Beiträge von Mreul

    Hi Toni,


    wenn du schon auf Ingos Seite bis, dann vergleiche mal mit Hymenoscyphus vernus: ASCO-SONNEBERG - Hymenoscyphus (Cudoniella-Gruppe)


    H. vernus ist eine typische Frühjahrsart an Holz, gern in feuchten Habitaten, die beim Trocknen oder alt gern gelb färbt und an der Stielbasis grau ist, trifft hier ja alles zu. Mikroskopisch passt auch alles was zu sehen ist. Die Merkmale sind ja in Ingos Seite alle dokumentiert.


    Beim Mikroskopieren von solchen kleinen Becherchen sollte man immer drauf schauen nach Möglichkeit vitale Strukturen zu mikroskopieren, also in Wasser. Du hast ja hier offenbar beim ersten Mikrobild Baumwollblau verwendet, das wirkt auf die Zellen tödlich. Damit gehen auch einige Merkmale verloren, wie etwa Inhalte von Sporen und Paraphysen, zudem sind die Maße nicht 1:1 mit denen von vitalen Strukturen vergleichbar.

    Allgemein ist es auch noch wichtig die Reaktion des Ascusporus in IKI (also Lugol oder Barals, nicht Melzers) zu prüfen und ob die Asci an den Basen Haken haben, was am Anfang nicht immer leicht zu beurteilen ist, aber mit Übung wird das schnell besser.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi,


    also ich sehe hier Lecidella elaeochroma.

    Die Sporen sind einzellig mit vital meist zwei großen Öltropfen drin, die Zweizelligkeit vortäuschen können, daher kommst du natürlich per Schlüssel nicht zu einem brauchbaren Ergebnis.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi zusammen,

    Ob da vielleich Mreul noch eine Idee zu hat?

    Hat er - Typhula sphaeroidea, vergleiche z.B. hier, ebenfalls an Buche: tsphaeroidea.php

    Ein besonderer Fund in jedem Fall. Und sehr schönes Foto, man sieht sogar in der Vollauflösung, dass der viersporige Basidien hat (rechtes Exemplar der beiden großen, dort rechts am Übergang zum Stiel, mehrfach jeweils 4 Pünktchen symmetrisch angeordnet = je 4 Sporen an einer Basidie). Die Sporen müssen entsprechend recht groß sein, wenn man die so sehen kann, was auch auf T. sphaeroidea passt.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Alex,


    da hast du wirklich sehr interessante Funde gemacht, insbesondere die letzte Art natürlich, aber auch der Schildborstling dürfte keiner der häufigen sein.

    Wenn du mal wieder solche oder ähnlich interessante Funde hast, kann ich dir gerne anbieten, dass du mir etwas davon zuschicken kannst zur mikroskopischen Untersuchung. In dem Fall würde ich dann noch eine kurze Anleitung schreiben worauf zu achten wäre, anfragen bei mir am besten per PN, da bekomme ich automatische eine Mail, ich schau hier im Forum nicht immer rein.


    Jetzt mal noch zu den Arten:

    118: Kann der Bogenblättrige Helmling, Phloeomana speirea sein, aber ist natürlich arg überstrahlt. Die meisten Rindenhemlinge sind normalerweise nicht so langstielig. Da ich die Größe nicht einschätzen kann, wäre auch eine kleine Form von metata/filopes nicht ausgeschlossen. Wenn du sowas hast, am besten vor Ort mal folgendes beobachten:

    Ist der Hut mit feinen weißen Körnchen bedeckt? Sieht man am Stiel abstehende Haare? Gibt es an der Stielbasis eine deutliche Basalscheibe? Plus die genaue Farbgebung wäre wichtig und auch der Geruch ist nicht uninteressant. Bei kleinen weißen Helmlingen kommt man ohne Mikro oft nicht zur genauen Art, aber einschränken kann man schon. Wobei ich in dem Fall auch nicht weiß, wie weiß der wirklich war, ich gehe eher von einer gefärbten Art aus wegen der rechts erkennbar farbigen Hutmitte.


    119: Scutellinia ist zweifelsfrei, aber das ist keine der häufigsten auf Holz. S. crinita wäre die häufigste, die hätte aber makroskopisch erkennbar deutlich längere Haare. Hier dürfte das eher Richtung kerguelensis oder olivascens gehen. Sowas kann ich mir wie oben geschrieben durchaus mal mikroskopisch anschauen.


    120: Ja, das wird einer der beiden sein, die du meist. Zur Hintergrundinfo: Es gibt noch ein paar mehr Ascocoryne-Arten als die zwei. Hier wird es aber entweder sarcoides oder cylichnium sein, das sind die mit Abstand häufigsten.


    121: Hier vermutest du sicherlich richtig. Es gibt noch eine Bisporella confluens, deren Abgrenzung ist aber nicht abschließend geklärt.


    122: Das ist was, das ich sicherlich noch nicht selbst gefunden habe. Psilopezia halte ich durchaus für wahrscheinlich, also wenn du den wieder findest, hätte ich Interesse den zu untersuchen.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi zusammen,


    das sollte Polydesmia pruinosa sein. Die Art wächst auf Pyrenomyceten, im schwarzen Untergrund wird da sehr wahrscheinlich einer wachsen. Typisch die weiße, durchgängig körnig-bereiften Apothezien und eben der Standort auf Kernpilzen aller Art. Es gibt noch andere Gattungen, die so bereifte Apothezien bilden können, z.B. Unguiculella, aber da glaube ich hier nicht dran, das sieht schon typisch nach Polydesmia aus, die ja auch nicht selten ist, wenn man gezielt sucht.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Jörg,


    das dürfte Richtung Lachnum impudicum gehen, da sehr kurzhaarig und nicht rötend. Aber wie Pablo sagt, hier müsste für die 100% das Mikroskop ran.


    Hyaloscypha aureliella findet man übrigens sehr häufig an der Unterseite von initialmorschem Nadelholz, gern auch in Ernteschneisen, in denen kleinere Äste gern liegengelassen werden, falls die jemand gezielt suchen möchte.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hi,


    zu Nr. 2: Sofern die Lamellenschneiden ungefärbt waren, sehr wahrscheinlich Mycena metata.

    Helmlinge insgesamt finde ich eigentlich auch ohne Mikroskop recht gut bestimmbar, Ausnahme sind graue und weiße Arten. Gerade bei den grauen gibt es aber auch ein paar gut kenntliche.

    Nr. 3 ist auch ein Helmling. Per Bild kann ich das nicht eindeutig sagen, sofern Hut und Stiel feucht schleimig sind ist das Mycena vulgaris. Wenn beides nicht schleimig ist, dann Mycena cinerella. Letzterer riecht gewöhnlich nach Mehl, kann bei Kälte oder im Alter aber auch mal schwer wahrnehmbar sein. Kannst du ja mal vergleichen.



    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Toni,


    zu Nodulisporium und Nebenfruchtformen generell hat Pablo ja schon alles gesagt.


    Zum zweiten Pilz: Das ist eine Helicoma, wahrscheinlich H. fumosum. Ist bei sowas natürlich immer nützlich die Maße zu kennen (Durchmesser und Breite des Filaments).

    Vergleiche z.B. hier: Model_Fiche_Autre


    Zu Literaturfrage: The Genera Of Hyphomycetes ist so das größte existente Standardwerk. Das hat allerdings nicht als Ziel einzelne Arten zu identifizieren, das kann wegen den tausenden Arten die es da gibt unmöglich alles in ein Buch, sondern es soll die Gattung ermittelt werden. Bei der Gattungsbeschreibung findet man dann zahlreiche Verweise auf weiterführende Literatur, die mal leichter mal schwerer zu bekommen ist.

    Am Beispiel von Helicoma, man würde dann z.B. auf solche Literatur verwiesen:

    Mycologia 78 (5): 744, 1986

    (PDF) Helicosporous hyphomycetes from China

    Und so hangelt man sich dann bis zur Art durch, sofern möglich. Vieles kann man selbst auf Gattungsebene wegen kaum vorhandener Merkmale nur mit Kenntnis der Hauptfruchtform, einer Kultur im Labor oder gar DNA-Sequenzierung bestimmen. Aber die Arten mit Helicokonidien (also Kringel) und sehr viele auffällige und damit oft sehr schön anzusehende Arten sind auch sehr gut ohne sowas zu bestimmen.

    Außerdem noch: The Genera Of Hyphomycetes behandelt nur Hyphomyceten, also solche Nebenfruchtformen, die ihre Konidien (= asexuelle Sporen) frei ohne umgebende Hülle bilden. Solche mit Hülle nennen sich Coelomyceten, da gibt es natürlich auch Literatur, aber kein so umfangreiches Standardwerk.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Timm,


    ein Helmling ist das auf jeden Fall und man kann sich noch ein bisschen einer Art annähern:


    Erscheinungszeit im Frühjahr, Nadelholz und so dunkle Farben lassen nicht wirklich viel zu. Ich würde darauf wetten, dass es Mycena silvae-nigrae ist. Habe die Art schon unzählige Male gesehen, und genau so sehen oft kleine Exemplare aus, hier ein Beispiel:


    Ernsthafteste Verwechslungsart wäre im Jungstadium und Frühjahr Mycena leptocephala, die so früh auch erscheinen kann. Typische Exemplare von silvae-nigrae haben ausgewachsen einen deutlichen Braunton, den man so bei leptocephala nicht findet, obwohl das eine der variabelsten Helmlingsarten ist. Typische leptocephalas haben wiederum einen fein körnig bereiften Stiel, den man bei silvae-nigrae nicht findet. Beide riechen übrigens nitrös.


    Als kleinen Überblick mal noch ein paar ähnliche Arten, die ich hier aber ausschließen würde:

    - Mycena abramsii, eine typische Frühjahrsart an Laubholz, kann sehr selten an Nadelholz auftreten, aber hat viel hellere Farben

    - Mycena stipata, optisch nicht von silvae-nigrae zu unterscheiden außer durch die spätere Erscheinungszeit (Ab Spätsommer, ich finde die meist sogar erst ab September) und etwas büscheligeres Wachstum. Würde ich hier wegen der Erscheinungszeit ausschließen.

    - Mycena flos-nivium, eine seltene Frühjahrsart mit stark filziger Stielbasis hätte keinen so zugespitzten Hut


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Rigo,


    Roridomyces ist was völlig anderes. Bisher spricht nichts eindeutiges gegen leptocephala für den eingangs gezeigten Helmling.

    Die großen Zellen auf dem HDS-Bild gehören zur Huttrama, also dem Fleisch unterhalb der Deckschicht und sind daher nicht relevant für die Schlüssel.

    Die HDS selbst ist viel unauffälliger und kann daher leicht übersehen werden. Hier ein Schnittbild einer anderen Art, das den Aufbau exemplarisch gut zeigt:

    Mycena fagetorum (Fr.) Gillet

    Unten sieht man die eigentliche HDS, die bei Deinem Fund hier mit großer Sicherheit fein igelig sein dürfte, oben sieht man die in Wirklichkeit darunter liegenden Tramazellen. Die sehen bei allen Arten recht ähnlich aus.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo Carmen,


    Protoparmeliopsis (= Lecanora) muralis, eine sehr häufige und variable Flechte, aber normalerweise dennoch ziemlich leicht erkennbar.


    Viele Grüße,

    Matthias

    Hallo zusammen,


    ohne so etwas jemals selbst gesehen zu haben, würde ich hier Penicilliopsis (= Sarophorum) palmicola vermuten.

    Bilder dazu gibt es z.B. hier und hier (runterscrollen bis zum vorletzen Bild). Außerdem gibt es eine nahezu perfekt passende Abbildung in The Genera Of Hyphomycetes (Seifert et al.).

    Mikroskopisch wäre die Art sehr charakteristisch, hier die Originalbeschreibung.

    Die Art kommt in jedem Fall in Guinea vor, ist pantropisch verbreitet und wohl nicht selten. Standort auf solchen nussartigen Früchten scheint auch charakteristisch.

    Ob es dort weitere Arten gibt, die man optisch verwechseln könnte, weiß ich nicht, sehr viel ist ja auch noch überhaupt nicht beschrieben. Aber mein Eindruck ist, dass die Art schon sehr gut passt.


    Viele Grüße,

    Matthias