzwachstum. So kann ein daumennagelgroßer Birkenporling innerhalb 14 Tagen zu Fahrradsattelgröße anwachsen.

Warum weichen die Positivlisten der einzelnen Pilzorganisationen mit der Speisewertangabe hier ab?

Diese Listen gelten als Empfehlungsrichtlinie für Pilzsachverständige und Pilzberater. Essbare Pilze die einem Sachverständigen aus Artenkenntnis sicher beherrscht dürfen auch als Speisepilz in der Beratung freigegeben werden. Viele Pilzsachverständige bewegen sich in einem Rahmen von 500 Pilzarten. Weiter Kenntnisse „glauben sie zumindest“ geht nur über die Mikroskopie. Die Kenntnis der weiteren Arten ist ihnen oft unbekannt oder zu risikoreich. Was nicht unbedingt negativ angesehen werden sollte! Hierbei gibt es regional auch unterschiedliche Vorschriften und Richtlinien. Speisewerte werden deshalb oft aufgrund Unkenntnis, falscher Literatur oder eben falscher Information so weiter gelehrt und auch publiziert. Ein Pilzberater geht deshalb immer auf Nummer sicher und so sollte es auch sein! Wenn 100-150 Arten in einer Positivliste stehen, genügt dies sicherlich jedem Pilzfreund.

Warum werden Pilze immer weniger wachsen?

Das liegt an folgenden Gründen: Waldbewirtschaftung mit großen Maschinen, Umwelteinflüsse - CO2, Schwefel, Witterung, Klimaveränderung, saurer Regen, Waldmonokulturen, Verringerung von Symbiose-Bäume, z.B. Beforstung mit Douglasien, Düngung von Waldböden.

Warum wird meine Champignonsoße grau, wenn ich ältere Pilze verwende, dessen Lamellen schon dunkelbraun sind?

Wegen des Reifeprozesses durch Wärme und der Sporenbildung ist eine Verfärbung der Lamellen auf dunkelbraun üblich. Nur, von den Sporen alleine kommt diese Graufärbung der Soße nicht. Die Farbveränderung der Lamellen von rosa auf dunkelbraun ist nicht nur den Sporen zu verdanken, sondern auch einem gewissen Alterungs- und damit verbundenen Oxidationsprozess der Lamellen. Sonst würden Weißsporer auch im Alter immer noch weiße Lamellen haben. Und genau dieser Oxidationseffekt bildet Farbstoffe, die deine Soße grau werden ließen. Bei frischen Champignons würden sich noch keine dunklen Farbstoffe in den Lamellen gebildet haben und die Soße bliebe weiß. Im Übrigen sind auch solche Pilze in gewisser Weise noch genießbar, wenn auch mit kulinarischen Verlusten in optischer und geschmacklicher Hinsicht! Wichtig ist hierbei nur, sie müssen noch gut riechen und dürfen nicht schimmeln! Auch bei getrockneten Champignons würde dasselbe passieren - die Soße graut!

Was bedeutet die Ungenießbarkeit bei Pilzen?

Ungenießbar kann bedeuten, dass dieser Pilz noch nicht probiert wurde oder noch sehr unerforscht ist. Es gibt z.B. Schleierlinge, die als ungenießbar bezeichnet werden, weil aus Sicherheitsgründen oder Seltenheit keiner das Risiko bisher einging, ihn selbst zu probieren oder chemisch untersuchen zu lassen. Ansonsten bedeutet ungenießbar, dass der Pilz bitter, scharf, muffig oder unangenehm schmeckt.

Was bedeutet es, wenn sich ein Pilz beim Durchschneiden verfärbt?

Durch den Sauerstoff der Luft oxidieren Inhaltsstoffe des Pilzes und verursachen diese Dunkelfärbung.

Was bedeutet Wichtigkeit bzw. Priorität bei der Pilzbeschreibung?

Das Prioritätensystem wurde wegen der neue App entwickelt und soll Pilze auf Wichtigkeit einstufen. Priorität 1 (in der App Anzeige im Menü Bestimmung = Wichtige) = Häufiger Pilz, für Anfänger gut erlernbar. Priorität 2 (in der App Anzeige im Menü Bestimmung = Mehr): Für Pilzfreunde, die mehr Pilze kennen lernen wollen bis hin zum Pilzberater sind alle Pilzarten hier enthalten. Priorität 3 (in der App Anzeige im Menü Bestimmung = Alle): Sehr seltene Pilzarten bzw. nur für Fachgebietsexperten wirklich interessant.

Was bewirken Schieberpilze?

Schieberpilze sind sehr gute Speisepilze (Würzpilze) deren Pilzgeruch und Geschmack auf andere Arten bei der Zubereitung z.B. in einer Pilzsoße übertragen wird. Beispiel: 50 % Maronenröhrlinge + 50 % Herbstrotfußröhrlinge in einer Pilzsoße gemischt gekocht = Ergebnis alle schmecken sehr gut. Eine Unterscheidung zwischen den Maronenröhrlingen und den Rotfußröhrlingen ist vom Geschmack für den Laien fast nicht möglich. Weitere Pilzbeispiele für Schieberpilze sind: Anisegerling (alle Arten von Schafchampignon bis Schiefknolliger Anisegerling), Aniszähling, Behangener Faserling, Brätling, Braune Rasling, Echter Knoblauchschwindling, Erbsenstreuling, Fichtenzapfenrübling, Flockenstielige Hexenröhrling, Getrocknete Stiele von essbaren Riesenschirmling (Parasol, Safranschirmling, Zitzenschirmling) in Pulverform, Glimmerschüppling, Großer Knoblauchschwindling, Gute Trüffelarten, Habichtsstacheling in Pulverform, Kampfermilchling, Knopflochschwindling, Maronenröhrling, Mehlräsling, Nelkenschwindling, Pfefferröhrling, Riesenchampignon, Saitenstieliger Knoblauchschwindling, Samtfußrübling.

Was bringt ein Pilzseminar?

Urlaubsspaß, sportliche sowie geistige Betätigung durch Exkursionen und natürlich Kenntniserweiterungen über Pilzarten.

Was hilft gegen Zeckenstich (Zeckenbiss)?

Zecken beißen nicht Sie stechen oder sägen sich vielmehr ins Fleisch. Gummistiefel, körperbedeckende Hemden und Hosen sowie chemische Schutzmittel gegen Zecken helfen hierzu. Es hilft auch, die Hände über Ameisenhaufen zu strecken: Ameisengift mögen Zecken nicht. Auch diverse Duftstoffe wie Teebaumöl, Vanillen-Öl, Zitronenöl, andere ätherische Öle wirken Zecken entgegen. Wenn ein Teelöffel Schwarzkümmelöl vor der Pilzexkursion getrunken wird, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Zecken ausbleiben oder weniger stechen um ca. 70-80 %.

Neueste Feststellungen, dass der Duft von Giraffen Zecken vertreibt lässt die Forscher wiederum aufhorchen, ob nicht der gleiche Duft als Zeckenschutzmittel verwendet werden kann. Möglicherweise werden solche Duftstoffe zukünftig auf dem Markt erhältlich sein.

Was ist die Ursache von Bauchweh nach Waldpilzgenuss? Zehn Ursachen hierzu:

1. Bist du sicher, dass du alle Pilze richtig erkannt hattest, bevor du sie gegessen hast? Oder waren möglicherweise Giftpilze darin? 2. Möglicherweise waren die Pilze zu wenig lange gekocht. 3. Du hast kein gutes Gefühl, ob alle essbar waren? Dann hast du wahrscheinlich eine eingebildete Pilzvergiftung. 4. Die Pilze waren zu alt und der Eiweißzersetzungsprozess trat bereits ein! Dann hast du eine mögliche Lebensmittelvergiftung! 5. Du bist allergisch gegen eine dieser Pilzarten - vermutlich waren es Schmierröhrlinge! Bei Stein- u. Birkenpilzen sind diese Reaktionen um das 10fache seltener. 6. Du hast etwas anderes noch gegessen, welches diese Ursachen auslöste. 7. Du hast eine sogenannte Bauchgrippe. 8. Du hast zu viele Pilze gegessen und sie liegen dir zu sehr auf dem Magen! 9. Du hast zu viel Fett verwendet, die Pilze sogen sich mit Fett voll und verursachen Übelkeit.

10. Du hast dich zu sehr angestrengt. Entsteht gerne, wenn durch die Pilzwanderung eine Überbelastung zwecks Wanderung/Berg-auf/ab für nicht sport-gewöhnte Menschen absolviert wird.

Was ist ein Myzel?

Das ist der Stamm des Pilzes (wie beim Baum). Es wächst großflächig unterirdisch oder innerhalb von Bäumen und Stümpfen. Größtes Myzel bildet der Hallimasch. Dank DNA-Analyse wurde schon ein mehreres Quadratkilometer großes Hallimaschmyzel entdeckt. Die Pilze selbst sind nur die Fruchtkörper - so wie ein Apfel.

Was ist ein Papiertaschentuchtest?

Um die Milch von Pilzen auf eine Gelbfärbung besser feststellen zu können, tropft man die Milch des Pilzes auf ein Papiertaschentuch. Eine Verfärbung kann dadurch schneller sichtbar gemacht werden.

Was ist Sporenpulver?

Es ist der Samen des Pilzes - mikroskopisch klein und millionenfach. Die Farbe kann leicht kenntlich gemacht werden. Pilzhut auf weißes Papier legen - Glas darüber, und 2-5 Stunden warten. Die Farbe, der auf das Papier gefallenen Sporen unterhalb der Lamellen oder Poren, ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.

Was macht man im Winter, wenn es keine frischen Pilze oder Schwammerln gibt?

1) Fertigpilzsoßen würden wir meiden. Wir begegneten Pilzsammler im osteuropäischen Ausland, einer nahm alles an essbaren Röhrlingen mit, was er finden konnte. Ob alt oder halb vergammelt war ihm egal. Wir fragten, ob er sich umbringen will. Er sagte nur, er mache Pilzpulver daraus und verkaufe es dann. So etwas landet wohl in Fertigpilzsoßen? 2) Pilze im Winter: Wenn im Sommer/Herbst genügend zu finden sind, gibt es gute Konservierungsmethoden: Trocknen ist bestens geeignet für alle Röhrlinge, auch für Pfifferlinge. Unser bester Tipp ist, mit den getrockneten Pilzen Pilzpulver daraus zu machen. Eignet sich besonders gut für schnelle Soßen, weil keine Einweichzeit beachtet werden muss, damit sie weich werden. Gut ist es auch sie einzufrieren, macht wenig Arbeit. Haltbarkeit bis zu einem Jahr ohne große Geschmacksverluste. Einlegmethode in Essig und Öl - köstlich, für alle Pilze geeignet, leider nur begrenzt haltbar. Die Einweckmethode gibt es auch noch. Diese ist sehr gut für alle Pilze geeignet. Einfach Einwecken, als ob Gemüse eingeweckt wird. Wir finden, diese Methode nimmt etwas von dem guten Pilzgeschmack oder der Pilzkonsistenz. 3) Pilze - wie schon erwähnt - aus osteuropäischen Ländern würden wir meiden - auch wegen der Strahlenbelastung. Die günstigen Pfifferlinge aus Litauen können durchaus schon mal 4 Wochen alt sein. Und ob sie wirklich aus Litauen stammen, ist oft nicht 100 %-ig sicher. Gleiches gilt, wenn Wildpilze in den Wintermonaten im Supermarkt verkauft werden. Diese stammen meist aus China usw.! Besser Finger weg! 4) Beste Pilze im Winter zu essen, wenn kein Wintervorrat gesammelt wurde? Ganz klar: Zuchtpilze jeder Art! Champignon, Austernseitlinge, Kräuterseitlinge, um nur einige zu nennen. Es sind nach EU-Richtlinien gezüchtete Pilze mit gesundheitlichen Vorzügen, die jedes Gemüse übertreffen.

Was passiert, wenn ein Kleinkind oder Baby im Garten wachsende Pilze verzehrt hat?

Wenn dein Kind sie roh verspeist, wird es meist zu heftiger Übelkeit und Durchfall kommen. Die gegessene Menge spielt hierbei eine sehr entscheidende Rolle. Treten Kreislaufprobleme auf, kann diese Vergiftung sogar kritische Auswirkungen haben, die eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig werden lassen! Falls keine Anzeichen vorliegen, ist über die Giftnotrufzentrale ein Pilzsachverständiger vor Ort zu Rate zu ziehen. Dieser kann auch gefährliche Pilzarten, die durchaus tödliche Verläufe haben können, erkennen oder ausschließen. Helfen tut aber nur frühzeitige Aufklärung. Das heißt deinem Kind klar zu machen, dass alle Pilze Bauchschmerzen verursachen.

Was passiert, wenn ich Pilze mit einem Grenzwert über 600 Bq/kg verzehre?

Der Verzehr von 1 kg Pilze mit einer Belastung von 600 Bq/kg Radiocäsium hat bei einem Erwachsenen in etwa eine Dosis 0,008 Millisievert (mSv) in der Aufnahme. Dieser Wert entspricht etwa 0,4 Prozent der Dosis aus der natürlichen Radioaktivität, die in etwa pro Person und Jahr aufgenommen wird (ca. 2,2 mSv). Das bedeutet, dass erst ein Verzehr von etwa 260 kg schwer belastete Pilze (600 Bq/kg) pro Jahr nötig ist, bis die Dosis erreicht wird, die ein durchschnittlicher Erwachsener jährlichen aus natürlichen Quellen aufnimmt.

Was sind Baumperlen?

Baumperlen wachsen an Bäumen als Heilungsreaktion auf Verwundungen der Rinde. Durch das Baumharz heilt der Baum Verletzungen aus oder stößt eingedrungene Fremdkörper ab. Es ist keine Pilzerkrankung! Oft bilden sich ovale bis runde Pfropfen.

Was sind Baumschwammerln?

Auf Holz wachsende Pilze, wie Stockschwämmchen, Rauchblättrige Schwefelköpfe, Schwefelporling, Judasohr, Schuppenporlinge, Leberreischlinge, Austernseitlinge, Hallimasch, Shiitake. Dies sind einige essbare an Holz wachsende Speisepilze.

Was sind die wichtigsten Faktoren für das Pilzwachstum?

Jahreszeit, Feuchtigkeit und Wärme sind die wichtigsten Faktoren für ein gutes Pilzwachstum. Bei vielen Pilzarten ist die Bodenbeschaffenheit sehr wichtig. Manche mögen es sauer, andere mehr kalkhaltig, wiederum anderen ist dies egal. Auch der Baumbestand ist sehr wichtig. Einige Pilze wachsen nur in Symbiose mit einer bestimmten Baumart, andere sind Parasiten und bevorzugen Laubholz, andere wiederum Nadelholz.

Was sind Folgezersetzer?

Pilze zersetzen totes Holz, Baumstümpfe, Äste, im Boden vergrabene Tannenzapfen oder einfach nur Gräser oder Blätter. Sie sind nicht auf einen bestimmten Baum angewiesen, weshalb Folgezersetzer leicht zu züchten sind, wie Egerlinge (Champignons), Austernseitlinge und Hallimasche (mal als Folgezersetzer, mal als Parasitenpilz), Fichtenzapfenrübling, Träuschlinge usw…

Was sind Parasitenpilze?

Zerstörende Pilze! Sie befallen kranke Bäume und zerstören meist sein Kernholz mit Braun- oder Weißfäuleauslöser, wie Schwefelporling, Judasohr, Schuppenporlinge, Leberreischlinge, Austernseitlinge, um nur einige essbare parasitäre Pilze zu nennen.

Was sind Pilzgattungen?

Pilze sind in Gattungen und Familien unterteilt. Oft besitzt eine Gattung lauter Giftpilze z.B. die Gattung Risspilze. Ein anderes Mal sind es lauter Speisepilze wie z.B. bei den Leistlingen! Es kann aber auch gemischt sein wie bei den Ritterlingen. Einige sind essbar, viele sind giftig! Weitere Gattungen wären alle Sprödblättler (Milchlinge und Täublinge), Tintlinge, Schleierlinge (>550 Arten), Träuschlinge, Egerlinge (Champignons), Wulstlinge (Knolli), Dachpilze, Fälblinge, Ritterlingsähnliche, Schnecklinge und Saftlinge, Schmierlinge, Kremplinge, Rötlinge, Schwindlinge, Helmlinge, Trichterlinge, Schüpplinge, Schirmlinge, Riesenschirmlinge... usw.

Was sind Schlauchpilze?

Alle Morcheln und Becherlinge sind Schlauchpilze. Die Sporen reifen im Gegensatz zu den Ständerpilzen in schlauchähnlichen Gebilden heran. Dieses ist nur mit einem Mikroskop von mindestens 1000facher Immersionsöl-Vergrößerung gut sichtbar.

Was sind Schleimpilze?

Sie gehören zu den niederen Pilzarten. Die Einordnung ist hierbei schwierig, da sie kein Chlorophyll enthalten, mit dem sie wie eine typische Pflanze Energie aus Licht gewinnen, ihre Ernährung ist durchweg heterotroph (gilt für alle Pilze) (= Unterschied zu den typischen Pflanzen). Sie bewegen sich wie riesige Amöben (= Unterschied zu den Pilzen). Sie ernähren sich durch Phagocytose (Aufnahme des Fremdkörpers durch Umfließen und Invagination = Einstülpung in die Zell-Membran). Also eine Art Verzehr von organischem Material. Einige Schleimpilze können sogar Geschlechtszellen bilden. Wiederum bilden sie feste pilzartige Fruchtkörper und Sporen aus (= Unterschied zu den tierischen Organismen). Einige Autoren setzen sie deswegen zu einer eigenen Familie (Taxonomie) unter den Pilzen.

Was sind Sprödblättler?

Sprödblättler sind alle Täublinge und Milchlinge. Alle milden Arten sind essbar, alle bitteren oder scharfen ungenießbar oder giftig. Eine Kostprobe ist bei sicher erkannten Täublingen und Milchlingen immer erlaubt. Aber nicht schlucken, sondern nur schmecken! Einige essbare Täublinge sind roh in größeren Mengen giftig, obwohl sie mild sind!

Was sind Ständerpilze?

Ständerpilze sind alle Röhrlinge, Sprödblättler und Lamellenpilze. Aber keine Morcheln und Becherlinge, denn diese sind Schlauchpilze! In Ständerpilzen reifen die Sporen auf sogenannten Basidien heran, d.h. sie sitzen meist auf kugelförmigen Gebilden.

Was sind Symbiosepilze (Mykorrhizapilze)?

Pilze, die eine Symbiose mit Bäumen, Sträuchern oder Gräsern eingehen. Pilze helfen dem Symbionten, Mineralien aufzunehmen. Im Gegenzug bekommt der Pilz Zucker, den er nicht selber produzieren kann. Milchlinge, Dickröhrlinge, Täublinge, Pfifferlinge, Wüstlinge (Knollenblätterpilze) Schleierlinge sind Symbiosepilze und können ohne Symbionten nicht existieren.

Was sind Winterpilze?

Samtfußrüblinge und Rauchblättrige Schwefelköpfe sind Winterpilze und wachsen sogar noch bei Frost. Werden sie eingefroren, sollten sie nach spätestens 3 Monaten gegessen werden. Vorzeitige Alterung auch in Frostzustand.

Was tun bei einem Vergiftungsfall mit Pilzen?

1. Feststellung der Art und des Zeitpunktes der Beschwerden: Magen, Darm, Schwindel, seit wann, Alkoholgenuss? 2. Arzt (Notarzt) verständigen. 3. Die Person beruhigen. 4. Versuche die Person zum Erbrechen zu bringen. Finger in den Mund hat nur Sinn, wenn der Pilzgenuss nicht länger als 6 Stunden zurückliegt. 5. Festhalten von Fundort/Fundstelle der Pilze. Vielleicht mit Personen, die den Betroffenen begleitet haben, die Fundstelle aufsuchen. 6. Keine Hausmittel verwenden. Es gibt keine wirksamen Hausmittel; im Gegenteil, dadurch kann sich der Zustand verschlechtern. 7. Alle Pilzreste sicherstellen (Geputzte, gekochte, erbrochene, im Stuhl). 8. Betroffenen betreuen, nicht alleine lassen oder mit dem Auto zum Arzt fahren lassen. Sein Zustand könnte sich verschlechtern! 9. Bei Bewusstlosigkeit bis zum Eintreffen des Arztes erste Hilfe durchführen (Beatmung, Seitenlage, Herzmassage).

Welche Arten sind Zuchtpilze?

Folgende Arten sind zur Zucht geeignet: Anischampignon, Ästiger Stachelbart, Buchenstachelbart, Alpen Stachelbart, Eiskoralle, Bartkoralle (Heilpilz), Austernseitling, Kalbfleischpilz, Austernpilz, Buchenrasling, Weißer Buchenpilz, Buna-Shimeji, Buchenholzrasling, Dorniger Stachelbart, Eichhase, Ästiger Porling, Ästiger Büschelporling, Gelber Riesenträuschling, Gemeiner Hallimasch, Dunkler Hallimasch, Nadelholzhallimasch, Glänzender Lackporling, Reishi, Honiggelber Hallimasch, Laubholzhallimasch, Igelstachelbart, Yamabusitake, Löwenmähne, Pom-Pom blanc, Affenkopfpilz, Japanisches Stockschwämmchen, Toskanapilz, Nameko, Goldkäppchen, Klebriger Schüppling, Judasohr, Holunderschwammpilz, Holunderpilz, Wolkenohrenpilz, Mu-Err, Chinesische Morchel, Klapperschwamm, Maitake, Spatelhütiger Porling, Laubporling, Kamm-Porling Graue Gans, Gemeiner Klapperschwamm, Krause Glucke, Fette Henne, Bärenschädel, Kräuterseitling, Brauner Kräuter-Seitling, Laserkrautseitling, Königsausternpilz, Kubanischer Kahlkopf, San Isidro, Lavendelfarbener Rötelritterling, Blassblauer Rötelritterling, Blasser Rötelritterling, Lungenseitling, Löffelförmiger Seitling, Cremeweißer Seitling, Sommer-Austernseitling, Kastanienseitling, Magischer Trüffel, Magischer Kahlkopf, Stein des Wissens, Philosophen Steine, Mairitterling, Maipilz, Georgsritterling, Gelber Schönkopf, Maischönkopf, Huf-Ritterling, Marmorierter Holzrasling, Parasol, Riesenschirmling, Riesenschirmpilz, Paukenschläger, Paukenschleger, Gemeiner Riesenschirmling, Rauchblättrige Schwefelköpfe, Graublättriger Schwefelkopf, Rillstieliger Seitling, Rosenroter Seitling, Rosenseitling, Rosa Seitling, Rosafarbene Seitling,

Rotbrauner Riesenträuschling, Braunkappe, Samtfußrübling, Gemeiner Samtfußrübling, Winterrübling, Schmetterlingstramete, Bunter Porling, Schopftintling, Spargelpilz, Schopfpilz, Tintenpilz, Porzellantintling (Heilpilz) , Shiitake, Kultur-Shiitake, Shii-Take, Chinesischer Champignon, Silberohr, Stockschwämmchen, Echtes Stockschwämmchen, Gemeines Stockschwämmchen,  Südlicher Ackerling, Südlicher Schüppling, Samthaube, Pioppino, Tannen Stachelbart, Taubenblauer Seitling, Taubenblauer Austernseitling, Ulmenrasling, Ulmenholzrasling, Ulmenseitling, Violetter Rötelritterling, Nackter Rötelritterling, Violetter Röteltrichterling (Heilpilz), Ziegelroter Schwefelkopf, Zitronenseitling, Zitronengelbe Seitling, Limonen-Seitling, Zuchtchampignon, Zweisporiger Champignon, Brauner Zuchtegerling, Weißer Zuchtegerling, Kulturchampignon, Zweisporiger Egerling, Gartenegerling, Kulturchampignon

Welche Auswirkungen haben Insektizide auf Pilze?

Chemische Insektizide wirken sich auf jeden Fall schädigend auf die Pilzflora aus. Zum einen benötigen Pilze Insekten, die zur Verbreitung ihrer Sporen (Samen) sehr wichtig sind und zum anderen verändern die Insektizide die biologischen Verhältnisse des Bodens, wodurch das Pilzmyzel geschädigt wird. Die Auswirkungen auf den Menschen sind bei dessen Verzehr sicherlich nicht unbedenklich. Es wurden gesundheitsbeeinflussende Wirkungen festgestellt, wenn das Insektizid innerhalb von 2 Wochen nach der Anwendung aufgenommen wurde. Z.B. Frisch gesammelte Pilze aus gespritzten Wäldern - Borkenkäferbefall! Längere Zeiten gelten als bedenkenlos laut Aussage der chemischen Industrie! Auf jeden Fall sollte die Bevölkerung vor der Gefährdung geschützt werden. Warnschilder, Bekämpfung der Insekten außerhalb Pilzsammelzeiten, biologische Mittel z.B. je nach Insektenart. Z.B. Brennnesselwasser, kann ein guter Erfolg ohne Nebenwirkung haben.

Welche chemische oder optische Mittel benötigt man zur Flechtenbestimmung?

Zur Flechtenbestimmung werden häufig folgende Substanzen verwendet: Ultraviolettes Licht = UV, Kalilauge = K; Calciumhypochlorit = C; Para-Phenylendiamin = P; Beispiel: Krustenflechtenarten (CALOPLACA) und Krustenflechtenarten (CANDELARIELLA) sehen sich sehr ähnlich. Der Unterschied ist in der K Reaktion: K+ rot = CALOPLACA zu K- = CANDELARIELLA. Es gibt aber auch Gattungen die chemisch nicht bestimmbar sind: LEPRARIA; CALOPLACA; USNEA.

Welche essbaren Pilze sind auch für Laien leicht kenntlich?

Alle Leistlinge (Pfifferlinge, Trompetenpfifferlinge), alle Röhrlinge mit gelben oder weißen Röhren außer der Schönfußröhrling mit dicker roter Stielbasis und bitter schmeckende Arten wie Gallenröhrling. Alle Täublinge und Milchlinge, die mild schmecken, alle Reizker mit roter Milch, Krause Glucke, Eichhase und Champignons (beachte immer die Rosafärbung der Lamellen und den Geruch - giftige Karbolegerlinge haben fast immer einen unangenehmen Tintengeruch und eine leuchtend gelbe Stielbasis). Gelbfüße sind leicht kenntlich. Riesenschirmling wie Parasol oder Safranschirmling (Ring muss leicht verschiebbar sein). Alle Stäublinge, die innen reinweiß sind, Austernseitlinge, Knoblauchschwindlinge (Geruch) sowie alle Lacktrichterlinge und Morcheln. Hallimasch wenn abgekocht, Grünspanträuschlinge, Scheidenstreiflinge (ringlos, keine Knolle, nur lappige Scheide, geriefter Hutrand), Semmelstoppelpilze, alle Schwärztäublinge (aber nicht besonders wohlschmeckend) und der Eispilz. Pilze sollten immer gekocht werden, da die meisten Pilze roh unverträglich oder giftig sind.

Welche Flechtengattungen gibt es?

***Gallertflechten = Cyanobakterien als Symbiose-Partner, gallertartige Konsistenz. ***Strauchflechten = strauchartige Gebilde, Bart- oder Bandflechten. ***Blattflechten oder Laubflechten = blattartige Wuchsform. ***Krustenflechten = körnige, schorfige Wuchsform… und viele mehr.

Welche Jahreszeit ist für das Pilzwachstum am besten?

Juli bis Oktober sind die ertragreichsten Monate - vorausgesetzt die klimatischen Verhältnisse wie Wärme und Feuchtigkeit passen!

Welche Möglichkeiten der Pilzkonservierung gibt es?

Einwecken, trocknen, einfrieren, silieren, in Öl einlegen, Pilzpaste, Pilzbutter...

Welche Pilzarten sind noch stark mit Strahlung belastet?

Alle Zuchtpilze wie Champignon, Austernseitlinge, Kräuterseitlinge, Stockschwämmchen... usw. sind nicht verstrahlt und schwermetallbelastet und können auch in größeren Mengen ohne Bedenken verzehrt werden. Sie sind sogar gesünder als Gemüse! Bei Waldpilzen ist es leider nicht so. 10 bis 20 kg im Jahr sollten nicht überschritten werden. Die Radioaktiv- sowie die Schwermetallbelastung ist aber in so einer Menge noch akzeptabel und werden laut Bundesgesundheitsministerium als relativ bedenkenlos angesehen. Maronenröhrlinge, Semmelstoppelpilze und Rotfußröhrlinge sind leider am stärksten belastet. Die europäische Belastung schwankt je nach Region. Generell liegen in Mitteleuropa durch Tschernobyl immer noch hohe Werten vor. Entsprechende Karten deiner Region findest du im Internet. Schwermetallbelastung ist immer sehr hoch in der Nähe von Industriegebieten und stark befahrenen Straßen.

Welche Pilze dürfen laut Bundesartenschutzgesetz in Deutschland nicht mitgenommen werden?

Geschützte Pilzarten laut § 42 (1) Nr. 2 Bundesnaturschutzgesetz: Ziegenfußporling, Schafporling, Semmelporling (alle heimischen Arten), Kaiserling, Weißer Bronze-Röhrling, Gelber Bronze-Röhrling, Sommer-Röhrling, Echter Königs-Röhrling, Blauender Königs-Röhrling, Erlengrünling, Saftlinge (alle heimischen Arten), Märzschneck­ling, Grünling, Trüffel (alle heimischen Arten). Nach § 2 (1) Bundesartenschutzverordnung dürfen folgende Pilze …in geringen Mengen (2 kg) für den eigenen Bedarf …der Natur entnommen werdenMorchel (alle heimischen Arten), Birkenpilz und Rotkappe (alle heimischen Arten), Brätling, Schwein­sohr, Pfiffer­ling (alle heimischen Arten), Steinpilz. Andere Länder Europas haben andere Regelungen.

Welche Pilze lieben kalkhaltige Böden?

Morcheln, viele Schleierlingsarten, Mairitterling, Kaiserling, viele Schleierlingsarten… usw.

Welche Pilze lieben saure Böden?

Pfifferlinge, Fichtensteinpilze, Milchlinge.

Welche Pilze sind nach neuesten Erkenntnissen giftig, obwohl sie in Pilzbüchern als essbar galten?

Weißer Rasling, Grünling (Echter Ritterling), Olivebrauner Milchling - Tannenreizker, Rettichhelmling, Nebelkappe, Gallertkäppchen, Maggipilz, Frühjahrslorchel, Kahler Krempling, Giftriesenschirmling, Gartenriesenschirmling, Gemeiner Erdritterling.

Welche Pilze sind roh giftig?

Eigentlich fast alle, es gibt nur wenige Ausnahmen! Roh verzehrte Pilze verursachen oft Magen- und Darmbeschwerden. Nach Kochen, Braten, Dünsten (mind. 5 -10 Min.) werden unverträgliche Stoffe meist neutralisiert. Bei bestimmten Pilzarten wie Hallimasch oder Nebelkappe soll dieser Kochvorgang mind. 20 Min. dauern und das Kochwasser sollte weggeschüttet werden! Kochzeiten von über 10 Min. werden auch bei Scheidenstreiflingen, Perlpilzen, Hexenröhrlingen und auch bei einigen Röhrlingen wie Butterröhrlinge empfohlen.

Welche Pilze sind Steinpilzanzeiger?

Nr. 1 Mehlräsling; Nr.2 Pfefferröhrling; Nr. 3 Fliegenpilz. Der Mehlräsling soll auf dem Myzel des Steinpilzes wachsen und irgendwann kommen an dieser Stelle die Fruchtkörper des Steinpilzes.

Welche Pilze sind zum Trocknen geeignet und welche nicht?

Alle! Eigens durchgeführte Speisewerttests mit über 500 Pilzarten führten zu einem sehr guten kulinarischen Ergebnis; je mehr gemischte Trockenpilzarten, desto besser das Koch-Resultat.

Welche Pilze wachsen wo?

Folgezersetzer, zersetzen totes Holz, Baumstümpfe, Äste im Boden, vergrabene Tannenzapfen, Tiere, wie Insekten oder einfach nur Gräser oder Blätter. Sie sind nicht auf einen bestimmten Baum angewiesen, weshalb Folgezersetzer leicht zu züchten sind. Egerlinge (Champignons), Austernseitlinge und Hallimasch (mal als Folgezersetzer, mal als Parasitenpilz), Fichtenzapfenrübling, Träuschlinge... usw... Symbiosepilze, auch Mykorrhizapilze genannt, sind Pilze, die eine Symbiose mit Bäumen, Sträuchern oder Gräsern eingehen. Pilze helfen dem Symbionten, Mineralien aufzunehmen. Im Gegenzug bekommt der Pilz Zucker, den er nicht selber produzieren kann. Milchlinge, Dickröhrlinge, Täublinge, Pfifferlinge, Wulstlinge (Knollenblätterpilze) und Schleierlinge sind Symbiosepilze und können ohne Symbionten nicht existieren. Parasitenpilze: Zerstörende Pilze! Sie befallen kranke Bäume und zerstören meist sein Kernholz mit Braun- oder Weißfäule: Schwefelporling, Judasohr, Schuppenporlinge, Leberreischlinge, Austernseitlinge... um nur einige essbare, parasitäre Pilze zu nennen.

Welche Risikofaktoren erhöhen an dem Fuchsbandwurm zu erkranken?

Eindeutige Risikofaktoren: Besitzer von jagenden und freilaufenden Hunden und Katzen. Arbeit und Leben im ländlichen Bereich, Holzsammler. Kaum nachgewiesene Risikofaktoren: Beeren oder Pilze sammeln und diese verzehren.

Welche Röhrlings-Gattungen gibt es?

Dickröhrlinge (Steinpilze...), Filzröhrlinge (Maronenröhrling...), Schmierröhrlinge (Goldröhrling...), Raustielröhrlinge (Birkenpilz...), Rosasporröhrlinge (Gallenröhrling), Sonstige: Pfefferröhrling, Grüblinge, Hasenröhrling, Holzröhrling, Hohlfußröhrling.

Welche Tipps gibt es zu Giftpilzen?

Die 10 Pilztipps zur Pilzgattungslehre Giftpilze: Nehme nie Pilze, die nicht zu 100 % erkannt werden können! 1. Nehme nie Pilze mit Knollen und häutiger Volva (Knollenblätterpilze) = tödlich giftige Arten darunter! 2. Nehme nie kleine Schirmlinge = tödlich giftige Arten darunter! 3. Nehme nie Pilze, die nicht gut riechen. Es gibt einige Giftpilze darunter oder sie sind verdorben! 4. Wer Stockschwämmchen sammelt, beachte: Es gibt den tödlich giftigen Gifthäubling, der zwischen den anderen essbaren wachsen kann. 5. Gelblich verfärbende Champignonarten, die nach Tinte oder Karbol riechen sind giftig. 6. Unter kleinen Pilzen im Wald, auf Wiese und im Garten können sich tödlich giftige Pilze befinden. 7. Orange- oder rotbraune Lamellenpilze können tödlich giftige Rauköpfe sein. 8. Meide grundsätzlich weiße Pilze mit weißen oder hellgelben Lamellen; es könnten tödlich giftige Trichterlinge sein. 9. Nehme nie Pilze, deren Huthaut radial aufreißt, das sind sogenannte Risspilze (tödlich). 10. Pilze mit Schleier zwischen Hutrand und Stiel werden Schleierlinge genannt, vermeide sie, viele sind tödlich giftig.

Welche Tipps gibt es zu Speisepilzen?

Die 10 Pilztipps zur Pilzgattungslehre Speisepilze! So können schnell einfache Gattungen erkannt werden! Bedenke aber: Nur 100 % sicher erkannte Pilzarten dürfen gegessen werden! 1. Röhrlinge mit Netz am Stiel können giftig oder ungenießbar sein, ohne Netz sind sie meist essbar! 2. Wer Täublinge (Frauentäubling, Speisetäubling) als Täublinge erkennen kann (Merkmale: kein Ring, keine Knolle, keine Hüllreste, brüchiges Fleisch) = alle milden Arten sind essbar! 3. Grüne und violette Farben bei Täublingen lassen immer Milde erwarten und sind immer essbar. 4. Milchlinge (Lachsreizker, Fichtenreizker) mit roter Mich sind immer gute essbare Bratpilze. 5. Milchlinge (Brätling, Mohrenköpfe) mit weißer Milch und milder Milch sind essbar. 6. Wer Riesenschirmlinge (Parasol, Safranschirmlinge) als Riesenschirmlinge erkennen kann (wolliger Hut, verschiebbarer Ring, relativ beachtliche Größe). Alle sind essbar, wenn sie gut riechen und nicht im Treibhaus oder auf dem Komposthaufen wuchsen. Bei Zweifel die rötenden Arten meiden. Als Schnitzel paniert sind sie sehr gute Speispilze. 7. Wer Champignons als Champignons erkennen kann, kann alle essen, die angenehm pilzig oder nach Anis riechen und nicht gilben. Sie dürfen nicht nach Karbol riechen und sich gelblich verfärben. 8. Wer Leistlinge (Pfifferlinge, Totentrompete) als Leistlinge (herablaufende Leisten (gelb bis grauschwarz), die fest mit dem Fleisch verbunden sind) erkennen kann, findet in dieser Gattung nur Speisepilze. Sogenannte Trompetenpfifferlinge wachsen übrigens Regional in Massen und können im Herbst den Wintervorrat decken. 9. Wer Scheidenstreiflinge als diese erkennen kann (keine Knolle unter der häutigen Volva, keinen Ring, Riefung des Hutes um 1/3 des Radius) kann diese essen, egal welche Farben sie haben. 10. In der Gattung Wulstlinge gibt es nur eine gute Speisepilzart, den Perlpilz. Wer die vertikale Riefung des Ringes, Rötungen an den Schneckenfraßlöchern, abwischbare bräunliche Schüppchen, rübenartige Knolle ohne häutige Volva etc. beachtet, hat in der Pilzsaison immer seine Körbe voll.

Welche Ursachen stecken dahinter, dass ich Pilze nicht vertrage und alle anderen Mittesser hatten nach einer Pilzmahlzeit keine Probleme?

Der Magen reagiert gerne mit Unverträglichkeit, weil er diese Art von Nahrung nicht kennt. Pilzarten die noch nie gegessen wurden, können daher bei manchen Personen ein Gefühl von Unwohlsein bis hin zu Bauschmerzen auslösen. Diese Reaktion dauert meist nicht lange an. Vergleich, wir würden in China Insekten, Ratten oder Schlangen essen; wobei hier auch die Psyche eine große Rolle spielen kann! Bei mehrmaligem Genuss verschwinden meist diese Anzeichen. Eine Gefahr besteht zu keiner Zeit, da es sich mehr um eine Umgewöhnungsreaktion handelt.

Welche Wälder sind für Pilze gut geeignet?

Gute Wälder sind Fichten-, Kiefern- oder Buchen-Kiefern-Mischwälder. Speisepilze sind in jedem Wald zu finden. Nur schwankt das Angebot von Gegend zu Gegend. Das hat mit verschiedenen Umwelteinflüssen sowie der Waldbewirtschaftung zu tun. Versuche an einem nahen Ort, wo du heimisch bist, einen Pilzverein ausfindig zu machen. Die helfen dir immer weiter Pilze zu finden, erkennen und auch zu erlernen.

Welcher Kilopreis ist für Steinpilze angemessen?

Der Preis variiert je nach Jahreszeit und Wachstumsquote. In Deutschland, Tschechien und Österreich werden diese mit ca. 10-20 Euro pro Kilo angeboten! Kaufen kannst du sie in offenen Stadtmärkten, Supermärkten oder Feinkostgeschäften.

Welcher Pilz ist der giftigste Pilz der Welt?

Der Gewächshaushäubling (GALERINA SULCICEPS). Er soll fast die doppelte Giftmenge des Grünen Knollenblätterpilzes enthalten.

Welcher Pilz verursacht die meisten Todesfälle?

Eindeutig der Grüne Knollenblätterpilz, gefolgt vom Kegelhütigen Knollenblätterpilz.

Welches Getier könnte sich in den Lamellen von essbaren Pilzen einnisten?

Käfer, Mücken, Larven von verschiedenen Fliegenarten, Würmer (oft Drahtwürmer), kleine Fliegen usw.! Diese werden auch gern - MOBILE PROTEINE - genannt. Da Pilze wenig Eiweiß enthalten, essen manche Leute dieses Getier mit. Zur Beruhigung: Keine dieser Insekten ist giftig. Die Gefahr besteht aber, dass der Pilz durch die mitgeschleppten Bakterien (dieser Insekten) schneller verdirbt. Also putzen und Madenlöcher ausschneiden! Diese Maßnahme schützt vor Durchfall.

Welches ist der größte Pilz der Welt?

In "Malheur National Forest" in Oregon, USA, wächst der größte Pilz der Welt. Der Pilz ist immer als Ganzes zu sehen; so ist das Myzel dieses Pilzes 9 Quadratkilometer groß, 2400 Jahre alt und 600 Kilogramm schwer. Es ist ein Hallimasch. Der größte Fruchtkörper eines Pilzes stand in einer schattigen Ecke im „Royal Botanic Garden“ = in Kew (London im Jahr 2003). Es war ein Ulmen-Porling (RIGIDIOPORUS ULMARIUS) mit einem 150 cm Ø und 425 cm Umfang. Er wurde auf ein Gewicht von 284 kg geschätzt.

Welches Mikroskop benötige ich zur Pilzbestimmung?

Ein Mikroskop ist erst sinnvoll, wenn die Pilze auch makroskopisch über die Gattungsmerkmale und Artmerkmale erlernt wurden. Ab diesen Kenntnisstand sollte nicht gespart werden. Ein gutes Mikroskop gibt es kaum unter 1000 €. Dieses muss auch für Vergrößerungen im 1000er Bereich mit Öl-Objektiv ausgestattet sein. Der Umgang damit wird in diversen Seminaren angeboten. Bevor ein Mikroskop gekauft wird, sollte zuerst ein Mikroskopier-Kurs besucht werden, sonst macht es kaum Sinn in diese Materie einzusteigen.

Wenn ein Pilz von Schnecken oder Würmern befallen wird, muss er doch essbar sein - oder?

Nein! Auf gar keinen Fall! Tödlich giftige Knollenblätterpilze werden gern von Schnecken oder Würmern befallen. Die Insekten besitzen ein Enzym, welches das enthaltene Gift unwirksam macht. Leider fehlt den Menschen und den meisten Tieren dieses Enzym. Für sie wirkt dieser Pilz deshalb tödlich!

Wenn ich Pfifferlinge im Wald finde, soll ich die kleinen stehen lassen und warten bis sie groß geworden sind?

Oft wachsen Pfifferlinge an einem Strunk, ein bis zwei große und ein bis zwei kleine Exemplare. Schneidet man nur die großen Pfiffi´s ab und lässt die kleinen am Strunk, haben wir folgendes festgestellt: Die kleinen Pilze wachsen nicht mehr weiter, werden braun und verfaulen am Strunk. Für lange Zeit werden an dieser Stelle keine weiteren mehr folgen. Brachen wir aber den ganzen Strunk ab und nahmen auch die kleinen Pilze mit, so fanden wir oft - je nach Witterung - eine Woche später an derselben Stelle, d.h. am selben Myzel, viele neue gesunde Pfifferlinge. Weiter stellten wir fest, dass unsere Pfifferlingsplätze nach dieser Methodik jedes Jahr ertragsreicher waren, obwohl wir verstärkt diese Plätze aufsuchten. Oft stimmt deshalb das Sprichwort, wenn es heißt: Ein einmal erblickter Pfifferling wird nicht mehr weiterwachsen! Dieser Tipp gilt natürlich nicht für alle Pilzarten!

Wer kann mir sagen, wo ich Pilze in meiner Gegend finde?

Die Plätze selbst werden dir Bekannte nur selten verraten! Im Gegenteil, sie schicken dich in einen weniger ertragreichen Wald. Gute Idee ist es, im Internet mit Google Earth größere Waldgebiete in deiner Gegend zu suchen und später diese Wälder zu erforschen. Je größer der Wald und je tiefer du in einen Wald eindringen kannst, desto höher ist die Fundwahrscheinlichkeit.

Wie bekomme ich Fliegenpilze oder auch andere Pilze weg von meinem Garten?

Ist zwar schade, weil sie wunderschön sind, dennoch können wir diese Bedenken verstehen. Versuche mit Kalk bzw. Kalkdünger diese zu bekämpfen. Gibt es in jedem Baumarkt. Sobald die Bodenverhältnisse zu alkalisch werden, wird das Fliegenpilz-Mycel zerstört und die Pilze bleiben aus. Sehr gut hierzu ist Algenkalk. Du kannst in Wasser aufgelöst damit auch noch deinen Buchsbaum besprühen. Damit entfernst du zusätzlich den Buchsbaumpilz (Cylindrocladium buxicola) und auch den Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis). Er ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae und zerstört durch Fressattacken deren Raupen alle Buchsbäume. Auch gut zur Vorbeugung geeignet!

Wie empfindlich sind Pilzsporen?

Viele Pilzsporen sind frostunempfindlich. Auch nach jahrelangem Einfrieren können sie noch aktiv werden. Ebenso sind Pilzsporen unverdaulich für Tier und Mensch. Sie haben eine Schutzschicht, die auch die Magensäure nicht angreifen kann. Genauso wirken diese Schutzmechanismen gegen Kälte.

Wie entsorge ich Putzabfälle von Pilzen am besten?

In einen nahegelegenen Wald fahren und die Putzreste verstreuen. Wenn eine Zeitung als Unterlage verwendet wurde, kann diese eingegraben oder zusammengerollt unters Laub gelegt werden, sie verrottet dort. Besser ist es Pilze zu putzen ohne Zeitungsunterlage. Einfach Pilzreste in einen Korb legen und anschließend Tisch mit einem Putzlappen abwischen. Die Pilzreste nun in einen Wald streuen! Mit diesem Verfahren haben wir plötzlich Pilzarten in Wäldern gefunden, indem wir diese zuvor noch nie sahen! Vielleicht doch etwas nachgeholfen? Schließlich sind die Sporen (der Samen) in den Putzresten noch enthalten, warum sollten diese also in den Müll? Wir wollen doch auch in Zukunft noch viele Pilze finden!

Wie entstehen Hexenringe?

Hexenringe entstehen von folgezersetzenden Pilzen, deren Myzel sich nahrungssuchend kreisförmig ausbreitet. An den Rändern des unterirdischen Myzels entstehen die Fruchtkörper, die dann kreisähnlich angeordnet erscheinen.

Wie entstehen Pilze?

Wenn der Samen eines Pilzes (Spore genannt) an einen geeigneten Standort fällt, entsteht ein kleiner Pilzstamm (Myzel), der aber nicht vermehrungsfähig ist. Bildet sich in unmittelbarer Nähe dieses kleinen Pilzstammes ein zweiter Pilzstamm (Myzel), der ein anderes Geschlecht hat, so verbinden sich diese beiden zu einem Pilzgeflecht, welches wachstumsfähig und vermehrungsfähig ist. Vergleich Mensch: Spore (weiblich) = Eizelle, Spore (männlich) = Spermien, Substrat = Gebärmutter, Faktor Zufall = Vereinigung, Pilzmyzel mit Pilzen = Baby!!!

Wie erkenne ich Giftpilze?

Durch ihre makroskopischen Merkmale wie Aussehen, Farbe, Größe sowie durch Geruch und Geschmack werden alle Pilze gegeneinander unterschieden. Ein Unterscheiden ist immer eine Erfahrungsangelegenheit. Sicher giftige von essbaren Pilzen unterscheiden zu können, ist nur mit viel Übung (Bild und Textvergleich in Pilzbüchern) sowie einem Pilzberater, der dir zeigt wie welche Art unterschieden werden, möglich.

Wie erkenne ich Täublinge?

Täublinge haben brüchiges Fleisch, keine Knollen und keinen Ring. Die Hutfarben sind aber sehr individuell. Deshalb sollte lieber gekostet werden. Alle milden Täublinge sind essbar. Übrigens, das gleiche gilt für Milchlinge!

Wie ernähren sich Pilze?

3 Haupternährungsarten: Symbiosepilze (Nahrungsaustausch zwischen Baum/Pflanze und Pilz), Parasitenpilze (kranke Bäume werden gefressen) und Folgezersetzer (tote Bäume/Pflanzen werden aufgelöst).

Wie funktioniert das Einfrieren von Pilzen?

1. Möglichkeit - so machen es wir! Pilze putzen, in Plastiktüte geben, Datum und Pilzart (gut, mittel, sehr gut) anschreiben und bei mindestens -20 Grad einfrieren. 2. Möglichkeit - besonders gut für Pfifferlinge, weil diese sonst zäh werden. Pilze putzen, in der Pfanne kurz aufkochen (blanchieren) - einfrieren - fertig!

Wie funktioniert das Silieren von Pilzen?

Es funktioniert wie das Herstellen von Sauerkraut.

Wie funktioniert das Trocknen von Pilzen?

1. Möglichkeit und beste: Trockenautomat. 2. Möglichkeit: Backofen bei 40 - 50 Grad ca. 24 Stunden trocknen lassen und zwischenzeitlich wenden, bis sie knochentrocken sind. Niemals heißer als 55 ° C, da sie ab dieser Temperatur geschmacksarm werden.  3. Möglichkeit: Pilze trocknen durch Sonneneinstrahlung. Vorsicht: die Pilze müssen schnell trocknen und immer wieder gewendet werden, sonst entsteht Schimmelbildung und die Pilze sind unbrauchbar.

Wie funktioniert der Ablauf des Einweckens/Einmachen von Pilzen?

Pilze in ein Glas geben, mit Wasser auffüllen und etwas Salz beigeben. Deckel schließen und 20 Min. bei über 80 Grad im Einweckautomat, Backrohr oder gefüllten Topf mit 20 % Wasser am Boden und geschlossenem Deckel einwecken. 6 Stunden abkühlen lassen und anschließend nochmals 20 Min. bei über 80 Grad einwecken. Durch den zweiten Einweckvorgang werden eventuell noch resistente Bakterien abgetötet, die Fäulnis verursachen könnten.

Wie funktioniert die Herstellung von Pilzbutter?

Man nehme 20 Gramm grob gemahlene getrocknete Pilze in 50 Gramm Butter ca. 10 Minuten bei schwacher Hitze unter Rühren "schäumen" und Fett aufsaugen lassen, abgekühlt mit 250 Gramm guter, weicher Butter verquirlen und mit etwas Salz (feingemörsert) abschmecken. Fertig! Anmerken möchten wir noch, dass „weiche“ Pilze besser geeignet sind wie festfleischige Pilze (z.B. Morcheln, Pfifferlinge, Glucken), da diese schlechter das Fett aufnehmen und recht hart bleiben. Diese also eher vorher feiner zerhacken oder mahlen. Bei einigen Pilzarten sollte man wegen hitzelabiler Gifte besonders auf gründliches Durcherhitzen achten: Z.B. Perlpilz, Morcheln… Die Haltbarkeit dürfte sich an der von Butter orientieren (ranzig werden), im Kühlschrank also recht lange, eingefroren sehr lange!

Wie hoch ist der Eiweißgehalt von Pilzen?

Pilze enthalten nur etwa 2-3 % Eiweiß. Das entspricht etwa dem von Gemüse. Das ist sehr gering, Fleisch dagegen hat das 10fache an Eiweißgehalt!

Wie kann ich die Sporenpulverfarbe feststellen?

Pilzhut vom Stiel trennen. Mit den Lamellen oder Röhren nach unten auf ein weißes Blatt Papier legen, wenn dunkles Sporenpulver erwartet wird. Auf ein dunkles Papier legen, wenn du weißes bzw. helles Sporenpulver vermutest. Gute Idee ist auch folgende Möglichkeit: Lege den Hut immer zur Hälfte auf ein weißes und zur Hälfte auf ein dunkles Blatt. Glas oder Becher darüberstülpen und einige Stunden abwarten. Es bildet sich auf dem Papier ein Sporenabdruck mit entsprechender Farbe. Alte Pilze oder zu junge Pilze sind dazu wenig geeignet, weil sie keine Sporen abwerfen.

Wie kann ich meine Kühltruhe enteisen ohne dass meine Pilze antauen?

Schon leicht angetaute Pilze können unter Umständen unbrauchbar werden. Deshalb ist ein Auftauen in der warmen Jahreszeit nicht angesagt, es sei denn, es steht ein zweiter Eisschrank zu Verfügung. Kühlschränke werden am besten in den Wintermonaten enteist. Bei einer Außentemperatur von minus 10 Grad oder niedriger einfach Inhalt in einen Wäschekorb und ab damit ins Freie.

Wie kann ich Pfifferlinge konservieren?

Bis vor kurzem waren wir noch der Meinung, dass Pfifferlinge nicht getrocknet werden können. In Tschechien bewiesen sie uns das Gegenteil. Sie sind durchaus weiterhin schmackhaft, vor allem als Suppenpilze. Aber ansonsten ist die beste Methode: Pfifferlinge mit Flüssigkeit 5 Minuten kochen und mit der Flüssigkeit einfrieren. Konservierung in Gläsern ist auch eine Möglichkeit: Glas mit Pfifferlingen und Wasser füllen und Schraubdeckel drauf, das ganzes Behältnis 20 Minuten kochen lassen. Diesen Vorgang nach 6 Stunden wiederholen, damit alle Mikroorganismen auch sicher abgetötet wurden.

Wie kann ich Pilzvergiftungen verhindern?

1. Nur frische Pilze sammeln! Oder esst ihr gerne verdorbenes Fleisch? 2. Alte schwabbelige wurmdurchlöcherte Pilze sind verdorben, es fand bereits eine Eiweißzersetzung statt. Also diese gleich im Wald lassen! 3. Ganz kleine noch verschlossene Pilze wegen Verwechslungsgefahr meiden. Lebensgefahr! 4. Luftige Körbe oder ähnliches beim Sammeln verwenden. Niemals Plastiktüten! Wie lange hält es wohl ein Mensch mit einer Plastiktüte über den Kopf aus? 5. Pilze sollten schon beim Sammeln grob gesäubert und nach dem Sammeln sofort sauber geputzt werden, spätestens jedoch am Folgetag. Bedenke! Je länger man wartet umso satter werden die Maden! Auch vollständig madenfreie Pilze sind oft am nächsten Tag nur noch 50 % verwertbar! 6. Nur Pilze in den Korb legen, die zu 100 % als essbar erkannt wurden. Die Krankenkasse wird es danken! 7. Durch Veranstaltungen (Pilzexkursionen) von Pilz- oder Naturschutzvereinen kann das Breitenspektrum von essbaren Pilzen schnell erweitert werden. Hier sollten auch Pilze mitgenommen werden, die selbst durch eigene Literatur schon mal sicher bestimmt, aber aus Unsicherheit noch nicht gegessen wurden. 8. Essbare Pilze, die tödlich giftigen Arten ähneln, sind immer zu meiden. Sie gehören niemals in einen Speisepilzkorb, wenn sie zur Bestimmung mitgenommen werden. Solche Pilze immer in einem verschlossenen Behälter unzugänglich von den anderen Pilzen getrennt aufbewahren. Übrigens! Für Giftpilze gibt es gute Literatur, die das Erkennen erleichtert! 9. Pilze immer länger als 10 Minuten kochen, Hallimasch mind. 20 Minuten und Kochwasser wegschütten! 10. Pilzmahlzeiten können aufgewärmt werden, aber folgendes ist zu beachten: Nach dem Abkühlen gehören sie in den Kühlschrank; hier bei etwa 4-8 Grad kühl lagern. Max. Lagerzeit 24 Stunden und niemals in Metallbehältern lagern. Metalle oxidieren mit den Pilzen und entwickeln Giftstoffe. Deshalb stammt auch der Spruch, dass Pilze nicht aufgewärmt werden dürfen. Früher wurde viel Kupfer- und Alugeschirr benutzt, dieses löste bei falscher Lagerung Eiweißzersetzungsprozesse aus, weshalb Personen krank wurden. Eingefroren zubereitete Pilze können zwar noch einmal aufgewärmt werden, sie sollten nicht nochmals eingefroren werden! 11. Unbekannte Pilze niemals essen. Es gibt Pilzberatungsstellen. Hier können Pilze zur Artenbestimmung vorgelegt werden. Wenn ein Pilz hierbei nicht als essbar freigegeben wird, darf er nicht verwendet werden. Die Pilzsachverständigen sind immer auf dem neuesten Informationsstand - leider sind das die Pilzbücher nicht immer! 12. Eigene Vorsicht ist immer der beste Schutz. Mutig einfach Pilze zu essen ohne sichere 100 %-ige Bestimmung, ist schon oft tödlich verlaufen und wird auch wieder jedes Jahr seine Opfer fordern. Es gibt - junge mutige - Pilzkenner aber keine - alten mutigen - Pilzkenner!

Wie kann ich schmutzige Finger im Wald sofort reinigen?

Hierzu eignet sich die Huthaut von Perlpilzen besonders. Die enthaltene Feuchtigkeit und Inhaltsstoffe können vorzüglich zum Fingerreinigen verwendet werden. Erde und Farbstoffe von Pilzen auf den Fingern werden schnell gelöst.

Wie kommt es, dass aus meinem Blumentopf Pilze wachsen?

Es sind Sporen (mikroskopisch kleine Samen) über die Luft oder via die Blumentopferde zu deinen Blumen gelangt. Diese bildeten ein Pilzmyzel in der humusreichen Erde. Und was du siehst, sind seine Fruchtkörper. Immer schön und meist vollkommen harmlos für Mensch und Pflanze. Natürlich sind sie nicht zum Verspeisen geeignet, aber lass sie doch leben, sieht doch immer wieder schön aus, eigene Pilze im Wohnzimmer zu haben!

Wie lange brauchen Pilze um zu wachsen und eine entsprechende Größe zu erreichen?

Es liegt an vielen Faktoren und an der Pilzart an sich! Steinpilze können – wenn alle Faktoren passen – innerhalb einer Stunde um 8 cm in die Höhe schießen. Für eine Größe von ca. 20 cm Ø bedarf es dennoch oft einige Tage. Das liegt an der Energie des Pilz-Myzels, dessen Nährstoff- und Mineralhaushalt es zulässt, entsprechend viele oder große Nachkommen zu bilden. Einige Pilze wie etwa Pfifferlinge bedürfen viele Stunden bis Tage, wenn nicht gar Wochen um eine stattliche Größe erreichen zu können. Wiederum gibt es Baumpilze die erst nach 3 Jahren vollständig ausgewachsen sind. Der Spruch – einen Pilz einmal gesehen, so wächst er nicht mehr hat folgenden Grund. Pilze wachsen immer nur in einem Schub, das heißt: Stoppt dessen Wachstum, verhärtet sich das darin enthaltene Chitin und der Pilz kann kaum noch größer werden. Wann der Stopp sattfindet ist leider nicht ersichtlich! Deshalb ist ein Abwarten oft/meist sinnlos! Die entsprechenden mobilen Proteine (Maden, Schnecken) sind in übrigen auch sehr fleißig und sorgen schnell für die Entfernung des Pilzes, wenn wir es nicht tun.

Wie lange dürfen Pilze eingefroren werden?

Die Einfrierdauer bei ca. -18 Grad C. beträgt etwa 12 Monate. Einzige Ausnahme ist der Samtfussrübling - ein Winterpilz! Da er auch bei Minustemperaturen wächst, verdirbt er schneller. Hier würden wir 3 Monate nicht überschreiten lassen. Aber ein Winterpilz sollte man sowieso frisch essen.

Wie lange sind Pilze haltbar?

Frische Pilze sind so lange haltbar bis sie einen unangenehmen Geruch annehmen, schimmeln oder weich und schwabbelig werden. In der Regel können kühl und luftig gelagerte Pilze einige Tage überstehen.

Wie lange sollen Pilze gekocht werden?

Meist so ca. 10 Minuten, außer dem Hallimasch. Diesen mindestens 20 Minuten kochen, Wasser wegschütten, erst dann ist jegliche Verwertung möglich!

Wie lange sollten getrocknete Pilze vor deren Verwendung eingeweicht werden?

Die besten Ergebnisse erzielten wir bei 3-5 Stunden Einweichzeit. Ein Geschmacksverlust tritt nicht ein. Das Wasser sollte mitverwendet werden. Guter Geschmacksbegleiter! Ideal ist es auch, die Pilze zu zermahlen und als eine Art Pilzpulver zu verwenden. Bei Pilzpulver ist keine Einweichzeit notwendig. Dieses kann sofort in die Soße gegeben werden. Aber immer kurz aufkochen lassen, da pulverisierte Pilze immer noch rohe Pilze sind!

Wie putze ich Pilze richtig?

Putztipps: Zuerst Schmutz, Nadeln und faule unansehnliche Teile entfernen. Dies am besten schon im Wald. Bei jungen Röhrenpilzen kann die Röhrenschicht (der Schwamm) erhalten bleiben. Bei Älteren soll - muss aber nicht - diese entfernt werden. Bei Pilzen - wie bei vielen Täublingsarten - ist es gut, wenn die Huthaut entfernt wird, da diese zäh werden kann. Die Huthaut schon im Wald abzuziehen empfehlen wir beim Kuhmaul, Goldröhrling und Grünspanträuschling. Sie haben sehr schleimige Hüte. Im Übrigen wird dadurch der Pilz sauberer. Alte, wässrige Pilze sollten nicht verwendet werden. Schon ein kleiner wässriger Pfifferling kann das ganze Gericht verderben, weil dieser einen erdigen Geschmack haben kann. Hier ist oft auch eine Geruchsprobe angesagt. Alle Pilze, die einen unangenehmen Geruch wie muffig, erdig, faulig haben, sollten nicht verwenden werden. Sie sind es nicht wert, ein Gericht zu ruinieren! Bei Austernseitlingen ist die Huthaut sehr zäh und kann nur schwer entfernt werden. Hier empfehlen wir, den Pilz sehr dünn aufzuschneiden. Pfifferlinge oder harte Pilzarten werden zuerst in Wasser gelegt, anschließend in Mehl getaucht. Das Mehl haftet am Schmutz. Dann wieder ins Wasser geben und das Mehl löst sich zusammen mit dem Schmutz vom Pilz. Übrig bleibt ein sauberer Pilz! Röhrlingsarten und weiche Pilzarten eignen sich nicht, mit Wasser gereinigt zu werden, da sie sich stark mit dem Wasser aufsaugen und dadurch schwabbelig werden. Werden viele Arten gesammelt, empfehlen wir folgendes: Pilze nach Arten sortieren. Jede Person putzt eine Art. Oder zweite Möglichkeit: Eine Person putzt grob vor und eine zweite Person übernimmt die Nachreinigung. Auch hier gilt: Es ist besser, Art für Art zu putzen. Erstens kann sich nicht so leicht ein ähnlich aussehender Giftpilz einschleichen und zweitens geht alles sauberer und flotter vonstatten! Einfach mal ausprobieren! Und was mache ich jetzt mit den Abfällen? Wir machen folgendes: Putzresten in Pilzkorb legen. In einen nahegelegenen Wald fahren und die Putzreste verstreuen. Mit diesem Verfahren haben wir plötzlich Pilzarten in Wäldern gefunden, in denen wir sie noch nie sahen. Vielleicht doch etwas nachgeholfen? Schließlich sind die Sporen (der Samen) in den Putzresten noch enthalten, warum sollten diese in den Müll?

Wie schnell wachsen Steinpilze?

Je nach Feuchtigkeit, zwischen 1 Stunde und 5 Tagen. Es gab schon Erlebnisse, da wuchsen Steinpilze innerhalb einer Stunde um 8 cm.

Wie verhindere ich, dass nach dem Trocknen die Restfeuchtigkeit eine Schimmelbildung im geschlossenen Glas auslöst?

Gebe etwas Salz in das geschlossene Glas, in dem die getrockneten Pilze aufbewahrt werden. Salz entzieht die Restfeuchtigkeit bei den Pilzen und ist neutral im Geschmack! Alternativ können auch Reiskörner verwendet werden, da auch diese Feuchtigkeit binden.

Wie viel Personen erleiden im Jahr eine Pilzvergiftung?

Leider ist die konkrete Anzahl von Pilzvergiftungen nicht bekannt, weil keine Meldepflicht für Ärzte und Krankenhäuser besteht. Schätzungen für Europa liegen bei etwa 10 000 pro Jahr, davon Deutschland geschätzt zwischen 500-1000 Fälle p.a.

Wie viel Pilzarten existieren in Europa?

> 10000 Großpilzarten in Europa. Makroskopisch (mit bloßem Auge) eventuell unterscheidbar. Mikroskopisch gibt es noch etwa die 3fache Menge von Unterarten. Schimmelpilzarten > 100 000 und vermutet werden auch hier noch die 3fache Menge von Unterarten.

Wie viele Personen sterben jedes Jahr an Pilzvergiftungen?

Jedes Jahr sterben etwa 50 bis 60 Personen an Pilzvergiftung. 90 % davon wegen Knollenblätterpilzvergiftungen! Diese Zahlen sind aber nur Schätzungen, weil es keine Meldepflicht für Pilzvergiftungen gibt. Die Dunkelziffer wird wohl weitaus höher sein.

Wie viele Pilze darf man im Wald sammeln?

In Deutschland und Tschechien: Nur so viel wie für den Eigenbedarf! Das heißt 30 kg pro Person wären laut Bundesartenschutzgesetz verboten. Einige Bundesländer haben Sonderregelungen! Mit Sondergenehmigung der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt) können auch größere Mengen für den Verkauf gesammelt werden. Für jede einzelne Pilzart muss dabei nachgewiesen werden, dass diese in Massen vorkommt und nicht gefährdet ist. In Österreich und in der Schweiz ist das Sammeln von Pilzen in jedem Bundesland resp. Karton verschieden geregelt.

Wie werden Pfifferlinge, die in den Lamellen voller Sand- und Erdreich sind, am besten geputzt?

Pfifferlinge vom gröbsten Dreck befreien und in eine Schüssel Wasser legen, anschließend in Mehl eintauchen. Das Mehl haftet so am Schmutz. Die Pilze wieder ins Wasser geben. Das Mehl löst sich mit dem Schmutz vom Pilz. Übrig bleibt ein sauberer Pfifferling!

Wie werden Pilze getrocknet?

Am besten ist das Trocknen im Dörrapparat. Ab 25 Euro gibt es diesen schon zu kaufen. Weitere Möglichkeit: Im Backofen bei 40-50 Grad. Aber nie wärmer als max. 55 Grad, sonst werden sie nicht getrocknet, sondern gegart! Weitere Möglichkeiten sind auf dem Heizkörper, auf dem Kachelofen, in der Sonne (am Abend wieder hinein, weil sonst Feuchtigkeit gezogen wird) oder einfach auf eine Zeitung ausbreiten - Lufttrocknen bei 15-20 Grad und mehr. Wichtig ist, die Pilze müssen öfters gewendet werden. Zum einen, damit sie nicht am Untergrund ankleben und zum anderen, damit sie von allen Seiten gleichmäßig austrocknen. Dies alles so lang bis sie knochentrocken sind und beim Umknicken zerbrechen. Vor dem Trocknen fein und dünn zerschneiden, damit der Trockenvorgang schneller vonstattengehen kann. Wichtig! Sollte Schimmelpilzbildung entstehen (sichtbar sein) müssen alle Pilze entsorgt werden, da diese giftige (toxische) Substanzen bilden und zu heftigen Vergiftungen führen.

Wie wird die Krause Glucke oder Breitblättrige Glucke am besten geputzt?

Großes eingewachsenes Astwerk und grober äußerer Schmutz gleich im Wald entfernen. Zuhause in kaltes Wasser tauchen. Glucke in 1 cm längliche Scheiben schneiden und in eine Schüssel Salzwasser legen. Jetzt kann der restliche Schmutz leicht entfernt werden. Insekten werden durch das Salzwasser gelöst und schwimmen auf der Wasseroberfläche. Eine weitere Möglichkeit ist die Glucke im Ganzen kurz in kochendes Wasser tauchen. Die Glucke wird elastisch und lässt sich dann unter fließendem Wasser bequem ausspülen.

Wie wird Pilzpulver gemacht und aus welchen Pilzen?

Pilze trocknen, bis sie knochentrocken sind. Mit einer Kaffeemühle diese Pilze so zerreiben, bis nur noch ein feines Pulver übrig bleibt. Wenn keine Mühle zur Hand ist, empfehlen wir, die getrockneten Pilze so lange zu zerdrücken wie es geht, ev. auch mit einem Wallholz. Je feiner der Staub desto besser. Für Pilzpulver sind grundsätzlich alle Pilze geeignet, die auch als Trockenpilze gut sind. Nur mit einem Unterschied: Bei Pilzpulver können auch Stiele mitverarbeitet werden, die sonst nur sehr zäh oder faserig wären. Z.B. eignen sich sehr gut auch die Stiele des Parasols (Riesenschirmlinge), Safranschirmlings, Stockschwämmchens und den Rauchblättrigen Schwefelköpfen. Der Schwamm (die Röhren), sollten bei den Röhrlingen wie Maronenröhrling, Steinpilz, Butterpilz usw. nicht entfernt werden. Diese bilden eine sehr gute Geschmacksverstärkung.

Wieviel Hirschtrüffeln müssen Wildschweine verzehren damit sie den gesetzlichen Grenzwert von 600 Becquerel je Kilogramm (Bq/kg) überschreiten?

Selbstverständlich liegt dies an der Strahlenbelastung der Hirschtrüffeln die je nach Region unterschiedlich ausfällt. Berechnung: Bei Tieren kann man ähnlich ausgehen wie beim Menschen, sodass folgender Annäherungswert für Wildschweine berechenbar ist. Beispiel: Gewicht Wildschwein 50-80 kg. Natürliche Radioaktivität des Körpers aufgrund natürlichem Ursprungs (K40) ca 80-120 Bq/kg = Mittelwert 100 Bq/kg. Belastung bei 1 kg Pilze mit 600 Bq/kg = 0,4 % der natürlichen Belastung bezogen bei einem Ausgangsgewicht von 50 kg, bei 80 kg ist dieser Wert das 1,6 fache. Natürliche Belastung 250 kg (bei 50 kg Gewicht) oder 400 kg Pilze (bei 80 kg Gewicht) entspricht = Wert 100 % der natürlichen Belastung. Bei Faktor 600 Bq/kg = 6-mal über der natürlichen Belastung = 1500 kg. Das bedeutet, dass eine Verseuchung des Körpers mit Radioaktivität von 600 Bq/kg folgende Nahrungsaufnahme von Hirschtrüffeln entspricht bei einem Wildschwein von 50 kg: 1500 kg Hirschtrüffel mit 600 Bq/kg. 150 kg mit 6000 Bq/kg. 50 kg mit 18000 Bq/kg was durchaus häufiger vorkommt. 32 kg mit 28000 Bq/kg wäre der bisher festgestellte Grenzwert von gefundenen Hirschtrüffeln. Diese Werte entsprechen einem Verzehr von jeweils einem Jahr! Es wird geschätzt, dass jedes Wildschwein ca. 80-250 kg Hirschtrüffeln pro Jahr in der Natur findet und verzehrt.

Wo finde ich Pilzberatungsstellen oder Pilzberater?

Direkt in unserer App - Pilze 123 - unter - Experten. Im Internet können Vereine oder einzelne Pilzsachverständige erfragt werden. Bei einem Vergiftungsfall liegen den Krankenhäusern und Landratsämtern Listen der DGfM (Deutschen Gesellschaft für Mykologie) über Anschriften der Pilzsachverständigen vor. Nicht jeder Pilzsachverständige übt im Rahmen seiner fachlichen Kompetenz eine Pilzberatung durch, er ist aber in der Regel Ansprechpartner bei Pilzvergiftungen.

Wo und wann wachsen Spitzkegelige Kahlköpfe am besten?

Die Wachstumszeit ist Frühsommer bis Spätherbst. Das mag alles gut sein, wenn diese nur für Informationszwecke gesammelt werden. Ansonsten können wir nur sagen, dass es einige tausend Personen gibt, die durch Rauschpilzgenuss eine Phobie entwickelt haben und in ärztlicher und medikamentöser Behandlung stehen. Etwa ein Drittel davon ist dauerhaft in Kliniken untergebracht. Das ist es sicherlich nicht wert?

Wo wachsen Pilze?

1. Art Pilze sind Folgezersetzer: Sie zersetzen totes Holz, Baumstümpfe, Äste, im Boden vergrabene Tannenzapfen oder einfach nur Gräser oder Blätter. Sie sind nicht auf einen bestimmten Baum angewiesen, weshalb Folgezersetzer leicht zu züchten sind. Egerlinge (Champignon), Austernseitlinge und Hallimasch (mal als Folgezersetzer, mal als Parasitenpilz), Fichtenzapfenrübling, Träuschlinge usw.! 2. Art sind Symbiosepilze, auch Mykorrhizapilze genannt. Dies sind Pilze, die eine Symbiose (Zusammenleben) mit Bäumen, Sträuchern oder Gräsern eingehen. Pilze helfen dem Symbionten Mineralien aufzunehmen, im Gegenzug bekommt der Pilz Zucker, den er nicht selber produzieren kann. Milchlinge, Dickröhrlinge, Täublinge, Pfifferlinge, Wulstlinge (Knollenblätterpilze) und Schleierlinge sind Symbiosepilze und können ohne Symbionten nicht existieren. Die 3. Art sind Parasitenpilze, also zerstörende Pilze! Sie befallen kranke Bäume und zerstören meist sein Kernholz mit Braun- oder Weißfäule. Schwefelporling, Judasohr, Schuppenporlinge, Leberreischlinge, Austernseitlinge sind einige der essbaren parasitären Pilze.

Woran liegt es, dass das ganze Pilzgericht einen erdigen modernden Geruch und Geschmack hat?

Die Hauptursache dafür sind meist Pfifferlinge, die schon etwas vermodert, feucht und alt geerntet wurden. Daran riechen ist immer die beste Methode, solch eine Misere zu verhindern. Eingefrorene Pfifferlinge verstärken diesen Modergeruch noch. Deswegen Pfifferlinge besser nicht einfrieren. Ebenso schrecklich modernden Geschmack können Schwärztäublinge, Braune Stäublinge oder alte Horngraue Rüblinge haben. Aber sie verbreiten diesen Geschmack nicht auf das ganze Pilzgericht, sondern nur auf das einzelne Stück Pilz selbst. Unwohlsein nach Verzehr oder giftige Auswirkungen bei solchen Moderpilzen stellten wir bisweilen nicht fest!

Woran liegt es, dass Samtfußkremplinge als GIFTIG bezeichnet werden?

Sie werden immer noch mit dem Kahlen Krempling verwechselt, der durchaus zu schweren Vergiftungen führen kann. Der Samtfußkrempling ist wie viele andere Pilze auch roh giftig (Blutzersetzend) aber gekocht unbedenklich essbar. Diese toxischen Substanzen werden nach dem Kochen neutralisiert und er bekommt einen säuerlichen Geschmack. Bei normaler Zubereitung ist der Samtfußkrempling nicht schmackhaft und sollte nicht Verwendung finden. Mit besonderer Zubereitung kann er als Wurstsalatpilz lecker zubereitet werden: Die Samtfußkremplinge sollten 15 Min. abgekocht werden. Am besten sogar 2 x 10 Min. und jedes Mal soll das violette Kochwasser weggeschüttet werden. In ein anderes Gefäß Wasser, Zucker, Essig, Öl, Zwiebeln, Salz, Knoblauch, Paprika vermengen, die Pilze hinzufügen und einige Stunden ziehen lassen – fertig!

Zu welcher Jahreszeit wachsen die Pilze am besten?

Juli bis Oktober sind die ertragreichsten Monate, vorausgesetzt, die klimatischen Verhältnisse wie Wärme und Feuchtigkeit passen!

Zu welcher Uhrzeit sollten Pilze gesammelt werden?

Es ist egal ob morgens oder abends. Die Pilze wachsen rund um die Uhr, falls alle Faktoren passen. Gut ist es, wenn die Sonne nicht blendet. Bei sonnigem Wetter ist um die Mittagszeit die idealste Sammelzeit. Bei bedecktem Wetter ist der ganze Tag ideal.

Glossar:

 

Aberration

Prismen-Effekt = Farbfehler, jede Farbe wird unterschiedlich abgelenkt.

Abortiv

Fehlentwickelt.

Abwurfpräparat

Sporenabdruck: Man legt einen Pilzhut mit der Fruchtseite unten auf ein weißes Blatt Papier und stülpt ein Glas darüber. Nach einigen Stunden befinden sich genügend Sporen auf dem Papier. Diese können dann farblich oder mikroskopisch betrachtet werden.

Acanthohyphidien

HYPHIDIEN mit vielen kurzen Stacheln. Im Hymenium sind sterile Hyphen.

Achromat

Achromat‐Objektive sind kostengünstig haben aber oft speziell an den Objektkanten Farbsäume und Bildfeldwölbungen.

Acidophile Pilze

Pilze, die Säure (sauren Boden) lieben. Gern auf Substraten mit einem pH‐Wert unter 6,5.

Acyanophil

Mit Baumwollblau entsteht keine Blaufärbung der Sporen.

Adstringierend

Zusammenziehendes (saures) Gefühl bei der Pilzgeschmacksprobe.

Agaricales

Ordnungszugehörigkeit der Pilze nach dem Mykologen Moser.

Agglutinine

Verklumpung die roten Blutkörperchen in der Blutbahn des Menschen.

Allantoid

Damit ist die einseitige Krümmung von Sporen gemeint, wie bannen- oder würstchenähnliche Form.

Alpin

Hochgebirge ca. 2200 bis >3000 über Meeresspiegel.

Alveolen

Grube Vertiefung in der Fruchtschicht.

Amanita‐Arten (Amanita)

Wulstlinge- und Knollenblätterpilzarten.

Ammoniak

Salmiakgeist (NH3), in der Mykologie meist in 5%‐iger Lösung verwendet.

Amoebozoa

Einzellige Lebewesen = gilt als Untergruppe der Schleimpilze. Diese werden als plasmodiale Schleimpilze bezeichnet.

Amorph

Ungeformt, gestaltlos, die innere Struktur fehlt.

Amyloid

Mit Jod-Kaliumiodid-Lösung (Melzer) blau verfärbend.

Amyloidität

Verfärbungen mit Melzer oder andere Jodlösungen.

Amylonreaktion

Wenn die Amylonreaktion positiv ist, verfärben sich z. B. Zellwände mit Jod, Melzer… dunkel, meist blau, bei der Unterscheidung von Hexenröhrlingen ist dies wichtig.

Anaerob

Ohne Sauerstoff existierend.

Anastomose

Querverbindungen der Lamellen. Meist Aderung am Lamellengrund.

Anastomosen

Verschmelzung zweier Hyphen verschiedener Organismen. Kommt gerne bei Schlauchpilzen vor.

Angeheftet

Lamellen am Stiel leicht angewachsen.

Anilin

(C6H5NH2) = Schäffersche Kreuzungsreaktion.

Anilinblau

Ähnlich wie Baumwollblau, mikroskopisch: Zum Anfärben.

Antabuswirkung

Vergiftungserscheinung in Verbindung mit Alkohol, z. B. beim Keulenfußtrichterling oder Faltentintling. Der Alkohol wird im Körper schwer abgebaut und verursacht Vergiftungserscheinungen.

Antheridium

Männliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten, im Gegensatz zum Ascogon = Weibliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten.

Anthracengrün

Farbstoff zum Anfärben von Kristallen.

Antibiotisch

Wirkt gegen Bakterien abtötend.

Antiviral

Wirkt gegen Viren abtötend.

Apertur

Öffnungswinkel des Objektivs oder des Kondensors, je größer, desto mehr Details werden beleuchtet und dargestellt.

Aperturblende

Dient der Einstellung des Öffnungswinkels der Mikroskop-Beleuchtung. Weite Öffnung bedeutet: Viel Licht, flacher Winkel, große Schärfe, schlechte Tiefenschärfe. Kleine Öffnung = Hohe Tiefenschärfe.

Aphyllophorales

Ordnungszugehörigkeit.

Api

Irgendwo eine Sporenausstülpung. Diese kann oben oder seitlich sein.

Apiculus

Sporenausstülpung = Ansatzstelle der Anwachsstelle (Sterigmas bei Basidiomyceten) an der Spore.

Apikal

An der Spitze stumpf abgerundet.

Apikalmechanismus

Mechanismus bei Asci an der Spitze des Schlauches.

Apochomat

Apochromat‐Objektive haben im Gegensatz zu Achromaten eine Farbkorrektur, Bildfeldwölbungen sind häufig.

Apophyse

Ringförmige Verdickung im unteren Teil der Endoperidie, z.B. bei Erdsternen.

Apothecien (Plural: Apotheziums)

Fruchtkörper eines Pilzes oder einer Flechte.

Apothezien

Fruchtkörperbildung bei Flechten. Oft auch becherlingsartig oder halbkugelig.

Apothezien

Becherlinge: Becher‐ oder schüsselförmiger Fruchtkörper.

Appendix

Anhang, auffälliger Auswuchs an Sporen (hier wuchs die Spore am Sterigma), meist gegenüber Keimporus, nur bei Basidiomyceten.

Arboriform

Astförmige Verzweigung, wie bei einem Bäumchen.

Arten

Können nicht gekreuzt werden. Bleiben mikroskopisch immer gleich. Fälschlicherweise werden Pilze oft als Sorten bezeichnet was absolut nicht richtig ist, da Pilze nicht mit anderen Pilzarten kreuzbar sind.

Asci

Sporen in den Schläuchen (Mikroskopie). Schlauchförmige Sporangien, in denen sich die Sporen entwickeln, Sporenträger bei Ascomyceten.

Ascogon

Weibliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten, im Gegensatz zum Antheridium = Männliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten.

Ascomyceten

Schlauchpilze = Klasse der Pilze mit Sporen die sich in Schläuchen entwickeln.

Ascosporen

Sporen bei Schlauchpilzen (Ascomyceten).

Ascus

Schlauch bei Ascomyceten (Schlauchpilzen), darin liegen die Sporen.

Asexuell

Sexuell inaktiver Bestandteil, nicht fruchtfähiger Teil.

Askogene

Askogenen Hyphen = hackenförmige Ausbuchtungen an den Hyphen von Schlauchpilzen.

Asterosetae

Sternförmig wachsende Haare (Säten).

Asterozystiden

Besondere Zystidenform, z. B. beim Harzzahn (Resinicium bicolor).

Auflösungsvermögen

Mindestabstand zweier Punkte, damit man sie vergleichen kann (Bespiel: d = Lambda / 2* NA).

Auriculariales

Ordnungszugehörigkeit.

Ausgebuchtet

Lamellen bzw. Röhren zum Stielansatz aufwärts abgerundet und anschließend wieder verschmälert.

Austrittspupille

Hier ist der Ort hinter einer Linse gemeint, an der das austretende Bild scharf erscheint (hintere Brennebene).

Basal

Damit ist die Basis gemeint. Am Fuß, Unterseite oder Anwachsseite des Pilzes.

Basalzelle

Basiszelle, Anfangszelle.

Basidien (Basidie, Basidium Basidia)

Träger der Sporen bei Ständerpilzen (Basidiomyceten).

Basidiocarpien

Fruchtkörper der Ständerpilze (Basidiomyceten).

Basidiolen

Noch nicht fruchtbare Basidien bzw. sterile Form, Sterigmen sind noch nicht vorhanden.

Basidiomyceten

Klasse der Pilze mit Sporen auf Ständern = Ständerpilze.

Basidiosporen

Sexuelle Fortpflanzungszelle (Sporen) von Basidiomyceten (Ständerpilzen).

Basis

Unterster Teil des Stiels, kurz vor der Verwurzelung.

Basisch

Kalkreich.

Baumwollblau

Chemikalie in der Mikroskopie um speziell Warzen oder Erhebungen auf Sporen sichtbar zu machen.

Behangen

Velumreste verbleiben am Hutrand faserig-flockig.

Bereift

Oberfläche mit mehligem Belag überzogen.

Bergsteigersöckchen

Besondere aufsteigende Bildung von VELUM UNIVERSALE beim Pantherpilz, ähnlich einer Socke.

Bewimpert

Feine Haare oder Borsten auf der Hutoberfläche.

Biapiculat

Mikroskopisch sind Sporen beidseitig zugespitzt, wird oft für die Sporenformen verwendet.

Bierdeckelpilze

Pilze die nach gar nichts schmecken. Man könnte auch Bierdeckel essen, sie sind auch nicht wirklich giftig.

Bilaterales divergierendes Lamellentrama

Die Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Lamellenmitte mehr oder weniger abgewinkelt nach außen in Richtung Hymenialschicht (= Pseudobilaterales)

Bilaterales Lamellentrama

Die Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Lamellenmitte schräg nach außen.

Bindehyphen

Dickwandig verzweigte Hyphen, nicht septiert und immer ohne Schnallen.

Biseriat

Bei Schlauchpilzen (Ascomyceten) = doppelreihige Anordnung von Sporen in den Asci (Schläuchen).

Bitunicat

Besondere Wandform eines Asci‐Schlauches, der Schlauch besteht aus einer doppelten Außenschicht.

Blätterpilz

Pilz mit Lamellen.

Boletales

Ordnungszugehörigkeit der Pilze nach Moser.

Borreliose

Durch Zecken übertragene Krankheit. In der Regel nicht tödlich, mit Antibiotikum behandelbar.

Braunfäule

Würfelfäule, Holz zerfällt durch Zelluloseabbau mit Braunverfärbung. Es bleibt das braune Lignin zurück.

Braunfäuleauslöser

Holz verfärbt sich dunkel, bräunlich durch das Myzel des Pilzes.

Brillantkresylblau

Farbstoff zum Anfärben von Zellmembranen.

Brüchig

Beim Abknicken bricht das Fleisch in kugelförmige Brocken. Gegenteil faserig, das Fleisch bricht in längliche Stränge.

Burggraben

Lamellen vor dem Stielansatz ausgebuchtet angewachsen.

Büschelig

Der Pilz wächst büschelig (dicht aneinander) gemeinsam mit Artgenossen aus einer Myzel-Quelle.

Calyciformis

Pokalförmig, kelchförmig.

Capillitium

Sterile Fasern in der Sporenmasse von Bauchpilzen. Sie helfen bei der Zerstäubung in dem sie ein Verkleben der reifen Sporen verhindern.

Catahymenium

Mehrjähriges Fruchtschicht bei Pilzen (Hymenium), vergrößert sich ohne sichtbare Jahresgrenzen.

Caulozystiden

Zystiden am Stiel des Pilzes.

Cephalodien

Cyanobakterien zur Beihilfe der Symbiose bei Flechten.

Cheilozystiden (engl. Cheilocystidia)

Zystiden an der Lamellenschneide.

Chitin

Teil der Zellstruktur von Pilzen, dadurch schwer verdaulich. Chitinpanzer von Insektenkäfern ist ähnlich.

Chloralhydrat

Lösungsmittel für Sudan III.

Chlorazolschwarz E

Färbemittel für Septen oder Zellwände.

Chlorophyll

Grüner Farbstoff in Pflanzen; für eine Fotosynthese notwendig! Bei Pilzen ist sie nicht vorhanden aber teils bei Flechten.

Chrysozystiden

Besondere Zystidenform (enthalten amorpher Farbkörper, in KOH bzw. NH3 = Gelbfärbung)

Cilien

Wimpern = borstenartige Gebilde.

Coerulein

Farbstoff zum Anfärben von Kristallen.

Collar

Ringförmiger Ansatz zwischen Lamellen und Stiel.

Columella

Bei Erdsternen, Stiel der die innere Hülle der Bauchpilze (Endoperidie) trägt.

Contex

Fleisch des Pilzes (steriles Zellen des Pilzes = Hyphen)

Coprophil

Dung bzw. Mist liebend.

Cortikalschicht

Schicht zwischen Rinde (Huthaut) und Fleisch (oberste Hyphenschicht der Stielrinde).

Cortina

Schleier, der den Hutrand mit dem Stiel verbindet (z.B. bei jungen Schleierlingen). Dieser Schleier bleibt oft fädig am Hutrand oder Stiel übrig und ist meist flüchtig.

Cortinarien

Schleierlinge (Haarschleierlinge) = Pilzgattung.

CR

In der Schweiz vom Aussterben bedroht, vergleichbar mit RL1.

Cyanophil

Blaufärbung von Sporenwänden mit Baumwollblau für Sporen und Hyphen.

Cytoplasma

Das Cytoplasma füllt das Innere einer Zelle aus.

Dacrymycetales

Ordnungszugehörigkeit.

Deckglas

Dünnes Glas zum Abdecken der Probe in der Pilzmikroskopie.

Dendrohyphidien

Sterile Hyphen im Hymenium; Hyphidien haben bäumchenartige Verzweigungen.

Dermatozystiden

Zystiden in der Huthaut.

Destilliertes Wasser

Präparier-Flüssigkeit in der Mikroskopie. Sollte nicht verwendet werden, wegen dem Aufblähen der Zellen durch den osmotischen Druck.

Dextrinoid, Dextrinoidität

Braunfärbung mit Melzers Reagenz (Jodreaktion) oft sehr intensive Färbung.

DGfM

Deutsche Gesellschaft für Mykologie.

Dichohyphen

Befindet sich vorwiegend im Subiculum (zwischen Substrat und Hymenium).

Dichohyphidien

Dichotom verzweigte Hyphen des Hymenium.

Dichohyphidien

Sterile Hyphen im Hymenium. Hyphidien mit dichotomer Verzweigung.

Dichotom

Trennung in zwei unterschiedliche Strukturen.

Dikariophase

Zweikernphase (Paarkernphase), vegetative Phase von Ständerpilzen.

Dimitisch

Bei festfleischigen oder zähen Pilzen besteht das Gewebe aus zwei Hyphenarten, den Skeletthyphen, Generativhyphen oder Bindehyphen.

Diploid

Zelle mit zwei Kernen und damit auch doppeltem Chromosomensatz, im Gegensatz zu haploid (einkernig).

Direkttiefschwarz

Färbemittel für Septen und Zellwände.

Discomyceten

Schlauchpilze (Ascomyceten) mit nach außen geöffneter Fruchtschicht (Hymenium). Die Fruchtkörper sind jung meist kugelig geschlossen und öffnen sich dann scheiben, pokal, becher‐, ‐ oder schalenförmig.

Dissepimente

Bei Porlingen die Röhrenwände.

Dunkelfeldbeleuchtung

Das Licht wird durch einen Ring geführt. In der Mitte ist es dunkel, das Licht tritt schief auf das Objekt und wird dort gebeugt.

Einfrieren

Konservierung von Pilzen durch Temperaturreduzierung auf mindestens - 18 Grad Celsius.

Eingebogen

Huthaut bleibt am Hutrand kantenförmig eingerollt.

Eingerollt

Huthaut bleibt am Hutrand halbkreisförmig eingebogen.

Eintrittspupille

Hier ist die Stelle vor einer Linse an der das abzubildende Bild entsteht.

Einwecken/Einmachen

Konservierung von Pilzen, indem durch Erhitzen über 90 Grad Celsius in geschlossenen Behältern die Fäulnisbakterien abgetötet werden. In der Schweiz ist der Ausdruck - Einmachen - gebräuchlich!

Eisen‐II‐sulfat

Farbreaktionen bei Täublinge (Täublingen) = 7 Teilen H2O, FeSO4 und Salzlösung.

Ektal

Außenseite. Außen.

Ektomykorrhiza

Mykorrhiza bei Pilzen die Wurzeln von Pflanzen umspinnen. Nur bei Symbiosepilze.

Ellipsoidisch

Sporenform: Auseinander gezogener Kreis, an eine Ellipse erinnernd.

EN

In der Schweiz stark gefährdet, vergleichbar mit Deutschland RL2.

Endoperidie

Innere Schicht der Peridie bzw. innere Hülle bei Bauchpilzen. Sie umschließt die Sporenmasse und ist zumeist dünn, im Alter oft papierartig.

Endophyten

Endophyten sind Pilze die im inneren einer Pflanze leben.

Eng stehend

Lamellen sind eng zusammenstehend, im Gegensatz von - entfernt stehend.

Entfernt stehend

Lamellen sind weit auseinanderstehend, im Gegensatz zu engstehend.

Epicutis

Hutdeckschicht (oft mehrschichtig aufgebaut) die oberste Schicht wird als Epicutis bezeichnet.

Epigäisch

Oberirdisch wachsende Pilze

Epikutis

Mehrschichtige Huthaut.

Epimembranäre oder inkrustierte Pigmente

Körnige Pusteln (Pigmente), die krustig auf den Hyphenwänden aufsitzen.

Epispor

Sporenzellwand.

Epithelium

Kugelig‐rund bis ellipsoidischen Zellen der Huthautstruktur. Oft in mehreren Lagen kettenartig übereinanderstehend, wirkt feinkörnig.

Epithezium

Bei Discomyceten die Schicht über dem Hymenium. Diese werden aus den hervorstehenden Paraphysen gebildet.

Erekt

Oberfläche sieht samtig bis fein filzig aus. Hyphen der Huthaut sind aufgerichtet.

Eutunicatae

Bei Schläuchen (Asci): Eher derbe Ascus-Wände, funktionell differenziert, mit Apikalmechanismus der die Sporen aktiv auswirft.

Excipulum

Äußere Gewebeschicht von Becherlingen (Apothezien mit Becher‐ oder schüsselförmigen Fruchtkörpern). Fruchtträgerschicht (Hypothezium) trägt den Fruchtträger (Hymenium).

Exoperidie

Äußere Hülle von Bauchpilzen, zerreißt leicht bzw. fällt leicht ab, z.B. Stacheln oder Körnchen bei Stäublingen. Bei Erdsternen werden das die sich nach außen biegenden Lappen.

Exsikkat

Getrocknete Pilze zum lebenslangen Archivieren gefundener Pilzarten. Vor der Benutzung müssen diese aufgeweicht werden.

Exsikkaten

Getrocknete Pilzbestandteile.

Exsudat

Ausscheidung in zähflüssiger, fester oder auch in kristalliner Form.

Fädig

Fadenförmige Reste, dünne längliche Fasern.

Falten

Individuelle Form der Fruchtschicht eines Basidiomyceten.

Farbfilter

Ausgleich der Farbtemperatur der Beleuchtung wie etwa der Blaufilter kompensiert den Rotüberhang bei Glühlampen.

Farbreaktionen Flechten

Positive oder negative Reaktionen: C+/- mit Natriumhypochlorit; J+/- Kaliumjod, K+/- Kalilauge, KC+/- Kalilauge mit anschließender Natriumhypochlorit Behandlung, P+/- Para-Phenylendiamin, R- keine Farbreaktion bei chemischen Mitteln.

Faserig

Beim Abknicken bricht das Fleisch in längliche Stränge (insbesondere auch der Stiel). Gegenteil brüchig, wie bei Täublingen und Milchlingen. Dort bricht das Fleisch kugelförmig, spröde auseinander.

Fäulnisbakterien

Diese verursachen eine Eiweißzersetzung im Pilz und lassen diesen verderben.

Fäulnisprozess

Alterung von Pilzen mit dem damit verbundenen Eiweißzerfall.

Feintrieb

Dient zum feinen Verstellen der Arbeitshöhe vom Kreuztisch.

Fertil

Fruchtbar, vermehrbar.

Fertiles Element

Zur Fortpflanzung des Pilzes nötiger Bestandteil wie die Sporen, Asci, Basidien usw…

Fibrille

Kurzer senkrecht abstehender Stiel bei Flechten.

Fibrille

Struktur aus feinen Fasern.

Filamentös

Fadenförmig.

Filiform

Fadenförmig, strickförmig.

Filtrierpapier

Löschpapier, saugfähiges Papier, das überschüssige Präparierlösung aufnimmt.

Flüchtig

Der Ring verschwindet bei älteren Pilzen.

Folgezersetzer

Saprophyten. Totes organisches Material wird zersetzt und als Pilznahrung verwendet.

Formalin, Formol

Farbreaktion bei einigen Tricholoma‐Arten (HCHO).

Frei

Gilt bei Lamellen, die nicht am Stiel angewachsen sind, z.B. bei den Schirmlingen.

Fruchtkörper  … A

Der sichtbare Teil des Pilzes, dient als Samenspender. Vergleich: Apfel eines Baumes.

Fruchtkörper  … B

Der Teil eines Pilzes, welches vermehrungsfähige Teile bildet und auf der Oberfläche sichtbar wird.

Fruktation

Bildung von Fruchtkörpern wie Pilze.

FSME

Durch Zecken übertragene Krankheit, die Gehirnhautentzündung auslösen kann. Diese kann vereinzelt tödlich sein! Eine Impfung ist möglich. Frühsommermeningoenzephalitis FSME im englischen: TICK BORNE ENCEPHALITIS, TBE = Frühsommer-Meningitiserkrankung.

Fundamentalhyphen

Dünnwandig, großzellig, septiert, mit oder ohne Schnallen, oft mit starken Einschnürungen an den Septen.

Fungi

Pilze.

Gallertartig

Gelatinös = weich wie Gummibärchen oder Wackelpudding.

Garen

Erhitzen auf über 90 Grad Celsius.

Gasteromyceten

Bauchpilze, Sporen werden im inneren eines Hohlkörpers gebildet.

Gegabelt

Lamellen verzweigen sich in zwei Lamellen.

Gegürtelt

Velumreste bandähnlich am Stiel sichtbar.

Gekammert

Mit Hohlräumen (meist im Stiel).

Gelatinös

Gallertartig.

Gelifiziert

Geleeartig, gallertartig.

Genattert

Velumreste bandähnlich am Stiel sichtbar.

Generativhyphen

Dünnwandig verzweigte Hyphen mit oder ohne Schnallen an den Septen.

Gerieft

Rillen im Hut, Hutrand, Stiel.

Gesägt

Wellige Lamellenschneide.

Gesamthülle, Gesamtvelum

VELUM UNIVERSALE.

Gesellig

Mehrere gleiche Pilzarten nebeneinanderstehend.

Getropft

Mit tropfenähnlichen Flecken auf Hut oder Stiel.

Giftpilze

Im Pilz enthaltene gesundheitsgefährdende Substanzen.

Gilben (gilbend)

Gelbliches Verfärben.

Gleba

Innerer pulverig-staubiger Bereich von Stäublingen, die später das Sporenpulver enthält.

Gloeozystiden

Besondere Zystidenform, meist dünnwandig, lang mit ölartigem oder feinkörnigem Inhalt im Hymenium, Trama oder der Huthaut.

Glyzerinpuffer

Zum Aufquellen von Exsikkaten = L4‐Lösung.

Gratig

Bestimmter Ornamentationstyp von Pilzsporen, gern bei Täublingen.

Grobtrieb

Dient zum groben Verstellen der Arbeitshöhe des Kreuztisches.

Grubig

Flache andersfarbige Flecken (Aphten), meist dunkler - am Stiel.

Guajaktinktur

Guajak‐Harz in Alkohol = Farbreaktion bei Täublingsarten.

Guttationstropfen

Vom Pilz ausgeschiedene Flüssigkeitstropfen, bei feuchtem Wetter oder bei jungen Fruchtkörpern vor allem an der Fruchtschicht z.B. Röhren, Lamellen.

Guttulen

Feine Tröpfchen, gut mikroskopisch erkennbar bei den Sporen.

Haarähnliche Prolongationen

Verlängerte Endzellen an der Außenseite eines Fruchtkörpers (Plural: Apotheziums Apothecien).

Haare

Lange Endzellen im Außenbereich eines Fruchtkörpers.

Haarschleierlinge

Haarartiges Gebilde, bei Schleierlingen zwischen Hut und Stiel.

Habitat

Lebensraum des Pilzes.

Habitus

Äußeres Erscheinungsbild des Fruchtkörpers.

Hacken

Einige Schlauchpilze haben schnallenähnliche Auswüchse an den askogenen Hyphen. Dort werden diese Haken genannt.

Halluzinogen

Löst Wahnvorstellungen aus, z.B. bei Psyilopilzen (Psilocybin-Pilze) mit dem Wirkstoff Psilocybin.

Halozystiden

Besondere Zystidenform.

Hämolyse

Zerfall der roten Blutkörperchen.

Haploid

Zelle mit einem Kern (einkernig). Damit auch nur mit einem Chromosomensatz, im Gegensatz zu diploid (Zelle mit zwei Kernen).

Hart

Konsistenz des Fleisches; lässt sich fast nicht zusammendrücken.

Hauptfruchtform

Fruchtkörper mit fortpflanzungsfähigen Sporen, die in Ständerpilzen (Basidien) oder mit Schlauchpilzen (Asci) gebildet werden.

Heide

Wiesenähnlich, meist natürlich belassen mit Weidentieren.

Heidepilze

Auf Wiesen wachsende Pilze.

Heilpilze

In der Traditionellen Chinesischen oder Japanischen Medizin werden Pilze zur Behandlung von Krankheiten verwendet. In der EU/Schweiz/Europa wird dies (noch) nicht anerkannt. Sie gelten in unseren Regionen als Vitalpilze zur homöopathischen oder naturkundlich begleitenden Behandlung von Erkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems.

Herablaufend

Lamellen, Röhren, Poren und Stacheln wachsen am Stiel abwärts.

Herbarium

Sammlung von getrockneten Pilzen und deren Beschreibung zur Nachuntersuchung.

Heteromorph

Vielgestaltige Wuchsformen.

Hexenei

Junger (unreifer) Fruchtkörper von Stinkmorcheln oder anderen Rutenpilzen.

Hexenring

Rundliche Anordnung von Pilzen. Kann bis zu mehreren Metern Durchmesser haben. Am Rande des unterirdischen Myzels bilden sich die Fruchtkörper aus, dadurch entsteht ein sogenannter Hexenring. Der Ring wird von Jahr zu Jahr größer und kann viele Jahrzehnte aufgefunden werden.

Hirnartig

Ineinander verzweigte hirnartige Fruchtkörper.

Holobasidien

Einzellige Basidien (Ständer).

Holundermark

Wird gern zum Einklemmen des Präparates verwendet, um sehr feine Schnitte vollziehen zu können. Wird aus den schnellwachsenden Jahrestrieben gewonnen.

Hut

Oberer Teil des Pilzes.

Hutdeckschicht

Oberste Schicht vom Pilzhut.

Huthaut

Überzug der Hutoberfläche. Diese kann ein‐ oder mehrschichtig sein.

Hyalin

Sporen sind farblos, glasklar, ungefärbt.

Hygrophan

Der Pilz verändert seine Farbe durch Wasserverlust. Meist ein Verblassen der Farbe von der Hutmitte aus!

Hymenialelement

Die einzelnen Elemente der Fruchtschicht (Hymeniums), d. h. der Fruchtschicht der Basidiomyceten.

Hymenialsetae

Sete (Haar) im Hymenium (Fruchtschicht).

Hymenialzystide

Zystiden in der Fruchtschicht.

Hymeniderm

Makroskopisch wirkt die Huthaut feinkörnig. Die Huthautstrukturen gleichen einem Hymenium, meist mit blasig‐keuligen Zellen.

Hymeniform

Huthautstruktur mit ähnlichem Aufbau wie ein Hymenium, mit keuligen Enyhyphen. Oft ein samtig‐körniges Aussehen bildend.

Hymeniforme Schicht

Haarige, samtige oder feinfilzig-samtige Schicht.

Hymenium, Hymeniums

Fruchtschicht bei Pilzen.

Hymenophor

Fruchtlagerschicht bei Pilzen die vom Hymenium überzogen wird. Meist lamellenartig, röhrig, stachelig, runzelig.

Hyphen

Fadenartig, schlauchartige mikroskopisch kleine Zellen eines Pilzes. Ein Großteil des Pilzes ist daraus aufgebaut.

Hyphenschicht

Schicht zwischen Rinde (Huthaut) und Fleisch = Kortikalschicht.

Hyphensysteme

Gesamtheit der Hyphen, es gibt drei Unterteilungen je nach Art der Zellen: Dimitisch, monomitisch oder trimitisch.

Hyphidium

Steriles Hyphenende im Hymenium ohne auffallende Verdickung. Erscheint hyphenartig. Oft werden abgesporte Ständer (Basidien) damit überwachsen. Es gibt drei häufige Formen: Dendrohyphidien (verzweigt astartig), Acanthohyphidien (kurzstachelig) sowie Dichohyphidien (dichotom verzweigt).

Hypodermium

Untere Huthautschicht (Subkutis) mit zelligen Strukturen.

Hypogäisch

Trüffelartige Pilze bzw. unterirdisch wachsende Pilze.

Hypothezium

Der Fruchtschichtträger (Hypothezium) ist die Gewebeschicht unterhalb des Hymeniums (Fruchtschicht) eines Apotheziums (runder Fruchtkörper).

I.d.R.

In der Regel.

Immersions-Öl

Spezial-Öl für 100x‐Objektive zur besseren Sichtbarkeit.

Imperfektes Stadium

Fruchtform die keine kompletten Pilzfruchtkörper bilden.

Inamyloid

Keine Jodreaktion (J‐), d.h. keine Blaufärbung mit Melzers Reagenz.

Inc.sed

Unsichere wissenschaftliche Einordnung nach heutigem Stand.

Indigen

Einheimisch.

Inkompatibilität

Gentechnische Unverträglichkeit.

Inkrustation

Kristalle auf der Oberfläche von Zystiden, Hyphen usw…

Inkrustationen

Bildung einer Kruste.

Inkrustierte Pigment

Eingebaute Farbstoffe innerhalb der Zellwände (Pigmente), so wie z.B. beim Fleischroten Holz-Trichterling.

Inoperculaten

Beim inoperculaten Ascus (= Unitunicatae-Inoperculatae) wird am Scheitel ein besonderer Apikalapparat ausgebildet.

Inoperkulat

Asci‐Schläuche ohne einer Abdeckung, d.h. mit einer Mündung (Porus) am Schlauchende, im Gegensatz zu operculat (= Asci‐Schläuche mit einer Abdeckung).

Interzellulär

Inkrustierendes Pigment wäre interzellulär, wenn es sich zwischen den Zellen befindet (Außen).

Interzelluläre Pigmente

Körnige Pigmentmassen, diese sind zwischen den Huthauthyphen eingelagert.

Inverses Lamellentrama

Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Hymenialschicht (Außenbereich) nach innen (Lamellenzentrum).

Irisblende

Ringförmige Blende, deren innerer Durchmesser sich stufenlos einstellen (verengen/erweitern) lässt.

Irreguläres Lamellentrama

Die Hyphen in der Lamelle verlaufen innerhalb der Lamelle kreuz und quer durcheinander.

Isidien

Auswüchse im Flechtenlager, die leicht abbrechen und der Fortpflanzung dienen. Sie sind meist zylindrisch, keulig oder kugelig geformt und ähnlich wie das Flechtenlager gebaut.

Isodiametrisch länglich

Sporenform: Ähnelt einer länglichen Biegung.

Isoliert warzig

Sporenoberfläche: Die Warzen sehen für sich isoliert aus, d.h., sie sind nicht miteinander verbunden.

Isotonische Lösung

Dient zum Ausgleich des osmotischen Druckes. Es diffundieren gleich viele Wassermoleküle in die Zelle hinein wie hinaus. Beispiele: Isotonische Kochsalzlösung, Ringerlösung…

Ixokutis

Gelatinöse (schleimige) Schicht in der Huthaut.

Kalibrieren

Eichen, korrektes einstellen auf richtige Maßangaben.

Kalilauge 20 %‐ige

KOH, als Makroreagenz gern 20 %‐ige Lösung.

Kalilauge 3‐5 %‐ige

KOH, als Mikroreagenz gern 3‐5 %‐ige Lösung. Wird gern zum Aufweichen von Exsikkaten, auch zum Feststellen einer Oberflächenstruktur von braunen Sporen verwendet.

Karbolfuchsin

Chemikalie zum Feststellen von Krustenbildung (Inkrustationen).

Karminessigsäure

Zellkernfärbemittel für verschiedene Pilzarten.

Karotinoide

Pilzfarbstoff (gelb, orange bis rot).

Karyogamie

Verschmelzen von 2 Zell-Kernen im Frühstadium.

Keimhyphe

Keimhyphe (Keimschlauch), die bei der Keimung aus der Pilz-Sporenwand austretende Hyphe; zeigt ein typisches Längenwachstum.

Keimporus

Anwachsstelle an der Spore, aus der später die Keimhyphe entsteht.

Keimspalte

Längliche, spaltartige Verdünnung in der Sporenwand einiger Schlauchpilz‐Sporen.

Kernförmig

Sporenform z.B. wie ungleichmäßige, +/- sternförmige Kerne geformt.

Kernspindel in den Basidien

Kernspindel in den Basidien dient in der Pilzmikroskopie als Unterscheidungsmerkmal.

Keulig

Stielähnlich, röhrig jedoch oben oder unten verdickt.

Kindersöckchen

Besondere aufsteigende Bildung von VELUM UNIVERSALE beim Pantherpilz, ähnlich einer Socke.

Kleiig

Oberfläche mit feinen Körnchen überzogen.

Knolle

Verdickte Stielbasis. Verschiedene Formen sind hierbei möglich: Knollig verdickt, rübenknollig, zwiebelknollig, abgesetzte Knolle. Häufig bei den Amanita‐Arten.

Kochsalzlösung

Kochsalz = Natriumchlorid (NaCl).

KOH

Kalilauge (Kaliumhydroxid) zum Testen von Verfärbungen bei Fruchtkörpern, häufig bei Täublingen und Schleierlinge verwendet.

Köhlersche Beleuchtung

Optimale Ausleuchtung und Kontrast bei der Pilzmikroskopie.

Kollar

Ringförmiger Ansatz (Krause, Halsband) zwischen Lamellen und Stiel.

Kommaförmig

Sporenform schräg wie ein Komma.

Kondensor

Lichtaustrittsöffnung beim Mikroskop. Ein Kondensor besteht aus ein oder zwei Sammellinsen.

Kongorot

Roter Farbstoff für die Untersuchung von Hyphen in der Hutdeckschicht auf Septen, Schnallen usw…

Konidien

Asexuelle Sporen die nicht zur Fortpflanzung dienen.

Konidienform

Ein Fruchtkörper nur mit sterilen (asexuellen) Sporen (Konidien), die weder in den Schläuchen (Asci) noch in Ständern (Basidien) gebildet werden.

Konidienträger

Auf dem befinden sich die asexuellen Sporen (Konidien), ähnlich Sterigmen bei reifen Basidien.

Konkav

Trichterförmig vertieft oder nach innen gewölbt, Optik: Nach innen gewölbt.

Konnektivhyphen

Schmal verzweigt, dünnwandig, septiert, mit oder ohne Schnallen, keine Einschnürungen an den Septen.

Konvex

Buckelig oder nach oben gewölbt, Optik: Nach außen gewölbt.

Kopfige

Kugelige - keulige Struktur oberhalb des Stiels.

Korallenartig

Keulig mit ästiger Struktur.

Koralloid

Korallenartige Struktur.

Kortikalschicht

Schicht zwischen Rinde (Huthaut) und Fleisch (oberste Hyphenschicht der Stielrinde).

Kreuztisch

Arbeitstisch des Mikroskops, auf dem der Objektträger liegt, in beiden waagrechten Richtungen verschiebbar.

Kriegspilze

Sind Pilze die nicht giftig sind aber keinen guten Geschmack haben, weil sie erdig, säuerlich, muffig oder unangenehm schmecken. Wäre nichts mehr zum Essen da, wie es in den früheren Kriegen war, könnte man auch diese Pilze essen. Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß haben sie ja und Unwohlsein lösen sie auch nicht aus!

Kritische Beleuchtung

Nelsen‐Beleuchtung: Verwendet eine Mattscheibe und einen Kondensor.

Kutis

Einschichtige Huthaut.

Lactarius

Gattung der Milchlinge: Sprödblättler (= feste brüchige Pilze). Meist bei Verletzung weiße oder rote Milch ausscheidend.

Lactophenol

Grundbasis für Färbelösungen, wie etwa Baumwollblau.

Lagenozystiden

Besondere Zystidenform, stachelförmig mit Aufsatz.

Lambda

Grün = 0,55, ist eine Bezeichnung für Lichtwellenlänge.

Lamelle

Längliche Verstrebung zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes.

Lamellen

Blattartige Struktur unterhalb des Hutes. Diese werden auch Blätter genannt. Enthält die Fruchtschicht von Ständerpilzen (Basidiomyceten).

Lamellenscheide

Untere Kante der Lamelle.

Lamellentrama

Innere Fruchtschicht zwischen den Hyphen der Lamellen.

Lamprozystiden

Besondere Zystidenform, dickwandig, etwas spindelförmig.

Landschaftsschutzgebiet

Dort dürfen Pilze gesammelt werden.

Lappen

Flechtenblätter.

Latenzzeit

Zeitpunkte, bis erste Symptome einer Vergiftung erkennbar sind.

Lateral

Seitenständig.

Laticiferen

Dünnwandige, verzweigte, nicht septierte Hyphen (kein Geflecht von verwobenen Röhren), meist mit Milchsaft gefüllt (gefärbt oder auch farblos).

Leere Vergrößerung

Keine weiteren Details werden aufgezeigt. Vergrößerung über Numerische Apertur (NA) hinaus.

Leisten

Lamellenähnliche längliche Verstrebung zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes. Meist fest mit dem Fleisch verbunden. Besondere Form der Fruchtschicht von Ständerpilzen (Basidiomyceten).

Leprös

Lager staubig ohne Rand aufgelöst bei Flechten.

Leptozystiden

Zystidenform sehr dünnwandig.

Leuchtfeldblende

Dient der Einstellung des beleuchteten Ø am Objekt. Große Öffnung = viel Licht, große beleuchtete Fläche = viel Streulicht.

Lichtbeugung

Licht wird an Kanten gebeugt (umgelenkt), als ob hier eine neue Lichtquelle ist.

Lignicol

Pilze, die Holz bewohnen und das Holz zersetzen.

Lignin

Er ist ein fester, farbloser Stoff, der in die Zellwand eingelagert ist. Entwickelt die Verholzung von Baumzellen.

Lipoide

Öltropfen, fetthaltige Zellbestandteile.

Loculi

Höhlen bei Ascomyceten in denen die Schläuche (Asci) entstehen.

Loculoascomyceten

Ascomyceten ähnlich den Kleinpilzen (Pyrenomyceten), jedoch mit bitunicaten Schläuchen (Asci), die sich in Höhlungen (Loculi) entwickeln.

Luftblasen

Luftblasen im Präparat, sehr negativ für die Betrachtung in der Pilzmikroskopie. Durch langsames und schräges Aufsetzen des Deckglases ist dies vermeidbar.

Lugolsche Lösung

Jod‐Lösung für Farbreaktionen = Chemikalie zum Anfärben der Probe, nicht so aggressiv und abtötend gegenüber Melzers Reagenz.

Lukenstrahlengang

Abbildungsstrahlengang zum Betrachten von Punkten am Objekt.

Lumen

Platz zwischen den Zellen: Schmales Lumen = Zellen kuscheln sich aneinander. Großes Lumen = Zellen sind voneinander entfernt.

Lupe

Optisches Glas zur Vergrößerung. Meist nur aus einer Linse bestehend.

Lyme - Borreliose

Durch Zecken übertragene Krankheit. Nicht tödlich und mit Antibiotikum behandelbar. Auch an der Zecke kann das Bakterium mit einem Schnelltest ermittelt werden.

Lyozystiden

Besondere Zystidenform, pfriemenförmig dickwandig, gestielt‐kopfig, mit engem, kanalartigem Lumen, oft an der Spitze erweitert.

Makrokonidien

Besonders große Konidien.

Makro‐Reagenzien

Chemikalie zum Untersuchen von makroskopischen Merkmalen (Effekten) wie Verfärbungen, Warzen, Vertiefungen usw..

Makroskopisch

Mit bloßem Auge sichtbar.

Medium

Präparier-Flüssigkeit, meist Wasser, welches das Objekt beim Betrachten umspült.

Melzer Reagenz

Jod-Kaliumiodid-Lösung. Häufig verwendete Chemikalie zum Anfärben der Probe.

Membranären Pigmente

Eingebaute Pigmente in den Zellwänden.

Meridional

In Längsrichtung oder einer Ebene verlaufende Rippen bei Sporen.

Messokular

Geeichtes Okular mit eingesetzter Strichplatte zum Ausmessen von Längen.

Metachromatisch

Zellwände nehmen mit Brillantkresylblau (Supravitalfärbung von Zellen) verschiedenartige Farben an.

Metuloid

Dickwandig.

Metuloiden

Dickwandige Zystiden, oft mit Kristallen.

Mikroskopisch

Mit bloßem Auge nicht sichtbar. Es wird ein Mikroskop benötigt.

Milch

Weiße, klare oder rote Flüssigkeit im Pilzfleisch. Wird durch Aufbrechen des Pilzes sichtbar.

Milchlinge

Lactarius = meist bei Verletzung Milch ausscheidende Pilze.

Mischwald

Pilz wächst sowohl im Laubwald als auch im Nadelwald.

Mist

Dung, Tierkot, Einstreu.

Mitose

Im Myzel-Wachstum teilende Zellkerne.

Mittelwert

Arithmetischer Durchschnitt der gemessenen Werte.

Moderfäule

Fäulnis wodurch das Holz weich wird.

Moniliform

Zellen mit eingeschnürten Septen, halsperlenkettenförmig (kugelig aneinandergereiht).

Monomitisch

Gewebe besteht aus einer Hyphenart, den Generativhyphen (dünnwandig verzweigte Hyphen mit oder ohne Schnallen an den Septen).

Montan

Untere Bergregionen, ca. 500 bis 1500 Meter über den Meeresspiegel.

Mutagen

Krebserregend, zellverändernd.

Mycel (Myzel)

Unterirdisches Geflecht des Pilzes. Vergleich Pilz mit Apfelbaum <> Myzel=Baumstamm und sichtbarer Pilz=Apfel.

Mycelialsetae

Zwischen Trama und Substrat ist eine schwarzgraue Linie. In der Pilzmikroskopie: Haar (Sete) im Mycel.

Mycophil

Schmarotzerpilze: Pilze, die auf anderen Pilzen leben: Parasitär auf lebenden oder schmarotzend oder auf toten Pilzen.

Mykologie

Lehre über die Pilzkunde.

Mykorrhiza

Enge Lebensgemeinschaft (Symbiose) zwischen Pflanzen und Pilzen. Pflanzen geben Zucker ab, Pilz setzt Mineralien frei und übergibt diese der Pflanze.

Mykorrhizapilze

Symbiosepilze.

Myxomycet, Myxomyceten

Es sind sogenannte Schleimpilze (Myxogastria = Echte Schleimpilze: Mycetozoa, Eumycetozoa). Die Lebensweise bzw. Eigenschaften gleichen denen von Tieren und Pilzen gleichermaßen. Sie zählen deswegen nicht wirklich zu den Pilzen, sondern zu einer Zwischenfamilie. Es gibt hierzu über 900 Arten in über 60 Gattungen.

Myzel

(Mycel) Unterirdisches Geflecht des Pilzes. Vergleich Pilz mit Apfelbaum: Myzel = Baumstamm und sichtbarer Pilz = Apfel.

Natronlauge 20%

20 %‐ig als Makroreagenz (NaOH).

Natterung

Meist zickzackförmige Zeichnung der Stieloberfläche, schlangenartig genattert.

Naturschutzgebiet

Dort dürfen keine Pilze oder Wald- oder Wiesenfrüchte gesammelt werden.

Nematode

Ein Fadenwurm der von einigen Pilzarten gefressen wird.

Nervengifte

Lösen heftige Kreislaufprobleme aus. Auch tödliche Folgen sind nicht ausgeschlossen.

Netz

Gitterartige Zeichnungen an Hut oder Stiel.

Netzig-warzig

Spore mit Warzen, diese sind netzartig miteinander verbunden.

Netzzeichnung

Maschiges, gitterähnliches Fadengeflecht am Stiel oder anderen Teilen eines Pilzes.

Nierenförmig

Sporenform: Damit meint man die Form und Krümmung der Spore = nierenförmig.

Nitrös

Stechender Geruch, wie Salpetersäure, Ammoniak.

NT

In der Schweiz potenziell gefährdet, vergleichbar mit Deutschland RL-R.

Numerische Apertur (Na)

Auflösungsvermögen des Mikroskops.

Objekt

Untersuchungsteil das auf dem Objektträger liegt.

Objektiv

Wechselbares unteres Linsensystem, bildet Objekt in Zwischenebene ab, sorgt für verstärkte Vergrößerung.

Objektmikrometer

Objektträger mit Messskala zum Kalibrieren (Eichen) von Mikroskopen.

Objektträger

Glasträger, auf den die mikroskopische Pilzprobe aufliegt.

Okular

Oberes Linsensystem, bildet das Zwischenbild auf das Auge ab = zusätzliches Verstärkungssystem im Mikroskop.

Okularmikrometer

Geeichte Strichplatte in der Schärfeebene des Okulars zum Vermessen von Objekten.

Oleiferen (Öleiferen)

Gloeozystidenartige, verzweigte, mit ölig‐granulärem Inhalt und nicht septierte Hyphen. Besondere Zystidenform, meist dünnwandig, lang mit ölartigem oder feinkörnigem Inhalt im Hymenium, Trama oder der Huthaut.

Ölig-granulärer Inhalt

Zelle hat verschobene Öltropfen, die keine typische Tropfenform haben.

Öltröpfchen, Öltropfen

Innerer Kern einer Spore, der wie ein, zwei oder mehrere Tropfen aussehen.

Operculat

Asci‐Schläuche mit einer Abdeckung, im Gegensatz zu operculat ( = Asci‐Schläuche ohne einer Abdeckung). Entsteht aus einer Sollbruchstelle der apikalen Zellwand bei Reife.

Operculum

Deckelchen an Asci‐Schläuchen, aus denen die Sporen austreten.

Operkulat

Asci‐Schläuche mit Deckel.

Organgiftig

Schädigen innere Organe wie Leber, Herz, Nieren.

Ornamentation

Oberfläche der Sporen z. B. Warzen usw…

Osmotischer Druck

Druck an der Zellwand. Z.B. Wasser verstärkt den Osmotischen Druck und lässt die Spore aufquellen.

Ostiolum

Charakteristische Mündung (meist oben oder seitlich oben) der Fruchtschicht (Perithezie) bei geschlossenen Schlauchpilzen (Ascomyceten + Pyrenomyceten). Meist feine, halsartig ausgezogene Mündungen.

Oxidase

Oxidase ist ein Pilzenzym: Oxidase‐positive Pilze sind Weißfäuleauslöser, Oxidase‐negative Pilze sind Braunfäuleauslöser.

Ozonium

Brauner bis oranger Hyphenfilz, der das Substrat überzieht.

Paarkernphase

In den Basidien erfolgt der Abschluss der Paarkernphase = die Information zur Synthese der Proteine von Organismen enthält Dikariophase: Zweikernphase (Paarkernphase), vegetative Phase von Ständerpilzen.

Palisaden

Makroskopisch erscheint die Huthaut feinkörnig oder samtig.

Papille

Kleiner spitzer oder warziger Buckel in der Hutmitte.

Paraphyse

Sterile Schläuche (Asci) ohne Sporen bei Ascomyceten. Oft liegen sie parallel zu den Schläuchen.

Parasit

Aggressiver Art, die einen gesunden oder geschwächten Organismen zerstört kann.

Parasitär

Lebendes organisches Material von Pflanzen wird von einem Pilz zersetzt und als Nahrung verwendet. Der Wirt wird dadurch schwer belastet.

Park

Abwechselnd mit Bäumen und Wiesen bepflanztes Arsenal.

Patentblau

Anfärbemittel von Chrysozystiden

Patentblau V

Färbemittel in der Mikroskopie von Pilzen.

Pathogen

Krankheitserregend.

P‐Dichlorbenzol

Chemisches Mittel gegen Milbenbefall von Pilzbestandteilen (Exsikkaten).

Perfektes Stadium

Fruchtform, die eine komplette oft kugelförmige Fruchtform (Apothezie) am Pilzfruchtkörper bildet. Erkennbar z.B. bei der Fruchtfäule.

Peridie

Die Fruchtschicht umhüllende Gewebehaut, z.B. bei Stäublingen.

Perithezium

Birnen-, kugel- oder flaschenförmige Fruchtkörper bei Schlauchpilzen (Ascomyceten) oder Flechten. Die in Schläuchen (Asci) entstehenden Sporen liegen meist zwischen sterilen Hyphen (Paraphysen). Diese Perithecien bildende Pilze werden auch als Discomyceten bezeichnet.

Phenol

C6H5OH = Farbreaktion bei bestimmten Täublingsarten.

Phloxin

Färbt das Cytoplasma tiefrot, Septen oder Zellwände werden nicht verfärbt.

Photobionten

Symbiose bei Flechten zu Algen und Cyanobakterien.

Photosynthese

Können Pilze nicht ausführen! Pflanzen und diverse Flechten erzeugen durch Sonnenlicht mit Hilfe von lichtabsorbierende Farbstoffe CO2 + Zucker.

Phragmobasidien

Mehrzellige Basidien: Z.B. Uredinales, Tremellales, Ustilaginales, Auriculariales…

Phyllocladien

Ein Phyllokladium ist eine Metamorphose der Sprossachse zum Zweck der Photosynthese.

Pigmente

Farbstoffe innerhalb von Zellen.

Pileipellis

= Hutdeckschicht. Sie ist die oberste Hyphenschicht des Pilzhutes. Sie bedeckt das Hutfleisch oder Trama und schützt es vor äußeren Umwelteinflüssen.

Pilozystide

Zystiden, die in der Huthaut vorkommen.

Pilzberater

Pilzsachverständiger, der über die Pilzkunde geprüft wurde und über ausreichend Sachkenntnis über Pilze verfügt.

Pilzklima

Pilze bilden ein eigenes Klima (Pilzklima) unterhalb des Sporenträgers. Durch Anfeuchtung der Luft erzeugen sie Temperaturunterschiede, sodass ein eigener kleiner Wind entsteht, der die Sporen nach dem Abwerfen seitlich und später nach oben treiben lassen.

Pilzkontrolle

Überprüfen der gesammelten Pilze durch Pilzberater.

Pilzkörper

Der sichtbare Teil des Pilzes.

Pilzpulver

Getrocknete Pilze, die in einer Mühle (z.B. Kaffeemühle) zerkleinert wurden.

Pilzsachverständiger

Geprüfter Pilzexperte.

Pilzvergiftung

Erkrankung aufgrund eines Pilzgenusses.

Pilzwurzel

Myzel, Mycel, Mykorrhiza.

Pilzzucht

Pilze werden durch Kultivierung an verschiedenen Substraten gezüchtet und so vermarktet.

Pinzette

Zangenförmiges kleines Hilfsmittel.

Plage

Zone auf den Sporen über dem Appendix (auffälliger Auswuchs an Sporen), bei warzigen Sporen glatt, +/- minimal ornamentiert.

Planachromat

Planachromat‐Objektive sind hochwertige Objektive, die Bildfeldwölbungen vermindern.

Planapochromat

Planapochromat‐Objektive sind sehr teure und hochwertige Objektive. Sie vermindern Abbildungsfehler und Farbfehler.

Plasmodium

Jugendstadium von Schleimpilzen (Myxomyzeten) in der sie noch schleimig sind. Sie haben dann viele Kerne in einer Riesenzelle (Megazelle).

Plasmogamie

Die Plasmaverschmelzung des Zellplasmas zweier Zellen als Teil eines Sexualvorgangs (wenn sich zwei Hyphen verschiedener Primärmyzelstränge berühren). Meistens verschmelzen dabei zuerst die Gameten (Gametogamie). In der Regel folgt bald darauf die Verschmelzung der Zellkerne (Karyogamie).

Plectenchymatisch, prosenchymatisch

Bezeichnung einer Gewebestruktur mit mehr oder weniger länglichen Zellen.

Pleurozystiden

Zystiden an der Lamellenfläche.

Podetien

Stämmchen – keulenähnliche Fruchtkörper.

Polyethylenglykol

Mittel zur zellbiologischen Untersuchung.

Polyporales

Stielporlingsartige.

Poren

Mündungen der Röhren bei Porlingen oder Röhrlingen. Kleine rundliche oder eckige schwammähnliche und nach unten gerichtete Sporenständer (Basidien) zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes.

Porus

Auswurföffnung für den Sporenabwurf. Oft bei inoperculaten Schläuchen (Asci-Apikalapparat).

Porus

Anwachsstelle an der Spore, an der später die Keimhyphe sich entwickelt.

Präparat

Das untersuchende Objekt, z.B. Pilzteile, Sporen usw...

Präparieren

Vorbereiten einer mikroskopischen Probe für das Betrachten am Mikroskop. Z.B. Schneiden, einweichen, färben usw…

Präparierlösung

Kalilauge (KOH), Wasser oder ein anderes Medium.

Präpariernadel

Nadel zum Verteilen der Probe.

Preisten

Obere Öffnung (Scheitel) von Bauchpilzen durch die die Sporen entweichen können, wie z. B. bei Stäublingen.

Primordie

Knotige Verdickung im Myzel an dem der spätere Fruchtkörper entsteht.

Prolongation

Verlängerte Endzellen, etwa an der Außenseite eines Fruchtkörpers eines Pilzes oder einer Flechte (Apotheziums).

Prosenchymatisch, plectenchymatisch

Gewebestruktur mit mehr oder weniger länglichen Zellen.

Prototunicatae

Die Schlauchwände sind dünnwandig, zart, ohne sonstige Besonderheiten. Diese Asci‐Sporen verschleimen oft, die Sporen werden dann nicht ausgeschleudert.

Pseudobilaterales

 

Bilaterales divergierendes Lamellentrama. Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Lamellenmitte mehr nach außen in Richtung Hymenialschicht.

Pseudocyphellen

An der Oberfläche von Flechten bilden sich weißlich strich oder adrige Durchbrechungen der Rinde.

Pseudoparenchymatisch

Gewebestruktur aus kurzen, mehr oder +/- körnigen Zellen.

Pseudopodien

= Scheinfüßchen. Es sind Plasmaausstülpungen eukaryotischer Zellen. Bei Protisten sind sie morphologisch sehr vielfältig und erfüllen zahlreiche Funktionen insbesondere bei Bewegung und Stoffwechsel.

Pseudorhiza

Wurzelartige Stielverlängerung, meist durch das Myzel.

Pseudosklerotium

Unregelmäßiges hartes Gebilde. Besteht aus Hyphen die mit Substratbestandteilen wie Holz oder Erde ineinander verklebt sind.

Pseudothezie

Hauptfruchtform wie etwa unreife Pseudothezien.

Pseudozystiden

Zystiden, die tiefer in der Trama sitzen.

Psilo

Psilocybin - löst Wahnvorstellungen aus.

Psilocybin

Substanz, die LSD-ähnliche Wahnvorstellungen auslöst.

Pupillenstrahlengang

Beleuchtungsgang zum Betrachten von Punkten aus der Lichtquelle.

Pyknidien

Singular Pyknidie oder Pycnidium = sind kugel- bis flaschenförmige fruchtkörperähnliche Strukturen (auch als Fruktifikationen bezeichnet).

Pyrenomyceten

Zusammenfassung für Schlauchpilzen (Kernpilzen): Fruchtkörper (Perithecien) meistens klein bis sehr winzig. Mit bloßem Auge oft nur schwer erkennbar.

Radial

Strahlig von der Mitte ausgehend.

Randhaare

Längliche Zellen, die wie Haare erscheinen. Auch oft als Geflecht von verwobenen Röhren erscheinend (septiert).

Rasig

In dicht gedrängten Gruppen wachsend.

RE

In der Schweiz ausgestorben.

Reduktionsteilung

Die Sporen der Basidiomyceten entstehen durch Reduktionsteilung und wandern über die Sterigmen nach außen.

Reguläres Lamellentrama

Hyphen in der Lamelle wachsen vom Lamellenansatz bis zur Schneide gleichlaufend.

Reif

Feiner Belag, meist schimmelähnlich, auf der Hutoberfläche.

Resupinat

Auf dem Substrat flach aufliegend. Flächiges Wachstum von Pilzen – jung meist ohne Ausbildung von Hüten.

Rezeptakulum

Austreckender Fruchtkörperteil wie etwa bei der Hundsrute oder Stinkmorchel.

Rhabdomyolyse

Löst Muskelschwund aus und kann tödlich sein.

Rhizinen

Zahnähnlichen bzw. wurzelartige Ästen (Stacheln) unterhalb des Flechtenlappens.

Rhizomorphen, Rhizomorphe

Verdickte Myzelstränge mit verfestigten Außenwänden. Oft bei einigen Ständerpilzen.

Riefung

Rillen an der Huthaut oder am Ring die horizontal oder vertikal verlaufen.

Ring

Ringförmiger Velum-Rückstand am Stiel.

RL

Rote Liste (Pilzart ist vom Bestand gefährdet oder bereits ausgestorben).

RL0

In Deutschland kein Fund-Nachweis mehr; der Pilz ist ausgestorben!

RL1

In Deutschland vom Aussterben bedrohte Pilzart, Regional ausgestorben.

RL2

In Deutschland stark gefährdete Pilzart, in einigen Regionen nicht mehr findbar.

RL3

In Deutschland gefährdete Pilzart, nur wenige Fundstellen bekannt.

RL-G

In Deutschland GEFÄHRDUNG unbekannten Ausmaßes.

RL-R

In Deutschland bereits sehr selten gewordene Pilzart.

Roh

Ungekocht.

Röhren

Rundliche oder eckige schwammähnliche und nach unten gerichtete Sporenständer (Basidiomyceten) zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes.

Röhrentrama

Fruchtschicht zwischen den Hyphen bei Röhrenpilze.

Röhrig

Zylindrisch gleichmäßig.

Röhrling

Pilz mit Röhren.

Ruderal

Offene Flächen wie Wege oder Waldränder.

Russula, Russulales

Täublingsartige Pilze (Sprödblättler = brüchige Pilze).

Salpetersäure

HNO3 = stark ätzende Säure.

Salzlösung

Erhöht den osmotischen Druck in den Zellen. Ungeeignet als Präparier-Flüssigkeit.

Salzsäure

HCl = stark ätzende Säure.

Sammeln

Suchen und Ernten von Pilzfruchtkörpern im Wald und auf Wiesen.

Saproparasit

Holzzerstörender Pilz an lebenden und toten Bäumen.

Saprophyt, Saprophyten

Folgezersetzer. Totes organisches Material (Holz, Pflanzenteile, Blätter, Nadeln, Zapfen, Horn, tote Tiere…) wird zersetzt und als Pilznahrung verwendet.

Saprotroph

Folgezersetzer (Pilz-Nahrung) von toten Pflanzenstoffen.

Säten

Vorhandene Haare in der Mikroskopie.

Scheide

Auch Volva genannt. Häutige Umrandung an der Stielbasis.

Scheinbare Vergrößerung

Vergrößerung ohne Detailvorteil.

Scheinfüßchen

Pseudopodien

Schiefe Beleuchtung

Der Lichtweg vom Kondensor wird z.B. durch einen Finger unterbrochen. Das Licht trifft dadurch schief auf das Objekt = oft besserer Kontrast.

Schimmel

Mit Schimmelpilz befallenes Material, das bei Verzehr gesundheitsgefährdend sein kann.

Schlauchpilze

Die Sporenabwurfständer (nur mikroskopisch sichtbar) sind schlauchartig angeordnet.

Schleier

Haarartiges Gebilde bei Schleierlingen zwischen Hut und Stiel.

Schleierlinge

Pilzgattung Cortinarien = Schleierlinge (Haarschleierlinge)

Schnallen, Hacken

Besondere Trennung zwischen Zellen durch buckelförmige Auswüchse über den Septen (Querwände) der Hyphen von vielen Ständerpilzen. Hyphen mit Schnallen werden auch als knotig septiert bezeichnet.

Auch einige Schlauchpilze haben Schnallen an den askogenen Hyphen.

Schneide

Unterer Rand der Lamelle.

Schuppig

Auf der Oberfläche befinden sich überlagernde überstehende Wölbungen.

Schwamm

Röhrenschicht, rundliche oder eckige schwammähnliche und nach unten gerichtete Sporenständer zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes.

Schwammerl

Bayerische bzw. Österreichische Bezeichnung für Pilze.

Schwefelsäure

H2SO4 = stark ätzende Säure.

Schwermetalle

Quecksilber, Blei, Kadmium usw. Können bei Einnahme zu langfristigen Organschäden führen.

Sekundärmetaboliten

Substanzen, wie z.B. Pigmente, Alkaloide, Antibiotika, Terpene, usw., die nur in bestimmten Organen, Organismen, Geweben oder Zellen vorkommen und Produkte eines Sekundärstoffwechsels sind.

Semierekt

Hyphen der Huthaut erscheinen mehr oder weniger aufgerichtet. Oberfläche sieht feinfilzig bis samtig aus.

Septen

Unterteilungen, Zellentrennwände.

Septiert

Geflecht von verwobenen Röhren.

Septozystiden

Besondere Zystidenform: Als Septozystiden werden Zystiden bezeichnet, die abgesehen von ihrem basalen Septum, zusätzliche Septen aufweisen.

Setae, seta

Dickwandige, starre, apikal zugespitzte Zystidenenden von Pilzfäden (Hyphen), die meist in der Zellwand pigmentiert sind.

Seten

Borstenförmige oder hakenförmige, meist haarähnliche Zystiden.

Silbernitrat

AgNO3, = Silber-Salzlösung, bei einigen Schleierlingen ergibt dies schwarze Verfärbungen.

Silieren

Konservierung von Pilzen indem eine Milchsäuregärung verwendet wird.

Skeletthyphen

Dickwandige, schnurförmige, schlauchartig, nicht oder nur selten verzweigte Hyphen ohne Schnallen.

Skelettzystiden

Besondere Zystidenform, z. B. beim Ockerrötlicher Resupinatstacheling.

Sklerotium

Ruhendes Myzelteil, harte, knollige Ausbildung des Myzels.

Soralen

Es sind Aufbrüche an der Oberfläche von Flechten, die der vegetativen Vermehrung dienen.

Sorediös

Zur Fortpflanzung bildende Auswüchse bei Flechten (Sorale).

Sorten

Verschiedene, durch Kreuzungen entstandene Früchte. Da Pilze nicht gekreuzt werden können, gibt es keine Pilzsorten, sondern nur Pilzarten.

Sparrig

Mit aufgebogenen bzw. abstehenden Schuppen.

Spec.

Art nicht bestimmt, unbekannte Pilzart.

Sphaerozystiden

Besondere Zystidenform = rundlich bei Täublingen. Diese befindet sich in der inneren Fruchtschicht zwischen den Hyphen der Lamellen.

Spindelförmig

Besondere Sporenform.

Spinulae

Hakenförmige Gebilde im Hymenium (Fruchtschicht) einiger Borstenscheibenartigen Pilzen (Hymenochaetaceae).

Sporangien

Sporentragende Elemente: Asci oder Basidien.

Sporen

Samen des Pilzes, dient zur Fortpflanzung.

Sporenabwurfpräparat

Pilzhut auf weißes oder dunkles Papier legen, mit Glas abdecken, nach einigen Stunden bildet sich ein Sporenabwurf.

Sporenpulver

Anhäufung von Sporen. Die Farbe des Sporenpulvers sagt etwas über die mögliche Gattung aus. Das Sporenpulver ist oft auch auf überlagerten Hüte zu sehen. Mit dem sogenannten Pilzklima werden Sporen auch auf die Hutoberfläche befördert und dadurch als Pulver sichtbar.

Sporenständer

Abwurfplatz für den erzeugten Samen des Pilzes.

Sprödblättler

Täublinge und Milchlinge mit sprödem brüchigem Fleisch.

Spröde

Fleisch brüchig.

Sprödfäule

Fäulnis bei dem das Holz nicht weich, sondern hart und brüchig wird.

Stacheln

Stoppelähnliche Struktur unterhalb des Hutes.

Stacheln

Besondere Form der Fruchtschicht von Ständerpilzen (Basidiomyceten). Besondere Form der Fruchtschicht von Bauchpilzen (äußere Hülle = Exoperidie). Sowie in der Mikroskopie für eine Oberflächenstruktur von Sporen.