Pilzfragen und Glossar alles rund um die Pilze!                                                         www.123pilze.de ©

 

Hauptdaten

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Wie reagiert ein Pilzmyzel eines Symbiosepilzes, wenn der Symbiose-Baum gefällt wird?

 

Ja leider stirbt auch das Myzel, wenn der Symbiosepartner weg ist. Dennoch ist es ist vereinzelt so, dass es zu einem kurzzeitigen Massenpilzvorkommen der entsprechenden Mykorrhizapilze kommen kann obwohl die dazugehörigen Bäume weg sind. Dies geschieht aber nur einmalig und sagt nur aus, dass der Pilz seine letzte Energie (Kraft) abgibt um noch Fruchtkörper zum Überleben seiner Art zu produzieren, bevor er stirbt. Sind aber junge kleine Bäume/Pflanzen noch dort so ruht das Myzel und wird auch neue Partner suchen oder schon haben. Mykorrhizapilze gehen oft mit mehreren Bäumen oder Baumarten eine Symbiose ein. Fehlt dann ein Partner, so wird dieses nur kurzzeitig geschwächt.

Bauchschmerzen von Waldpilzen?

Bist du sicher, dass du alle Pilze richtig erkannt hattest, bevor du sie gegessen hast? Möglicherweise waren die Pilze zu wenig lange gekocht. Oder du hast kein gutes Gefühl, ob alle essbar waren - eingebildete Pilzvergiftung. Die Pilze waren alt - der Eiweißzersetzungsprozess trat ein - Lebensmittelvergiftung! Oder du bist allergisch gegen eine dieser Pilzarten! Du hast etwas anderes noch gegessen, welche diese Ursachen auslöste. Oder du hast eine sogenannte Bauchgrippe. Entsteht gerne, wenn durch die Pilzwanderung eine Überbelastung zwecks Wanderung/Berg-auf/ab für nicht gewöhnte Menschen absolviert wird. Oder du hast zu viele Pilze gegessen und si liegen dir zu sehr im Magen!

Bei bzw. für was werden Pilze in der Medizin benutzt?

Penizillin - Antibiotika gegen Bakterieninfektionen oder Antipilzmittel (Fußpilz, Genitalpilze...). Die Antipilzwirkstoffe von Fichtenzapfenrüblingen werden in der Pharmaindustrie zum Heilen von Pilzinfektionen bei Tieren verwendet. In der Asiatischen Medizin sind Pilze zudem gegen viele andere Krankheiten im Gebrauch, z.B. gegen Krebs, Diabetes usw…

Benötige ich immer ein Mikroskop um Pilze sicher bestimmen zu können?

Nein! Viele Pilze lassen sich auch durch makroskopische Merkmale gut unterscheiden. Ein Mikroskop ist für einige Gattungen sinnvoll, da es dort sehr ähnlich aussehende Pilze gibt, z.B. Rötlinge, Risspilze, Korallen usw… Wer Pilzarten gut erlernen will, sollte zuvor die normalen Merkmale (Gattungsmerkmale und Artmerkmale) erlernen bevor er überhaupt auf das große Gebiet der Mikroskopie übergeht.

Bilden Pilze Vitamin D?

Champignons und auch alle anderen Pilze haben sicherlich sehr viele Mineralstoffe und Vitamine, doch leider kaum Vitamin D (max. 0,3 µg/kg). Dies entspricht ein dreißigstel von Gemüse. Eine Ausnahme hierzu bildet der Sonnenpilz mit 5,2-15,3 µg/kg, wenn dieser einer Lichtbestrahlung ausgesetzt wird. Fazit: Pilze können Vitamin D kaum bilden, da sie nur wenig Sonnenlicht aufnehmen und umwandeln können. Werden sie jedoch in der Sonne getrocknet so erzeugen sie schon nach wenigen Stunden größere Mengen Vitamin D.

Bin ich als Pilzsammler besonders gefährdet durch Zecken und deren Krankheitsübertragung?

Ja! Pilzsammler sind immer der Zeckengefahr ausgesetzt. Zecken können vom Gras oder auch von Bäumen aus einem Angriff starten. Bester Schutz - hautverdeckende Kleidung, Gummistiefel, Zeckenschutzmittel. Nach dem Waldgang sollte geduscht/gebadet und die Kleidung getauscht und eine Ganzkörperkontrolle auf Zecken durchgeführt werden. Weitere wichtige Vorkehrung ist eine Zeckenschutzimpfung gegen FSME. Diese schützt vor der gefährlichen Hirnhautentzündung. Gegen Lyme-Borreliose hingegen konnte bisher nicht geimpft werden. Neuer Stand: In Amerika ist eine Teilimpfung mit schweren Nebenwirkungen (gegen 4 Bakterienstämme der Lyme-Borreliose) bereits möglich. In Europa wird es in Kürze (5 bis 10 Jahre) bestimmt möglich sein. Lyme-Borreliose ist keine Virusinfektion, sondern eine Bakterienübertragung, die mit Antibiotika gut behandelt werden kann. Vorausgesetzt, die Erkrankung wird frühzeitig erkannt. Optischer Hinweis: Ein sich ausbreitender roter Ring an der Bissstelle. Am besten so schnell wie möglich dann zum Arzt, er leitet Tests und die Behandlung ein. Schlimme Lyme-Borreliose-Erkrankungen haben ähnliche Symptome wie Syphilis - chronische Gelenkschmerzen usw ... diese können als Folgeschäden bleiben! Generell gilt dennoch, Lyme-Borreliose ist heilbar. Seit neuestem gibt es einen Borreliose-Schnelltest, der direkt an der entfernten Zecke angewendet werden kann. Bei positivem Ergebnis kann schnell und sicher gehandelt werden. Infos siehe im Internet und unter der Deutschen Borreliose Gesellschaft, Augsburg e.V.

Champignons giftig bei langer Lagerung?

Wenn der Geruch noch in Ordnung und die Lamellen rosa sind, besteht kein Problem. Sind die Lamellen schon braun oder riecht er unangenehm, weg damit. Auch wenn weißer, brauner oder grüner Schimmel an den Pilzen ist, weg damit. Verdorbene Pilze können eine schwere Lebensmittelvergiftung auslösen. Verschimmelte Pilze können Genschäden verursachen, welcher Krebs auslösen kann! Am schlimmsten ist es, wenn Pilze mit dem Bakterium Clostridium Botulinum verseucht sind. Dieses entwickelt ein hochtoxisches Nervengift, dass innerhalb weniger Tage zum Tode führen kann. Es wird aber bei einer Erhitzung von 100° C. zerstört.

Darf ich den Pilz einfach essen, wenn er in der App, Buch bzw. Suchmaschine als essbar gilt?

Wir geben keine Garantie auf eventuelle Unverträglichkeiten. Laut bisherigen Erkenntnissen wurde der dargestellte Pilz bereits ohne Folgen schon einmal verzehrt. Wie gut er schmeckt ist immer eine rein persönliche Angelegenheit. Einige mögen sogar Kriegspilze (weniger schmackhafte Pilze). Bei einigen Arten sind im Text eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen aufgeführt.

Darf ich die Fremdbilder im Buch oder von der App für geschäftliche Zwecke verwenden?

Ja! Alle Bilder die unter den Copyrightschutz CC-BY-SA-3.0 stehen sind mit Namensangabe und Copyrighthinweis frei verwendbar. Wir haben absichtlich keine Bilder mit dem Schutz CC-BY-NC-SA-3.0 verwendet, obwohl unser Buch keinen gewerblichen Charakter hat und dies möglich gewesen wäre. Für Bilder ohne diese Angabe sind alle Rechte beim namentlich erwähnten Bildautor oder bei www.123pilze.de. Eine Verwendung hierzu ist nur mit schriftlicher Urheberrechtsgenehmigung möglich.

Darf ich im Landschaftsschutzgebiet Pilze sammeln?

Ja! Im Gegensatz zum Naturschutzgebiet ist es im Landschaftsschutzgebiet erlaubt, Pilze zu suchen.

Darf ich im Naturschutzgebiet Pilze sammeln?

Nein! Im Naturschutzgebiet ist das Entnehmen jeglicher Arten von Pflanzen, Tieren und Pilzen untersagt und kann mit hohem Bußgeld geahndet werden.

Darf ich in jedem Wald Pilze suchen?

Grundsätzlich darf kein Waldbesitzer es dir verbieten, im Wald Pilze zu suchen (Deutschland). Es ist bis auf gewisse Einschränkungen überall in Deutschland als auch in der Schweiz und Österreich erlaubt. Grundrecht Wald, Wiesen und Natur! Folgende Waldgebiete sind verboten: Betreten während der Dunkelheit (Wildschutz), umzäunte Gebiete (Junganpflanzungen), Naturschutzgebiet, Naturparks, geschützte Moorgebiete (im Landschaftsschutzgebiet ist Sammeln erlaubt), während Baumfällarbeiten durch Forstbetrieb auf Anordnung wegen der Gefahrenvermeidung! Während Treibjagden mit Genehmigung Landratsamt (Unfallgefahr)! Besondere Einschränkung der Pilzsuche gibt es in Österreich bei Privatwäldern, dort kann per Beschilderung das Pilze suchen beschränkt werden.

Darf ich Pilze vom Nachbarn oder Freunden essen?

Iss niemals Pilze, die nicht zu 100 % richtig erkannt wurden. Iss keine Pilze, die nicht aus einer sicheren Quelle stammen oder durch einen Pilzsachverständigen geprüft wurden. Sei kein Versuchskaninchen!

Darf ich Pilze von gespritzten Wiesen oder frisch gedüngten Wiesen essen?

Im Zweifelsfall lieber nicht essen. Kann zu erheblichen Gesundheitsstörungen führen!

Darf ich selbst gesammelte Wild-Pilze aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz verkaufen?

Nein! Generell ist der Verkauf von gesammelten Wildpilzen in den meisten europäischen Ländern verboten. Bei reichlichem Vorkommen einer nicht geschützten Art, kann vom entsprechenden Amt (in Deutschland z.B. untere Naturschutzbehörde) eine Sondergenehmigung beantragt werden.

Darf ich zu einem Pilzgericht Alkohol trinken?

Ja! Im Prinzip macht das Trinken von Alkohol zu den Pilzmahlzeiten nichts aus. Früher dachte man darüber anders, weil einige Vergiftungen auftraten, nach oder vor dem Genuss von Alkohol wie Bier, Wein usw. Es gibt Pilzarten, die in Verbindung mit Alkohol giftig wirken. Deshalb empfehlen wir diese Pilze nicht zu sammeln. Es sind alle Tintlinge außer dem Schopftintling, alle Hexenröhrlinge außer dem Flockenstieligen und einige andere Arten - die nur von Kennern erkannt werden, wie Keulenfußtrichterling usw… Alle gängigen Röhrlingsarten wie Steinpilze, Rotkappen, Sand- oder Kuhröhrlinge sowie Maronen, alle Leistlinge wie Pfifferlinge, Totentrompeten oder Lacktrichterlinge, Gelbfüße, Egerlinge sind in keiner Weise in Verbindung mit Alkohol giftig oder lösen Unwohlsein aus.

Darf ich zu jeder Zeit Pilze suchen?

Nein! In Deutschland ist das Suchen von Pilzen in der Nacht verboten. Ansonsten gibt es keine Beschränkung. Andere Länder dagegen haben andere Richtlinien. Oft darf nur an bestimmten Kalendertagen nach Pilzen gesucht werden... usw. In Deutschland und Österreich sind Ländergesetze und in der Schweiz die kantonalen Vorschriften zu beachten.

Darf man Pilze in die Biotonne werfen?

Kein Problem! Sogar wenn es Giftpilze wären, würde die chemische Zusammensetzung bei Zerfall sich so verändern, dass dies keinerlei Probleme für den Humus darstellt! Dennoch empfehlen wir Pilzreste immer in einen Wald zu entsorgen, da die vorhandenen Sporen wieder Pilze entstehen lassen.

Darf man zu Netzstieligen Hexenröhrlingen Alkohol trinken?

Nein! Es wurde kein Coprin nachgewiesen, was nicht heißt, dass er in Verbindung mit Alkohol verträglich ist! Die Inhaltsstoffe sind hierbei noch zu wenig erforscht! Bei etwa 5 % der Personen, die den Netzstieligen Hexenröhrling verzehren, treten Unverträglichkeiten auf. Von denen wiederum haben 90 % vor, nach, oder während der Pilzmahlzeit Alkohol zu sich genommen. Es wurde festgestellt, dass es fast ausschließlich Personen traf, die Alkohol nur selten konsumieren. Die Menge spielte hierbei keine Rolle. Auch schon eine Likörpraline führte zu Vergiftungen. In Niederbayern galt früher ein Sprichwort, dass man zu Schwammerl niemals Alkohol trinken darf, weil einem dann schlecht wird. Gesammelt wurden aber nur Steinpilze, Rotkappen und Hexenröhrlinge. Da gab´s wohl auch schon Unverträglichkeitsreaktionen, wenn Netzstielige mitgegessen wurden. Flockenstielige dagegen sind bedenkenlos, solange sie ausreichend gekocht wurden! Deshalb gehört kein Netzstieliger Hexenröhrling in den Kochtopf. Natürlich auch keine Faltentintlinge usw., die Coprin enthalten.

Der Schmarotzerröhrling wächst auf einem giftigen Kartoffelbovist, warum ist dann der Röhrling nicht auch giftig?

Der Schmarotzerröhrling hat eine ganz andere molekulare Zusammensetzung, in denen keine Giftmoleküle auftauchen. Er entnimmt dem Kartoffelbovist eigentlich nur seine Nährstoffe (Eiweiß, Mineralien, Vitamine...) und baut sie molekular um.

Dürfen alle essbaren Pilze roh gegessen werden?

Nein! Alle Pilze sind roh in der Regel giftig. Nur wenige Arten sind für Rohverzehr geeignet, z.B.: Steinpilz, Zucht-Champignon, Grüngefelderter Täubling, Eispilz, Brätling, Mohrenkopf, Trompetenpfifferling. Wegen der Verschmutzung mit Kleinstlebewesen, Fuchsbandwurm- Eier und Bakterien raten wir vor jedem Rohverzehr dennoch generell ab. Auch nicht alle Zuchtpilze sind roh essbar, der Austernseitlinge z.B. enthält das sogenannte PLEUROTOLYSIN, das Ähnlichkeit mit Inhaltsstoffen von Bienengift aufweist und zur schleichenden Zerstörung der roten Blutkörperchen durch sogenannte Hämolysine führen kann. Dieses Gift wird aber durch Hitze zerstört. Deshalb empfehlen wir keine Pilze roh zu essen.

Dürfen Pilze noch verwendet werden, wenn sie in freier Natur bereits gefroren sind bzw. waren.

Ja! Pilze sind solange sie noch mit dem Myzel verbunden sind auch nach dem Frost durchaus noch verwendbar. Einige Arten wie Austernseitlinge, Samtfußrüblinge, Judasohren usw… brauchen sogar zum Fruchtkörperstart niedrige Temperaturverhältnisse und wachsen nach Plustemperaturen sogar wieder weiter. Voraussetzung ist immer, sie müssen noch frisch aussehen, keine Fäulnis oder schwarze Verfärbungen ausweisen und angenehm riechen. Außerdem haben wir festgestellt, dass Trompetenpfifferlinge, die wir steinhart und gefroren (ca. -2-3 ° C max. 2-3 Tage) antrafen nach wärmeren Temperaturen wieder weiter- wuchsen und viel größer wurden. Diese waren sogar noch sehr gut verwertbar und schmeckten wie frische Exemplare.

Dürfen Täublinge oder Milchlinge roh probiert werden?

Ja! Gutes Bestimmungsmerkmal - scharfe, bittere Arten sind zu meiden, milde sind in der Regel essbar bzw. ungiftig. Täublinge müssen aber als Täublinge erkannt werden! Nach dem Probieren bitte die Probe nie schlucken. Es gibt einige Arten, die bei zu vielen Kostproben Übelkeit auslösen. Gekocht sind sie aber gute Speisepilze.

Dürfen Weiße, Kegelhütige oder Grüne Knollenblätterpilze sowie Gifthäublinge roh probiert werden?

Nein! Schon ein kleines Stück der extrem hoch giftigen Amatoxine, welches in den Pilzen enthalten ist, kann tödliche oder zumindest organschädigende Wirkung haben. Deshalb gehören auch solche Pilze nie in einen Pilzkorb mit essbaren Pilzen.

Enthalten Pilze Zitronensäure?

Zitronensäure kann nur durch Photosynthese oder als Stoffwechselprodukt in vielen Organismen gebildet werden. Pilze können das nicht und enthalten deshalb meist 0 % Zitronensäure. In der Symbiose mit anderen Pflanzen werden nur Zucker und Mineralien ausgetauscht. Auch als Folgezersetzer können Pilze keine Zitronensäure aufnehmen und brauchen diese auch nicht (z.B. als Schutzfunktion). Vielleicht sind Pilze auch deshalb so gern von Insekten befallen.

Es gibt Frost und ich möchte Pilze noch sammeln. Ist so etwas noch unbedenklich möglich?

Ja! Pilze die nach einem Frost mit dem Myzel noch verbunden waren, sind unbedenklich verzehrbar, wenn sie nach dem Auftauvorgang in der Wohnung noch angenehm riechen und keinen Fäulnisprozess zeigen. Auch ein Einfrieren danach gilt als unbedenklich. Winterpilze wie Samtfußrüblinge sollen aber nicht länger wie 3 Monate eingefroren werden, da sie sich auch bei Frost zersetzen. Auch von Schopftintlingen soll die Einfrierzeit kurz sein.

Es regnet schon seit vielen Tagen, warum wachsen die Pilze nicht?

Pilze sind merkwürdige Kreaturen. Manchmal kann alles passen, Feuchtigkeit, Wärme, Mondphasen und trotzdem wachsen sie nicht oder nur zögerlich. Das ist ganz normal. Das Pilzmyzel wartet auf die beste Gelegenheit, um die Fruchtkörper zu bilden. Es ist doch logisch, wenn es regnet, kann sich der Sporenstaub schlechter verbreiten, als wenn es schön trocken und etwas windig ist. Wir fanden die meisten Pilze immer dann, wenn die Regenperiode schon ein oder zwei Wochen vorbei war.

Fressen auch größere Tiere wie Rehe oder Wildschweine Pilze?

Ja sicher! Wildschweine lieben die Hirschtrüffel und Rehe vergreifen sich gerne mal an Steinpilzen und vielen anderen Arten!

Für was sind Pilze gut?

Essbare Pilze haben sehr viele Vitamine und Mineralstoffe und sind dadurch sehr gesund, etwa vergleichbar mit Gemüse. In der Chinesischen Medizin wirken Pilze auch gegen viele Krankheiten wie Krebs, Diabetes usw. Giftige Pilze hingegen können von harmlosen Magen-Darm-Beschwerden zu tödlichem Nieren- oder Leberversagen führen. Psycho-Pilze können rauschähnliche Symptome verursachen, jedoch auch zu lebenslangen Psychosen (mit Einlieferung in die Psychiatrische Klinik) führen! Weiter gibt es Schimmelpilzarten, Hautpilze (z.B. Fuß- oder Nagelpilze) … die zu schweren Beschwerden führen können und auch innere Organe befallen können.

Genügt ein Gewitterregen für reichliches Pilzwachstum?

Nein! Es dauert einige Tage, bis sich die Fruchtkörper bilden. Bis zu einer Woche sind möglich, und wenn anschließend eine Trockenperiode einsetzt oder noch schlimmer ein austrocknender Wind die Feuchtigkeit vom Boden entnimmt, dann können die Fruchtkörper auch ganz ausbleiben. Das bezieht sich aber nur auf den Wachstumsstart. Das heißt, fangen sie an zu wachsen, so können durchaus Fruchtkörper innerhalb einer Stunde um 5 cm wachsen.

Gibt es auch Pilzvergiftungen bei Hunden, Katzen oder sonstigen Haustieren?

Ja, obwohl sehr selten. Tödliche Vergiftungen wurden durch Verzehr von Risspilzen, Knollenblätterpilzen, Fliegenpilzen und Trichterlingen beobachtet. Vor allem stark haltige Muscarin-giftige Pilze sind besonders gefährlich. In der Regel wissen die Tiere in ihrem Instinkt diese Gefahren.

Gibt es eine unechte Pilzvergiftung?

Vergiftungsarten: Die eingebildete Vergiftung: Die Person denkt, es sind Giftpilze im Gericht gewesen und schon ist einem schlecht! Oder es genügt hierzu schon ein spaßiges Wort und die Person wird sich nicht mehr wohl fühlen. Die Symptome können wie bei einer echten Pilzvergiftung sein: Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Störungen, Fieber, Kreislaufprobleme... alles ist möglich. Pilzunverträglichkeit: Viele Personen essen von einer Pilzmahlzeit, doch nur eine Person verträgt diese Pilze nicht, Folge: Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen... oft war die Ursache eine zu üppige Mahlzeit oder der Magen ist diese neue Nahrungsart (noch) nicht gewohnt. Verdorbene Pilze: Alte, oft in Plastiktüten gesammelte oder zu lange gelagerte Pilze führen zu einer Zersetzung der Pilze, wodurch eine heftige Lebensmittelvergiftung entstehen kann. Aufgewärmte Pilze: Zu lange Lagerung, oft noch in Metallgefäßen bewirkt eine Oxidation mit dem Aufbewahrungsbehälter, dadurch entstehen giftige Substanzen, die zu Magen-Darm-Störungen führen. Allergien: Es gibt Personen, die vertragen bestimmte Pilzarten nicht; dies führt zu Hautausschlägen, Asthma, Kreislaufprobleme und schlimmstenfalls zum anaphylaktischen Schock, einem lebensbedrohlichen Zustand; dieser ist aber extrem selten.

Gibt es faule und fleißige Pilze?

Ja, in der Tat! Forscher der Universität Zürich haben folgendes entdeckt: Pflanzen und Mykorrhiza-Pilze leben in Symbiose. Die Wurzelpilze liefern der Pflanze Phosphat, diese werden bezahlt mit Kohlenhydraten. Nun gibt es geizige und großzügige Symbiosepilze. Sie haben entdeckt, dass Pflanzen auf ungleiche Dienstleistungen marktwirtschaftlich unterschiedlich reagieren. Geizige Pilze erhalten weniger Kohlenhydrate als großzügige. Dadurch werden die geizigen Pilze fleißiger und geben mehr Phosphat ab.

Gibt es fleischfressende Pilze?

Ja! Als fleischfressende Pilze (carnivore Pilze) bezeichnet man Pilzen, die entweder durch Klebefallen oder Schlingfallen tierische Beute fangen und anschließend verdauen. Es gibt über 120 fleischfressende Arten. Eine Untergruppe dieser Pilze sind die NEMATOPHAGEN. Diese fressen ausschließlich Fadenwürmer (NEMATODEN).

Gibt es im Winter auch Pilze?

In unserer Region Deutschland/Österreich/Schweiz ist es sehr schwierig, Winterpilze zu finden. Zum einen kann der Schnee das Auffinden unmöglich machen, es sei denn, man weiß immer den entsprechenden Wachstumsplatz vom Vorjahr, und zum anderen gibt es nur zwei wirklich gute Winterpilze, die einen Frost vertragen. Dies sind der Samtfußrübling und der Austernseitling.

Gibt es tödlich giftige Täublinge?

In unserer Regionen Mitteleuropas sind keine gefährlich giftigen Arten bekannt. Dies gilt nicht in Nordamerikanischen- oder Asiatischen Gebieten. Dort existiert der Gifttäubling = RUSSULA SUBNIGRICANS. Dieser löst wie der Grünling Rhabdomyolyse = Muskelzersetzung aus. Verursacht durch die Cycloprop-2 ene-Karbonsäure. Latenzzeit 30 Min. bis 2 Stunden mit folgenden Begleiterscheinungen: Erbrechen, Durchfall, Übelkeit, brauner Urin, Zerfall der quergestreiften Muskulatur, auch Nierenversagen möglich.

Gibt es wirklich keine giftigen Röhrenpilze?

Ja und Nein! Es gibt keine tödlich giftigen Röhrenpilze aber einige giftige Arten. Der Giftigste davon - er verursacht langanhaltend Magen- und Darmstörungen - ist der Satansröhrling (rote Röhren, heller Hut).

Er enthält das Gift Glycoprotein Bolesatin. Gefolgt von verdächtigen roten Röhrenpilzen wie Purpurröhrling und dem mit Alkohol giftigen Netzstieligen Hexenröhrling. Der Schönfußröhrling (gelbe Röhren, rote dicke Stielbasis) ist meist bitter, kann aber auch in einer milden Form auftreten und verursacht eintägige Magen- und Darmstörungen mit Unwohlsein.

Gibt es wirklich nur eine Handvoll tödlich giftiger Pilze?

Nein! Weiße-, Kegelhütige- und Grüne Knollenblätterpilze sind dafür bekannt, dass sie tödlich wirken. Es gibt aber auch noch viele Rauköpfe, Risspilze, Trichterlinge und andere Gattungen, die tödliche Gifte enthalten. Grob geschätzt mehr als 150 Arten! Also ein nicht bekannter Pilz muss immer als tödlich giftig eingestuft werden. Nur so können Todesfälle oder Erkrankungen vermieden werden.

Gibt es wirklich so viele essbare Pilzarten wie in den Pilzportraitseiten angegeben?

Ja! Das heißt aber nicht, dass alle als Speisepilze dienen. Viele Arten könnten gegessen werden, schmecken aber nicht. Wir haben hier nur eine Angabe gewählt, die aus derzeitigem kulinarischem und wissenschaftlichem Stand der Zeit besteht. Dieses kann sich durchaus immer wieder ändern.

Gibt es Zuchtkulturen für Steinpilze?

Ja, sie wurden schon erfolgreich gezüchtet. Aber nur in sehr geringen Mengen. Eine Wirtschaftlichkeit war aufgrund der extremen Schwierigkeiten und nur geringer Ernte uninteressant. Pilze wie Steinpilze oder Pfifferlinge, die eine Symbiose mit einem entsprechenden Baum eingehen und auch entsprechende günstige Bodenverhältnisse benötigen, um Fruchtkörper zu tragen, sind schwer zu züchten. Nicht immer will der Baum eine Symbiose eingehen!

Haben die Mondphasen mit dem Pilzwachstum etwas zu tun?

Nein! Nach bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen gibt es keinen Zusammenhang zwischen Pilzwachstum und Mondphasen! Doch laut einer Auswertung von 30 Jahren Pilzkontrolle und den hierbei vorgelegten Pilzen ergab eine neue Berechnung folgendes: Zunehmender Mond bedeutet erhöhtes Pilzwachstum, das Maximum ist bei Vollmond erreicht und sinkt bei abnehmendem Mond. Schön und gut, das denken wir genauso. Doch wurde bei dieser Berechnung der Faktor Mensch nicht berücksichtigt! Schon der allgemeine Glaube sorgt dafür, dass bei abnehmendem Mond weniger Leute zum Pilzesuchen gehen als beim zunehmenden. Deshalb kann diese Auswertung nicht als korrekt angesehen werden. Die Witterungsverhältnisse - wie Feuchtigkeit, Wärme, Jahreszeit sind wesentlich entscheidender für das Pilzwachstum und trotzdem ist unsere persönliche Meinung und Feststellung, dass es durch die Mondphasen gewisse Beeinflussungen gibt (eventuell bei Röhrlingen). Aber das soll jeder für sich entscheiden - wissenschaftlich gesehen gibt es keinen Zusammenhang!

Hat es Sinn Pilze zu schützen?

Nicht wirklich, da Pilze Fruchtkörper und keine Tiere sind! Wenn der letzte Apfelbaum seiner Art so geschützt wird, dass man ihm eine Plastikfolie komplett überzieht, so ist es erst sicher, dass er der letzte seiner Art bleiben wird. Kein Tier kann seine Äpfel mit deren Samen fressen und weiterverbreiten, sodass er dann zwangsweise Aussterben muss! Das vorsichtige Ernten von Pilzen schädigt das Pilzmyzel nicht oder kaum, so eine Schweizer Studie. Wichtig wäre aber die Pilze in offenen Körben zu befördern, damit die Pilzsporen während einer Pilzwanderung sich weiter ausbreiten dürfen. Ebenso wichtig wäre ein Zurückbringen von Putzresten in den Wald.

Ich habe durch Pilzgenuss Bauchschmerzen, obwohl sichergestellt war, dass alle essbar sind. Gibt es Pilze die für sehr junge Menschen unverträglich sind?

Es gibt Personen, die vertragen grundsätzlich keine Pilze und bekommen entweder Bauchschmerzen oder grippeähnliche Beschwerden. Das muss aber nicht heißen: «Du darfst nie mehr Pilze essen». Sondern es bedeutet, du solltest so wenig wie möglich davon essen. Mit zunehmendem Lebensalter verbessert sich meist die Pilzverträglichkeit. Der Magen reagiert oft in jungen Jahren noch empfindlich und in 10 Jahren bekommst du, wie man so gern sagt, einen Saumagen. Das heißt, er hat sich an so viel gewöhnt, dass auch Pilze in normalen Mengen ihm nichts mehr ausmachen. Versuche auch mal Pilzpulver. Dieses hat nämlich den Vorteil, dass es nicht mehr zerlegt werden muss, sondern sofort geschmacklich im Gericht verteilt wird. Damit kannst du auch testen, ob es nur an der Unverträglichkeit des Chitinpanzers der Pilze liegt oder ob du allergisch gegen das Pilzeiweiß bist. Letzteres ist sehr selten. Mein Tipp! Wenn du Pilzgeschmack liebst, lasse dich nicht von deinen Ängsten steuern, du könntest sonst wieder Bauchweh bekommen, sondern verzehre einfach weniger Pilze.

Ich habe Korallen gegessen, die teilweise bitterlich waren, woran liegt das?

Korallen werden im Alter an den Spitzen bitterlich. Gut ist es die Spitzen wegzuschneiden, dadurch vermeidet man Bitterkeit beim Verzehr. Auch ein Geschmacks-Test an den Spitzen kann helfen, ob das Grenzalter zur Bitterkeit schon erreicht ist.

In der Schweiz gibt es Pilzkontrollstellen. Gibt es sie auch in Deutschland?

Leider gibt es bei uns keine fest eingerichteten Pilzkontrollstellen wie in der Schweiz. Dort werden Pilzsachverständige bezahlt, um eine ständige Pilzberatung zu gewährleisten. In Deutschland gibt es nur sehr wenige Städte, die Pilzberatungen fördern, sodass meist nur Pilzvereine ehrenamtlich diese Beratungen durchführen.

Ist das Aufwärmen von Pilzen erlaubt?

Pilzgerichte können bis zu 24 Stunden im Kühlschrank in Plastik oder Porzellangeschirr aufbewahrt und dann wieder aufgewärmt werden. Nur Metallaufbewahrungsbehälter wie Kupferpfanne, Alugeschirr usw. sind tabu! Sie verursachen durch Oxydation mit den Pilzinhaltsstoffen Giftstoffe, die krank machen können. Wir kennen Personen, die Pilze nach sechs Tagen noch aufgewärmt hatten, ohne Probleme zu haben. Davon raten wir aber generell ab, weil sicherlich Eiweißzerfallsprodukte entstanden sind. Wenn, dann schon die zubereiteten Pilze einfrieren und bei Bedarf wiederverwenden.

Ist das Berühren von Giftpilzen gefährlich?

Meistens Nein! In unserer Region ist es die Wolfsflechte (Lichte), die einen Hautausschlag bzw. allergische Reaktionen bei Berührung verursachen kann. Eine weitere Ausnahme wäre eine in Japan und Korea vorkommende Art, die Giftfeuerkoralle. Sie führt auch bei Berührung zu Vergiftungen. Bei sonstigen Giftpilzen sind die darin haftenden Sporen ungefährlich, da sie nicht durch die Magensäure aufgelöst werden können. Der Pilz-Saft beim Zerdrücken von Pilzen (z.B. Grüner Knollenblätterpilz) ist dagegen giftig. Hände waschen, wenn der Pilz zerdrückt wurde, sonst kann es zu leichten aber nicht tödlichen Beschwerden kommen.

Ist das Gegengift für tödlich giftige Knollenblätterpilze wirklich das Gehirn von Wildhasen oder Rehe?

Quatsch! Diese Story stammt aus-folgenden Beobachtungen: Manche Tiere wie Rehe oder Hasen können ohne Schaden tödlich giftige Pilze verzehren. Sie entwickeln beim Verzehr Enzyme, die dieses Gift in unschädliche Substanzen umwandelt. Der Mensch hat diese Veranlagung nicht. Auch wurde bisher kein Erfolg erzielt, dieses Enzym oder diesen Wirkstoff aus diesen Tieren zu gewinnen. In dieser Hinsicht steckt unsere Wissenschaft noch in den Kinderschuhen. Mal sehen ob sich irgendwann etwas finden lässt, aber zurzeit gibt es keine Gegenmittel; nur leberschützende Medikamente oder Lebertransplantation!

Ist der Gallenröhrling (Bitterling) giftig?

Ja! Nach neuesten Erkenntnissen sind auch Giftstoffe in den Gallenröhrlingen gefunden worden. Nicht nur die Bitterstoffe machen ihn also ungenießbar. Er ist auch giftig und in größeren Mengen genossen führt er bei empfindlichen Personen zu Erkrankungen! Es gibt zwar Personen, die verspeisen diese Pilze und finden sie wohlschmeckend. Etwa 1 % der Bevölkerung fehlt der Geschmackssinn für Bitterkeit, weshalb sie diesen Pilz essen, ohne seine Bitterkeit zu spüren. Hinweis! Nur die Giftstoffe werden durch langes Kochen gemindert, nicht jedoch seine Bitterkeit! Verwechslungen mit dem Steinpilz kommen sehr häufig vor. Wer sich nicht sicher ist, sollte einfach ein kleines Stück des Pilzes im Wald probieren. Ist dieses Stück bitter, einfach wieder ausspucken, es passiert nichts!

Ist der Hallimasch geschmacklich besser als Stockschwämmchen und Rauchblättrige Schwefelköpfe?

Reine Geschmackssache - wir finden, dass Stockschwämmchen und Rauchblättrige Schwefelköpfe «Klasse 1» Pilze sind; Hallimasch dagegen nur «Klasse 2». Dies kann aber durchaus an dem 20 Minuten langen Abkochen liegen, hierbei gehen viele Geschmackspunkte verloren.

Ist der Kahle Krempling wirklich tödlich giftig?

Schwierige Frage, da es bisher nur einen nachgewiesenen Todesfall so um 1943/44 gegeben hat. Aber vorher oder seither sind keine weiteren Fälle bekannt! Im Extremfall zum Überleben würden wir jedem empfehlen, diesen Pilz gekocht - nie roh, da roh giftig - zu verwenden! Ansonsten Finger weg, es gibt genügend andere Pilze. Deswegen bitte keine Selbstversuche machen, um einen tödlichen Beweis mit dem eigenen Vergiftungs-Tod zu erbringen. Das gilt übrigens auch für alle, die Selbstversuche machen - diese enden oft anders als erwartet. Hierzu gibt es einen guten Spruch: Es gibt junge, mutige Pilzprofis aber nicht alte, mutige Pilzprofis!

Ist der Kampfermilchling wie der Maggipilz in größeren Mengen giftig?

Nein! Unsere Freunde und wir essen den Kampfermilchling als Mischpilz auch in größeren Mengen. Ein Unwohlsein ist uns vollkommen unbekannt! Der Maggipilz hingegen verursacht in größeren Mengen genossen Übelkeit. Als Würzpulver soll er gute Dienste leisten. Wir verwenden ihn nicht, weil wir auf Giftpilze generell verzichten!

Ist die Bestimmung der Pilze über einen Pilzschlüssel noch sinnvoll?

Nicht ganz! Wer sicher in eine Richtung einen Pilz oder seine Gattung bestimmen will kann von über 3600 Pilzarten über die App oder Pilz-Suchmaschine (www.123pilze.de), diese sicherer ermitteln. Der herkömmliche Pilzschlüssel (max. 300 Arten-Bestimmung) aus Büchern wird durch moderne Computer-Technik ersetzt. Bestimmungs-Schlüssel in der Pilz-Mikroskopie hingegen ist weiterhin sinnvoll und bisher nicht (noch nicht) ersetzbar.

Ist die Breitblättrige Glucke essbar?

Ja! Durch eine besondere Zubereitung ist auch dieser Pilz gut. Versuche diesen Pilz mit Ei, Hackfleisch, Gewürzen, Semmelbrösel, etwa so wie eine Frikadelle (Fleischpflanzerl) zu braten; er wird dann kulinarisch brauchbar! Weiter Möglichkeit wäre Ihn in Butter zu rösten bis er knusprig ist, auch gut!

Ist die Radioaktivität in den Pilzen wirklich so gefährlich?

Die natürliche Radioaktivitätsbelastung beträgt etwa 2,5 mSv (mSv = Millisievert) im Jahr. Im Schwarzwald bis zu 5 mSv. In einigen Gegenden auf diesem Planeten sogar bis 200 mSv im Jahr. Arbeitsrechtlich darf die Dosisleistung 20 mSv pro Jahr = 10 μSv/h (bei 2000 Arbeitsstunden), nicht überschreiten. Aus Essen und Trinkwasser nehmen wir etwa die natürlichen Radionnuklide K40 (im Kalium) u. C14 (Kohlenstoff) von 0,3-0,60 mSv auf. Zusätzliche Belastung: Röntgen der Lunge max. 0,2 mSv. Zusätzliche Belastung: Fall-out 60er Jahre max. 0,25 mSv. Zusätzliche Belastung: Kernanlagen max. 0,5 mSv. Zusätzliche Belastung: Fernsehen, Geräte... max. 0,02 mSv. Zusätzliche Belastung: Flug Europa Amerika ca. 0,05 mSv. Beispiel eines Messergebnisses aus dem Bayerischen Wald (Gebiet Freyung Grafenau) bei Pilzen vom Bayerischen Landesamt für Umwelt gemessen. K40 zwischen 70 und 165 Bq (kg) (Bq = Becquerel) natürliche Radioaktivität des Kaliums sowie unnatürliches Cäsium (Cs 137) zwischen 3 und 320 Bq (kg) stochastisch gesehen hat eine Aufnahme von 80 000 Bq (Cs 137) in etwa eine Strahlenbelastung von 1 mSv zur Folge. Vergleich: Statt einem Flug nach Amerika hin und zurück = 0,1 mSv = etwa 8 000 Bq Cs 137 per Nahrung aufgenommen, könnten die höchst belasteten Pilze des östlichen Bayerwaldes von 320 Bq (kg) (Cs 137) in einer Menge von 25 kg verzehrt werden. Bei Rotfußröhrlingen wurde eine Belastung von 2,34 Bq (Cs 137) gemessen, hier dürften theoretisch 3 419 kg verzehrt werden, wenn auf einen Amerikaflug verzichtet wird. Der Schwellenwert, wann eine Reaktion, z.B. erhöhtes Krebsrisiko eintritt, ist leider nicht berechenbar. Deshalb sollten die Belastungen so niedrig wie möglich gehalten werden. Dies gilt natürlich auch für Schwermetallbelastungen und andere Umweltgifte.

Ist ein Silberlöffel oder eine Zwiebel ein sicheres Erkennungszeichen für Giftpilze im Pilzgericht?

Nein! Es ist Quatsch! Ein Grüner Knollenblätterpilz wird nie einen Silberlöffel oder eine Zwiebel verfärben, aber mit Sicherheit dein Gesicht und zwar in GELB. Absolutes Leberversagen und absolut tödlich!

Ist ein wiederholtes Einfrieren von Pilzen möglich?

Nein! Aufgetaut und anschließend gekochte Pilze dürfen zwar noch einmal innerhalb 24 Stunden aufgewärmt werden, aber bitte nicht mehr neu einfrieren. Irgendwann ist jede Behandlung eine Behandlung zu viel.

Ist es gefährlich, wegen der Fuchsbandwurmgefahr in den Wald zu gehen?

Nein! Es ist erwiesen, dass es keine höhere Erkrankungsrate von Waldarbeitern, Förstern oder Pilzsammlern gibt. Dagegen besitzen 70 % aller Erkrankten Haustiere wie Hunde, Katzen usw. den Fuchsbandwurm. Sie werden wohl hauptsächlich die Überträger des Fuchsbandwurms sein! Seit 1981 erkrankten 560 Menschen in Europa. In der Regel ist diese Erkrankung tödlich - einzige mögliche lebensverlängernde Behandlung wäre Operation oder Antiwurmmedikamente. Nur ein Arzt kann in dieser Hinsicht die Behandlungsmöglichkeit festlegen.

Ist Pilze suchen gesund?

Auf jeden Fall! Es stärkt enorm das Immunsystem. Pilze suchen ist Waldbaden pur. Das heißt, in einem von Umweltgiften gefilterten und sauerstoffangereicherten Wald spazieren zu gehen, sich zu bücken um Pilze zu ernten stärkt ungemein den menschlichen Körper und dessen Geist. Gesamtvorteile: 1) … erhöhte Sauerstoffzufuhr und die ätherischen Substanzen die im Wald gebildet werden stärken das Atmungs- und Kreislaufsystem. Soll auch gegen Krebsprävention bzw. zur Begleittherapie von Tumortherapien gute Wirkungen erzielt haben. 2) … die Bewegung auf unebenen Waldboden stärkt das Muskelsystem des Körpers. 3) … die Konzentration bei der Suche auf verschiedenen unterschiedlichen Bodenfarben stärkt das Konzentrations-, Denk- und Sehvermögen. 4) … die Ruhe im Wald führt zur totalen geistigen Entspannung und ist besonders gut für Erkrankungen wie z.B. Burnout, Depressionen, Demenz usw ... geeignet. Aus diesem Gründen gibt es in Kanada Mangerseminare, indem Pilze suchen als Hauptinhalt gilt. Einige Kurkliniken haben ebenfalls dieses Konzept bereits aufgegriffen und angewendet.

Ist Pilze suchen in der Nacht erlaubt?

Nein! Zum Schutz der Tiere und deren nächtlicher Ruhe, ist das Betreten des Waldes nach Dunkelheit verboten.

Ist Pilzpulver besser als getrocknete Pilze?

Ja. Wir finden Pilzpulver die idealste Art der Pilzkonservierung und Verwertung. Je mehr Arten im Pilzpulver enthalten sind, desto besser ist die Würze für Soßen aller Art.

Ist wegen der radioaktiven Verstrahlung das Sammeln von Pilzen in Polen gefährlich?

Polen - kein Problem - keine besonders hohe Strahlung! Nur keine Pilze kaufen außer von Einheimischen! Gerne werden von russisch-verstrahlten Gebieten Pilze importiert. Am besten selbst in Polen Pilze suchen. Tipp: Einheimische mitnehmen!

Kann auch ich Pilzsachverständiger werden?

Ja klar! Jeder ab 18 Jahren kann Pilzsachverständiger werden. Wichtigste Voraussetzung: Kenntnisse aller Gattungen und Unterarten, aller Giftpilze und deren vollständige Erkennungsmerkmale, Kenntnisse der Gesetze und Verordnungen sowie über die Zubereitung und Zucht von Pilzen als auch über mögliche Krankheiten. Besuch des Fortgeschrittenenseminars II mit anschließender theoretischer, mündlicher und praktischer Prüfung.

Kann der Butterröhrling Allergien auslösen?

Ja - laut allgemeiner Literatur mag das so sein, aber wir essen Butterröhrlinge schon seit Jahrzehnten und stellten nie allergische Reaktionen fest. Leider kann jeder Pilz Allergien auslösen. Sollte dies bei dir der Fall sein, musst du wohl oder übel auf Pilzgerichte verzichten. Oft ist es aber nur Einbildung oder Angst, die solche Allergien auslösen.

Kann der Maggipilz als Würzpilz in geringen Mengen Verwendung finden?

Laut allgemeiner Literatur: JA; wir sagen NEIN! Der Bruchreizker (Maggipilz) schmeckt nach dem Trocknen nur muffig-erdig, deshalb keinesfalls verwenden. Wir vermeiden grundsätzlich jeden Pilz, der in größeren Mengen giftig wirkt. Vielleicht ist das der Grund, warum wir noch nie ein Problem wie Bauchweh, Unwohlsein oder Ähnliches hatten. Es gibt genug Speisepilze, weshalb sollten wir giftige essen?

Kann die Suchmaschine/App die wissenschaftliche Fachliteratur ersetzen?

Nein! Auf keinen Fall! Viele Arten können nur mit speziellen Fachbüchern und deren Schlüsseln genauer bestimmt werden. Bei speziellen Pilzarten dient die Suchfunktion nur als Annäherung zu diversen Pilzarten. Viele können ohne mikroskopische Untersuchung nicht bestimmt werden. In vielen Vereinen wie DGfM = Deutsche Gesellschaft für Mykologie e.V., BMG = Bayerische Mykologische Gesellschaft e.V., VSVP = Verband Schweizerischer Vereine für Pilzkunde, ÖMG = Österreichische Mykologische Gesellschaft … usw… werden hierzu Tagungen/Schulungen/Infoabende angeboten. Wir empfehlen deren Nutzung!

Kann ein Waldbesitzer das Betreten seines Waldes verbieten, damit man keine Pilze suchen kann?

Ja und Nein! Jeglicher Wald - außer Naturschutzgebiet oder mit Zaun eingegrenzter Wald - darf bis zur Dämmerung frei betreten werden (gilt nur für Deutschland, andere Länder haben andere Gesetzgebungen). Pilze dürfen in selbstverwertbarer Menge mitgenommen werden. Das Betretungsrecht kann durch Arbeiten im Wald (Holzfällarbeiten, Bepflanzung…) durch den Waldbesitzer zeitlich eingegrenzt werden. Die Bewirtschaftung hat Vorrang. Auch wegen der Unfallgefahr bei Baumfällarbeiten sollte dieser Bewirtschaftungsbereich weiträumig gemieden werden. Ansonsten gilt immer freies Betretungsrecht durch Gesetz geregelt!

Kann es sein, dass ein Teil des Pilzes giftig und ein anderer Teil essbar ist, wie zum Beispiel der Fliegenpilz, wenn die Haut abgezogen wird?

Eigentlich Nein! Ist ein Pilz essbar, ist er in allen Teilen essbar. Ist ein Pilz giftig, ist die Konzentration des Giftes in den einzelnen Teilen oft unterschiedlich! Beim Fliegenpilz spielen gleich zwei Faktoren eine Rolle. Zum einen wurden Fliegenpilze gefunden, die fast keine Giftstoffe enthielten, ein anderes Mal wieder war die Giftkonzentration (Ibotensäure) extrem hoch. Auch findet eine besonders starke Anreicherung mit Giftstoffen in der Huthaut statt! Oder betrachten wir die Stinkmorchel: Als Hexenei ist sie ein guter Speisepilz und später ist sie ungenießbar. Warum wohl? Ganz einfach, wer will schon einen solchen Stinkkolben essen? Giftig wäre der Pilz erst, wenn er sich aufgrund seines Alters zersetzen würde!

Kann ich durch die App (Suchmaschine) alle Pilze 100%-ig bestimmen?

Nein! Viele Pilze können nur sicher in einer mikroskopischen Untersuchung bestimmt werden. Nichts desto trotz soll ja die Suchmaschine nicht das Mikroskop ersetzen, sondern nur als Hilfsmittel in eine etwaige Richtung geben. Sie ersetzt aber durchaus die alten Pilzschlüsseln von Büchern.

Kann ich EHEC bekommen beim Verzehr von Waldpilzen?

Ein EHEC (enterohämorrhagische Escherichia coli) Fall ist durch Pilzgenuss von Waldpilzen noch nie bekannt geworden. Du kannst bedenkenlos Pilze sammeln und verzehren. Waldpilze sollen wegen anderen Gefahren wie Fuchsbandwürmer, Tollwut und diversen Verunreinigungen immer gut geputzt und nur gegart (mind. 5 Min. Braten/Kochen) verzehrt werden. Auf Wiesen gesammelte Pilze, die mit Fäkalien gedüngt wurden, ist ein Gesundheitsrisiko sicherlich nicht ausgeschlossen, jedoch bisher nicht bekannt. Auch verunreinigtes Wasser bei Zuchtpilzarten kann im Extremfall zu EHEC führen, es wird aber besonders darauf geachtet, dass dies nicht passiert.

Kann ich Hallimasch auch ohne Abkochen verwenden?

Auf den Versuch kommt es an. Wenn du sie allein verspeist, kannst du es ruhig mal ausprobieren. Die schlimmsten Folgen wären Durchfall oder etwas Übelkeit und Bauchweh. Die meisten Personen haben absolut keine Probleme, auch ohne vorheriges Abkochen Hallimasch zu essen. Andere dagegen leider schon.

Kann ich Nebelkappen ohne Gefahr der Unverträglichkeit essen?

Nein! Es wurden mutagene (zellverändernde) Stoffe gefunden (Lyophyllin und Connatin). Von einem Genuss raten wir ab. Sie sind keine besonders guten Speisepilze. Wir verglichen sie mit Zuchtchampignons aus der Dose.

Kann ich sicher sein, dass meine gefundenen Pilze essbar sind, wenn ich sie in einer Pilzberatungsstelle oder von einem Pilzsachverständigen resp. Pilzkontrolleur überprüfen lasse?

Ja! Pilzsachverständige (D, A) und Pilzkontrolleure (CH) müssen durch eine sehr schwierige theoretische und praktische Prüfung ihren Kenntnisstand beweisen. Bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM) müssen sie außerdem Fortbildungsseminare und in der Schweiz Wiederholungskurse besuchen. Ein Pilzsachverständiger wird nur zweifelsfrei bestimmbare Pilze zum Genuss freigeben.

Kann man einen Hautpilz bekommen, wenn giftige Pilze angefasst wurden?

Auf keinen Fall. Berührung ist absolut ungefährlich! Sogar die Sporen sind unverdaulich und daher ungiftig. Hautpilz ist eine ganz andere Pilzart wie Großpilze!

Kann man Pilze in Essig und Öl einlegen?

Ja, diese Methode ist eine sehr gute Konservierungsmöglichkeit. In einem Topf mit 0,5 Liter Weinessig, 0,5 Liter Weißwein, 2 Knoblauchzehen (fein zerhackt), 1 Esslöffel Salz, 1 Esslöffel Koriander, etwas Muskatnuss (gerieben), ein wenig Pfeffer, ca. 15 Min. kochen lassen. Gleichzeitig dazu in einem Tee-Ei: 5 Nelken, 5 Wacholderbeeren (zerdrückt), etwas Rosmarin, sowie 3 Lorbeerblätter mitkochen lassen. Anschließend die Pilze entnehmen, abtropfen lassen und in ein Glas füllen. Mit kalt gepresstem Olivenöl auffüllen, bis die Pilze überdeckt sind - fertig! Haltbarkeit: Einige Monate.

Kann man zu viele Pilze auf einmal essen?

Ja und Nein! Chitin lässt die Pilze schwer verdaulich werden, d.h. sie können nicht vollständig von den Magen- und Darmsäften aufgelöst werden. Dadurch gehen sie genauso wieder raus aus dem Darm, wie sie gegessen wurden. Dennoch! Ein hoher Ballaststoffanteil reinigt den Darm, und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind doch gesund. Wer Magendrücken auf Pilze bekommt, sollte nicht allein den Pilzen, sondern der kompletten, oft zu üppiger Mahlzeit die Schuld geben.

Können alle Röhrlinge roh gegessen werden?

Nein! Auf keinen Fall. Viele Röhrlinge enthalten den gelben Farbstoff Xerocomsäure. Bei unzureichender Garung treten Schindel, Kreislaufprobleme, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall mit Elektrolytverlust auf. Die Latenzzeit kann zwischen 1-6 Stunden betragen. Deshalb Röhrenpilze und viele andere Pilze nie roh essen! Ausnahme Steinpilz und sogar diese wird von einigen Personen nicht vertragen!

Können andere Hexeneier wie z.B. das der Hundsrute, Gitterpilz oder Tintenfischpilz auch zu Speisezwecken verwendet werden?

Bisher Nein! Diese Hexeneier gelten zwar nicht als giftig, aber alle als ungenießbar. Bitte keine Selbstversuche! Es gibt immer noch unbekannte Giftstoffe! Bestimmt haben schon einige neugierige Biologen Tests nach Giftstoffen durchgeführt und den Pilz selbst probiert. Wäre einer wirklich essbar und gut, würde dies bekannt sein.

Können angeschimmelte Pilze gegessen werden, wenn der Schimmel großflächig weggeschnitten wird?

Nein! Einige Schimmelarten geben Giftstoffe ab, die den ganzen Pilz verseuchen. Verschimmelte Pilze immer stehen lassen oder wegwerfen! Ein noch nicht sichtbarer Schimmel bildet aufgrund der noch geringen Ausbreitung keine Gefahr!

Können auch essbare Pilzarten giftig werden?

Ja! Bei jedem Pilz, der falsch gelagert wurde, zersetzt sich das Eiweiß. Es wirkt dadurch toxisch (giftig). Die Plastiktüte ist der Tod eines jeden Pilzes - der Pilz muss atmen können. Deshalb Körbe oder ähnliches beim Sammeln verwenden. Nach dem Sammeln die Pilze immer gleich putzen und in den Kühlschrank stellen. Wurmlöcher sollen möglichst entfernt werden. In ihnen befinden sich Bakterien, die vom Wurm übertragen wurden. Diese beschleunigen den Fäulnisprozess. Pfifferlinge sollten nicht länger als 4 bis 5 Tage, alle anderen Pilze höchstens 24 Stunden im Kühlschrank gelagert werden.

Können essbare Pilzarten bitterlich schmecken?

Ja! Gelegentlich könnten harzige, bitterliche Stoffe durch Substrat oder Symbiosepartner aufgenommen werden. Eine Vergiftung diesbezüglich ist uns nicht bekannt. Dennoch sollten solche Pilze niemals verzehrt werden. Ein Pilzgericht mit Bitterkeit sollte immer entsorgt werden.

Können Fliegenpilze gegessen werden?

Fliegenpilze werden mit besonderer Zubereitung in osteuropäischen Ländern gegessen. Es wird angenommen, dass die enthaltenen Nervengifte im Fliegenpilz regional sehr schwanken. Eine tödliche Wirkung ist zwar äußerst selten, da aufgrund Erbrechens der Pilz schnell den Körper wieder verlässt. Es ist aber immer möglich, dass der Genuss zum Tode führt, vor allem wenn der Organismus aufgrund einer anderen Erkrankung geschwächt ist. Das Abziehen der Huthaut bringt nichts!

Können Hexeneier der Stinkmorchel als Hautpflegemittel verwendet werden?

Ja! Die gallertartige Masse des Hexenei´s hat eine unglaubliche Eigenschaft! Reibt man es (frisch) auf Hände und Gesicht, so wird die Haut unverzüglich cremig, geradezu seifig-weich. Die Gallerte ist extrem feuchtigkeitsbindend; diese Wirkung hält auch nach Stunden noch an.

Können Pilze auf dem Grill gebraten werden?

In der Regel ja! Man beachte aber, dass einige Pilzarten wie Rotstieliger Ledertäubling längere Garzeiten benötigen. Hierzu gab es schon schwere Magen-Darm-Störungen.

Können Pilze einen Pilzbefall bekommen?

Es gibt über 1 Million Schimmelpilzarten. Einige davon sind essbar, wie die im Schimmelkäse oder der Hefe. Leider sind die meisten anderen GIFTIG, vor allem Gen-giftig. Das heißt, du bekommst Krebs, weil sie deine Zellen verändern. Lebensmittel so wie natürlich alle Pilze, die Pilzbefall haben, sollten nicht mehr gegessen werden!

Können Pilze in Stofftaschen gesammelt werden?

Im Prinzip ja, da Stofftaschen atmungsaktiv sind. Dennoch empfehlen wir offene und weitmaschige Pilzkörbe. Die Pilze werden geschont und luftig transportiert. Außerdem entweichen die Sporen sofort wieder durch die Öffnungen. Auch Plastikeimer sind völlig ungeeignet. Dort kann es zu einem Hitzestau kommen und die Pilze verderben. Außerdem wird hier jeglicher Sporenabwurf nach außen verhindert.

Können Pilze Krebs oder andere Krankheiten bekämpfen?

Ja! Es gibt viele Vitalpilze (Heilpilze), die Krankheiten bekämpfen oder lindern. Aids, Diabetes, Hämorrhoiden, Verstopfung, Tumore sind nur wenige davon. Sie gelten in unseren Regionen als Vitalpilze zur homöopathischen oder naturkundlich begleitenden Behandlung von Erkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems.

Können Pilze nach dem Einfrieren bitterlich werden?

Es ist durchaus möglich, dass leichte Bitterkeit durch Einfrieren entstehen kann. Dies tritt zwar meist bei Pfifferlingen auf, kann aber auch bei Maronenröhrlingen oder anderen Mischpilzen auftreten. Es ist zwar harmlos, dennoch geschmacksstörend. Einzige Abhilfe: beim nächsten Mal die Pilze blanchieren, das heißt etwas anbraten (kochen). Noch besser wäre eine komplette Zubereitung, z.B. mit etwas Sahne und dann einfrieren. Wir garantieren dir, du hast keine Bitterkeit mehr, zumindest in den ersten 3 Monaten! Und habe keine Angst, schlecht geworden sind sie sicherlich nicht. Wenn Pilze schlecht werden, riechen sie unangenehm muffig, stinkend und der Geschmack ist fade - nicht bitter!

Können Pilze vom Straßenrand gegessen werden?

Nein! Pilze werden teilweise zur Entseuchung von Böden durch Schwermetalle benutzt, d.h. sie nehmen Schwermetalle (Kadmium, Quecksilber, Blei...) und andere giftige Stoffe leicht auf. Pilze deshalb nur im Wald, auf ungespritzten Wiesen oder eigenen Kulturen verwerten. Eine wenig befahrene Landstraße soll aber kein Hindernis sein! Autobahnen dagegen sind problematischer. Wenn nur ganz selten Pilze gegessen werden, ist auch dabei kein gesundheitliches Risiko zu befürchten.

Können Schnecken nach Verzehr von tödlich giftigen Knollenblätterpilzen giftig werden?

Eine sehr interessante Frage! Normalerweise haben Schnecken und Insekten Enzyme, die das Gift von Pilzen für sie unschädlich macht. Wenn aber ein hochgiftiger Knollenblätterpilz (grün/weiß) von so einer Schnecke verzehrt wurde und sich diese Substanz noch im Verdauungstrakt befindet, ist es durchaus möglich, dass dies auch für Menschen noch gefährlich werden kann. Schon wenige Milligramm vom AMATOXINE PHALLOTOXINE (Alpha-AMANITIN) wirken organschädigend! Wir sind uns aber sehr sicher, wenn die Schnecke 2 Stunden Zeit zur Verdauung hat, dass sich dann keine gefährlichen Gifte mehr in ihr befinden. Entweder wurden diese ausgeschieden oder neutralisiert. Beruhigender Hinweis! Bisher sind keine Vergiftungsfälle durch den Verzehr von Schnecken bekannt!

Lassen sich Steinpilze und Maronenröhrlinge züchten?

Steinpilze und Maronen lassen sich in der Tat nicht züchten, es sei denn man - impft - die Wurzeln potenzieller Mykorrhiza-Partner und legt anschließend einen Steinpilzwald an. Diese Methode soll an einigen Orten bereits angewandt werden, um Trüffel zu gewinnen und Steinpilze zu züchten. Der wirtschaftliche Erfolg lässt aber meist zu wünschen übrig.

Meine Kühltruhe/Eisschrank ist 24 Stunden ohne Strom gewesen. Schadet es meinen Pilzen?

Relativ neue Kühltruhen/Schränke sind so gut isoliert, dass sie ungeöffnet eine Innentemperatur nach 24 Stunden noch von - 5 Grad oder niedriger aufweisen. Das ist noch ausreichend um die Lebensmittel nicht verderben zu lassen. Ältere Modelle oder ein längerer Zeitraum lassen die darin enthaltenen Lebensmittel auftauen. Fleisch kann, wenn es gleich gebraten wird, noch Verwendung finden, Pilze dagegen nicht! Ein Auftauen führt dazu, dass sich das Pilzeiweiß zersetzt und toxisch (giftig) wirkt. Die beste Überprüfung, nachdem der Strom wieder da ist: Kühltruhe öffnen und die eingefrorenen Pilze überprüfen. Sind die Päckchen weich - weg damit! Falsche Sparsamkeit ist bei drohender Vergiftungsgefahr nicht angesagt!

Mir geht es nach einer Pilzmahlzeit nicht gut, was soll ich tun?

Siehe unter Pilzgifte! Dort sind alle sofortigen Maßnahmen aufgelistet! Oft ist Panik fehl am Platz. Die meisten Pilzvergiftungen wurden durch verdorbene Pilze verursacht. Die Auswirkungen können gleich einer Lebensmittelvergiftung sein. Auch eine Allergie auf Pilze nach dem Pilzgenuss ist möglich. Aber immer gilt: Ab zum Arzt! Ein Pilzsachverständiger kann hierbei eine kleine Beruhigung bringen, wenn ihm Putzreste vorgelegt werden und sie/er eine tödlich endende Knollenblätterpilzvergiftung oder ähnliches ausschließt. Oder wenn er/sie Giftpilze mit unangenehmer Wirkung findet, dessen Gifte aber nur langanhaltende Magen und Darmstörungen verursachen, aber nicht lebensbedrohlich sind. Übrigens! Sehr schlimm ist es immer, wenn Vergiftungserscheinungen erst sehr spät auftreten > 6 Stunden nach der Pilzmahlzeit. Hier liegt meist eine sehr schwere Vergiftung vor. Ein Arztbesuch ist unumgänglich und es muss vom Schlimmsten ausgegangen werden, z.B. eine Vergiftung durch einen Knollenblätterpilz!

Muss ich von Schnecken angefressene Teile des Pilzes entfernen (ausschneiden)?

Nein! Schneckenfraß ist absolut unbedenklich. Alle Bereiche die von Schnecken überquert wurden oder Teile die von Schnecken angefressen wurden sind fast steril. Schneckenschleim enthält Antioxidantien und wird in asiatischen Ländern sogar für die Gesichtspflege verwendet. Dort lässt man zur Pflege oder Heilbehandlung Schnecken über das Gesicht oder anderen Körperteilen kriechen.

Müssen eingefrorene Pilze vor der Verwendung aufgetaut werden?

Auf gar keinen Fall. Ein Auftauen würde dazu führen, dass sich das Pilzeiweiß zersetzt und toxisch (giftig) wirkt. Eingefrorene Pilze deshalb direkt in die Pfanne und sofort kochen!

Nach welchem System wächst das Myzel?

Nach dem Nährstoffprinzip. Das heißt, das Myzel breitet sich in den Richtungen aus, wo es die besten Bedingungen hat, Mineralien oder Kohlenstoffe zu finden. Dadurch entstehen auch bei folgezersetzenden Pilzarten (Saprophyten) die sogenannten kreisförmigen Hexenringe. Bei Symbiose Pilzarten (Mykorrhizapilze) ist es ähnlich. Diese suchen aber nach Mineralien. Das Myzel breitet sich in den Richtungen aus, wo es die leichtesten lösbaren Mineralien findet.

Pilze am Abend: Schuld für Alpträume?

Pilze sind schwer verdaulich und können schon mal Magendrücken verursachen. Durch dieses Unwohlsein entsteht Angst. Diese Angst verursacht wiederum Alpträume. Deshalb sollten spät abends, vor dem Schlafengehen, nicht oder nur wenige Pilze gegessen werden. Jedoch sind Pilze immens gesund. Ein hoher Ballaststoffanteil reinigt den Darm und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind sehr gesundheitsfördernd. Übrigens! Pilze haben auch andere, teilweise unbekannte Substanzen in sich, die Tumoren und Infekten vorbeugen! Wer Magendrücken auf Pilze bekommt, sollte nicht allein den Pilzen, sondern der kompletten, zu üppigen Mahlzeit die Schuld geben.

Pilze für was? Oder was verursachen Pilze?

Essbare Pilze haben sehr viele Vitamine und Mineralstoffe und sind dadurch sehr gesund - etwa vergleichbar mit Gemüse. In der Chinesischen Medizin wirken Pilze auch gegen viele Krankheiten wie Krebs, Diabetes usw... Giftige Pilze hingegen können von harmlosen Magen- Darm-Beschwerden zu tödlichem Nieren- oder Leberversagen führen. Psycho-Pilze können rauschähnliche Symptome verursachen, jedoch auch zu lebenslangen Psychosen (Psychiatrische Klinik)! Hautpilze können schwere Beschwerden verursachen und auch innere Organe befallen.

Schadet das Ausdrehen/Herausdrehen eines Fruchtkörpers dem Myzel oder ist Abschneiden die bessere Methode?

Nein! Es ist vergleichbar mit einem Apfelbaum. Wenn der Apfel samt Stängel vom Baum gepflückt wird, macht es dem Baum gar nichts aus. Wird aber der ganze Ast abgebrochen, braucht er länger, bis er sich regeneriert hat. Möglicherweise kann sogar der Baum absterben und so ist es auch mit dem Myzel. Abschneiden ist vergleichbar mit Apfel ohne Stängel vom Baum zu pflücken - auch eine gute Methode! Nur bei Pfifferlingen empfehlen wir das herausdrehen, weil wir festgestellt haben, dass nach dem Abschneiden der Stielrest verfault und es länger dauert bis neue nachwachsen.

Sind alle Pilze radioaktiv verstrahlt und daher nicht genießbar?

Nein! Es gibt Pilze, wie etwa die Maronenröhrlinge, die sehr hohe Cäsiumwerte aufweisen. Dieser Wert ist von Region zu Region verschieden. Wenn nicht mehr als 20 kg im Jahr gegessen werden, besteht wenig Gefahr!

Sind alle Röhrlinge essbar?

Nein! Nachweißlich giftig sind die rotporigen Arten: Satansröhrling, Wolfsröhrling, einige Purpurröhrlingsarten und der Netzstielige Hexenröhrling. Durchaus kann auch ein Verzehr geringer Mengen dieser Arten zu keiner Vergiftung führen. Bis auf dem Wolfsröhrling haben alle diese Arten eine Netzzeichnung am Stiel. Bei den weiß- und gelbporigen Arten gibt es nur den Schönfußröhrling mit Netzzeichnung als giftige Art und den Erlengrübling als verdächtige Art. Ungeniessbar bitter sind Schönfußröhrling, Gallenröhrling und Wurzelnder Bitteröhrling. Durch diese Infos gibt es einen kleinen Tipp für Sammler von Röhrlingen: Weiß- und gelbporige Arten sind (fast) immer essbar, wenn sie mild schmecken (Geschmacksprobe). Rotporige Arten sind nur essbar, wenn sie keine weißen, grauen und rosafarbenen Hutfarben aufweisen und keine Netzzeichnung am Stiel zu sehen ist.

Sind Blautäublinge essbar?

Ja - er kann gegessen werden! Aber nur wer Täublinge als Täublinge erkennt, kann alle mild schmeckenden Arten essen. Wichtig! Täublinge haben sehr brüchiges Fleisch und brüchige Lamellen, außer dem Frauentäubling (Blautäubling) mit weichen Lamellen. Weiter haben Täublinge niemals einen Ring und niemals eine Knolle!

Sind Blutreizker gute Speisepilze?

Ja! Besonders geeignet als Bratpilze. In Soße gilt er mehr als Mischpilz. Zu beachten ist der darin enthaltene Farbstoff. Denn bei den rotmilchenden Reizker-Arten färbt sich der Urin nach dem Genuss rot.

Sind Champignons essbar, die Schimmelansätze zeigen?

Nein! Schimmel an Pilzen z.B. Champignons bedeutet immer: Die ganzen verschimmelten Pilze müssen entsorgt werden. Es entstehen hochgiftige (vor allem) stark krebserregende Gifte! Auch die nicht betroffenen Pilze haben sicherlich schon ein Schimmelpilz-Myzel im Inneren. Deshalb würden wir empfehlen auch alle beiliegenden Pilze, die noch keine Schimmelhaare (Fruchtkörper des Schimmelpilzes) haben, ebenfalls zu entsorgen!

Sind die in einem Pilz enthaltenen Würmer giftig?

Nein! Es gibt keinen giftigen Wurm/Larve in einem Pilz. Aber die Bakterien, die dieser Wurm mitschleift, sorgen für einen schnelleren Eiweißzerfall im Pilz. Deshalb sollten Wurmlöcher möglichst ausgeschnitten werden. Werden einzelne übersehen, wird man noch lange nicht krank; aber nicht vergessen: Ausreichend kochen!

Sind die Magic-Mushrooms-Pilze (Drogenpilze) in Deutschland und anderen Ländern wie Österreich und Schweiz erlaubt?

Nein! Magic Mushrooms sind Drogenpilze und fallen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern unter das Betäubungsmittelgesetz. Das ist auch gut so, denn die Gefährlichkeit wird immer unterschätzt. Die Gefahr, eine Phobie zu bekommen und lebenslang einen psychischen Schaden zu haben, ist häufiger als du glaubst.

Sind die Pilzsucher (Schwammerlsucher) daran schuld, dass es immer weniger Pilze gibt?

Nein! Hauptursache ist die Umweltverschmutzung, saurer Regen und die Waldbewirtschaftung. Durch eine Schweizer Langzeitstudie wurde bewiesen, dass Pilzsucher zwar den Bestand um etwa 20 % reduzieren. Nach einem Jahr Nichtbegehung wurde jedoch festgestellt, dass der Ertrag und die Artenvielfalt wiederhergestellt waren!

Sind Egerlinge (Champignons) krebserregend?

Ja und Nein! Es wurde festgestellt, dass in allen Champignonarten (Anisegerlinge, Wiesenchampignon... auch Zuchtchampignon) eine chemische Verbindung vorhanden ist (auf Kohlenwasserstoffbasis - ähnlich dem Raketentreibstoff, ähnlich Benzol = Agaritin), der krebserregend sein soll. Eine Bestätigung der Gesundheitsgefahr liegt nicht vor, weil bestimmte Giftstoffe in geringen Mengen unschädlich bleiben oder durch Kochen zerstört werden. Deshalb wird nicht vom Verzehr abgeraten. Das Gift Agaritin ist nur in Champignons vorhanden, nicht in andere Pilzarten. Die gesundheitlichen Vorteile durch Vitamine und dem Mineralgehalt (z. B. auch beim Zuchtchampignon) sind höher, als die sehr geringe Menge des enthaltenen Giftstoffes. Wenn das so schlimm wäre, dürften keine Pommes oder Grillsteaks mehr verkauft werden. Hier sind die Mengen von krebserregenden Stoffen um ein tausendfaches höher! Aber es darf nicht vergessen werden, dass wildwachsende Champignons (Egerlinge) sehr hoch mit Cäsium und Schwermetallen belastet sind - gleich dem Maronenröhrling und dem Semmelstoppelpilz. Pilze sollten aufgrund solcher Belastungen höchstens 1 x wöchentlich (300 - 400 g) verzehrt werden und im Jahr nicht mehr als 20 kg.

Sind Flechten giftig?

In der Regel nein! Obwohl es eine sehr giftige Flechte gibt: Die Wolfsflechte! Sie ist sehr giftig, Zu mindestens bei gewissen Tieren wie Hunde oder Wölfe. Auch Berührungen können schon allergische Reaktionen auslösen. Die Gelb-Färbung der Flechte ist auf den Gehalt von Vulpinsäure zurückzuführen. Je älter die Flechte ist desto höher ist seine Giftkonzentration. Dieses starke Gift wirkt auf das zentrale Nervensystem. Das Gift wurde früher dem Köder zum Töten von Füchsen oder Wölfen zugegeben, deshalb der Name Wolfsflechte.

Sind Lacktrichterlinge Symbiosepilze oder Folgezersetzer?

Lange galten alle Lacktrichterlinge als eine trichterlingsähnliche Pilzgattung und es wurde angenommen, dass diese ebenso Folgezersetzer (Saprophyten) sind. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wurde festgestellt, dass sie feine Mykorrhiza um die Wurzeln von Laub- und Nadelbäumen bilden. Sie sind somit Ektomykorrhizapilze (Symbiosepilze).

Sind Parasiten Pilze nützlich?

Parasitäre Pilze sind eine Art Gesundheitspolizei der Natur, um schwache Organismen zu zerstören. Sie vernichten lebendes, geschwächtes Leben und erschaffen somit Platz für neues gesundes Wachstum. Ein gutes Beispiel ist der Hallimasch, dieser Pilz befällt nur geschwächte oder tote Bäume und sorgt somit Platz für gesunde Bäume. Schuld an parasitärem Befall ist oft eine Monokultur der Waldbepflanzung oder mangelnde Waldpflege. In einem gepflegten, gesunden Waldbestand findet man nur selten parasitäre Pilzarten, weil gesunde Pflanzen sich durch das eigene Immunsystem davor wehren können. So hart es klingt - so ist das Leben! Der Schwache stirbt und schafft Platz für neues gesundes Leben. Dieses gilt für Pflanzen, Tiere und Menschen gleichermaßen.

Sind Pilze an Kapern zulässig?

Sicherlich war die Konservierung fehlerhaft und/oder die Schimmelpilze konnten nicht vollständig abgetötet werden. Da Schimmelpilze giftig, vor allem gen-giftig (krebsauslösend), wirken können, sollte die Ware entsorgt werden.

Sind Pilze für Kleinkinder (Babys) geeignet?

Nein! Sehr schwer verdaulich und für Kindermägen sehr ungesund!

Sind Pilze für Veganer und Vegetarier geeignet?

Wir kennen einige Veganer, die essen Pilze regelmäßig. Da Veganer keine tierischen Produkte verzehren, erfolgt gern eine Zubereitung folgendermaßen: Pilze mit Öl in die Pfanne, Salz, Pfeffer, Knoblauch, Petersilie und Zwiebeln braten. Mit Wasser etwas ablöschen, eventuell mit Reisstärke oder Maisstärke verdicken lassen und mit Reis essen. Habe es selbst probiert und denke - gar nicht schlecht! Pilze sind keine Tiere! Pilze sind Fruchtkörper und wollen mitgenommen werden! Sie sind vergleichbar mit Baumfrüchten. Deshalb sind Pilze auch für Veganer oder Vegetarier top geeignet!

Sind Pilze gesund?

Ja und Nein! Pilze besitzen viele Vitamine, wenig Fett und sind vergleichbar mit Gemüse. Einige Pilze gelten in der Chinesischen Medizin als Heilpilze und werden für verschiedenste Krankheiten eingesetzt. In der EU/Schweiz/Europa wird dies (noch) nicht anerkannt. Sie gelten in unseren Regionen als Vitalpilze zur homöopathischen oder naturkundlich begleitenden Behandlung von Erkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems. Aber Pilze sind auch radioaktiv und schwermetallbelastet, weshalb die jährliche Verzehrmenge nicht über 20 kg sein sollte.

Sind Pilze leicht kenntlich?

Es gibt einen Spruch eines bekannten Mykologen. Wenn in der Natur etwas einfach zu bestimmen ist, dann ist es garantiert kein Pilz.

Sind Pilze Pflanzen?

Nein! Nur Pflanzen können durch Photosynthese Licht und CO2 in Zucker und Sauerstoff umwandeln. Das können Pilze nicht.

Sind Pilze schwer verdaulich?

Ja und Nein! Chitin lässt die Pilze schwer verdaulich sein, d.h. sie können nicht vollständig von den Magen- und Darmsäften aufgelöst werden. Dadurch gehen sie genauso wieder raus aus dem Darm, wie sie gegessen wurden. Ein hoher Ballaststoffanteil reinigt den Darm und die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe sind gesund. Wer Magendrücken auf Pilze bekommt, sollte nicht allein den Pilzen, sondern der zu üppigen Mahlzeit die Schuld geben. Übrigens: Pilze haben auch andere, teilweise unbekannte Substanzen enthalten, die Tumoren und Infekten vorbeugen!

Sind Rotkappen giftig?

Ja! Rotkappen sind roh genossen durch die enthaltene Xerocomsäure (gelber Farbstoff) giftig. Aus diesem Grund sollten Rotkappen mindestens 15-20 Minuten gekocht werden. Es wurde schon festgestellt, dass allergische Reaktionen wie starke Übelkeit und Erbrechen über mehrere Stunden nach einer Latenzzeit von 1 bis sogar größer 6 Stunden vorhanden waren. Zwar meist mit gutem Verlauf aber sehr unangenehm.

Sollte man lieber einzelne gleiche Arten für ein Pilzgericht verwenden oder ist ein Gemisch aus verschiedenen Pilzen besser?

Wieder mal reine Geschmackssache! Wir lieber den Geschmack einzelner Pilzarten herausfinden will soll das tun. Wir finden je mehr verschiedene Pilzarten in einem Pilzgericht sind, desto besser wird es. Jede Pilzart bringt einen einzigartigen Geruch und Geschmack mit und wertet dadurch andere Pilzarten auf.

Stehen Pilze unter Artenschutz (Naturschutz)?

Ja, dafür gibt es Verordnungen in Deutschland. Einige Pilze stehen unter Artenschutz und dürfen nicht gesammelt werden - Kaiserling, Trüffel, Schafporling usw ..., trotzdem ist bei bestimmten geschützten Pilzarten wie Steinpilz, Pfifferling, Brätling das Sammeln für den Eigenbedarf in normalen Verzehrmengen erlaubt. Für den Verkauf ist eine Sondergenehmigung notwendig, die in den Landratsämtern - untere Naturschutzbehörde - beantragt werden kann. In anderen Ländern Europas gelten andere Bestimmungen. In der Schweiz und Österreich gibt es entsprechende Artenschutzgesetze je nach Kanton oder Bundesland. In Holland ist Pilze suchen und ernten verboten.

Stimmt es, dass der Fliegenpilz essbar ist?

Ja! Es wurden Fliegenpilze gefunden, die nur wenig Ibotensäure (eine nicht proteinogene Aminosäure) enthielten. Diese ist Hauptsächlich für die Vergiftung verantwortlich. In osteuropäischen Ländern wird er sogar mit besonderer Zubereitung gegessen. Mehr jedoch wegen der berauschenden Wirkung. Da er aber in unserer Gegend viel Ibotensäure und weitere Giftstoffe enthält, wird vom Genuss abgeraten.

Stimmt es, dass der Grünling (Echter Ritterling) tödlich giftig sein soll, obwohl er in vielen Pilzbüchern als essbar gilt?

Ja! Nach einer französischen Studie wurde festgestellt, dass der Verzehr des Grünlings zu einer sogenannten Rhabdomyolyse (Muskelzersetzung) geführt haben soll. Einige Todesfälle wurden bereits nachgewiesen!

Stimmt es, dass der Hallimasch für Schweine tödlich wirkt?

Ja! Durch ein fehlendes Enzym beim Schwein wirkt der Hallimasch tödlich!

Stimmt es, dass der Weiße Rasling zu Genveränderungen führen kann, obwohl er in vielen Pilzbüchern als essbar gilt?

Ja! Es wurde durch chemische Untersuchung der Stoff Lyophyllin festgestellt. Dieser soll DNA-schädigende Wirkung haben, d.h. er könnte unter Umständen Krebs auslösen.

Stimmt es, dass die Hirschlausfliege weniger gefährlich ist als die Zecke?

Ja, Hirschlausfliegen können zwar harmlose grippeähnliche Erkrankungen auslösen. Diese sind aber für einen gesunden Menschen absolut harmlos und wirken wie eine kleine Erkältung.

Die Hirschlausfliege ist einfach nur lästig. Sie fliegt Menschen an, wirft seine Flügel ab und krallt sich in die Haare bzw. beißt sich in die menschliche Haut. Sie verwechselt uns mit Rehen, Elchen bzw. Hirschen, da sie dort ihre Eier ablegen will.

Stimmt es, dass Pilze an Bäumen immer essbar sind?

Auf keinen Fall! Es gibt mindestens zwei tödliche Giftpilzarten, die an Bäumen (Holz) wachsen; Gifthäubling und Zimtfarbener Weichporling. Stammen tut diese Aussage von Aufzeichnungen der Hildegard von Bingen (1098-1179). Sie sagte, dass alle Pilze, die an oder auf Bäume wachsen essbar und alle auf Erde giftig sind. Sie mag zwar eine gute Pflanzenkennerin gewesen sein, aber ihre Anschauung nach Pilzen war sehr suspekt.

Stimmt es, dass Pilze genauso hinten wieder rauskommen wie sie gegessen wurden? Das heißt sehr unverdaulich sind?

Ja, relativ - Pilze haben viele schwer verdauliche Substanzen. Macht aber gar nicht so viel aus, Hauptsache die Vitamine, das Eiweiß und die Mineralien bleiben im Körper und der Rest wirkt als Ballaststoff und reinigt den Darm. Übrigens! Pilze haben auch andere, teilweise unbekannte Substanzen, die Tumoren und Infekten vorbeugen! Leider sind Pilze auch radioaktiv und schwermetallbelastet, so dass vom Verzehr über 20 kg/Jahr abgeraten wird.

Stimmt es, dass wenn Pilze einmal gesehen wurden, sie nicht mehr weiterwachsen!

Teils, teils, das hat eigentlich nichts mit Sehen zu tun, sondern mehr mit den Wachstumsschüben. Beispiel: Pfifferlingen erreichen in der Regel nach 5 Tagen eine Größe von 2 bis 8 cm Hutdurchmesser. Gelegentlich wachsen sie weiter und erreichen oft enorme Größen (>15 cm). Die Ursachen wie Feuchtigkeit, Temperatur, Jahreszeit und Willigkeit sowie Nährstoffreichtum des Myzels sind hierbei entscheidend. Fehlt irgendein Bestandteil, so stoppt der Pfifferling sein Wachstum und erreicht vielleicht nur Größen von 0,5 cm Durchmesser. Dies erweckt den Eindruck: „Der Pilz den ich sah, wächst nicht mehr weiter“. In Wirklichkeit steht der Pilz schon viele Tage im Wald, weil ihm ein Wachstumsfaktor fehlte.

Und wie wirken Insektenspritzmittel auf Pilze?

Die chemischen Insektizide (Spritzmittel) wirken sich auf jeden Fall schädigend auf die Pilzflora aus. Zum einen benötigen Pilze Insekten, die zur Verbreitung ihrer Sporen (Samen) sehr wichtig sind und zum anderen verändern sie die biologischen Verhältnisse des Bodens, wodurch das Pilzmyzel geschädigt wird. Die Auswirkungen auf den Menschen sind bei dessen Verzehr sicherlich nicht unbedenklich. Es wurden gesundheitsbeeinflussende Wirkungen festgestellt, wenn das Insektizid innerhalb von 2 Wochen aufgenommen wurde. Z.B. Frisch gesammelte Pilze aus gespritzten Wäldern - zur Borkenkäferbekämpfung! Längere Zeiten gelten als bedenkenlos laut Aussage der chemischen Industrie!? Auf jeden Fall sollte die Bevölkerung vor der Gefährdung geschützt werden. Sei es durch Warnschilder, Bekämpfung der Insekten außerhalb Pilzsammelzeiten oder aber durch den Einsatz biologischer Mittel die unbedenklich sind.

Wachsen Pilze auch auf der Heide (Wiese)?

Pilze wachsen überall! Aber Pilze benötigen sehr viel Feuchtigkeit. Deswegen sind auf sandigem Boden nur sehr wenig Pilzarten zu erwarten. Auf Wiesen und Weiden sind außer Champignons und einige anderen Pilzarten auch Saftlinge zu finden, die laut Bundesartenschutz geschützt sind. In Wäldern, Parks, Waldrändern und allen baum- oder strauchbepflanzten Orten findet man die sogenannten Mykorrhizapilze (Symbiosepilze) oder Folgezersetzerpilze des Laubes. Bei entsprechender Feuchtigkeit und Wärme sind überall sehr viele Pilze zu finden.

Wann ist die Hauptsaison für den Rauchblättrigen Schwefelkopf?

Wir finden ihn von Oktober bis Dezember, seltener auch im Frühjahr! Er liebt niedrige Temperaturen aber keinen Dauerfrost.

Wann ist ein Trüffel nicht mehr genießbar?

Riecht der Trüffel pilzartig, nussig, malzartig, algenartig bis erdig oder nach Marzipan, Kohl, Mais, Knoblauch, Honig, Heu: so ist er meist noch frisch. Riecht er mehr faulig, modrig, stechend acetylenartig, käseartig, phenolartig oder unangenehm widerlich: ist er alt und nicht mehr genießbar. Äußerem sollte er fest und hart sein. Sobald er eine weiche bis schleimige Konsistenz annimmt, ist er verdorben und kann sogar eine Lebensmittelvergiftung auslösen.

Wann sind Trompetenpfifferlinge nicht mehr genießbar?

Alte Trompetenpfifferlinge die nicht mehr genießbar sind, werden schwarz und fangen an übel zu riechen. Hellere ausgebleichte oder sehr große Pilze sind durchaus noch genießbar und schmecken gut.

Warum besteht in höheren Lagen keine oder nur geringe FSME-Gefahr (Frühsommermeningitis)?

Weil in höheren Lagen, d.h. höher als 700 m über dem Meeresspiegel, der Virus nur wenig Überlebenschance hat. Das liegt an den niedrigen Temperaturen und den langen Wintern. Dadurch sind die Viren nicht überlebungsfähig. Früher galt eine Höhe von höher als 500 m, aber aufgrund der milden Winter der letzten Jahre, vielleicht auch als Ursache der globalen Erwärmung der Erde, musste diese Höhe nach oben verlagert werden.

Warum blaut mein Pilz nicht?

Flockenstielige Hexenröhrlinge, Rotkappen, Maronenröhrlinge, Rotfuß usw. blauen meist. Doch es kommt selten vor, dass Pilze mal nicht blauen. Dennoch sind sie immer noch dieselbe Art geblieben und natürlich unbedenklich essbar. Die Ursache: Ab und zu bilden Pilze Varietäten, die ihr bestimmtes Aussehen verändern oder denen ein Teil der Inhaltsstoffe fehlt. Das Blauen/Grünen/Schwärzen usw. wird durch Inhaltsstoffe (meist Säuren) verursacht, die in Verbindung mit Sauerstoff die Farbe des Pilzfleisches verändern. Bei deinem Pilz fehlte diese Säure! Sie ist im Übrigen für Menschen absolut harmlos. Viel häufiger kommt dieses Fehlen der Färbung bei Maronen- oder Rotfußröhrlingen vor. Natürlich sehr selten bei Flockenstieligen Hexenröhrlingen. Sogar Rotkappen gab es (noch extrem seltener), die sich nicht blau/schwarz verfärbten.

Übrigens gilt dies auch für giftige Arten wie z.B. dem Schönfussröhrling! Er bleibt dennoch giftig!

Warum darf bei Kindern bei Verdacht einer Pilzvergiftung kein Kochsalz verabreicht werden?

Kochsalz kann bei Kindern eine Kochsalzvergiftung hervorrufen die tödlich sein kann. Deswegen niemals bei Kindern eine Kochsalzlösung als Brechmittel verwenden!

Warum essen Tiere giftige Pilze?

Das liegt an den Enzymen, die giftige Substanzen im Körper in ungiftige Moleküle umwandeln.

Warum finde ich meinen Pilz in der App, Suchmaschine oder Buch nicht?

Pilze haben oft unterschiedliches Aussehen. Das liegt an den Umwelteinflüssen oder auch am Standort. Beispiele: Wachsen Pilze in sehr lichtreichen Bereichen, können die Farben durchaus variieren. Wachsen Pilze nach langer Trockenheit können sie durchaus in Wuchsform oder Größe sehr abweichen. Natürlich kann es auch sein, dass sich der Pilz noch nicht in unserer Datenbank befindet. Hier empfehlen wir Anfragen im www.123pilzforum.de oder per Mail an info@123pilze.de .

Warum finde ich nach einer Abholzung keine Pilze mehr?

Die meisten Pilze - vor allem Röhrlinge - sind Symbiosepilze. Wird der Symbiont Baum abgeholzt, stirbt das Myzel und es wachsen keine Fruchtkörper mehr. Passt die Witterung, kann es trotzdem zu einer einmaligen, sogar sehr starken Pilz-Flut kommen. Das Myzel versucht, bis es stirbt, noch einmal so viel Fruchtkörper (Pilze) mit Sporenpulver (Samen des Pilzes) zu bilden, wie es Feuchtigkeit und Nährstoffe zulassen!

Warum gab mir bei der Pilzberatung der Pilzberater (Pilzsachverständige) keinen einzigen Pilz frei?

Sicherlich befanden sich im Pilzkorb tödlich giftige Knollenblätterpilze. Schon ein kleines abgebrochenes Stück, könne beim eventuellen Verzehr einen Leberschaden verursachen. Deshalb Pilze zur Bestimmung immer trennen. Nämlich nach vermutlich essbaren Pilzen einerseits und unbekannten Pilzen andererseits! Letzteres getrennt in Alufolie oder Plastikgefäß aufbewahren!

Warum gaben mir bei der Pilzberatung der Pilzberater (Pilzsachverständige) meine Stockschwämmchen nicht frei, obwohl sie mir seit Jahren bekannt sind?

Die Verwechslungsmöglichkeit Stockschwämmchen (sehr guter Speisepilz) zum Gifthäubling (tödlich giftig) ist so groß, dass eine einwandfreie Bestimmung nur mit vollständigem Stiel möglich ist. Gifthäublinge haben einen längsfaserig flockig überhauchten Stiel, Stockschwämmchen haben einen mit hellen Schüppchen bedeckten Stiel. Der Mehlgeruch beim Gifthäubling ist oft sehr schwer zu definieren, deshalb werden Stockschwämmchen ohne vollständigen Stiel generell nie freigegeben!

Warum geben andere Autoren die Pilzarten oft als ungenießbar an obwohl hier die Art als essbar gilt?

Viele Autoren arbeiten nach dem Prinzip, was ich nicht kenne ist grundsätzlich nicht essbar. Wir agieren nach dem Prinzip: Er wurde bisher ohne Vergiftungssymptome schon verzehrt bzw. er enthält keine bisher nachgewiesenen Giftstoffe. Bei einigen Arten sind im Text eventuelle Unverträglichkeitsreaktionen aufgeführt.

Warum gehört der Maggipilz zu den Milchlingen obwohl er keine wirklich sichtbare Milch hat?

Aufgrund seiner molekularen Struktur ist er wie die Milchlinge aufgebaut. Brüchiges Fleisch, brüchige Lamellen und wässrige kristallklare Flüssigkeit bei Verletzung absondernd.

Warum gelten auch sehr seltene Pilzarten oft als essbar, sie sollten doch geschützt sein und nicht verzehrt werden?

Wir geben nur die wahre Essbarkeit an. Das heißt, wir orientieren uns hierbei nur auf die Wissenschaft und nicht auf Vereine, Organisationen oder länderspezifische oder örtliche Richtlinien. Dennoch haben wir aufgrund von Sicherheitsbedenken einzelne Gattungen vollständig von der Essbarkeit ausgeschlossen, wie z.B. Risspilze oder kleine Schirmlinge. In diesen Gattungen gäbe es sogar essbare Pilzarten. Eine richtige Bestimmung wäre hier oft nur per Mikroskop möglich und zu risikoreich sie als essbar zu bezeichnen. Außerdem gibt es von Land zu Land unterschiedliche Regelungen zu den geschützten Pilzarten. Z.B. ein unter Artenschutz stehender Semmelporling ist in Deutschland ganzjährig vollständig geschützt und auf der Roten Liste RL3 (gefährdet). Es gibt in anderen Ländern wie z.B. in Tschechien diese Art in so großen Mengen, dass er vermutlich dort niemals als geschützt gelten wird. Ein globaler Schutz von regionalen Massenpilzen sehen wir deswegen als kritisch. Pilze sind keine Tiere, sondern Fruchtkörper und sind hierzu nicht vergleichbar. Sie sterben meist aus, wenn die Bodenverhältnisse nicht mehr passen. Ein Aussterben diverser Pilzarten erfolgt nachweislich nicht durch Pilzsammler (vergleich 29-jährige Pilz-Studie-Schweiz), sondern hauptsächlich durch andere äußerliche Einflüsse. Ein lustiger Spruch von Frau Herta Haimerl (Pilzexpertin) war einmal, Dinosaurier sind auch ausgestorben und wir konnten es leider nicht verhindern - es gibt schlimmeres… 😉.

Warum gibt es giftige und ungiftige Pilzarten?

Gift bei Pilzen ist (meist) nicht wie bei Tieren um diverse Feinde abzuwehren, sondern mehr ein zufälliges Zellprodukt der im Aufbau des Pilzes entstanden ist und für manche Lebewesen „GEFÄHRLICH“ oder auch „NICHT GEFÄHRLICH“ sein kann. Deshalb geht bei vielen – für den Menschen – tödlichen Pilzen, keine Gefahr für Tiere aus. Das heißt, Rehe fressen durchaus Grüne Knollenblätterpilze ohne gesundheitliche Schäden. Für uns wären schon 10 g tödlich. Für Tiere giftige Pilze gibt es ebenfalls. Der Hallimasch gilt gut gekocht als sehr guter Speisepilz. Schweine dagegen würden in wenigen Stunden sterben, da diese Pilze die gleiche Wirkung zeigen, wie für uns Knollenblätterpilze. Das alles liegt meist an gewissen Enzymen, die dieses Gift im Magen auf harmlose Substanzen umwandeln. Fehlt dieses, treten Vergiftungen auf. Schnecken und Fliegen haben zwar keine entsprechenden Enzyme, dort wird das Gift nicht aufgenommen, da die entsprechenden Organe fehlen. Kurz um, sie können keinen Leberschaden erleiden, da sie ja keine besitzen. Wiederum gibt es auch Gift-Substanzen die Pilze bilden um sich vor Fliegen, Schnecken oder Schimmelpilzen zu wehren. Ein häufiges Gift hierzu ist Cyanwasserstoff (Blausäure). Es wirkt gegen Insekten tödlich, für uns würde es auch tödlich wirken. Da aber Pilze meist gekocht werden, verdunstet dieses Gift und diese Pilze werden nun essbar.

Warum gibt kein Pilzberater mir meinen Pilz für Speisezwecke frei, wenn ich ihm ein Bild gesendet habe?

Seriöse Pilzberater dürfen keine Speisepilzfreigabe per Bild erteilen, da folgende Angaben durch das Bild nicht sicher übertragen werden können: Geruch, Geschmack, Konsistenz (Festigkeit), natürliche Farbwiedergabe, Oberflächenbeschaffenheit, innere Konstruktion, Schleim- und Schmierigkeit (kann mit nassen Finger auf Hut oder Stiel getestet werden, z.B. Klebrigkeit), chemische und mikroskopische Untersuchungsmöglichkeiten.

Warum haben meine Rotfußröhrlinge rote Punkte im Fleisch?

Das sind ganz klar Madenkanäle bzw. Drahtwürmer-Gänge. Man sollte diese rot verfärbenden Bereiche ausschneiden, denn dort beginnt bereits die Fäulnis (Eiweißzersetzung). Die Maden selbst wären nicht giftig oder schädlich, nur die Bakterien, die diese Biester mitschleppen, verursachen die Zersetzung des Pilzes.

Warum halten einige Kritiker die Pilzseite www.123pilze.de oder deren Bücher und App´s als nicht glaubwürdig und korrekt?

Nichts ist perfekt! Auch unsere Bücher, Apps oder unsere Internetpräsenz enthalten Fehler. Das ist immer ein Argument von Verschwörungstheoretikern und Widersachern. Wir haben keine Ahnung warum sie das tun? Wir sind immer bereit zu Verbesserungen, Vorschlägen und Bildern die auch korrekt, unpolitisch und neutral sind, diese zu übernehmen. Bisher war nie ein solcher Möchtegernmykologe bereit uns dies mitzuteilen und dies per Mail zu senden. Dennoch ein Aufruf an unsere Widersacher: Suchen doch etwas Besseres mit mehr Pilzarten und mehr korrekten Informationen und lasst uns in Ruhe oder arbeitet mit? Wir sehen es wie eine Demokratie… sie ist sicherlich nicht die optimalste Form aber leider gibt es keine Bessere zurzeit.

Warum ist bei manchen Bildern die Qualität grenzwertig?

Leider gibt es bei den > 10 000 Großpilzarten nicht immer Bilder zu jedem Pilz. Das hat folgende Ursachen: 1. Der Pilz wurde noch nie fotografiert, sondern nur mikroskopisch bestimmt und durch handschriftliche Aufzeichnungen durch frühere Mykologen festgehalten. 2. Bilder wurden durch analoge Fotoapparate fotografiert und noch nicht digitalisiert und veröffentlicht. 3. Die gemachten Pilzbilder werden nur zu hohen Verkaufspreisen angeboten. 4. Bilder werden durch den Ersteller nicht für uns freigegeben bzw. schließen jegliche kommerzielle Verwendung aus. Auch wenn wir es ehrenamtlich verwenden, kann durch Verkaufseinnahmen (Bücher, App) diese nicht rechtssicher verwendet werden. Vergleich Wikipedia: Zwar ehrenamtlich aber durch Spendeneinnahmen die für den Serverbetrieb notwendig sind, wird auch hier ein gewisser kommerzieller Hintergrund (möglichweise) gesehen. Wir versuchen aber weiterhin bessere Bilder zu bekommen und Pilzarten zu erweitern. Gerne kannst du uns jederzeit Bilder zusenden info@123pilze.de. Aber bitte immer mit dazugehörigem Copyrightrechten - Formular hierzu http://www.123pilze.de/Copyright.doc - sonst können wir sie leider nicht verwenden!

Warum ist das Hexenei der Stinkmorchel essbar und die Stinkmorchel selbst nicht?

Die innere Hülle des Hexen-Eies ist sogar roh essbar und schmeckt nussartig. Zuerst aber die schleimige Außenhülle mit Haut entfernen! Dieses Innere in der Pfanne gebraten ist sehr gut! Die Stinkmorchel selbst ist nicht giftig, aber aufgrund des stinkenden, aufdringlichen Aasgeruches gilt sie als ungenießbar.

Warum ist der „Falsche Pfifferling“ nicht essbar, obwohl er in manchen Pilzbüchern als essbar bezeichnet wurde?

Geringe Mengen sind unschädlich. Größere Mengen des falschen Pfifferlings verursachen bei manchen Personen Magen- und Darmstörungen. Außerdem kann er allergische Reaktionen auslösen. Aus diesem Grunde sollte auf diesen Pilz verzichtet werden. Geschmacklich ist er es auch nicht wert = sehr minderwertig, Konsistenz weich und fade schmeckend.

Warum ist der Geruch von Pilzen so ein wichtiges Bestimmungsmerkmal?

Viele Arten sehen sich ähnlich. So könnte der Karbolegerling (giftig) mit dem Wiesenchampignon (essbar) oder mit dem Anischampignon (essbar) verwechselt werden. Doch er riecht tintenartig - dadurch auch sein Name - Karbolegerling. Das genügt zwar noch nicht. Achtet man jedoch auf die Kanariengelbfärbung der Stielbasis, könnte er höchstens mit dem Anischampignon verwechselt werden, da dieser auch eine Gelbfärbung aufweist. Doch dieser riecht nach Anis - also ist Geruch in diesem Fall das wichtigste Unterscheidungsmerkmal.

Warum ist die Douglasie in Mitteleuropa kein guter Symbiose-Baum?

Leider ist in Mitteleuropa die Douglasie kein guter Pilzbegleiter. Nur einige seltene Funde wie Karthäuser-Trüffel, Douglasienröhrling und Blauender Schmierröhrling als Symbiosepilz zu diesem Baum sind bekannt aber extrem selten. Im anderen Kontinent sind Schwammerlsucher dagegen gerne in Douglasienwälder da dort der wohlschmeckende Goldpfifferling = CANTHARELLUS FORMOSUS (Pazifischer goldener Pfifferling nur in Amerika bekannt) wächst und tellergroß werden soll. Weitere begleitende Artenbeispiele wären Zyanblättriger Klumpfuß, Rotgelber Stoppelpilz, Kastanienbrauner Porling, Seifen-Ritterling, Quitten-Wasserkopf. Aber dann werden die Arten in Begleitung Douglasie zu finden schon rar.

Warum ist die Internetseite www.123pilze.de nur für PC-Rechner und Tabletts aber nicht für Smartphons aufgebaut?

Der Beginn der Internetseite www.123pilze.de begann 1998. Seitdem wurden die Seiten mit Word und anderen Programmen erweitert und ist z.Zt. leider nur für PC-Anlagen mit großen Bildschirmen konzeptiert. Zur heutigen Zeit wären sicherlich Seiten, entwickelt über Datenbanken und anderen Systemen auch für Smartphons besser lesbar. Wir haben uns aber entschlossen dies wie bisher in gleicher Variante weiter zu führen aus-folgendem Grunde: Eine Speicherung, Aktualisierung, Erweiterung ist für uns mit dem alten Konzept am leichtersten, schnellsten und auch am besten kompatible für die von uns mitentwickelten Apps. Wer also eine schönere und bessere Abbildung unserer Seiten will braucht sich nur einer unsere Apps Pilze123 kaufen. Diese haben etwas zeitlich verschoben, nach jedem Update die gleichen Daten und Bilder wie auf der Homepage. Diese selbst bleibt sicherlich für jeden und zu jederzeit weiterhin kostenlos verfügbar.

Warum ist unsere Pilzapp Pilze 123 so teuer?

Das liegt daran das hochspezialisierte Programmierfirmen mitarbeiten. Unser Spartenprodukt Pilznachschlagewerk „Pilze 123“ kann mit den wenigen verkauften Auflagen kaum deren Personalkosten ausgleichen. Uns bleiben z.Zt. ca. 1,32 € vor Steuern. Damit deckeln wir unsere Serverkosten, Versicherungen und sonstigen Aufwendungen. Die Datenbank der Pilze erweitern mit Texten, Bildern und deren Optimierung usw.., leisten wir ausschließlich in ehrenamtlicher Funktion.

Warum kann durch ein Bild kein Pilz sicher bestimmt werden?

Nicht nur das Aussehen eines Pilzes ist ein Bestimmungsmerkmal. Auch weitere Faktoren, wie Geruch, Konsistenz, Geschmack, Vorkommen, Jahreszeit, Symbiont (Bezug zur Baumart), Bodenbeschaffenheit spielen eine wichtige Rolle. Oft können Farben und Aussehen variieren - sie können dann einem anderen Pilz täuschend ähnlich sein.

Warum rieche ich nicht den besonderen Geruch von diversen Pilzen wie Nelkenschwindlingen, Glimmerschüpplinge, Riesenchampignons, Wohlriechender Schneckling, Ockerbrauner Trichterling usw…?

50 % der Menschen nehmen Blausäuregeruch nicht wahr. Das hat zu folge, dass dieser Bittermandelgeruch dieser Pilze nicht gerochen wird.

Warum sagt man bei einem Pilz - Pilzart - und nicht - Pilzsorte?

Pilze können nicht gekreuzt werden wie Hunde (Rassen) oder Gemüse z.B. Brokkoli (Sorten). Sie bleiben immer eine eigene Art. Varietäten (neue Arten mit anderem Erscheinungsbild) sind nur eine Mutation einer Art. Mikroskopisch können sie meist gut zugeordnet werden. Sie haben immer die mikroskopischen Merkmale einer Art aber nie von zwei Arten, sonst wären es ja Sorten!

Warum sagt man: In die Pilze gehen?

Früher schickte der Bauer die Angestellten in die Pilze. Da diese Angestellten entweder alte Leute oder Frauen waren, hatten sie nicht das Recht, ein Pferd oder Pferdewagen benutzen zu dürfen. Die Pilze waren diesen Aufwand nicht wert. So sagte der Bauer: „Heute geht ihr in die Pilze“! Der Ausdruck - gehen - hat nichts mit dem Pilz- oder Beerensammeln zu tun, sondern nur mit der Beförderungsbeschränkung!

Warum schimmelt Obstkuchen schneller als Plätzchen?

Weil Schimmel ein Pilz ist und deswegen sehr viel Feuchtigkeit benötigt. Plätzchen werden länger gebacken und haben relativ wenig Eigenfeuchtigkeit. Obst dagegen auf dem Kuchen ist feucht und darauf befanden sich noch hitzeresistente Restsporen (Pilzsamen) oder diese Schimmelpilzsporen kamen über die Luft auf das Obst.

Warum schmecken Pilze mit Salz pikant?

Pilze haben sehr wenige Salze, weil sie diese gerne an die Symbiosepartner abgeben. Im Prinzip sind die meisten Pilze absolut salzarm. Wenn du dann etwas Salz hinzugibst, entwickeln sie so richtig ihr Aroma. Wir können uns kein Pilzgericht ohne Salz vorstellen. Einzig wären Brätlinge noch akzeptabel, aber auch diese sind mit etwas Salz darüber gestreut eine wahre Herrlichkeit. Kurz gesagt, du liegst mit Salzen von Pilzen immer richtig!

Warum schmeckt die Pilzmischung bitter?

Zuerst mal die Frage, welche Pilze waren es? Waren Pfifferlinge mit dabei, dann ist die Lösung einfach. Diese werden nach einiger Zeit bitter. Ansonsten könnte sich in den Mischpilzen ein schwarzes Schaf (ein ungenießbarer Pilz) befunden haben. Auf alle Fälle würden wir den eingefrorenen Rest wegwerfen, wenn dies noch möglich ist. Keinesfalls essen! Gesundheitsbeeinträchtigungen können die Folge sein.

Warum schmeckt mein Pilzgericht so terpentinartig?

Na ja - da hast du wohl einen Terpentinschneckling (Orangeschneckling) mit in das Pilzgericht gebracht. Er ist nicht giftig und du kannst dieses Pilzgericht essen, wenn es dir schmeckt!! Solltest du Champignons gesammelt haben, entsorge das Pilzgericht. Sicherlich sind Karbolegerlinge enthalten die GIFTIG sind!!

Warum sind in der Pilzgattung - Korallen - fast keine Speisepilze?

Dafür gibt es 3 Gründe: 1. Sie sind schon so selten geworden, dass sie lieber im Wald stehen bleiben sollten. 2. Die Verwechslungsgefahr mit giftigen Korallen ist sehr groß, vor allem bei älteren Exemplaren. 3. Die essbaren Korallen sind oft minderwertige Speisepilze, deshalb lohnt sich eine Verwertung nicht!

Warum sind Pilze bei Trockenheit mehr mit Maden befallen als bei feuchtem Wetter?

Ganz einfach, bei feuchtem Wetter ist das Pilzwachstum schneller! Die Pilze, die gefunden werden sind frischer. Auch die Fliegen können bei Regen und Feuchtigkeit schlechter ihre Eier in die Fruchtkörper ablegen. Alles ist klebriger und nasser, oft bleiben dadurch die Pilze von den Maden verschont. Dafür sind die Schnecken aktiver. Sie können sich am besten bei Feuchtigkeit bewegen.

Warum sind Sporen des Pilzes oft auf dem Hut?

Pilze bilden ein eigenes Klima (Pilzklima) unterhalb des Sporenträgers. Durch Erwärmung der Luft unterhalb des Sporenträgers erzeugen sie Temperaturunterschiede, sodass ein eigener kleiner Wind entsteht, der die Sporen nach dem Abwerfen seitlich und später nach oben treiben lassen. Durch Gegenwinde bleiben dann Sporen auf der Hutoberfläche liegen.

Warum sollten Pilze nicht umgestoßen oder zertreten werden?

Pilze sind Folgezersetzer und wandeln hartes pflanzliches Material in Dünger um. Tote Äste würden ansonsten Jahrzehnte brauchen bis sie verrottet wären. Dieser Dünger kann von anderen Pflanzen leichter aufgenommen werden. Oder sie zerstören kranke Bäume/Pflanzen und sorgen so für ein Gleichgewicht in der Natur. Andere Bäume haben dadurch mehr Platz und können besser gedeihen (=parasitäre Pilze). Oder sie bilden eine Symbiose mit Bäumen und Pflanzen. Im gegenseitigen Nahrungsaustausch gedeihen diese Pflanzen/Bäume besser und sind gegen Krankheiten auch besser geschützt (Symbiosepilze wie z.B. Knollenblätterpilz, Steinpilz und viele mehr). Deshalb sollten keine Pilze zertreten werden - sie sind ein Bestandteil des Waldes und sorgen für dessen Gesundheit. Bedenke auch, wir brauchen den Wald und die Pflanzen. Oder woher sollen wir Sauerstoff bekommen, um atmen zu können? Der Wald hat zudem einen sehr starken Filtereffekt gegen Schadstoffe, die wir durch unsere Kfz, Heizungen oder Industrien in die Luft pusten und uns dadurch gesundheitlich gefährden.

Warum spielt bei Flechten der Geruch normalerweise keine Rolle?

Ist bei einer Flechte unnötig, da dieser keine Rolle bei einer Bestimmung macht. Sie haben in der Regel keinen besonderen Geruch.

Warum spielt bei Flechten der Geruch normalerweise keine Rolle?

Sie haben in der Regel keinen besonderen Geschmack, außer sie haben Fumarprotocetrarsäure enthalten, diese hätten einen leicht bitterlichen Geschmack beim Ablecken. Mit einer P +/- Reaktion (para-Phenylendiamin-Reaktion) wurde dies hinfällig, da auch andere Reagenzien wichtig für eine eindeutige Flechtenbestimmung maßgebend sind.

Warum steht in jedem Pilzbuch eine andere Essensfreigabe?

Pilzgeschmäcker sind verschieden. Wenn einem Autor ein Pilz nicht schmeckte oder er gar nicht weiß, ob er essbar ist, gibt er ihn als ungenießbar an. Kein Pilzbuch gleicht dem anderen und kein Pilzbuch ist perfekt. Wichtig ist nur, giftig bleibt meist auch giftig! Es sei denn, es ist ein uraltes Pilzbuch.

Warum sterben Schnecken oder Würmer nicht an tödlich giftige Pilzarten?

Die meisten tödlich wirkenden Pilze verursachen Organschäden. Leberzerfall, Nierenversagen, Zersetzung der roten Blutkörperchen usw… Schnecken und Würmer haben weder rote Blutkörperchen noch eine Leber. Durch die Aufnahme des Giftes schützen sie sich höchstens vor anderen Feinden.

Warum stimmt meine Guajak – Chemische Reaktion nicht richtig?

Guajak-Reaktionen sind immer zeitlich kurz zu bewerten. Länger Guajak-Reaktionen können falsche Farben aufweisen.

Warum stinken Pilze?

1. Einige Pilze wie Stinkmorcheln, Gitterpilze, Rutenpilze usw… nützen den stinkenden Geruch um Fliegen anzulocken. Die Sporen bleiben auf dessen Beinen haften und werden dadurch an andere Orte transportiert und verteilt. 2. Der Pilz verdirbt = Eiweißzersetzung = GIFTIG! Deshalb verzehre niemals stinkende oder unangenehm riechende Pilze. Die meisten Pilzvergiftungen stammen durch Verwendung von verdorbenen Pilzen. Pilze sollen so schnell wie möglich verarbeitet werden. Ungeputzt sind 2/3 der gesammelten Pilze einen Tag später mit Maden besetzt und viele sind dann bereits verdorben.

Warum variieren Farben der Pilze?

Farben der Pilzarten sind sehr von den Umwelteinflüssen aber auch vom Standort abhängig. Hitze, Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung, viel Feuchtigkeit aber auch der Standort lassen Farben variieren. Außerdem ist es erwiesen, dass in nördlichen, meist kälteren Regionen Pilze dunklere Farben aufweisen.

Warum verwenden wir nie oder fast nie die lateinische (wissenschaftliche) Bezeichnung des Pilzes vorrangig?

Aus Erfahrungen stellten wir immer wieder fest, dass die meisten Pilzinteressierten nur eines wollen. Ist dieser Pilz essbar oder gibt es gefährliche Doppelgänger? Und nicht, ist dies ein Boletus edulis (Steinpilz) oder vielleicht ein Boletus calopus (Schönfußröhrling)? Wie auch immer, die meisten Menschen besitzen keine Lateinkenntnisse. Deshalb wollen wir mit unserer Homepage/App/Buch genau diesen Personenkreis ansprechen, so wie wir es auch bei den Pilzberatungen machen.

Warum wachsen am Waldrand oder auf Waldwegen manchmal mehr Pilze als im Wald selbst?

1. Waldränder oder Waldwege sind oft mit Gras bedeckt. Dieses speichert die Feuchtigkeit besser. Der Boden kann nicht so schnell austrocknen. Bei leichtem Regen ist es direkt unterm Baum lange Zeit trocken, weil das Blattwerk das Wasser nach außen lenkt. Deshalb kann sich das Myzel besser an Außenbereichen von Bäumen bilden. Symbiosepilze versorgen zudem den Symbiose-Baum mit Wasser und natürlich Mineralien. 2. Waldwege wurden meist mit kalkreichem Material aufgeschüttet, dadurch wurde ein zu saurer Boden verbessert und für kalkliebende Pilzarten ein neuer Lebensraum geschaffen.

Warum wachsen im Herbst auch Pilze nachdem es längere Zeit trocken war?

Bäume und viele Pilzarten leben in Symbiose zueinander. Dieses umfasst (oft) auch eine Abgabe von Feuchtigkeit zueinander. So ist der Bedarf von Wasser der Bäume und Sträucher im Herbst bzw. Spätherbst weniger stark vorhanden als im Frühjahr und Sommer, da dies für die Blätter und Früchtebildung notwendig ist. Dadurch wird Wasser aus unteren Bodenregionen von den Baumwurzeln auch dem Pilzgeflecht zusätzlich zugeführt um deren Überleben und Weitervermehrung zu sichern. Wenn auch oft weniger aber trotzdem können dann noch Pilzfruchtkörper entstehen.

Warum wachsen in Neuanpflanzungen oft mehr Pilze als in alten Wäldern?

Neuanpflanzungen sind dichter und können dadurch nicht so schnell austrocknen. Frühe Pilzarten, wie Sommersteinpilze oder Pfifferlinge, können wegen der fehlenden Feuchtigkeit im Sommer am besten in dichten, und feuchteren Neuanpflanzungen gedeihen. Bei genügend Regen wird sich auch in alten Wäldern eine Pilz-Flut einstellen. Meist im Spätherbst sind diese Wälder sehr gute Sammelgebiete, weil die Bodenfeuchtigkeit dann ausreicht.

Warum wachsen Pfifferlinge gern auf Hanglagen?

Wir denken, Pfifferlinge lieben es nicht zu nass. In Hanglagen läuft das Wasser ab, trotzdem bleibt eine gewisse Restfeuchtigkeit. Hänge trocknen durch normale Sonneneinstrahlung nicht so schnell aus, weil sie oft im Schatten liegen; sie sind auch windgeschützter.

Warum wachsen zwei gleiche Pilze übereinander?

1. Möglichkeit: Das Verhalten, warum ein Pilz auf einem Pilz wächst, ist folgendermaßen. Pilze enthalten in ihren Zellbausteinen Chitin (wie die Hülle eines Käfers). Fast jeder Pilz wächst in einem Schub, d.h. solange Wasser und Kohlenhydrate durch das Pilzmyzel an die Fruchtkörper gesendet werden, kann der Pilz wachsen. Fehlt ein Faktor, z.B. Wärme oder Wasser, stoppt das Myzel diese Übertragung. Das hat zur Folge, dass das Chitin verhärtet. Jetzt ist ein Wachstum nur bedingt möglich. In der Mitte der Pilze hat diese Verhärtung noch nicht stattgefunden und das Myzel versucht nun, flüssige Materie in den Pilz zu leiten und er sucht neue Wege - meist nach oben. Und so bildet sich ein ebenso gleicher Pilz wie der erste, meist auf dem Kopf. 2. Möglichkeit: Allgemeine Missbildung durch DNS-Veränderung, eine Art Varietät des normalen Pilzes. 3. Möglichkeit: Umwelteinflüsse oder diverse Hindernisse. 4. Möglichkeit: Der Fruchtkörper entwickelt sich aus einer unterirdischen Anlage, die gelegentlich dicht beieinander liegen können. Im Normalfall wird nur aus einem dieser beieinander liegenden Primordien ein Fruchtkörper ausdifferenziert. Das heißt durch Zufall wollen zwei Pilze gleichzeitig wachsen. 5. Möglichkeit: Bei Rüblingen gibt es eine sogenannte Rüblingsgalle (Tremelloide Missbildung = Bildungsabweichungen = Monstrositäten = tremelloide Formen) auf Pilzen, meist auf Rüblingen wie dem Waldfreundrübling bilden sich gallenartige Auswüchse auf Hut und Stiel.

Warum wächst ein relativ harter Birkenporling so schnell?

Jahreszeit, Wärme, Feuchtigkeit sind die Hauptfaktoren für ein optimales Pilzwachstum. So kann ein daumennagelgroßer Birkenporling innerhalb 14 Tagen zu Fahrradsattelgröße anwachsen.

Warum weichen die Positivlisten der einzelnen Pilzorganisationen mit der Speisewertangabe hier ab?

Diese Listen gelten als Empfehlungsrichtlinie für Pilzsachverständige und Pilzberater. Essbare Pilze die einem Sachverständigen aus Artenkenntnis sicher beherrscht dürfen auch als Speisepilz in der Beratung freigegeben werden. Viele Pilzsachverständige bewegen sich in einem Rahmen von 500 Pilzarten. Weiter Kenntnisse „glauben sie zumindest“ geht nur über die Mikroskopie. Die Kenntnis der weiteren Arten ist ihnen oft unbekannt oder zu risikoreich. Was nicht unbedingt negativ angesehen werden sollte! Hierbei gibt es regional auch unterschiedliche Vorschriften und Richtlinien. Speisewerte werden deshalb oft aufgrund Unkenntnis, falscher Literatur oder eben falscher Information so weiter gelehrt und auch publiziert. Ein Pilzberater geht deshalb immer auf Nummer sicher und so sollte es auch sein! Wenn 100-150 Arten in einer Positivliste stehen, genügt dies sicherlich jedem Pilzfreund.

Warum weichen die Sporenmaße von verschiedenen anderen Literaturangaben teilweise ab.

Unsere Sporenmaße sind Mittelwerte. Wenn ein renommierter Mykologe einen Wert x angibt, ein anderer aber einen höheren Wert, so verwenden wie den untersten Wert und den obersten Wert, da es durchaus möglich ist, dass Pilzsporen im unterschiedlichem Reife-Zyklus auch unterschiedliche Maße haben. Außerdem verwenden wir auch selbstermittelte Werte oder uns zugesandte Daten von für uns zuverlässigen Hobbymykologen. Auch dort verwenden wir diese Mittelwerte.

Warum werden bei unseren Portraitseiten, Apps und Informationen bei den taxonomischen Namen nicht der Autorname zusätzlich mit angegeben.

Aufgrund der Richtlinien der DSGVO oder DS-GVO (= Europäische Datenschutzverordnung) sind Veröffentlichungen mit Namen ohne vorherige Genehmigung der Person oder deren Erben nicht möglich, ohne dass gewisse Autoren, Mykologen oder Verfasser dies als Datenschutzverstoß sehen könnten, wenn wir Namen diesbezüglich mit den wissenschaftlichen Namen mit aufführen. Wir hatten diesbezüglich schon Probleme. Deshalb werden wir nur Namen in Bezug veröffentlichen, die es auch wirklich wollen und uns diesbezüglich informieren, insoweit sie dazu das persönliche Recht hierzu haben. Da die Taxonomie selbst allgemeinfrei lt. EU-Verordnung ist, betrifft dies nicht den wissenschaftlichen Namen im Ursprung … ;-)).

Warum werden Pilze immer weniger wachsen?

Das liegt an folgenden Gründen: Waldbewirtschaftung mit großen Maschinen, Umwelteinflüsse - CO2, Schwefel, Witterung, Klimaveränderung, saurer Regen, Waldmonokulturen, Verringerung von Symbiose-Bäume, z.B. Beforstung mit Douglasien, Düngung von Waldböden.

Warum wird meine Champignonsoße grau, wenn ich ältere Pilze verwende, dessen Lamellen schon dunkelbraun sind?

Wegen des Reifeprozesses durch Wärme und der Sporenbildung ist eine Verfärbung der Lamellen auf dunkelbraun üblich. Nur, von den Sporen alleine kommt diese Graufärbung der Soße nicht. Die Farbveränderung der Lamellen von rosa auf dunkelbraun ist nicht nur den Sporen zu verdanken, sondern auch einem gewissen Alterungs- und damit verbundenen Oxidationsprozess der Lamellen. Sonst würden Weißsporer auch im Alter immer noch weiße Lamellen haben. Und genau dieser Oxidationseffekt bildet Farbstoffe, die deine Soße grau werden ließen. Bei frischen Champignons würden sich noch keine dunklen Farbstoffe in den Lamellen gebildet haben und die Soße bliebe weiß. Im Übrigen sind auch solche Pilze in gewisser Weise noch genießbar, wenn auch mit kulinarischen Verlusten in optischer und geschmacklicher Hinsicht! Wichtig ist hierbei nur, sie müssen noch gut riechen und dürfen nicht schimmeln! Auch bei getrockneten Champignons würde dasselbe passieren - die Soße graut!

Warum wurde die App Pilzsuchmaschine entwickelt?

Interview mit dem Hauptautor Wolfgang Bachmeier (Deutschland): Bei meiner Ausbildung zum Pilzsachverständigen stellte ich immer wieder fest, dass viele Teilnehmer Schwierigkeiten hatten mit Pilzschlüsseln in Buchform zu arbeiten. Die Ergebnisse waren vor allem für Anfänger alles andere als ausreichend. Da ich gute Computerkenntnisse hatte, könnte es doch besser und schneller sein, so etwas auf EDV-Basis zu entwickeln. Rechner sind präziser und viel schneller, Pilze aus einer Datenbank zu finden als der Mensch es in einem Buch tun kann. So wurde zuerst eine einfache Suchstruktur entwickelte mit einer kleinen Datenbank die im Internet veröffentlicht wurde. Das war der ausschlaggebende Punkt, da plötzlich pilzliebhabende Informatiker aufmerksam wurden und mir Vorschläge der Verbesserung machten. Einer davon, ein Informatikstudent aus der TU München, Herr Alexander Auch. Gemeinsam entwickelten wir eine windowsfähige Pilzsuchmaschine nach Merkmalsuche. Die „Erste“, die es damals schon möglich machte Pilzschlüssel zu ersetzen. Durch Mini-Pilzbilder zusätzliche Ergebnisse im Ausschlussverfahren zu zeigen war zu dieser Zeit etwas Besonderes. Optimal auch für Pilzlaien ohne Latein-Kenntnisse. Mit entsprechend verlinkten Links ging es weiter zu informativen Pilzportraitseiten. Nach diesem Prinzip entwickelten wir damals auch die Pilzapp „Pilzsuche Ultra“ für Android, die ein großer Erfolg wurde. Aber es ging noch weiter: Programmierer-Firmen beobachteten diesen Erfolg und kontaktierten uns, sodass wir uns später auf eine Firma einigten: Die Swift AG aus der Schweiz mit den Informatikern Herren Graham Lancashire und Christoph Moser. Diese erschien uns am fähigsten so ein kompliziertes Projekt weiter zu entwickeln. Wir hatten recht. Die Spezialisten für IOS-Systeme (Apple) konstruierten die Beste und umfangreichste Pilzapp „Pilze 123“ die es je gab. 2019 ging es weiter: Die Schwift AG hat in Zusammenarbeit mit einer der besten Programmierer aus Österreich, Herr Sebastian Höbarth (Nasty Lion GmbH) die neueste App für Android Systeme die App „Pilze 123“ entworfen. Diese ging zusätzlich mit künstlicher Intelligenz der Pilzsuche per Handykamera in eine neue Ära der Pilzsuche. Somit arbeiten nun 3 Länder zusammen mit den besten Innovationen. Zudem sind mehrere Pilzexperten wie Franz Olloz (Schweiz), Gerhard Koller (Österreich) und viele weitere Pilzexperten an den Verbesserungen sowie der Testung der App und Pilz-Portraits beteiligt. Fazit: Mein Ziel nach über 35 000 Stunden ehrenamtliche Arbeit (Stand 2020), Pilze den Pilzlaien wie auch den Fortgeschrittenen näher zu bringen, auch ohne die Bedingung „wissenschaftliche Namen“ kennen zu müssen, hat somit gut geklappt. Es ist noch lange nicht beendet. Wir arbeiten weiterhin an Verbesserungen die noch lange nicht ausgeschöpft sind: Wie etwa Geruchssensoren in Smartphons zur Pilzbestimmung, Perfektionierung der Pilz per Bild-Erkennung und vielen weiteren Pilzerweiterungen. In noch weiterer Zukunft, so eine Science-Fiction-Idee wäre eine Einführung der Pilze in ein Sensorgerät. Dort werden alle Merkmale optisch und mikroskopisch analysiert und ein Artportrait als Bild, Text und Ton ausgeworfen.

Was bedeutet die Ungenießbarkeit bei Pilzen?

Ungenießbar kann bedeuten, dass dieser Pilz noch nicht probiert wurde oder noch sehr unerforscht ist. Es gibt z.B. Schleierlinge, die als ungenießbar bezeichnet werden, weil aus Sicherheitsgründen oder Seltenheit keiner das Risiko bisher einging, ihn selbst zu probieren oder chemisch untersuchen zu lassen. Ansonsten bedeutet ungenießbar, dass der Pilz bitter, scharf, muffig oder unangenehm schmeckt.

Was bedeutet es, wenn sich ein Pilz beim Durchschneiden verfärbt?

Durch den Sauerstoff der Luft oxidieren Inhaltsstoffe des Pilzes und verursachen diese Dunkelfärbung.

Was bedeutet Wichtigkeit bzw. Priorität bei der Pilzbeschreibung?

Das Prioritätensystem wurde wegen der neuen App entwickelt und soll Pilze auf Wichtigkeit einstufen. Priorität 1 (in der App Anzeige im Menü Bestimmung = Wichtige) = Häufiger Pilz, für Anfänger gut erlernbar. Priorität 2 (in der App Anzeige im Menü Bestimmung = Mehr): Für Pilzfreunde, die mehr Pilze kennen lernen wollen bis hin zum Pilzberater sind alle Pilzarten hier enthalten. Priorität 3 (in der App Anzeige im Menü Bestimmung = Alle): Sehr seltene Pilzarten bzw. nur für Fachgebietsexperten wirklich interessant.

Was bewirken Schieberpilze?

Schieberpilze sind sehr gute Speisepilze (Würzpilze) deren Pilzgeruch und Geschmack auf andere Arten bei der Zubereitung z.B. in einer Pilzsoße übertragen wird. Beispiel: 50 % Maronenröhrlinge + 50 % Herbstrotfußröhrlinge in einer Pilzsoße gemischt gekocht = Ergebnis alle schmecken sehr gut. Eine Unterscheidung zwischen den Maronenröhrlingen und den Rotfußröhrlingen ist vom Geschmack für den Laien fast nicht möglich. Weitere Pilzbeispiele für Schieberpilze sind: Anisegerling (alle Arten von Schafchampignon bis Schiefknolliger Anisegerling), Aniszähling, Behangener Faserling, Brätling, Braune Rasling, Echter Knoblauchschwindling, Erbsenstreuling, Fichtenzapfenrübling, Flockenstielige Hexenröhrling, Getrocknete Stiele von essbaren Riesenschirmling (Parasol, Safranschirmling, Zitzenschirmling) in Pulverform, Glimmerschüppling, Großer Knoblauchschwindling, Gute Trüffelarten, Habichtsstacheling in Pulverform, Kampfermilchling, Knopflochschwindling, Maronenröhrling, Mehlräsling, Nelkenschwindling, Pfefferröhrling, Riesenchampignon, Saitenstieliger Knoblauchschwindling, Samtfußrübling.

Was bringt ein Pilzseminar?

Urlaubsspaß, sportliche sowie geistige Betätigung durch Exkursionen und natürlich Kenntniserweiterungen über Pilzarten.

Was hilft gegen Zeckenstich (Zeckenbiss)?

Zecken beißen nicht Sie stechen oder sägen sich vielmehr ins Fleisch. Gummistiefel, körperbedeckende Hemden und Hosen sowie chemische Schutzmittel gegen Zecken helfen hierzu. Es hilft auch, die Hände über Ameisenhaufen zu strecken: Ameisengift mögen Zecken nicht. Auch diverse Duftstoffe wie Teebaumöl, Vanillen-Öl, Zitronenöl, andere ätherische Öle wirken Zecken entgegen. Wenn ein Teelöffel Schwarzkümmelöl vor der Pilzexkursion getrunken wird, so erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass Zecken ausbleiben oder weniger stechen um ca. 70-80 %.

Neueste Feststellungen, dass der Duft von Giraffen Zecken vertreibt lässt die Forscher wiederum aufhorchen, ob nicht der gleiche Duft als Zeckenschutzmittel verwendet werden kann. Möglicherweise werden solche Duftstoffe zukünftig auf dem Markt erhältlich sein.

Was ist bei einer Bestimmung von Flechten enorm wichtig?

Flechte trocknen lassen. Gerade bei Cladonien (Ast-, Keulen-, Becherflechten), scheinen die Algenschichten durch. Dadurch sind alle grün. Nach dem Trocknen, erscheint die wirkliche Farbe. So sind Flechten mit Usninsäure leicht gelblich. Chemische Reaktionen mit Kalilauge, Calciumhypochlorit, para-Phenylendiamin sind gerade bei Cladonien sehr wichtig.

Was ist die Ursache von Bauchweh nach Waldpilzgenuss? Zehn Ursachen hierzu:

1. Bist du sicher, dass du alle Pilze richtig erkannt hattest, bevor du sie gegessen hast? Oder waren möglicherweise Giftpilze darin? 2. Möglicherweise waren die Pilze zu wenig lange gekocht. 3. Du hast kein gutes Gefühl, ob alle essbar waren? Dann hast du wahrscheinlich eine eingebildete Pilzvergiftung. 4. Die Pilze waren zu alt und der Eiweißzersetzungsprozess trat bereits ein! Dann hast du eine mögliche Lebensmittelvergiftung! 5. Du bist allergisch gegen eine dieser Pilzarten - vermutlich waren es Schmierröhrlinge! Bei Stein- u. Birkenpilzen sind diese Reaktionen um das 10fache seltener. 6. Du hast etwas anderes noch gegessen, welches diese Ursachen auslöste. 7. Du hast eine sogenannte Bauchgrippe. 8. Du hast zu viele Pilze gegessen und sie liegen dir zu sehr auf dem Magen! 9. Du hast zu viel Fett verwendet, die Pilze sogen sich mit Fett voll und verursachen Übelkeit.

10. Du hast dich zu sehr angestrengt. Entsteht gerne, wenn durch die Pilzwanderung eine Überbelastung zwecks Wanderung/Berg-auf/ab für nicht sport-gewöhnte Menschen absolviert wird.

Was ist ein Myzel?

Das ist der Stamm des Pilzes (wie beim Baum). Es wächst großflächig unterirdisch oder innerhalb von Bäumen und Stümpfen. Größtes Myzel bildet der Hallimasch. Dank DNA-Analyse wurde schon ein mehreres Quadratkilometer großes Hallimaschmyzel entdeckt. Die Pilze selbst sind nur die Fruchtkörper - so wie ein Apfel.

Was ist ein Papiertaschentuchtest?

Um die Milch von Pilzen auf eine Gelbfärbung besser feststellen zu können, tropft man die Milch des Pilzes auf ein Papiertaschentuch. Eine Verfärbung kann dadurch schneller sichtbar gemacht werden.

Was ist Sporenpulver?

Es ist der Samen des Pilzes - mikroskopisch klein und millionenfach. Die Farbe kann leicht kenntlich gemacht werden. Pilzhut auf weißes Papier legen - Glas darüber, und 2-5 Stunden warten. Die Farbe, der auf das Papier gefallenen Sporen unterhalb der Lamellen oder Poren, ist ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.

Was kann ich tun, wenn ich einen Fehler entdeckt habe und ich nicht weiß ob dieser bereits berichtigt wurde?

Ganz einfach! Schaue in der www.pilzsuchmaschine.de bei dem entsprechenden Pilz nach. Sollte der Fehler nicht behoben sein, wären wir sehr dankbar, wenn du uns dies per Mail an info@123pilze.de mitteilst. Diese Seite ist immer am aktuellsten. Fehler werden dort sofort berichtigt. Bei der App dauert es bis zum nächsten Update (ca. 6 Monate) und den Büchern bis zur nächsten Auflage (1-2 Jahre). Danke für deine Mitarbeit um unsere Arbeit für „ALLE“ noch besser zu machen.

Was macht man im Winter, wenn es keine frischen Pilze oder Schwammerln gibt?

1) Fertigpilzsoßen würden wir meiden. Wir begegneten Pilzsammler im osteuropäischen Ausland, einer nahm alles an essbaren Röhrlingen mit, was er finden konnte. Ob alt oder halb vergammelt war ihm egal. Wir fragten, ob er sich umbringen will. Er sagte nur, er mache Pilzpulver daraus und verkaufe es dann. So etwas landet wohl in Fertigpilzsoßen? 2) Pilze im Winter: Wenn im Sommer/Herbst genügend zu finden sind, gibt es gute Konservierungsmethoden: Trocknen ist bestens geeignet für alle Röhrlinge, auch für Pfifferlinge. Unser bester Tipp ist, mit den getrockneten Pilzen Pilzpulver daraus zu machen. Eignet sich besonders gut für schnelle Soßen, weil keine Einweichzeit beachtet werden muss, damit sie weich werden. Gut ist es auch sie einzufrieren, macht wenig Arbeit. Haltbarkeit bis zu einem Jahr ohne große Geschmacksverluste. Einlegmethode in Essig und Öl - köstlich, für alle Pilze geeignet, leider nur begrenzt haltbar. Die Einweckmethode gibt es auch noch. Diese ist sehr gut für alle Pilze geeignet. Einfach Einwecken, als ob Gemüse eingeweckt wird. Wir finden, diese Methode nimmt etwas von dem guten Pilzgeschmack oder der Pilzkonsistenz. 3) Pilze - wie schon erwähnt - aus osteuropäischen Ländern würden wir meiden - auch wegen der Strahlenbelastung. Die günstigen Pfifferlinge aus Litauen können durchaus schon mal 4 Wochen alt sein. Und ob sie wirklich aus Litauen stammen, ist oft nicht 100 %-ig sicher. Gleiches gilt, wenn Wildpilze in den Wintermonaten im Supermarkt verkauft werden. Diese stammen meist aus China usw. Besser Finger weg! 4) Beste Pilze im Winter zu essen, wenn kein Wintervorrat gesammelt wurde? Ganz klar: Zuchtpilze jeder Art! Champignon, Austernseitlinge, Kräuterseitlinge, um nur einige zu nennen. Es sind nach EU-Richtlinien gezüchtete Pilze mit gesundheitlichen Vorzügen, die jedes Gemüse übertreffen.

Was passiert, wenn ein Kleinkind oder Baby im Garten wachsende Pilze verzehrt hat?

Wenn dein Kind sie roh verspeist, wird es meist zu heftiger Übelkeit und Durchfall kommen. Die gegessene Menge spielt hierbei eine sehr entscheidende Rolle. Treten Kreislaufprobleme auf, kann diese Vergiftung sogar kritische Auswirkungen haben, die eine sofortige ärztliche Behandlung notwendig werden lassen! Falls keine Anzeichen vorliegen, ist über die Giftnotrufzentrale ein Pilzsachverständiger vor Ort zu Rate zu ziehen. Dieser kann auch gefährliche Pilzarten, die durchaus tödliche Verläufe haben können, erkennen oder ausschließen. Helfen tut aber nur frühzeitige Aufklärung. Das heißt deinem Kind klar zu machen, dass alle Pilze Bauchschmerzen verursachen.

Was passiert, wenn ich Pilze mit einem Grenzwert über 600 Bq/kg verzehre?

Der Verzehr von 1 kg Pilze mit einer Belastung von 600 Bq/kg Radiocäsium hat bei einem Erwachsenen in etwa eine Dosis 0,008 Millisievert (mSv) in der Aufnahme. Dieser Wert entspricht etwa 0,4 Prozent der Dosis aus der natürlichen Radioaktivität, die in etwa pro Person und Jahr aufgenommen wird (ca. 2,2 mSv). Das bedeutet, dass erst ein Verzehr von etwa 260 kg schwer belastete Pilze (600 Bq/kg) pro Jahr nötig ist, bis die Dosis erreicht wird, die ein durchschnittlicher Erwachsener jährlichen aus natürlichen Quellen aufnimmt.

Was sind Baumperlen?

Baumperlen wachsen an Bäumen als Heilungsreaktion auf Verwundungen der Rinde. Durch das Baumharz heilt der Baum Verletzungen aus oder stößt eingedrungene Fremdkörper ab. Es ist keine Pilzerkrankung! Oft bilden sich ovale bis runde Pfropfen.

Was sind Baumschwammerln?

Auf Holz wachsende Pilze, wie Stockschwämmchen, Rauchblättrige Schwefelköpfe, Schwefelporling, Judasohr, Schuppenporlinge, Leberreischlinge, Austernseitlinge, Hallimasch, Shiitake. Dies sind einige essbare an Holz wachsende Speisepilze.

Was sind die wichtigsten Faktoren für das Pilzwachstum?

Jahreszeit, Feuchtigkeit und Wärme sind die wichtigsten Faktoren für ein gutes Pilzwachstum. Bei vielen Pilzarten ist die Bodenbeschaffenheit sehr wichtig. Manche mögen es sauer, andere mehr kalkhaltig, wiederum anderen ist dies egal. Auch der Baumbestand ist sehr wichtig. Einige Pilze wachsen nur in Symbiose mit einer bestimmten Baumart, andere sind Parasiten und bevorzugen Laubholz, andere wiederum Nadelholz.

Was sind Folgezersetzer?

Pilze zersetzen totes Holz, Baumstümpfe, Äste, im Boden vergrabene Tannenzapfen oder einfach nur Gräser oder Blätter. Sie sind nicht auf einen bestimmten Baum angewiesen, weshalb Folgezersetzer leicht zu züchten sind, wie Egerlinge (Champignons), Austernseitlinge und Hallimasche (mal als Folgezersetzer, mal als Parasitenpilz), Fichtenzapfenrübling, Träuschlinge usw…

Was sind Parasitenpilze?

Zerstörende Pilze! Sie befallen kranke Bäume und zerstören meist sein Kernholz mit Braun- oder Weißfäuleauslöser, wie Schwefelporling, Judasohr, Schuppenporlinge, Leberreischlinge, Austernseitlinge, um nur einige essbare parasitäre Pilze zu nennen.

Was sind Pilzgattungen?

Pilze sind in Gattungen und Familien unterteilt. Oft besitzt eine Gattung lauter Giftpilze z.B. die Gattung Risspilze. Ein anderes Mal sind es lauter Speisepilze wie z.B. bei den Leistlingen! Es kann aber auch gemischt sein wie bei den Ritterlingen. Einige sind essbar, viele sind giftig! Weitere Gattungen wären alle Sprödblättler (Milchlinge und Täublinge), Tintlinge, Schleierlinge (>550 Arten), Träuschlinge, Egerlinge (Champignons), Wulstlinge (Knolli), Dachpilze, Fälblinge, Ritterlingsähnliche, Schnecklinge und Saftlinge, Schmierlinge, Kremplinge, Rötlinge, Schwindlinge, Helmlinge, Trichterlinge, Schüpplinge, Schirmlinge, Riesenschirmlinge... usw.

Was sind Schlauchpilze?

Alle Morcheln und Becherlinge sind Schlauchpilze. Die Sporen reifen im Gegensatz zu den Ständerpilzen in schlauchähnlichen Gebilden heran. Dieses ist nur mit einem Mikroskop von mindestens 1000-facher Immersionsöl-Vergrößerung gut sichtbar.

Was sind Schleimpilze?

Sie gehören zu den niederen Pilzarten. Die Einordnung ist hierbei schwierig, da sie kein Chlorophyll enthalten, mit dem sie wie eine typische Pflanze Energie aus Licht gewinnen, ihre Ernährung ist durchweg heterotroph (gilt für alle Pilze) (= Unterschied zu den typischen Pflanzen). Sie bewegen sich wie riesige Amöben (= Unterschied zu den Pilzen). Sie ernähren sich durch Phagocytose (Aufnahme des Fremdkörpers durch Umfließen und Invagination = Einstülpung in die Zell-Membran). Also eine Art Verzehr von organischem Material. Einige Schleimpilze können sogar Geschlechtszellen bilden. Wiederum bilden sie feste pilzartige Fruchtkörper und Sporen aus (= Unterschied zu den tierischen Organismen). Einige Autoren setzen sie deswegen zu einer eigenen Familie (Taxonomie) unter den Pilzen.

Was sind Sprödblättler?

Sprödblättler sind alle Täublinge und Milchlinge. Alle milden Arten sind essbar, alle bitteren oder scharfen ungenießbar oder giftig. Eine Kostprobe ist bei sicher erkannten Täublingen und Milchlingen immer erlaubt. Aber nicht schlucken, sondern nur schmecken! Einige essbare Täublinge sind roh in größeren Mengen giftig, obwohl sie mild sind!

Was sind Ständerpilze?

Ständerpilze sind alle Röhrlinge, Sprödblättler und Lamellenpilze. Aber keine Morcheln und Becherlinge, denn diese sind Schlauchpilze! In Ständerpilzen reifen die Sporen auf sogenannten Basidien heran, d.h. sie sitzen meist auf kugelförmigen Gebilden.

Was sind Symbiosepilze (Mykorrhizapilze)?

Pilze, die eine Symbiose mit Bäumen, Sträuchern oder Gräsern eingehen. Pilze helfen dem Symbionten, Mineralien aufzunehmen. Im Gegenzug bekommt der Pilz Zucker, den er nicht selber produzieren kann. Milchlinge, Dickröhrlinge, Täublinge, Pfifferlinge, Wüstlinge (Knollenblätterpilze) Schleierlinge sind Symbiosepilze und können ohne Symbionten nicht existieren.

Was sind Wachsblättler oder Weichblättler?

Ellerlinge, Saftlinge und Schnecklinge werden gerne als Wachsblätterpilze oder Weichblättlerpilze bezeichnet, da sie sehr weiche Lamellen besitzen, die sich oft auch wachsartig anfühlen.

Was sind Winterpilze?

Samtfußrüblinge und Rauchblättrige Schwefelköpfe sind Winterpilze und wachsen sogar noch bei Frost. Werden sie eingefroren, sollten sie nach spätestens 3 Monaten gegessen werden. Vorzeitige Alterung auch in Frostzustand.

Was tun bei einem Vergiftungsfall mit Pilzen?

1. Feststellung der Art und des Zeitpunktes der Beschwerden: Magen, Darm, Schwindel, seit wann, Alkoholgenuss? 2. Arzt (Notarzt) verständigen. 3. Die Person beruhigen. 4. Versuche die Person zum Erbrechen zu bringen. Finger in den Mund hat nur Sinn, wenn der Pilzgenuss nicht länger als 6 Stunden zurückliegt. 5. Festhalten von Fundort/Fundstelle der Pilze. Vielleicht mit Personen, die den Betroffenen begleitet haben, die Fundstelle aufsuchen. 6. Keine Hausmittel verwenden. Es gibt keine wirksamen Hausmittel; im Gegenteil, dadurch kann sich der Zustand verschlechtern. 7. Alle Pilzreste sicherstellen (Geputzte, gekochte, erbrochene, im Stuhl). 8. Betroffenen betreuen, nicht alleine lassen oder mit dem Auto zum Arzt fahren lassen. Sein Zustand könnte sich verschlechtern! 9. Bei Bewusstlosigkeit bis zum Eintreffen des Arztes erste Hilfe durchführen (Beatmung, Seitenlage, Herzmassage).

Welche Arten sind Zuchtpilze?

Folgende Arten sind zur Zucht geeignet: Anischampignon, Ästiger Stachelbart, Buchenstachelbart, Alpen Stachelbart, Eiskoralle, Bartkoralle (Vitalpilz, Heilpilz), Austernseitling, Kalbfleischpilz, Austernpilz, Buchenrasling, Weißer Buchenpilz, Buna-Shimeji, Buchenholzrasling, Dorniger Stachelbart, Eichhase, Ästiger Porling, Ästiger Büschelporling, Gelber Riesenträuschling, Gemeiner Hallimasch, Dunkler Hallimasch, Nadelholzhallimasch, Glänzender Lackporling, Reishi, Honiggelber Hallimasch, Laubholzhallimasch, Igelstachelbart, Yamabusitake, Löwenmähne, Pom-Pom blanc, Affenkopfpilz, Japanisches Stockschwämmchen, Toskanapilz, Nameko, Goldkäppchen, Klebriger Schüppling, Judasohr, Holunderschwammpilz, Holunderpilz, Wolkenohrenpilz, Mu-Err, Chinesische Morchel, Klapperschwamm, Maitake, Spatelhütiger Porling, Laubporling, Kamm-Porling Graue Gans, Gemeiner Klapperschwamm, Krause Glucke, Fette Henne, Bärenschädel, Kräuterseitling, Brauner Kräuter-Seitling, Laserkrautseitling, Königsausternpilz, Kubanischer Kahlkopf, San Isidro, Lavendelfarbener Rötelritterling, Blassblauer Rötelritterling, Blasser Rötelritterling, Lungenseitling, Löffelförmiger Seitling, Cremeweißer Seitling, Sommer-Austernseitling, Kastanienseitling, Magischer Trüffel, Magischer Kahlkopf, Stein des Wissens, Philosophen Steine, Mairitterling, Maipilz, Georgsritterling, Gelber Schönkopf, Maischönkopf, Huf-Ritterling, Marmorierter Holzrasling, Parasol, Riesenschirmling, Riesenschirmpilz, Paukenschläger, Paukenschleger, Gemeiner Riesenschirmling, Rauchblättrige Schwefelköpfe, Graublättriger Schwefelkopf, Rillstieliger Seitling, Rosenroter Seitling, Rosenseitling, Rosa Seitling, Rosafarbene Seitling,

Rotbrauner Riesenträuschling, Braunkappe, Samtfußrübling, Gemeiner Samtfußrübling, Winterrübling, Schmetterlingstramete, Bunter Porling, Schopftintling, Spargelpilz, Schopfpilz, Tintenpilz, Porzellantintling (Vitalpilz, Heilpilz), Shiitake, Kultur-Shiitake, Shii-Take, Chinesischer Champignon, Silberohr, Stockschwämmchen, Echtes Stockschwämmchen, Gemeines Stockschwämmchen, Südlicher Ackerling, Südlicher Schüppling, Samthaube, Pioppino, Tannen Stachelbart, Taubenblauer Seitling, Taubenblauer Austernseitling, Ulmenrasling, Ulmenholzrasling, Ulmenseitling, Violetter Rötelritterling, Nackter Rötelritterling, Violetter Röteltrichterling (Vitalpilz, Heilpilz), Ziegelroter Schwefelkopf, Zitronenseitling, Zitronengelbe Seitling, Limonen-Seitling, Zuchtchampignon, Zweisporiger Champignon, Brauner Zuchtegerling, Weißer Zuchtegerling, Kulturchampignon, Zweisporiger Egerling, Gartenegerling, Kulturchampignon.

Welche Auswirkungen haben Insektizide auf Pilze?

Chemische Insektizide wirken sich auf jeden Fall schädigend auf die Pilzflora aus. Zum einen benötigen Pilze Insekten, die zur Verbreitung ihrer Sporen (Samen) sehr wichtig sind und zum anderen verändern die Insektizide die biologischen Verhältnisse des Bodens, wodurch das Pilzmyzel geschädigt wird. Die Auswirkungen auf den Menschen sind bei dessen Verzehr sicherlich nicht unbedenklich. Es wurden gesundheitsbeeinflussende Wirkungen festgestellt, wenn das Insektizid innerhalb von 2 Wochen nach der Anwendung aufgenommen wurde. Z.B. Frisch gesammelte Pilze aus gespritzten Wäldern - Borkenkäferbefall! Längere Zeiten gelten als bedenkenlos laut Aussage der chemischen Industrie! Auf jeden Fall sollte die Bevölkerung vor der Gefährdung geschützt werden. Warnschilder, Bekämpfung der Insekten außerhalb Pilzsammelzeiten, biologische Mittel z.B. je nach Insektenart. Z.B. Brennnesselwasser, kann ein guter Erfolg ohne Nebenwirkung haben.

Welche begleitende Pilzbücher gibt es zu der App bzw. der Pilzsuchmaschine?

Wir haben mehrere Pilzbücher mit gleichem Text- und Bildinhalt wie in der App (Internet) zurzeit im Umlauf sind. Alle sind nur über www.pilzbuchshop.de beziehbar. Für Anfänger: Die Pilzfavoriten mit über 412 Pilzarten auf 412 Seiten. Für Fortgeschrittene: 1700 Pilze mit 1751 Pilzarten und für Pilzverrückte auf 848 Seiten: Das 5-Bandlexikon mit über 3600 Pilzarten = größtes Pilzbilderbuch der Welt mit fast 3000 Seiten.

Welche chemische oder optische Mittel benötigt man zur Flechtenbestimmung?

Zur Flechtenbestimmung werden häufig folgende Substanzen verwendet: Keine Farbreaktion bei chemischen Mitteln = R-; Kaliumjod = J+/-; Kalilauge mit anschließender Natriumhypochlorit Behandlung bzw. Chlorkalk-Lösung = KC +/-; Ultraviolettes Licht = UV +/-, Kalilauge = K +/-; Calciumhypochlorit = C +/-; Para-Phenylendiamin = P +/-; Beispiel: Krustenflechtenarten (CALOPLACA) und Krustenflechtenarten (CANDELARIELLA) sehen sich sehr ähnlich. Der Unterschied ist in der K Reaktion: K+ rot = CALOPLACA zu K- = CANDELARIELLA. Es gibt aber auch Gattungen die chemisch nicht bestimmbar sind: LEPRARIA; CALOPLACA; USNEA.

Welche CLADONIA-Flechten können nur durch Dünnschichtchromatografie bestimmt werden?

CLADONIA CRYPTOCHLOROPHAEA = Inhaltsstoffe: Chryptochlorophaeasäure und Furmarprotocetrarsäure.
CLADONIA GRAY = Inhaltsstoffe: Grayansäure, Furmarprotocetrarsäure und Spuren von 4-O-Demethylgrayansäure und Congrayansäure.
CLADONIA MEROCHLOROPHAEA = Inhaltsstoffe: Merochlorophaeasäure, Furmarprotocetrarsäure und Spuren 4-O-Methylcryptochlorophaeasäure und Cryptochlorophaeasäure.
CLADONIA NOVOCHLOROPHAEA = Inhaltsstoffe: Sekikasäure, Homosekikasäure.

Welche der häufigsten Flechtengattungen gibt es?

Gallertflechten = Cyanobakterien als Symbiose-Partner, gallertartige Konsistenz.

Strauchflechten = strauchartige Gebilde, Bart- oder Bandflechten.

Blattflechten oder Laubflechten = blattartige Wuchsform.

Krustenflechten = körnige, schorfige Wuchsform… und viele mehr.

Welche essbaren Pilze sind auch für Laien leicht kenntlich?

Alle Leistlinge (Pfifferlinge, Trompetenpfifferlinge), alle Röhrlinge mit gelben oder weißen Röhren außer der Schönfußröhrling mit dicker roter Stielbasis und bitter schmeckende Arten wie Gallenröhrling. Alle Täublinge und Milchlinge, die mild schmecken, alle Reizker mit roter Milch, Krause Glucke, Eichhase und Champignons (beachte immer die Rosafärbung der Lamellen und den Geruch - giftige Karbolegerlinge haben fast immer einen unangenehmen Tintengeruch und eine leuchtend gelbe Stielbasis). Gelbfüße sind leicht kenntlich. Riesenschirmling wie Parasol oder Safranschirmling (Ring muss leicht verschiebbar sein). Alle Stäublinge, die innen reinweiß sind, Austernseitlinge, Knoblauchschwindlinge (Geruch) sowie alle Lacktrichterlinge und Morcheln. Hallimasch wenn abgekocht, Grünspanträuschlinge, Scheidenstreiflinge (ringlos, keine Knolle, nur lappige Scheide, geriefter Hutrand), Semmelstoppelpilze, alle Schwärztäublinge (aber nicht besonders wohlschmeckend) und der Eispilz. Pilze sollten immer gekocht werden, da die meisten Pilze roh unverträglich oder giftig sind.

Welche Jahreszeit ist für das Pilzwachstum am besten?

Juli bis Oktober sind die ertragreichsten Monate - vorausgesetzt die klimatischen Verhältnisse wie Wärme und Feuchtigkeit passen!

Welche Möglichkeiten der Pilzkonservierung gibt es?

Einwecken, trocknen, einfrieren, silieren, in Öl einlegen, Pilzpaste, Pilzbutter...

Welche Pilzarten sind noch stark mit Strahlung belastet?

Alle Zuchtpilze wie Champignon, Austernseitlinge, Kräuterseitlinge, Stockschwämmchen... usw. sind nicht verstrahlt und schwermetallbelastet und können auch in größeren Mengen ohne Bedenken verzehrt werden. Sie sind sogar gesünder als Gemüse! Bei Waldpilzen ist es leider nicht so. 10 bis 20 kg im Jahr sollten nicht überschritten werden. Die Radioaktiv- sowie die Schwermetallbelastung ist aber in so einer Menge noch akzeptabel und werden laut Bundesgesundheitsministerium als relativ bedenkenlos angesehen. Maronenröhrlinge, Semmelstoppelpilze und Rotfußröhrlinge sind leider am stärksten belastet. Die europäische Belastung schwankt je nach Region. Generell liegen in Mitteleuropa durch Tschernobyl immer noch hohe Werten vor. Entsprechende Karten deiner Region findest du im Internet. Schwermetallbelastung ist immer sehr hoch in der Nähe von Industriegebieten und stark befahrenen Straßen.

Welche Pilze dürfen laut Bundesartenschutzgesetz in Deutschland nicht mitgenommen werden?

Geschützte Pilzarten laut § 42 (1) Nr. 2 Bundesnaturschutzgesetz: Ziegenfußporling, Schafporling, Semmelporling (alle heimischen Arten), Kaiserling, Weißer Bronze-Röhrling, Gelber Bronze-Röhrling, Sommer-Röhrling, Echter Königs-Röhrling, Blauender Königs-Röhrling, Erlengrübling, Saftlinge (alle heimischen Arten), Märzschneck­ling, Grünling, Trüffel (alle heimischen Arten). Nach § 2 (1) Bundesartenschutzverordnung dürfen folgende Pilze …in geringen Mengen (2 kg) für den eigenen Bedarf …der Natur entnommen werdenMorchel (alle heimischen Arten), Birkenpilz und Rotkappe (alle heimischen Arten), Brätling, Schwein­sohr, Pfiffer­ling (alle heimischen Arten), Steinpilz. Andere Länder Europas haben andere Regelungen.

Welche Pilze lieben kalkhaltige Böden?

Morcheln, viele Schleierlingsarten, Mairitterling, Kaiserling, viele Schleierlingsarten… usw.

Welche Pilze lieben saure Böden?

Pfifferlinge, Fichtensteinpilze, Milchlinge, Maronenröhrlinge, Rotfußröhrlinge...

Welche Pilze sind giftig, aber durch Kochen wird dieses Gift zerstört und sie sind dann essbar?

Hallimasch ist ein guter essbarer Pilz (20 Min. abkochen), Perlpilze und Scheidenstreiflinge sehr gut (10 Min. kochen); andere hingegen, wie Gelber Knollenblätterpilz, Narzissengelber Knollenblätterpilz, Porphyrbrauner Wulstling sind nicht zu empfehlen, obwohl auch deren Gift durch Kochen zerstört werden würde. Diese Pilze können leicht mit tödlich giftigen Arten verwechselt werden, weshalb diese zu meiden sind. Aber grundsätzlich sind fast alle Pilze im Rohzustand giftig oder unbekömmlich, deshalb immer 5 bis 10 Minuten kochen!

Welche Pilze sind nach neuesten Erkenntnissen giftig, obwohl sie in Pilzbüchern als essbar galten?

Weißer Rasling, Grünling (Echter Ritterling), Olivebrauner Milchling - Tannenreizker, Rettichhelmling, Nebelkappe, Gallertkäppchen, Maggipilz, Frühjahrslorchel, Kahler Krempling, Giftriesenschirmling, Gartenriesenschirmling, Gemeiner Erdritterling.

Welche Pilze sind roh giftig?

Eigentlich fast alle, es gibt nur wenige Ausnahmen! Roh verzehrte Pilze verursachen oft Magen- und Darmbeschwerden. Nach Kochen, Braten, Dünsten (mind. 5 -10 Min.) werden unverträgliche Stoffe meist neutralisiert. Bei bestimmten Pilzarten wie Hallimasch oder Nebelkappe soll dieser Kochvorgang mind. 20 Min. dauern und das Kochwasser sollte weggeschüttet werden! Kochzeiten von über 10 Min. werden auch bei Scheidenstreiflingen, Perlpilzen, Hexenröhrlingen und auch bei einigen Röhrlingen wie Butterröhrlinge, Rotkappen, Maronenröhrlingen, Goldröhrlinge… empfohlen.

Welche Pilze sind Steinpilzanzeiger?

Nr. 1 Mehlräsling; Nr.2 Pfefferröhrling; Nr. 3 Fliegenpilz. Der Mehlräsling soll auf dem Myzel des Steinpilzes wachsen und irgendwann kommen an dieser Stelle die Fruchtkörper des Steinpilzes.

Welche Pilze sind zum Trocknen geeignet und welche nicht?

Alle! Eigens durchgeführte Speisewerttests mit über 500 Pilzarten führten zu einem sehr guten kulinarischen Ergebnis; je mehr gemischte Trockenpilzarten, desto besser das Koch-Resultat.

Welche Risikofaktoren erhöhen an dem Fuchsbandwurm zu erkranken?

Eindeutige Risikofaktoren: Besitzer von jagenden und freilaufenden Hunden und Katzen. Arbeit und Leben im ländlichen Bereich, Holzsammler. Kaum nachgewiesene Risikofaktoren: Beeren oder Pilze sammeln und diese verzehren.

Welche Röhrlings-Gattungen gibt es?

Dickröhrlinge (Steinpilze...), Filzröhrlinge (Maronenröhrling...), Schmierröhrlinge (Goldröhrling...), Raustielröhrlinge (Birkenpilz...), Rosasporröhrlinge (Gallenröhrling), Sonstige: Pfefferröhrling, Grüblinge, Hasenröhrling, Holzröhrling, Hohlfußröhrling.

Welche Sporenfarbe haben Flechten?

Sie sind meist hyalin oder braun. Eine Sporendefinition bei Flechten ist nur per Mikroskop sinnvoll. Ein sporen lassen wie bei Pilzen ist hier nicht angesagt.

Welche Tipps gibt es zu Giftpilzen?

Die 10 Pilztipps zur Pilzgattungslehre Giftpilze: Nehme nie Pilze, die nicht zu 100 % erkannt werden können! 1. Nehme nie Pilze mit Knollen und häutiger Volva (Knollenblätterpilze) = tödlich giftige Arten darunter! 2. Nehme nie kleine Schirmlinge = tödlich giftige Arten darunter! 3. Nehme nie Pilze, die nicht gut riechen. Es gibt einige Giftpilze darunter oder sie sind verdorben! 4. Wer Stockschwämmchen sammelt, beachte: Es gibt den tödlich giftigen Gifthäubling, der zwischen den anderen essbaren wachsen kann. 5. Gelblich verfärbende Champignonarten, die nach Tinte oder Karbol riechen sind giftig. 6. Unter kleinen Pilzen im Wald, auf Wiese und im Garten können sich tödlich giftige Pilze befinden. 7. Orange- oder rotbraune Lamellenpilze können tödlich giftige Rauköpfe sein. 8. Meide grundsätzlich weiße Pilze mit weißen oder hellgelben Lamellen; es könnten tödlich giftige Trichterlinge sein. 9. Nehme nie Pilze, deren Huthaut radial aufreißt, das sind sogenannte Risspilze (tödlich). 10. Pilze mit Schleier zwischen Hutrand und Stiel werden Schleierlinge genannt, vermeide sie, viele sind tödlich giftig.

Welche Tipps gibt es zu Speisepilzen?

Die 10 Pilztipps zur Pilzgattungslehre Speisepilze! So können schnell einfache Gattungen erkannt werden! Bedenke aber: Nur 100 % sicher erkannte Pilzarten dürfen gegessen werden! 1. Röhrlinge mit Netz am Stiel können giftig oder ungenießbar sein, ohne Netz sind sie meist essbar! 2. Wer Täublinge (Frauentäubling, Speisetäubling) als Täublinge erkennen kann (Merkmale: kein Ring, keine Knolle, keine Hüllreste, brüchiges Fleisch) = alle milden Arten sind essbar! 3. Grüne und violette Farben bei Täublingen lassen immer Milde erwarten und sind immer essbar. 4. Milchlinge (Lachsreizker, Fichtenreizker) mit roter Mich sind immer gute essbare Bratpilze. 5. Milchlinge (Brätling, Mohrenköpfe) mit weißer Milch und milder Milch sind essbar. 6. Wer Riesenschirmlinge (Parasol, Safranschirmlinge) als Riesenschirmlinge erkennen kann (wolliger Hut, verschiebbarer Ring, relativ beachtliche Größe). Alle sind essbar, wenn sie gut riechen und nicht im Treibhaus oder auf dem Komposthaufen wuchsen. Bei Zweifel die rötenden Arten meiden. Als Schnitzel paniert sind sie sehr gute Speispilze. 7. Wer Champignons als Champignons erkennen kann, kann alle essen, die angenehm pilzig oder nach Anis riechen und nicht gilben. Sie dürfen nicht nach Karbol riechen und sich gelblich verfärben. 8. Wer Leistlinge (Pfifferlinge, Totentrompete) als Leistlinge (herablaufende Leisten (gelb bis grauschwarz), die fest mit dem Fleisch verbunden sind) erkennen kann, findet in dieser Gattung nur Speisepilze. Sogenannte Trompetenpfifferlinge wachsen übrigens Regional in Massen und können im Herbst den Wintervorrat decken. 9. Wer Scheidenstreiflinge als diese erkennen kann (keine Knolle unter der häutigen Volva, keinen Ring, Riefung des Hutes um 1/3 des Radius) kann diese essen, egal welche Farben sie haben. 10. In der Gattung Wulstlinge gibt es nur eine gute Speisepilzart, den Perlpilz. Wer die vertikale Riefung des Ringes, Rötungen an den Schneckenfraßlöchern, abwischbare bräunliche Schüppchen, rübenartige Knolle ohne häutige Volva etc. beachtet, hat in der Pilzsaison immer seine Körbe voll.

Welche Ursachen stecken dahinter, dass ich Pilze nicht vertrage und alle anderen Mittesser hatten nach einer Pilzmahlzeit keine Probleme?

Der Magen reagiert gerne mit Unverträglichkeit, weil er diese Art von Nahrung nicht kennt. Pilzarten die noch nie gegessen wurden, können daher bei manchen Personen ein Gefühl von Unwohlsein bis hin zu Bauschmerzen auslösen. Diese Reaktion dauert meist nicht lange an. Vergleich, wir würden in China Insekten, Ratten oder Schlangen essen; wobei hier auch die Psyche eine große Rolle spielen kann! Bei mehrmaligem Genuss verschwinden meist diese Anzeichen. Eine Gefahr besteht zu keiner Zeit, da es sich mehr um eine Umgewöhnungsreaktion handelt.

Welche Wälder sind für Pilze gut geeignet?

Gute Wälder sind Fichten-, Kiefern- oder Buchen-Kiefern-Mischwälder. Speisepilze sind in jedem Wald zu finden. Nur schwankt das Angebot von Gegend zu Gegend. Das hat mit verschiedenen Umwelteinflüssen sowie der Waldbewirtschaftung zu tun. Versuche an einem nahen Ort, wo du heimisch bist, einen Pilzverein ausfindig zu machen. Die helfen dir immer weiter Pilze zu finden, erkennen und auch zu erlernen.

Welcher Kilopreis ist für Steinpilze angemessen?

Der Preis variiert je nach Jahreszeit und Wachstumsquote. In Deutschland, Tschechien und Österreich werden diese mit ca. 10-20 Euro pro Kilo angeboten! Kaufen kannst du sie in offenen Stadtmärkten, Supermärkten oder Feinkostgeschäften.

Welcher Pilz ist der giftigste Pilz der Welt?

Der Gewächshaushäubling (GALERINA SULCICEPS). Er soll fast die doppelte Giftmenge des Grünen Knollenblätterpilzes enthalten.

Welcher Pilz verursacht die meisten Todesfälle?

Eindeutig der Grüne Knollenblätterpilz, gefolgt vom Kegelhütigen Knollenblätterpilz.

Welches Getier könnte sich in den Lamellen von essbaren Pilzen einnisten?

Käfer, Mücken, Larven von verschiedenen Fliegenarten, Würmer (oft Drahtwürmer), kleine Fliegen usw. Diese werden auch gern - MOBILE PROTEINE - genannt. Da Pilze wenig Eiweiß enthalten, essen manche Leute dieses Getier mit. Zur Beruhigung: Keine dieser Insekten ist giftig. Die Gefahr besteht aber, dass der Pilz durch die mitgeschleppten Bakterien (dieser Insekten) schneller verdirbt. Also putzen und Madenlöcher ausschneiden! Diese Maßnahme schützt vor Durchfall.

Welches ist der größte Pilz der Welt?

In "Malheur National Forest" in Oregon, USA, wächst der größte Pilz der Welt. Der Pilz ist immer als Ganzes zu sehen; so ist das Myzel dieses Pilzes 9 Quadratkilometer groß, 2400 Jahre alt und 600 000 Kilogramm (600 Tonnen) schwer. Es ist ein Dunkler Laubholzhallimasch. Der größte Europäische Hallimasch existiert in der Schweiz beim Ofenpass. Er ist ca. 800 Meter im Ø und bedeckt eine Fläche von 35 Hektar. Sein Alter wird auf etwa 1000 Jahre geschätzt. Der größte Fruchtkörper eines Pilzes stand in einer schattigen Ecke im „Royal Botanic Garden“ = in Kew (London im Jahr 2003). Es war ein Ulmen-Porling (RIGIDIOPORUS ULMARIUS) mit einem 150 cm Ø und 425 cm Umfang. Er wurde auf ein Gewicht von 284 kg geschätzt.

Welches Mikroskop benötige ich zur Pilzbestimmung?

Ein Mikroskop ist erst sinnvoll, wenn die Pilze auch makroskopisch über die Gattungsmerkmale und Artmerkmale erlernt wurden. Ab diesen Kenntnisstand sollte nicht gespart werden. Ein gutes Mikroskop gibt es kaum unter 1000 €. Dieses muss auch für Vergrößerungen im 1000er Bereich mit Öl-Objektiv ausgestattet sein. Der Umgang damit wird in diversen Seminaren angeboten. Bevor ein Mikroskop gekauft wird, sollte zuerst ein Mikroskopier-Kurs besucht werden, sonst macht es kaum Sinn in diese Materie einzusteigen.

Welches zusätzliche und besondere Merkmal hat die Gattung Amanitas (Wulstlinge, Scheidenstreiflinge)?

Sie besitzen an der Stielspitze zum Hutfleisch eine sogenannte Sollbruchstelle. Beim Abknicken des Stiels knackt dies wie bei den Täublingen. Pilze mit freien Lamellen, wie z.B. Dachpilze, Egerlinge machen dies ebenfalls. Stiel leicht vom Fleisch trennbar.

Wenn ein Pilz von Schnecken oder Würmern befallen wird, muss er doch essbar sein - oder?

Nein! Auf gar keinen Fall! Tödlich giftige Knollenblätterpilze werden gern von Schnecken oder Würmern befallen. Die Insekten besitzen ein Enzym, welches das enthaltene Gift unwirksam macht. Leider fehlt den Menschen und den meisten Tieren dieses Enzym. Für sie wirkt dieser Pilz deshalb tödlich!

Wenn ich Pfifferlinge im Wald finde, soll ich die kleinen stehen lassen und warten bis sie groß geworden sind?

Oft wachsen Pfifferlinge an einem Strunk, ein bis zwei große und ein bis zwei kleine Exemplare. Schneidet man nur die großen Pfiffi´s ab und lässt die kleinen am Strunk, haben wir folgendes festgestellt: Die kleinen Pilze wachsen nicht mehr weiter, werden braun und verfaulen am Strunk. Für lange Zeit werden an dieser Stelle keine weiteren mehr folgen. Brachen wir aber den ganzen Strunk ab und nahmen auch die kleinen Pilze mit, so fanden wir oft - je nach Witterung - eine Woche später an derselben Stelle, d.h. am selben Myzel, viele neue gesunde Pfifferlinge. Weiter stellten wir fest, dass unsere Pfifferlingsplätze nach dieser Methodik jedes Jahr ertragsreicher waren, obwohl wir verstärkt diese Plätze aufsuchten. Oft stimmt deshalb das Sprichwort, wenn es heißt: Ein einmal erblickter Pfifferling wird nicht mehr weiterwachsen! Dieser Tipp gilt natürlich nicht für alle Pilzarten!

Wer kann mir sagen, wo ich Pilze in meiner Gegend finde?

Die Plätze selbst werden dir Bekannte nur selten verraten! Im Gegenteil, sie schicken dich in einen weniger ertragreichen Wald. Gute Idee ist es, im Internet mit Google Earth größere Waldgebiete in deiner Gegend zu suchen und später diese Wälder zu erforschen. Je größer der Wald und je tiefer du in einen Wald eindringen kannst, desto höher ist die Fundwahrscheinlichkeit.

Wie bekomme ich Fliegenpilze oder auch andere Pilze weg von meinem Garten?

Ist zwar schade, weil sie wunderschön sind, dennoch können wir diese Bedenken verstehen. Versuche mit Kalk bzw. Kalkdünger diese zu bekämpfen. Gibt es in jedem Baumarkt. Sobald die Bodenverhältnisse zu alkalisch werden, wird das Fliegenpilz-Mycel zerstört und die Pilze bleiben aus. Sehr gut hierzu ist Algenkalk. Du kannst in Wasser aufgelöst damit auch noch deinen Buchsbaum besprühen. Damit entfernst du zusätzlich den Buchsbaumpilz (Cylindrocladium buxicola) und auch den Buchsbaumzünsler (Cydalima perspectalis). Er ist ein ostasiatischer Kleinschmetterling aus der Familie der Crambidae und zerstört durch Fressattacken deren Raupen alle Buchsbäume. Auch gut zur Vorbeugung geeignet!

Wie empfindlich sind Pilzsporen?

Viele Pilzsporen sind frostunempfindlich. Auch nach jahrelangem Einfrieren können sie noch aktiv werden. Ebenso sind Pilzsporen unverdaulich für Tier und Mensch. Sie haben eine Schutzschicht, die auch die Magensäure nicht angreifen kann. Genauso wirken diese Schutzmechanismen gegen Kälte.

Wie entsorge ich Putzabfälle von Pilzen am besten?

In einen nahegelegenen Wald fahren und die Putzreste verstreuen. Wenn eine Zeitung als Unterlage verwendet wurde, kann diese eingegraben oder zusammengerollt unters Laub gelegt werden, sie verrottet dort. Besser ist es Pilze zu putzen ohne Zeitungsunterlage. Einfach Pilzreste in einen Korb legen und anschließend Tisch mit einem Putzlappen abwischen. Die Pilzreste nun in einen Wald streuen! Mit diesem Verfahren haben wir plötzlich Pilzarten in Wäldern gefunden, indem wir diese zuvor noch nie sahen! Vielleicht doch etwas nachgeholfen? Schließlich sind die Sporen (der Samen) in den Putzresten noch enthalten, warum sollten diese also in den Müll? Wir wollen doch auch in Zukunft noch viele Pilze finden!

Wie entstehen Hexenringe?

Hexenringe entstehen von folgezersetzenden Pilzen, deren Myzel sich nahrungssuchend kreisförmig ausbreitet. An den Rändern des unterirdischen Myzels entstehen die Fruchtkörper, die dann kreisähnlich angeordnet erscheinen.

Wie entstehen Pilze?

Wenn der Samen eines Pilzes (Spore genannt) an einen geeigneten Standort fällt, entsteht ein kleiner Pilzstamm (Myzel), der aber nicht vermehrungsfähig ist. Bildet sich in unmittelbarer Nähe dieses kleinen Pilzstammes ein zweiter Pilzstamm (Myzel), der ein anderes Geschlecht hat, so verbinden sich diese beiden zu einem Pilzgeflecht, welches wachstumsfähig und vermehrungsfähig ist. Vergleich Mensch: Spore (weiblich) = Eizelle, Spore (männlich) = Spermien, Substrat = Gebärmutter, Faktor Zufall = Vereinigung, Pilzmyzel mit Pilzen = Baby!!!

Wie erkenne ich Giftpilze?

Durch ihre makroskopischen Merkmale wie Aussehen, Farbe, Größe sowie durch Geruch und Geschmack werden alle Pilze gegeneinander unterschieden. Ein Unterscheiden ist immer eine Erfahrungsangelegenheit. Sicher giftige von essbaren Pilzen unterscheiden zu können, ist nur mit viel Übung (Bild und Textvergleich in Pilzbüchern) sowie einem Pilzberater, der dir zeigt wie welche Art unterschieden werden, möglich.

Wie erkenne ich Täublinge?

Täublinge haben brüchiges Fleisch, keine Knollen und keinen Ring. Die meisten haben nur wenige Zwischenlamellen (außer die Schwärztäublings-Arten). Die Hutfarben sind aber sehr individuell. Deshalb sollte lieber gekostet werden. Alle milden Täublinge sind essbar. Übrigens, das gleiche gilt für Milchlinge! Warnung! Auch Knollenblätterpilze (Amanitas) können brüchig sein. Sie besitzen an der Stielspitze zum Hutfleisch eine sogenannte Sollbruchstelle. Beim Abknicken des Stiels knackt dies wie bei den Täublingen.

Wie ernähren sich Pilze?

3 Haupternährungsarten: Symbiosepilze (Nahrungsaustausch zwischen Baum/Pflanze und Pilz), Parasitenpilze (kranke Bäume werden gefressen) und Folgezersetzer (tote Bäume/Pflanzen werden aufgelöst).

Wie funktioniert das Einfrieren von Pilzen?

1. Möglichkeit - so machen es wir! Pilze putzen, in Plastiktüte geben, Datum und Pilzart (gut, mittel, sehr gut) anschreiben und bei mindestens -20 Grad einfrieren. 2. Möglichkeit - besonders gut für Pfifferlinge, weil diese sonst zäh werden. Pilze putzen, in der Pfanne kurz aufkochen (blanchieren) - einfrieren - fertig!

Wie funktioniert das Silieren von Pilzen?

Es funktioniert wie das Herstellen von Sauerkraut.

Wie funktioniert das Trocknen von Pilzen?

1. Möglichkeit und beste: Trockenautomat. 2. Möglichkeit: Backofen bei 40 - 50 Grad ca. 24 Stunden trocknen lassen und zwischenzeitlich wenden, bis sie knochentrocken sind. Niemals heißer als 55 ° C, da sie ab dieser Temperatur geschmacksarm werden. 3. Möglichkeit: Pilze trocknen durch Sonneneinstrahlung. Vorsicht: die Pilze müssen schnell trocknen und immer wieder gewendet werden, sonst entstehen diverse Schimmelbildungen und die Pilze sind unbrauchbar.

Wie funktioniert der Ablauf des Einweckens/Einmachen von Pilzen?

Pilze in ein Glas geben, mit Wasser auffüllen und etwas Salz beigeben. Deckel schließen und 20 Min. bei über 80 Grad im Einweckautomat, Backrohr oder gefüllten Topf mit 20 % Wasser am Boden und geschlossenem Deckel einwecken. 6 Stunden abkühlen lassen und anschließend nochmals 20 Min. bei über 80 Grad einwecken. Durch den zweiten Einweckvorgang werden eventuell noch resistente Bakterien abgetötet, die Fäulnis verursachen könnten.

Wie funktioniert die Herstellung von Pilzbutter?

Man nehme 20 Gramm grob gemahlene getrocknete Pilze in 50 Gramm Butter ca. 10 Minuten bei schwacher Hitze unter Rühren "schäumen" und Fett aufsaugen lassen, abgekühlt mit 250 Gramm guter, weicher Butter verquirlen und mit etwas Salz (feingemörsert) abschmecken. Fertig! Anmerken möchten wir noch, dass „weiche“ Pilze besser geeignet sind wie festfleischige Pilze (z.B. Morcheln, Pfifferlinge, Glucken), da diese schlechter das Fett aufnehmen und recht hart bleiben. Diese also eher vorher feiner zerhacken oder mahlen. Bei einigen Pilzarten sollte man wegen hitzelabiler Gifte besonders auf gründliches Durcherhitzen achten: Z.B. Perlpilz, Morcheln… Die Haltbarkeit dürfte sich an der von Butter orientieren (ranzig werden), im Kühlschrank also recht lange, eingefroren sehr lange!

Wie heißt der größte Speisepilz der Welt?

Die größten Speisepilze sind die Termitenpilze. Einige können über einen Meter Durchmesser erreichen. Meist sind sie in Afrika: Namibia, Südafrika, Sambia, Tansania aber auch in anderen Ländern wie Australien, Malaysia, Indien, Kolumbien und den Philippinen auf Termitenhügeln zu finden. Sie gelten bei der einheimischen Bevölkerung als sehr wohlschmeckend. Sie sind Symbiosepilze zu den Termiten. In ihren Hügeln fördern sie dessen Myzel Wachstum und ernähren sich von Bestandteilen des Pilzes.

Wie hoch ist der Eiweißgehalt von Pilzen?

Pilze enthalten nur etwa 2-3 % Eiweiß. Das entspricht etwa dem von Gemüse. Das ist sehr gering, Fleisch dagegen hat das 10fache an Eiweißgehalt!

Wie hoch ist die Fehlerquote der Daten bei der App oder im Buch?

Leider gibt es ständige Änderungen in den lateinischen- und deutschen Namen, DNS-Analysen, chemische Untersuchungen und Neuigkeiten der Wissenschaft. Neue Daten werden so schnell wie möglich eingearbeitet, sodass Fehler gering-gehalten werden. Eine Quote über 95 % versuchen wir anzustreben; d.h. wir werden nie 100 % Richtigkeit erreichen können. Deshalb bitten wir: Teilt uns Fehler und neue wissenschaftliche Erkenntnisse mit, egal welcher Art. Wir garantieren diese sofort zu prüfen und einzuarbeiten und sind für die Mithilfe sehr dankbar.

Wie kann ich die Sporenpulverfarbe feststellen?

Pilzhut vom Stiel trennen. Mit den Lamellen oder Röhren nach unten auf ein weißes Blatt Papier legen, wenn dunkles Sporenpulver erwartet wird. Auf ein dunkles Papier legen, wenn du weißes bzw. helles Sporenpulver vermutest. Gute Idee ist auch folgende Möglichkeit: Lege den Hut immer zur Hälfte auf ein weißes und zur Hälfte auf ein dunkles Blatt. Glas oder Becher darüberstülpen und einige Stunden abwarten. Es bildet sich auf dem Papier ein Sporenabdruck mit entsprechender Farbe. Alte Pilze oder zu junge Pilze sind dazu wenig geeignet, weil sie keine Sporen abwerfen.

Wie kann ich meine Kühltruhe enteisen, ohne dass meine Pilze antauen?

Schon leicht angetaute Pilze können unter Umständen unbrauchbar werden. Deshalb ist ein Auftauen in der warmen Jahreszeit nicht angesagt, es sei denn, es steht ein zweiter Eisschrank zu Verfügung. Kühlschränke werden am besten in den Wintermonaten enteist. Bei einer Außentemperatur von minus 10 Grad oder niedriger einfach Inhalt in einen Wäschekorb und ab damit ins Freie.

Wie kann ich Pfifferlinge konservieren?

Bis vor kurzem waren wir noch der Meinung, dass Pfifferlinge nicht getrocknet werden können. In Tschechien bewiesen sie uns das Gegenteil. Sie sind durchaus weiterhin schmackhaft, vor allem als Suppenpilze. Aber ansonsten ist die beste Methode: Pfifferlinge mit Flüssigkeit 5 Minuten kochen und mit der Flüssigkeit einfrieren. Konservierung in Gläsern ist auch eine Möglichkeit: Glas mit Pfifferlingen und Wasser füllen und Schraubdeckel drauf, das ganzes Behältnis 20 Minuten kochen lassen. Diesen Vorgang nach 6 Stunden wiederholen, damit alle Mikroorganismen auch sicher abgetötet wurden.

Wie kann ich Pilzvergiftungen verhindern?

1. Nur frische Pilze sammeln! Oder esst ihr gerne verdorbenes Fleisch? 2. Alte schwabbelige wurmdurchlöcherte Pilze sind verdorben, es fand bereits eine Eiweißzersetzung statt. Also diese gleich im Wald lassen! 3. Ganz kleine noch verschlossene Pilze wegen Verwechslungsgefahr meiden. Lebensgefahr! 4. Luftige Körbe oder ähnliches beim Sammeln verwenden. Niemals Plastiktüten! Wie lange hält es wohl ein Mensch mit einer Plastiktüte über den Kopf aus? 5. Pilze sollten schon beim Sammeln grob gesäubert und nach dem Sammeln sofort sauber geputzt werden, spätestens jedoch am Folgetag. Bedenke! Je länger man wartet umso satter werden die Maden! Auch vollständig madenfreie Pilze sind oft am nächsten Tag nur noch 50 % verwertbar! 6. Nur Pilze in den Korb legen, die zu 100 % als essbar erkannt wurden. Die Krankenkasse wird es danken! 7. Durch Veranstaltungen (Pilzexkursionen) von Pilz- oder Naturschutzvereinen kann das Breitenspektrum von essbaren Pilzen schnell erweitert werden. Hier sollten auch Pilze mitgenommen werden, die selbst durch eigene Literatur schon mal sicher bestimmt, aber aus Unsicherheit noch nicht gegessen wurden. 8. Essbare Pilze, die tödlich giftigen Arten ähneln, sind immer zu meiden. Sie gehören niemals in einen Speisepilzkorb, wenn sie zur Bestimmung mitgenommen werden. Solche Pilze immer in einem verschlossenen Behälter unzugänglich von den anderen Pilzen getrennt aufbewahren. Übrigens! Für Giftpilze gibt es gute Literatur, die das Erkennen erleichtert! 9. Pilze immer länger als 10 Minuten kochen, Hallimasch mind. 20 Minuten und Kochwasser wegschütten! 10. Pilzmahlzeiten können aufgewärmt werden, aber folgendes ist zu beachten: Nach dem Abkühlen gehören sie in den Kühlschrank; hier bei etwa 4-8 Grad kühl lagern. Max. Lagerzeit 24 Stunden und niemals in Metallbehältern lagern. Metalle oxidieren mit den Pilzen und entwickeln Giftstoffe. Deshalb stammt auch der Spruch, dass Pilze nicht aufgewärmt werden dürfen. Früher wurde viel Kupfer- und Alugeschirr benutzt, dieses löste bei falscher Lagerung Eiweißzersetzungsprozesse aus, weshalb Personen krank wurden. Eingefroren zubereitete Pilze können zwar noch einmal aufgewärmt werden, sie sollten nicht nochmals eingefroren werden! 11. Unbekannte Pilze niemals essen. Es gibt Pilzberatungsstellen. Hier können Pilze zur Artenbestimmung vorgelegt werden. Wenn ein Pilz hierbei nicht als essbar freigegeben wird, darf er nicht verwendet werden. Die Pilzsachverständigen sind immer auf dem neuesten Informationsstand - leider sind das die Pilzbücher nicht immer! 12. Eigene Vorsicht ist immer der beste Schutz. Mutig einfach Pilze zu essen ohne sichere 100 %-ige Bestimmung, ist schon oft tödlich verlaufen und wird auch wieder jedes Jahr seine Opfer fordern. Es gibt - junge mutige - Pilzkenner aber keine - alten mutigen - Pilzkenner!

Wie kann ich schmutzige Finger im Wald sofort reinigen?

Hierzu eignet sich die Huthaut von Perlpilzen besonders. Die enthaltene Feuchtigkeit und Inhaltsstoffe können vorzüglich zum Fingerreinigen verwendet werden. Erde und Farbstoffe von Pilzen auf den Fingern werden schnell gelöst.

Wie kommt es, dass aus meinem Blumentopf Pilze wachsen?

Es sind Sporen (mikroskopisch kleine Samen) über die Luft oder via die Blumentopferde zu deinen Blumen gelangt. Diese bildeten ein Pilzmyzel in der humusreichen Erde. Und was du siehst, sind seine Fruchtkörper. Immer schön und meist vollkommen harmlos für Mensch und Pflanze. Natürlich sind sie nicht zum Verspeisen geeignet, aber lass sie doch leben, sieht doch immer wieder schön aus, eigene Pilze im Wohnzimmer zu haben!

Wie lange brauchen Pilze um zu wachsen und eine entsprechende Größe zu erreichen?

Es liegt an vielen Faktoren und an der Pilzart an sich! Steinpilze können – wenn alle Faktoren passen – innerhalb einer Stunde um 8 cm in die Höhe schießen. Für eine Größe von ca. 20 cm Ø bedarf es dennoch oft einige Tage. Das liegt an der Energie des Pilz-Myzels, dessen Nährstoff- und Mineralhaushalt es zulässt, entsprechend viele oder große Nachkommen zu bilden. Einige Pilze wie etwa Pfifferlinge bedürfen viele Stunden bis Tage, wenn nicht gar Wochen um eine stattliche Größe erreichen zu können. Wiederum gibt es Baumpilze die erst nach 3 Jahren vollständig ausgewachsen sind. Der Spruch – einen Pilz einmal gesehen, so wächst er nicht mehr hat folgenden Grund. Pilze wachsen immer nur in einem Schub, das heißt: Stoppt dessen Wachstum, verhärtet sich das darin enthaltene Chitin und der Pilz kann kaum noch größer werden. Wann der Stopp sattfindet ist leider nicht ersichtlich! Deshalb ist ein Abwarten oft/meist sinnlos! Die entsprechenden mobilen Proteine (Maden, Schnecken) sind in übrigen auch sehr fleißig und sorgen schnell für die Entfernung des Pilzes, wenn wir es nicht tun.

Wie lange dürfen Pilze eingefroren werden?

Die Einfrierdauer bei ca. -18 Grad C. beträgt etwa 12 Monate. Einzige Ausnahme ist der Samtfussrübling - ein Winterpilz! Da er auch bei Minustemperaturen wächst, verdirbt er schneller. Hier würden wir 3 Monate nicht überschreiten lassen. Aber ein Winterpilz sollte man sowieso frisch essen.

Wie lange sind Pilze haltbar?

Frische Pilze sind so lange haltbar bis sie einen unangenehmen Geruch annehmen, schimmeln oder weich und schwabbelig werden. In der Regel können kühl und luftig gelagerte Pilze einige Tage überstehen.

Wie lange sollen Pilze gekocht werden?

Meist so ca. 10 Minuten, außer dem Hallimasch. Diesen mindestens 20 Minuten kochen, Wasser wegschütten, erst dann ist jegliche Verwertung möglich!

Wie lange sollten getrocknete Pilze vor deren Verwendung eingeweicht werden?

Die besten Ergebnisse erzielten wir bei 3-5 Stunden Einweichzeit. Ein Geschmacksverlust tritt nicht ein. Das Wasser sollte mitverwendet werden. Guter Geschmacksbegleiter! Ideal ist es auch, die Pilze zu zermahlen und als eine Art Pilzpulver zu verwenden. Bei Pilzpulver ist keine Einweichzeit notwendig. Dieses kann sofort in die Soße gegeben werden. Aber immer kurz aufkochen lassen, da pulverisierte Pilze immer noch rohe Pilze sind!

Wie putze ich Pilze richtig?

Putztipps: Zuerst Schmutz, Nadeln und faule unansehnliche Teile entfernen. Dies am besten schon im Wald. Bei jungen Röhrenpilzen kann die Röhrenschicht (der Schwamm) erhalten bleiben. Bei Älteren soll - muss aber nicht - diese entfernt werden. Bei Pilzen - wie bei vielen Täublingsarten - ist es gut, wenn die Huthaut entfernt wird, da diese zäh werden kann. Die Huthaut schon im Wald abzuziehen empfehlen wir beim Kuhmaul, Goldröhrling und Grünspanträuschling. Sie haben sehr schleimige Hüte. Im Übrigen wird dadurch der Pilz sauberer. Alte, wässrige Pilze sollten nicht verwendet werden. Schon ein kleiner wässriger Pfifferling kann das ganze Gericht verderben, weil dieser einen erdigen Geschmack haben kann. Hier ist oft auch eine Geruchsprobe angesagt. Alle Pilze, die einen unangenehmen Geruch wie muffig, erdig, faulig haben, sollten nicht verwenden werden. Sie sind es nicht wert, ein Gericht zu ruinieren! Bei Austernseitlingen ist die Huthaut sehr zäh und kann nur schwer entfernt werden. Hier empfehlen wir, den Pilz sehr dünn aufzuschneiden. Pfifferlinge oder harte Pilzarten werden zuerst in Wasser gelegt, anschließend in Mehl getaucht. Das Mehl haftet am Schmutz. Dann wieder ins Wasser geben und das Mehl löst sich zusammen mit dem Schmutz vom Pilz. Übrig bleibt ein sauberer Pilz! Röhrlingsarten und weiche Pilzarten eignen sich nicht, mit Wasser gereinigt zu werden, da sie sich stark mit dem Wasser aufsaugen und dadurch schwabbelig werden. Werden viele Arten gesammelt, empfehlen wir folgendes: Pilze nach Arten sortieren. Jede Person putzt eine Art. Oder zweite Möglichkeit: Eine Person putzt grob vor und eine zweite Person übernimmt die Nachreinigung. Auch hier gilt: Es ist besser, Art für Art zu putzen. Erstens kann sich nicht so leicht ein ähnlich aussehender Giftpilz einschleichen und zweitens geht alles sauberer und flotter vonstatten! Einfach mal ausprobieren! Und was mache ich jetzt mit den Abfällen? Wir machen folgendes: Putzresten in Pilzkorb legen. In einen nahegelegenen Wald fahren und die Putzreste verstreuen. Mit diesem Verfahren haben wir plötzlich Pilzarten in Wäldern gefunden, in denen wir sie noch nie sahen. Vielleicht doch etwas nachgeholfen? Schließlich sind die Sporen (der Samen) in den Putzresten noch enthalten, warum sollten diese in den Müll?

Wie schnell wachsen Steinpilze?

Je nach Feuchtigkeit, zwischen 1 Stunde und 5 Tagen. Es gab schon Erlebnisse, da wuchsen Steinpilze innerhalb einer Stunde um 8 cm. Dieses erlebten wir in Tschechien nach optimalen Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnissen.

Wie schwer und groß können Steinpilze werden?

Es gibt Steinpilzfunde von über 3,5 kg. Sowie Hutdurchmesser von über 40 cm Ø. Die Geschwindigkeit des Wachstums kann bei optimalen Witterungsverhältnissen über 10 cm Höhe innerhalb einer Stunde betragen.

Wie sind makroskopisch und mikroskopisch die rotporigen Röhrlinge unterscheidbar?

Die wichtigsten Unterscheidungsfaktoren von rotporigen Röhrlingen sind folgende:

Blasshütiger Purpurröhrling = Huthaut nicht blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch nur Hut blauend (RUBROBOLETUS RHODOXANTHUS = Sporen 10-15 x 4-5,5 µm, ellipsoid zu spindelförmig, Amylonreaktion schwach positiv).

Blaufleckender Purpurröhrling = Huthaut blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch stark blauend (IMPERATOR RHODOPURPUREUS = Sporen 10-15 x 5-6 µm, Amylonreaktion positiv).

Büscheliger Hexenröhrling = Huthaut blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch stark blauend (EXSUDOPORUS PERMAGNIFICUS = Sporen 12-16 x 5-7 µm, Amylonreaktion negativ).

Dupains Hexenröhrling = Huthaut nicht blauend, ohne Netz am Stiel, Fleisch etwas blauend (BOLETUS DUPAINII = Sporen = 9-17 x 4-8 µm, Amylonreaktion negativ).

Falscher Satansröhrling = Geruch Liebstöckel, Zichorien oder Sellerie, Huthaut nicht blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch etwas blauend (RUBROBOLETUS LEGALIAE = Sporen 11-17 x 4,5-6,5 µm, Amylonreaktion positiv).

Flockenstieliger Hexenröhrling = Huthaut blauend, ohne Netz am Stiel, Fleisch stark blauend (NEOBOLETUS LURIDIFORMIS = Sporen 12-18 x 4,5-6,5 µm, Amylonreaktion negativ).

Gelbhütiger Purpurröhrling = Huthaut blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch stark blauend (IMPERATOR LUTEOCUPREUS = Sporen 10,5-14.5 x 4,5-6 µm, Amylonreaktion positiv).

Glattstieliger Hexenröhrling = Huthaut blauend, ohne Netz am Stiel, Fleisch stark blauend (SUILLELLUS QUELETII = Sporen 8,8-15,2 x 4,4-7,5 µm, Amylonreaktion stark positiv).

Kurznetziger Hexenröhrling = Huthaut blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch stark schwarz-blauend (SUILLELLUS MENDAX = Sporen 13,2-15,5 x 4,5-5,7 µm, spindelig Amylonreaktion positiv).

Netzstieliger Hexenröhrling = Huthaut blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch stark schwarz-blauend (SUILLELLUS LURIDUS = Sporen 11-18 x 4,5-7,5 µm, spindelig, Amylonreaktion stark positiv).

Ochsenröhrling = Huthaut blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch stark blauend, später rötend (IMPERATOR TOROSUS = Sporen 12-17,5 x 5-7 µm, Amylonreaktion stark positiv, Huthaut blauend).

Satansröhrling = Huthaut nicht blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch nur wenig blauend (RUBROBOLETUS SATANAS = Sporen 9,5-15 x 3,5-7 µm, elliptisch, glatt, Amylonreaktion negativ).

Weinroter Purpurröhrling = Huthaut nicht blauend, mit Netz am Stiel, Fleisch etwas blauend (SUILLELLUS RUBROSANGUINEUS = Sporen 12-18 x 4,5-6,5 µm, Amylonreaktion positiv).

Wolfsröhrling = Huthaut nicht blauend, ohne Netz am Stiel, Fleisch etwas blauend (BOLETUS LUPINUS = Sporen 11-17 x 4,5-6 µm, Amylonreaktion negativ).

Zweifarbiger Hexenröhrling = Huthaut blauend, ohne Netz am Stiel, Fleisch stark schwarz-blauend (NEOBOLETUS ERYTHROPUS SSP. DISCOLOR = Sporen, 12-19,3 x 4.5-7 µm, Amylonreaktion negativ).

Wie verhindere ich, dass nach dem Trocknen die Restfeuchtigkeit eine Schimmelbildung im geschlossenen Glas auslöst?

Gebe etwas Salz in das geschlossene Glas, in dem die getrockneten Pilze aufbewahrt werden. Salz entzieht die Restfeuchtigkeit bei den Pilzen und ist neutral im Geschmack! Alternativ können auch Reiskörner verwendet werden, da auch diese Feuchtigkeit binden.

Wie viel Personen erleiden im Jahr eine Pilzvergiftung?

Leider ist die konkrete Anzahl von Pilzvergiftungen nicht bekannt, weil keine Meldepflicht für Ärzte und Krankenhäuser besteht. Schätzungen für Europa liegen bei etwa 10 000 pro Jahr, davon Deutschland geschätzt zwischen 500-1000 Fälle p.a.

Wie viel Pilzarten existieren in Europa?

> 10000 Großpilzarten in Europa. Makroskopisch (mit bloßem Auge) eventuell unterscheidbar. Mikroskopisch gibt es noch etwa die 3fache Menge von Unterarten. Schimmelpilzarten > 100 000 und vermutet werden auch hier noch die 3fache Menge von Unterarten.

Wie viele Personen sterben jedes Jahr an Pilzvergiftungen?

Es wird angenommen, dass jedes Jahr etwa 50 bis 60 Personen an einer Pilzvergiftung versterben. 90 % davon wegen Knollenblätterpilzvergiftungen! Diese Zahlen sind aber nur Schätzungen, weil es keine Meldepflicht für Pilzvergiftungen gibt. Die Dunkelziffer wird wohl weitaus höher sein.

Wie viele Pilze darf man im Wald sammeln?

In Deutschland und Tschechien: Nur für den Eigenbedarf, d.h. maximal einen Korb. Darin dürfen maximal 2 kg (eingeschränkt) geschützte Pilzarten enthalten sein. Das heißt 30 kg pro Person wären laut Bundesartenschutzgesetz verboten. Einige Bundesländer haben Sonderregelungen! Mit Sondergenehmigung der unteren Naturschutzbehörde (Landratsamt) können auch größere Mengen für den Verkauf gesammelt werden. Für jede einzelne Pilzart muss dabei nachgewiesen werden, dass diese in Massen vorkommt und nicht gefährdet ist. In Österreich und in der Schweiz ist das Sammeln von Pilzen in jedem Bundesland resp. Karton verschieden geregelt.

Wie werden Pfifferlinge, die in den Lamellen voller Sand- und Erdreich sind, am besten geputzt?

Pfifferlinge vom gröbsten Dreck befreien und in eine Schüssel Wasser legen, anschließend in Mehl eintauchen. Das Mehl haftet so am Schmutz. Die Pilze wieder ins Wasser geben. Das Mehl löst sich mit dem Schmutz vom Pilz. Übrig bleibt ein sauberer Pfifferling!

Wie werden Pilze getrocknet?

Am besten ist das Trocknen im Dörrapparat. Ab 25 Euro gibt es diesen schon zu kaufen. Weitere Möglichkeit: Im Backofen bei 40-50 Grad. Aber nie wärmer als max. 55 Grad, sonst werden sie nicht getrocknet, sondern gegart! Weitere Möglichkeiten sind auf dem Heizkörper, auf dem Kachelofen, in der Sonne (am Abend wieder hinein, weil sonst Feuchtigkeit gezogen wird) oder einfach auf eine Zeitung ausbreiten - Lufttrocknen bei 15-20 Grad und mehr. Wichtig ist, die Pilze müssen öfters gewendet werden. Zum einen, damit sie nicht am Untergrund ankleben und zum anderen, damit sie von allen Seiten gleichmäßig austrocknen. Dies alles so lang bis sie knochentrocken sind und beim Umknicken zerbrechen. Vor dem Trocknen fein und dünn zerschneiden, damit der Trockenvorgang schneller vonstattengehen kann. Wichtig! Sollte Schimmelpilzbildung entstehen (sichtbar sein) müssen alle Pilze entsorgt werden, da diese giftige (toxische) Substanzen bilden und zu heftigen Vergiftungen führen.

Wie wird die Krause Glucke oder Breitblättrige Glucke am besten geputzt?

Großes eingewachsenes Astwerk und grober äußerer Schmutz gleich im Wald entfernen. Zuhause in kaltes Wasser tauchen. Glucke in 1 cm längliche Scheiben schneiden und in eine Schüssel Salzwasser legen. Jetzt kann der restliche Schmutz leicht entfernt werden. Insekten werden durch das Salzwasser gelöst und schwimmen auf der Wasseroberfläche. Eine weitere Möglichkeit ist die Glucke im Ganzen kurz in kochendes Wasser tauchen. Die Glucke wird elastisch und lässt sich dann unter fließendem Wasser bequem ausspülen.

Wie wird Pilzpulver gemacht und aus welchen Pilzen?

Pilze trocknen, bis sie knochentrocken sind. Mit einer Kaffeemühle diese Pilze so zerreiben, bis nur noch ein feines Pulver bleibt. Wenn keine Mühle zur Hand ist, empfehlen wir, die getrockneten Pilze so lange zu zerdrücken wie es geht, ev. auch mit einem Wallholz. Je feiner der Staub desto besser. Für Pilzpulver sind grundsätzlich alle Pilze geeignet, die auch als Trockenpilze gut sind. Nur mit einem Unterschied: Bei Pilzpulver können auch Stiele mitverarbeitet werden, die sonst nur sehr zäh oder faserig wären. Z.B. eignen sich sehr gut auch die Stiele des Parasols (Riesenschirmlinge), Safranschirmlings, Stockschwämmchens und den Rauchblättrigen Schwefelköpfen. Der Schwamm (die Röhren), sollten bei den Röhrlingen wie Maronenröhrling, Steinpilz, Butterpilz usw. nicht entfernt werden. Diese bilden eine sehr gute Geschmacksverstärkung.

Wie wirkt sich Regen und Temperatur auf das Pilzwachstum aus?

Regen über mehrere Tage von über 10 l/m² ist optimal für ein gutes Pilzwachstum. Es entsteht auch eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit; ein sogenanntes Dampfen der Wälder. Wassermengen über 80 l (innerhalb einer Woche) verursachen eine Wachstumsbremse. Temperaturen zwischen 10 und 25 ° C sind optimal, unter 5 ° C oder über 25 ° C = rückläufiges Pilzwachstum. Ausgenommen hierzu sind Spätherbstpilze. Diese benötigen tiefere Temperaturen aber ebenfalls viel Wasser.

Je mehr Wind, desto schneller trockenen die oberen Pilzmyzelschichten aus und das Pilzwachstum wird gehemmt.

Wieviel Hirschtrüffeln müssen Wildschweine verzehren damit sie den gesetzlichen Grenzwert von 600 Becquerel je Kilogramm (Bq/kg) überschreiten?

Selbstverständlich liegt dies an der Strahlenbelastung der Hirschtrüffeln die je nach Region unterschiedlich ausfällt. Berechnung: Bei Tieren kann man ähnlich ausgehen wie beim Menschen, sodass folgender Annäherungswert für Wildschweine berechenbar ist. Beispiel: Gewicht Wildschwein 50-80 kg. Natürliche Radioaktivität des Körpers aufgrund natürlichen Ursprungs (K40) ca 80-120 Bq/kg = Mittelwert 100 Bq/kg. Belastung bei 1 kg Pilze mit 600 Bq/kg = 0,4 % der natürlichen Belastung bezogen bei einem Ausgangsgewicht von 50 kg, bei 80 kg ist dieser Wert das 1,6 fache. Natürliche Belastung 250 kg (bei 50 kg Gewicht) oder 400 kg Pilze (bei 80 kg Gewicht) entspricht = Wert 100 % der natürlichen Belastung. Bei Faktor 600 Bq/kg = 6-mal über der natürlichen Belastung = 1500 kg. Das bedeutet, dass eine Verseuchung des Körpers mit Radioaktivität von 600 Bq/kg folgende Nahrungsaufnahme von Hirschtrüffeln entspricht bei einem Wildschwein von 50 kg: 1500 kg Hirschtrüffel mit 600 Bq/kg. 150 kg mit 6000 Bq/kg. 50 kg mit 18000 Bq/kg was durchaus häufiger vorkommt. 32 kg mit 28000 Bq/kg wäre der bisher festgestellte Grenzwert von gefundenen Hirschtrüffeln. Diese Werte entsprechen einem Verzehr von jeweils einem Jahr! Es wird geschätzt, dass jedes Wildschwein ca. 80-250 kg Hirschtrüffeln pro Jahr in der Natur findet und verzehrt.

Wo finde ich Pilzberatungsstellen oder Pilzberater?

Direkt in unserer App - Pilze 123 - unter - Experten. Im Internet können Vereine oder einzelne Pilzsachverständige erfragt werden. Bei einem Vergiftungsfall liegen den Krankenhäusern und Landratsämtern Listen der DGfM (Deutschen Gesellschaft für Mykologie) über Anschriften der Pilzsachverständigen vor. Nicht jeder Pilzsachverständige übt im Rahmen seiner fachlichen Kompetenz eine Pilzberatung durch, er ist aber in der Regel Ansprechpartner bei Pilzvergiftungen.

Wo sind die besten Wald-Aussichten Pilze aktuell zu finden?

Tipp! Bei großer Trockenheit sollte man versuchen Pilze in Nord- oder Westhängen von Wäldern zu suchen. Dort hält sich die Feuchtigkeit etwas länger und die Erfolgsaussichten sind dadurch größer. Auch Bachläufe und moosige feuchte Moore sind bei großer Hitze besser geeignet Pilze zu entdecken.

Bei sehr nassen oder kalten Wetter eignen sich mehr die Süd- und Osthänge sowie trockene Nadel-, Laub- und Mischwälder. Dort ist meist immer zu wenig Feuchtigkeit. Sobald es über längere Zeit dort anders ist versuchen die dort vorhandenen Pilzmyzelien Fruchtkörper zu bilden.

Wo und wann wachsen Spitzkegelige Kahlköpfe am besten?

Die Wachstumszeit ist Frühsommer bis Spätherbst. Das mag alles gut sein, wenn diese nur für Informationszwecke gesammelt werden. Ansonsten können wir nur sagen, dass es einige tausend Personen gibt, die durch Rauschpilzgenuss eine Phobie entwickelt haben und in ärztlicher und medikamentöser Behandlung stehen. Etwa ein Drittel davon ist dauerhaft in Kliniken untergebracht. Das ist es sicherlich nicht wert?

Wo wachsen Pilze?

1. Art Pilze sind Folgezersetzer: Sie zersetzen totes Holz, Baumstümpfe, Äste, im Boden vergrabene Tannenzapfen oder einfach nur Gräser oder Blätter. Sie sind nicht auf einen bestimmten Baum angewiesen, weshalb Folgezersetzer leicht zu züchten sind. Egerlinge (Champignon), Austernseitlinge und Hallimasch (mal als Folgezersetzer, mal als Parasitenpilz), Fichtenzapfenrübling, Träuschlinge usw. 2. Art sind Symbiosepilze, auch Mykorrhizapilze genannt. Dies sind Pilze, die eine Symbiose (Zusammenleben) mit Bäumen, Sträuchern oder Gräsern eingehen. Pilze helfen dem Symbionten Mineralien aufzunehmen, im Gegenzug bekommt der Pilz Zucker, den er nicht selber produzieren kann. Milchlinge, Dickröhrlinge, Täublinge, Pfifferlinge, Wulstlinge (Knollenblätterpilze) und Schleierlinge sind Symbiosepilze und können ohne Symbionten nicht existieren. Die 3. Art sind Parasitenpilze, also zerstörende Pilze! Sie befallen kranke Bäume und zerstören meist sein Kernholz mit Braun- oder Weißfäule. Schwefelporling, Judasohr, Schuppenporlinge, Leberreischlinge, Austernseitlinge sind einige der essbaren parasitären Pilze.

Woran liegt es, dass das ganze Pilzgericht einen erdigen modernden Geruch und Geschmack hat?

Die Hauptursache dafür ist, dass Pfifferlinge, die schon etwas vermodert, feucht und alt geerntet wurden, sich darin befanden. Daran riechen ist immer die beste Methode, solch eine Misere zu verhindern. Eingefrorene Pfifferlinge verstärken diesen Modergeruch noch. Deswegen Pfifferlinge besser nicht einfrieren. Ebenso schrecklich modernden Geschmack können Schwärztäublinge, Braune Stäublinge oder alte Horngraue Rüblinge haben. Aber sie verbreiten diesen Geschmack nicht auf das ganze Pilzgericht, sondern nur auf das einzelne Stück Pilz selbst. Unwohlsein nach Verzehr oder giftige Auswirkungen bei solchen Moderpilzen stellten wir bisweilen nicht fest.

Woran liegt es, dass Samtfußkremplinge als GIFTIG bezeichnet werden?

Sie werden immer noch mit dem Kahlen Krempling verwechselt, der durchaus zu schweren Vergiftungen führen kann. Der Samtfußkrempling ist wie viele andere Pilze auch roh giftig (Blutzersetzend) aber gekocht unbedenklich essbar. Diese toxischen Substanzen werden nach dem Kochen neutralisiert und er bekommt einen säuerlichen Geschmack. Bei normaler Zubereitung ist der Samtfußkrempling nicht schmackhaft und sollte nicht Verwendung finden. Mit besonderer Zubereitung kann er als Wurstsalatpilz lecker zubereitet werden: Die Samtfußkremplinge sollten 15 Min. abgekocht werden. Am besten sogar 2 x 10 Min. und jedes Mal soll das violette Kochwasser weggeschüttet werden. In ein anderes Gefäß Wasser, Zucker, Essig, Öl, Zwiebeln, Salz, Knoblauch, Paprika vermengen, die Pilze hinzufügen und einige Stunden ziehen lassen - fertig!

Zu welcher Jahreszeit wachsen die Pilze am besten?

Juli bis Oktober sind die ertragreichsten Monate, vorausgesetzt, die klimatischen Verhältnisse wie Wärme und Feuchtigkeit passen!

Zu welcher Uhrzeit sollten Pilze gesammelt werden?

Es ist egal ob morgens oder abends. Die Pilze wachsen rund um die Uhr, falls alle Faktoren passen. Gut ist es, wenn die Sonne nicht blendet. Bei sonnigem Wetter ist um die Mittagszeit die idealste Sammelzeit. Bei bedecktem Wetter ist der ganze Tag ideal.

 

 

Fachausdrücke Pilze:

Glossar:

Aberration

Prismen-Effekt = Farbfehler, jede Farbe wird unterschiedlich abgelenkt.

Abkürzung s.l.

= lateinisch: sensu lato, im weiteren Sinne. Es kennzeichnet formenreiche Arten und schließt Kleinarten mit ein.

Abortiv

Fehlentwickelt.

Abstract

In englischer Sprache geschriebene Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Studie, auch als Summary bezeichnet.

Abundanz

Häufigkeit einer Art in einem Gebiet angibt, z.B. sehr selten, zerstreut, selten, vereinzelt, verbreitet, massenhaft, häufig, sehr häufig, extrem viele, im Überfluss usw.

Abwurfpräparat

Sporenabdruck: Man legt einen Pilzhut mit der Fruchtseite unten auf ein weißes Blatt Papier und stülpt ein Glas darüber. Nach einigen Stunden befinden sich genügend Sporen auf dem Papier. Diese können dann farblich oder mikroskopisch betrachtet werden.

Acantho

Bestachelt.

Acanthobasidie

Bei diesen Pilzen haben die Basidien stachel- oder fingerförmige Auswüchse, wie man sie auch bei Acanthohyphiden findet. Diese kommen bei einigen Pilzen mit corticioiden Fruchtkörpern vor.

Acanthohyphidien

Hyphidien mit vielen dichten und kurzen Stacheln. Im Hymenium sind sterile Hyphen (Pilzfäden).

Acanthophyse

Dünn- oder dickwandiges, oberflächlich oder nur am Ende bestacheltes, zystidienähnliches Hyphenende im Hynenium bestimmter Schichtpilzarten, z. B. bei Schichtpilze (Stereum, Xylobolus…); die dünnwandige Form wird oft auch als Pseudoacanthophyse bezeichnet.

Acanthozystiden

Zystidenform mit dornenartigen Auswüchsen.

Achromat

Achromat‐Objektive sind kostengünstig haben aber oft speziell an den Objektkanten Farbsäume und Bildfeldwölbungen.

Äcidiosporen

Treten vor allem bei Rostpilzen auf. Diese Phragmobasidiomyzeten wechseln den Wirt. Z.B. Hauptwirt = Basidiosporen, Nebenwirt Äcidiosporen, z.B. bei Birke, Lärche, Tanne... Anders oft beim Fichtenzapfenrost, dort sind die mikrozyklischen Formen ohne Wirtswechsel Äcidiosporen = Hauptwirt. Basidiosporen = Nebenwirt. Weitere Entwicklung oft an der Gewöhnlichen Traubenkirsche.

Acidophile (acidophil)

Pilze, die Säure (sauren Boden) lieben. Gern auf Substraten mit einem pH‐Wert unter 6,5.

Acrifer

Lufthaltig und dadurch (ab und zu) ein helleres, flaumiges Aussehen annehmend (z.B: Bei den Hyphenenden).

Acromelalga-Syndrom

Acromelsäure. Es handelt sich dabei um einen hochwirksamen Glutamat-Antagonisten. Der Wohlriechenden Trichterling verursacht wiederkehrende Episoden von starker Hautrötung mit Kribbeln, Brennen und heftigsten Schmerzen in Händen und Füssen. Die Symptomatik kann Wochen bis Monate andauern. Schmerzmittel können unwirksam sein.

Acyanophil

Mit Baumwollblau entsteht keine Blaufärbung der Sporen.

Adhymenial

Dem Hymenium entgegengesetzte Fruchtkörperseite (z. B. die Außenseite von Becherlingen).

Adstringierend

Zusammenziehendes (saures) Gefühl bei der Pilzgeschmacksprobe.

Adventiv

Eingeschleppt, eingewandert.

Aeromycet, Aeromycophyt

An Baumästen in freier Luft lebender Pilz mit starker Widerstandsfähigkeit gegen Austrocknung.

Aethalium

Form des Fruchtkörpers bei Schleimpilzen.

Aezien

Rundliche Lagerformen bei Rostpilzarten.

Affinis, aff

Nahestehend, verwandt, ähnlich, angrenzend.

AG-AK-Reaktion

Medizinisch: Antigen (Antikörper) Reaktion zur Abwehr von Fremdeinwirkung im Körper. Z.B. Kahler Krempling, heftige allergische Nebenwirkungen.

Agaricaceae

Familie der Champignonverwandten oder Egerlingsverwandten (Agaricaceae). Z.B. Schirmlingen (Lepiota), Champignons (Agaricus), Egerlingsschirmpilze (Leucoagaricus), Tintlinge (Coprinus…), Safran- oder Grünsporschirmlinge (Chlorophyllum) usw… Besonderheit meist: Meist fast freie an schwach angewachsene Lamellen, meist mit dicker ungeriefter Huthaut.

Agaricales

Ordnungszugehörigkeit der Pilze nach dem Mykologen Moser, Ständerpilze (Basidiomycetes).

Agaricoid

Mit Lamellen und in Hut und Stiel gegliedert.

Agaricomyceten

Champignonartige Pilze.

Agaritin

Gilbende Arten enthalten besonders hohe Konzentrationen von Agaritin (dadurch entsteht das P-Hydroxymethyl-Phenyldiazonium-Ion). Dieses soll in Tierversuchen krebserregende Wirkung gezeigt haben, die aber nicht auf Menschen umsetzbar sind. Übrigens neutralisiert sich Agaritin beim Trocknen oder Einwecken zu 95%. Aber auch andere Champignonarten, sowie Zuchtchampignons haben Agaritin. Sie gelten aber als ungefährlich. Wer Angst hat, sollte Champignons grundsätzlich meiden, wildwachsende Arten auch wegen des hohen Schwermetallgehalts (Cadmium).

Agglutiniert

Verklebt.

Agglutinine

Verklumpung die roten Blutkörperchen in der Blutbahn des Menschen.

Aggregat, agg.

Sammelart: Bezeichnung für schwer unterscheidbare und noch nicht restlos geklärte Taxa.

Akkummulation

Anhäufung.

Akro

Steil, hoch, spitz.

Alaun

= bitteres Tonerdensalz. Das Beizmittel Alaun (Kaliumalaun, Aluminiumkaliumsulfat-Dodecahydrat) als Kristalle oder Pulver erhältlich, wird zunächst in kaltem oder lauwarmem Wasser aufgelöst und dann gelöst dem Beizbad zugegeben. Zum Färben von Wolle durch Pilze verwendet man etwa 20 % Alaun.

Albinismus

Genetischer Defekt, der zum Ausfall sämtlicher Farbpigmente fuhrt, ähnlich Albino.

Aleuriokonidien

In großen Massen entstehende Konidien, die dadurch die Konidienlager wie mit Mehl (Aleuron) bepudert aussehen lassen.

Aleuriosporen

In großen Massen entstehende Sporen, die dadurch wie mit Mehl (Aleuron) bepudert dies aussehen lassen.

Aleurisporen

Diese werden aus dem aufgeblähten Ende einer Hyphe oder einer seitlichen Aufblähung gebildet und durch Septen abgetrennt.

Alkalisch

Basen, laugenartig, Geruch nach Seifenlauge.

Allantoid

Damit ist die einseitige Krümmung von Sporen gemeint, wie bananenförmig oder würstchenähnliche Form, schmal allantoid, nur leicht gekrümmt.

Allochroisch

Farbwechselnd.

Alluvione, Alluvialboden

Auf Ablagerungen oder Sedimenten der Nacheiszeit oder der Gegenwart entstandene Böden.

Alpin

Hochgebirge ca. 2200 bis > 3000 über Meeresspiegel.

Alternierend

Abwechselnd, wechselnd.

Alveolen, alveolär

Grube Vertiefung in der Fruchtschicht.

Amanita‐Arten (Amanita)

Wulstlinge- und Knollenblätterpilzarten.

Amatoxine

Schwere und zum Teil tödliche Zellgifte.

Amerospor

Unseptiert (einzellig) aber die Sporen direkt betreffend.

Ammoniak

Salmiakgeist (NH3), in der Mykologie meist in 5%‐iger Lösung verwendet. Ammoniak-Dämpfe sind NH4OH.

Ammoniakalisch

Nitrös, alkalisch, salmiakartig, salpeterartig, nach Katzenurin.

Amoebozoa

Einzellige Lebewesen = gilt als Untergruppe der Schleimpilze. Diese werden als plasmodiale Schleimpilze bezeichnet.

Amorph

Ungeformt, gestaltlos, die innere Struktur fehlt.

Amphi

Um, herum, beidseitig, doppelt.

Amphigen

Fruchtschicht, dass die gesamte Oberfläche überzieht, z.B. bei Korallen, Erdwarzenpilze … usw.

Amphimitisch

Hyphensysteme = Fruchtschicht überzeiht die gesamte Oberfläche.

Amphimitisches Hyphen

Enthält generative Hyphen sowie Bindehyphen.

Amphithecium

Fruchtkörper von Flechtenpilzen (Lecanorales) mit Rand aus dichtem, hartem Hyphengeflecht.

Ampullenformig

Dickhalsig-flaschenförmig = Zystide mit längerem, breitem, zylindrischem Halsteil und abrupt erweitertem, +/- zylindrischem Basalteil (= dickhalsig-lageniform = flaschenförmig, sublageniform = leicht oder ähnlich flaschenförmig).

Amygdaloid, Amygdaliform

Mandelförmig, mandelartig, bittermandelähnlich. Subamygdaloid = Unterförmig-Mandelförmig, unten eingedrückt mandelförmig.

Amylazetatgeruch

Geruch nach Nagellackentferner, Lösungsmittel. Ethylacetat ist ein organisches Lösungsmittel und der Ester von Essigsäure und Alkohol.

Amyloid

Mit Jod-Kaliumiodid-Lösung (Melzer +) blau verfärbend.

Amyloidität

Verfärbungen mit Melzer oder andere Jodlösungen.

Amyloidreaktion, Amylonreaktion

Reagiert mit Jod unter einem Blau bis Violett-Färbung. Diese Farbreaktion bei Pilzen kann dies von der Farbe graublau bis grauschwarz gehen. Wenn die Amylonreaktion positiv ist, verfärben sich z. B. Zellwände mit Jod, Melzer… dunkel, meist blau, bei der Unterscheidung von Hexenröhrlingen ist dies wichtig.

Anaerob

Ohne Sauerstoff existierend.

Analytische Merkmalfindung

Suche und Auffindung von spezifischen Unterscheidungsmerkmalen zur Pilzbestimmung.

Anamorphe

= Nebenfruchtform. Entwicklungszustand eines Pilzes mit asexueller Vermehrung.

Anastomosen, Anastomose, Anasthomosen, Anastomisierend

Querverbindungen (Querlamellen) zwischen den Lamellen, Leisten und Hyphen. Meist Aderung am Lamellengrund, häufiger bei Täublingen. Die Verbindung zweier Hyphen der gleichen Pilzart. Verschmelzung zweier Hyphen verschiedener Organismen. Kommt gerne auch bei Schlauchpilzen vor.

Anastomosierend

Querverbundene Lamellen, Querlamellen, +/- auch netzartig im Grund verbunden.

Anatomisierend

Teilend, aufspaltend, zerlegend, zerschneidend, zerteilend, verbindend.

Anekdotisch

Nur vom Hören sagen. Nicht wissenschaftlich korrekt nachgewiesen. Der Ausdruck wird oft als Gegensatz zur empirischen Evidenz und zum Analogieschluss verwendet. Anekdotische Evidenz hat keine wirkliche argumentative Aussagekraft. Z.B. Wird immer noch anekdotisch behauptet, dass der Schopftintling mit Alkohol schwer giftig ist. Aufgrund der geringen Menge an Coprin ist dies nicht nachvollziehbar.

Anemochorie

Verbreitung der Sporen durch die Luft.

Angeheftet

Lamellen am Stiel leicht angewachsen.

Angeschwollen

Allmählich verdickt.

Angiocarp (endocarp)

Die Fruchtsporen bilden sich verdeckt in einem verschlossenen Behälter, z.B. bei Bauchpilzen, Erdsternen… usw.

Angiokarp

Geschlossenfruchtig, d. h. die Sporen werden im Inneren des Fruchtkörpers gebildet. Bezeichnung für Pilzfruchtkörper mit vorgeformter Öffnung zur Sporenausbreitung, die mindestens bis zur Sporenreife geschlossen bleibt.

Angulär

Winkelförmig, eckig, knochig.

Anilin

Sehr giftige Reagenz! Für (C6H5NH2) = Schäffersche Kreuzungsreaktion geeignet.

Anilinblau

Ähnlich wie Baumwollblau, mikroskopisch: Zum Anfärben.

Anisaldehyd

Diese chemisch molekulare Verbindung erzeugt einen Geruch von Anis. Dieser ist aber etwas weniger süßlich als der natürliche Anisgeruch.

Anmoorig

Moorähnlicher Boden mit etwa 15 – 30 % Humusgehalt.

Annuell

Einjährig.

Antabuswirkung

Vergiftungserscheinung in Verbindung mit Alkohol, z. B. beim Keulenfußtrichterling oder Faltentintling. Der Alkohol wird im Körper schwer abgebaut und verursacht Vergiftungserscheinungen.

Antheridium

Männliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten, im Gegensatz zum Ascogon = Weibliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten.

Anthracengrün

Farbstoff zum Anfärben von Kristallen.

Anthrachinonen, Anthrachinone, Anthracinon

Anthrachinon ist ein vom Anthracen abgeleitetes Chinon = organische Verbindung. Lösliche Pigmente in verschiedenen Schleierlingsarten, z.B. Hautköpfe: Sie bringen gelbe, rote, orange oder grüngelbe Farben hervor.

Anthracobiont

Ausschließlich auf Brandstellen oder Kohleplätzen wachsend. = anthracophil.

Anthracophil

Kohle liebend; oft auf Holzkohle wachsend.

Anthropochorie

Verbreitung (z. B. der Sporen) durch den Menschen durch offene Körbe, anhaften an der Kleidung oder Rücksetzung der Putzreste in den Wald.

Anthropogen

Vom Menschen beeinflusste Standorte z.B. durch Baumaßnahmen oder deren Einwirkungen.

Antibiose

Zusammenleben von Organismen, die sich gegenseitig oder einseitig durch Ausscheidung von Wuchshemmstoffen schädigen, z.B. mehrere Myzelien im gleichen Substrat.

Antibiotisch

Wirkt gegen Bakterien abtötend.

Antiklinal

Sattelförmig, wie ein Reitersattel dessen Rand entweder nach innen oder nach außen umgeschlagen sein kann, z.B. wie bei der Sattellorchel.

Antimykotikum

Substanzen die gegen eine Pilzinfektion helfen. Wirkbereich ist der medizinische bei Menschen und Tieren oder auch bei Pilzerkrankungen im Pflanzenbereich. Das sind Fungizide, die als Biozide oder Desinfektionsmittel gegen Pilze wirksam sein können.

Antiviral

Wirkt gegen Viren abtötend.

Anulus

Stielring oder Ringmanschette.

Anulus superus

Ring durch Velum (Apikalvelum).

Anurie

Vollständige Einstellung der Urinproduktion.

Apertur

Öffnungswinkel des Objektivs oder des Kondensors, je größer, desto mehr Details werden beleuchtet und dargestellt.

Aperturblende

Dient der Einstellung des Öffnungswinkels der Mikroskop-Beleuchtung. Weite Öffnung bedeutet: Viel Licht, flacher Winkel, große Schärfe, schlechte Tiefenschärfe. Kleine Öffnung = Hohe Tiefenschärfe.

Apex

Oberes, dem Stielchen abgewandtes Ende der Spore (manchmal mit Keimporus).

Aphyllophorales

Die Ordnungszugehörigkeit, wird gern bei Nichtblätterpilzen (Basidiomycota und Ascomycota = Schlauchpilze) verwendet.

Api

Irgendwo eine Sporenausstülpung. Diese kann oben oder seitlich sein.

Apical (Apikal, Api)

An der Spitze liegend. Apikal an der Spitze liegend abgerundet.

Apicalplatte

Am Ende liegende Abdeckung.

Apicalring

Ringförmiger Verschluss an der Spitze des inoperculaten Sporenschlauches.

Apices, Pl. Apices

Scheitelpunkt, Scheitel, oberes Ende, Spitze eines Elementes, gerne bei Zystiden oder Sporen.

Apiculat

Mikroskopisch sind Sporen an beiden Enden zugespitzt.

Apiculus, Apikulus, Apiculi

Sporenausstülpung = Ansatzstelle der Anwachsstelle (Sterigmas bei Basidiomyceten) an der Spore.

Apikalapparat

Der Mechanismus bei Ascus beim Öffnen (Gattungsspezifisch). ist.

Apikalmechanismus

Mechanismus bei Asci an der Spitze des Schlauches.

Apikalring

Kreisförmige Wulst des Apikalapparates (ausgebildeter Teil).

Apochomat

Apochromat‐Objektive haben im Gegensatz zu Achromaten eine Farbkorrektur, Bildfeldwölbungen sind häufig.

Apokarp

Sich mit einem Porus öffnender Fruchtkörper.

Apophyse

Ringförmige Verdickung im unteren Teil der Endoperidie, z.B. bei Erdsternen.

Aporhynch

Ungegabelte Ascusbasis und nur durch eine Septe abgeschlossen (pleurorhynch).

Apothecien (Apotheziums)

Fruchtkörper eines Pilzes oder einer Flechte.

Apothecium

Offenliegende Fruchtscheibe von Pilzen und Flechten. Das Hymenium überzieht die Innenseite des Bechers.

Apothezien

Becherlinge: Becher‐ oder schüsselförmiger Fruchtkörper. Fruchtkörperbildung bei Flechten, ebenfalls oft auch becherlingsartig oder halbkugelig.

Appendikuliert

Mit einem Fortsatz oder Anhängsel versehen.

Appendix

Anhang, auffälliger Auswuchs an Sporen (hier wuchs die Spore am Sterigma), meist gegenüber Keimporus, nur bei Basidiomyceten.

Appressorium

Haftarm (Haftorgan) bei einigen parasitischen Pilze.

Appressorium, Hypophodium

Konstantes Haftorgan.

Arachnoid

Spinnwebenartig, spinnenartig.

Arboretum

Baumschule, Gehölzsammlung.

Arboriform

Astförmige Verzweigung, wie bei einem Bäumchen.

Arenicol

Sand liebend, auf Sand wachsend.

Areole (Areolen)

Eine Krustenflechte besteht aus Lagern, welche als Areolen bezeichnet wird. Diese schließen nicht immer dicht zusammen. Sie können einzeln oder zu wenigen einem Prothallus (Vorlager) aufsitzen. Weiter können körnige, firnisartige oder schorfige Überzüge auf Moosen, Pflanzenresten, Rinde und Erde gebildet werden.

Areoliert

Kleine Risse von unregelmäßiger Form, oft in der Huthaut oder Lager.

Arktisch

Kalte Klimazonen.

Arten

Können nicht gekreuzt werden. Bleiben mikroskopisch immer gleich. Fälschlicherweise werden Pilze oft als Sorten bezeichnet was absolut nicht richtig ist, da Pilze nicht mit anderen Pilzarten kreuzbar sind.

Arthrosporen

Arthrosporen oder Oidien werden gebildet, indem bestehende Hyphen durch Septen gegliedert werden und die einzelnen Segmente später zu Sporen umgebildet werden. Es sind auch ungeschlechtliche (asexuell), durch Zerfall diverser Hyphen gebildete Konidien.

Ascaris-Typ, Ascarishyphen

Hyphenform: Langgestreckt mit progressiver Verengung zu den Septen hin z. B. bei Faserrüblinge (Clitocybula).

Asci

Sporen in den Schläuchen (Mikroskopie). Schlauchförmige Sporangien, in denen sich die Sporen entwickeln, Sporenträger bei Ascomyceten.

Ascocarp

Fruchtkörper der Schlauchpilze (Ascomyceten).

Ascogon

Weibliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten, In ihr findet auch die Plasmogamie statt. Im Gegensatz zum Antheridium = Männliche Geschlechtszelle bei Ascomyceten.

Ascohymenial

Schläuche (Asci) die eine oft zusammenhängende Schicht an der Oberfläche des fertilen Fruchtkörperteils oder im Inneren eines Cleistotheciums bildend (ascolocular). Ascohymeniales = Unterklasse der Schlauchpilze (Ascomycetes, Euascomycetidae).

Ascolocularer, Ascoloculares

Unechte Fruchtkörper ausbildend.

Ascoma, Ascocarp

Ist der Fruchtkörper eines Ascomyceten-Phylum-Pilzes. Es besteht aus sehr eng verwobenen Hyphen und kann Millionen von Asci enthalten, von denen jedes typischerweise vier bis acht Ascosporen enthält.

Ascomyceten, Ascomyzetes

Schlauchpilze = Klasse der Pilze mit Sporen die sich in Schläuchen entwickeln.

Ascosporen

Sporen bei Schlauchpilzen (Ascomyceten).

Ascus

Schlauch bei Ascomyceten (Schlauchpilzen), darin liegen die Sporen.

Aseoma, Ascostroma

Ein Ascoma aus pseudoparenchymatischem oder prosenchymatischem haploidem Pilzstroma mit Aushöhlungen, in dem sich ein oder mehrere Asci (ascolokular) entwickeln.

Aseptisch

Keimfrei, nicht infiziert, kernlos, ohne Öltropfen.

Asexuell

Sexuell inaktiver Bestandteil, nicht fruchtfähiger Teil (ungeschlechtlich).

Askogene

Askogenen Hyphen = hackenförmige Ausbuchtungen an den Hyphen von Schlauchpilzen.

Aspektbildend

Anblickbestimmend, dominierend.

Asservate

Gewebeproben zur Sicherung späterer Analysen, z.B. Mageninhalt, Urin, Blut, Kot.

Asterohyphidien

= Hyphidien. Sind mehr oder weniger dünne, sternartige, sterile Hyphenenden, die man bei einigen Pilzgruppen in der Fruchtschicht (Hymenium) finden kann.

Asterosetae

Sternförmig wachsende Haare (Seten, Säten).

Asterozystiden

Besondere Zystidenform, z. B. beim Harzzahn (Resinicium bicolor).

Ataxie

Koordinationsprobleme, z.B. Schwindel, Rauschzustand…

Atomat

Zarte, feine Oberflächenbekleidung, etwa feinflockig-samtig.

Auct.

Der Name existiert mehrfach. D.h. auch ein anderer hat bereits diesen Namen für einen anderen Pilz verwendet. Gilt kurz um als Abkürzung (Abk.) für auctorum oder autorum. Die Taxonomie (wissenschaftlicher Name) wurde entgegen der Fassung durch den Erstbeschreiber von mehreren späteren Autoren in abweichendem Sinne verwendet.

Auctorum sensu

Wird bei Namenszitaten verwendet bei Fehlinterpretationen durch mehrere, spätere Autoren, wenn man diese nicht einzeln aufzählen will. (= sensu).

Auflösungsvermögen

Mindestabstand zweier Punkte, damit man sie vergleichen kann (Bespiel: d = Lambda / 2 x NA).

Aufspaltend

Huthaut oder Hutfleisch gemeinsam vom Rand aus ziemlich weit einreißend, z.B. bei Risspilzen.

Auriculariales

Ordnungszugehörigkeit.

Auriformis, aurikulat

Ohrförmig (Fruchtkörperform), auch einseitig ohrförmig ausgezogen wie z.B. bei den Öhrlingen (Otidea).

Ausgebuchtet

Lamellen bzw. Röhren zum Stielansatz aufwärts abgerundet und anschließend wieder verschmälert.

Ausgestopft hohl

Stielinneres jung ausgestopft, später hohl werdend.

Außenperidie

Äußere Hülle (Exoperidie).

Austrittspupille

Hier ist der Ort hinter einer Linse gemeint, an der das austretende Bild scharf erscheint (hintere Brennebene).

Autolyse

Selbstauflösung der Fruchtkörper ohne Beteiligung anderer Lebewesen (Maden, Schnecken…), z.B. bei den Tintlingen.

Autolytisch

Unter Einwirkung bestimmter Fermente sich selbst auflösend.

Autorenzitat

Wissenschaftliche Zusatznamen der Autoren um Verwechslungen zu vermeiden.

Autotroph

Eigenständige Ernährung.

Auwald, Auenwald

Waldartige Pflanzengesellschaft gern Erlen, Weiden… der Flussniederungen mit starken Schwankungen der Bodenfeuchtigkeit durch zeitliche Überflutungen.

Azidophil

Unter einer azidophilen Zelle im weitesten Sinne versteht man eine Zelle, die azidophil ist, das heißt, die sich durch saure Farbstoffe wie Eosin anfärben lässt.

Azidose

Vermehrung von Säure im Blut bei Verzehr von Giftpilzen. Dies verursacht ein schweres gastrointestinales Syndrom (Magen-Darm-Störung).

Ballistospore, Ballistoconida

Es ist eine Spore, die von einer Pilzart, in die Luft abgegeben wird.

Ballistosporen

Aktiv vom Fruchtkörper ab-geschleuderte Sporen.

Banal

Gewöhnlich, nicht außergewöhnlich, trivial, nichtssagend.

Basal

Damit ist die Basis gemeint. Am Fuß, Unterseite oder Anwachsseite des Pilzes.

Basalhyphen

Hyphen die an der Basis resupinat aufliegender Fruchtkörper, die zwischen Substrat und Hymenialschicht aufliegen.

Basalknolle

Knollig verdickte Stielbasis, z.B. bei Wulstlingen.

Basalscheibchen

Flache Ausbildung an der Stielbasis eines Fruchtkörpers zur Befestigung an der einer Unterlage, z. B. beim Rinden-Postament-Helmling.

Basalzelle

Basiszelle, Anfangszelle.

Basidien (Basidie, Basidium Basidia)

Träger der Sporen bei Ständerpilzen (Basidiomyceten). Diese sitzen auf dünnen Stielchen den Sterigmen.

Basidiocarpien

Fruchtkörper der Ständerpilze (Basidiomyceten).

Basidiokarp, Basidiocarpium

Andere allgemeine Bezeichnung für Basidiomyceten = Klasse der Pilze mit Sporen auf Ständern = Ständerpilze.

Basidiolen

Noch nicht fruchtbare Basidien. Es sind keulenförmige oder zylinderförmige sterile Zellen der Fruchtschicht (Hymeniums) ohne Sterigmen. Oft noch nicht fruchtbare Basidien bzw. sterile Form, Sterigmen sind noch nicht vorhanden.

Basidiomyceten (Basidiomycet)

Klasse der Pilze mit Sporen auf Ständern = Ständerpilze.

Basidiomyzeten

Bilden von Sporen in Basidien (Basidiosporen).

Basidiosporen

Sexuelle Fortpflanzungszelle (Sporen) von Basidiomyceten (Ständerpilzen).

Basimycelial

An der Basis von Erdsternen des noch geschlossenen Fruchtkörpers vorhanden (= Myzelialschicht).

Basionym

Artname vom Erstbeschreiber dieser Art.

Basiphil

Kalkliebend (Calciphil).

Basis

Unterster Teil vom Stielende, kurz vor der Verwurzelung.

Basisch

Kalkreich.

Bauchpilze

Sporen werden im Inneren der Fruchtkörper ausgebildet.

Baumwollblau

Chemikalie in der Mikroskopie um speziell Warzen oder Erhebungen auf Sporen sichtbar zu machen.

Behangen

Velumreste verbleiben am Hutrand faserig-flockig.

Benzaldehyd

Diese molekulare Verbindung erzeugt einen Geruch von Bittermandeln.

Bereift

Oberfläche mit mehligem Belag überzogen.

Bergsteigersöckchen

Besondere aufsteigende Bildung von VELUM UNIVERSALE beim Pantherpilz, ähnlich einer Socke.

Berindet

Äußere Schicht z.B. beim Stiel oder im Inneren von dichterer und meist grobfaseriger Struktur.

Bescheidet

Stielbasis mit einer Scheide (Volva) versehen.

Beschleiert

Spinnwebartiger Schleier am Fruchtkörper, meist zwischen Hut und Stiel.

Beschnitten

Stielknolle mit Resten einer Volva gerandet, die wie rundherum wie abgeschnitten erscheint. Oft bei Schleierlingen, Klumpfüßen, Narzissengelber Wulstling usw ...

Beschopft, schopfig

Zystiden an der Spitze liegend (apikal) und mit Kristallen besetzt. Bei einigen Pilzarten Zentrum des Hutes mit einem dunkleren Schopf aus Schuppen versehen, z.B. beim Schopftintling.

Bestiefelt

Gestiefelt, mit Stiefeln versehen, Stiefelform, Stiefel tragend.

Betula

Birke.

Bewimpert

Feine Haare oder Borsten auf der Hutoberfläche (durch Zystidenbüschel).

Biapiculat

Mikroskopisch sind Sporen beidseitig zugespitzt, wird oft für die Sporenformen verwendet.

Biatorin

Apotheciumrand weder in der Farbe des Lagers (lecanorin) noch schwarz (lecidein).

Bierdeckelpilze

Pilze die nach gar nichts schmecken. Man könnte auch Bierdeckel essen, sie sind auch nicht wirklich giftig.

Bilateral

Zweilappig, gern bei Ascusöffnung.

Bilaterales divergierendes Lamellentrama

Die Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Lamellenmitte mehr oder weniger abgewinkelt nach außen in Richtung Hymenialschicht (= Pseudobilaterales). Dies ist bilateral, jedoch ohne keulenförmige Hyphen.

Bilaterales Lamellentrama

Die Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Lamellenmitte schräg nach außen.

Bindehyphen, ligative Hyphen

Dickwandig verzweigte Hyphen, ungerichtete oder andere Hyphen umklammernde, stark verzweigte, knorrige Hyphenschicht, septiert und immer ohne Schnallen.

Biogen

Von Lebewesen verursacht, z.B. Maden, Würmer, Schnecken…

Biotop

Definierter Lebensraum einer Lebensgemeinschaft (Biozönose) mit bestimmten Bedingungen für die dort bewohnenden Organismen.

Biozönose

= Lebensgemeinschaft. Oft in einem Biotop gemeinsam wachsend.

Biradikat

Zweiwurzeligkeit, das heißt, die Basis (Basidie, Zystide) ist mit zwei Hyphen verbunden.

Biseriat

Bei Schlauchpilzen (Ascomyceten) = doppelreihige (zweireihige) Anordnung von Sporen in den Asci (Schläuchen).

Bisporig, bisporus

Bezeichnung für zweisporige Basidien. Z.B. Der AGARICUS BISPORUS (Zucht-Champignon) hat zweisporige Basidien.

Bitunicat

Besondere Wandform eines Asci‐Schlauches, der Schlauch besteht aus einer doppelten Außenschicht.

Bitunicater Ascus

Zweischichtiger Ascus. Vor der Sporenabgabe wird die äußere Wand (Exoascus) durchbrochen. Immer mit Apikalapparat.

Bitunikat

Doppelwandig, zweiwandig.

Bivelangiocarpie

Velum universale mit Velum partiale und Lipsanoblem. Z.B. bei Wulstlingen (Gattung Amanita).

Blastokonidien

Konidien (Sporen) die durch Zellsprossung entstanden sind und oft verzweigte Ketten bilden.

Blastosporen

Sporen (Konidien), die durch Zellsprossung entstanden sind und oft verzweigte Ketten bilden.

Blätterpilz

Pilz mit Lamellen (Blätter).

Bodenstet

Wächst ausschließlich auf bestimmten Boden und ist nur dort lebens- und entwicklungsfähig.

Bodenvage

Wächst auf beliebige Bodenverhältnisse und ist auch dort ebenso lebens- und entwicklungsfähig.

Bogig

Lamelle nach innen (konkav) eingebogen.

Bogig angewachsen

Ausgebuchtet angewachsen. Lamelle am Stiel angewachsen jedoch nicht über die Waagerechte herablaufend.

Bogig herablaufend

Ausgebuchtet angewachsen. Lamelle am Stiel angewachsen jedoch deutlich über die Waagerechte (oft mit Zahn) herablaufend.

Boletales

Ordnungszugehörigkeit der Pilze nach Moser.

Boletoid

Die Form eines Steinpilzes (Pilzes) haben, z.B. Sporen vom Verschiedenfarbener Raufußröhrling.

Boletoid, Boletinoid

Fruchtlagerschicht (Hymenophor) mit weiten, radial gestreckten Röhrenmündungen. Oder die Sporenform ist zylindrisch-spindelig. Häufigste Form bei den Dickröhrlingsartigen (Boletales).

Boreal

Vorkommen von Pilzen in kalten und nördlichen Gebieten (Klimazone), meist Nadelholz, selten auch Edellaubgehölze vom Menschen angepflanzt.

Boreonemoral

Klimazone: Vorkommen von Pilzen in der von Natur wo der Nadelwaldanteil dominiert. Es ist eine Übergangszone zwischen kalter borealer Zone und nemoraler Zone (Laubwaldzone).

Borreliose

Durch Zecken übertragene Krankheit. In der Regel nicht tödlich, mit Antibiotikum behandelbar.

Borstensoral

Bei Flechten: Sorale, das borstenartig den Lagerrand säumt.

Botrydina

Kugelförmiger Algentyp am und im basalen Stielteil von lichenisierten Pilzen (z. B. von Nabelingen (Omphaltna) oder Halbflechten (Coriscium).

Brachy

Klein, kurz, gering.

Braunfäule

= Würfelfäule, Würfelbruchfäule, Destruktionsfäule. Holz zerfällt durch Zelluloseabbau mit Braunverfärbung. Oft zerfällt das Holz würfelförmig. Es bleibt das braune Lignin zurück.

Braunfäuleauslöser, Braunfäuleerzeuger, Braunfäuleerreger

Holz verfärbt sich dunkel, bräunlich durch das Myzel des Pilzes.

Breitgebuckelt

Hut mit breitem Buckel. Dieser ist meist breiter als hoch.

Brennhaarförmig, Brennhaarform

Ähnlich dem Brennhaar einer Brennessel geformt. Zystidenform mit langem, schlankem Hals sowie bauchiger Basis.

Brillantkresylblau

Farbstoff zum Anfärben von Zellmembranen.

Brüchig

Beim Abknicken bricht das Fleisch in kugelförmige Brocken. Gegenteil faserig, das Fleisch bricht in längliche Stränge.

Brustwarzenformig

Hutbuckel steilrandig, relativ klein und oben abgerundet.

Bryophil

An Moosen oder dazwischen wachsend.

Buchtig

Ausgebuchtet, gekerbt wellig, bei den Lamellen z.B. ausgebuchtet angewachsen, Hutrand mehr oder weniger vom Stiel entfernt, nach unten ausgebuchtet.

Bufotenin (Indolverbindungen).

Ein relativ harmloser Bestandteil des Drüsensekrets von Kröten. Tryptamin-Alkaloid = hitzeinstabil, psychedelisch, halluzinogen. Wird gern als Krötengift bezeichnet. Gift wird durch Kochen zerstört. Dieses Gift ist oral nicht so gefährlich wie intravenös, wenn es in die Blutbahn gelangt, vgl. viele Schlangengifte.

Bulbilien

Zu den asexuellen Diasporen gehören Exosporen wie Bulbilien an (= bei Konidien, Chlamydosporen und Sklerotien).

Bulbillen

Brutkörper und Brutknospen (Bulbillen) sind mehr- bis vielzellige Organe Pilzen, die meist der vegetativen, ungeschlechtlichen Vermehrung dienen.

Burggraben

Lamellen vor dem Stielansatz ausgebuchtet angewachsen.

Bürstenformig

Bei Hyphe oder Zystiden mit noppenartigen langen, dünnen Anhängseln, die dicht nebeneinander besetzt sind.

Büschelig, büschelförmig

Der Pilz wächst büschelig (dicht aneinander) gemeinsam mit Artgenossen aus einer Myzel-Quelle.

Byssoid

Wollig verwoben = wirr mit feinen, längeren Härchen dicht bedeckt.

Byssus

Wollartiges, baumwollartiges Mycelgespinst (zartes Gewebe) an der Stielbasis.

C = bei der Flechtenbestimmung

Calciumhypochlorit, Natriumhypochlorit.

Calyciformis

Pokalförmig, kelchförmig, halbkugelig-schalenförmig mit mäßig langem Stiel.

Calyptrat

Mit kleinen flügelartigen Anhängern. Sie haben sie so etwas wie Flügel, Haube, Membran…

Cantharelloid

Fruchtkörpertyp Leistlinge, mit herablaufenden Leisten.

Capillitium, Kapillitium, Capillitien, Lycoperdon-Typ

Sterile Fasern in der Sporenmasse von Bauchpilzen. Sie helfen bei der Zerstäubung in dem sie ein Verkleben der reifen Sporen verhindern. Bei Schleim- und anderen Pilzen wird die Gesamtheit des Haar- und Fadensystems im Innern eines Sporenbehälters hierzu benannt.

Capitat

Kopfförmig, kopfig, z.B. bei besonderen Zystidenarten.

Carbophil

Pilz wächst gern auf Brandstellen.

Carotinoide, Karotinoide

Rote oder gelbe Farbstoffe, zu finden in den Gallertpilzen oder in den Paraphysen bestimmter Schlauchpilzarten (Ascomyceten).

Carpophor, Carposom

Form eines Fruchtkörpers. Er bezeichnet hier den ganzen Fruchtkörper.

Catahymenium

Mehrjähriges Fruchtschicht bei Pilzen (Hymenium), vergrößert sich ohne sichtbare Jahresgrenzen.

Cathahymenium

Hymenium von Basidiomyceten, dass zuerst Zystiden und später die Basidien bildet. Z.B. oft bei Krustenpilzen (Xylariomycetidae).

Caulozystiden (Caulocystidien, Kaulozistidien, Kaulozystiden, engl. Caulocystidia, Caulocystiden)

Zystiden am Stiel des Pilzes. Makroskopisch deutet eine Bereifung am Stiel auch auf das Vorhandensein von Caulocystiden hin.

CB-; CB +

Pilzmikroskopie Anfärbemittel: Lactophenol (cotton blue) = Baumwollblau, ist eine Mischung aus Methylblau, einer histologischen Färbung und Lactophenol. Es wird in Nasspräparaten zur Visualisierung von Pilzstrukturen verwendet, insbesondere in der medizinischen Mykologie. Methylblau färbt Pilzzellwände in einer hellen Farbe, während Lactophenol andersfarbig wirkt.

Cecidium, Cecidologie

Pilzgalle; Auswüchse (Gallen) oft an Pflanzen. Verursacht durch parasitische Entwickelungstadien.

Cephalodien

Cyanobakterien zur Beihilfe der Symbiose bei Flechten. Kommen in Flechten mit Grünalgen vor.

Chagriniert

Fein aufgeraut.

Chamaeleontinae

Russula subsect. Dies ist eine Untersektion aus der Gattung Täublinge (Russula), die innerhalb der Sektion LILACEAE steht. SPP immer gelblich. Huthaut immer mit inkrustierten Primordialhyphen (äußere Inkrustierung säureresistent).

Chasmothecien

Echte Mehltaupilze (Erysiphales) werden heute nicht mehr Perithezien, sondern Chasmothecien genannt. Der Grund sind neue molekularbiologischer Untersuchungen.

Cheiloleptozystiden

Dünnwandige Zystiden die sich auf den Lamellenschneiden befinden.

Cheilomakrozystiden

Besondere Zystidenform = dünnwandige Zystiden die sich auf den Lamellenschneiden befinden.

Cheilozystiden (Cheilo., engl. Cheilocystidia)

Zystiden an der Lamellenschneide.

Chiastisch

Längsseptierte Basidien.

Chiastobasidie, Chiastobasidie

Basidie mit ungeteilte, keulige bis subzylindrische Normalform. Existiert für alle höheren Basidiomyzeten (Ständerpilze).

Chinon

Organischer Verbindungen, die als Oxidationsprodukte von Aromaten, insbesondere von Phenolen, aufgefasst werden können; Chinon = Chinasäure.

Chitin

Teil der Zellstruktur von Pilzen, dadurch schwer verdaulich. Chitinpanzer von Insektenkäfern ist ähnlich.

Chlamydosporen

Ungeschlechtliche, dickwandige Sporen, die durch Abschnürung durch die Hyphen entstehen. Gemme = bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung von Pilzen gebildete dauerhafte Zelle.

Chloralhydrat

Lösungsmittel für Sudan III.

Chlorazolschwarz

Färbemittel für Septen oder Zellwände.

Chlorophyll

Grüner Farbstoff in Pflanzen; für eine Fotosynthese notwendig! Bei Pilzen ist sie nicht vorhanden aber teils bei Flechten.

Chorologie

Wissenschaft der räumlichen Verbreitung von Organismen (Arealkunde).

Chromosomen

Träger der Vererbungseigenschaften (DNS, DNA).

Chronologie

Wissenschaft der zeitlichen Verbreitung von Organismen.

Chrysobasidie

Basidie mit gelben bis gelbbraunen Inhalt (basaler Inkrustierung).

Chrysohyphen

Die Hyphen enthalten einen harzig-körnigen Stoff, der sich in alkalischen Lösungen (Kalilauge, Ammoniak) stark gelb färbt. Sie enden oft in Chrysozystiden.

Chrysosozystiden, Chrysocystidia

Zystiden = ungegliederte, nicht inkrustierte, spindelige bis langgezogen schlank flaschenförmige Hyphenendungen.

Chrysozystiden

Besondere Zystidenform (enthalten amorpher Farbkörper, in KOH bzw. NH3 = Gelbfärbung).

Cilien

Wimpern = borstenartige Gebilde, ähnlich wie Rhizinen gestaltet.

Cilium

Als Zilie oder Cilium bezeichnet man eine besondere Form des Zellfortsatzes bei Zellen von Organismen (Eukaryoten = Zellen einen echten Kern).

Cirrhus, Cirrhi

Charakteristische Mündung (Ostiolum) austretende, schnurartig durch Schleim verklebte Sporenmasse.

Citriform

Zitronenförmiges Aussehen. Subcitriform = Unterhalb zitronenförmiges Aussehen.

Citrin

Goldgelb, gelbbraun. Es ist eine gelbfarbige, makrokristalline Varietät von einer Quarzfarbe.

Cladoniatyp

Strauchflechten mit zweiteiligem Lager. Mit einem auf dem Substrat ausgebreiteten kleinblättrig-schuppigen Lager (Primärthallus, Horizontallager) und mit aufrecht wachsendem Lageranteil (Podetien, Vertikallager, Sekundärthallus), der die Apothezien trägt.

Clamydospore

Dauerspore; ungeschlechtliche, aus einer Hyphenverdickungen oder Hyphenabschnürung bildende Spore (Konidie) der Ascomyceten. Diese ist oft mit verdickter oder doppelter Wand (= Mantelspore). Diese dient der Überbrückung schlechter Entwicklungsmöglichkeiten.

Clavat (clavatus)

Keulig, keulige Form der Fruchtkörper oder der Zystiden.

Clavicipitaceae

Meist weichwandige, keulenförmige, farbige stromatische (aus stützendem Gewebe bestehende) Fruchtkörper, deren winzige Perithecien im Stroma heranreifen und Asci mit fädigen und langen Sporen ausbilden.

Cleistothecium, Cleistotheciums, Kleistothecium

Eine Art von Fruchtkörper, wie er bei manchen Schlauchpilzen (Ascomycota) auftritt. Ein Cleistothecium ist ein nahezu rundes Ascoma ohne präformierte Öffnung, mit einfacher oder mehrschichtiger Wand. Cleistothecien sind häufig von Hülle-Zellen oder Peridien umgeben (cleistocarp, kleistokarp).

Cleptotypus

Stromatisches Deckgewebe bei Schlauchpilzen (Ascomyceten). Ist nur noch ein Fragment des Holotypus erhalten, wird dieses ebenfalls als Cleptotypus bezeichnet.

Clitocyboid

Habitus: Verbogen, gesäumt.

Clypeus, Klypeus

Stromatisches Deckgewebe bei Schlauchpilzen (Ascomyceten). Das Hymenium überlagert sich bei Reife meist deckelförmig und hebt später ab.

Coerulein

Farbstoff zum Anfärben von Kristallen.

Collar, Kollar

Ringförmiger Ansatz zwischen Lamellen und Stiel.

Collectivum nomen (sensu lato)

Artname ist schwer unterscheidbar und noch nicht restlos auf Richtigkeit geklärt.

Collin, kollin

Etwas Höherstufen.

Collybioid

Habitus: Linsen oder erbsenförmig. Zwerg- oder Sklerotienrüblinge sind eine Pilzgattung aus der Familie der Ritterlingsverwandten, die recht kleine Fruchtkörper bilden und oft aus linsen- bis erbsengroßen Sklerotien fruktifizieren.

Columella

Bei Erdsternen, Stiel der die innere Hülle der Bauchpilze (Endoperidie) trägt. Bei den Bauchpilzen ein steriles, mehr oder weniger säulenförmiges Gebilde. Pseudocolumella = es scheint nur so, als ob ein Gebilde existiert.

Combinatio nova, Kombination nova, comb. nov.

Neukombination, bzw. Zuordnung eines Taxons zu einer höheren oder niedrigeren Rangstufe.

Confer, Cfr, cf. …

Vergleichen mit anderen. Wenn die Bestimmung nicht restlos gesichert ist, erscheint dies als Hinweis auf eine sehr nahestehende ähnliche Art.

Confirmavit, confirm

Korrekte betätige Bestimmung der Pilze.

Congenerisch

Zur gleichen Gattung (Genus) gehörend.

Conocybe

Samthäubchen oder Sammethäubchen = Mistpilzverwandten (BOLBITIACEAE)

Conspezifisch

Zur gleichen Pilzart gehörend.

Contex

Fleisch des Pilzes (sterile Zellen des Pilzes = Hyphen).

Context

Steriler Teil eines Fruchtkörpers ohne das Hymenephor und die Decksschicht.

Coprinoid

Selbstauflösenden Lamellen (Autolyse) Selbstauflösung ohne Beteiligung anderer Lebewesen (Maden, Schnecken…), z.B. bei den Tintlingen.

Coprinus-Syndrom

Coprin (…oder andere Fettsäurederivate die Aldehyddehydrogenase in vitro hemmen). Giftig nur in Verbindung mit Alkohol, seltener auch Herzrhythmusstörungen, Engegefühl bis zur ANGINA PECTORIS, Todesfälle sind extrem selten. Oft in Tintlingen (Coprinus) enthalten.

Coriscium

Algen, die mit Pilzhyphen am Grunde des Pilzstieles, oft bei Nabelinge (Omphalina) ein schuppig gegliedertes Flechtenlager bilden (Flechtenschuppe).

Correxit, corr.

Richtigstellung einer Angabe desjenigen im Autorenzitat, der einen orthografischen Fehler erstmalig klargestellt hat.

Cortex (Cortexschicht, Kortikalschicht)

Aus verdichteten Hyphen bestehende, dünne Rindenschicht an der Hutoberseite. Z.B. Schmetterlingstramete = Zwischen Hutfilz (Huthaut) und Fleisch ist eine dunkle Schicht, die sogenannte Cortexschicht. Wird auch gern in der Rinde als Stielcortex = Stielrinde bezeichnet.

Corticiaceae

Rindenpilzartige Pilze.

Corticioid

Fruchtkörpertyp von krustenförmiger Wuchsform. Hutkanten mit glattem Hymenium, meist resupinat aufliegend mit teilweiser Hutbildung.

Corticioiden

Ein- oder mehrjährige Basidienpilze. Diese sind fest am Substrat angewachsen.

Cortikalschicht

Schicht zwischen Rinde (Huthaut) und Fleisch (oberste Hyphenschicht der Stielrinde).

Cortina

Spinnwebenartiger (haarartiger) Schleier, der den Hutrand mit dem Stiel verbindet (z.B. bei jungen Schleierlingen). Dieser Schleier bleibt oft fädig am Hutrand oder Stiel übrig und ist meist flüchtig. Bei älteren Exemplaren auch als dunkelgefärbte ringähnliche Zone erkennbar.

Cortinarien

Schleierlinge (Haarschleierlinge) = Pilzgattung.

CR

In der Schweiz vom Aussterben bedroht, vergleichbar mit RL1.

Crassobasidie

Basidie mit verdickten Wänden.

Crins

Rosshaarförmige, schmale, lanzenförmige, dickwandige Hyphen in der Hutdeckschicht von Sprödblättlern (Täublingen).

Crustothecium

Krustig, krustenförmiger, dem Substrat zumindest größtenteils anliegender Fruchtkörper eines Ständerpilzes die Ausformung des Hymenophors ist dabei ohne Bedeutung und kann resupinat, halbresupinat usw… sein.

Crustulinol

Pilzgift, löst Magen-Darm-Störungen aus.

Cutefract

Rissig aufgesprungene Oberhaut.

Cutis (Kutis, Cuticula)

Makroskopischen Eigenschaften der Huthaut (Huthautdeckschicht). Meist glatte und dichtverwobene Hyphenschicht an der Hut oder eventuell auch an der Stieloberfläche. Wichtiges Merkmal zur Pilzbestimmung per Mikroskop. Cuticula oder Kutikula = wird auch als die oberste Hautschicht des Fruchtkörpers bezeichnet.

Cyanid -Vergiftung = Blausäure-Vergiftung

Der Glimmerschüppling enthält lebensgefährliche Mengen hierzu. Auch andere Pilze können roh genossen gefährlich hierzu werden, z.B. Ockertrichterling, Violetter Schwindling, Flattriger Rübling usw…

Cyanophil (zyanophil)

Blaufärbung von Sporenwänden mit Baumwollblau für Sporen und Hyphen.

Cyphella

Gattungsbezeichnung aus der Gruppe der Becherlinge: „Becherchen“ (Nichtblätterpilze).

Cyphelloid

Gattung bei den Ständerpilzen (Basidiomyceten). Habitus: Die Fruchtkörper sind becher- oder röhrenförmig und weisen eine glatte Fruchtschicht auf.

Cystidium, Cystidia

Eine relativ große Zelle, die auf dem Hymenium eines Basidiomyceten gefunden wurde.

Cytoplasma

Das Cytoplasma füllt das Innere einer Zelle aus.

Dacrymycetales

Ordnungszugehörigkeit (Ordnung = taxonomische Rangstufe zwischen Klasse und Familie).

Dacryoid

Tränenförmig (= rundlich und obere Hälfte dünner wie unten, untere Hälfte dickbauchig).

Daedaloid, daedaleoid

Labyrinthisch gewunden, Beispiel Röhren vom Eichenwirrling.

Dauermycel

Rhizormorphe, Sklerotium (Sclerotium)… wurzelartige oder knollige Dauerpilze.

Debris

Ablagerung.

Deckglas

Dünnes Glas zum Abdecken der Probe in der Pilzmikroskopie.

Deckschichtformen

Hymeniform, hymenienartig, palisadenartig (auch ixotrichodermis, ixocutis).

Dedikationsname

(= Widmungsname, oder Eponym). Zu Ehren einer Person die die Art (Taxon) benannte.

Dendrohyphidien

Sterile Hyphen im Hymenium; Hyphidien haben bäumchenartige bzw. knorrige Verzweigungen.

Dendrophyse

Sind feine, stachelige oder bäumchenartig verzweigte Hyphen mit langem Stielen, welches die Basidien überragen.

Dermatozystiden, Dermatzzystiden, Dermatocystiden, Dermatozysten

Zystiden in der Huthaut (Hymenialzystiden). Dermatozystiden (Pileozystiden) sind dickwandige, schlanke Zystiden in der Epicutis oder in der Stielcortex. Dermatozystide sind oft Zystiden der Destruktionsfäule. Ist eine Schicht von verwesenden Resten.

Dermocybe

Sektion (Gattung) der Schleierlinge (Cortinarius = Haarschleierlinge) in der Untergattung: Hautköpfe.

Destilliertes Wasser

Präparier-Flüssigkeit in der Mikroskopie. Sollte nicht verwendet werden, wegen dem Aufblähen der Zellen durch den osmotischen Druck.

Detriticoler

In Detritus lebend (detritophil), auf organische Ablagerungen lebend (Detritus). Die ökologischen Ansprüche der Art werden als detritophil, acido-. phil und limnophil bzw. acidophil bezeichnet.

Detritus

Schicht von verwesenden Resten abgestorbener Pilzteile auf der Bodenoberfläche.

Dextrinoid, Dextrinoidität

Braun- oder Rotbraunfärbung mit Melzers Reagenz (Jodreaktion) oft sehr intensive Färbung = auch inamyloiden Reaktion.

DGfM

Deutsche Gesellschaft für Mykologie. Dachorganisation vieler Vereine in Deutschland. Abnahme Prüfungen zum Pilzsachverständigen.

Diam., diametro

Durchmesser Ø.

Diaphragma

Pergamentartige Haut zwischen Gleba und Subgleba bei den Bauchpilzen bezeichnet.

Diaporthales

Ähnlich dem Sordariales aber mit Perithecien in den Stomata und Asci mit inamyloidem (J-), Apicalring und der Scheitelwulst.

Diaspore

Vom Mutterpilz freiwerdende, der Verbreitung dienende geschlechtliche Spore (Konidie).

Dichohyphen (Dichohyphe)

Befindet sich vorwiegend im Subiculum (zwischen Substrat und Hymenium). Dichotom verzweigte Hyphe im Subikulum oder in der Trama einiger Nichtblätterpilz (Aphyllophorales = Vararia, Dichomitus).

Dichohyphidien

Sterile Hyphen im Hymenium. Hyphidien mit dichotomer Verzweigung, d.h. es werden jeweils zwei Äste am Verzweigungspunkt gebildet.

Dichotom

Trennung in zwei unterschiedliche Strukturen. Oft auch als Begriff: Gabelig verzweigt.

Dictyospor

Bei einigen Gruppen (Septen) kommen Längs- und Querwände vor, solche Formen werden als muriform oder dictyospor bezeichnet.

Difform

Unförmig, missgestaltet, unregelmäßig geformt.

Dikariophase

Zweikernphase (Paarkernphase), vegetative Phase von Ständerpilzen.

Dikaryontisch, dikaryotisch

Mit 2 Kernen, zweikernig.

Dimidiat, dimidiat

Halbförmig, Hutform ist nur bis zur Hälfte entwickelt = halbkreisförmig. Oft ungestielt und mit bogenförmiger Kante, wobei die Ansatzstelle etwa dem doppelten Radius entspricht.

Dimitisch

Bei festfleischigen oder zähen Pilzen besteht das Gewebe aus zwei Hyphenarten, den Skeletthyphen, Generativhyphen oder Bindehyphen.

Dimitisches Hyphen

Enthält generative Hyphen sowie Skeletthyphen.

Dimorph

Zweiförmig, zweigestaltig oder aus zwei unterschiedlichen Strukturen zusammengesetzt.

Diploid

Zelle mit zwei Kernen und damit auch doppeltem Chromosomensatz, im Gegensatz zu haploid (einkernig). Die diploide Phase findet bei Pilzen nur in der Basidie oder. im Ascus statt.

Direkttiefschwarz

Färbemittel für Septen und Zellwände.

Discomyceten

Schlauchpilze (Ascomyceten) mit nach außen geöffneter Fruchtschicht (Hymenium). Die Fruchtkörper sind jung meist kugelig geschlossen und öffnen sich dann scheiben, pokal, becher‐, ‐ oder schalenförmig.

Dissepimente

Bei Porlingen die Röhrenwände.

Distal

Vom Zentrum entfernt (proximal = Richtungsbezeichnung), z.B. bei distalen Sporen.

Diurese

Harnfluss.

Divertikel, Divertikeln

Ausstülpung der Außenwand von Hyphen, Sporen oder Konidien.

Divertikuliert, , Disartikulation divertikulierend, divertikulat, diverticulat

Ausstülpung durchtrennt, zweigeteilt durchtrennt. Verzweigt, oft mit Ausstülpungen versehen.

Dornig

Stachelig oder mit gekrümmten Stacheln.

Dothideomycetidae

Unterklasse der Kernpilze deren Pilzfamilien und Gattungen ausschließlich Pseudothecien (unechte Fruchtkörper) mit bitunicaten Schläuchen ausbilden.

Drüsig

Oberflächenstruktur mit Wärzchen, offenen Körnchen oder Bläschen bedeckt.

Dryophila-Struktur

Puzzleartigen Elementen setzen sich zueinander (Deckschicht).

Dunkelfeldbeleuchtung

Das Licht wird durch einen Ring geführt. In der Mitte ist es dunkel, das Licht tritt schief auf das Objekt und wird dort gebeugt.

Duplex

Zweischichtige Konsistenz vom Fleisch bei bestimmten Stachelingen. Innerhalb des Hutes oder Stieles fest, nach außen in lockeres und weiches Gewebe übergehend.

Duplexstruktur

Trama aus zwei unterschiedlichen Schichten aufgebaut.

Duplextrama

Zweischichtige Trama.

Durchbohrt

Hut geht in der Mitte lochförmig in hohlen Stiel über oder der Stiel ist innen hohlig-zylindrisch durchbohrt, z.B. Trompetenpfifferlinge.

Durchgehend

Die Lamellen verlaufen vom Hutrand bis zum Stiel durch.

Durchscheinend gerieft

Hut lässt (oft nur in feuchtem Zustand) von oben den Verlauf der Lamellen erkennen. Oberfläche wirkt gerieft oder höckerig gerieft.

Echinocysten

Kugelige oder ellipsoide, bestachelte Zellen (Hyphen).

Echinozystiden

Besondere Zystidenformen (eckig-zackenartig) bei Porlingen und Rindenpilze.

Ectal

Außen, im äußeren Bereich liegend.

Effus

Verbindungen von zwei oder mehr Teilen. Meist ohne bestimmte Form krustenförmig das Substrat überziehend.

Effuso-reflex (halbresupinat)

Bei resupinater Fruchtkörper wie Rindenpilzen, Feuerschwämmen, Porlingen usw… die abstehende Hutkanten bilden.

Effus-reflex

Fruchtkörper mit resupinatem und umgebogen, hütchenähnlichem Teil.

Eiderophil

Eine siderophile Granulation ist eine mikrochemische Reaktion (Eisen‐II‐sulfat) in den Basidien, sie sind eisenliebend…

Eiförmig-glockig

Hut eiförmig hochgewölbt mit leicht ausgestelltem eingebogen (eingeschlagen) Rand.

Eigenrand (Flechten)

Apothezienrand, ähnlich etwa die Apothezienscheibe und meist anders aussehend als das Lager gefärbt ist. Diese enthält keine Algen.

Einfrieren

Konservierung von Pilzen durch Temperaturreduzierung auf mindestens - 18 Grad Celsius.

Eingebogen

Huthaut bleibt am Hutrand kantenförmig eingerollt.

Eingekrümmt

 Eingeschlagen, eingebogen. Hutrand abwärts eingebogen aber nicht eingerollt.

Eingerollt

Huthaut bleibt am Hutrand halbkreisförmig eingebogen.

Eingeschnitten

Huthaut und Huttrama kurz einreißend bis aufspaltend rissig.

Eingeschnürt

Zystiden, Sporen mit gürtelartiger Verengung.

Eingesenkt

Unterhalb der Waagrechten-Oberfläche befindlich.

Eingewachsen

Oberflächenbekleidung innerhalb der äußeren Deckschicht liegend (angedrückt) oder innerhalb verwachsen (verbunden).

Eintrittspupille

Hier ist die Stelle vor einer Linse an der das abzubildende Bild entsteht.

Einwecken, Einmachen

Konservierung von Pilzen, indem durch Erhitzen über 90 Grad Celsius in geschlossenen Behältern die Fäulnisbakterien abgetötet werden. In der Schweiz ist der Ausdruck - Einmachen - gebräuchlich.

Einzeln

Ganz alleine wachsend (Wachstumsform), nie gesellig oder büschelig.

Eisenchloridlösung, FeCl3

Orellanin-Test nach Pöder und Moser. Oberfläche mit Eisen (III)-chlorid-Lösung bewirkt eine violette Verfärbung durch das enthaltene Orellanindiglucosid (= Vorstufe des Orellanin). Fleisch in Reagenzglas mit FeCl3 + Wasser vermischt ergibt bei Dunkelfärbung Orellanin-Nachweis.

Eisen‐II‐sulfat

Farbreaktionen bei Täublingen = 7 Teilen H2O, FeSO4 und Salzlösung.

Ektal

Außenseite, außen.

Ektoenzyme

Enzyme die von Zellen nach Außen ausgeschieden werden wie Mycelien von Saprobionten.

Ektomykorrhizapilze, Endomykorrhiza

Sind eine Form von Symbiose zwischen Pflanzen und Pilzen (Mykorrhizapilze), bei der die feinen unterirdischen Pilzfäden (Hyphen) zwar in die Wurzelrinde, nicht aber in die Zellen eindringen.

Ektoparasit, Endoparasit

Schmarotzerpilz: Ektoparasit = ein parasitischer Organismus, deren Wirt an der Oberfläche parasitiert. Endoparasit = dessen Myzel größtenteils innerhalb der Wirtspflanze lebt.

Ektospor

Aufbau der Sporen.

Ektostroma

Der äußere, vor Reife der Ascosporen erst Konidien produzierende Teil wird Ektostroma genannt, der innere Endostroma. Es ist das stützende Gewebe (z.B. Gerüst, Schicht, Lage, Unterlage, Fruchtlager…) im Hyphengeflecht.

Ektotroph

Von symbiotisch an Pflanzenwurzeln lebenden Pilzen außerhalb der Wirtspflanze lebend.

Elateren

Sterile Fasern in der Sporenmasse bei Stäublingen (Lycoperdon).

Ellipsoid, Ellipsoiden, ellipsoidal, ellipsoidisch

Rundlich-kugelig-zusammengedrückt, ellipsenförmig. Ein Ellipsoid ist die 3-dimensionale Entsprechung einer Ellipse. Sporenform: Auseinander gezogener Kreis, an eine Ellipse erinnernd.

Elongiert

Es sagt aus, dass etwas verlängert ist. Z.B. bei einer Spore ist das Ende wie eine zusätzliche Verlängerung.

Emendatus, emend, emendavit

Vom Autor verbessert, überarbeitet.

EN

In der Schweiz stark gefährdet, vergleichbar mit Deutschland RL2.

Endemit

Diese Art kommt nur in einem begrenzten Habitat vor.

Endoenzyme

Enzyme die im Inneren von Zellen sich entwickeln und dort wirksam werden.

Endokarp

Geschlossenfruchtig, d. h. die Sporen werden im Inneren des Fruchtkörpers gebildet. Innerste Schicht der Fruchtwand.

Endokonidie

Ungeschlechtliche Spore, die sich im Innern einer Pilzzelle bildet.

Endolithisch

Flechtenlager im Innern von Gestein existierend.

Endoperidie, lnnenperidie

Innere Schicht der Peridie bzw. innere Hülle bei Bauchpilzen (Geastrum, Exoperidie, Peridie). Sie umschließt die Sporenmasse und ist zumeist dünn, im Alter oft papierartig.

Endophyten

Endophyten sind Pilze die im inneren einer Pflanze leben.

Endospor, gyrnnocarp, exocarp, epispor, exospor

Der Sporenaufbau. Basidiosporen werden eingehüllt vom Perispor.

Eng stehend

Lamellen sind eng zusammenstehend, im Gegensatz von - entfernt stehend.

Enghohl

Röhrig mit schmalem Volumen im Verhältnis zum Durchmesser des betreffenden Organs (z.B. des Stiels).

Entfernt stehend

Lamellen sind weit auseinanderstehend, im Gegensatz zu engstehend = dicht zueinanderstehend (gedrängt stehend).

Entostroma

Aus kleinen Zellen bestehendes steriles Gewebe, in dem bei einigen Schlauchpilze (Ascomyceten) die Perithecien angelegt werden.

Ephemer, ephemerisch

Nur vorübergehend auftretend, kurzlebig, nur kurz erschienen.

Epicuticular-Hyphen

Epicuticular-Hyphen sind verzweigte, einreihige Fäden der Pilze und Streptomyzeten, die durch Septen zellartig unterteilt werden können. Sie bestehen aus einer äußeren Wachsschicht gegenüber anderen Hyphen.

Epicutis

Hutdeckschicht (oft mehrschichtig aufgebaut) die oberste Schicht wird als Epicutis bezeichnet.

Epicutis gemischt

Aus Haaren, Dermatozyctiden und Primordialhyphen (Primordialhyhen) bestehende Epicutis.

Epicutis heterogen

Nicht nur aus Haaren bestehend.

Epicutis homogen

Nur aus Haaren bestehende Epicutis.

Epigäisch

Oberirdisch wachsende Pilze (hypogäisch).

Epihymenium

Bei Flechten oberster, gewöhnlich gefärbter Bereich des Hymeniums.

Epikutis, Epicutis

Mehrschichtige Huthaut (Deckschicht). Kann auch mit Epikutishaaren besetzt sein.

Epimembranäre oder inkrustierte Pigmente

Körnige Pusteln (Pigmente), die krustig auf den Hyphenwänden aufsitzen.

Epiphragma

Hautartiges Deckelchen junger Nestpilze (Teuerlinge). Alt reißt das Häutchen auf und
gibt die Sicht auf die Sporenpakete frei.

Epiphyt

Scheinschmarotzer, der auf anderen Organismen wächst, ohne in deren Gewebe einzudringen, z.B. Flechtenarten.

Episoden

Vergiftungen durch wiederholten Genuss des gleichen Pilzes, z.B. Kahler Krempling.

Epispor

Sporenzellwand, +/- blasenförmig abhebend.

Episporsack

Sackartige, blasenförmige Ausstülpungen bei Ganodermasporen (Reishi Sporen).

Epistratum (Epistrata)

Äußere Hutdeckschicht. Epi- + Schicht = Eine Schicht, die über der anderen liegt und daher neuer ist als eine andere.

Epithecium

Feste, meist pigmentierte Gewebeschicht über dem Hymenium mancher Schlauchpilze (Ascomyceten Lecanorales), durch Verwachsen der die Asci überragenden freien Paraphysenenden entstehend.

Epithelium

Kugelig‐rund bis ellipsoidischen Zellen der Huthautstruktur (Deckschicht). Oft in mehreren Lagen kettenartig übereinanderstehend, wirkt feinkörnig.

Epitheton, Epithet

Artname eines zweiteiligen wissenschaftlichen Namens. Z.B. bei den wissenschaftlichen Bezeichnungen Erster Name Gattung, zweiter Name Pilzart.

Epithezium

Bei Discomyceten die Schicht über dem Hymenium. Diese werden aus den hervorstehenden Paraphysen gebildet.

Epitypus, Lconotypus, Isoneotypus, Isoparatypus, Isotypus, Lectotypus,

Typisierung: Typ, Typus, Prägung, Muster, Urbild, Beispiel, Gitter... usw

Epixylisch

Auf Holz wachsend.

Equestre-Syndrom (ev. Cycloprop-2-encarbonsäure).

Rhabdomyolyse-Syndrom

Muskelzersetzend, Muskelfaserzerfall, Muskelschmerzen, Müdigkeit, Tod durch Nieren- und Herzversagen.

Oft erst nach mehrmaligem Verzehr und in größeren Mengen verzehrt! Besonders gefährdet sind Personen die Medikamente einnehmen, deren Nebenwirkung Rhabdomyolyse verursachen kann.

Erekt

Oberfläche sieht samtig bis fein filzig aus. Hyphen der Huthaut sind aufgerichtet.

Ergotismus, Ergotismus-Syndrom

Vergiftung durch das Mutterkorn.

Erodiert

Auswaschen, wegspülen, abtragen von Bestandteilen oder Lamellenschneiden oder Fruchtkörper angefressen, ausgefressen.

Erythrozyt

Rote Blutkörperchen.

Eumycota

Echte Pilze.

Eutunicatae

Bei Schläuchen (Asci): Eher derbe Ascus-Wände, funktionell differenziert, mit Apikalmechanismus der die Sporen aktiv auswirft.

Excipulum, Exzipulum, Exipulumschicht

Äußere Gewebeschicht von Becherlingen (Apothezien mit Becher‐ oder schüsselförmigen Fruchtkörpern). Fruchtträgerschicht (Hypothezium) trägt den Fruchtträger (Hymenium).

Exkretionshäufchen

Anhäufung von Kristallausscheidungen auf dem Hut einiger Stachelingsarten (Sarcodon, Hydnellum).

Exmatrikal

Außerhalb des Wirtes. Gegensatz: Intramatrikal = innerhalb des Wirtes.

Exoascus

Äußere Wand der Sporenabgabe (Sporenabschleuderung).

Exoperidie

Äußere Hülle von Bauchpilzen, zerreißt leicht bzw. fällt leicht ab, z.B. Stacheln oder Körnchen bei Stäublingen. Bei Erdsternen werden das die sich nach außen biegenden Lappen. Oft auch als äußere Schicht einer zweischichtigen Peridie bezeichnet.

Exoperidie, Exosporium

Der Bau der Peridie (Gliederung in Endo- und Exoperidie bei mehrschichtigem Aufbau) ist ausschlaggebend für die Öffnung der Fruchtkörper.

Exsikate

Trocknung von Pilzbestandteilen zum Zweck der späteren Mikroskopierung.

Exsikkat (Exsikkaten, Exiklaten)

Getrocknete Pilze zum lebenslangen Archivieren gefundener Pilzarten. Vor der Benutzung müssen diese aufgeweicht werden. Aufbewahrung im Fungarium, Pilzherbarium.

Exsikkose

Austrocknung des menschlichen Körpers. Dieses kann bei Pilzvergiftungen mit schwerem gastrointestinalem Syndrom (Magen-Darm-Störungen) erfolgen.

Exsudat

Ausscheidung in zähflüssiger, fester oder auch in kristalliner Form.

Extensiv

Bewirtschaftung von Land zur Nutzung relativ großer Flächen, jedoch mit geringem Eingriff in die Natur.

Extrazellulär

Es befindet sich außerhalb der Zellen.

Fädig

Fadenförmige Reste, dünne längliche Fasern.

Fagus

Rotbuche.

Fakultative Mykorrhiza

Der freien Wahl überlassen. Mykorrhizapilze (Symbiosepilze) suchen sich seinen Symbiosepartner aus und umgekehrt ebenso.

Fakultativer Parasit

Saproparasit = ein Pilz der sowohl auf-lebender als auch auf toter Materie gedeihen kann (obligater Parasit).

Falten

Individuelle Form der Fruchtschicht eines Basidiomyceten.

Faltig, faltenförmig, gefaltet

Aderig, leistenförmig, zusammengefaltet, auch für Hutrand radial plissiert.

Familie

Taxonomische Einheit, die Gattungen zusammenfasst, z.B. Sprödblättler: In dieser Familie sind Milchlinge und Täublinge enthalten oder Röhrlinge; hierin sind Dickröhrlinge, Schmierröhrlinge usw… enthalten.

Farbfilter

Ausgleich der Farbtemperatur der Beleuchtung wie etwa der Blaufilter kompensiert den Rotüberhang bei Glühlampen.

Farbreaktionen Flechten

Positive oder negative Reaktionen: UV +/- mit Ultraviolettem Licht, C+/- mit Natriumhypochlorit; J+/- Kaliumjod, K+/- Kalilauge, KC+/- Kalilauge mit anschließender Natriumhypochlorit Behandlung, P+/- Para-Phenylendiamin, R- keine Farbreaktion bei chemischen Mitteln.

Fasciculol-Syndrom

Verschiedene Triterpene wie Fasciculole E und F. Verursacht Durchfall, Brechdurchfall.

Faserhyphen

Die Skeletthyphen sind dickwandig, unseptiert und mit unverzweigte Hyphen.

Faserig

Beim Abknicken bricht das Fleisch in längliche Stränge (insbesondere auch der Stiel). Gegenteil brüchig, wie bei Täublingen und Milchlingen. Dort bricht das Fleisch kugelförmig, spröde auseinander.

Faserig-flockig

Fasern sind flockenartig und kurz.

Faserig-schuppig

Aufrechte Schuppen die faserig aussehen, angedrückt und eingewachsen sind = sparrigschuppig.

Faserschicht

In der Myzelschicht ist bei manchen Pilzarten eine Faserschicht (der Peridie). Z.B. Bei Nest-Erdsternen löst sich die äußere Myzelialschicht von der Faserschicht bis auf die Lappenspitzen.

Fäulisprozess, Fäule, Moderfäule

Das Holz wird durch folgezersetzende (saprophytische bzw. saproparasitische) Pilze zersetzt. Diese zersetzen das Holz in verschiedenen Farben und Formen und werden als Auslöser für folgende Begriffe verwendet: Braunfäule (Braunfäuleerreger), Rotfäule, Weißfäule (Weißfäuleerreger), Weißlochfäule und Stammfäule.

Fäulnisbakterien

Diese verursachen eine Eiweißzersetzung im Pilz und lassen diesen verderben.

Fäulnisbewohner

Saprophyt (Folgezersetzer) = Pilze die von totem organischen Material sich ernähren. Saprophage = Lebewesen, die sich von totem organischem Material ernähren.

Fäulnisprozess

Alterung von Pilzen mit dem damit verbundenen Eiweißzerfall.

Feintrieb

Dient zum feinen Verstellen der Arbeitshöhe vom Kreuztisch.

Fertil (Fertilen, Fertiler)

Fruchtbar, vermehrbar, ertragreich, keimfähige Sporen auszubilden.

Fertiles Element

Zur Fortpflanzung des Pilzes nötiger Bestandteil wie die Sporen, Asci, Basidien usw… Wenn fertile Elemente auf Lamellenschneiden sitzen, sind die Basidien nur mit fruchtbaren aber ohne sterile Elemente besetzt.

Festoniert

Hutrand hat bogenförmige Sektoren oder Lappen.

Fibrille, Fibrillen, fibrillosiert

Kurzer senkrecht abstehender Stiel bei Flechten oder anderen Pilzen. Struktur aus feinen Fasern, meist Stränge, z.B. Myzelstränge an der Basis. Es sind fast mikroskopisch kleine Faser. Es handelt sich um längliche Strukturen, die ein wesentlicher Bestandteil pilzlicher Zellwände sind. Sie bestehen aus Kohlenstoffverbindungen (z.B. Polysacchariden).

Fibrillös

Aus Fasern bestehend (faserig).

Fide

Übereinstimmung mit siehe, gemäß, so soll es sein.

Filamentös

Fadenförmig (Fadenpilze).

Filiform, filiformis

Fadenförmig, strickförmig.

Filtrierpapier

Löschpapier, saugfähiges Papier, das überschüssige Präparierlösung aufnimmt.

Filzig

Oberfläche mit feinen, ungerichteten, kurzen Härchen, meist dicht bedeckt (fast wollig nur mit kürzeren Haaren).

Fimbriat

Gefranst, ausgefranst, zottig, oft mit zusammengeballten oder verklebten Haaren besetzt.

Finalphase

Endstadium der Holzzersetzung = verrottet.

Fingerhutförmig

Fruchtkörperform kegelig und mit breitem, abgerundetem Scheitel.

Fissitunikat

Die Schläuche sind zweiwändig (bitunikat) und der Schlauch fährt teleskopartig aus, mit einer augenförmigen Kammer, eiförmig bis annähernd zylindrisch.

Flabelliform

Pilze mit fächerförmigen Fruchtkörpern werden flabelliform genannt. Effuso-reflexe Fruchtkörper.

Flach gebuckelt

Fruchtkörperform schwach erhoben mit breitem Buckel (Wölbung).

Flatterig, festoniert, gewellt, flatterig wellig, querwellig

Fruchtkörper, Hutrand dünn und unregelmäßig wellig aufgeworfen. Jedoch ohne Knick hin- und quergebogen.

Flaumig

Fruchtkörper mit feinster Wolle bedeckt.

Flechtenbestimmung

Zur Flechtenbestimmung werden häufig folgende Substanzen verwendet: Keine Farbreaktion bei chemischen Mitteln = R-; Kaliumjod = J+/-; Kalilauge mit anschließender Natriumhypochlorit Behandlung bzw. Chlorkalk-Lösung = KC +/-; Ultraviolettes Licht = UV +/-, Kalilauge = K +/-; Calciumhypochlorit = C +/-; Para-Phenylendiamin = P +/-; Beispiel: Krustenflechtenarten (CALOPLACA) und Krustenflechtenarten (CANDELARIELLA) sehen sich sehr ähnlich. Der Unterschied ist in der K Reaktion: K+ rot = CALOPLACA zu K- = CANDELARIELLA. Es gibt aber auch Gattungen die chemisch nicht bestimmbar sind: LEPRARIA; CALOPLACA; USNEA.

Fleckend

Bei Berührung sich in eine andere Farbe verfärbend.

Flecksoral

Bei Flechten: Sorale, rundlich bis unregelmäßig, begrenzt auf der Lageroberfläche.

Flockig

Mit kleinen, weichen Elementen (Fasern, Haare, Schuppen…) bedeckt, diese sind meist abwischbar oder entfernen sich durch andere Einflüsse wie Wachstum oder Umwelteinflüsse (Regen, Witterung… usw…).

Flüchtig

Der Ring verschwindet bei älteren Pilzen.

Folgezersetzer

Saprophyten. Totes organisches Material wird zersetzt und als Pilznahrung verwendet. Wir bezeichnen Schleimpilzen ebenfalls gerne als Folgezersetzer. Denn sie sind meist beides: Saprophyt + Parasit. Sie fressen z.B. auch tote und lebende Bakterien von den Oberflächen.

Forma

Taxonomische Kategorien für ähnliche Form einer anderen aber sehr ähnlichen Art.

Formalin, Formol, Formaldehyde (FO) (HCHO) (CH2O)

Farbreaktion bei einigen Tricholoma‐Arten; 40 %-ige wässrige Formaldehydlösung (CH2O). Farbreaktion bei einigen Täublingen, besonders bei Schwärztäublingen (meist 10 % Formalin) am Fleisch lachsrosa Verfärbungen.

Fornicat, fornikat, portalförmig

Eine Form der Exoperidie bei Erdsternen. Dort stehen die einzelnen Lappen auf den Spitzen und sind meist durch die Hülle des Myzels im Boden miteinander verbunden.

Fragil

Zerbrechlich, gebrechlich, brüchig.

Fraxinus

Eschenarten.

Frei

Gilt bei Lamellen, die nicht am Stiel angewachsen sind, z.B. bei den Schirmlingen.

Freistehend

Lamellen oder Röhren den Stiel nicht berührend.

Frontalansicht, Profilansicht

Sicht auf die Spore von Ständerpilzen (Basidiomyceten), wenn sich deren Apikulus in der Mitte des Sporenendes zeigt.

Fruchtkörper

Der sichtbare Teil des Pilzes, dient als Samenspender. Vergleich: Apfel eines Baumes. Der Fruchtkörperteil eines Pilzes, welches vermehrungsfähige Teile bildet und auf der Oberfläche sichtbar wird.

Fruktation

Bildung von Fruchtkörpern wie Pilze.

Fruktifikation

Ausbildung von Früchten bei Pilzen und Flechten über Sporenträgern.

FSME

Durch Zecken übertragene Krankheit, die Gehirnhautentzündung auslösen kann. Diese kann vereinzelt tödlich sein! Eine Impfung ist möglich. Frühsommermeningoenzephalitis FSME im englischen: TICK BORNE ENCEPHALITIS, TBE = Frühsommer-Meningitiserkrankung.

Fuchsig

Farbe: Bräunlich-rotorange.

Fumarprotocetrarsäure, Protocetrarsäure

Ist ein farbloser, geruchloser Stoff, der leicht bitterlich schmeckt. Früher wurde diese Inhaltsstoff durch lecken an der Flechte festgestellt. Heute verwendet man hierzu para-Phenylendiamin (= P +).

Fundamentalhyphen

Dünnwandig, großzellig, septiert, mit oder ohne Schnallen, oft mit starken Einschnürungen an den Septen.

Funga

Pilzflora (bei Pflanzen wäre dies Fauna und Flora).

Fungi

Pilze.

Fungi imperfecti

Deuteromycetes, imperfekten Pilze (Deuteromycetes) sind Vertreter der höheren Pilzarten (Schlauch-, Ständer- oder Jochpilze), in deren Entwicklungszyklus die Phase der sexuellen Befruchtung fehlt oder noch nicht gefunden wurde. Die Vermehrung erfolgt durch asexuell gebildete Sporen (Konidien) oder rein vegetativ.

Fungicol

Auf oder an Pilze wachsend = pilzbewohnend.

Fungizide

Pilzabtötende Gifte.

Funiculum

Faden mit dem die Sporenpakete der Teuerlinge an der Innenseite befestigt sind.

Funiculus

Dünne Schnur, an der die Peridiolen mancher Nestpilze (Nidulariaceae).Diese sind aufgereiht und sind mit dem Fruchtkörper verbunden.

Furche

Rinne, Riefe, Rille, rillstielig, gerillt, linienförmige, deutlich wahrnehmbare Vertiefung einer Oberfläche.

Fusiform, fusoid

Lanzettenförmig oder spindelförmig. Oben und unten zugespitzt, Mitte zylindrisch. Wird oft bei Sporenaussehen verwendet.

Fusisporea

Spindelsporige Schirmlingsarten.

Futter

Bei Röhrenpilzen die Röhren (Röhrenfutter).

Galerinoid, inocyboid

Habitus bzw. Eigenschaft der Gattung = Gattungsspezifisch wie z.B. bei Risspilze Geruch spermatisch oder Sporen eckig usw… gleiches gilt z.B. bei Häublinge, Rötlinge… usw ...

Gallertartig, gelatinisiert

Gelatinös = weich wie Gummibärchen oder Wackelpudding.

Gallertpilze

Weicher, elastischer, weich-gummiartiger, oft auch glasiger Konsistenz. Ordnung Zitterlingsartige, gallertartige (Agaricomycotina, Heterobasidiomycetes, Tremellales, Tremellomycetes, Heterobasidiomycetes = Untergruppen der Basidiomycetes).

Ganzrandig

Hutrand oder Lamellenschneide mit gerader Linie abschließend.

Garen

Erhitzen auf über 90 Grad Celsius.

Gasteromycetation

Hydrophobie von Basidiosporen als Merkmal der Gasteromycetation.

Gasteromyceten

Bauchpilze (polyphyletische Gruppe), Sporen werden im inneren eines Hohlkörpers gebildet.

Gastrointestinalem Syndrom

Magen-Darm-Störungen = Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall.

Geadert

Aderig (äde­rig, ad­rig, äd­rig), verzweigte Linien, leistenförmig, zusammengefaltet.

Gebändert

Genattert, gegürtelt, mit bandartiger, breiter, nicht erhabener Zonierung. Beispiel: Bänderung am Stiel die z.B. durch Reste vom VELUM UNIVERSALE gebildet wurde.

Gebrechlich

Altersschwach, zerbrechlich aufgrund seines alten Zustandes.

Gebuckelt

Stumpfe bis spitze Wölbung des Fruchtkörpers.

Gedrungen

Stiel im Vergleich zum Hut kurz und gleichzeitig dick, gern bei Dickröhrlingen.

Gefeldert

Hutoberfläche wie Felder (landkartenartig) bis schollig aufgesprungen.

Geflammt

Mit einer Musterung die wie eine Flammenzunge aussieht (oval mit spitzem Scheitel).

Geflügelt

Sporenornament mit schmalen, langen, weit abstehenden Stegen besetzt = flügelartig.

Gefurcht

Mit Rillen versehen (gerillt, rillig).

Gegabelt

Lamellen verzweigen sich in zwei Lamellen. Sie setzen sich mit zwei Adern fort.

Gegürtelt

Velumreste bandähnlich am Stiel sichtbar.

Gehöft, Hof

Mit einer rundlichen Umrandung, z.B. Erdsternmündung oder Stielboviste mit einem rundlichen andersfarbigen Hof versehen.

Gekammert (zellig-hohl)

Mit Hohlräumen (meist im Stiel). Auch Gleba mit Hohlräumen.

Geknickt, abgeknickt

Die Richtung verändern durch äußere Einwirkung.

Gekniet

Stiel im unteren Teil stark zur Seite gebogen (oft schuhartig oder rechtwinklig abgeknickt).

Gelappt

In zungenförmigen bis spitze Lappen gegliedert, gern bei Blattflechten.

Gelatinös

Gallertartig, labbrig.

Gelifiziert

Geleeartig, gallertartig aufgeweichte Zellwände von Hyphen. Diese Schichten quellen bei Befeuchtung gallertartig oder schleimig auf und sind im Mikroskop an ihren verschwommenen Umrissen sichtbar.

Genabelt, nabelig, nabelformig, konvex-trichterig

Fruchtkörper mit kleinem, aber deutlich vertieftem konvex-genabeltem Trichter, d.h. nach oben gebogen und nach unten vertieft.

Genattert, natterartig-gebändert

Velumreste oder ein waagerechtes Aufreißen der äußeren Stielrinde. Als bandähnliche Verfärbung am Stiel sichtbar, oft mit Zick-Zack-Bänderung.

Generativhyphen

Dünnwandig verzweigte Hyphen mit oder ohne Schnallen an den Septen.

Genetzt, netzig

Mit erhabenem, maschenartigem Muster, das sich meist andersfarbig darstellen. Oft bei den Röhrlingen wie Steinpilz oder Netzstieliger Hexenröhrling zu sehen.

Geotropismus

Ausrichtung (Wuchsrichtung) der Fruchtschicht. Wird das Substrat bei diversen Porlingen oder Blättlinge gedreht, versucht sich der Pilzfruchtkörper senkrecht wieder auszurichten.

Gerandet, abgesetzt knollig, gerandet knollig

Stielbasis mit oberseits kantigem, knolligem Abschluss, z.B. bei den Klumpfüßen.

Gerieft, durchscheinend gerieft, gekerbt, gerillt, gestreift

Rillen im Hut, Hutrand, Stiel = mit feinen Längsfurchen und oft erst durch Feuchtigkeit sichtbar.

Gerippt

Mit erhöhten, rippenartigen Erhöhungen (Graten).

Gerunzelt

Mit feinen, oft ungeordneten Falten, fast aderig wirkend.

Gesägt, gezähnelt, gezahnt, schartig, erodiert, ausgefressen, gezackt, ausgezackt

Wellige Lamellenschneide, oft mit spitzen oder scharfwelligen, ausgerichteten und teils regelmäßigen Zacken.

Gesamthülle, Gesamtvelum

Velum Universale.

Gesäumt, fransig

Hutrand oder Lamellenschneide mit feinen Fransen besetzt.

Geschnäbelt

Zystiden oft bauchig und mit spitz zulaufendem, längerem Hals = schnabelförmig.

Geschweift

Hutrand nach oben geschwungen (abgebogen) oder Lamellen mit geschwungener Schneide.

Gesellig

Mehrere gleiche Pilzarten, oft gruppenweise nebeneinanderstehend.

Getropft

Mit tropfenähnlichen Flecken auf Hut oder Stiel.

Gezont, zoniert

Fleisch, Hut- oder Stieloberfläche meist mit andersfarbigen, konzentrischen Kreisen sichtbar.

Giftpilze

Im Pilz enthaltene gesundheitsgefährdende Substanzen.

Gilben (gilbend)

Gelbliches Verfärben, bei manchen Pilzarten tritt dies durch Berührung, Verletzung oder im Alter auf.

Glasig

Fleischkonsistenz wässrig, teilweise auch hart und dadurch leicht zerbrechlich.

Glatt

Oberfläche ohne oder nur mit geringem Reibungswiderstand (ohne Rauigkeit).

Gleba

Innerer pulverig-staubiger (fertiler) Bereich von Stäublingen, die später das Sporenpulver enthält. Oft anfänglich weiß und mit zunehmendem Alter grün.

Gleichfarbig

Stiel + Hut oder Lamellenschneide + Lamellenfläche mit gleicher Farbe.

Glimmerig

Feine, sandartige, glitzernde und oft abwischbaren Körnchen bedeckt. Oft als Reste von der Gesamthülle. Oft bei Tintlingen wie Glimmertintling, Weidentintling usw ... zu sehen.

Globos, globosen

Kugelig, kugelförmig, wie der Erdglobus. Z.B. Globose Zellen = rundliche Zellen.

Glochidie

Härchen mit Widerhaken.

Glockig, glockenformig

Fruchtkörper kegelig bis eiförmig. Verschieden Glockenförmig hinsichtlich der Rand- und Formverhältnisse, wie glockig-geschweift, spitzkegelig-glockig, stumpfkegelig-glockig, eiförmig-glockig.

Gloeodimitisch, Gloeodimitisches Hyphen

Hyphensystem mit generativen und gloeopleren (Gloeoplere = wenig septiert) Hyphen. Enthält gloeoplere sowie generative Hyphen.

Gloeoplere Hyphen

Wenig septierte oder einzellige Hyphen, die an generativen Hyphen entspringen und in Gloeozystiden oft enden.

Gloeozystiden

Zystiden mit dickem, schleimigem Überzug z.B. bei den Pilzgattungen Schmierröhrlinge (Suillus), Rüblinge (Baeospora) und Zählinge (Lentinellus).

Gloezystiden

Zystiden die einen oft an-färbbaren, ölartigen oder körnigen Inhalt besitzen.

Glyzerinpuffer

Zum Aufquellen von Exsikkaten = L4‐Lösung.

Goniospor

Eckige Sporen; diese besitzen viele Ecken und Kanten (eckigsporig). Gern bei Risspilzen.

Graminicol

An, auf oder bei Gräsern wachsend.

Grandinioid

In der Gattung Zähnchenrindenpilze, Stachelsporlinge (Aphyllophorales, Grandinia) typischerweise dort vorherrschende Hymenophorstruktur mit teils warzigen (halbkugeligen) Erhebungen.

Granulär, interhyphig, intraparietal

Pigmentierung besteht aus vielen kleinen, festen Partikeln wie Körnern oder Kugeln. Bei der Mikroskopie der Sporen usw… wichtig.

Granuläres Pigment

Körniges Pigment.

granuliert

In der Mikroskopie sind dies gekörnte Zellinhalte.

Gratig, gratigen

Bestimmter Ornamentationstyp (Sporenoberfläche) von Pilzsporen, gern bei Täublingen. Hierbei ist eine stark erhabene, unregelmäßige, leistenförmige Ornamentik (Oberfläche) sichtbar.

Grobtrieb

Dient zum groben Verstellen der Arbeitshöhe des Kreuztisches.

Grubig

Flache andersfarbige Flecken (Aphten), meist dunkler, z.B. am Stiel. Meist mit runden oder unregelmäßig geformten Vertiefungen an der Oberfläche.

Guajacol

Ein in Guajak-Bäumen vorkommender sekundärer Pflanzenstoff, der sich strukturell vom Anisol (C7H8O) und vom Phenol (C6H6O) ableitet. Wird auch zum Farbtest bei Täublingen verwendet.

Guajaktinktur

Guajak‐Harz in Alkohol = Farbreaktion bei Täublingsarten. Löst oft eine Blau- oder Grünfärbung am Fruchtkörper hervor. Guajak (Guayacan, Guaiacum, Lignum-vitae, Gaïac, Pockholz) stammt aus Jochblattgewächse (Zygophyllaceae).

Guttationstropfen, Guttationströpfchen

Vom Pilz ausgeschiedene tränende Flüssigkeitstropfen (Wassertröpfchen), bei feuchtem Wetter oder bei jungen Fruchtkörpern vor allem an der Fruchtschicht z.B. Röhren, Lamellen.

Guttulen, guttuliert

Feine Tröpfchen, gut mikroskopisch erkennbar in den Sporen.

Gymnocarp, gymnokarp, exocarp

Fruchtschicht wird offen angelegt (nacktfrüchtig = sich ohne Hülle entwickelnd), z.B. bei den Keulen. Vergleich Außenfrüchtler: Zumindest im Reifestadium im Freien liegen Fruchtschicht, z.B. Bauchpilze (Gasteromyceten).

Gymnocarpie

Fruchtkörper ohne Vela (Schleier, Verschleierungshyphe).

Gyromitra-Syndrom.

Gyromitrin, Monomethylhydrazin (MMH). Toxine verflüchtigen sich beim Trocknen vollständig und beim Kochen teilweise; auch wasserlösliches Gift. Tödliche Dosis: Pro Kilogramm Körpergewicht: 10-30 mg Gyromitrin für Kinder, 30-50 mg Gyromitrin für Erwachsene. Vorsicht! Die Vergiftung kann auch durch Einatmen des Giftes während des Kochvorgangs erfolgen!

Haarähnliche Prolongationen

Verlängerte Endzellen an der Außenseite eines Fruchtkörpers (Plural: Apotheziums Apothecien).

Haare

Lange Endzellen im Außenbereich eines Fruchtkörpers.

Haarschleierlinge

Haarartiges Gebilde, bei Schleierlingen zwischen Hut und Stiel.

Habitat

Lebensraum (Wohngebiet) des Pilzes. Oft auch deren Populationsvorkommen.

Habitus

Äußeres Erscheinungsbild des Fruchtkörpers.

verbogen, gesäumt.

Hacken

Einige Schlauchpilze haben schnallenähnliche Auswüchse an den askogenen Hyphen. Dort werden diese Haken genannt.

Hakenzystide

Hakenzystiden existieren bei einigen Dachpilzen (PLUTEACEAE). Diese sind hakenmäßig gebogen.

Halbkugelig

Einer halbierten Kugel aussehend.

Halluzinogen

Löst Wahnvorstellungen aus, z.B. bei Psyilopilzen, Psilocybe (Psilocybin-Pilze) mit dem Wirkstoff Psilocybin.

Halophil

Auf salzigem Boden wachsend.

Halozystiden

Besondere Zystidenform; kugelig mit Stiel, ähnlich wie eine Qualle, z.B. wie beim Zweifarbigem Harzzahn.

Hämolyse

Zerfall der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Hämolysine = Substanzen die Erythrozyten auflösen. Hämolysine werden durch Kochen zerstört.

Hämolytische Anämie

Blutauflösend, die roten Blutkörperchen werden zersetzt.

Hängend

Ring, Manschette kann nach unten herabhängend.

Hantaviren

Kontamination eines Virus bei roh verzehrten Pilzen und Beeren! Virusinfektion. Übertragung durch Einatmen oder Verzehr von Kot, Speichel oder Urin von Mäusen.

Haplohyphidie

Ist von der Form vegetativer Hyphen ähnlich = Genom im Zellkern einer Zelle.

Haploid

Zelle mit einem Kern (einkernig). Damit auch nur mit einem Chromosomensatz, im Gegensatz zu diploid (Zelle mit zwei Kernen).

Haplontenwirt

Bei Rostpilzen auf deren Wirtspflanze sich das Myzel (Einkern-Mycel) entwickelt.

Hart

Konsistenz des Fleisches; lässt sich fast nicht zusammendrücken.

Hauptfruchtform (= Teleomorphe)

Fruchtkörper mit fortpflanzungsfähigen Sporen, die in Ständerpilzen (Basidien) oder mit Schlauchpilzen (Asci) gebildet werden.

Häutig

Fleisch, Ring usw… kann hautartig dünn oder durchscheinend dünn sein.

Heide

Wiesenähnlich, meist natürlich belassen mit Weidentieren.

Heidepilze

Auf Wiesen wachsende Pilze.

Heilpilze (=Vitalpilze)

In der Traditionellen Chinesischen oder Japanischen Medizin werden Pilze zur Behandlung von Krankheiten verwendet. In der EU/Schweiz/Europa wird dies (noch) nicht anerkannt. Sie gelten in unseren Regionen als Vitalpilze zur homöopathischen oder naturkundlich begleitenden Behandlung von Erkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems.

Heliophil

Helligkeitsliebend, lichtliebend.

Helmartig, helmförmig

Fruchtkörper ist halbkugelig mit oft leicht ausgestelltem Rand.

Helmsoral

Bei Flechten: Sorale unter einer helm- oder kuppelartigen Aufwölbung von Lappen.

Helotiales

Ordnung inoperculater Ascomycetes. die Fruchtkörper sind Apothezien mit gefärbtem Hymenium und septiertem Myzel. Sie leben in saprophytischen, parasitischen bzw. phytopathogenischen Lebensweisen, auch mit Algen kombiniert (lichenisiert).

Hemiangiocarp

Das Hymenium wird in der Jugend durch eine spezielle Hülle geschützt und erst bei Reife freigegeben = Halbverdeckt-Fruchtigkeit.

Herablaufend

Lamellen, Röhren, Poren und Stacheln wachsen am Stiel abwärts.

Herbarium, Herbar

Sammlung von getrockneten Pilzen und deren Beschreibung zur Nachuntersuchung.

Herbicol

Auf, bei, an Kräutern wachsend.

Herbizide

Unkrautbekämpfungsmittel.

Hervorbrechend

Besonders gern bei Schlauchpilzen (Ascomyceten). Fruchtkörper entwickelt sich zuerst unter der Substratoberfläche und entwickelnd sich erst im letzten Stadium der Entwicklung aufreißend und dann dem Substrat entspringend.

Heterobasidiomyceten

Es sind Geleepilze, Brandfleckenpilze und Rostpilze. Sie sind Basidiomyceten mit septierten Basidien. Dies steht im Gegensatz zu Homobasidiomyceten mit nicht septierte Basidien. Homobasidiomycetes sind also eine Untergruppe der Basidiomycetes die keine Sekundärsporen ausbilden, sondern deren Basidiosporen direkt zu einem Myzel auskeimen.

Heterobasidiomycetidae, heterobasidiomycetes

Unterklasse der Gallertpilzartigen. Heterobasidiomyceten sind einschließlich Geleepilze, Brandflecken und Rost, sind Basidiomyceten mit septierten Basidien. Dies steht im Gegensatz zu Homobasidiomyceten, einschließlich der meisten Pilze und anderer Agaricomyceten, die nicht septierte (aseptierte) Basidien aufweisen.

Heterodiametrisch

Sporenform merklich länger als breit.

Heterogen

Verschiedenheit = Von unterschiedlicher Beschaffenheit. Nicht gleichartig im inneren Aufbau, uneinheitlicher Aufbau, aus Ungleichartigem zusammengesetzt, nicht homogen. Beispiel, bei Lamellenschneiden: Diese sind nicht vollständig fertil, sondern die Basidien sind mit Cheilozystiden oder steriler Marginalzellen durchsetzt.

Hetero-isodiametrich

Sporenkanten sind von unterschiedlicher Beschaffenheit in allen Raumrichtungen ausdehnend, z.B. beim Schlehenrötling.

Heteromer, homöomer

Tramaaufbau bei den Täublingsverwandten (Russulaceae). Aus gleichgestalteten Hyphen und Sphaerozysten bestehen.

Heteromorph

Vielgestaltige Wuchsformen.

Heterophyllinae

Russula subsect. Dies ist eine Untersektion aus der Gattung Täublinge (Russula), die innerhalb der Sektion HETEROPHYLLAE steht. Robuste Fruchtkörper wie Speisetäublinge oder Wiesentäublinge.

Heteroprosphytiasis

Verwachsung von Fruchtkörpern mit verschiedenen Arten. (wurde auch mit gleichen Arten als Isoprospyhytiasis bezeichnet).

Heterotallisch

Zur Fruchtkörperbildung müssen mehrere Hyphen aus Einzelsporen miteinander oder ineinander verschmelzen.

Heterotroph

Heterotrophie ist das Aufbauen von Körperbestandteilen durch Lebewesen aus bereits vorhandenen organischen Verbindungen. Pilze ernähren sich heterotroph. Pilze sind aufgrund des ihnen fehlenden Chlorophylls nicht zur Photosynthese fähig und müssen sich deswegen heterotroph ernähren.

Heterözisch

Der Ursprungswirt wird gewechselt.

Hexenei

Junger (unreifer) Fruchtkörper von Stinkmorcheln oder anderen Rutenpilzen.

Hexenring (Elfenring)

Rundliche Anordnung von Pilzen. Kann bis zu mehreren Metern Durchmesser haben. Am Rande des unterirdischen Myzels bilden sich die Fruchtkörper aus, dadurch entsteht ein sogenannter Hexenring. Der Ring wird von Jahr zu Jahr größer und kann viele Jahrzehnte aufgefunden werden.

Hiatus

Öffnung, Lücke, Kluft, Grube.

Hilarappendix

Stielartige Zuspitzung (Anwachsstelle) an der Basis oder einer Basidiospore, mit der sie am Sterigma haftet.

Hilardepression

Eindellung (Vertiefung) der Sporenwand in der Nähe des Appendix, Apiculus (Anhang, auffälliger Auswuchs) bestimmter Pilzarten = Hilarfleck.

Hilarfleck

Eindellung der Sporenwand in der Nähe des Appendix (Anhang, auffälliger Auswuchs) bestimmter Pilzarten = Hilardepression.

Hilum

Sollbruchstelle zwischen Sterigma und Appendix bei einer Basidiospore.

Hinfallig

Schnell vergänglich, z.B. bei Tintlingen.

Hirnartig

Ineinander verzweigte hirnartige Fruchtkörper.

Höckerig

Buckelig, Hut- oder Sporenoberfläche mit mehreren kleinen Buckeln versehen.

Holobasidien

Einzellige Basidien (Ständer).

Holundermark

Wird gern zum Einklemmen des Präparates verwendet, um sehr feine Schnitte vollziehen zu können. Wird aus den schnellwachsenden Jahrestrieben gewonnen.

Homobasidiomyceten

Die meisten Pilze z. B. Teuerlinge usw… und anderer Champignonartige (Agaricomyceten) haben nicht septierte Basidien. Gegensatz Heterobasidiomyceten mit septierten Basidien.

Homogen

Gleichartig, von gleicher Beschaffenheit. Gleichmäßig aufgebaut, einheitlich, aus Gleichartigem zusammengesetzt.

Homonym

Gültiger veröffentlichter Name.

Homothallisch

Nicht immer ist eine Verschmelzung von mehreren Hyphen notwendig um Fruchtkörper entstehen zu lassen. Manchmal genügt auch eine einzelne Spore die ein Myzel bildet, dieses nennt man dann homothallisch entstandener Pilz.

Hufförmig

Fruchtkörperform ist ungestielt, halbkreis-bis fächerförmig. Oft bei Baumpilzen.

Hut

Oberer Teil des Pilzes.

Hutdeckschicht (HDS)

Oberste Schicht vom Pilzhut.

Huthaut

Überzug der Hutoberfläche. Diese kann ein‐ oder mehrschichtig sein.

Hutpilz

In Hut und Stiel gegliederte, z.B. Röhrlinge, Lamellenpilze, Porlinge, Stachelinge, Leistlinge…

Huttrama

Hutfleisch. Fleisch das sich zwischen Huthaut und Röhren oder Lamellen befindet.

Hyalin

Die Sporen, die Wände von Hyphen oder die Zystiden sind farblos, durchsichtig, glasklar, ungefärbt. Dieser Begriff wird allgemein auch als durchsichtig, glasig, kristallin, homogen oder glasklar als Merkmal verwendet, z.B. bei der Stiel- oder Hutdurchsichtigkeit.

Hybride

Gekreuzte Arten, bei Pilzen nicht möglich, da diese nicht wie Sorten reagieren, sondern immer die gleiche Art bleiben. Bei Pilzen kann höchstens durch unklare oder vermengte Beschreibungen entstanden sein. Tatsächlich aber existieren diese Arten wissenschaftlich gesehen nicht.

Hydnoid

Das Hymenophor (Fruchtlagerschicht bei Pilzen, Habitus) besteht aus schlanken, mehr oder weniger langen, spitz zulaufenden Stacheln, die meist länger als 1 mm sind. Z.B. bei den Stoppelpilzen.

Hydrochorie

Verbreitung durch das Wasser, z.B. Wasserpilze (ANGUILLOSPORA).

Hydrophil, hygrometrisch, hygrochastisch, hygrophil

Wasserliebend, Feuchtigkeitsliebend. Durch Quell- oder Schrumpfprozesse gesteuerte Bewegungen bestimmter Fruchtkörperteile, wodurch bei Nässe die Sporenaussaat freigegeben, bei Trockenheit verhindert wird oder wie bei den Schwindlingen sie bei Feuchtigkeit wieder aufquellen.

Hydroxyinfractin

Antibiotischer Stoff, enthalten z.B. im Bitteren Schleimkopf (Cortinarius infractus).

Hygrophan

Der Pilz verändert seine Farbe durch Wasserverlust. Meist ein Verblassen der Farbe von der Hutmitte (zentral-marginal) aus.

Hygrophoroid

Schnecklings-Habitus.

Hygroskopisch

Hygroskopie ist die Eigenschaft von Stoffen, Feuchtigkeit aus der Umgebung zu binden. Z.B. Öffnen sich Erdsterne oft bei ausreichend gebundener Feuchtigkeit.

Hymenephor

Ist ein Teil des Fruchtkörpers beziehungsweise des Fruchtlagers der Ständerpilze. Schlauchpilze und Bauchpilze haben kein Hymenophor.

Hymenial

Zum Fruchtschicht (Hymenium) gehörend oder dort entstehend.

Hymenialelement

Die einzelnen Elemente der Fruchtschicht (Hymeniums), d. h. der Fruchtschicht der Basidiomyceten.

Hymenialsetae

Sete (Haar) im Hymenium (Fruchtschicht).

Hymenialzystiden

Zystiden in der Fruchtschicht, an Lamellenschneide oder Lamellenflächen.

Hymeniderm, Hymenoderm

Makroskopisch wirkt die Huthaut (Deckschicht) feinkörnig. Die Huthautstrukturen gleichen einem Hymenium, meist mit blasig‐keuligen Zellen. Tricho-Hymeniderm = haarig-feinkörnig. Die Hyphen der Hutdeckschicht sind hymeniform oder palisadisch. Diese sind dicht gedrängt und senkrecht stehenden, an kurzen, keuligen Hyphen erinnern.

Hymeniform

Huthautstruktur mit ähnlichem Aufbau wie ein Hymenium, mit keuligen bis rundlichen Enyhyphen. Oft ein samtig‐körniges Aussehen bildend.

Hymeniforme Schicht

Haarige, samtige oder feinfilzig-samtige Schicht.

Hymenium, Hymeniums

Fruchtschicht bei Pilzen und Flechten in denen Basidien oder Asci Sporen ausgebildet werden. Sie besteht aus einer dünnen Schicht fruchtbarer Zellen, die vom Hymenophor getragen werden.

Hymenochaetales

Borstenscheiblingsartige, Unterabteilung der Ständerpilze.

Hymenogasteraceae

Großfamilie der Pilzarten, darunter Häublinge (GALERINA), Fälblinge (Hebeloma), Wurzelschnitzlinge), (PHAEOCOLLYBIA), Sumpfschnitzlinge (NAUCORIA) …

Hymenophor, Hymenophors, Hymenophortrama, hymnophorale Trama

Fruchtlagerschicht bei Pilzen die vom Hymenium überzogen wird. Meist lamellenartig, leistenartig, röhrig, stachelig, runzelig, gerunzelt. Teil des Fruchtkörpers oder Fruchtlagers der Ständerpilze. Es kann in Form von Lamellen, Röhren, Poren, Leisten oder Stacheln ausgebildet sein; es ist Träger des Hymeniums. Bauchpilze und Schlauchpilze besitzen kein Hymenophor.

Hymenopodium

Unregelmäßige oder parallelhyphige Schicht, die oft zwischen Subhymenium und Lamellentrama eingeschoben ist und fadenförmige Hyphen verbunden scheint.

Hynenium

Ist der Ort der Meiosporenbildung von Schlauch- und Ständerpilzen, das sich im makroskopisch sichtbaren Hyphengeflecht des Fruchtkörpers befindet.

Hyopthecium

Bei Flechten der Bereich unter dem Hymenium. Kann gleiche oder auch eine andere Farbe aufweisen.

Hyperparasit

Ein parasitärer Pilz der auf einem parasitischen Pilz wachst, z.B. Parasitischer Scheidling.

Hypertrophie

Anomales Wachstum oder Wucherung von Geweben durch Einfluss von Witterungs- und Umweltfaktoren, Eiablage von Tieren (Gallen), Pilzbefall usw…

Hyphen, hypha

Fadenartige, verzweigte, schlauchartige mikroskopisch kleine Zellen eines Pilzes. Ein Großteil des Pilzes ist daraus aufgebaut. Auch das Mycel besteht aus einer ganzen Ansammlung von Hyphen.

Hyphenpflöcke

Im Hymenium durchragende Bündel von Tramahyphen, z.B. bei Sägeblättlingen (Lentinus).

Hyphenschicht

Schicht zwischen Rinde (Huthaut) und Fleisch = Kortikalschicht.

Hyphensysteme

Gesamtheit der Hyphen, es gibt drei Unterteilungen je nach Art der Zellen: Dimitisch, monomitisch oder trimitisch.

Hyphidie (Dendrohyphidie, Dichohypbidie, Halohyphidie)

Es sind mehr oder weniger dünne, sterile Hyphenenden, die man bei einigen Pilzen in der Fruchtschicht (Hymenium) finden kann. Sie wurden früher auch oft als Paraphyse, Pseudoparaphyse oder als Paraphysoide bezeichnet.

Hyphidium

Steriles Hyphenende im Hymenium ohne auffallende Verdickung. Erscheint hyphenartig. Oft werden abgesporte Ständer (Basidien) damit überwachsen. Es gibt drei häufige Formen: Dendrohyphidien (verzweigt astartig), Acanthohyphidien (kurzstachelig) sowie Dichohyphidien (dichotom verzweigt).

Hypochnoid

Fruchtschicht nicht zusammenhängend, sondern von flockiger und aufgelockerter Struktur.

Hypocreales

Pustelpilze, gehören zur Ordnung der Schlauchpilze.

Hypodermium, Hypoderm, Hypodermis

Untere Huthautschicht (Subkutis) mit zelligen Strukturen.

Hypogäe, hypogäisch

Fruchtkörper das normalerweise unterirdisch oder halbunterirdisch ausreift. Z.B. trüffelartig bei Trüffeln.

Hypogäisch

Trüffelartige Pilze bzw. unterirdisch wachsende Pilze.

Hypomycetes

Durch Hyphen bekannte Pilze die größtenteils imperfekte Stadien aufweisen. Z.B. Schlauchpilze (Fungi imperfecti).

Hypothallus

Häutig-ähnliche Unterlage bei Schleimpilzen (Myxomyceten).

Hypothecium, Hypothezium

Dünne Gewebeschicht unterhalb des Hymeniums bei Flechtenfruchtkörper (Apotheciums). Häufig vom Excipulum umschlossen.

Hypovelangiocarpie

Velum universale nur im Primordium (der Anlage im Fruchtkörper) später fehlend.

Hysterothecium

Länglicher, anfangs geschlossener Fruchtkörpertyp Echten Schlauchpilze, z.B. Spaltlippen (Dothideomyceten, Hysteriales, Phacidiales usw…), der sich bei Reife durch einen Längsspalt öffnen.

I.d.R.

In der Regel.

ICBN

Botanischer Code (= international Code of Botanical Nomenclature).

Idae

Die Endung weist auf eine Unterklasse hin, z. B. Dothideomycetidae, Loculoascomycetidae, Heterobasidiomycetidae.

Idiosynkrasie

Krankhafte Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe die in Pilzen oder dessen Sporen enthalten sind.

Idiosynkrasie

Überempfindlichkeit auf Fremdstoffe, z.B. allgemeine Pilzallergie. Dieses ist oft angeboren oder im Lauf des Lebens entwickelt worden.

IKI

Wird als Färbemittel von Sporen in der Pilzmikroskopie verwendet.

Iod-Kalliumiodid = Iodkalliumiodid-Lösung (Kaliumtriiodid = Lugollsche Lösung).

2 % Lugollsche Lösung = Iod 2 g, Kaliumiodid 4 g, Gereinigtes Wasser 94 g.

5 % Lugollsche Lösung = Iod 5 g, Kaliumiodid 10 g, Gereinigtes Wasser 85 g.

Das Iod und das Kaliumiodid werden in der angegebenen Menge mit gereinigtem Wasser gelöst. Die Lösung wird nach und nach mit dem Rest des gereinigten Wassers versetzt.

Z.B. in der Gattung der Eckenscheibchenverwandten (Eutypella) verfärben sich Ascusporus IKI blau.

Iludin

Giftstoff mit Antitumor-Antibiotika-Eigenschaften aber sehr Brechdurchfälle auslösend. Enthält der Ölbaumtrichterling

Imbricat

Dachziegelartig übereinander wachsend.

Immersionsöl, Immersions-Öl

Spezial-Öl für die Lichtmikroskopie für meist 1000-fache Vergrößerungen. Spezial-Öl für 100x‐Objektive zur besseren Sichtbarkeit.

Imperfekt

Unvollständige ausgebildete Sporen. Einige Schlauchpilze (Ascomyceten) entwickeln ein imperfektes Stadium aus, bei dem eine Vermehrung durch asexuell gebildete Sporen stattfindet.

Imperfektes Stadium, Imperfekte Pilze (Anamorphe oder Nebenfruchtform), Fungi imperfekti ebenfalls auch Teleomorphe genannt)

Fruchtform die keine kompletten Pilzfruchtkörper mit Sporen bilden. Imperfekte Stadien erkennt man unter dem Mikroskop daran, dass Asci oder Basidien fehlen und die Konidien oft in enormer Zahl gebildet werden. Auch vegetative Fortpflanzungsorgane wie die Bulbillen, Sklerotien oder sterile Myzelien können ebenso diese Aufgabe übernehmen.

Inamyloid, inamyloidem

Keine Jodreaktion (J‐ = jodnegativ), d.h. keine Blaufärbung mit Melzers Reagenz, eventuell leichte Gelb- bis Braunfärbung, welches auswaschbar wäre.

Inc.sed

Unsichere wissenschaftliche Einordnung nach heutigem Stand.

Indextrinoid

Melzers Reagenz negativ = keine Reaktion (Melzer negativ).

Indigen

Einheimische Arten.

Indigestion

Unbekömmlichkeit, Verdauungsprobleme…

Indigestions-Syndrom

Unechte Pilzvergiftung, eingebildete Pilzvergiftung, übermäßiger Genuss, verdorbene Pilze, rohe Pilze, Unverträglichkeiten (Allergien), falsche Zubereitung, Schwerverdaulichkeit durch Chitin, Oxalate... Kontamination mit Giftpflanzen oder Insekten. Verseuchte Pilze durch Fungizide, Pestizide, Herbizide,

Indolessigsäuredervidate

Für den Nahrungsaustausch notwendiger Stoff zur Bildung des Myzels.

Indusium

Grobmaschige Schleier von der Spitze des Rezeptakulums herabhängendes, gardinenartiges Gebilde bei einigen Rutenpilzen (Phallales), z.B. Schleierdame (Phallus DUPLICATUS).

Ineditus, ined., inedatio

Neue und bisher noch nicht veröffentliche Daten.

Infelförmig, mitraförmig

Spore die wie eine Bischofsmütze aussieht (unten rundlich und oben zugespitzt). Submitraförmig = unterhalb rundlich zugespitzt.

Infractin

Antibiotischer Stoff, enthalten z.B. im Bitteren Schleimkopf (Cortinarius infractus). Es wurden folgende antibiotischen Stoffe ermittelt: Infractopicrin, 1-propionsäure-Derivat Infractin und 6-Hydroxyinfractin, Acetylcholinesterase.

Infractopicrin

Bitterer Stoff, enthalten z.B. im Bitteren Schleimkopf (Cortinarius infractus).

Initialphase

Erstes Stadion der Holzzersetzung.

Inkarnat

Fleischfarben, Karnat, Karnation, Fleischton, Hautfarben, beigebraun, rötlichbraun.

Inkompatibel

Bezeichnet man als eine Unfähigkeit zweier Myzelien sich miteinander zu verbinden. Das Gegenteil ist kompatibel, hier können sich zwei oder mehrere Myzelien miteinander verschmelzen.

Inkompatibilität

Gentechnische Unverträglichkeit.

Inkrustationen, Inkrustation, Inkrustationtröpfchen

Bildung einer Kruste. Kristalle, Tröpfchen auf der Oberfläche von Zystiden, Hyphen usw…

Inkrustiert

Krustenbildung an den Hyphenwänden. Oft mit körnigen, formlosen oder kristallartigen Partikeln überkrustet. Z.B. bei den Lamprozystiden.

Inkrustierte Pigment

Eingebaute Farbstoffe innerhalb der Zellwände (Pigmente), so wie z.B. beim Fleischroten Holz-Trichterling.

Inkrustierung

Bei Primordialhyphen, Dermatozystiden manschettenartiger Überzug.

Inoperculat, Inoperculaten, inoperculater

Asci‐Schläuche ohne eine Abdeckung (ohne Deckelchen). Beim inoperculaten Ascus (= Unitunicatae-Inoperculatae) wird am Scheitel ein besonderer Apikalapparat ausgebildet. Operculate Schlauchpilze (Ascomyceten) entlassen ihre Sporen durch das Öffnen eines am Ascus-Ende liegenden Deckel.

Inoperkulat

Asci‐Schläuche ohne eine Abdeckung, d.h. mit einer Mündung (Porus) am Schlauchende, im Gegensatz zu operculat (= Asci‐Schläuche mit einer Abdeckung).

Interzellulär

Inkrustierendes Pigment (=Pigmentierung) wäre interzellulär, wenn es sich zwischen den Hyphen oder Zellen befindet (Außen).

Interzelluläre Pigmente

Körnige Pigmentmassen, diese sind zwischen den Huthauthyphen eingelagert.

Intrazellulär

Innerhalb der Hyphen oder Zellen liegend.

Inverses Lamellentrama

Lamellentrama, deren Hyphen von außen gegen die Mitte neigen. Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Hymenialschicht (Außenbereich) nach innen (Lamellenzentrum).

Irisblende

Ringförmige Blende, deren innerer Durchmesser sich stufenlos einstellen (verengen/erweitern) lässt.

Irpicoid

Das Hymenophor (Fruchtlagerschicht bei Pilzen) hat breite, flache, mehr oder weniger verwachsene Auswüchse. Wird auch als Wortgebung für eggen-zahnähnlich, zahnförmig (lat. irpex = Egge) beschrieben.

Irreguläres Lamellentrama

Lamellentrama, deren Hyphen in keiner bestimmten Richtung wachsen, also wirr durcheinander stehen. Die Hyphen in der Lamelle verlaufen innerhalb der Lamelle kreuz und quer durcheinander.

Isidien

Auswüchse im Flechtenlager, die leicht abbrechen und der Fortpflanzung dienen. Sie sind meist zylindrisch, keulig, korallenartig (koralloid) oder kugelig, halbkugelige geformt und ähnlich wie das Flechtenlager gebaut. Diese bestehen aus Rinde und Algenschicht.

Isodiametrischen, Isodiametrisch länglich, heterodiametrisch

Sporenform: Ähnelt einer länglichen Biegung. In allen Raumrichtungen annähernd gleicher Durchmesser. D.h. etwas kugelig, d.h. in den drei Dimensionen etwa gleich.

Isoliert warzig

Sporenoberfläche: Die Warzen sehen für sich isoliert aus, d.h., sie sind nicht miteinander verbunden.

Isoprosphytiasis, heteroprosphytiasis, heteroproszfitiazis

Fruchtkörpern die mit der gleichen Art verwachsen sind = büscheliges Wachstum.

Isotonische Lösung

Dient zum Ausgleich des osmotischen Druckes. Es diffundieren gleich viele Wassermoleküle in die Zelle hinein wie hinaus. Beispiele: Isotonische Kochsalzlösung, Ringerlösung…

Ixocutis, Ixokutis

Verschleimte Oberfläche Hutoberfläche. Oft in der Gattung der Schmierröhrlinge. Gelatinöse (schleimige) Schicht in der Huthaut. Wird auch bei Micromerkmalen benutzt.

Ixotrichoderm

Sonderform des Trichoderm. Bei dem äußersten Hyphen gelifiziert, das heißt in eine gallertartige Matrix eingebunden. Makroskopisch ähnelt die Huthaut einer verschleimten Oberfläche.

J = bei der Flechtenbestimmung

Kaliumjod.

Jod (Melzer-Reagenzien)

Eingeschalten von Schlauchpilzen (Ascomyten, Ascomycota) die mit Jodreagenzien z.B. Melzers mikroskopisch reagieren: Jodnegativ (J-) ohne Verfärbung, jodpositiv (J+) = mit Verfärbung. Bei Ständerpilzen (Basidiomyceten) verwendet man inamyloid = J-; keine Verfärbung; amyloid J+ blau.

K = bei der Flechtenbestimmung

Kalilauge, Kaliumhydroxid.

Kahl, unbekleidet, nackt

Auch unter der Lupe keine oberflächlichen Strukturen wie Warzen, Haare usw… zeigend.

Kalibrieren

Eichen, korrektes einstellen auf richtige Maßangaben.

Kalilauge 20 %‐ige

KOH, als Makroreagenz gern 20 %‐ige Lösung.

Kalilauge 3‐5 %‐ige

KOH, als Mikroreagenz gern 3‐5 %‐ige Lösung. Wird gern zum Aufweichen von Exsikkaten, auch zum Feststellen einer Oberflächenstruktur von braunen Sporen verwendet.

Kallus

Wenn an einer Verletzung (Wundstelle) eine Substanz nachwächst. Bei Pilzen eigentlich nicht oder nur sehr selten möglich. Hier werden – wenn überhaupt – nur daneben neue Fruchtkörper gebildet. Spore in Form einer ausgebeulten Wandverdünnung (= rudimentärer Keimporus).

Kalotte

Der Hutscheitel ist glatt. Oft als einziger Ort, wo sonst schuppige oder oberflächenstrukturierte Erscheinungen auftreten (z.B. bei einigen Risspilzarten (Inocybe) oder Schirmlingen (Lepiota).

Kalyptrat

In der Mikroskopie: Bei Sporen hebt sich mit Laugen die äußere Hüllenschicht (Exospor) teilweise blasenförmig ab.

Kammrandig

Hutrand relativ lang, stark, entfernt gefurcht.

Kanneliert, Kannelierung

Säulen, Pfeiler mit senkrechten Rillen versehen. Gerne bei Rändern von Täublingen als eine Art Doppel-Riefung zu sehen = säulenförmig mit rillen.

Karbolfuchsin

Chemikalie zum Feststellen von Krustenbildung (Inkrustationen).

Karbolsäure (Phenol)

C6H5OH = Phenol oder kurz Karbol.

Karminessigsäure

Zellkernfärbemittel für verschiedene Pilzarten.

Karotinoide

Pilzfarbstoff (gelb, orange bis rot).

Karyogamie

Verschmelzen von 2 Zell-Kernen im Frühstadium.

Käseartig

Die Konsistenz ist in allen Richtungen leicht zu brechen.

Kavernös

Kavernen aufweisend, schwammig, lockeres, wattiges Gewebe, zu einem Hohlraum gehörend.

KC = bei der Flechtenbestimmung

Kalilauge mit anschließender Natriumhypochlorit Behandlung bzw. Chlorkalk-Lösung.

Kegelig, konisch, kegelförmig, kegelstumpfförmig, stumpf kegelformig

Fruchtkörper im Umriss pyramidenförmig. Oft mit spitzen, stumpfen, spitzkegeligen, kegelig-glockig, kegelig-abgestutzten, kegelstumpfförmig oder stumpfkegeligen Scheitel.

Keilformig

Verjüngend mit einer stumpfen Spitze. Bei der Sporenform ist diese sehr schlank keulig, dabei zur Basis kontinuierlich schmaler ausspitzend.

Keimhyphe, Keimschlauch

Keimhyphe, die bei der Keimung aus der Pilz-Sporenwand austretende Hyphe; zeigt ein typisches Längenwachstum.

Keimporus

Anwachsstelle (meist verdünnt) an der Spore, aus der später die erste Keimhyphe entsteht. Immer gegenüber dem Apiculus.

Keimspalte

Längliche, spaltartige Verdünnung (schlitzartige Öffnung) in der Sporenwand einiger Schlauchpilz‐Sporen. Bei Schleimpilzen tritt hier später die Keimhyphe aus.

Keratophil

Auf Tierhörnern wachsend, z.B. Kuhhornpilz (ONYGENA EQUINA).

Kernförmig

Sporenform z.B. wie ungleichmäßige, +/- sternförmige Kerne geformt.

Kernpilze

Schlauchpilzgruppe, frühere Sammelbezeichnung für die geschlossenen Fruchtkörper von Pyrenomyceten.

Kernspindel in den Basidien

Kernspindel in den Basidien dient in der Pilzmikroskopie als Unterscheidungsmerkmal.

Keulenpilze

Fruchtkörper sind keulenförmig, z.B. Keulen- und Korallenpilze Clavaria, Cantharellales, Clavulina, Clavulinaceae, Clavariaceae…

Keulig, keulenformig

Stielähnlich, röhrig jedoch oben oder unten verdickt.

Kindersöckchen

Besondere aufsteigende Bildung von VELUM UNIVERSALE beim Pantherpilz, ähnlich einer Socke.

Klebrig

Bei Berührung entstehender Hafteffekt ohne, dass ein äußeres Erscheinungsbild wie glänzen, Feuchtigkeit dies zu sehen ist. Tipp! Finger anfeuchten und an den Pilz fassen. Dadurch kann besser seine Klebrigkeit festgestellt werden.

Kleiig

Oberfläche mit feinen Körnchen überzogen bzw. mit gröberen Partikeln mehlig beflockt.

Knolle, knollig, knotig, knotenförmig

Verdickte Stielbasis. Verschiedene Formen sind hierbei möglich: Knollig verdickt, rübenknollig, zwiebelknollig, abgesetzte Knolle. Häufig bei den Amanita‐Arten.

Kochsalzlösung

Kochsalz = Natriumchlorid (NaCl).

KOH

Kalilauge (Kaliumhydroxid) zum Testen von Verfärbungen bei Fruchtkörpern, häufig bei Täublingen und Schleierlinge verwendet.

Köhlersche Beleuchtung

Optimale Ausleuchtung und Kontrast bei der Pilzmikroskopie.

Kollabiert, kollabierend

Zusammenbrechend, zerbrechend.

Kollar

Ringförmiger Ansatz (Krause, Halsband) zwischen Lamellen und Stiel. Lamellen erreichen nie den Stiel.

Kolline Stufe

Hügelland, bis 200-300 m ü. M. aufsteigend. Hier finden sich gerne Eichen- oder Hainbuchenwälder.

Kommaförmig

Sporenform schräg wie ein Komma. Auch tropfenförmig, jedoch mit zur Seite gezogenem und oft spitzem Ende.

Kondensor

Lichtaustrittsöffnung beim Mikroskop. Ein Kondensor besteht aus ein oder zwei Sammellinsen.

Kongophil

Mit Kongo (Rot-Färbung) anfärbbar.

Kongorot

Roter Farbstoff für die Untersuchung von Hyphen in der Hutdeckschicht auf Septen, Schnallen usw… = ammoniakhaltige Mikroreagenz.

Konidialform

Nebenfruchtform. Z.B. beim Konidien-Schwarzbecher (Anamorphe von Holwaya mucida = Linden-Schwarzbecher).

Konidien (Conidien), Mitospore, Konidiospore

Asexuelle Sporen die nicht zur Fortpflanzung dienen. Entstehen durch Abschnürung an den Hyphenenden, oft im imperfekten Stadium (ungeschlechtlich). Vor dem Kernphasenwechsel (Meiose) gebildet.

Konidienform

Ein Fruchtkörper nur mit sterilen (asexuellen) Sporen (Konidien), die weder in den Schläuchen (Asci) noch in Ständern (Basidien) gebildet werden.

Konidienträger, Konidiophor

Auf dem befinden sich die asexuellen Sporen (Konidien), ähnlich Sterigmen bei reifen Basidien. Oft ein aufgerichtetes, mehrzelliges Gebilde an denen asexuellen Sporen entstehen.

Konidiogene Zellen

Ein Konidiophor kann entweder eine konidientragende Zelle sein, die direkt am Mycel sitzt, oder es handelt sich um eine konidientragende Zelle einschließlich ihrer Trägerzellen. In letzterem Fall wird auch nur die Trägerzelle, nicht aber die konidientragenden Zellen selbst, als Konidiophor bezeichnet. Der Begriff wird also verschiedenartig verwendet.

Konidiophoren (Conidiophor)

Ein Konidiophor (auch Konidienträger) ist eine konidientragende Hyphe, die sich deutlich vom vegetativen Mycel unterscheidet. Konidiophor kann entweder eine konidientragende Zelle sein oder die Zelle direkt am Mycel. Es kann sich auch um eine konidientragende Zelle einschließlich ihrer Trägerzellen handeln.

Konjugiert

Verdoppelungseffekt 1,2,4,8,19 usw. Wie beim Coronavirus (COVID-19) die Anzahl verdoppelt sich innerhalb eines gewissen Zeitraums. Gleiches gilt bei der Vermehrung von Pilzen in einem Substrat mit optimalen Bedingungen.

Konkav genabelt

Fruchtkörper mit einer Nabelung die nach Innen geht.

Konkav, konkav gebogen

Trichterförmig vertieft oder nach innen gewölbt, Optik: Nach innen gewölbt.

Konnektivhyphen

Schmal verzweigt, dünnwandig, septiert, mit oder ohne Schnallen, keine Einschnürungen an den Septen.

Konsistenz

 Festigkeit, Beschaffenheit, Dichte.

Konsolenförmig

Stiellos, hutförmig mit breiter Anwachsbasis jedoch nicht am Substrat herablaufend.

Kontinental

Verschiedener Klimatypen; Klimazonen, welche sich durch jahreszeitlich bedingte große Temperaturschwankungen kennzeichnen.

Konvergenz

Parallele Entwicklung von Formen bei Organismen, die dennoch nicht miteinander verwandt sind.

Konvex genabelt

Fruchtkörper nach außen gewölbt und am Scheitel mit kleiner, nabelartiger Vertiefung ist (genabelt, trichterförmig).

Konvex, Konvexe

Buckelig, gepolstert oder nach oben gewölbt, Optik: Nach außen gewölbt.

Konzentrisch gerunzelt

Hutoberfläche erinnert an die Wasseroberfläche, wenn ein Stein ins Wasser geworfen wurde. Ausbreitende Wellen Richtung Randzone.

Kopfige, kopfig

Kugelige, keulige Struktur oberhalb des Stiels meist mit rundem Oberteil.

Kopfsoral

Bei Flechten: Sorale, halbkugelig bis fast kugelig ausgebildet.

Koprophil, coprophil (= fimicol)

Auf, Kot, Mist, Dung, Urin… (Ausscheidungs-Exkrementen) liebend und dort wachsend.

Korallenartig

Keulig mit ästiger Struktur.

Koralloid

Korallenartige Struktur. Von dickeren Ästen, Stämmen ausgehende dünnere Mehrfachverzweigungen, meist büschelig wachsend.

Koremien

Bündel von Konidienträgern.

Korrelieren

In wechselseitiger Beziehung zueinanderstehen.

Kortikalschicht

Schicht zwischen Rinde (Huthaut) und Fleisch (oberste Hyphenschicht der Stielrinde).

Kreatinkinase

Enzym im Gehirn und den Muskelzellen. Z.B. Nachweis Schlaganfall, Herzinfarkt oder anderen muskelzersetzenden Stoffen, wie z.B. im Grünling enthalten sind.

Kreiselförmig

Fruchtkörper ist umgekehrt kegelig mit flacher gerundeter Oberseite.

Kreuztisch

Arbeitstisch des Mikroskops, auf dem der Objektträger liegt, in beiden waagrechten Richtungen verschiebbar.

KrH2O

Kongorot in destilliertem Wasser

Kriegspilze

Sind Pilze die nicht giftig sind aber keinen guten Geschmack haben, weil sie erdig, säuerlich, muffig oder unangenehm schmecken. Wäre nichts mehr zum Essen da, wie es in den früheren Kriegen war, könnte man auch diese Pilze essen. Vitamine, Mineralstoffe und Eiweiß haben sie ja und Unwohlsein lösen sie auch nicht aus.

Kristalltragend

Oberfläche mit kristallinen Auflagerungen, oft beschopft.

Kristulat, kristuliert, cristuliert, cristulat

Krustenförmiger, dem Substrat zumindest größtenteils anliegender Fruchtkörper eines Ständerpilzes (Basidiomyceten). Sporenornament besitzt geschlängelte, langgestreckte, geknickte, isolierte, aber nicht vernetzte flache Erhebungen oder gratig verbundenen Warzen.

Kritische Beleuchtung

Nelsen‐Beleuchtung: Verwendet eine Mattscheibe und einen Kondensor.

Kryptogamen

Organismen, bei denen die sexuelle Vermehrung durch einen Fortpflanzungskörper (Keimkorn) ohne die Sporen, stattfindet. Z.B. bei Pflanzen wie Farnen, Algen, Bärlappgewächse, Moose… usw.

Kugelig abgeflacht

Die Spore wirkt an beiden Polen wie eine verflachte, eingedrückte Kugel.

Kutis

Einschichtige Huthaut, teil der Deckschicht.

Kutis (Cutis)

Makroskopischen Eigenschaften der Huthaut (Huthautdeckschicht).

Lactarien

Milchlinge. Gehören in die Verwandtschaft der Täublinge (Sprödblättler).

Lactarius

Gattung der Milchlinge: Sprödblättler (= feste brüchige Pilze). Meist bei Verletzung weiße oder rote Milch ausscheidend.

Lactiferen, Lacticiferen, Milchhyphen

Milchsaftenthaltene, langgestreckte, unseptierte, dünnwandige, Hyphen der Milchlinge (Lactarien). Sie durchziehen Pilzfleisch oder auch die Lamellen. Eine Anfärbung der Wände ist möglich: Mit Sulfoformol braun; mit Sulfovanillin karminrot; mit Sulfobenzaldehyd (SBA) schwarz.

Lactoglycerol

Färbemittel für Septen, Zystiden oder Zellwände. Ist eine wässrige Lösung von Milchsäure und Glycerin.

Lactophenol

Grundbasis für Färbelösungen, wie etwa Baumwollblau.

Lagenförmig

In mehreren Schichten (Lagen) aufgebaut. Häufiger verwendeter Begriff bei Mineralien Sedimentgesteinen oder Boden- oder Substratschichten.

Lageniform, lageniförmig

Flaschenförmig meist bei Zystiden findbar.

Lagenozystiden

Besondere Zystidenform, stachelförmig mit Aufsatz.

Lager

Vegetationskörper der Flechte (Thallus).

Lagerrand

Bei Flechten der Apothezienrand von der Farbe des Lagers, enthält meist Algen.

Lambda

Grün = 0,55, ist eine Bezeichnung für Lichtwellenlänge.

Lamelle, Lamellen

Blattartige Struktur unterhalb des Hutes. Diese werden auch Blätter genannt. Enthält die Fruchtschicht von Ständerpilzen (Basidiomyceten) = Typ des Hymenophors.

Lamellenansatz

Form, der Lamellen (meist unterschiedlich) wie sie am Stiel angewachsen sind.

Lamellenbreite

Abstand zwischen Lamellenrücken und Lamellenschneide.

Lamellenflächen

Fläche der gegenüberliegenden, durch die Lamellentrama getrennten Lamellenseiten.

Lamellenrücken

Anwachslinie, an der die Lamelle mit dem Hutfleisch verwachsen ist.

Lamellenschneide

Untere Kante der Lamelle.

Lamellentrama

Innere Fruchtschicht zwischen den Hyphen der Lamellen.

Lamelletten, Zwischenlamellen, Untermischte Lamellen,

Verkürzte Lamellen; sie sitzen zwischen den normal ausgebildeten Lamellen. Oder kurze gleichlaufende Lamellen, die sich zwischen den Hauptlamellen befinden.

Lamprozystiden

Besondere Zystidenform, dickwandig, etwas spindelförmig oft mit Kristallschopf.

Landschaftsschutzgebiet

Dort dürfen Pilze gesammelt werden.

Länge-Breite-Quotient (LB-Q)

Länge der Spore im Verhältnis zu ihrer Breite. Durch mehrfach ermittelte Werte kann ein Annäherungs-Quotient ermittelt werden. Ein dann errechneter Wert (LB-Q-Wert) erhöht die Aussagekraft der Sporenmaße.

Lanzettlich

Wie die Form einer Lanzenspitze, pfeilförmig, lanzenförmig (bei Sporen, Zystiden).

Lappen

Flechtenblätter. Flächige, oft lang gestreckte Lagerabschnitte der Laub- und vieler Strauchflechten.

Laricinae

Russula subsect. Dies ist eine Untersektion aus der Gattung Täublinge (Russula), die innerhalb der Sektion TENELLAE steht. SPP immer gelblich.

Latenzzeit

Zeitpunkte, bis erste Symptome einer Vergiftung erkennbar sind.

Lateral

Seitenständig, randständig, ausgezogen, seitlich angeheftet.

Latex, Latexmilch

Milchsaft, Kautschuk, Organismen-Taxa gebildete flüssige Sekret, z.B. bei Milchlingen.

Laticiferen (Lactiferen)

Milchsafthyphen, Milchsaftgefäße sind dünnwandige, verzweigte, nicht septierte Hyphen (kein Geflecht von verwobenen Röhren), meist mit Milchsaft gefüllt (gefärbt oder auch farblos).

Lecanorin

Lagerfarbe. Apothezienrand von der Farbe des Lagers.

Lecidein

Bezeichnung für Flechten-Apothecium mit Eigenrand, d.h., der Apotheciumrand wird von Fruchtkörpergewebe gebildet, enthält keine Algen und ist tiefschwarz gefärbt.

Lecythiform, lecythiformen

Ähnlich wie kegelförmig, oben runder Kopf ansonsten wie Flaschenförmig, auch fingerförmig verzweigt. Besondere Zystidenform: Sublecythiform = Unterhalb oder seitlich zusätzlich verändert.

Lederig

Von trockener lederartiger und zäh-elastischer Konsistenz.

Leere Vergrößerung

Keine weiteren Details werden aufgezeigt. Vergrößerung über Numerische Apertur (NA) hinaus.

Legit, leg

Er hat aufgesammelt.

Leisten

Lamellenähnliche längliche Verstrebung zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes. Meist fest mit dem Fleisch verbunden. Besondere Form der Fruchtschicht von Ständerpilzen (Basidiomyceten). In der Mikroskopie von Hymenophor oder Sporenskulptur sind dies längliche, schmale, kurzrechteckige bis quadratische Erhebungen.

Lenzitoid

Konsolenförmiger Aphyllophorales-Fruchtkörper. mit lamellenförmigem Fruchtlagerschicht.

Leprocybe

Sektion (Gattung) der Schleierlinge (Cortinarius = Haarschleierlinge) in der Untergattung: Rauköpfe.

Leprocybin

Mit den Anthrachinonen verwandter fluoreszierender Stoff. Oft in der Gattung Schleierlinge (Cortinariensektion Leprocybe) zu finden.

Leprös

Lager staubig ohne Rand aufgelöst bei Flechten.

Leptozystiden, Leptocystidien, Leptocystidia

Zystidenform sehr dünnwandig oft zylindrisch. Befinden sie sich auf den Lamellenschneiden spricht man auch von Cheiloleptozystiden.

Leuchtfeldblende

Dient der Einstellung des beleuchteten Ø am Objekt. Große Öffnung = viel Licht, große beleuchtete Fläche = viel Streulicht.

Leucobryum

Gattung der Weißmoose.

Leucosporae

Weißsporer bei Täublingen.

Lichen (Lichten, Lich)

Flechten.

Lichenicol

Organismus wächst parasitierend auf Flechten.

Lichenisiert

Pilz durch Symbiose mit einer Alge ist an der Bildung einer Flechte beteiligt.

Lichtbeugung

Licht wird an Kanten gebeugt (umgelenkt), als ob hier eine neue Lichtquelle ist.

Lignicol

Pilze, die Holz bewohnen und das Holz zersetzen.

Lignin

Er ist ein fester, farbloser Stoff, der in die Zellwand eingelagert ist. Entwickelt die Verholzung von Baumzellen.

Limoniform

Zitronenförmige Sporen auch citriform genannt. Sublimoniform, eingedrückt zitronenförmig, limonenförmig.

Lipolytisch

Die Elastizität fördernd, Fett abbauend, straffend,

Lippensoral

Bei Flechten: Soral an der lippenförmig aufgebogenen Unterseite von Lagerlappen.

Lipsanoblem

Das Lipsanoblem ist das Velum partiale. Beispiel Hallimasch: Die gelben bis gelbbraunen Velumbänder sind das Cauloblem. Sie bilden gerne die abwischbaren Flocken.

loco citato, l. c.

Anstelle von, Wiederholungen sind zu vermeiden, am angeführten Ort, wird verwendet...

Loculi

Höhlen bei Ascomyceten in denen die Schläuche (Asci) entstehen.

Loculoascomyceten

Ascomyceten ähnlich den Kleinpilzen (Pyrenomyceten), jedoch mit bitunicaten Schläuchen (Asci), die sich in Höhlungen (Loculi) entwickeln.

Loculoascomycetidae

Unterklasse der Kernpilze deren Pilzfamilien und Gattungen ausschließlich Pseudothecien (unechte Fruchtkörper) mit bitunicaten Schläuchen ausbilden.

Loculus

Die Schläuche bei Schlauchpilzen (Asci) enthaltend immer wieder verstreute Höhlung innerhalb eines Stromas.

Luftblasen

Luftblasen im Präparat, sehr negativ für die Betrachtung in der Pilzmikroskopie. Durch langsames und schräges Aufsetzen des Deckglases ist dies vermeidbar.

Luftmycen

Dieses bewegt sich vom Nährboden in die Luft weg und dient der Reproduktion (Fortpflanzungsorgane, Vermehrungsorgane).

Lugolsche Lösung (Lugol)

Wässrige Jod‐Lösung für Farbreaktionen = Chemikalie zum Anfärben der Probe, nicht so aggressiv und abtötend gegenüber Melzers Reagenz.

Lukenstrahlengang

Abbildungsstrahlengang zum Betrachten von Punkten am Objekt.

Lumen

Platz zwischen den Zellen: Schmales Lumen = Zellen kuscheln sich aneinander. Differenziert: Lichte Weite, Hohlraum eines röhrenförmigen Elements. Großes Lumen = Zellen sind voneinander entfernt.

Lupe

Optisches Glas zur Vergrößerung. Meist nur aus einer Linse bestehend.

Lyme - Borreliose

Durch Zecken übertragene Krankheit. Nicht tödlich und mit Antibiotikum behandelbar. Auch an der Zecke kann das Bakterium mit einem Schnelltest ermittelt werden.

Lyozystiden

Besondere Zystidenform, pfriemenförmig dickwandig, gestielt‐kopfig, mit engem, kanalartigem Lumen, oft an der Spitze erweitert.

M ü. M

Meter über Meeresspiegel (m ü. M).

Macroconidien

Konidien werden von vielen Dermatophyten gebildet. Man unterscheidet einzellige Mikrokonidien und mehrzellige Makrokonidien.

Macromyceten, Makromyzet

= Großpilze. Fruchtkörper die ohne Lupe oder Mikroskop noch bestimmt werden können.

Makrocyclische Trichothecene, Verrucarin, Satratoxine, Roridin

Außereuropäische Pilzgifte: Führt zu Organversagen und Gastrointestinales Syndrom (schwer). Er gilt als einer von den tödlich giftigsten Pilzen der Welt (Nr. 6 der Weltrangliste).

Der einzige Schlauchpilz dessen Giftstoffe auch über die menschliche Haut aufgenommen werden kann.

Makrokonidien

Besonders große Konidien.

Makropilze, Makropilzbestimmung, Makromycet

Pilze, meist Großpilze die mit bloßem Auge und deren optischen Merkmale so noch bestimmt werden können.

Makro‐Reagenzien

Chemikalie zum Untersuchen von makroskopischen Merkmalen (Effekten) wie Verfärbungen, Warzen, Vertiefungen usw…

Makrosetae, setale Hyphen

Enden leicht verdickt, dunkel, +/- inkrustierte Skeletthyphen, findbar am Fruchtkörperrand von Porlingen, dort sind meist länger und schlanker als die hymeniale Setae (Fruchtschicht-Setae).

Makroskopisch, Mikroskopisch

Makroskopisch = mit bloßem Auge sichtbar. Mikroskopisch = nur mit einem Mikroskop sichtbar.

Makrozystiden

Besondere Zystidenformen, in der Regel sehr große Zystiden. Z.B. bei Cheilomakrozystiden, Pleuromakrozystiden.

Manipulation

Hantieren oder Verändern der Fruchtkörper durch Drücken, Schneiden usw ...

Manschette, Ring

Dieser kann folgendermaßen sein: Häutig, wollig-faserig, gerieft, glatt, körnig, flockig, schuppig, ungerieft, schleimig, fest anliegend, lose, verschiebbar, herabhängend, aufsteigend, dick, häutig, dünn, einschichtig, zweischichtig, doppelrandig, flüchtig, ausdauernd.

Marginalhaare

Rand mit Haaren von Apothecien. Sonst haarartige, dünnwandige, bis keulige Ausbildung an der Lamellenschneide oder der Spitze von Zähnchen- oder Stachelpilzen. Normalerweise nur schwach differenzierte Enden von Tramahyphen. Es sind keine echten Zystidenzellen.

Marginalzellen

Meist dünnwandige Zellen an den Lamellenschneiden (zystidenähnlich), die jedoch nicht so auffällig sind wie die echte Zystiden. Form ist oft Gattungsspezifisch z.B. bei Champignons (Agaricus), Schnitzlinge (Naucoria), Wulstlinge (Amanita)…

Mark

Bei Flechtenausschließlich von Pilzhyphen gebildete, im Anschnitt gewöhnlich weiß erscheinende Schicht des Flechtenlagers. Diese liegt unterhalb der Algenschicht. Bei Krustenflechten ist das Mark mit dem Substrat fest verwachsen. Bei Blattflechten ist diese meist nach unten von einer Unterinde begrenzt.

Markig hohl

Stiel locker bis wattig oder kammerig gefüllt und stellenweise hohl oder später hohl werdend.

Matrix

Grundgewebe, das einen Pilzfruchtkörper umgibt.

Matted

Oberflächenstruktur einiger Stachelpilzarten deren oberste Hyphen im Laufe er Entwicklung eine dünne, parallelfaserige Decke bilden und die darunter befindlichen weitgehend aufrecht sind.

Mazaedium

Bei Flechten die Bedeckung des Fruchtkörpers mit einer staubigen Masse. Diese besteht aus Sporen und Resten des Hymeniums. Häufig bei den Gattungen Lepraflechten (Calicium) und Kopfflechten (Chaenotheca).

Medaillon-Schnallen

Hyphen-Septen mit einem Hohlraum in der Mitte. Die Abstände zwischen zwei Schnallen sind kürzer als bei Luftmycen und kommen öfters bei Holzpilzen vor.

Mediterran

Warme Klimazone = dem Mittelmeerraum angehörend.

Medium

Präparier-Flüssigkeit, meist Wasser, welches das Objekt beim Betrachten umspült.

Medulla

Inneres Gewebe der Sklerotien oder eines Apotheciums.

Meiosporenbildung

Sporen werden unter dem Hymenium von Schlauch- und Ständerpilzen gebildet (nach der Kernphasenwechsel (Meiose).

Meiosporencysten, Meiosporenzystiden

Hynenium, je nach Pilzgruppe spricht man von Asci bzw. Basidien, sind dabei in dünner Schicht palisadenförmig angeordnet.

Meliert

Aus verschiedenfarbigen Fasern gemischt. Findet gern bei Hutfarben Anwendung, z.B. gerne bei variablen Hutfarben der Täublinge.

Melzer Reagenz, Melzers Reagenz

Jodhaltige Reagenz (Jod-Kaliumiodid-Lösung) zur mikroskopischen Bestimmung von Pilzen. Sie wird häufig angewendet um dextrinoide und inamyloiden Reaktionen von Sporen festzustellen.

Membranären Pigmente, Membranpigmente

Eingebaute Pigmente (Pigmentierung) in den Zellwänden.

Membranös, membranöses

Häutchenartig, sehr dünn, hautdünn.

Mentholartig

Einen kühlenden Geschmack hinterlassend, gern Menthol- oder Pfefferminzgeschmack.

Meridional

In Längsrichtung oder einer Ebene verlaufende Rippen bei Sporen.

Merismatisch

Büschelig wachsend und dabei einem gemeinsamen Strunk entspringend (Korallen, Eichhase usw…).

Merulioid

Das Hymenophor (Fruchtlagerschicht bei Pilzen) ist faltig-poroid oder faltig-grubig, die Ränder der Poren sind fertil (fruchtbar).

Meruloid

Gewunden, knotig-wulstig-faltig, faltig-grubig, netzig-porig-faltig oder gefaltet, z.B. Gallertfleischigen Fältling oder Buchenaderzähling = Faltenpilze (Meruliaceae).

Mesoperidie, Valvagalerte

Ist zwischen Exoperidie und Endoperidie noch eine Gallertschicht (Volvagallertschicht) vorhanden. Vorkommen bei Stinkmorchelartigen Pilzen (Phallaceae).

Mesophil

Bevorzugt Klima von mittlere Wärme- und Feuchtigkeitswerten.

Mesopodal

Stiel liegt zentral.

Mesospor

Wird auch zur Charakterisierung des Hymenophors von Vertretern im Sporenaufbau verwendet. Sie sind indessen durch einen Raum voneinander getrennt, so dass man sie als Exospor und Mesospor voneinander unterscheidet.

Messokular

Geeichtes Okular mit eingesetzter Strichplatte zum Ausmessen von Längen.

Metabasidie

Ein späteres, reiferes Stadium der Bildung von Basidien. Die Metabasidie unterscheidet diese Bildung, wie das häufig bei den Heterobasidiomyceten der Fall ist.

Metachromatisch

Zellwände, Sporenmembran, Zellinhalte nehmen mit Brillantkresylblau (Supravitalfärbung von Zellen) verschiedenartige Farben an. Dies ist oft nicht die eigentliche Farbe der Reagense. Macrolepiota-Sporen bei Färbung mit Brillantkresylblau neben der blau eingefärbten auch eine äußere rote innere Wandschicht.

Metavelangiocarpie

Velum universale mit Velum partiale die Vela sind nur am Primordium (im jungen Stadium) nachweisbar.

Metuloid, Metuloide, Metuloiden

Dickwandig, am Ende mit dicken Wänden, auch kristalltragend. Aus dem Hymenium entspringende, dickwandige Zystiden, oft mit Kristallen.

Mikromerkmale, Mikromaße

Die Angaben von Größenangaben für mikroskopischen Messungen beziehen sich bei uns immer auf einen Minimalwert und Maximalwert der mykologischen Literaten sowie von eigenen Analysen (Messungen). Beispiel: Die Sporenmessungen von Autor Moser erläutert einen Wert von 10-18 x 2-4 µm, der von Gminder 9-16 x 1-5 µm, der von Schäfer 11-20 x 2-4 µm. Wir verwenden dann einen Min/Max-Wert, d.h. wir geben bei dieser Pilzart 9-20 x 1-5 µm an. Damit ist dieser in einem gewissen Rahmenbereich, der Fehlinterpretationen minimiert. Dies gilt auch bei anderen Mikroangaben.

Mikron, Mikrometer, µm

Abgekürzt 1/1000 mm. Verwendung beim mikroskopischen Messen.

Mikrosklerotien

Kleines winziges Sklerotium. Beispiel: Widerstandsfähigen Mikrosklerotien können bis zu 10 Jahre im Boden liegen und von dort aus infizieren (anwurzeln). Verticillium dahliae ist ein Schlauchpilz und enthält viele Mikrosklerotien.

Mikroskopisch

Mit bloßem Auge nicht sichtbar. Es wird ein Mikroskop benötigt.

Milch

Weiße, klare oder rote Flüssigkeit im Pilzfleisch. Wird durch Aufbrechen des Pilzes sichtbar.

Milchlinge

Lactarius = meist bei Verletzung Milch ausscheidende Pilze.

Mischwald

Pilz wächst sowohl im Laubwald als auch im Nadelwald.

Mist

Dung, Tierkot, Einstreu.

Mitose

Im Myzel-Wachstum teilende Zellkerne. Oft gewöhnliche, asexuelle Kernteilung (Mitosesporen = Meiospore).

Mitriform

Mützenförmig, submitriform, eingedrückt mützenförmig.

Mittelwert

Arithmetischer Durchschnitt der gemessenen Werte.

Mixo-Kutis

Miteinander verwobenen, aber nicht parallel ausgerichteten Hyphen.

Moderfäule

Fäulnis wodurch das Holz weich wird. Wird oft auch als Weichfäuleauslöser = Moderfäuleauslöser bezeichnet. Immer mit hohem Feuchtigkeitsbedürfnis. Dieses Holz weist im nassen Zustand eine schmierige, schwärzlich verfärbte Oberfläche auf. Es ähnelt der Braunfäule, jedoch mit würfelbrüchiger Struktur aber nur in der äußeren Oberfläche des Holzes..

Moniliform

Zellen mit eingeschnürten Septen, halsperlenkettenförmig (kugelig aneinandergereiht).

Monomitisch, monomitischen

Gewebe besteht aus einer Hyphenart, den Generativhyphen (dünnwandig verzweigte Hyphen mit oder ohne Schnallen an den Septen).

Monomitisches Hyphen

Enthält nur generative Hyphen.

Monomorph

Gleichartig, einheitlich, gleich gestaltet (in Bezug auf Frucht und Gewebe).

Monotypisch

Gattung mit nur einer einzigen Art.

Monovelangiocarpie

Velum universale ohne Velum partiale oder Lipsanoblem.

Montan, tiefmontan

Untere Bergregionen, ca. 500 bis 1500 Meter über den Meeresspiegel.

Montane Stufe, mittelmontan bis obermontan

Mittleres bis oberes Bergland, ca. 1400-1500 m ü. M. aufsteigend. Anzutreffen sind hier Fichte, Weißtanne, Buche, Ahorn in wechselnder Dominanz.

Morchella-Syndrome

Neurologisches Syndrom nach Morchelgenuss. Es kann ein neurologisches Syndrom entstehen: Trunkenheitsgefühl, Zittern, Gleichgewichtsprobleme, Schwindel, Bewegungsstörungen Blackouts, +/- gastroenteritische Syndrom: Brechreiz, Magen- Darm-Störungen oder sogar nach 12 Std. reversible Lähmungen.

Morgensternartig

Rundliche Spore mit strahlenförmig angeordneten Stacheln besetzt.

Morphologisch

Festgelegter Bezug auf Formen und Maße eines Organismus in anatomisch Bezug auf die makroskopischen Merkmale.

Mucidin

Aus Reinkulturen des Beringten Schleimrüblings (MUCIDULA MUCIDA) gewonnenes Antibiotikum aus der Slowakei, das zur Bekämpfung von Hautpilzen Verwendung findet.

Mucronat, mucronatus

Spitzig, scharf zugespitzt, stachel-spitzig (bei Fruchtkörpern, Sporen oder Zystiden).

Multiapiculat

Mikroskopisch sind Sporen mehrseitig zugespitzt, wird oft für die Sporenformen verwendet.

Multiguttulat

Mit zahlreichen, meist kleinen Öltröpfchen (kleintropfig; z.B. mit multiguttulatem Inhalt)

Multiple Schnallen

Mehrere Schnallen vorhanden.

Multizellular

Haare in der Huthaut (Dermatozystiden) mit mehr als 5 oder 6 Septen.

Muricat

Apikal inkrustiert. Spitze Zystiden mit scharfkantigen Kristallen besetzt.

Muriform (muriforme)

Mauerförmig, z.B. muriforme Spore = Sporen mit Längs- und Quersepten.

Muscarin-Syndorm

Beispiel: Der Ziegelrote Risspilz enthält ca. 0,037 % der Kegelige Risspilz etwa 0,01 %.

Tödlich sind 180 mg je Erwachsenen. Nervengift, Bewusstseinstrübung, Pupillenverengung, Lähmungen, Schweißausbrüche, Blutdruckabfall. Pupillenverengung, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Durchfall. In schweren Fällen tritt Bronchialasthma auf.

Muschelförmig

Form einer Teichmuschel, halbkreisförmig.

Muscicol

An oder auf Moosen wachsend.

Mutagen

Krebserregend, zellverändernd.

Mutatis characteribus, mut. char.

Entspricht, so ist es.

Mya

Maßeinheit in der Geologie: Millionen Jahre vor Jetzt.

Mycel (Myzel, Mycelium, Myzelien, Mycelia)

Unterirdisches Geflecht des Pilzes = Gesamtheit der Hyphen. Vergleich Pilz mit Apfelbaum <> Myzel=Baumstamm und sichtbarer Pilz=Apfel.

Mycelialsetae

Zwischen Trama und Substrat ist eine schwarzgraue Linie. In der Pilzmikroskopie: Haar (Sete) im Mycel.

Mycenoid

Habitus: Kleinen Fruchtkörpern aus der Familie der Helmlingsverwandten. Meist sind es kleinere bis winzige, zarthäutige Pilze.

Mycophil

Schmarotzerpilze: Pilze, die auf anderen Pilzen leben: Parasitär auf-lebenden oder schmarotzend oder auf toten Pilzen.

Mykobiont

Flechtensymbiose = bei Flechten Symbiosepartner bzw. pilzlicher Partner.

Mykokoenologie

Zweig der Mykologie, der sich mit der Vergesellschaftung von Pilzen befasst (Pilzsoziologie).

Mykologenrosa

Hell-rötlichbrauner Farbton. Dieser Name wurde von verschiedenen Mykologen eigens kreiert. Walter Pätzold † (Pilzschule Hornberg) meinte hierzu: Ein helles fleischrosabraun, viel heller wie fleischrosa.

Mykologie

Lehre über die Pilzkunde, Pilzwissenschaft, Mykologe = Pilzwissenschaftler.

Mykophage

Pilzesser (z. B. Tier, Mensch).

Mykorrhiza, Mykorrhizapilze

Symbiosepilze = Enge Lebensgemeinschaft (endotrophe Symbiose) zwischen Pflanzen und Pilzen. Pflanzen geben Zucker ab, Pilz setzt Mineralien frei und übergibt diese der Pflanze zu beiderseitigem Nutzen.

Mykosen

Durch Pilze ausgelöste Infektionskrankheit bei Menschen oder Tieren.

Mykotoxin

= Pilzgift. Mykotoxikosen = Vergiftungen bei Menschen oder Tiere durch Schimmelpilze.

Myoglobinurie

Ausscheidung des Muskelproteins über die Nieren.

Myriothecium

Unechter Fruchtkörpertyp von unbestimmter oder polsterförmiger Gestalt. Enthält zahlreiche Höhlen (Loculi) mit je einem Ascus.

Myxarioid

Unterer, stielförmiger Teil ist von der oberen durch eine Querwand abgetrennt. Basidien einiger Gallertpilze.

Myxomycet, Myxomyceten, Myxos, Myxomyceten

Es sind sogenannte Schleimpilze (Myxogastria = Echte Schleimpilze: Mycetozoa, Eumycetozoa). Die Lebensweise bzw. Eigenschaften gleichen denen von Tieren und Pilzen gleichermaßen. Sie zählen deswegen nicht wirklich zu den Pilzen, sondern zu einer Zwischenfamilie. Es gibt hierzu über 900 Arten in über 60 Gattungen.

Myzel (Mycel)

(Mycel) Unterirdisches Geflecht des Pilzes = Gesamtheit der Hyphen. Vergleich Pilz mit Apfelbaum: Myzel = Baumstamm und sichtbarer Pilz = Apfel.

Myzelfront

Äußerster Bereiche (Randbereich) eines Myzels.

Myzelstränge

Hyphenfäden die an der Stielbasis strangartig gebündelt (büschelig, gebüschelt) sind. Oft sehen diese wie eine Wurzel aus. Gut z.B. beim Breitblatt sichtbar.

Nanismus, Nanosomie

Zwergwuchs. Ist ein allgemeines evolutionäres Phänomen der Anpassung von Arten an bestimmte Umweltbedingungen.

Naphthol, α-Naphthol

Dies ist eine organisch-chemische Verbindung zur Täublings-Bestimmung. Die Struktur besteht aus einem Naphthalin-Gerüst mit angefügter Hydroxygruppe (–OH).

Natronlauge 20%

20 %‐ig als Makroreagenz (NaOH).

Natterung

Meist zickzackförmige Zeichnung der Stieloberfläche, schlangenartig genattert.

Naturschutzgebiet

Dort dürfen keine Pilze oder Wald- oder Wiesenfrüchte gesammelt werden.

Nebenfruchtform

Fruchtkörper der nur asexuell entstandenen Spore enthält. Wird auch als eine Art Konidienform bezeichnet.

Nebularin-Syndrom

Toxische und antibiotische Wirkung bei Nebelkappen (Herbstblattl). Genuines zytotoxisches Adenosin-Analogon. Durchfall, Erbrechen, Magen-Darm-Verdauungsstörungen. In Tierversuchen Lungenödeme und Genveränderung festgestellt.

Necatorin (Mutagen)

Krebsauslösend: Necatorin, Lyophyllin und Connatin Mutagen, 7-Hydroxycoumaro [5,6-c] cinnolin und diverses anderes Mutagen wirkender Stoffe. Z.B. bei Schimmelpilzen vorhanden.

Negativ, null

Keinerlei Reaktion.

Nekropigment

Gelbes bis braunes Pigment in toten Zellen nicht inkrustierte Primordialhyphen.

Nematode, Nematoden

Ein Fadenwurm der von einigen Pilzarten gefressen wird.

Nematodenfangzellen

Es sind Stephanozysten, d.h. kugelförmige Zellen, die wie in einem Eierbecher in einer Trägerzelle stecken, die einen auffälligen Zackenkranz aufweisen.

Nemoral

Klimazone: Vorkommen von Pilzen in der von Natur wo der Laubwaldanteil dominiert.

Nephrotoxin, Nephrotoxinen

= Nierengifte. Diese Gifte (Toxine) schädigen speziell die Zellen der Niere (griechisch Nephros). Z.B. Orellanin beim Spitzgebuckelten Raukopf oder andere (teils noch unbekannte) Nephrotoxine z.B. beim Schöngelben Klumpfuß.

Nervengifte

Lösen heftige Kreislaufprobleme aus. Auch tödliche Folgen sind nicht ausgeschlossen.

Netz

Gitterartige Zeichnungen an Hut oder Stiel.

Netzig-warzig

Spore mit Warzen, diese sind netzartig miteinander verbunden.

Netzzeichnung

Maschiges, gitterähnliches Fadengeflecht am Stiel oder anderen Teilen eines Pilzes.

Neutrophil

Neutralpunkt (pH 6.5–7), neutrale Bodenverhältnisse, darunter sauer, darüber alkalisch. Äußerst sauer = pH bis 14; sehr alkalisch pH 0.

Nidulariales

Gattung Teuerlinge usw… Ordnung von Basidiomycetenpilzen (Unterklasse Homobasidiomyceten), üblicherweise einschließlich der Familien Nidulariaceae und Sphaerobolaceae.

Niedergedrückt

Niedergeschlagen, etwas vertieft.

Niedergedrückt gebuckelt

Fruchtkörper mit Buckel indem innerhalb einer leichten Vertiefung im Zentralbereich besteht.

Nierenförmig

Sporenform: Damit meint man die Form und Krümmung der Spore = nierenförmig.

Nigricantinae

Schwärztäublinge

Nitrogenium, Nitrophil

Stickstoffreiche Böden oder Gewässer bevorzugend.

Nitrös

Stechender Geruch, wie Salpetersäure, Ammoniak, Chlor.

Nival

Etwas höherstufen. Auch in höhere Lagen findbar über 3000 m. ü. M.

Nodulos

Unregelmäßig knotig. Fruchtkörper oder Sporen mit kleinen knoten-m buckel- bis treppenförmigen Vorsprüngen.

Nomen ambiguum, nom. ambig.

Wissenschaftliche zweideutige Namensbezeichnung.

Nomen confusum

Verworrener Name, entstanden durch die Vermengung zweier Taxa und daher nicht eindeutig zuzuordnen.

Nomen conservandum

Jüngeres, aber wissenschaftlich anerkanntes Synonym bzw. Homonym (Homonym = gültiger veröffentlichter Name).

Nomen dubium

Zweifelhafter oder ungenauer Name oder Gattung. Wurde verschieden durch Mykologen interpretiert.

Nomen invalidum

Ungültiger Name! Name ist nicht mehr gültig (entsprechend den Nomenklaturregeln) wurde dieser veröffentlicht.

Nomen nudum

Kein wissenschaftlicher Name bekannt oder wegen fehlender lateinischer Diagnose ungültiger wissenschaftlicher Name.

Nomenklatur

Zweiteilige Namensgebung von wissenschaftlichen Namen. Auf Nomenklatur-Kongressen werden die internationalen Nomenklatur-Regeln diskutiert und eventuell neu festgelegt.

NT

In der Schweiz potenziell gefährdet, vergleichbar mit Deutschland RL-R.

Numerische Apertur (Na)

Auflösungsvermögen des Mikroskops.

Oberjura

Es sind die obersten Ablagerungsschichten des Jura (ca 150-155 m ü. M.). Es handelt sich hier um verschiedene Kalksteinschichten biogenen Ursprungs, die sich am Boden des Jura-Meeres abgelagert haben. Wir gern in der Flechtenkunde verwendet.

Objekt

Untersuchungsteil das auf dem Objektträger liegt.

Objektiv

Wechselbares unteres Linsensystem, bildet Objekt in Zwischenebene ab, sorgt für verstärkte Vergrößerung.

Objektmikrometer

Objektträger mit Messskala zum Kalibrieren (Eichen) von Mikroskopen.

Objektträger

Glasträger, auf den die mikroskopische Pilzprobe aufliegt.

Obtusapiculat

Breites, kappenartiges Ornament (Sporenomament) an den Polarenden von Schlauchpilzen zugespitzt.

Occidentalis

Westliche, abendländisch.

Ochrosporae

Ockersporer bei Täublingen.

Odontoid

Mit kleinen, zylindrischen, kegeligen Stacheln, die an der Spitze oft bewimpert sind.

Oidien

Oidien oder Arthrosporen werden gebildet, indem bestehende Hyphen durch Septen gegliedert werden und die einzelnen Segmente später zu Sporen umgebildet werden.

Ökologie

Lehre zur Umwelt (Pilz-, Tier- und Pflanzenkunde) im Bezug zum Menschen.

Ökologische Nische

Engbegrenzter Organismenstandort mit charakteristischen Umweltbedingungen.

Okular

Oberes Linsensystem, bildet das Zwischenbild auf das Auge ab = zusätzliches Verstärkungssystem im Mikroskop.

Okularmikrometer

Geeichte Strichplatte in der Schärfeebene des Okulars zum Vermessen von Objekten.

Oleiferen, Ölhyphen, Öleiferen

Gloeozystidenartige, verzweigte, mit ölig‐granulärem Inhalt und nicht septierte Hyphen meist mit stark lichtbrechendem Inhalt. Besondere Zystidenform, meist dünnwandig, lang mit ölartigem oder feinkörnigem Inhalt im Hymenium, Trama oder der Huthaut.

Ölig-granulärer Inhalt

Zelle hat verschobene Öltropfen, die keine typische Tropfenform haben.

Oligurie

Verminderte Urinausscheidung.

Öltröpfchen, Öltropfen, Lipide, Lipoide

Innerer Kern einer Spore, der wie ein, zwei oder mehrere Tropfen aussehen. Öltropfen, fetthaltige Zellbestandteile.

Omphalinoid

Habitus: Bauch mit einem Nabel. Z.B. Nabelinge (Omphalina).

Omphaloid

Fruchtkörperhabitus: Gegabelt, gestielt und mit oft genabeltem Hut. Nabelingen (Omphalina) ähnlich.

Ontogenese

Entwicklungszyklus einen Pilzfruchtkörpers.

Op. cit., opere citato

In einem wissenschaftlich veröffentlichten Werk aufgeführt.

Opak

Lichtundurchlässig, nicht durchsichtig, nicht transparent.

Operculat, Operculum, operculates

Asci‐Schläuche mit einer Abdeckung (Deckelchen), aus denen die Sporen austreten. Entsteht aus einer Sollbruchstelle der apikalen Zellwand bei Reife.

Operkulat

Asci‐Schläuche mit Deckel.

Optimalphase; Initialphase, Finalphase

Mittleres, intensivstes und fortgeschrittenes Stadium der Holzzersetzung durch Pilze.

Oreal

Höhenstufen.

Orellanus-Syndrom

Orellanine und andere Nephrotoxine = Dihydroanthrachinone: rote, gelbe und grüne Farbstoffe in Schleierlingen. Extremes Durstgefühl, Mundtrockenheit, Anstieg des Harnstoffspiegels, Organschädigend. Bluthochdruck. Vor allem die Nieren und die Leber werden zerstört. Kristallklare Urin wenn die Nieren bereits zerstört sind. Z.B. Bei Schleierlingen und Rauköpfen.

Organgiftig

Schädigen innere Organe wie Leber, Herz, Nieren.

Organoleptisch

Mit unseren Sinnesorganen wahrnehmbar, z.B. optisch, geschmacklich, geruchsmäßig.

Ornamentation, Ornament, Oberflächenverzierung

Oberfläche der Sporen z. B. Warzen, Stacheln, Grate, Leisten, Netzleisten, Rippen, Flügeln usw…

Orthochromatisch

Wurde mit organischen Farben angereichert. Die Farbe nicht orthochromatisch zu ändern, im Gegensatz zu metachromatischen Färbungen, die die Farbe ändert.

Osmotischer Druck

Druck an der Zellwand. Z.B. Wasser verstärkt den Osmotischen Druck und lässt die Spore aufquellen.

Ostiolen

Scheitelständiger, enger Porus von Schlauchpilzen durch den die Sporen austreten.

Ostiolum

Charakteristische Mündung (meist oben oder seitlich oben) der Fruchtschicht (Perithezie) bei geschlossenen Schlauchpilzen (Ascomyceten + Pyrenomyceten). Meist feine, halsartig ausgezogene Mündungen. Latein. = kleine Tür, Perithecium (offenliegende Fruchtscheibe).

Ovoid

Eiförmig.

Oxalate, Oxalsäure

In Pilzen und Pflanzen enthalten. Kann in größeren Mengen, vor allem bei ungekochten Pilzen Brechreize und Magenbeschwerden auslösen. Hohe Werte haben Schwefelporling und Schwefelgelbe Koralle. Durch Kochen wird diese reduziert.

Oxidase

Oxidase ist ein Pilzenzym: Oxidase‐positive Pilze sind Weißfäuleauslöser, Oxidase‐negative Pilze sind Braunfäuleauslöser.

Oxidase negativ

Braunfäuleauslöser: Pilz besitzt keine Enzyme zum Abbau von Lignin.

Oxidase positiv

Weißfäuleauslöser (Weißfäuleerreger): Pilz besitzt Enzyme zum Abbau von Lignin.

Oxydase

Ligninzersetzer: Er ist ein fester, farbloser Stoff, der in die Zellwand eingelagert ist. Entwickelt die Verholzung von Baumzellen bei Oxydase positiv und nicht bei Oxydase negativ.

Ozonium

Brauner bis oranger Hyphenfilz, der das Substrat überzieht, oft bei den Tintlingen wie Glimmer- oder Haustintling zu sehen.

P = bei der Flechtenbestimmung

Para-Phenylendiamin, p-Phenylendiamin. Hinweis, dass die Flechte Fumarprotocetrarsäure enthält, wenn P+.

Paarkernphase

In den Basidien erfolgt der Abschluss der Paarkernphase = die Information zur Synthese der Proteine von Organismen enthält Dikariophase: Zweikernphase (Paarkernphase), vegetative Phase von Ständerpilzen.

Palisaden

Makroskopisch erscheint die Huthaut feinkörnig oder samtig.

Palisadoderm

Huthaut aus aufgerichteten, fädigen, teils apikal keulig angeschwollenen Hyphenenden.

Pantherina-Syndrom, Pantherpilzvergiftung

Ibotensäure, Muscazon, Muscimol. Das Gift Muskarin kommt in Fliegenpilzen fast nicht und im Pantherpilz gar nicht vor. Verursacht Psychotrope und vegetative Zeichen wie Atemnot, Lähmung, Puppilen-Erweiterung, Bauchschmerzen, Muskelzucken, Bewusstseinstrübung, Schwindel, Somnolenz, Rausch, Unruhe/Angst, Delir, Tobsuchtsanfall, Halluzinationen, Ataxie, trockene Haut, Konvulsionen, Tachy- oder Bradykardie, Atem- und Kreislaufstillstand.

Papille

Kleiner spitzer oder warziger Buckel in der Hutmitte.

Paracapillitium

Sehr dünnwandige, regelmäßig septierte farblose Hyphen in der Gleba reifender Gasteromyceten (z.B. bei Stäublingen (Lycoperdon, Vascellum) welches bei diesen Arten neben dem normalen, dickwandigen und braunen Capillitium erscheint.

Paraderm

Zellig, +/- nicht geordnete Strukturen.

Parallelhyphige

Einzelne Hyphenelemente treten parallel deutlich hervor.

Paraphyse, Paraphysen, Parahysen

Es sind lange sterile Organe (Schläuche ohne Sporen), die zwischen den Fortpflanzungsorganen von Pilzen stehen. Bei den Schlauchpilzen (Ascomyceten) stehen sie parallel zwischen den Asci. Sie bilden gemeinsam mit den Asci das Hymenium (Fruchtschicht) des Pilzes. Diese sind oft für die Färbung der Fruchtkörper verantwortlich.

Paraphysoide

Wie Zystiden stehen sie zwischen den Basidien oder Asci und können diese teilweise überwachsen. Sie sind eine Art Hyphidien sind mehr oder weniger dünne, sterile Hyphenenden.

Parasit

Aggressiver Art, die einen gesunden oder geschwächten Organismen zerstört kann.

Parasitär

Lebendes organisches Material von Pflanzen wird von einem Pilz zersetzt und als Nahrung verwendet. Der Wirt wird dadurch schwer belastet. Beispiel Hallimasch = gefährlicher Forstschädling.

Parasitismus

Lebensgemeinschaft zweier oder mehrerer Arten die wiederum eine andere Art zerstört oder zumindest schadet.

Paravelangiocarpie

Velum partiale (bzw. das Lipsanoblem) ohne Velum universale oder Unscheinbar.

Parazystiden

Sind wenig differenzierte Zystiden auf Lamellenschneiden.

Park

Abwechselnd mit Bäumen und Wiesen bepflanztes Arsenal.

Partiell retikuliert

Teilweise bzw. bereichsweise netzig.

Patentblau

Anfärbemittel von Chrysozystiden.

Patentblau V

Färbemittel in der Mikroskopie von Pilzen.

Pathogen

Krankheitserregend.

Paxilloid

Habitus: Kremplingsartig (Huthaut über den Hutrand eingebogen).

Paxillus-Syndrom

(Immunhämolyse, Immunohemolytic)

Beim Paxillus-Syndrome vereinigen sich die Antigene des Pilzes mit den Antikörpern vom Menschen zu einem Antigen-Antikörper-Komplex. Dieses löst die roten Blutkörperchen (Hämolyse) auf, was im schlimmsten Falle zum Tode führen kann. Das Paxillus-Syndrom + eventuelle enthaltene Muscarine oder ähnlich wirkende Stoffe. Beim Paxillus-Syndrom handelt es sich um keine echte Pilzvergiftung, sondern um eine allergische Reaktion. Achtung! Ungenügend gekochte oder roh verzehrte Kahle Kremplinge verursachen ein Gastrointestinales Frühsyndrom auch mit Hämolyse-Folgen. Magen- u. Darmstörungen, Schwäche, Benommenheit. Allergische Reaktionen und die Gefahr der Blutzersetzung und Nierenschädigung sind nicht auszuschließen. Weitere Anzeichen sind möglicherweise Bewusstseinstrübung, Pupillenverengung, Lähmungen, Schweißausbrüche, Pupillenverengung, wässrigen Durchfall, kolikartige Unterleibsschmerzen,

Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, hypovolämischer Schock, Hypotonie, Subikterus, Oligurie bis Anurie, Hämaturie.

P‐Dichlorbenzol

Chemisches Mittel gegen Milbenbefall von Pilzbestandteilen (Exsikkaten).

Perfektes Stadium

Fruchtform, die eine komplette oft kugelförmige Fruchtform (Apothezie) am Pilzfruchtkörper bildet. Erkennbar z.B. bei der Fruchtfäule.

Peridie, Peridien

Die Fruchtschicht umhüllende Gewebehaut, z.B. bei Stäublingen. Oft sind diese in Exoperidie und Endoperidie unterteilt. Allgemein auch als Wand eines geschlossenen Sporenbehälters bezeichnet.

Peridiolen

Rundlichen oder linsenförmigen Körperchen (Sporenpakete) rundliche bis linsenförmige Sporenpakete, sind mit einer eigenen Hülle versehen. Z.B. ist dies im inneren bei Teuerlinge (Nidulariales).

Perikarp

Das Fruchtgehäuse oder die Fruchtwand betreffend.

Perimycelial

Myzelialschicht der die geschlossenen Fruchtkörpers vollständig abdeckt, z.B. bei den Erdsternen.

Peripherie

Umgebung, Umfeld, herumtragen, umdrehen. Oft in der Flechtenkunde als Umfeld verwendet.

Peristom

Gattung Erdsterne (Geastrum) die Scheitelöffnung befindet sich in der äußeren Hülle (Endoperidie).

Perithecien

Sind birnen-, kugel- oder flaschenförmige Fruchtkörper bei Schlauchpilzen oder Flechten.

Perithezien (Perithecium, Perithezien)

Als Perithecien bezeichnet man kugel-, birnen- oder flaschenförmige Fruchtkörper bei Schlauchpilzen oder Flechten. Das Perithecium hat keine offenliegende Fruchtscheibe wie etwa da Apothecium bei Becherlingen oder Flechten. Z.B. Eckenscheibchen durchschneiden unter der Lupe, sind dann diese Perithezien deutlich zu sehen.

Perithezium

Birnen-, kugel- oder flaschenförmige Fruchtkörper bei Schlauchpilzen (Ascomyceten) oder Flechten. Die in Schläuchen (Asci) entstehenden Sporen liegen meist zwischen sterilen Hyphen (Paraphysen). Diese Perithecien bildende Pilze werden auch als Discomyceten bezeichnet.

Pestizide

Chemikalien die Insekten, Bakterien, Viren abtöten.

Pezizales

Gattung der Becherlinge, in der Ordnung der Schlauchpilze (Ascomyzetes). Fruchtkörper meist ein operculates Apotheziums. Lebensweise überwiegend saprophytisch und bodenbewohnend, teils auch auf vielen anderen Substraten wie Holz vorkommend.

Phaeobasidie

Basidie mit einheitlichem, aber auch oft verklumptem, amorphem Inhalt. Oft mit gelbem bis brauner, +/- auch grobkörniger Inkrustierung. Mit Sulfovanillin gut orangebraun anfärbbar.

Phagocytose

Aufnahme des Fremdkörpers durch Umfließen und Invagination = Einstülpung in die Zell-Membran.

Phalloides-Syndrom, Syndrom falloidea

Amatoxine, Phallotoxine, Alpha-Amanitin. Fallotossina, Fallina, Virotossine, Antanamide. Diese Gifte verursachen tödliche Vergiftungen. Enthalten bei Knollenblätterpilzen, Gifthäublingen, Kleinen Schirmlingen und anderen Pilzarten.

Phänologie (phainómenon)

Sichtbare Erscheinung und logie nach dessen wahrscheinlichem Erscheinen. Befasst sich mit den im Jahresablauf periodisch wiederkehrenden Entwicklungserscheinungen in der Natur.

Phenol (Karbolsäure, Karbol)

C6H5OH = Farbreaktion bei bestimmten Täublingsarten.

Phialiden, Phialidus

Lufthyphen, Zellen. Ein Phialidus ist eine flaschenförmige konidiogene Zelle bei manchen Schlauchpilzen oder Schimmelpilzen wie Gießkannenschimmel. Phialiden heißen auch sekundäre Phialiden.

Phleboid

Das Hymenophor (Fruchtlagerschicht bei Pilzen) besteht aus Falten, die nicht oder kaum vernetzt sind.

Phlegmaciengeruch

Süßlich-gebäckartig, etwas weihrauchartig bis leicht nach rohem Fleisch, staubig erdig.

Phlegmatium

= Schleimköpfe = Untergattung der Schleierlinge. Die Schleimköpfe werden aufgrund der Stielform in zwei Gruppen unterteilt. Neben den Schleimköpfen mit klebrig-schleimigen Hut auch die Untergattung - zumindest nach den meisten Autoren - auch die ehemalige Untergattung der Klumpfüße (Bulbopodium).

Sektion Schleimköpfe (Phlegmatium) = Elastici, Phlegmacium, Triumphantes, Percomes, Variecolores.

Sektion Klumpfüße = (Bulbopodium) = Leucophylli, Virentophylli, Xanthophylli, Cyanophylli.

Phloxin

Färbt das Cytoplasma tiefrot, Septen oder Zellwände werden nicht verfärbt.

Photobionten

Symbiose bei Flechten zu Algen und Cyanobakterien.

Photosynthese

Können Pilze nicht ausführen! Pflanzen und diverse Flechten erzeugen durch Sonnenlicht mit Hilfe von lichtabsorbierende Farbstoffe CO2 + Zucker.

Phragmobasidien, Heterobasidie

Mehrzellige Basidien: Z.B. Uredinales, Tremellales, Ustilaginales, Auriculariales…

Phragmospor

Häufig sind Querwände in gestreckten Ascosporen ausgebildet, solche Sporen können zweizellig (didymospor) oder auch mehrzellig (phragmospor = mehrfach querseptiert) sein.

Phyllocladien

Ein Phyllokladium ist eine Metamorphose der Sprossachse zum Zweck der Photosynthese.

Phylum

Stamm von Schleimpilzen (Ascomyceten, Myxos).

Physaliden

Blasig aufgeblähte Hyphenenden.

Phytobiont

= Höhere Pflanzenarten. Es ist eine Symbiose zwischen Pilzen (Mykobiont) und höheren Pflanzenarten (Phytobiont).

Phytoparasiten

Pflanzenbewohnende Parasiten, z. B. Bakterien und Pilze.

Phytopathogenischen

Krankhaft verbundene Lebensgemeinschaft. Z.B. mit Algen kombiniert (lichenisiert).

Pigmentation

Färbung durch Pigmentablagerung = Einlagerung von körnigen oder granulären Farbstoffen.

Pigmente

Farbstoffe (gelöst oder auch körnig) innerhalb von Zellen.

Pileat, pileater

Hutbildend, hutförmig.

Pileipellis

= Hutdeckschicht. Sie ist die oberste Hyphenschicht des Pilzhutes. Sie bedeckt das Hutfleisch oder Trama und schützt es vor äußeren Umwelteinflüssen.

Pileoblem

Velum universale (Gesamthülle), welches den gesamten Fruchtkörper umhüllen kann und aus zwei Teilgeflechten, dem Pileoblem und dem Cauloblem bestehen. Wie Velum partiale (Teilhülle), welches nur die Fruchtschicht junger Fruchtkörper verhüllt. Die Ringstruktur an sich aus, das Pileoblem bildet zusätzlich feine, bräunliche Flocken am Ring. Der Hallimasch bildet drei Teilstrukturen (Pileoblem , Cauloblem und Lipsanoblem = Teilhülle).

Pileozystiden (Pilozystiden, Pileocystida, Pileocystidia)

Größere, exponierte Zellen (Zystiden), die in der Huthaut (Hutoberfläche) vorkommen. Oft auch Dermatozystiden genannt.

Pilzberater

Pilzsachverständiger, der über die Pilzkunde geprüft wurde und über ausreichend Sachkenntnis über Pilze verfügt.

Pilzklima

Pilze bilden ein eigenes Klima (Pilzklima) unterhalb des Sporenträgers. Durch Anfeuchtung der Luft erzeugen sie Temperaturunterschiede, sodass ein eigener kleiner Wind entsteht, der die Sporen nach dem Abwerfen seitlich und später nach oben treiben lassen.

Pilzkontrolle

Überprüfen der gesammelten Pilze durch Pilzberater.

Pilzkörper

Der sichtbare Teil des Pilzes.

Pilzpulver

Getrocknete Pilze, die in einer Mühle (z.B. Kaffeemühle) zerkleinert wurden.

Pilzsachverständiger

Geprüfter Pilzexperte.

Pilzvergiftung

Erkrankung aufgrund eines Pilzgenusses.

Pilzwurzel

Myzel, Mycel, Mykorrhiza. Pilz ist ohne Symbiosepartner nicht lebensfähig.

Pilzzucht

Pilze werden durch Kultivierung an verschiedenen Substraten gezüchtet und so vermarktet.

Pinzette

Zangenförmiges kleines Hilfsmittel.

Piriformis, piriforme

Flacher, pyramidal bis birnenförmig geformte…

Placodioid

Bei Flechten rosettenartig wachsende, randlich gelappte Krustenflechte. Mit strahlig ausgerichteten, vergrößerten Randareolen).

Plage

Zone auf den Sporen über dem Appendix (auffälliger Auswuchs an Sporen), bei warzigen Sporen glatt, +/- minimal ornamentiert.

Planachromat

Planachromat‐Objektive sind hochwertige Objektive, die Bildfeldwölbungen vermindern.

Planapochromat

Planapochromat‐Objektive sind sehr teure und hochwertige Objektive. Sie vermindern Abbildungsfehler und Farbfehler.

Planare Stufe

Tiefland, für gewöhnlich unter 0-50 m ü. M. In erster Linie sind hier die großen Tiefebenen im Norden Mitteleuropas gemeint. Dominierende Waldbäume in dieser Höhenstufe sind Eiche (Quercus) und Kiefer (Pinus).

Plasmodium

Jugendstadium von Schleimpilzen (Myxomyzeten) in der sie noch schleimig sind. Sie haben dann viele Kerne in einer Riesenzelle (Megazelle).

Plasmogamie

Die Plasmaverschmelzung des Zellplasmas zweier Zellen als Teil eines Sexualvorgangs (wenn sich zwei Hyphen verschiedener Primärmyzelstränge berühren). Meistens verschmelzen dabei zuerst die Gameten (Gametogamie). In der Regel folgt bald darauf die Verschmelzung der Zellkerne (Karyogamie).

Plektenchym, Plectenchym, Plectenchymatisch, prosenchymatisch

Flechtgewebe, gewebeartiger Zellverband oder Scheingewebe (Pseudoparenchyme), echtes Gewebe vortäuschend. Bezeichnung einer Gewebestruktur mit mehr oder weniger länglichen Zellen.

Pleurobasidie

Basidie mit sackförmiger Form, Basis seitlich mit einer generativen Hyphe verbunden. Typisch für Krustenpilze (Xenasmataceae).

Pleurobasidien

Normalerweise werden Basidien am Ende einer Hyphe gebildet. Bei den Pleurobasidien entstehen diese seitlich. Sie haben daher an ihrer Basis nur einen kurzen Hyphenfortsatz.

Pleurocybella Porrigens-Syndrome

Diverse unbekannte Inhaltsstoffe bei Japanischen Arten. Kein Europäischer Nachweis! Zittern, Sprachstörungen, Schwäche, Nieren- Hirnschädigungen, Encephalitis Fieber entzündlicher Liquor Krampfanfälle, Augenmotorik, Koma. Nur in Japan bekannt! Z.B. Beim Ohrförmigen Seitling.

Pleuromacrozystiden, Pleuromacro Zystiden, Pleuromakrozystiden

Besondere Form der Zystiden. Oben abgerundet zugespitzt (teils 2-fach unterschiedlich verdickt an der Spitze), mitte bauchig unten wieder verjüngt. Diese Form tritt z.B. bei Milchlingen auf, z.B. Indio-Reizker, Rotgegürtelter Milchling.

Pleurotoid, Crepidotoid

Habitus: Halbkreisförmige oder auch seitlich angewachsene auf Holz wachsende Pilze. Oft flach wie Stummelfüßchenverwandte, Stummelfüßchen (Crepidotus).

Pleurozystiden, Pleurozystdien engl. Pleurocystidia, Pleurocystide

Größere, Zystiden (sterile Zell-Elemente) an der Lamellenfläche (Lamellenflanken) zwischen den Basidien (= Flächenzystiden).

Plorantes (Plorantinae) oder Lactarioides)

Weißtäublinge = Delicinae.

Pluriseptiert, plurizellular

Haare, Dermatozystiden mit bis zu 5 bis 6, Septen.

Podetien

Stämmchen - keulenähnliche Fruchtkörper. Bei Flechten die meist vertikal orientierten, stift-, horn-, trompeten-, strauchähnlichen, Fruchtkörper tragenden Teile der Becher-, Strauch und Rentierflechten (Cladonia-Arten).

Podobasidie

Basidie mit langem Stiel.

Pol+, Pol-

Bei Betrachtung mikroskopischer Schnitte vor allem bei Flechten im polarisierten Licht können Teile (z.B. Kristalle) aufleuchten. Diese werden als (Pol+ aufleuchtend) oder nicht (Pol- nicht aufleuchtend) bezeichnet.

Polychrom

Vielfarbig, bunt.

Polyethylenglykol

Mittel zur zellbiologischen Untersuchung.

Polygonal

Mit viele Ecken, vieleckig, gerne bei den Risspilzen.

Polymorph, polymorphe

In verschiedenerlei Gestalt, Form vorhanden, vielgestaltig, verschiedengestaltig.

Polyphyletisch, Polyphyletische

Gruppe von verschiedenen Urformen (Ursprungsarten, Taxon Polyphylum) abstammend, daher nicht miteinander verwandt.

Polyporales

Stielporlingsartige.

Polyporsäure-Syndrom

Polyporesäure (bei HAPALOPILUS NIDULANS). Mit KOH-Violett-Reaktion. Sehstörungen, Schwindel, Magen-Darm-Verdauungsstörungen, organschädigend. Vor allem Leber- und Nierenschädigend.

Polytrichum

Gattung der Widertonmoose.

Populus, Populus tremula

Pappel, Populus tremula = Zitterpappel, Espe.

Poren

Mündungen der Röhren bei Porlingen oder Röhrlingen. Kleine rundliche oder eckige schwammähnliche und nach unten gerichtete Sporenständer (Basidien) zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes.

Poriales

Porenpilze, auch als Löcherpilze bezeichnet. Ordnung der Ständerpilze (Basidiomycetes) mit unterschiedlich gestalteten Fruchtkörpern.

Poroiden (poroid)

Das Hymenophor (Fruchtlagerschicht bei Pilzen) hat deutliche Poren, deren Rand steril ist.

Porus

Anwachsstelle an der Spore, an der später die Keimhyphe sich entwickelt. Oder Auswurföffnung für den Sporenabwurf. Oft bei inoperculaten Schläuchen (Asci-Apikalapparat).

Präformierte

Ausprägung, Entwicklung einer Form.

Präparat

Das untersuchende Objekt, z.B. Pilzteile, Sporen usw ...

Präparieren

Vorbereiten einer mikroskopischen Probe für das Betrachten am Mikroskop. Z.B. Schneiden, einweichen, färben usw…

Präparierlösung

Kalilauge (KOH), Wasser oder ein anderes Medium.

Präpariernadel

Nadel zum Verteilen der Probe.

Preisten

Obere Öffnung (Scheitel) von Bauchpilzen durch die die Sporen entweichen können, wie z. B. bei Stäublingen.

Primordialhyphen (PRH)

Primordialhyphen sind lange, schlanke Hyphen der Huthaut (Hutdeckschicht) von Pilzen, deren Zellwände inkrustiert, das heißt mit einer krustenartigen Schicht überzogen sind. Sind säureresistente Hyphen einiger milder Täublingsarten.

Primordie, Primordien, Primordium

Knötchenartige ( Verdickungen am Pilzmycel. Ursprung späterer Fruchtkörperentstehung.

Primordium

Sehr junges Stadium der Fruchtkörperentwicklung.

Probasidie

Das erste Stadium der Bildung von Basidien. Probasidie sind meist rund und dickwandig.

Projektilförmig

Unten Zylindrisch, oben rundlich und zugespitzt. Wie eine Gewehrkugelhülse aussehen.

Proliferationen, Proliferatión

Wucherung von Gewebe durch Vermehrung von Zellen. Oft auch als Zellproliferation (Zellproliferation = aus der Zellbiologie) bezeichnet.

Prolongation

Verlängerte Endzellen, etwa an der Außenseite eines Fruchtkörpers eines Pilzes oder einer Flechte (Apotheziums).

Prosenchymatisch, plectenchymatisch

Gewebestruktur mit mehr oder weniger länglichen Zellen.

Prototunicatae

Die Schlauchwände sind dünnwandig, zart, ohne sonstige Besonderheiten. Diese Asci‐Sporen verschleimen oft, die Sporen werden dann nicht ausgeschleudert.

Protuberanzen

Z.B. an den Hyphen, diese haben an ihrem oberen Ende nur wenige Auswüchse.

Proxima-Syndrom

Allen-Norleucin, 2‐amino‐4,5‐ hexadienoic acid (allelic norleucine), enthält der Ockerscheidiger Eierwulstling. Phase I: Magen- Darm-störungen, Brechdurchfälle, oft nach einiger Zeit ab-klingend. Phase II: Späterbrechen, Nierenschmerzen und Verringerung der Harn-produktion sowie Bluthochdruck. Phase III: Leichte Leberschäden und nach 3-4 Tagen Nierenschäden (Tubulo-interstitielle Nephritis) möglich. Bessere Prognose gegenüber dem Orellanus-Syndrom.

Pruinos

Voll Reif, bereift.

Psathyrella

Pilzgattung aus der Familie der Mürblingsverwandten. Z.B. Saumpilze, Faserlinge, Mürblinge, Zärtlinge.

Pseudoaethalium

Sehr dicht angeordnete Sporokarpien werden als Pseudoaethalium bezeichnet; verschmolzene Sporocarpien bilden ein Aethalium (=Form des Fruchtkörpers bei Schleimpilzen).

Pseudobilaterale Lamellenschneide

Im Längsschnitt verlaufen die Hyphen im Tramazentrum der Lamellen parallel, sonst sind sie nach außen divergierend und keulenförmig angeschwollen.

Pseudobilaterales

 

Bilaterales divergierendes Lamellentrama. Hyphen in der Lamelle verlaufen von der Lamellenmitte mehr nach außen in Richtung Hymenialschicht.

Pseudocanthophysen

Dornartigen Auswüchsen bzw. unförmig versehene Gebilde im Hymenium einiger Stereum Arten die ähnlich wie Zystiden aussehen.

Pseudocyphellen

An der Oberfläche von Flechten bilden sich weißlich strich oder adrige Durchbrechungen der Rinde. Diese dienen dem Gasaustausch (Atemporen). An diesen Stellen entstehen zuweilen Sorale (Fortpflanzungsorgane).

Pseudodiaphragma

Filzige und bisweilen sehr dichte Schicht zwischen Gleba und Subgleba.

Pseudodimitische Hyphen, sclerornitisches Hyphen

Diese enthalten dünnwandige, wandverdickte als auch normale generative Hyphen.

Pseudohaare

Gewebeartiges, aus mehr oder weniger kugelförmigen Zellen zusammengesetztes Scheingewebe.

Pseudonym

Nicht mehr gültiger, fälschlich verwendeter Artname oft auch als „sensu = im falschen Sinn“ bezeichnet.

Pseudoparaphyse

Es sind lange sterile Organe, die zwischen den Fortpflanzungsorganen von Pilzen stehen. Sie stehen zwischen den Asci oder den Basidien.

Pseudoparenchym

Keine echten Haare, sondern gelbbraun gefärbte Hyphen die in der oberen Exipulumschicht bei Arten der Gattung Borstlinge (Melastiza) oder Becherlinge (Aleuria) eingewachsen sind und braun durchscheinen, um so am Becherrand einen echten Haarbewuchs vortäuschen.

Pseudoparenchymatisch

Gewebestruktur aus kurzen, mehr oder +/- körnigen Zellen.

Pseudoperidiolen

Peridiolen-ähnliche, mehr oder weniger kugelige Elemente im Inneren vom Gemeinen Erbsenstreuling (PISOLITHUS ARHIZUS).

Pseudophysen

Besondere Form der Zystiden. Diese stehen meist zwischen den Basidien und können diese teilweise überwachsen.

Pseudopodien

= Scheinfüßchen. Es sind Plasmaausstülpungen eukaryotischer Zellen. Bei Protisten sind sie morphologisch sehr vielfältig und erfüllen zahlreiche Funktionen insbesondere bei Bewegung und Stoffwechsel.

Pseudorhiza

Wurzelartige Stielverlängerung, meist durch das Myzel. Kann tief in der Erde stecken, z.B. bei den Wurzelrüblingen (Gattung Xerula).

Pseudoringzone

Zone am Ring, die sich farblich deutlich vom restlichen Stiel unterscheidet. Meist befindet man sie im oberen Stieldrittel.

Pseudosklerotium

Unregelmäßiges hartes Gebilde. Besteht aus Hyphen die mit Substratbestandteilen wie Holz oder Erde ineinander verklebt sind.

Pseudothecien

Wie bei den Perithecien werden die Sporen in Pseudothecien in einer nach außen geöffneter Höhlung gebildet.

Pseudothezie

Hauptfruchtform wie etwa unreife Pseudothezien.

Pseudozystiden, Tramalzystiden

Zystiden, die tiefer in der Trama sitzen. Ihr Ursprung ist nicht in Höhe des Subhymeniums, sondern tiefer im Pilzfleisch.

Psilocybin, Psilo

Substanz, die LSD-ähnliche Wahnvorstellungen auslöst.

Psilocybin-Syndrom

Gifte Psilocybin, Psilocin. Verursacht Bewusstseinstrübung, Euphorie, Angstzustände, Psychosen, Blutdruckabfall, Rauschzustände, Herzjagen, Hitzewallungen, Kreislaufprobleme, ähnlicher Wirkung wie LSD. Selbst- und Fremdgefährdung! Bei größeren Mengen Übelkeit und Erbrechen auslösend.

Psilotourismus

In einigen Ländern wie z.B. Mexiko, Thailand, Indonesien…werden in Ausflügen Pilzsuppen oder Pilzkeckse mit gezüchteten Psilopilzen angeboten um sich zu berauschen. Wir warnen vor solchen Aktionen. Oft stecken Verbrecherbanden dahinter, die anschließend diese Touristen ausrauben oder zu Handlungen bewegen die sie nicht wollten.

Psychotrop

Rauschzustände und Halluzinationen verursachende Pilze.

Punktiert, gepunktet

Durch Punkte (kleine runde oder eckige Flecken) versehen.

Pupillenstrahlengang

Beleuchtungsgang zum Betrachten von Punkten aus der Lichtquelle.

Pustulös

Pusteln aufweisend; zur Bildung von Pusteln neigend.

Pycnidien, Pycnien, Pycnium, Spermogonien Rostrum

Wenn die Funktion der Keimzellen noch unbekannt ist oder nicht näher bestimmt ist. Spermogonien und Pycnidien sind nicht in ihrer Struktur, sondern nur durch die Funktion der Keimzellen, die sie hervorbringen, genauer definiert.

Pyknidien

Singular Pyknidie oder Pycnidium = sind punkt-, kugel- bis flaschenförmige fruchtkörperähnliche Strukturen (auch als Fruktifikationen bezeichnet). In diesen Organen werden asexuell gebildete Keime (Pyknosporen) produziert. Diese sind meist punktartig klein und ins Lager eingesenkt, selten warzenförmig bis zylindrisch vorstehend, im Inneren mit meist kugeligem oder birnförmigem Hohlraum.

Pyrenomycet (Kernpilz)

Mit allantoiden (würstchenförmigen) Sporen. Sie sitzen oft zu je zweien oder zu vieren auf den Basidien.

Pyrenomyceten

Zusammenfassung für Schlauchpilzen (Kernpilzen): Fruchtkörper (Perithecien) meistens klein bis sehr winzig. Mit bloßem Auge oft nur schwer erkennbar. Oft sind dies kohlig, schwarz gefärbten Schlauchpilzen (Ascomyceten).

Pyrenomyzeten, Pyrenomyceten, Pyrenomycetes

Kernpilze! Bezeichnung für Perithezien bildende Ascomyzeten von meist kohliger Substanz und dunklem Aussehen. Diese sind in verschiedenen Ordnungen angehörig.

Pyriform

Birnenförmig. Z.B. bei Basidien, Sporen oder anderen Elementen der Pilzmikroskopie.

Quercus

Eiche.

Quicktest

Indikator für das Ausmaß der Gerinnungsstörung und des Leberschadens.

R- = bei der Flechtenbestimmung

Keine Farbreaktion bei chemischen Mitteln.

Radial

Strahlig von der Mitte ausgehend.

Radialfaserig

Eingewachsene oder anliegende Oberflächenbekleidung, die aus ausgerichteten, langgestreckten, strichartigen Fasern besteht wodurch der Untergrund oft durchscheint, z.B. bei Risspilzen. Diese haben oft auch eine radialfaserige Struktur.

Raduloid

Das Hymenophor (Fruchtlagerschicht bei Pilzen) ist zähnchenförmig ausgebildet.

Ramealis-Struktur

Hut- oder Stieloberfläche aus unregelmäßig verzweigt (koralloidknorrigen) Hyphen mit zahlreichen daumenförmigen oder warzenförmigen Auswüchsen.

Randareolen

Lagerrand bei Krustenflechten. Diese schließen nicht immer dicht zusammen. Sie können einzeln oder zu wenigen einem Prothallus (Vorlager) aufsitzen.

Randhaare

Längliche Zellen, die wie Haare erscheinen. Auch oft als Geflecht von verwobenen Röhren erscheinend (septiert).

Raphanoid, rafanoid

Geruch nach Rettich, Kohlrabi.

Rasig

In dicht gedrängten (eng beieinanderstehenden) Gruppen (Kolonen) wachsend.

Raue Oberfläche

Alte Rechtschreibung rauh. Mit feinsten Unebenheiten wie punktiert, körnig bereift, nicht glatt.

RE

In der Schweiz ausgestorben.

Reduktionsteilung

Die Sporen der Basidiomyceten entstehen durch Reduktionsteilung und wandern über die Sterigmen nach außen.

Regulär

Mikroskopisches Merkmal der Lamellentrama. Fällt durch seine regelmäßige Anordnung auf.

Reguläres Lamellentrama

Hyphen in der Lamelle wachsen vom Lamellenansatz bis zur Schneide gleichlaufend.

Reif

Feiner Belag, meist schimmelähnlich, auf der Hutoberfläche.

Reniform, phaseoliform

Bohnenförmig, nierenförmig, gebogen halbkreisförmig,

Repetive Sporenkeimung

Keimung, aus der keine Hyphe, sondern eine Ballistospore hervorgeht.

Repetobasidie

Es ist eine repetierende Basidie, die durch eine ältere Basidie hindurchwachsende eine neue Basidie, von mehreren Hüllen umgeben ist.

Repetobasidien

Junge Basidien nicht an älteren seitlich vorbeiwachsen, sondern durch die Alten hindurch entspringen. Dadurch sind junge Basidien oft von einer mehrschichtigen Hülle umgeben, die aus den Resten der alten Basidien besteht. Man bezeichnet dies auch als innere Basidien-Repetition.

Resupinat

Auf dem Substrat flach aufliegend. Flächiges Wachstum von Pilzen; jung meist ohne Ausbildung von Hüten; oft bei Rindenpilzen und einigen Porlingen zu sehen.

Reticuliert

Netzig verbunden.

Retikuliert

Netzig.

Retikulum

Das endoplasmatische Retikulum ist ein verzweigtes Kanalsystem flächiger Hohlräume, das von Membranen umschlossen ist. Man findet diese in ausgereiften Erythrozyten in allen eukaryotischen Zellen. Je nach Zelltyp ist es unterschiedlich stark entwickelt.

Revalidierung

Eine falsche Anschauung wieder gültig machen.

Rezent

Auftretend oder sich wieder bildend, frisch, neu, gegenwärtig, vor Kurzem entstanden.

Rezeptaculum, Rezeptakulum, Receptakulum

Poröser, schwammiger, austreckender Fruchtkörperteil der z.B. der Stinkmorchel, Hundsrute (Phallales) usw... Der mittlere, meist helle Teil entwickelt sich meist binnen weniger Stunden zur vollen Größe aus.

Rhabdomyolyse

Löst Muskelschwund aus und kann tödlich sein. Besonders gefährlich in Wechselwirkung mit eingenommenen Medikamenten und deren Nebenwirkungen und Pilzen die Rhabdomyolyse-Syndrome auslösen könnten, z.B. Erdritterlinge. Oft wird dadurch Myoglobin freigesetzt.

Rhizinen

Zahnähnlichen bzw. wurzelartige Ästen (Stacheln) unterhalb des Flechtenlappens.

Rhizomorphen, Rhizomorphe, Rhizoiden, rhizoid, Rhizormorphe

Wurzelartig: Verdickte Myzelstränge aus isolierenden äußeren und feinen inneren Hyphen-Stränge mit verfestigten Außenwänden die wurzelartig verzweigen. Die äußere Schicht ist oft deutlich wandverdickt, pigmentiert, sklerotisiert (dickwändig). Oft bei einigen Ständerpilzen oder Flechten findbar. Ebenfalls wurzelartige Mycelstränge an der Stielbasis mancher Pilzarten wie z.B. Wurzelrüblinge. Zieht man ihn aus dem Substrat heraus ist diese oft mit einer sehr langen Wurzel zu sehen.

Rhom­bo­id

Form z.B. einer Spore: Parallelogramm ähnlich, wie ein verschobenes Rechteck aussehend.

Rhytisma, Rhythisma acerinum, Rhytismataceae, Rhytismatales

Runzelschorf-Arten, ist eine Gattung der Schlauchpilze.

Riefung

Rillen an der Huthaut oder am Ring die horizontal oder vertikal verlaufen.

Ring

Ringförmiger Velum-Rückstand am Stiel. Wird im Sprachgebrauch auch oft Schürze genannt.

RL

Rote Liste (Pilzart ist vom Bestand gefährdet oder bereits ausgestorben).

RL0, Rote Liste, Germany = RL 0

In Deutschland kein Fund-Nachweis mehr; der Pilz ist ausgestorben.

RL1, Rote Liste, Germany = RL 1

In Deutschland vom Aussterben bedrohte Pilzart, Regional ausgestorben.

RL2, Rote Liste, Germany = RL 2

In Deutschland stark gefährdete Pilzart, in einigen Regionen nicht mehr findbar.

RL3, Rote Liste, Germany = RL 3

In Deutschland gefährdete Pilzart, nur wenige Fundstellen bekannt.

RL-D, Rote Liste, Germany = RL D

In Deutschland sind wegen der Seltenheit dieser Art keine genauen Daten vorhanden.

RL-G, Rote Liste, Germany = RL G

In Deutschland GEFÄHRDUNG unbekannten Ausmaßes.

RL-R, Rote Liste, Germany = RL R

In Deutschland bereits sehr selten gewordene Pilzart.

RL-V, Rote Liste, Germany = RL V

In Deutschland in der Vorwarnliste, Regional bereits selten zu finden.

Roh

Ungekocht.

Röhren

Rundliche oder eckige schwammähnliche und nach unten gerichtete Sporenständer (Basidiomyceten) zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes.

Röhrenboden

Untere Fläche zwischen Hutfleisch und Röhren.

Röhrenöffnung

Typisches Kennzeichen von Röhrlingen ist eine schwammähnliche Schicht aus kleinen Röhrenöffnungen an der Unterseite des Pilzhutes, dort werden die Sporen freigesetzt.

Röhrentrama

Fruchtschicht zwischen den Hyphen bei Röhrenpilzen.

Röhrig

Zylindrisch gleichmäßig.

Röhrling

Pilz mit Röhren.

Roseinae

Russula subsect. Dies ist eine Untersektion aus der Gattung Täublinge (Russula), die innerhalb der Sektion LILACEAE steht. Z.B. Netzflockiger Rosatäubling.

Rostrum

Die zum Ostiolum hin verschmälerte Wand von Perithecien und Pycnien: Rostrum wird auch bezeichnet für eine schnabelförmiger oder schornsteinförmiger, hohler Auswuchs von Perithecien. In dessen Ende sich das Ostiolum befindet, durch das die Sporen austreten werden.

Rotfäule, Rötfäuleauslöser, Rotfäuleerreger

Lebhaft braunrote, nicht würfelförmige Fäule. Diese hat eine längsfaserige Konsistenz. Eine Art Weißfäuleauslöser: Die Kernfäule des Holzes färbt es rötlichbraun, weswegen sie auch Rotfäule genannt wird.

Ruderal

Offene Flächen wie Wege oder Waldränder.

Ruderalstellen

Künstlich angelegte Kieswege, Straßen, Schuttstellen, Müllhalden oder Ränder künstlich angelegter Wege mit hohen Stickstoff- und Kalkgehalt.

Rudimentär

Vorbereitet, nur in der Anlage vorhanden. Noch nicht voll ausgebildet oder schon vergangen (verflüchtigt).

Russula, Russulales

Täublingsartige Pilze (Sprödblättler = brüchige Pilze).

S., l., p., p., = sensu lato, pro parte

Nur zum Teil, teilweise…

Saft

Farblose Flüssigkeit, die bei Verletzung eines Fruchtkörpers abgesondert wird. Ist diese nicht Farblos so ist es eine Milch (weiß, rot, orange… usw…).

Safthyphen, lactifere Hyphen, Gloeozystiden (Gloeocystidia)

Besondere Zystidenform: Gloezystidiale Hyphen bei flüssigkeitsführenden Laticiferen, meist dünnwandig, lang mit ölartigem oder feinkörnigem Inhalt (Gloeopleren) im Hymenium, Trama oder der Huthaut oder sekundär wandverdickte, generative Hyphen.

Salix

Weiden, Weidengewächse.

Salpetersäure

HNO3 = stark ätzende Säure. Mit giftigem Anilin = Schäffersche Kreuzungsreaktion. Gut zur Täublings - Bestimmung, aber hochgiftig!

Salzlösung

Erhöht den osmotischen Druck in den Zellen. Ungeeignet als Präparier-Flüssigkeit.

Salzsäure

HCl = stark ätzende Säure.

Sammeln

Suchen und Ernten von Pilzfruchtkörpern im Wald und auf Wiesen.

Saprobiont

Von faulenden Stoffen lebender Organismus.

Saproparasit

Holzzerstörender Pilz an lebenden und toten Bäumen (Schwächeparasit).

Saprophyt, Saprophyten, Saprotroph

Folgezersetzer (Pilz-Nahrung) = Verzehr von totem organisches Material (Holz, Pflanzenteile, Blätter, Nadeln, Zapfen, Horn, tote Tiere…). Dieses Kohlenstoffverbindungen werden zersetzt und als Pilznahrung verwendet.

Sarcodimitisches Hyphen

Enthält leicht wandverdickte, normale sowie aufgetriebene generative Hyphen.

Säureresistente Inkrustationen

Inkrustationen, die sich mit schwachen Säuren, z.B. HCL 5 %, nicht oder nur langsam auflöst.

Schäffer-Reaktion

Schäffersche Kreuzungsreaktion (Kreuzreaktion) bzw. Schäffer-Reaktion oder ist Farbreaktion, die zur Bestimmung von Champignon-Arten dient. Mit Anilin oder Anilin-Wasser eine 1-2 cm Linie auf die Huthaut gestrichen. Über diese wird Salpetersäure überstrichen. Bei positiv verfärbt sich die Kreuzstelle sattorange, orangegelb bis feuerrot. Der Test auch bei Trockenprodukten (Exsikaten) möglich Wegen der Giftigkeit von Anilin sollten solche Versuche selten sein und nur als letzte Lösung angewendet werden.

Scheibe

Oberfläche des Hymeniums bei scheibenförmigen (discoiden) Schlauchpilzen, z.B. Becherlingen. Oder Scheitelzone (Hutzentrum) bei Hutpilzen = zentraler Bereich der Hutoberfläche.

Scheide

Auch Volva genannt. Häutige Umrandung an der Stielbasis.

Scheinakazie

Robinia, Robinie.

Scheinbare Vergrößerung

Vergrößerung ohne Detailvorteil.

Scheinfüßchen

Pseudopodien.

Schiefe Beleuchtung

Der Lichtweg vom Kondensor wird z.B. durch einen Finger unterbrochen. Das Licht trifft dadurch schief auf das Objekt = oft besserer Kontrast.

Schimmel

Mit Schimmelpilz befallenes Material, das bei Verzehr gesundheitsgefährdend sein kann.

Schizochroismus

Ausfall einer oder mehrerer Farbpigmente.

Schizopapillen

Am Ende dünnwandiger Zystiden sind kleine, bläschenförmige Auswüchse.

Schlankheitsgrad der Sporen

Q = x.x (Länge zu Breite).

Schlauchpilze

Die Sporenabwurfständer (nur mikroskopisch sichtbar) sind schlauchartig angeordnet.

Schleier

Haarartiges Gebilde bei Schleierlingen zwischen Hut und Stiel.

Schleierlinge

Pilzgattung Cortinarien = Schleierlinge (Haarschleierlinge) .

Schleimfluss

Unspezifische Ausscheidung wässriger Substanzen. Kambium-Nekrosen, oft mit Geruch nach Gärungsprodukten aufgrund von Besiedlung durch Hefen oder Bakterien und als Ursache von Pilzkrankheiten durch Wurzelschäden, Verletzung, usw…

Schmierig

Oberfläche auch bei trockener Witterung sich fettig-feucht anfühlend. Eventuell Finger anfeuchten, die äußere Schicht (Hut, Stiel, Fruchtkörper) muss sich nun etwas schmierig anfühlen.

Schnallen, Hacken

Besondere Trennung zwischen Zellen durch buckelförmige Auswüchse (Ausstülpungen) über den Septen (Querwände) der Hyphen von vielen Ständerpilzen. Hyphen mit Schnallen werden auch als knotig septiert bezeichnet. Auch einige Schlauchpilze (Basidiomyceten) haben Schnallen an den askogenen Hyphen (Hyphensepten).

Schneide, Lamellenschneide

Unterer Rand (Margo) der Lamelle.

Schuppig

Auf der Oberfläche befinden sich überlagernde überstehende, sparrig-abstehende, anliegende, eingewachsene oder abstehende Wölbungen. Diese bestehen aus Haken- oder zackenartigen, haarartigen Elementen oder Velumresten.

Schuppig-flockig

Oberfläche mit abwischbaren, schuppenartigen Flocken besetzt.

Schwächeparasiten

Parasiten die Organismen befallen, die in ihrer Abwehrkraft bereits geschwächt sind, z. B. bei den Hallimasch-Arten.

Schwamm

Röhrenschicht, rundliche oder eckige schwammähnliche und nach unten gerichtete Sporenständer zwischen Hutrand und Stiel auf der Unterseite des Pilzes.

Schwammerl

Bayerische bzw. Österreichische Bezeichnung für Pilze.

Schwefelsäure

H2SO4 = stark ätzende Säure.

Schwermetalle

Quecksilber, Blei, Kadmium usw. Können bei Einnahme zu langfristigen Organschäden führen.

Schwimmbad-Geruch

Geruch nach Chlor-Verbindungen, Salpeter, wird oft fälschlich auch als „nitrös“ bezeichnet.

Scleroderma-Syndrome

Diverse unbekannte Inhaltstoffe von Hartbovisten. Erbrechen, Stimmungsveränderung: Depression. Sehstörung- verschwommen, Doppelbilder, Übelkeit, körperliche Schwäche, Schweißausbrüche, niedriger Blutdruck mit Schwindel, Kollaps, bis zur Bewusstlosigkeit.

Sclerozystiden (engl. Sclerocystidia)

Lange stachelähnliche Zystiden den von den Basidien herausragen.

Scolecospore

Von länglicher, fast fadenförmiger Gestalt. Diese Spore kann ein- oder mehrzellig, gerade oder etwas gekrümmt sein.

Scutoid, scutuloid

Ähnlich einem prismaartigem geometrischer Körper. Gekrümmte Flächen sowie durch mindestens einen Eckpunkt, der kein Eckpunkt einer der beiden Basisflächen ist, d.h. verschobenes Prisma.

Secotioide

Sind eine intermediäre Wachstumsform zwischen pilzartigen Hymenomyceten (Hautpilze) und geschlossenen sackförmigen Gasteromyceten, bei denen ein evolutionärer Prozess der Gasteromycetation begonnen hat, aber noch nicht abgeschlossen ist. Die Sporen werden nach Bauchpilzart verstäubt. Z.B. bei Erdsternen.

Sect. – sectio

Sektion (dieses steht unterhalb der Untergattung und oberhalb der Untersektion).

Secundum, sec.

Gemäß, laut einer Vorgabe…

Sedation

= beruhigen; d.h. bei Pilzvergiftungen auf den Patienten beruhigend einreden, damit eine starke Erregung verhindert wird, die wiederum Kreislaufprobleme verursachen könnte.

Segmentiform

Lamellen mit gerader Schneide und konvexem Rücken.

Seidig

Dicht bedeckt, eingewachsen, anliegend und seidenartig glänzend. Es sind sehr feine und streng parallel ausgerichtetes Fasern.

Sekundäre Septen

Dünn und oft gewölbt. Diese entstehen, mehr oder weniger leere Bereiche von Zystiden, Hyphen, Basidien, oder Sporen von lebenden, mit Plasma und Zellkern gefüllten Teilen abgrenzt werden.

Sekundärmetaboliten

Substanzen, wie z.B. Pigmente, Alkaloide, Antibiotika, Terpene, usw., die nur in bestimmten Organen, Organismen, Geweben oder Zellen vorkommen und Produkte eines Sekundärstoffwechsels sind.

Sekundärspore

Wenn bei abgeschossener Spore statt eines Keimschlauches ein kurzes Sterigma gebildet wird, auf dem noch einmal eine ähnliche zweite Spore entsteht. Bei Schlauchpilzen ist es die zweite Ausknospung von Sporen entstandene Konidien oder durch den Zerfall einer Ascospore (in kleinen keimfähigen Teilsporen).

Semierekt

Hyphen der Huthaut erscheinen mehr oder weniger aufgerichtet. Oberfläche sieht feinfilzig bis samtig aus.

Semipilat

Hutförmig und am Substrat herablaufend.

Semipileat

Halbhütige mit hütig abgebogenen Rändern, mit Hutkanten.

Semiresupinat

Krustenförmig mit eventuell abstehenden Kanten, also mit effuser und konsolenformiger Partie.

Sensu

Fehlbestimmungen. Im Sinne von (Autorenzitaten, Interpretation oder Fehlbestimmung).

Sensu (ss.)

Im Sinne von. Wird oft verwendet für veraltete unrichtige oder nicht mehr gültige Angaben.

Sensu auctorum plur.

Im Sinne der meisten Autoren.

Sensu lato (s.str.)

Im weiten Sinn.

Sensu restricto, sensu stricto

Im engen Sinn, im straffen Sinne.

Septen

Unterteilungen, Zellentrennwände, Quer- oder Längswände in den verschiedenen Elementen des Pilzes wie Zystiden, Hyphen, Sporen, Hyphen, Basidien.

Septiert, Septierungen

Geflecht von verwobenen Röhren. Oft ist auch dadurch gemeint, dass durch Querwände eine Unterteilung stattfindet.

Septozystiden, Septozysten

Besondere Zystidenform (septierte Zystiden): Als Septozystiden werden Zystiden bezeichnet, die abgesehen von ihrem basalen Septum, zusätzliche Septen aufweisen.

Septum

Zellentrennwände, die zwei Zellen miteinander verbindet. Durch eine kleine Öffnung (Porus) können diese Zellen einen Stoffaustausch betreiben

Sesquiterpene-Syndrome

Terpene = Sesquiterpene (Kohlenwasserstoffverbindungen). Verursacht Magen-Darm-Verdauungsstörungen.

Setae, Seten, seta

Oft braune, dickwandige, starre, apikal zugespitzte Zystidenenden von Pilzfäden (Hyphen), die meist in der Zellwand pigmentiert sind. Zum Teil sternförmige Elemente im Hymenium. Meist nicht, seltener auch sehr wenig inkrustiert.

Setale Hyphen

Setale Hyphen sind Enden von skeletoiden Hyphen (viele Einzel-Hyphen), die wie Setae spitz auslaufen.

Seten (Säten)

Borstenförmige oder hakenförmige, meist haarähnliche Zystiden. Vorhandene Haare in der Mikroskopie. Oft auch sternförmig wachsende Haare.

Sichelförmig

Lamellenansatz stark herablaufend und gleichzeitig deutlich nach innen gebogen.

Siderophile, karminohil

Eisenliebende Reaktionen, z.B. mit Eisen‐II‐sulfat. Eine siderophile Granulation ist eine mikrochemische Reaktion in den Basidien. Oft als purpurfarbene Körner unter dem Mikroskop sichtbar. Ergibt oft eine schwarze bis rote Granulation bei Basidien nach Färbung mit gesättigter Karminessigsäure.

Silbernitrat

AgNO3, = Silber-Salzlösung, bei einigen Schleierlingen ergibt dies schwarze Verfärbungen.

Silieren

Konservierung von Pilzen indem eine Milchsäuregärung verwendet wird.

Sinapizans-Zapfen

Im Längsschnitt ragt vom Hutfleisch ein kegelförmiger Zapfen in den hohlen Stiel hinein. Diese ist z.B. bei Fälblingen z.B. Großer Rettich-Fälbling (HEBELOMA SINAPIZANS) zu sehen. Daher dieser Name "Sinapizans“.

Sippe

Gemeinschaft genetisch gleichartiger Individuen z.B. Sprödblättler – Sippe Milchlinge und Täublinge. Alle haben brüchiges Fleisch.

Sitzend

Ohne Stiel, ungestielt, flach aufliegend.

Skeletoide Hyphen , Sklerifizierte Hyphen

Generative Hyphen mit stark verdickten Wänden. So ähnlich wie Skeletthyphen, diesen haben aber echte und regelmäßige Septen.

Skeletthyphen

Dickwandige, schnurförmige, schlauchartig, nicht oder nur selten verzweigte, wenig septierte, meist schnallenlose Hyphen ohne Septen. Sie entspringen aus generativen Hyphen und verlaufen parallel zueinander.

Skelettoide Hyphen

Es sind dickwandige, generative Hyphen mit echten Septen (Querwänden).

Skelettzystiden, Skeletozystiden

Besondere Zystidenform, z. B. beim Ockerrötlicher Resupinatstacheling.

Sklerotium

Ruhendes Myzelteil, harte, knollige Ausbildung des Myzels. Wird auch als Dauermyzel bezeichnet, und dient einigen Pilzarten zum überdauern ungünstiger Witterungsbedingungen. Das Mutterkorn zum Beispiel bildet an Getreideähren oft zahlreiche Sklerotien aus. Der Sklerotienporling hat seinen Namen, da er im späten Lebens-Stadium ein bis zu 15 cm Sklerotium bildet. Dieses sorgt dafür, dass das Pilzmyzel über längere Zeit sich damit ernähren kann, bis neues Totholz in unmittelbarer Nähe zu finden ist.

Sklerozysten

Spezialisierte Zellen (Collencyten). Sehr ovoide, dickwandige, kugelige bis oder unregelmäßige Zellen mit stark lichtbrechendem Inneren.

Sklerozyten

Skelettbildungszellen, Aufbauzellen des Zellensystems z.B. bei einem Huttrama.

Smithiana‐Syndrome

A.‐smithiana‐toxin mit 2‐amino‐4,5‐ hexadienoic acid (allelic norleucine) + unbekannte Nierengifte. Übelkeit, leichte Nieren und Leberfunktions-Störungen.

Soralen

Es sind Aufbrüche an der Oberfläche von Flechten, die der vegetativen Vermehrung dienen.

Meist verschieden geformt, meist weißliche Aufbrüche der Ober- oder Unterrinde, die aus einer Ansammlung von Soredien bestehen.

Sordariales

Dunkle, derbe Perithecien, mit unitunicaten Asciwänden sowie inamyloidem (J-) Apicalring, mit Scheitelwulst, Porus und Apicalplatte.

Sordariomycetidae

Perithecienbildende Ascomyceten mit hymenialer Ascohymenomycetidae (Fruchtkörperentwicklung), ohne Stroma, immer mit inoperculaten Schläuchen.

Soredien

Bei Flechten ist es eine feine, kugelige, der vegetativen Fortpflanzung dienendes Gebilde. Es besteht aus Algen und diese umhüllend Pilzhyphen. Meist zwischen 25 und 100 µm dick. Diese werden im Bereich der Algenschicht angelegt und lösen sich von der Flechtenoberfläche, meist in Soralen vereinigt.

Sorediös

Zur Fortpflanzung bildende Auswüchse bei Flechten (Sorale).

Sorten

Verschiedene, durch Kreuzungen entstandene Früchte. Da Pilze nicht gekreuzt werden können, gibt es keine Pilzsorten, sondern nur Pilzarten.

Soziabilität

Häufigkeit an einer Wuchsstelle. Dieses kann sein: Einzeln wachsend, +/- büschelig wachsend, +/- gesellig oder in Gruppen zusammenstehend wachsend, rasig wie ein Teppichbelag (in vielen Einzelexemplaren) stehend, in Hexenringen oder Reihen wachsend. Wird in Kartierungsprogrammen abgefragt.

Sparassoid

Vorkommende Missbildung die eine blätterartige Form annehmen.

Sparrig, sparrig-schuppig

Mit aufgebogenen bzw. abstehenden Schuppen.

Spatelförmig

Zungenartig, abgeplattet und am Ende leicht verbreitert oder abgerundet.

Spec.

Art nicht bestimmt, unbekannte Pilzart. Bezeichnung hinter einem Gattungsnamen für eine nicht genau bekannte Pilzart.

Species

Pilzart = Taxonomische Einheit unterhalb der Gattung.

Species nova

Bisher noch unbeschriebene Art.

Sphaeriales

Kugelpilze, Ordnung der Schlauchpilze (Ascomycetes) mit ascohymenialer Entwicklung. Diese sind hauptsächlich Saprobionten, teils auch Parasiten.

Sphaerozysten, Sphaerozystiden

Oval, rundlich, aufgeblasene Zellen. Besondere Zystidenform = rundlich bei Milchlingen, Wulstlinge und Täublingen. Diese befindet sich in der inneren Fruchtschicht zwischen den Hyphen der Lamellen. Es besteht das Fleisch überwiegend aus diesen Zellen aber auch in der Volva einiger Wulstlinge existieren Sphaerozysten.

Sphaerozyten (Sphärozyten)

Kugelförmig veränderte Erythrozyten. Da sie meist kleiner als Erythrozyten sind, nennt man sie auch Mikrosphärozyten. Kugelförmige Zellen oder Zystiden (Kugelzellen).

Sphagnum

Gattung der Torfmoose.

Sphärozysten

Sehr dünnwandige, kugelige Zellen.

Spiculum

Zugespitzter Teil eines Sterigmas.

Spindelförmig

Stiel, Zystiden, Sporen sind langgestreckt und an beiden Enden allmählich zuspitzend.

Spinulae

Hakenförmige Gebilde im Hymenium (Fruchtschicht, Hymenialsete, Seten) einiger Borstenscheibenartigen Pilzen (Hymenochaetaceae).

Spirke

Aufrechte Form der Latschenkiefer (Pinus mugo).

Sporangien

Sporentragende Elemente: Asci oder Basidien.

Sporen

Samen des Pilzes, dient zur Fortpflanzung.

Sporen vom Pilz CRYPTOSTROMA CORTICALE (Rußrindenkrankheit) oder SCHIZOPHYLLUM COMMUNE (Spaltblättling)

Kann für immunschwachen Personen beim Einatmen tödlich sein. Besonders gefährdet sind Personen mit Immunschwäche: Organ- und Stammzell-Transplantierte, Patienten unter Chemotherapie, Menschen mit chronischen Erkrankungen oder HIV-Patienten

Sporenabwurfpräparat

Pilzhut, Fruchtschicht (Hymenophor) auf weißes oder dunkles Papier legen, mit Glas abdecken, nach einigen Stunden bildet sich ein Sporenabwurf mit unterschiedlichen Farbspektrum.

Sporenpulver

Anhäufung von Sporen. Die Farbe des Sporenpulvers sagt etwas über die mögliche Gattung aus. Das Sporenpulver ist oft auch auf überlagerten Hüten zu sehen. Mit dem sogenannten Pilzklima werden Sporen auch auf die Hutoberfläche befördert und dadurch als Pulver sichtbar.

Sporenständer

Abwurfplatz für den erzeugten Samen des Pilzes.

Sporidiolen

Kleine Tröpfchen, die dem Inneren meist unreifer Sporen ein schaumiges Aussehen verleihen (z.B. bei Schildborstlingen (Scutellinia).

Sporocarp

Sporenstadium der Schleimpilze.

Sporodochien

Ist eine Form des Sporenlagers bei verschiedenen Pilzen (Fungi).

Sporodochium, Sporodochia

Kleines, kompaktes Stroma (Hyphenmasse), dieses trägt die Konidiophoren, auf denen sich die asexuellen Sporen oder Konidien bilden.

Sporokarpien

Der Sporokarp ist der sporenbildende Fruchtkörper bei Schleimpilzen mit im Inneren (endogen) gebildeten Sporen. Sehr dicht angeordnete Sporokarpien werden als Pseudoaethalium bezeichnet = verschmolzene Sporocarpien bilden ein Aethalium.

Sporophor

Jegliche sporentragende Struktur.

Sprödblättler (Russulales)

Täublinge und Milchlinge mit sprödem brüchigem Fleisch.

Spröde

Fleisch brüchig.

Sprödfäule

Fäulnis bei dem das Holz nicht weich, sondern hart und brüchig wird.

Stacheln

Besondere Form der Fruchtschicht von Ständerpilzen (Basidiomyceten). Besondere Form der Fruchtschicht von Bauchpilzen (äußere Hülle = Exoperidie). Sowie in der Mikroskopie für eine Oberflächenstruktur von Sporen.

Stacheln

Stoppelähnliche Struktur unterhalb des Hutes.

Stammfäule

Parasitär an lebenden Bäumen nur im Stamminneren auftretende Fäule (Ligninzersetzer: Die Oxydase-positiv oder die Oxydase-negativ).

Ständerpilze

Pilze bei denen die Sporen an Ständern (Basidien) gebildet werden. Das sind die Basidiomyceten.

Statismosporen

Diese werden bei Reife nicht abgeschleudert, sondern nur von der Basidie abbrechen, oft bei Bauchpilzen.

Stäubend

Im Inneren des Fruchtkörpers bildet sich der Samen. Dieser wird im Alter zum Sporenstaub, z.B. bei den Stäublingen.

Stenök

Von Umweltbedingungen abhängig. Reagiert sehr empfindlich bei Veränderungen der Umweltfaktoren.

Stenosporae

Geporntsporige Schirmlinge z.B. Kastanienbrauner Schirmling (LEPIOTA CASTANEA).

Stephanoeysten, Stephanozystiden

Zweizellige, breitellipsoide bis kugelige Zystiden, deren Querwand von einem Kranz kleiner Bläschen umgeben ist.

Stephanozysten, Stephanocysten

Es sind Nematodenfangzellen, d.h. kugelförmige Zellen, die wie in einem Eierbecher in einer Trägerzelle stecken, die einen auffälligen Zackenkranz aufweisen.

Stereaceae

Nichtblätterpilze (Aphyllophorales) meist bezieht es sich auf Schichtpilzverwandte, eine Abgrenzung zu den Rindenpilzverwandten ist unklar.

Stereoid, Stereum, stereoides

Schichtpilzartiges Erscheinungsbild (stereumartig). Stereoide Fruchtkörper sind halbresupinate Fruchtkörper wie sie für viele Rinden- und Schichtpilze typisch sind.

Stereus

Hart, starr, fest.

Sterigma (Sterigmen, Sterigmata, Sterigmum oder Sterigmen)

Stiel- bis fingerförmigen Auswüchse auf den Ständer (Basidien), an denen die Basidiosporen gebildet werden. Wird oft auch als Bindeglied zwischen Sporen und Basidie (Sporenständer) bezeichnet.

Steril

Unfruchtbar, keine Sporen enthaltend.

Steriles Element

Steriles Zellbestandteil, die nicht der Fortpflanzung dient, z. B. Paraphysen, Zystiden usw…

Stichobasidie

Basidie querseptiert, schmal-zylindrisch (stichisch).

Stielbasis

Unterer Teil des Stiels.

Stielspitze

Oberer Teil des Stiels.

Stipitokarp

Bei diesen Arten wird der Stiel am Ende der Entwicklung ausgelegt, z.B. Hexeneier.

Stipulum

Frühes Entwicklungsstadium von Hutpilzen.

Stirps

Taxonomische Rangstufe zwischen Art und Unterart.

Stoppeln

Stachelartige Struktur unterhalb des Hutes.

Strichplatte

Messglas zum Kalibrieren (Eichen) oder als Messeinlage im Okular.

Striegelig

An der Stielbasis bildet sich ein wurzelnd-striegelig bis wollig abstehendes Wurzelgeflecht des Pilzmyzels.

Strobilurine

Fungizide, die aus den bekannten Kiefernzapfenrüblingen gewonnen werden. Sie werden hauptsächlich gegen Mehltau und Schorf im Gemüse-, Wein- und Obstanbau eingesetzt. Mit den Strobilurinen schützen sich auch die Kiefernzapfenrüblinge vor Pilzbefall.

Stroma , Stromata

Stützendes Gewebe (z.B. Gerüst, Schicht, Lage, Unterlage, Fruchtlager…) im Hyphengeflecht bei Schlauchpilzen und manchen Ständerpilzen. Oft flächiges Hyphengewebe, auf dem sich die Fruchtkörper einiger Ständerpilzen (Basidiomyceten) entwickeln kann (Sammelfruchtkörper).

Strunk

Kurze dicke Stielbasis, oft bei Korallenpilzen oder Glucken.

Stumpf, stumpf kegelig

Spitze ist abgerundet, kegelstumpfförmig.

Sub.

Unter, unterhalb. Wird als Vorsilbe herzu verwendet (= wissenschaftliche, lateinische Begriffsformen).

Suballantoid

Verkürzt wurstförmig, bananenförmig, mit abgerundeten Enden.

Subalpine Stufe

Vegetationsstufe mittele Bergregionen, ca. 1500-2200 m ü. M. aufsteigend. Über der normalen Waldgrenze. Erstreckt sich bis zur Baumgrenze. Hauptsächlich Bergkiefern- und Grünerlengebüschen-Gebiete.

Subapikal

Verzweigung an der Seite.

Subapikulär

Unterhalb abgeflacht, darunter gelegen.

Subapikulärer Depression (Supraapikuläre Depression)

Zipfelähnliche Abknickung der Sporenspitze.

Subfusiform

Fast oder unvollkommen lanzettenförmig oder spindelförmig.

Subfusoid

Nur leicht lanzettenförmig oder spindelförmig, nicht vergleichbar mit fusoid.

Subgenus

Untergattung (UG) = Untergruppe zwischen Gattung und Art.

Subgleba

Unterer, steriler Stielteil bei Stäublingen. Die Schicht (teils watteartig) hebt sich deutlich von der sporenbildenden Gleba ab.

Subglobose, subglobosus

Unvollkommen kugelig, fast kugelförmig, annähernd rund.

Subhymenial

Unter der Hymenialschicht liegend oder dort entspringend.

Subhymenium

Dünne, kleinzellige Schicht direkt unter dem Hymenium.

Subhypogäisch

Unterirdisch wachsend.

Subiculum, Subikulum

Filzartiges oder oft spinnwebartiges Hyphengeflecht zwischen Hymenium und Substrat. Spinnwebartiger oder filziger Mycelfilz am Grunde von Schlauchpilzen (Ascomyceten).

Subkutis (Subcutis, Subpellis)

Hutdeckschicht (oft mehrschichtig aufgebaut = Epikutis) die oberste Schicht wird als Epicutis bezeichnet. Subkutis dagegen befindet sich unter dem Hyphengeflecht und über dem Huttrama. Oft die zweitoberste Huthautschicht, enthält unter anderem auch Laticiferen (Milchsafthyphen).

Submontane Stufe

Unteres Bergland, im nördlichen Mitteleuropa bis 400-500 m ü. M. aufsteigend. Im südlichen Mitteleuropa bis 600-700 m ü. M. und in den Alpen bis 800 m gehend. Vorherrschende Baumart ist dort die Rotbuche.

Suboperculat

Asci lang zylindrisch, aber an der Basis hyphenförmig, meist dickwandig.

Subregulär

Hyphen der Lamellentrama laufen im Querschnitt nicht ganz parallel, sondern schwach verbogen oder verflochten.

Subretikuliert

Fast netzig.

Subsektion

Untersektion = Taxonomische Gruppe unterhalb einer Sektion, das heißt zwischen Gattung und Art.

Subsp.

Unterart, Subspezies.

Subspecies

Unterart = systematische Gruppe unterhalb der Art.

Substrat

Auf dem Objekt (Humus, Holz, Dung, Laub, Horn, Nadeln, Tiere… usw) die ein saprophytischer Pilz besiedelt und von dem aus er seine Nahrung bezieht.

Subtilissima

Äußerst dünn, sehr fein.

Subulat

Pfriemförmigen (pfriemartige) … Bedeutet: Schmal und spitz.

Subuliert

Spitz zulaufend.

Suburniform

Basidien oder Zystiden mit leicht eingeschnürter Mitte.

Subutriform

Zystiden sackförmig bis flaschenförmig mit zwei verschmälerten Enden (Mitte erweitert).

Subzylindrisch

Fast zylindrisch, unvollkommen zylindrisch, nur annähernd zylindrisch.

Sudan III oder IV

Öltröpfchenfärbemittel für Sporen, färbt nur Fette (Lipoide).

Sukzession

Zeitliche Reihenfolge der auf totem Holz oder anderen Substraten erscheinenden Pilzarten

Sukzessiv

Aufeinanderfolgend, nach und nach einrückend.

Sulfo, Formol

Chemisches Reagenz, Reagenzien für Farbreaktionen. Wird oft zur besseren Darstellung saftführender Hyphen verwendet.

Sulfo, Vanillin

Reagenz aus Schwefelsäure und Vanillin-Kristallen. Wird in der Pilzmikroskopie hauptsächlich zum Einfärben von mikroskopischen Merkmalen wie Zystiden von Sprödblättler (Lactiferen + Russulaceae) eingesetzt.

Sulfoaldehyde (C2H4O4S)

Abkürzung für SP, SA, SBA, SF, SV. Reagenzien zum Anfärben von Sporen, Zystiden… usw.

Sulfobenzaldehyd, Sulfoformol (SF)

Reagenzien für Farbreaktionen bei Milchlingen, Täublingen usw… ähnlich dem Sulfovanillin (SV).

Sulfovanillin (ähnlich Sulfobenzaldehyd)

Reagenzien für Farbreaktion bei Milchlingen, Täublingen usw… = Vanillin in 70 %‐iger Schwefelsäure.

Sulphidien

Zellen von Düngerlingen, die wie Zystiden aufgebaut sind.

Summary

In englischer Sprache geschriebene Zusammenfassung einer wissenschaftlichen Studie, auch als Abstract bezeichnet.

Supraapikulare Depression

Mikroskopie: Eindellung der Spore unterhalb des Apikulus.

Suprahilare Depression

Sporenwand über dem Apikulus eingedellt.

Suprahilarer, Suprahilarfleck

Eine suprahilare oder supraapiculare Depression. Genauer: Bei ornamentierten Sporen ornamentfreier oder deutlich schwächer ornamentierter Fleck oberhalb des Apikulus.

Suprahilarfleck

Bei ornamentierten Sporen ornamentfreier oder deutlich schwächer ornamentierter Fleck oberhalb des Apikulus.

Symbionten

An einer Symbiose beteiligten Partnergemeinschaften.

Symbiose

Enge Lebensgemeinschaft (Mykorrhiza) zwischen Pflanzen und Pilzen. Pflanzen geben Zucker ab, Pilz setzt Mineralien frei und übergibt dies der Pflanze. Symbiosen sind oft so eng, dass der Verlust eines Partners auch den Tod des verbleibenden Partners nach sich zieht.

Synanthrop

Eingeschleppt durch Menschen in einem Gebiet.

Syndrom

Summe aller wesentlichen Faktoren die zu einer Vergiftung führen.

Synnemata

Hyphen die parallel aneinandergelagerte sind.

Synonym (syn.)

Es existieren weitere Namen für den gleichen Pilz. Oft aus nomenklatorischen Gründen nicht annehmbarer aber gleichbedeutender wissenschaftlicher Name.

Synthetische Merkmalfindung

Suche nach gemeinsamen Merkmalen der Familien, Ordnungen, Gattungen, Arten usw.

Systematik

Zusammenstellung, , Gruppierung, Gliederung, systematische Ordnung des Verwandtschaftsgrades auf der Grundlage eines natürlichen Systems.

Szechwan-Purpura-Syndrom

Vereinzelt wurde beim Verzehr auch eine Hemmung der Thrombozytenaggregation beobachtet = Zusammenklebung (Aggregation) von Blutplättchen (Thrombozyten).

Täublinge

Pilzgattung: Russula (Sprödblättler) brüchige Pilzarten.

Taxin-Syndrom

Taxin… enthält der Baum Eibe (Taxus Baccata) und geht vermutlich in den Schwefelporling oder Perlpilz über. Noch nicht vollkommen wissenschaftlich bestätigt, da dieses Vorkommen extrem selten ist. Mundtrockenheit, Blässe, Schwindel, Übelkeit, Schmerzen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Leber- und Nierenschädigungen. Neuer interessanter Hinweis: Nach unseren Ermittlungen besteht keine Gefahr bei Röhrlingen die in Symbiose mit Eiben wachsen.

Taxon, Taxa

Wissenschaftlich genau umschriebene biologische Einheit in unterschiedlicher Ranghöhe wie Familie, Gattung oder Art. Pilzkundliche Begriffe, nicht aber individuelle Pilze oder Pilztaxa.

Taxonomie

Klassifizierung = wissenschaftliche Systemlehre nach Gattungen, Ordnungen, Familien… Nie endend! Deutsche Artnamen ändern sich von Ort zu Ort, wissenschaftliche Namen von Tag zu Tag… :-)

Taxonomisches Merkmal

Systemmessbares Merkmal.

Teilvelum

Das Velum partiale (Teilhülle, Lipsanoblem) ist eine Membran welches die sporentragenden Teile des Pilzes bedeckt, sie spannt sich also vom Hutrand bis zum oberen Stielende.

Teleutolager

Überwinterndes Sporenlager bei den Rostpilzen.

Teleutospore, Teliosporen

Wintersporen bei Rostpilzen, meist dickwändig. Teleutosporen entstehen meist gegen Herbst in den Uredo-Sporenlagern der Rostpilze oder in den befallenen Pflanzenteilen von Brandpilzen.

Tellerförmig

Fruchtkörperform flach mit etwas aufgebogenem Rand.

Teratologie

Die Lehre von Ursachen von Fehlbildungen durch teratogene Umweltfaktoren. Untersucht wird dazu, welche chemischen Stoffe, physikalischen Einwirkungen oder Bakterien und Viren zu Fehlbildungen in der Entwicklungsphase von Pilzen führen.

Terminal, Terminalzelle

Am Ende befindlich. Terminalzelle = Folgezelle, folgt auf Basiszelle, auch Verbindungszelle genannt.

Terminalglied

Das letzte Zellglied von Epicutis-Haaren.

Terpene-Vergiftungen

Terpenoide Scharfstoffe (Kohlenwasserstoffverbindungen), Magen-Darm Verdauungsstörungen, Sehstörungen, Koordinationsstörungen, Organschädigend.

Terrestrisch, terricol

Erdbewohnend, bodenbewohnend.

Tetrasporisch

Wenn sich vier Megasporen zu einem Embryosack entwickeln. Kann meist 4-oder 8-kernig, selten x-kernig.

Textur

Bau, Gewebe, Gefüge, Geflecht, Beschaffenheit eines Stoffes.

Textura angularis

Gewebestruktur aus kurzen Zellen, +/- vieleckig.

Textura epidermoidea

Gewebestruktur aus länglichen Zellen, +/- in allen Richtungen verlaufend. Hyphen liegen sehr dicht.

Textura globulosa

Gewebestruktur aus kurzen Zellen, Elementen mit Zwischenräumen, teils auch rundlich.

Textura globulosa-angularis

Die Textur setzt sich aus rundlichen und vieleckigen Zellen zusammen.

Textura inflata

Mischung kugeliger Zellen mit schlanken, stellenweise aufgeblähten Hyphen.

Textura intricata

Gewebestruktur aus länglichen Zellen, +/- in allen Richtungen verlaufend. Hyphen liegen nicht dicht und haben Zwischenräume.

Textura oblita

Gewebestruktur aus länglichen Zellen, parallel liegend, verdickte aneinanderhängende Zellwände, sehr schmales Lumen.

Textura porrecta

Gewebestruktur aus länglichen Zellen, parallel liegend, dünne, nicht aneinanderhängende Zellwände, großes Lumen.

Textura prismatica

Gewebestruktur aus kurzen Zellen, +/- rechteckig.

Thallus

Lager bei Flechten. Vegetationskörper der Flechten.

Thecium

Hymenium eines Schlauchpilzes.

Thermophil

Wärmeliebende Art.

Thermotolerant

Verkraftet hohe Temperaturunterschiede.

Thrombozytenaggregation

Vorgang der Zusammenlagerung (Aggregation) von Blutplättchen (Thrombozyten). Das bedeutet, diese dienen der Blutungsstillung. Beim Verzehr von Judasohren wurde eine Hemmung dieser festgestellt. Es kam sogar bei Personen zu Nasenbluten.

Thyriothecien

Sehr kleine, flache Fruchtkörper der Schlauchpilze, die sich durch einen zentralen Porus öffnen.

Tibiiform

Flaschenförmige Zystiden mit kopfiger Spitze. Wie ein Schienbeinknochen aufgebaut, d.h. ein langer, schmaler Hals mit einer Spitze, die wie ein Tibiaknochen zu einem Knauf geschwollen ist.

Tilia

Linde.

Tödlich

Der Genuss kann zum Ableben der Lebensform führen.

Toluidinblau

Mittel zur Unterscheidung von gelatinösem und normalem Gewebe.

Tomentum

= Haarfilz. Behaarte Oberfläche bei Hutpilzen. In der Mikroskopie Kreuz- und Querverflochtene, jedoch oberflächenparallele Hyphen vom Epistratum.

Torquiert

Verdreht, gedreht, Aussage wird gerne bei Stielen verwendet.

Torulos

Knorrig-höckerig.

Totholz

Abgestorbenes Holz.

Toxikologie

Wissenschaftliche Aussagen über die Gifte.

Toxisch

Giftig wirkend.

Trama

Fleisch des Pilzes ohne sporenbildenden Teil. Steriles Grundgeflecht oder Substanz von Pilzfruchtkörpern. Auch ein oft aus mehreren Hyphentypen gebildetes Scheingewebe.

Tramahyphen

Die Tramahyphen bilden oft ein großmaschiges rohrgeflechtähnliches Gewebe.

Tramal

Dort entstehend.

Tramalsetae

Sete (Haar); im Trama (Pilzkörper).

Tramaplatten

Sterile Wände in der Subgleba oder Gleba von bestimmten Bauchpilzarten.

Tramazapfen

Von der Huttrama ins oft (teils) hohle Stielinnere hineinragender keilförmiger Zapfen.

Trametoid

Trametenfruchtkörperform: Meist konsolenförmig und von zäher Konsistenz.

Tremellales

Ordnungszugehörigkeit.

Tremelloide Formen

Form mit Missbildung, oft bilden Pilze tremelloide Haustorien-Zellen. Diese verursachen Missbildungen.

Trichoderm

Huthautstruktur mit senkrecht aufgerichteten, fadenartig, schlauchartige mikroskopisch kleine Zellen (Hyphen), die nicht streng parallel angeordnet sind und die keine hymeniforme Schicht bilden. Makroskopisch sehen sie feinfilzig-samtig aus.

Trichodermale Palisaden

Huthautstruktur (Huthaut-Deckschicht) mit senkrechten Hyphen, die nicht auf derselben Ebene sind. Makroskopisch erscheinen diese samtig‐körnig.

Tricho-Hymeniderm

Die Hyphen der Hutdeckschicht sind hymeniform oder palisadisch.

Tricholomatoid

Habitus: Trichterlingsartig wachsende Pilzarten (Tricholomataceae, Rhizocybe). Trichterlinge (Clitocybe) wachsen gerne als Folgezersetzer im Blatt- oder Nadelabwurf von Wäldern, gerne auf Substraten von Nadelbäumen.

Trichterig-gebuckelt

Hutform mit starker, zentraler Vertiefung, Rand dagegen erhoben, z.B. Trompetenpfifferlinge.

Trichterlinge

Trichterförmig, vertiefte Hutmitte.

Trimitisch

Aus drei Hypen-Arten bestehendes Trama: Generative Hypen, Bindehyphen und Skeletthyphen.

Trimitisches Hyphen

Enthält generative Hyphen sowie Binde- und Skeletthyphen.

Trimitrisch

Gewebe besteht aus drei Hyphenarten, Skelett‐, Generativ‐ oder Bindehyphen. Zähfestfleischig bis holzig und hart wie etwa beim Zunderschwamm.

Trocknen

Konservierung von Pilzen, indem die Feuchtigkeit bei 35-55 Grad Celsius über mehrere Stunden komplett entzogen wird.

Truncat

Oben abgeplattet, abgestutzt.

Trunkat

In der Pilzmikroskopie: Abgestutztes Sporenaussehen.

Trypanblau

Mittel zum Anfärben von Septen oder Zellwänden.

Turgeszent

Gewebespannung, unter Druck stehend, strotzend (lat.), mit Flüssigkeit prall gefüllte und dadurch gespannt.

Typuslokalität , locus typi

Fundort des Originalmaterials einer Art.

Ü. M

Über Meeresspiegel (ü. M.).

Überständig

Überaltert, zu alt, oft schon verdorben.

Überstehend

Hutrand über die Fruchtschicht hinausragend.

Ubiquist

Häufige Art, weit verbreitet, meist häufig vorkommender Organismus.

Ubiquitär

In vielen Lebensräumen vorkommend.

Ulmus

Ulme.

Ululiform

Mitte eingeschnürt: Basidie von eulenartigem Umriss durch Einschnürung im oberen Teil.

Umbonat

Mit einem Buckel, gebuckelt.

UMO

Unbekannter nicht oder noch nicht identifizierbarer Pilz bzw. eines Objekts.

Ungenießbar

Er ist niemals essbar. Entweder unbekannt bzw. unerforscht giftig oder aber er schmeckt so fürchterlich, dass ein Genuss nicht möglich ist, z.B. extrem bitter, scharf, muffig, ekelig, zusammenziehend.

Ungulat

Hut ist konsolenförmig.

Unilateral

Korallenpilz, dessen Fruchtschicht sich nur auf einer Seite der Äste (oft auch auf der Unterseite) sich befindet.

Uniserat, Uniseriat

Einreihig, einzeilig, bei der Sporenanordnung in den Asci (Schläuchen).

Unitunicatae, unitunicat

Besondere Wandform des Asci‐Schlauches: Der Schlauch besteht aus einer einfachen Wandschicht. Der Apikalapparat ist kappen‐ oder deckelförmig. Der Asci-Deckel (Operculum) öffnet sich scharnierartig oder wird weggeschleudert. Öfters bei einigen Becherlingsarten.

Unitunicaten

Es entsteht im Innern der Fruchtkörper im idealen Falle ein einziger großer Hohlraum, an dessen Basis sich die Asci nach Art eines Hymeniums anordnen. 

Unitunikat

Einwandig eingehüllt, einfach eingehüllt.

Unizellular

Dermatozystiden aus einer einzigen Zelle bestehend, d.h. ohne Septen.

Unregelmäßig einreihig

Schläuche (Asci) überwiegend hintereinander und nur wenige Sporen nebeneinander.

Unregelmäßig zweireihig

Schläuche (Asci) überwiegend nebeneinander und nur wenige Sporen hintereinander.

Untermischtes

In der Pilzmikroskopie: Die Hyphen in der Lamelle sind von unterschiedlicher Form, sie verlaufen nicht ausgerichtet.

Urnenbasidie

Basidie urnenförmig (urniform, urceolat), etwa ab Mitte zylindrisch, basal bauchig.

Uteriform

Basidie zylindrisch, mittig eingeschnürt (auch bei Zystiden, Sporen usw. mit gürtelartiger Verengung).

Utriform

Zystiden sackförmig bis flaschenförmig, taschen- oder auch lederflaschenförmig.

UV = bei der Flechtenbestimmung

Ultraviolettes Licht.

UV+/UV-

Bei Flechten das Aufleuchten des Flechtenlagers unter einer UV-Lampe.

Vakuolär

In Vakuole befindend oder sich als eine solche darstellen (Pigmentierung, Pigmentverhältnissen).

Vakuoläres Pigment, Vakuolenpigmente

Pigment, welches sich in Vakuolen (im Zellenhohlraum) befindet.

Vakuole

Blasenartiger Hohlraum (im Zellplasma, oft flüssigkeitsgefüllt), welches in der Basidie ab der Zeit der Zellkernteilung beginnt.

Vakuolen

Bläschen im Zellinneren = kleiner, meist mit Flüssigkeit gefüllter Hohlraum in den Zellen. Vakuolen sind Zellorganellen. Sie sind ähnlich wie Vesikel gebaut, umfassen aber sehr viel Größere von einer Membran umschlossene Räume.

Validiert

Nach der Nomenklatur gültig beschriebe Regel.

Var. nov.

Neue Varietät.

Variabel

Veränderlich, nicht konstant.

Varietäten, Varietät

Weichen nur optisch von der Art durch Form und Farbgebung ab, mikroskopisch bleiben sie oft gleich oder haben nur geringe Abweichungen. Die Grundart bleibt immer noch gleich. Diese Veränderung ist immer konstant bei der jeweiligen Varietät der Art.

Vaskuläre Hyphen

Schlauchförmige, dünnwandige, ungleich breite Hyphen. Vaskuläre Hyphen sind mit Anfärbemittel von den übrigen Hyphen gut trennbar, da diese dunkler werden.

Vega, Vegen

Auen-Bodentyp, der aus sedimentiertem braunem Ausgangsmaterial in regelmäßig überfluteten Auenbereich von Flüssen entstanden ist. Vegen (Vega = spanisch für fruchtbare Ebene) wurden unter dem Begriff der braunen Auenböden verwendet.

Vegetationsstufen, Klimastufen

Planar (Flachlandstufe, Tief- und Tallage) 0-300; 0-150, kollin 300-800; 150-300, submontan 700-1000; 300-450, Mittellage: (tief) montan 800-1200; 450-600, mittelmontan + obermontan 1000-1400; 650-800, hochmontan 1300-1850; 800-1500, subalpin (Hochlage) 1500-2500, alpin 2000-3000, nival >3000 Alles in Meter (m) erster Wert Höhenlage Alpen, zweiter Wert Höhenlage Mittelgebirge.

Velar-Hyphe

Verschleierungshyphe, Velum-Hyphe.

Velipellis

Weißliche, cremeweiße, cremegelbe oder cremegraue Reifschicht auf der Hutoberfläche.

Velum

Hülle, Schutzhülle von unterschiedlicher Überlappung.

Velum partiale, Velum partinale

Teilhülle, Teilvelum, schützt bei jungen Fruchtkörpern oft die Fruchtschicht (Hymenium). Oft bleibt dadurch ein Ring am Stiel oder ein Schleier über. Das Velum partiale besteht nur aus dem Lipsanoblem (Velum). Es zieht sich von der Stielspitze bzw. vom oberen Bereich des Stiels zum Hutrand.

Velum universale

Gesamthülle, schützt bei jungen Fruchtkörpern oft die Fruchtschicht (Hymenium). Sie schließt jung den gesamten Fruchtkörper ein. Rückstände bilden oft Flocken, Warzen, Fasern, Schuppen oder Hüllreste (Volva) an der Stielbasis.

Velum, Marginalvelum

Hülle, die den jungen Pilz ganz (Gesamthülle = Velum universale) oder teilweise (Teilhülle = Velum partiale) einschließt und im Alter auf unterschiedliche Arten zerreißt.

Velumgürtel

Bänderung am Stiel die durch Reste vom VELUM UNIVERSALE gebildet wurde.

Velum-Hyphen

Hyphen in der Hülle (Velum), diese sind oft keulen‐, blasen‐, zylindrisch, ballonförmig oder auch rundlich.

Venae

Innere Strukturen von Trüffeln. Venae externae = Außenstrukturen; Venae internae Innenstrukturen.

Verderben

Pilz kann nicht mehr gegessen werden, weil er durch Eiweißzersetzung giftig geworden ist.

Vergrößerungsfaktor

Vergrößerung durch Objektiv und Okular.

Vielsporig

Ascus mit mehr als 8 Sporen. Unechte Vielsporigkeit < 9 Sporen.

Vikarierend

Nicht (kaum = vix) gemeinsam vorkommend, aber am jeweiligen Standort einander vertretend.

Vital

Leben spendend, Lebenskräftig, lebendig, lebensfähig, Leben erhaltend.

Vitalpilze

Auch als Heilpilze bezeichnet. In der Traditionellen Chinesischen und Japanischen Medizin werden Pilze zur Behandlung von Krankheiten verwendet. In der EU/Schweiz/Europa wird dies (noch) nicht anerkannt. Sie gelten in unseren Regionen als Vitalpilze zur homöopathischen oder naturkundlich begleitenden Behandlung von Erkrankungen oder zur Stärkung des Immunsystems.

Volva

Scheide, häutige Umrandung (Hülle) an der Stielbasis. Häufig bei Amanita‐Arten: Knollenblätterpilze, Scheidlingen…

Vorlager

Bei Flechten farblich abweichende Lager. Oft dunkle, begrenzende Linie an der Peripherie der Lager von Krustenflechten.

VU

In der Schweiz verletzlich, vergleichbar mit RL3.

Vulpinsäure-Vergiftung

Lactonen, Estern, Enolen und Gruppe der Pulvinsäure-Farbstoffe. Verursacht Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Ausschlag, Wirkung auf das zentrale Nervensystem.

Wabenfäule

Eine besondere Form der Weißfäule. Das Holz wird in einer ganz auffälligen Art und Weise abgebaut. Es entstehen zunächst mit Zellulose ausgestopfte, später vollkommen hohle, wabenförmige Kammern.

Walzenförmig

Langgestreckt-zylindrisch, relativ dick, am Scheitel abgerundet und +/- mit anliegendem Rand.

Warzengürtel

Pilze haben von der Basis in Richtung Stielmitte warzenähnliche Ausbildungen. Besondere aufsteigende Bildung von VELUM UNIVERSALE wie beim Pantherpilz oder Fliegenpilz. Dieses wird auch Kindersöckchen genannt. Beim Perlpilz beschränkt sich dieser Gürtel auf die untere Stielbasis.

Warzig

Auswüchse auf der Oberfläche von Sporen (meist durch isolierte, stumpfe Erhebungen). Auch an der Stielbasis öfters vorhanden, warzig-gegürtelt: Z.B. beim Fliegenpilz, Perlpilz, Pantherpilz ... mit einem oder mehreren Gürteln warziger Reste des Universal-Velums.

Warzig-subretikuliert

Warzig bis fast netzig.

Weich

Konsistenz des Fleisches. Dieses lässt sich leicht zusammendrücken.

Weißfäule, Weißfäuleauslöser, Weißfäuleerreger

Holz zerfällt durch Zelluloseabbau mit Weißverfärbung (Korrosionsfäule). Der Pilz zersetzt das feste dunkle Lignin, helle, faserige Zellulose bleibt im Holz.

Weißjura

= Oberjura (früher Malm). Es sind die obersten Ablagerungsschichten des Jura (ca 150-155 m ü. M.). Es handelt sich hier um verschiedene Kalksteinschichten biogenen Ursprungs, die sich am Boden des Jura-Meeres abgelagert haben.

Weißlochfäule, Wabenfäule

Eine besondere Art der Weißfaule. Diese zersetzt das Holz in weiße, linsenförmige Nester, die sich am Ende in wabenartige (wabige) Hohlräume umwandeln.

Weißsporer

Pilze deren Sporen weiß gefärbt sind. Erkennbar im Sporenabwurfpräparat. Auch am Standort ist oft das sporen reifer Fruchtkörper die Sporenstaubfarbe eines Pilzes zu erkennen.

Wellig

Gesägte (Sägezahn) Lamellenschneiden.

Wiese

Mit Gras bepflanzte Naturfläche.

Wildpilze

In der Natur gewachsene Pilze.

Wimmern

Bei Flechten Cilien = borstenartige Gebilde.

Wirtelig

Schnallen quirlförmig um die Septe herum angeordnet.

Wirtelschnallen, multiple Schnallen

Bügelschnallen die zu mehreren an Hyphen-Septen angeordnet sind. Das Mycel des Kellerschwammes hat typischen Wirtelschnallen. Diese sind oft quirlartig um die Septe herumgruppiert.

Wolkig

Unregelmäßig gefleckt, oft nebelartig mit verwischten Rändern (Farbverteilung).

Wuchsabweichungen

Bildungsabweichungen: Unförmigkeit, Missbildungen, Krummwuchs, Fruchtkörper durch äußere Einflüsse oder Gendefekte. Verwachsungen von Einzelfruchtkörpern zu Zwillingen, Zwergwüchsigkeit, Fruchtlagerschicht verbindet sich zu geweih- bis baumförmige Ausformung des Hutes, neuer Pilz wächst aus dem Hut, wegen äußerer Einflüsse (z.B. Stein) Veränderung der Wuchsrichtung usw..

Wundparasit

Pilze oder andere Organismen, die nur über Wunden ihre Wirte befallen können. Diese Verletzungen werden oft in der Forstwirtschaft (Einsatz riesiger Erntemaschinen z.B. Harvester) selbst verursacht.

Beispiel Baumkrebs: Als Baumkrebs werden Pflanzenkrankheiten bezeichnet, die durch die Infektion der Rinde und des Holzes mit Bakterien oder Pilzen verursacht werden.

Wurzelnd

In den Boden wachsender Basisteil des Stiels.

Xanthochroisch

Zellwand mit Alkalien (Kali- oder Natronlauge, Ammoniak,) violettschwarz werdend (z.B. Tramahyphen oder die Makrosetae der Becherscheiblingesarten (Hymenochaetaceae).

Xanthosporae

Gelbsporer bei Täublingen.

Xerocomsäure-Syndrom

Xerocomsäure = gelber Farbstoff. Meist in Röhrenpilzen, gerne Rotkappen enthalten. Wird durch längeres Kochen neutralisiert. Vergiftung tritt häufig durch roh verzehrte oder unzureichend gegarten Pilzen auf. Nicht immer müssen alle Personen betroffen sein, die an der Pilzmahlzeit teilnahmen.

Xerophil

Liebt Trockenheit (trockenheitsliebend). Xerotherm an einem trockenwarmen Ort.

Xylariales (Sphaeriales) sensu stricto

Holzkeulen = Ordnung der Schlauchpilze (Ascomycetes). Fruchtkörper schwarz pigmentiert, hart, von kohliger Konsistenz; überwiegend Saprophyten, nur wenige z. B. der Brandkrustenpilz (HYPOXYLON DEUSTUM) sind auch Wundparasiten.

Xylophag

Holz zersetzend, holzverzehrend durch Pilze oder Insekten.

Zäh

Biegsame, oft knorpelige Konsistenz.

Zebriert

Das Sporenornament (inkrustierendes Pigment) ist aus fast parallel verlaufenden Graten oder Streifen zusammengesetzt.

Zeichentubus

Mikroskopier-Zubehör: Das Objekt und ein Blatt Papier kann gleichzeitig betrachtet werden. Damit kann das optisch gesichtete abgezeichnet werden.

Zeigerpflanze

Vorkommen zeigt auf bestimmte Boden- oder Umweltverhältnisse, sodass Rückschlüsse auf dort wachsende Pilzarten gegeben werden können.

Zeitungspapier-Test, Wieland-Test, Lignin-Test, Meixner-Test

Schnelltest zur Prüfung auf das Vorhandensein von Amatoxinen (Amanitinen) in Pilzen: Knollenblätterpilzextrakt auf Zeitungspapier gelegt und mit HCL (Salzsäure) 25 % ergibt eine zuerst weinrötliche, später blaue bis grünblaue Färbung. Diese Verfärbung kann auch durch Fehlen gewisser Inhaltsstoffe ausbleiben oder tritt durchaus auch bei anderen Pilzarten auf und ist kein 100%-iger Hinweis. Meist tritt diese Blaufärbung bei einem Gehalt von min. 0,02 mg Amatoxinen nach ca. 15 Min. ein. Diese Reaktion funktioniert nicht korrekt bei Pilzkochresten oder Mageninhalt, da sie bereits mit anderen Säuren in Verbindung waren.

Zellsprossung

Illustrationen, Beugungsformen von Zellen. Z.B. Zellsprossung = Tochterzellen zuerst viel kleiner als Mutterzelle.

Zellulose

Mehrfachzucker (Polysaccharid) = Hauptbestandteil pflanzlicher Zellen.

Zerfließend

Ganzer Fruchtkörper löst sich nach kurzer Zeit in eine schwarze Flüssigkeit auf, z.B. bei Tintlingen.

Zilie

Als Zilie oder Cilium bezeichnet man eine besondere Form des Zellfortsatzes bei Zellen von Organismen (Eukaryoten = Zellen einen echten Kern).

Zitronenförmig

Sporenform wie eine Zitrone.

Zitzenförmig

Hutscheitel hat brustwarzenartiger Erhebung.

Zitzengalle

Durch eine Pilz-Fliege hervorgerufene, zitzenartige Ausstülpung (Gallenbildung).

ZNS

Zentrales Nervensystem = Gehirn und Rückenmark.

Zoochorie

Verbreitung von Sporen durch Tiere.

Zuchtpilze

Speziell angebaute Pilze die meist zum kulinarischen Verzehr verwendet werden.

Zusammenfließend

Auseinanderstehende Fruchtkörper die später miteinander so verwachsen (zusammenfließen), dass sie nur noch ein Objekt darstellen.

Zusammengedrückt

Stielquerschnitt von brettartiger Form zusammengestaucht.

Zwickel

Bei Täublingen dreieckiges Übergreifen der Huthaut auf die Lamellenschneide.

Zylindrozyten

Zystidenart bei Röhrlingen wie Rotkappen und Birkenpilze, z.B. Sporen beim Verschiedenfarbener Raufußröhrling.

Zystiden (Zystitiden, Cystiden)

Sterile, meist auffällige und vergrößerte Zellen in der Fruchtschicht, Huthaut, im Trama oder in der Stielhaut.

Zystidiolen (Cystidiole)

Sterile Elemente in der Fruchtschicht (Hymenium) die ständerartig (basidienartig) bzw. zystidenartig ausgeprägt sind. Oft schwieriger zu finden als die Zystiden. Das sind die Elemente, wo aus Basidiolen keine fertilen Basidien geworden sind.

 

Copyright: Ausdruck und Weitergabe nur mit Hinweis der Herkunft: www.123pilze.de erlaubt.

 

Als Pdf unter 2011Pilzfragen.pdf verfügbar.

 

 

   Weitere Bestimmungshilfen und Informationen hier:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

09.05.2024 12:17:06